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Eiterfeld. Ein junger Radfahrer überfuhr vor einigen Tagen auf Der Ortsstraße hier eine Frauensperson, die dabei schwere Kopfverletzungen davontrug, an deren Folgen sie bald darauf gestorben ist. Nach Aussagen von Augenzeugen soll den Rad­fahrer keine Schuld treffen.

Schlitz. Das Schreinermeister Johann P rnl gehörige früher Lerch'iche Wohnhaus am Graben- b?rg hat Schneidermeister Heinrich Beiristein zum Preise von 10000 Mark käuflich erworben.

Offenbach. Bei Harreshausen raste der Sohn des Kohlenhändlers Boller aus Harreshausen mit seinem Motorrad die Geschwindigkeit soll mehr als achtzig Kilometer betragen haben gegen den Stein einer Eisend ahn Unterführung.

Em reicher Einbrecher. Der seit Monaten von der hiesigen Kriminalpolizei gesuchte Wohnung--- -und Billen- cinbred'er Wilhelm Stegmann aus Frankfurt wurde die­ser Tage in Wiesbaden verhaftet. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Einbrechers fand man ein ganzes Warenlager gestohlener Sachen vor: Pcrsertep- piche, Gobelins, Oelgcmälde, Meissener, Porzellane, Fayencen und viele andere Sachen. Man sieht, der Herr Stegmann war ein Kunstkenner und Kunstsammler. Lei­der stammen alle diese Wertstücke aus Einbrüchen, die er in Frankfurt und verschiedenen Nachbarstädten be-

leihung der Rettungsmedaille am Bande oder der Erinnerungsmedaille sind nur an den Regierungs« Präsidenten zu richten, in dessen Bez'.rk sich die Rettunastat abaeipielt bat.

= Der MannergesangvereinMnfridia" hielt gestern abend in der ..Harmonie" eine gut besuchte außerordentliche Hauptversamm­lung ab. in der der Vorsitzende, Betriebsleiter Jos. Latsch, einen kurzen Rückblick gab über die Ereignisse innerhalb des letzten Halbjahres be­sonders hervorhebend die so glänzend verlaufene Sängerfahrt nach Marburg, wo der Verein neben einem schönen ideellen Erfolg auch die Genugtuung hatte, den Marburger Diasporakatholiken eine große Freude bereitet zu haben, indem er das Hochamt durch Vortrag mehrstimmiger kirchlicher Lieder verherrlichte. Einer Einladung, des Dop- pelguartetts des GesangvereinsArion"-Erfurt folgend unternimmt der Verein am kommenden Sonntag eine Säuge rfahrt mit Damen nach Eisenach zur Besichtigung der Wartburg, über deren Entstehung und Sehenswürdigkeiten San­gesbruder Lehrer Becker in der letzten @e;ang= stunde einen beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Um mehr Fühlung mit den Gesangvereinen innerhalb unseres weiten Vaterlandes zu bekom­men und um zur Hebung der Volksgemeinschaft beizutraaen, für die die Gesangvereine besonders berufen sind, schloß sich dieWinfridia" mit ihren 500 Mitgliedern, darunter 120 Aktive, dem großen Deutschen Sängerbund an. Nächsten Don­nerstag soll mit der Einstudierung der Chöre zum goldenen Iubelkonzert im Januar 1926 begonnen werden, dessen Programm neben einer ganzen I Reibe Volks- und Kunstlieder auch das große Chor­werkBonifatius" von Zöllner für Soli, Chor und großes Orchester aufweist. Sangesfreudige katho­lische Herren, gleich welchen Standes, die sich daran beteiligen wollen, sind willkommen.

Fulda, den 31. Juli 1925.

50 Iahre städtisches Museum.

In den Fuldaer Eeschichtsblättern, deren Nr. 5 soeben die Druckpresse verlassen bat, veröffentlicht Prof. Dr. Vonderau einen Aufsatz, worin er der Tatsache gedenkt, daß es jetzt 50 Jahre sind, daß die Stadt Fulda ein eigenes Museum be­sitzt. Nach den Ausführungen des Verfassers ist der Ursprung unseres städtischen Museums auf die Schenkung des Bistumsverwesers Hahne zurück­zuführen, der im Jahre 1875 der Stadt Fulda feine Sammlung von Altertümern, insbesondere fuldai- schen Ursprungs, schenkweise überließ unter der Be­dingung, die Sammlungen aufzustellen und nicht zu veräußern. Die Ausstellung ist dann auch zu­nächst in einem Raume des Heilig-Geist-Hospitals, während des Kulturkamvfes im KlofteiMbäude am Frauenberg und seit 1887 im heutigen Stadtschul- bau erfolgt.

Der Aufsatz gibt u. W. zum ersten Male eine wissenschaftliche Uebersicht über die hauptsächlichsten Sammelstücke unseres Museums. Er zeigt, unter welchen Gesichtspunkten die Hahne'schen Sammlun­gen ausgebaut worden sind, und was sie heute be­deuten. " Die sachkundige Darstellung des Herrn Prof. Dr. Vonderau ist für ieden Fuldaer von aller- arößtem Interesse. Der Aufsatz wird auch als Sonderdruck erscheinen und an Stelle eines Museums-Katalogs Verwendung finden, sicherlich von allen Besuchern des Museums im Stadtfchul- bau, deren Zahl im Wachsen begriffen ist, lebhaft begrüßt. *

Die Lebenshaiiupgskosten.

Die Reichsindexziffer für Lebensbal- kungskosten, Ernährung, Wohnung, Heizung, Be­leuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs­amts für den Durchschnitt im Juli aus 143.3 gegen 138.3 im Vormonat. Sie hat sich sonach um 3.6 'v. H. erhöht. Nach der alten Methode würde sich die Indexziffer für den Durchschnitt im Juli auf 133.7, sonach um 4.2 v. H. höher als im Juni (128.2) stellen. Die Steigerung ist auf die teilweise Berücksichtigung von Kartoffeln neuer Ernte, so­dann aber auch auf Preiserhöhungen der übrigen Lebensrnittel, namentlich von Gemüse, Fleisch, Eiern, Milch und Milcherzeugnissen zurückzuführen.

Ratholischs Welt.

= P. Angustin Arndt 8. .T. H In Bukarest starb vor einigen Ta -en der als Konvertit und ianon- istischer Schriftsteller bekannte Jesuit P. Augustin Arndt. Er war om22. Juni 1851 in Berlin geboren. Zur Rückkehr in die katholische Kirche war er durch bie Schriften von Alban Stolz angeregt worden.

Sonnlagssonderzug nach Rotenburg ob der Tauber. Der Fahrkartenverkauf für den gestern an« gekündigten Sonntagssonderzug hat schon begonnen und schließt Samstag nachmittag 6 Uhr. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 33Vs Prozent. Ter Zug verkehrt mit Schnellzugsgeschwindigkeit.

Aus dem Gerichtssaal. Ra» einem Termin vor dem hiesigen Mietschöffengericht entstand a"f dem Gang und später auf der Treppe des Amts- gerichis ein h eftiger Wortwechsel zwischen einem bieftoen Fabrikanten und einem hiesigen Handelsmann. Beleidigende Ausdrücke und einigeschlagende" Be- weise g'abs auf beiden Seiten. Der Vorgang hatte ein gerichtliches Nachspiel im großen Sitzungssaals vor dem Einzelrichter der Strafabteilung. Beide Parteien hatten Privatklage und Wiederklage ein- gereicht. In der Hauptversammlung wurde fest- gestellt, daß die Beleidigungen des Handelsmannes gegen den Fabrikanten durch die WorteDu Dreck« sack, Du Wucherer" noch schwerer waren als die beleidigenden Ausdrücke des Fabrikanten gegen den Handelsmann. Daher wurde der Handelsmann wegen

! fchwerer'Beleidigung zu Mark 30. und der Fabrikant zu Mark 20.'Geldstrafe verurteilt. Unter Aus- schluß der Oeffentlichk-ii wurde gegen den Landwirt H. verhandelt, der gegen den Gutsverwalter E. H. von K. und gegen die geschiedene Ehefrau W. nicht nachweislich wahre Tatsachen verbreitet hatte. Das

| Urteil lautete auf Mark 40. Geldstrafe und die I Kosten. Bei einem hiesigen Gast- und Logierhaus­besitzer stellte die früh morgens unternommene poli­zeiliche Kontrolle Ende Mai d. IS. fest, daß von 3 Fremden kein Fremdenzettel ausgefüllt und die Namen der übrigen 10 Fremden noch nicht ins Fremdenbuch eingetragen waren. Für diese Ueber- tretung erhielt der Gastwirt einen polizeilichen Straf­befehl über Mark 30.. Wegen der Höhe der Strafe erhob der Gastwirt Einspruch. Tas Urteil lautete auf Mar! 15. Geldstrafe. Der Inhaber der Bau- und Möbelschreinerei C. E. in H. stand wegen fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht. Im April vorigen Jahres hatte er in einem Lagerraum, in dem sich fertige Möbel befanden, einen Ofen ohne polizeiliche Genehmigung aufge- stellt und das Ofenrohr durch das Fenster ins Freie geleitet. Der Ofen wurde im April einmal nachts durchgehetzt. Hierbei fiel der Rost heraus und die brennenden Briketts verursachten einen Brand, der einen Schaden von über 3000 Mark verursachte. Dank des Eingreifens des Besitzers, des Personals ufro. gelang es, das Feuer zu dämpfen. Dos Schöffengericht erkannte auf 60 Mark Geldstrafe. Aus der Haft vorgeführt wurde der vorbestrafte Kaufmann F. H. aus W. in Thüringen. In einem ersten Gasthof in Fulda hat er im Februar aufs

I beste getafelt und genächtigt, feine Zeche aber nicht bezahlt. Wegen Betrugs erhielt er zwei Mo­nate Gefängnis. Der vielfach schwer vorbestrafte G. F. aus Nürnberg, der zurzeit im Gefängnis Wehlheiden sitzt, hatte inderSilvesternacht

I 1924 mit 2 Spießgesellen in Fulda einem betrunke­nen Schriftsetzer die Gamaschen gestohlen. Zu seiner jetzigen ©träfe erhielt er einen Monat Gefängnis

I dazu.

0 Ein Schwindler trieb vor einigen Tagen in der Gegend von Wächtersbach und Orb fein Un­wesen. Er kaufte bei Uhrmachern goldene Uhren ein und ließ einen tschechischen 5000-Kronenschein, den er, wie der junge Mann behauptete, nicht ge­wechselt bekommen konnte, als Pfand zurück. Am nächsten Tage werde er wiederkommen und den Verkauf fest abschließen. Nach feinem Fortgehen wurde der tschechische 5000-Kronenschein als ein. unrmrifcher 5000-Kronenlchein im Werte von etwa 25 Reichsvfennig festgestellt. Da der Schwindler auch wohl noch an andern Orten diesen Trick versuchen wird, so sei vor dem Manne ge­warnt.

- Die illustrierte Wochenboilage liegt der heutigen Ausgabe der Fuldaer Zeitung bei. U. a. findet sich darin ein Bildnis des neuen Oberbürgermeisters von Kassel. De. Stadler, der an die Stelle von Schsidemann treten wird. DieBnchenblatter" erscheinen mit der morgigen Nummer.

Neue Dächer.

Das Steülkr-AeLLrkettungsgesetz. Von den 6cm Reichs­tag vorliegenden Steuerüberleuungsgefetz am oangacr,- iten, weil es das bisher in Schwebe gebhcoene ^e-.er« jahr 1924 endgültig bereinigt und für das «hr 1 notwendigen Uetiergänge schafft. -Daher butoer lag die Verabschiedung dieses Gesetzes so befchleumgt, oatz wesentliche Teile desselben bereits mit Wirkung von! 1. Juni in Kraft treten konnten. Der Steuerzahler, insbesondere der Einkommen- oder Kärperfa)afissteuer- pflichtiae, muß sich mit dem Inhalt des Gesetzes alsbald ucrtraut machen, zumal manche der im E-i-tz für Die Geltendmachung van Rückorstattungsanfprüchen u. dgl. oesstzten Fristen bereits zu laufen begonnen haben und nicht versäumt werden dürfen. Dem Bedürfnis nach ge­nauer und zuverlässiger Unterrichtung des Steuerpflich­tigen kommt ein soeben von der Frankfurter S c i'e t ä i s - D r u ck o r e i (Abteilung Buchvertag in Frankfurt a. M. broschiert Mk. 0,80) herausgebracbtes Büchlein entgegen, das den genauen Wortlaut des Ge­setzes enthält, daneben aber eine darstellende Erlämerung, die in gemeinverständlicher Sprache und unter Anfüh­rung zahlreicher Beispiele den Inhalt des. Gesetzes dem Verständnis des Lesers nahebringt/ 'Das Büchlein wird, tu,' .SV

zogcn hakle.

_ Weilbnra. Der Bergverwalter Schneider au8 Eschershausen fuhr mit seinem Motorrade in großer Geschwindigkeit in einer scharfen Weabiegung gegen einen Personenkraftwagen. Er wurde vom Rade geschleudert und flog gegen die Scheiben des Wagens, überschlug sich und stürzte dann auf das Slraßenpflaster. Der Tod trat auf der Stelle ein.

= Limburg. Hier fand die Grundstein­legung eines Lager- itnb Geschäftshauses b-t Bäckereigenossenschaft Simburg statt. Die Gemeinschaft hat 360 Mitglieder, die sich sämt­lich an dem Bau, durch Kauf von Anteilscheinen, beteiligt hoben.

Darmstadt. Vergangenen Donnerstag fand eine Versuchsfahrt mit einem elektrischen Trieb­wagen von Darmstadt über AschaffenburgWurz- x>urgSchweinfurtBamberg statt, welche sehr gut ausgefallen ist. Der Wagen füll auf die Bercehrs- ausstellung nach München gebracht werben.

Mainz. Der Verkehr auf den Perfonen­dampfern des Rheins nahm in dieser Woche einen Umfang an, tote er seit langen Jahren, selbst in Friedenszeiten nicht beobachtet worden ist. Sämtliche Dampfer der Rheinschiffahrtsgesellschasten und zahl­reiche N!aind»mpfer führten von Mainz bis Koblenz und vielfach auch bis Köln viele Tausende von Fahr­gästen stromab und stromauf. In der Hauptsache waren es Teilnehmer der in Frankfurt abgehaltenen Olympiade, die in ungezählten Scharen dem Rhein und seinen Städten einen Besuch obstatteien. Daneben sah man aber auch sehr viele Ferienwanberer ans allen Teilen Dentschlanbs die Straßen der Stabte und Ortschaften durchziehen. Im Gegensatz zu diesem gewaltigen Personenverkehr, der zur Belebung der Wirtstba't am Rhein zweifellos sehr viel beiträgt, war der Schleppzugverkehr auf dem Strom in diesen Tagen oiiffallend gering.

Münchberg. Die Bisamratte tritt jetzt in den vom Fichtelgebirge abströmenden Gewässern in großen Mengen' auf.' Bei Münchberg erlegte ein Forstmann in kurzer Zeit nicht weniger als fünf­zehn dieser gefährlichen Nager. Der Fischbestand der Nachbarteiche ist bereits ernstlich gefährdet. Es besteht nunmehr die ernstliche Gefahr, daß die Bisamratte sich jetzt auch dem Ma in lauf und seinen Nebengewässern Westdeutschlands nähert.

Aus dem Nheinga». Der StandderWein- berge wird im allgemeinen als günstig bezeichnet. Die Trauben sind gesund und gut entwickelt. Dessen­ungeachtet wird' es doch einen sogenanntennei­dischen" Herbst geben, da der Behang der Reben nach Lagen verschieden ist. Es wird also mehr oder minder reicher Ertrag erwartet. Das Wetter ver­gangener Woche hat die Entwicklung der Trauben etwas gehemmt, jedoch sind bislang noch keine Krankheiten zu verzeichnen.

Jahren stand, hatte sich erst vor einigen Tagen v er heira tet.

=> Höchst a. M. Ein hiesiger Handwerksmeister versucht seine Fran und die vier Kinder dadurch zu vergiften, baß er ihnen Arsenik in die Suppe schüttete. Die Angehörigen erkrankten und mußten b-m Kronkenhause"zugeführt werben, befinden sich aber auf dem Wege der Besserung. Der Täter versuchte sich darauf zu erhängen, wurde wboch recku- -eitig abgeschnitten. Er mußte gleichfalls ms Kranken« haus verbracht werden, do er sich bei dem Sewst- morbversuch eine schwere Kehlkopsverletzung zuge-

Techmk tmö Verkehr.

Deutschland «ns drr internationale» Kurstellu-rq in Grenoble. HavaS meldet aus Grenoble- Handels- minister Chaumet, der den verhinderten Minister des Aeutzercn Briand vertritt, hat die ausländischen Ab- teilunaen der internationalen Ausstellung für cIcI irische Triebkraft Weihe Kohle) feierlich eröffnet Außer Schweden und Italien, die eigene Pavillons haben, sind alle anderen fremden Staaten in einer ge­meinsamen Halle untergebrachr. In dieser Halle haben neben Deutschland ausgestellt: die gereinigten Staaten, Spanien, Norwegen, die Schweiz, Sudslavren und Polen. Auch das Saargebiet ist mit einer tletne» Ausstellung vertreten.

Wissenschaft und Forschung.

Die Leitung des freien Deutschen lsochstifter, da? mit dem Goeihemuie u m in Frankfurt vereinigt ist, übernimmt am ersten Ortober Dr. Ernst Beutler, der Bibliothekar der Hamburger Staats- und Univ erst, tätsbibtwchek. Der bisherige Leiter Prof. Dr. Heuer, der seit 1888 dem Hochftift angehört, tritt in den Ruhe- stand. Heuer hat sich die größten Verdienste um die Er- Haltung und Pflege der deutschen Nationalstatte des GoethehauseS erworben.

Jubiläum als Notar. In diesen Tagen kann I Herr Rechtsanwalt und Notar Justus Rang in I Fulda sein Notariatsjubiläum begehen. Seit 25 I Jahren übt er das Notariat aus.

- Silberhochzeit. Das Fest der silbernen Hoch« zeit feiern morgen, Samstag, die Eheleute Maler I und Lackierer Emil P ritz er und Frau Rosa geb. Hohmann.

Vom hessischen Fürstenhaus. Wie aus Rom I gemeldet wird, findet die Vermählung der könig­lichen Prinzessin Mafalda mit dem Prinzen Phi­lipp von Hessen voraussichtlich am 23. September 1 start. Wie wir hören, wird das junge Paar vor- I aussichtlich auch das dem Landgrafenhause ge­hörige Schloß Adolphseck bei Fulda, das mit dem Tode der Großmutter des Prinzen, der Frau Landgräfin Llnna, verwaist ist, zestweilig zum Aufenthalt wählen.

Schutz dos Stadtbildes. Aus Koburg wird gemeldet: Die extravaganten Neigungen, die in den Häuseranstrichen usw. neuerdings hier zutage treten, .haben den Stadtrat zum Erlaß einer Polizei­verordnung veranlaßt, wonach zum Schutze des Stadtbildes und der Umgebung gegen Ver- fchanbelung das Baugewerbe und die verwandten Berufe an bestimmt Vorschriften gebunden sind, auch hinsichtlich der Häuseranstriche, Bemalung und dergleichen. So begrüßenswert die Farbenfreudigkeit im Häuseranstrich an sich ist, so notwendig ist es, daß Mißbräuche der Farbe auf diesem Gebiet unter- bur.ben werden. Was nach obiger Meldung in Koburg nötig wurde, ist auch anderwärts nicht überflüssig.

Die Kropsbekämpsung durch Jodkuren. Wie #öir in Ergänzung des Aufsätze? über Kropf und Kkropfverhutung mitteiien können, hat sich in den setzten Jahren auch bei zahlreichen Schulkindern der Stadt und des Kreises Fulda Anlage zur Kropfbildung in beträchtlichem Umfang gezeigt. Sowohl von der Stadtverwaltung al8 von der Kreisverwaltung sind im Einvernehmen mit )en Schulleitungen Schritte erfaßt, um auch hier vorbeugende Iobkuren bei den Schultinbern durch- tzuftihren, selbstver stündlich nur im Einverständnis mit den Eltern der Kinder. Es ist anzunehmen, daß aufgrund der hier veröffentlichten Ausführungen über Kropfbildung unb ihre Verhütung eine all­gemeine Durchführung der vorbeugenden Jodkur sich in Kürze ermöglichen lassen wirb, was im Interesse der Volksgefundheit sehr zu begrüßen wäre.

Tie Rettungsmedaille. Wie seineczeit mit­geteilt, bot das preußische Staotsministerium am 9. Juni 1925 beschlossen, die Verleihung der Rettungs- mebaille am Banbe unb der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr wieder aufznnebm°n, und zwar auch für zurückliegende Nutungstaten. Das preußische Ministerium des Innern wurde mit der Durchführung des Beschlusses beauftragt. Ter Minister des Innern gibt nun in einem Rnnderlaß an die Regierungspräsidenten die Ausführungs­bestimmungen bekannt. Der Erlaß regelt im einzelnen die'Vorschriften, nach denen die amtliche Ermittlung zu erfolgen hat. Eine Aussetzung des Antrages auf Verleihung der Rettungsmedaille an jugendliche Personen bis zu ihrem Eintritt in eine fest ständige Lebensstellung siebt nur dem Staals- vmrsteri in zu Es ist daher auch in wichen Fällen Li mittelbar nach Feststellung des Tatbestandes an

Jnnet'mistcr'um zu berichten. Die Erinnerungs- .Mkdoille für Rettung us Gefahr oelangt gleichfalls nur zur Verleihung, warn der Reitende bei dem Retwrgswerk selbst in Lebensgefahr, jedoch in minder 'thebliche" als die Verleihung der Rettungsmedaille iQin Bunoe sie vorcu sfetzt, sich befunden hat. Auf iyre Verleihung ist das Lebensalter des Retters, leine Würdigkeit voransgesetzt, ohne Einfluß. Die Ciinnernnasmedaille wird als endgültige Anerkennung pcr'iehen, nicht etwa als vorläufige Auszeichnung mck der Anwartschaft auf Verleihung der Rettungs- mcbaiUe am Lande. Bei Schülern unb Schülerinnen /it Ne Aushändigung der Erinnerungsmedaille oder «te Mvt'eUung über die von der Staatsregierung tr.groiyitiie Aussetzung der Verleihung der Rettungs- <neb-.ille nach Vollendung des 18. Lebensjahres 4T.b Erreichung einer selbständigen Lebensstellung 'f-xe die vorläufige Belobigung im Namen des tztacitsmiiisteriums stets durch Vermittlung der be- Messenden SHulen zu geschehen. Anträge auf Ver-

* Ein vollkommener Bürgermeister. Eine Braun­schweiger Zeitung meldet 'aus Schöppenstedt: Ein tüchtiger Schwimmer und Sportsfreund ist unser Bürgermeister Baron. Bei Eröffnung der hier neuerbaüten Badeanstalt sprang er nach seiner amtlichen Eröffnungsrede, gleichsam um die Be­deutung seiner Worte über die Notwendigkeit des Badens für die Förderung der Gesundheit zu unter­streichen, in voller Bekleidung, im Frack, mitvollendetem und schneidigem Kopfsprung ins Wasser, nm als Erster das Becken zu durchschwimmen. Ganz Schöppen- ftedt ist stolz auf diese Art amtlicher Eröffnung; seiner Badeanstalt durch seinen schwimmkundiger' Bürgermeister.

* Russisches Kinderelend. Die besondere Kom-i Mission, die vor einiger Zeit beauftragt worden war/ neue durchgreifende Maßnahmen zur Bekamp- fnng des Landstreichertums der obdach­losen und verwahrlosten Kinder vorzu-; schlagen, hat dem Rat der Volkskommissare jetzt den Entwurf dreier Dekrete vorgelegt, durch welche Maß- regeln dieser Art durchgeführt werden sollen. In; dem diesem Entwurf beigefügten Bericht wird mit-i geteilt daß auf dem Gebiet des europäischen Nuß» land sich in beit Kinderheimen 200 000 Kinder be­finden, von denen 25 Prozent aber siod als 14 Jahre. Die Kommission ist dec Ansicht, daß die Wiedereinfügung der verwahrlosten Kinder in ba§; normale Sehen nur unter der Voraussetzung erfojgett kann, daß man sie an regelmäßige Arbeit gewohnt. Die'em Gesichtspunkt entsprechend soll das erste der vorgeschlagenen Dekrete die Unterbringung der Zög­linge der Kinderheime in Bauernfamilien auf dem Sande verfügen, wo sie die landwirtschaftlichen Ar­beiten erlernen sollen; durch ein zweites Dekret wird denjenigen Bauern, welche Kinder aufnehmen, Steuerfreiheit für die ihnen zugeteilten Sandstücke zugefichert; ein drittes Dekret soll die Maßnahmen vorschreiben, durch welche eine andere Gruppe der Zöglinge der Kinderheime für die spätere Verwen­dung bet Jndustriearbeilen vorbereitet werden soll. In den Beratunoen der Volkskommissare über dieses Projekt führte Rhkow ans, daß b;e Dekrete zwar angenommen werden könnten, daß aber dadurch nur ein Teil des Problems der obdachlosen Kinder gelöst werde. Der Sowjetregierung bleibe immerhin noch die schwere Aufgabe, den Weg zu finden, der zu einem völligen Aushören der Obdachlosigkeit und Landstreicherei jugendlicher Elemente führen würde.

* Wie bändigt man Dauerredner? In allen Parlamenten der Welt wirb entsetzlich gern unb viel a°redet. Ein französischer Gelehrter, der auch Inner- afrika durchforschte, macht in einer Pariser Zeitung auf eine Methode aufmerksam, die ein Volksstamm am mittleren Kongo anwendet, um allzu geschwätzige Politiker" zur Raison zu bringen. Er meint, die Methode eigne sich trefflich, in die Geschäftsordnung der europäischen Körperschaften aufgenommen zu werden. Die Methode besteht darin, daß jedes Mitglied des Stammes, das in der Volksversammlung reden will, verpflichtet ist, nur ans einem Beine stehend, die Rede zu halten. Da das niemand lange aushalten kann, so sind auch dte Reden nur kuiz und bündig. _________ ___

* Ter Tob an dcr BlümliSalP. Am Westhang der Vlümlisalp stürzten iwei Touristen ein Herr und eine Dame, ab. Zwei Rettungs-Expeditionen konnten nur noch die Leichen bergen. Der Herr stammt aus Bern, die Dame ans Snzern. Sie waren ohne Führer ausgebrochen.

* Ein Bankkrach in Nom. Der Eredilo Satino in Rom und Mailand hat s-me Zahlnnaen ein­gestellt und UM Einleituna des Kon ursversaoren ersucht. Die Krise des Dankinstttu!S tonb auf Harte Abhebungen -ngeführt. Die -Laut bietet den Gläubigern 40 Prozent.

* Kamps mit Schmugglern. Eine Havasnieldung aus Madrid besagt, daß nach Nachrichten ans San Sebastian die G r e n z s ch ntz w ä ch t e r mit a f f e n-. schmugglern, die die Grenze zu überschrettev versuchten, ein Feuergefecht gehabt haben.

Sus MederhesieN.

= Rotenburg a. d. F. Ein Arbeiter der Domäne Schafhof wurde von einem Bulben an gefallen unb arg zugerichtet, Arbeiter der Gobietfchen Fabrik befreiten schließlich den Bedrängten.

Fritzlar. Vom 1. August ab ist Sandrat Dr. Usinger kommissarisch mit der Verwaltung des Sandrats amtes in Jüterbog (Brandenburg) beauftragt.

= Borken. Auf der Schwalmbrücke zu Gombeth kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Post-Omnibiis und einer aus entgegen« gesetzter Richtung kommenden, mit Pferden bekannten landwirtschaftlichen Maschine. Die Maschine Wurde zum großen Teil zertrümmert, ^er Gespannsührer kam mit leichten Verletzungen davon. _

Heues aus Frankfurt.

= D-Zugdkebe. Vor einigen Tagen wurde einem Ressenden im D-Zug Köln-Mainz-Frankfurt auf dem Hauvibahnhof Mainz durch drei gewerbsmäßige D- Zugsdiebe die Brieftasche g e st o h l e n. Dte Leute verursachten nach der bekannten Methode an der Wa­gentür ein künstliches Gedränge um den Reisenden, der plötzlich bemerkte, daß ein Fremder einem anderen eine Brieftasche zusteckte. Der Reisende saßte sofort nach seiner Brieftasche, sie war verschwunden. Den Frem­den, dem die Brieftasche zugesteckt worden war und der sich eiligst in den Wagen begeben hatte, holte der Be­stohlene ein unb konnte ihn auch festhalten. In diesem Augenblick sah er jedoch die Brieftasche am Boden liegen _ "ber Dieb hatte sie, als er sestgehalten wurde, fallen taffen und mährend der Reisende die Tasche aufhob, entwich ihm der Helfershelfer. Die beiden. anderen Gauner waren inzwischen verschwunden. Die Tater hatten in Bingen den Zug bestiegen und sich Dährend der Fahri in den Gängen aufgehalten. Einer der Drebe trug einen Buckel. Die Hauptstatiönen werden seit die­sem Vorgang wieder schärfer als sonst überwacht.

= Drennmdes Stufe. Mehrere Frankfurter Herren unternahmen Mittwoch vormittag einen Ausflug in die Rühe von Wetzlar und mußten bei Weidenhaufen wegen eines geringen Motordefektes Halt machen. Beim An­lassen des Motors schlug plötzlich eine riesige Stich­flamme heraus und setzte den Wagen in Brand. Die Fahraäste mußten sich von dem Wagen entfernen, da man "eine Explosion des gefüllten Benzinbehalters be­fürchtete. Ein Uebergreifen des Autobrandes auf den nahen Wald konnte verhütet 'werden. Der Kraftwagen verbrannte bis auf die Eisenteile.

Einbruch in ein Jagdhaus. Das Jagdhaus eines Franksurter Kaufmannes im Pfaffenwiesbacher Revier wurde von Einbrechern heimgefucht, die einmal sämt­liche Kleidungsstücke und sonstigen Wertgegenstände Mit­nahmen, bann aber auch im Innern des Gebäudes schwere Verwüstungen anrichteten.

Straßenraub. In der Bleichstraße-Ecke Peterstor wurde Nachts eine Dame von einem Unbekannten ver­folgt, der ihr die Handtasche zu entreißen versuchte. Pas­santen stellten den Räuber, der sich jedoch wieder los ritz. Im aleichen Augenblick zog aber der Bursche einen Re­volver und gab auf seine Verfolger sechs Schüsse ab, von denen einer einen Herrn an der linken Brust traf. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

Dabei wurde ihm der Kopf in fürchterlichster Weise zerschmeitert. Der Tod trat auf der Stelle ein. Ter Verunglückte, der im Aller von vieruiidzwünLü l mi^