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FuldaerZeNung

Anzeiger für die Stabt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakt

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Freitag, 17. Zuli 1925.

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Soziale Spannungen und MWstsnotinl Ruhrgebiet

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Zu der bereits vor einigen Tagen gebrachten Meldung über die erfolgte Betriebsstillegung ver­schiedener Zechenbetriebe der Gelsenkirchener Berg­werks-Aktiengesellschaft erfährt das W. T. B. noch, daß sich die Verwaltung der Gesellschaft infolge der Absatzkrise genötigt sieht, i e einen Hoch­ofen der Gelsenkirchener Werke sowie der Vulkan­hütte in Duisburg außer Betrieb zu setzen, sodaß künftig von neun Hochöfen der Gesellschaft nur noch zwei unter Feuer stehen würden. Auch das Hüstener Werk der Gesellschaft erfuhr eine er­hebliche Einschränkung.

f e r) zur Mandatsniederlegung Folge leiste. Dem Vernehmen nach ist das Verlangen Hitlers nach oem Rücktritt des Gewerberats Menr darauf zu- rückzuftihren, daß die nationalsozialistische Stadt­ratsfraktion bei der letzten Haushaltsberatung mit Den bürgerlichen Parteien für den Gemeindehaus­halt stimmte. .

ist von den Mctallindustriellen abgelehnt worden. Sie beharren auf eine Kürzung der Löhne.

Nicht minder gärt es im Baugewerbe. Die Spitzenlöhne im Baugewerbe liegen um 3040 v. H. höher als in der Metallindustrie. Dies hat die Unternehmer der Metallindustrie veranlaßt, ihre Bauten still zu legen und ihre Kollegen im Baugewerbe zur Herabsetzung der Löhne zu ver­anlassen. Der Versuch hierzu wurde von den Ar­beiterorganisationen mit der Verpflanzung zahl­reicher Arbeitskräften nach anderen Gegenden Oes Reiches beantwortet, in denen infolge der günsti­gen Jahreszeit und der augenblicklichen Hochkon­junktur im Baugewerbe starker Bedarf nach Bau­handwerkern vorhanden ist.

Nur eine schleunige Berständigungsaktion und eine aufrichtige Verständigungsbereitschaft der Ar­beitgeber und Arbeitnehmer im Ruhrgebiet mrb in der Lage sein, die schweren Gefahren von dem industriellen Herz der deutschen Wirtschaft und da­mit von dieser selbst fernzuhalten, die aus der ge­genwärtigen Spannung drohen.

Bei der Gelsenkirchener Bergwerks A. G.

Verantwortlich für die @»riftle!tunn: Dr- Jobanne» Kramer- Anreisen: I. B arreller, Fulda. Rotaiionddruck und Verlag der riilictt Vctiirtn-crttEi in 0>:lda. Fcrnkdrecher Nr- 9.

Monatlicher BerngSvreis: 1.50 Mk.

Von beachtenswerter Seite wird uns geschrie­ben:

Die wirtschaftliche Lage im rheinisch-westfäli- schenJndustriegebiet ist ernft, ihre sozialen Span­nungen sind groß. Während die Absatznot zu Kurzarbeit und Arbeiterentlassungen zwingt, stellt die noch beschäftigte Arbeiterschaft in schwerem Kampf um Lohnerhöhungen.

Am weitesten betroffen von dieser Krise ist der Kohlenbergbau.

Gegenüber dem 1. Januar 1923 sind bis zum 1. Juni von den damaligen Belegschaften entlassen worden: im Landkreis Dortmund 22 Prozent, im Landkreis Hörde 43 Prozent, im Stadtkreis Wit­ten 92 Prozent, im Landkreis Hattingen 52 Pro- zent, im Landkreis Schwelm 97 Prozent, im Land­kreis Bochum 43,4 Prozent der Belegschaft, insge­samt 40 446 Mann. In den nördlichen und no'rll-

Vie Lusterkundung im Kriege.

Die Amerikaner entdecken ein neues photographisches Verfahren.

Aus New Aork wird gemeldet:

Ein neues photographisches Verfahren, das, mit erwartet wird, die gesamte Lufterkundung im Kriege neu gestalten wird, wurde auf dem Gut des Vor­sitzenden des Ausschusses für Militärfragen, Wads« worlh, vorgeführt, wobei die Flieger in einer Ge­samtzeit von neun Minuten Lichtbilder in der Lust aufnahmen, entwickelten und abwarfen. Bei dem neuen Verfahren kommt ein Film zur Ver­wendung, der bei der Entwicklung als positiver Ab­druck erscheint.

Die französische Flottenparade.

Wie Havas mitteilt, nehmen an der Flottenparad« in Cherbourg am Donnerstag das Mittelmeer, geschwader, die Seestreitkräfte des Kanals und der Nordsee sowie die Flötisten des ersten Arrondissements teil.

I * Ans dem Reichsrat. Der Reichsrat stimmn I dem Entwurf einer Verordnung zur Durchführung I der Vorschriften des Steuerüberleitung sge-

> etzes über die Vorauszahlungen auf Ein» kommen» und Körperschaftssteuer zu und genehmigte in erster und zweiter Lesung die Vorlage über die Vereinbarung mit Frankreich über den

| Warenaustausch zwischen Bayern und dem Saar- decken, sowie den Gesetzentwurf über die Konsular­gerichtsbarkeit in Aegypten.

* Reichspräsident Hindenburg sollte nach einer Mitteilung des Berliner Kommunistenblattes: ,Die Welt am Abend' den ehemaligen Berliner Hofpre» btc;et und durch seine wilden Kampfreden gegen Rom und dieUltramontanen" bekannten Liz. Doering zu seinem Prediger im Hauptamt bestellt haben. Wie das amtliche Nachrichtenbüro von zu- ftänbiger Seite erfährt, ist diese Nachricht in aller Teilen frei erfunden.

* Neichstagsabgeordnete und Kraftpost. Dei Haushaltsausschuß des Reichstags beschloß, in i Öen Etat des Reichstags einen Pauschalbetrag ein« zustesten, damit die Reichstagsabgeordneten auch die Kraftfahrzeuglinien der Reichspost unent­geltlich benutzen können.

Aureiaen-BreUe «leinreile (Colonel) lokal 0,15 Goldmart

Englischer Vergarbeiterstreik?

wtb £ o n b 0 n, 16. Juli. (Tel.) Die Morgen- blätter sprechen ihr Bedauern und ihre Besorgnis wegen der Beschlüsse der Bergarbeiter Vertreter aus, sich an der vom Premier-Minister Baldwin ange- kündigken Untersuchung über die Lage nicht zu be­teiligen und auch keine Verhandlungen mit den Grubenbesitzern zu führen, bevor diese nicht ihre Vorschläge zurückgezogen hätten. Die Blätter geben aber der Hoffnung Ausdruck, daß d§ch n.och Verhandlungen zustande kämen.

Lin Notschrei der wirtschaft.

Die Vertreter der Industrie beim Reichskanzlei Der Ruf nach Sparsamkeit. Her mit innere, Verwallungsrcform.

Aus Berlin wird gemeldet:

Der Reichskanzler hat in Gegenwart bei Reichsfinanzministers Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Industrie aus allen Teilen des Reiches empfangen. Die Herren richteten angesichts der allgemeinen Notlage, in der sich die gesamte Wirtschaft befindet, an die Reichsr'egierung die dringende Bitte, an dem neuen Entwurf des Finanzausgleichgesetzes unter allen Umständen festzuhalten und alle anderweitigen Wünsche der Länder lind Gemeinden abzuleh. n e n. Dabei wurden eingehende Darlegungen über die Finanzwirtschaft der Länder und Gemein- den gemacht und auf die Notwendigkeit der Durch­setzung äußerster Sparsamkeit bei Ländern und namentlich bei Gemeinden hingewiesen. Eine durch­greifende innere Verwaltungsreforrp sei dazu außerdem unerläßlich.

Der Lohnlampf in der Aachener Nadelindustrie.

Die Cinigungsverhandlungen zur Schlichtung des Lohnkampfes in der Aachener Nadelindustrie, die auf Einladung des Reichsarbeitsministeriums stattgefunden haben, sind, wie das W. T. B. aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, gescheitert. Damit ist die letzte Möglichkeit einer Schlichtung des Lohnkampfes erschöpft. Donnerstag, dem Kün­digungstermin, ist mit der Aussperrung der Belegschaften der gesamten Nadelindustrie des Be- öirks zu rechnen. Betroffen werden etwa 5 bis 6000 Nadelarbeiter.

Lohnkampf im Saarbergbau.

3n den Hauptverhandlungen zwischen den Derg- arbeiterorganifationen und den Vertretern der Ge­neraldirektion der Saargruben erklärte die Di­rektion, daß der französische Minister unter Würdi­gung der Wirtschaftslage eine Erhöhung der Löhne um fünf Prozent zugesagt habe. Die Organisatio­nen lehnten das Angebot als ungenügend ab. Sie ersuchten die Generaldirektion, den Minister davon zu verständigen, daß die Lage des Saar­gebiets eine Lohnerhöhung rechtfertige. Eine Ant­wort des Ministers ist bis Samstag in Aussicht gestellt worden. Die Direktion erklärte sich ferner bereit, von den für Donnerstag, Freitag und Samstag eingelegten Feierschichten die für Freitag zurückzunehmen. Die Organisationen halten es für I notwendig, daß die Belegschaften das Ende der Ver­handlungen abwarten.

Bei Thyssen.

"tb Hamborn. 16. Juli. (Tel) Bei der August - Thyssen - Hütte haben sich die Absatz­schwierigkeiten so verschlimmert, daß weitere I Betriebsei»schränk«ngen erforderlich sind. B--n der Belegschaft sind 609 Arbeiter z»m 25. Juli gekündigt worden.

Wer diesen schnellen Zerfall der Völkischen Be- I toegung auch in den früheren Hochburgen verstehen | will, braucht nur einmal in eine völkische Versamm- I lung zu gehen, wie sie in der vorigen Woche mit I dem als Hauptagitator der Bewegung bekannten I Reichstagsabgeordneten Major a. D. Henning in I Fulda stattfand. Außer den üblichen antifemifi» I scheu Ausfällen (nach Henning ist auch die Deutsch- | nationale Partei in Gefahr zuoerjuben") und ben im Munde eines hemmungslosen Kämpfers ge- I gen dierömische Gefahr" grotesken Mahnungen an die Katholiken, die päpstlichen Bullen gewissen­hafter zu beobachten, hörte man Darlegungen über wirtschaftliche Probleme, die als verworrene ! Phantasien anzusprechen sind. Sie können nur auf Leute Eindruck machen, die nie Gelegen­heit genommen haben, sich ernsthaft in volkswirt­schaftliche Fragen zu vertiefen. Der Zerfall der völkischen Partei beweist, daß in den Kreisen g e - reif ter Mänr.er die Haltlosigkeit der völkischen Denkrichtung erkannt ist. Aber die Jugend? Es wäre verhängnisvoll, wenn wesentliche Teile un­srer Jugend den haltlosen Theorien der Völki- toen Glauben schenkten. Eine Pflicht führender ötanner der Wirtschaft, der Vertreter von Han­delskammern und ähnlichen Wirtschaftsorganisatio­nen aber ist es, nicht noch in irgend einer Weise ben Anschein zu erwecken, als ob sie die völkische Bewegung mit ihren zwar kuriosen, aber schließlich eines Tages vielleicht folgenschweren Irrlehren über bie Gesetze der wichtigsten wirtschaftlichen Sehen- faktoren, Kapital, Handel, Börse usw. förd" unb stützten. Auf wen rechnen sie als Bun genossen, wenn sie einmal die Geister nicht n los werden können, die sie jetzt vielfach zu r scheinen?

Die Auswertung.

Schlußabstimmung über das Hypothekenaustver- kungsgeseh. Mit 230 gegen 170 Stimmen wird der Kompromißantrag angenommen. Eindrucks- lose Demonstrationen der Völkischen u. Sozialisten.

3n der Reichstagssitzung am Mittwoch ist das erste der bedeutsamen Auf Wertungsgesetze, das Hy­pothekenaufwertungsgesetz, in dritter Lesung verab­schiedet worden. In der Debatte, die der Abstim­mung vorherging, sprach nur noch der deutsch­völkische Henning. Er kündigte die Einleitung einer Volksabstimmung über bie Aufwertungsfra- gen an, was feine Freunde durch Heilrufe bestä- hgten. Eine Volksabstimmung über so verwickelte Fragen, wie die Auswertung lle mit sich bringt, 'st natürlich ein kompletter Unsinn. Nur die S o- Zialdemok raten ließen erklären, daß sie gleichfalls vom Reichspräsidenten Hindenburg erwarteten, er werde einen Volksentscheid in den Aufwertungsfragen herbeiführen. Nach Ableh- nung verschiedener Anträge der Opposition wurde dse Einzelabstimmung vorgenommen, die bie Aufrechterhaltung der Kompromißoorlage durch bte Mehrheit ergab. Vor der Schlußabstimmung über das Hypothekenaufwertungsgesetz entwickelte sich wiederum eine kurze Debatte. In der Schluß- J-VUun g hat der Reichstag mit 230 gegen 1<O Stimmen den Gesetzentwurf über die Hypo­thekenaufwertung in der Kompromißfassung an­genommen.

>n AO biefer Abstimmung wurde die Sitzung um zu Minuten vertagt, um zu einem Antraa der Deutschvölkischen Stellung zu nehmen, der dieÄu s- ! 'etzung der Verkündigung des Gesetzes um zw e i Monate verlangt. Nach Wiederauf- najjme der Sitzung wurde der Antrag auf Ver­schiebung der Verkündigung des Aufwertungs- Gesetzes mit 169 Ja-Stimmen gegen 249 Nein- Stimmen angenommen; es gehört nämlich zur 2In» nal)me eines derartigen Antrages nureinDrit- tel der abgegebenen Stimmen. Der Eventual- antrag der Regierungsparteien, der das Gesetz für j dringlich erklärt, kam sodann zur Abstimmung. I '!.n einfacher Abstimmung erklärte sich die Mehrheit >ur die Dringlichkeit, sodaß der Antrag der Deutsch- I völkischen wirkungslos geworden ist.

Hierauf erklärte der Reichspräsident Loebe: Unfere A u f g abe ist hiermit erledigt. I Präsiden/" b°5 ber Reichsrat und der Reichs- I

Es ist klar, daß die Erwerbslosenfür- f o r g e des Ruhrgebietes durch die hierdurch dro­hende Massenarbeitslosigkeit nicht minder belastet werden wird wie der Haushalt der Gemeinden, der jetzt schon durch den Uebergang der aus der Er- werbslosenfürforge Ausscheidenden in bie allge- meine Fürsorge auf das empfindlichste betroffen ist- Hier kann nur eine schleunige Verpflan­zung der mit der Stillegung bedrohten Arbeiter­schaft der südlichen Zechen nach den nördlichen, noch ergiebigen Gegenden an der Lippe, der Bau von Bergmannssiedlungen dortselbst unb bie recht­zeitige Bereitstellung von Notstandsarbeiten Hilfe bringen. Der Bau der beabsichtigten Schnellbahn Dortmund-Köln könnte gleichfalls jahrelang zahl- s.eiche Arbeiter beschäftigen. Der Bergbau hat der tiefgehenden Beunruhigung, die durch bie fortdau­ernden Stillegungen und Entlassungen im Berg­bau in Arbeiterkreisen entstanden ist, durch bie Einsetzung einer Kommission aus Arbeitgebern und Arbeunehmern, bie jeden Stillegungsfall auf feine Berechtigung nachprufen soll, zu begegnen ver­sucht- Hoffentlich mit Erfolg.

... bcr M e t a ll i n d u st r i e des Ruhrgebietes fangt die Lage an gleichfalls bedrohlich zu werden. Die Kündigungen haben größeren Um­fang angenommen. Von der Friedensbelegfchatt bei Krupp von 42 000 Mann arbeiten heute nur noch 29 000. Die Gelsenkirchner Bergbau A.-G. hat von 6 Hochöfen 3 bereits stillgelegt, ein wei- terer Hochofen soll noch gelöscht werden. Gleicllzei- hg drängt die Metallindustrie auf einen Abbau ter Löhne. Der Schiedsspruch vom 25. Juni, der öen Spitzenlohn um 4 Pf. für bie Stunde erhöhte

westlichen Gebieten, in denen hauptsächlich Fett­kohle gefördert wird, ist die Prozentzahl der Ent- lassenen zwar geringer: sie schwankt zwischen 0,6 Prozent im Stadtkreis Duisburg und 10,3 Prozent im Stadtkreis Bottrop, jedoch beträgt auch dort bie Zahl der entlassenen Bergarbeiter immerhin rund 10 000. Zwischen diesen Extremen liegen die Stadt­kreise Recklinghausen mit 5718 33,7 Prozent, Essen mit 9451 20,4 Prozent und der Landkreis Essen mit 8680 28,4 Prozent Entlassungen. Wäh­rend am 1. Januar b. Js. noch 472 605 Arbeiter im Ruhrbergbau beschäftigt waren, ist ihre Zahl bis zum 1. Juni auf 434 545 zurückgegangen.

Die Stillegungen schreiten noch fort. Es scheint fast, als ob ein weiterer Abbau bis nfin- beftens auf ben Friebensstand b. i. auf rund 410 000 Mann von den Zechen beabsichtigt fei. Jedenfalls beuten bie zahlreichen Anwerbungen von Stillegun­gen unb Einschränkungen beim Reichskomm'issar darauf hin.

Neue Offensive äbö el Krims.

wtb Paris. 16. Juli. (Tel.) Rach ben an, | den einzelnen Frontabschnitten vorliegenden Nach­richten gehl hervor, daß Abd el Krim seinen Druck auf die französische Front verstärkt und die hinter den französischen Linien sich aufhal- kenden bisher neutralen Stämme aufrviegelk. Alle Anzeichen denken darauf hin, daß man in den französisch-marokkanischen Abschnitt vor einer neuen Offensive der Rifleute siehe.. Deren Kampfgeist ist ungebrochen, obwohl ihre Verluste sehr beträchtlich sein sollen. Auch die Re­serven sind Rifleuke und vollkommen intakt.

Französische Truppenverstärkungen.

wtb Paris, 16. Juli. (Tel.) Der Sonderbe richtersiatter desJournal" aus Fez meldet, daß TruppentEsiärkungen in Stärke eines Ar­ni e e k o - 3 aus Frankreich in Marokko er. warte erden.

' Lust-Söldner.

wtb Paris, 16. Juli. (Tel.) Wie dasPetit Journal" berichtet, sollen etwa 10 amerlka- nischeKampfflieger, die während des Krie­ges dem Geschwader. Lafayektes angehörten, er­klärt haben, sie wären bereit, in Marokko au dem Kampf französijcherseils teilzuuehmeu

bat inzwischen bereits das vom 5? .""genommene Hypothekenaufwertungs- 9 1« ^dringlich erklärt.

? '"cht anzunehmen, daß der Reichsprä- ftbent Hindenburg sich weigern wird, das Gesetz in - Am Donnerstag wird die 'ent­scheidende Abstimmung über das zweite Gesetz zur 6« an r«i » . « b (6 11S 8» .

8 ejetz, stattfmden. 9

Das Echo der presse.

Hyvothekenaufwertungs- hn« ffi»rfkrsben btC İ"er, die Entscheidung über für ^m Reichstag und vom Reichsrat

m ° .bangend erklärt wurde, liege nunmehr beim ? £1 $ f P r a ' b e n f e n 6er einen Monat Zeit bnbe, ehe er nach der Verfassung das Gesetz ver- Ä ^nsse. Der Reichspräsident habe es auch in

' x b' ^Ö5 ®efe<5 ^'m Volksentscheid zu brin- L" °der abzuwarten, ob ein Antrag auf Volkseni- Das müsse von einem ^01^0?! ber Stimmenzahl beantragt werben. 9fuFmie ß?9'" nrirft die Frage auf, ob die Aufwertungsgesetze nicht ?u solchen Gesetzen ge- d?mD°I.n7,ch?d El*' eetiieit. Strtitel 73 ber 1 Reichsverfassung besagt, daß u. a. über Abaaben- Xnr Reichspräsident einen Volksentscheid

SnÄ ?05- $(att fommt dem Er- bt? 9h,f?n sei. die Lasten, welche

^r«^959^6 auserlegen. unter die bc-

iun^u'brBn im Sim,C 6er

fte^en, muß natürlich mit einemKörnchen Salz" verstanden werden.

Von öen Skandalen.

Haftentlassung kutiskers.

Die Straftammer hat den Haftbefehl gegen den ehemaligen Generaldirektor der Steinbank, Stutis= fer, aufgrund eines medizinischen Gutachtens, nach bem bei Kutisker Lebensgefahr bestehe unb 011,4) bet weiterem Verbleib in ber Eharite mit der Wiederherstellung feiner Verhandlungsfähigkeit N'cht 3u rechnen se,, aufgehoben. Von der nrlu einer Kaution nahm die Strafkammer Abstand, weil die finanzielle Sage Kutiskers bie Aufbringung größerer Gelbmittel unmöglich mache.

Di- Himmelsbcich-Angelegenhe-k.

Aus Darmstadt wird gemeldet: Der Him- melsbacy-Ausschuß hat eine Entscheidung gefaßt, in cer festgestellt wird, daß bie hessische Regierung an ben Vorgängen unb an ben Holzfällungen reine Schuld trifft, der Firma Himmelsbach bie Zwangslage zugebilligt wird und bie Hohe des Schadens, der dem hessischen Staat ent­standen ist, nicht festgestellt werden kann.

Der Zerfall der völkischen.

Sn ber Vormittagssitzung des Münchener Stadt­rats teilte ber Vorsitzende ber Münchener national­sozialistischen Stabtratssraktion, Gewerberat Meyr in einer Zuschrift mit, daß er den Vorsitz der na­tionalsozialistischen Stodtratsfraktion niedergelegt habe unb um feinen Austritt aus dem Stadtrat nachsuche. Gleichzeitig wurde in der Sitzung ein Schreiben von Dr. Buckley befanntoegeben, daß tzsh die derzeitige n a t i o n a ls o z'i-äl i st i sch e Fraktion im Münchener Stadtrat aufgelöst I habe. In geheimer Sitzung hat der Stadtrat mit allen gegen vier Stimmen der Kommunisten und e.sue Stimme der Nationalsozialisten es als unzu­lässig bezeichnet, daß ein Mitglied des Stadtrats bem Befehl einer außenstehenden Persönlichkeit (ge­nannt wurde in ber Aussprache der Name Hit- 1

* tn^-?ei^fra9 bot. sich in ber Mittwoch-Sitzung in Zweiter Lesung mit dem Gesetz über bie Erricki-

Rentenbank-Krebitanstalt S- K°st,gt Ferner nahm bas Haus von e nem Schriftstück mit 466 000 Unterschriften Kenn7- We%7nbemr.verran9troirb' ba^ den Gemeinben das 9t d,t gegeben werden soll, bie Schankstätten zu L f & ° 0 s e m Der Zweck der Unterschriften ist ^^bneten auf die Notwendigkeit eines Schankstattengesetzes hinzuweisen.

Die öeuische KniWorlno^e.

Wie wir erfahren, wird der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags ben Kusma rügen Ausschuß auf Freitag, ben l7 vormittags einberufen. Die Mni- ^erprafibenten ber Länder finb auf Freitag nach- ütags 5 Uhr nach Berlin eingeiaben worben.

teuK -bec5 Donnerstags wirb Reichskanzler Mer d,e Führer ber Parteien zu ei$ llusfprache über bie beutsche Antwort auf bie St- Meitsnote empfangen. Auch bie Parteiführer -r nemr f e" -unb ber Sozi alb emo. tti» h n 3 b!,e^er Besprechung eingelaöen. J e?'rr "Torwarts" wissen will, ist die Abfen- nmg ber Note für ben Samstag in Aussicht

Dw Veröffentlichung ber Note wirb feigen 1,9 °m SleU5fa9 in Berlin unb Paris er- m ^binett ließ erklären, es habe sich aus onen Entwurf ber Antwort geeinigt. Die B^u6rebattion werde erfolgen, sobalb die Füh- mit bem Auswärtigen Ausschuß des und den Ministerpräsidenten der Lan- kt stattgeiunden habe.

t, ürber bie "Einigung" im Kabinett,

e bem sich Streiemann unb Schiel- gegenüber-