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Anzeiger für die Sladtund den kreis Aulda. Amtliches kreisblalt.

Nr. 187

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An die Zentrums-artei im Lande!

behrlichen Hauszinssteuer trat das Zentrum ein für I etitf beffere-Ausgestak'uistz IVSitiNe'Mftibet Ve^l

* Der Reichsrak hat die vom Reichstag kur.v

Grundsätzlich ist man in London allerdings dahin einig gewrden, daß sowohl in der Frage des Sicherheitspaktes wie der Schiedsgerichtsverträge Deutschland gehört, und daß ihm Gelegenheit gege­ben werden muß, in unmittelbarer mündlichen Erörterungen seine Auffassungen darzulegen. Das lst gewiß an sich ein Fortschritt, aber wie kleinlich und bürokratisch diese Dinge auch heule noch trotz des immer und immer wieder bekundeten deut­schen Friedenswillens und trotz der Loyalität und des Entgegenkommens der einzelnen Vorschläge jur Sicherung des europäischen Friedens von der Gegenseite behandeln werden, zeigt doch die Fülle von einengenden Bestimmungen, mit denen die

®e^anMung dieser Dinge bepackt weroen soll. Wir werden jetzt die Antwort der Gegenseite abzuwarten und uns dann darüber auszusprechen Haben, ob der von den Alliierten vorgeschlagene Weg für uns gangbar ist. Wir denken nicht daran, uns an kleinlichen Dingen zu stoßen, aber wir Mussen mit aller Energie jedwede E i n g r i ff e m i^lere. eigenen Rechte und Forderungen, die die Unabhängigkeit und Selbständigkeit unserer Ent- ! Wween beeinträchtigen müßten, abweh.

Die Zentrumspartei hat bei der umfaffenden Neuordnung Ler Steuergesetze als obersten Grundsatz festgehalten: Entlastung der kinderreichen Familien in den breiten Massen der Lohnempfänger und des Mittelstandes. Sie war erfolgreich tätig für eine starke Heranziehung der größeren Einkom­men und Vermögen, für eine weitere Senkung der bedrückenden Umsatzsteuer, für «ine gerechtere und stärkere Veranlagung der Einkommen-' und der Ver. Mögensbewertung. Bei der zur Zeit , noch unent-

So weit derOsservatore".

Es ist interessant, diese fast prophetischen Work, des Papstes heute nach zwei Jahren in Erinnerung zu rufen nach dem jämmerlichen Zusammenbruche der Jmperialistenpolitik Poincares, wo es überall in Frankreichs Kolonialreich zuckt und wet­terleuchtet, in Marokko und in Syrien und der französische Franken eines der schlechtesten Zah­lungsmittel der Welt ist.

Wir Deutsche haben besonderen Anlaß, dem Heiligen Stuhle zu danken für die nur von der Gerechtigkeitsliebe inspirierte Politik desselben wäh- rend und nach dem Kriege und besonders während des Ruhrkamvfes, wo der eigens für das Ruhr­gebiet ernannte päpstliche Vertreter Monsignore Testa eine Tätigkeit zugunsten der unterdrückten Bevölkerung entfaltete, welche chm die Achtung von Freund und Feind eintrug.

Hätte damals Poincare auf die vatikani­schen Ratschläge gehört, so wären Frankreich und Deutschland Goldmilliarden Schäden erspart geblie­ben und Frankreich und Belgien brauchten heute nicht als letzte der europäischen Länder vor dem finanziellen Zusammenbruche zu stehen.

* Der Besuch des Reichsvräsidenken bei der bayerischen Staatsregierung fand mit der Besichtigungsfahrt zum Walchenseewerk seinen Abschluß.

llurschreitungen in Berlin.

Blutiger Ausgang einer kommunistischen kund- gebung gegen den Schutzzoll. 40 Kommunisten verhaftet.

In Berlin hatten die Kommunisten am Mitb woch mehrere Versammlungen unter freiem Him mel einberufen, in dem gegen die Annahme dei Zollvorlage protestiert werden sollte. In derer Verlauf kam es mehrfach zu heftigen Zusammen- stößen mit der Schutzpolizei, wo in der Frank­furter Allee ein furchtbares Handgemenge zwischen den Kommunisten und den arg bedrängten Polizei- beamten entstand. Drei Polizeibeamte und ein Kommunist wurden verletzt. Bei einem weiteren Zusammenstoß in der Badstraße soll ein Demon- strant getötet worden sein. Die drei verletzten Polize-beamten hatten mehrere Stiche und Kopf­schläge erhalten. 40 Kommunisten sind bei den Zu» sammenstößen verhaftet worden.

Am Schluß einer arbeitsreichen Parlamentstagung wenden wir uns an Euch, Mitglieder und Freunde der Zenlrumspaitei.

In mühevollen Monaten sind Parlamentarische Gesetzgebungswerke und Aufgaben von entscheidender Bedeutung zustande gekommen. In ihrer Gesamt- heit bilden sie die unter veränderten wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnissen unabweisbar gewor­dene Abwendung und Ueberwindung voraufgegan­gener Notmaßnahmen. Ihr Ziel mußte sein: dem Wirtschaftsleben eine starke Anregung und den Reichsfinanzen die notwendige Sicherung zu geben.

Die Zentrumspartei des Reichstages hat an den sachlichen Arbeiten hervorragend Anteil genommen. Sie hat sich nach Kräften bemüht, die Vorschläge der Regierung vom Zentrumsgeiste her zu beeinflussen. Die ursprünglichen Vorlagen haben dann auch starke Umänderungen erfahren.

In der Aufwertungsfrage ergab sich die Haltung des Zentrums aus dem Willen der Gerech- tigkeit unter abwägender Berücksichtigung wirtschaft- licher Tragbarkeit. Da die Aufwertungslast vom ganzen Volke erarbeitet wird, mußte die tatsächliche Leistungsfähigkeit von Hausbesitzern und Mietern, von Industrie und Landwirtschaft, gewerblichem und kaufmännischem Mittelstand im Auge behalten r er en. Die Vertreter des Zentrums hielten unbeirrbar fest an dem vermittelnden Gedanken möglichst gleich- mäßiger Wirkung. Bei Behandlung der öffentlichen Anleihen mußte die Rücksicht auf die Reparationslast des Reiches ausschlaggebend sein.

1 vor seiner Vertagung verabschiedeten Gesetze ohne ren. 1 Einspruch zu erheben, angenommen.

* Eisenbahnunglück im Bahnhof von Amiens. Bei der Entgleisung des Schnellzuges Paris Boulo- ane im Bahnhof von Amiens wurden lLToteund 80 Verwundete gezählt, van denen mehrere jeljt ich wer verletzt find.

muß und wird die besondere Sorge von Regierung und Parteien sein.

Ferner hat die Zentrumsfraktion an der Um- gestaltung und wesentlichen Verbesserung der Sozialgesetzgebung, besonders beiden großen Novellen zur Unfall-, Invaliden- und Angestellten- Versicherung maßgebenden Anteil. Die Leistungen wurden erhöh! und das ganze Werk wieder in seinen Grundlagen gesichert.

Getreu ihrem Charakter und ihrer grundsätzlichen Einstellung hat sich die Zenirumsfraktion in keinem Augenblick der sachlichen Mitarbeit entzogen. Da die Schaffung einer Regierunaskoalition auf brei­tester Grundlage sich als unmöglich erwies, war sie gezwungen, die erforderlichen Gesetze mit einer sicheren arbeitsfähigen Mehrheit zu machen. Eine parlamentarische Demokratie darf die für Staat und Volk lebensnotwendigen Gesetze nicht der Regierung und dem Aushilfsmittel des Artikels 48 der Ver­fassung überlassen. Sie muß, will sie sich nicht selber preisgeben, zu selbstverantwortlichem Handeln bereit sein und sich dem Gebot sachlicher Arbeit fügen. Darum haben wir die Auffassung ver­treten, daß das unabweisbar gesetzgeberisch Not­wendige auch rasch zu geschehen habe. Wir bedauern, daß diese Notwendigkeiten von Parteien, mit denen wir jahrelang zusammen gearbeitet haben, nicht vollauf verstanden und gewürdigt worden sind. Hieraus haben stch bei der Erledigung des Zoll- tarifgesetzes tief bedauerliche Umstände ergeben, für bi? auch jene Parteien Bexarrtwortung zu tragen haben.

Der Vatikan und die Ruhrräumung.

Bericht unseres Vertreters in Rom.

Regengüsse in Korea.

wtb Paris. 14. Aug. (Tel.) Havas meldet aus Tokio: Infolge starker Regengüsse haben Ueberschwemmungen die westliche Gegend nos Korea verwüstet. Man zählt 21 Zote. 9 Brüder sollen eingestürzt sein.

Das ZnKrasttretrn der GetreidezSlle. Nach Mit. teilunaen, ote dem Bereu: Berliner Getreide- nid Pro­duktenhändler zugeoan en sind, sollen die Einruhr, zolle für Getreide und Mehl ungefähr zwischen den 29. August und 1. September in Kraft treten.

Die neue Note.

Briands Antwortnote an Stresemann wird Mitte nächsten Woche in Berlin erwartet.

wtb Paris 14. August (Tel ). Der Text der an die deutsche Reichsregierung zu richtende« Note in der Sicherheitssrage wird heute vor­mittag Brüssel, Nom und Prag übermittelt wer­den. Dem in Paris anwesenden polnischen Außenminister SKrinsKy wird sie Briand im Lause einer Unterredung, die er heute mit ihm haben wird, überreichen. Man nimmt allgemein an, daß die Note am kommenden Mittwoch oder Donnerstag durch den französischen Botschafter in Berlin dem Rsichsaußenminijter Dr. Stresemann überreicht wird.

Ausland.

* Rücktrittsabsi hten belgischer Minister. Nach einer Brüsseler Meldung des .Temps" erklärt man in Regierungskreisen, Justizminister Tschossen habe mitqeteih, er werde aus periönlichen Gründen Ende September aus dem Kabinett ausscheiden. Als Nachfolger kämen in Frage der ehemalige Minister- Präsident Carton de Wiart oder der katholische Siaatsmimster Braun. Auch Ackerbaumimster Van de Vhvere beabsich'ige aus persönliche Grünsen zurückzuireien. Der Berichierstaner fügt hinzu, seine Demission toüibe im Oftober nach den piovfforiichen Wahlen eine Krise herbeiführen, die vielleicht eine vollständige Umaestallung des Kabinetts nach sich ziehen werde.

* Ehescheidung des türkischen Präsidenten. Wie amilich aus K o n st a n l i n o p e l gemeldet wird, hat der Präsident beschlossen, sich von feiner Frau, Latif Harrun zu trennen und ein die Scheidung aus- ip echcndes Dekret erlassen. Das Ereignis wird auf die Herrschsucht feiner Frau zurückgeführt und auf ihr Bestreben, sich in Dinge, kne außerhalb ihres Bereiches liegen, einzurnuchen.

Deutschland hat mit feinem Anerbieten, das nun auch der Reichstag mit großer Mehrheit gebilligt hat, vor aller Welt den sichtbarsten Beweis seines Willens zur Verständigung und zur Versöhnung gegeben. Es müßte es als eine Kränkung emp- ftnden, wenn fMn ehrliches Streben nun auch noch unter den Druck yyn kleinlichen Bestimmungen ge-. stellt würde, die nur von neuem Mißtrauen und Unfrieden Hervorrufen würden.

Das englische fiabineff billigt die Londoner Ergebnisse.

Aus London wird gemeldet:

f n $ a birettsrat hat in vollem U m - Litp9snn,n- 3, d)en Chamberlain und Briand er- Z-elte Verständigung gebilligt.

Die Reichstagsfraktion: Der Reichsparteivorstand: gez. Fehrenbach. gez. Dr. Marx.

e- > s wird gemeldet: Briand erklärte,

bC" Ergebnissen der Aussprache mit Chamberlain äußerst befriedigt. Die Be- prechungen seren m einer Atmosphäre größter H^z- MSLÄ. l-«>- dem Rabin« d'- ?e an Deut chland bezüglich der Sicherheitssrage zur Billigung vor. Am Frefta der verbündeten Regierungen zur letzten Begutachtung unterbreitet werden.

Handlung der kleinen Eigenheime, wie überhaupt für die Sicherstellung dieses Steuerertrages für die Er­füllung sozialer Aufgaben, insbesondere eines groß- zügiaen NeubauprogrammS. Durch die Erhaltung der Vermögenszuwachssteuer hat die Zentrumspartei einen gesetzgeberischen Zwang geschaffen, um die Frage der Besteuerung der Jnflationsgewinne endgültig zu regeln. Endlich hat bas Zentrum daraus gedrun­gen, bas jährliche Aufkommen bet Lohnsteuer zu be« flrenjen mit dem Ziel einer weiter voranschreitenben Entlastung der unteren Einkommen stufen unb der Kinderreichen. In dieser sachlich begründeten Stel- lungnahme mußte sich das Zentrum versagen, agitatorisch wirksame, im Gesamtleistungsplan aber unerfüllbare Anträge zu vertreten.

Damit tritt auch wieder die Frage des Eintritts Deutschlands tn den Völkerbund in den Vordergrund. Es 'st nach allen Informationen zu erwarten, daß auch die neue französische Antwortnote an Deutsch- land die Forderung erheben wird, dem Völkerbunde beizutreten. Wir wollen aber nicht annehmen, daß die Auslandsmeldungen richtig sind, wonach England

^r,.f*auzöstschen Auffassung zugestimmt «Heber bet deutsche Einspruch gegen den Artikel 16 nicht berücksichtigt werden soll. Aller- hnnpr swhl £U§ de" Mitteilungen über die Son* boA Mt^bt Ult9e? »u ergeben, daß England nrflLrpm* 9TM6en französischen Forderungen in Hi*, .entgegengekommen ist, als die eng.

Regierung selber vorher als zulässig hielt und l8 ?"ch Interessen Englands sowohl wie Deutschlands entsprechen würde. y

Von kroßer Bedeutung ist die Nachricht, daß h^rtfrhLn M geeinigt hat, daß deiti

deutschen Wunsch nach einer nd li ch e n A u s- sprache auf einer Konferenz entfvro. ch e n werde. Als Ort dieser Konferenz wird Brüssel genannt. Ist insoweit der deutschen F^räruna stattgegeben, so ist doch die Formen "der 3 Konferenz von der Gegenseite nunmehr gevlant ist keineswegs nach deutscher Auffassung geeignet die Sicherheitsfrage beschleunigt einer zweckmäßigen i Behand ung und Lösung zuzuführen. Denn wieder! lautet, ist nicht nur die Hinzuziehung der V-rtrl- ter der unmittelbar interessierten alliierten Län­der, also von Frankreich und England beabsicktiot sondern auch noch die Vertreter von Belgien' Polen und der Tschechoslowakei sollen hmzugezogen werden. Damit aber kommen wir -tu einer Instanz, die nach allen bisher mit solchen »internationalen" Konferenzen gemachten Erfah­rungen kaum die ihn in diesem besonderen Fall ge­stellten wichtigen Aufgaben erfüllen kann. I

fordert, und zur Feststellung der Grenzen seiner Zahlungsfähigkeit, so ist dies ein Gebot der christ­lichen Nächstenliebe und im Interesse der Selbst­erhaltung des Gläubigers Notwendig, von dem Schuldner nichts Unmögliches zu verlangen, das ihn feiner eigenen Hilfsquellen berauben und feine Produktionsfähigkeit in Frage stellen könnte. Dies würde nicht nur für den Gläubiger selber ruinös werden, sondern auch für ganzEuropa und bald zu sozialen Unruhen und neuen Kriegsgefah­ren führen."

der Stand der Sicherheitssrage.

Dte Aussprache zwischen Briand und Cham- der l a in hatte den Zweck, sich über dir an Deutsch- land in Beantwortung seiner Rote wegen des Sicher* heitspakles zu richtende Kundgebung schlüssig zu machen., Tatsächlich wird das Dokument, das jetzt an Deutschland gelangen soll, für den weiteren Fort­gang der Dinge entscheivend fein. Denn nun ntufj zu den Spezialfragen Stellung genommen wer- den. Aus taktischen Gründen ist das bislang ver- mieden worben. Wenn man aber vorwärts kommen nun, so wird nun jetzt eine präzise Stellungnahme »u den Etnzelfragen erfolgen müssen.

Noch find in diesem Augenblick keine offiziellen Mttwtlungen übet das Ergebnis bet Lonboner Aus­sprache emgettoffen. Das deutsche Auswärtige Amt erwartet nunmehr die Antwort Frankreichs, die bei der Dinge auch die Stellungnahme der engltschmi Regierung zum Ausdruck bringen wirb. Es ist Sttanb in Lonbon offenbar nicht geglückt, Tnglanb von dem bisher eingenommenen Standpunkt abzubringen, bet dahin geht, baß bas englische In- lediglich auf die Garantierung der beut. schEa . stgrenzen beschränkt unb baß England mit den Dingen im Osten nicht verknüpft fein will. Es »ttb deshalb ein Sicherheitspakt unter englischer Garantie lediglich die Rechte und Pflichten Englands bezüglich beS Westens, vor allem also der Rhein* grenze umschreiben. Andererseits wird aber England sich auch dagegen zur Wehr setzen, daß Frankreich in emet Person das Amt eines Garanten, eines Schiedsrichters und einesRächers" vereinigt. Die englische Regierung hält auch weiterhin daran fest, daß, insoweit die deutschen Ostgrenzen in Frage kommen, das eine Angelegenheit ist, die zwischen Frankreich unb Deutschland in unmittelbarer Aus- I spräche geklärt und geregelt werden muß.

Hinsichtlich der Garantierung bet Westgrenzen pttb die Dinge jetzt bahin gebiehen, baß England rtne militärische Hilfsverpflichtung für den Fall an­erkennt, daß von der einen ober anbeten Seite ein unmittelbarer Angriff erfolgt. Früher sprach man von einemunprovozierten" Angriff, die neue Formel spricht von einemflagranten" Angriff. Es soll damit also zum Ausdruck gebracht werden, daß Angriffe auf ein Territorium des xinen ober xnbetn I Sanbe« so,ort straffällig seien, sofern sie ohne äußere I Veranlassung erfolgen. Bemerkenswert ist aber, I M sich England die Prüfung und Entscheidung übet b'ese Voraussetzung, also darüber, ob ein Angriff I unprovoziert" ober ob erflagrant" ist, selber I nor&ebait. In allen strittigen Angriffsfällen wie überhaupt tn allen sonstigen Streit* unb Zweifels- I fragen soll bie Entscheidung durch den Völker- I bund getroffen werden.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages war mit | der Meinung, daß die Zollvotlaqe noch vor den Parlamentsferien erledigt werden müsse. Der Ab­schluß von Handelsverträgen, deren Grundlage das Gesetz sein soll, ist im Interesse von Wirtschaft und Arbeit dringlich. Die deutsche Ware bedarf 'm Ausland einer Rechtsgrundlage, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft beS Schutzes ihrer Existenz und einer gewissen Bürgschaft für ihre Weiterentwicklung. Nicht die Belastung wirtschaft- lich schwacher Verbraucher zugunsten einseitiger Probuzentemnteressen, sondern die Enthaltung und Stärkung ber Kaufkraft burch Schaffung von Arbeit?- und Verdienstmöglichkeiten mußte der entscheidende Gesichtspunkt für uns sein. So ist das Gesetz im Großen gestaltet worden. Angesichts ber noch schwer übersichtlichen Weltlage ist das Gesetz befristet und tragt den Charakter eines Provisoriums. Eine wirkungsvolle Entlastung Der Verbraucher herbei- zuführen, haben sich unsere Vertreter besonders an« flebeiben lassen. Sie haben durch ihr entschiedenes Vorgehen die weitere Senkung ber Umsatzsteuer durchgesetzt. Daß diese Maßnahme in den Waten- preisen auch tatsächlich zur Auswirkung gelangt.

Nach wie vor und unbeeinflußt im Wechsel von Regierungsmehrheiten hält sich die Zentrumsfraklion des Reichstages in Uebereinstimmung mit der Partei im Lande verantwortlich für eine Außenpolitik, bie von einem ehrlichen Verständigungswillen ge­tragen ist, gleichzeitig aber den LebensnotwendigkLtten des deutschen Volkes gerecht wird.

Die Zentrumsfraktion hat als getreuer Anwalt der besetzten Gebiete mit anerkanntem Erfolg dort die besondere Not erleichtert. Sie hat gleichzeitig dem bedrängten Osten Hilfe gebracht. Ruhr und Sanktionsgebiet wissen den Erfolg ber Zentrums- Politik in diesen Tagen ihrer Befreiung Wohl zu ....... ....

Fu ber inneren Politik bleibt unser Programm

Spannungen unver* I Das Amtsblatt des Vatikans, derOss-rvatore Grundlage btc ^^Gfsung die I Romano" bringt einen Leitartikel mit der lieber-

eine« 1wffij!,bt»rrr®ero^r Wt:Nachdem die Räumung der Ruhr vollen- nriffon I ^et ist", in welchem die Haltung des Heiligen Stuh-

m f^0n .? Erschütterung les während des Ruhrkonfliktes und seiner ent)* üentaim gelten, ist das lichen Beilegung zur Sprache kommt und der Nach-

Nachdruck begegnet. Die I weis geführt wird, daß die Beilegung auf Grund Q»r1» ^ ^-2xet neiV-tol?Un9 ""^res mnerpolitffchen I der Prinzipien möglich war, welche der Heilige Lebens wird allerdings nut voll, erreicht werden, Vater in seinem Schreiben vom 23. Juni 1923 an »enn aHe ftaat§beiabenben Parteien sich als mit- den Kardinalstaatssekretär Gasparri als grund- erantwortliche Präger suhlen können. I legend ansah und die dann später die Grundlagen

Zn einer Reihe von kulturpolitischen Anträgen, des D a w e s-Planes bildeten aber auch in ihrer ganzen Grundeinstellunq hat die ser rat frfmeh hnmni« «Riit« xr. '

Zenirumsfraktion zu erkennen gegeben, daß sie das I Oer DD ,d)rte.. ,as *us XI- Christentum als die Norm und als den frucht* I < 7^"" Wir an tue schwere Verantwortlichkeit baren Quellgrund des öffentlichen Lebens betrachtet, denken, welche im gegenwärtigen Augenblicke Uns

Dieser Haltung wird sie auch in ber nächsten Zeit £ebr^' beschworen Wir noch einmal die leiten*

bei bevorstehenden größeren kulturpolitischen und die Frage 'M christlichen

kirchenpolitischen Gesetzgebungswerken zumal bei I ® V-Pe Um 1 m . e $er Nächstenliebe 9eb,t,6«.S,bine ®n"nn äÄX S.ÄtÄ

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Finanzpolitik. Die in ihnen liegende sachliche Arbeit, die nicht in allen Punkten unseren Wünschen ent­spricht, haben wir vor unseren Freunden im Lande 5" vertreten, lieber den Stimmungen des Tages, über den Interessen und dem Kampf bet Parteien, ftanb uns bei allen Bemühungen das Leben von Nation unb Volk. Indem wir dieser höheren Not« wendigkeit gerecht zu werden bestrebt waren, haben wir getan, was heilige Pflicht für jede positiv schaffende Partei im neuen Volksstaate sein muß.

In diesem Bewußtsein rufen wir Euch allen zu: Laßt Euch durch irreführende Darstellungen nicht verwirren. Steht treu und fest zur Zentrnmspartei!

BerantwortNck mr bie SLriitieitung: Tr. Johanne- «tarnet- I

^nsetßen: j. ® orjeller, Sulba. Rotaiwnrvruck unb Berlag der I Cnmahn

eulbatT $rlittbn'dtrrT in Pclta. ITertilkteiei SRr. 9. I >v*O,

Monatlicher BeiuarveeiS! 1.50 Mk. I