Anzeiger für die Sfabt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Nr. 159
Dienstag, 14< Juli 1925.
* Das Komplott gegen das japanikche Kaiser
um die Verschwörung vom Oktober 1928. Die Ver>
Das Denkmal in Nllenstein
zu
Feststellungen im lsoefle-Nusschuh
getroffen, von der in dem
Ab. des
Im Uebrigen sei von der Front nichts Neues berichten.
stützungspunktreiche Karthago, mit mehr Erfolg führte, als Deutschland im zwairzigsten I-chrhun- dert, und an das seebeherrschende Venedig und Genua des Mittelalters und der Renaissance, welche unumschränkte Herren des Mittelalters waren, welches bis zur Entdeckung Amerikas und Ostindiens die Welt bedeutete.
Bekanntlich hat Mussolini außer dem Prä- siidium des Ministeriums noch die Portefeuilles des Aeußern, des Krieges, auch desjenigen der Marine übernommen, um dort seine marinepolitischen Pläne zur Durchführung zu bringen.
Aehnlich wie seinerzeit Wilhelm H. in Deutschland, sucht er die Pläne der Uebervölkerung, Auswanderung und mangelnden Rohstoffe durch eine großzügige Flottenpolitik zu lösen. Wie Wilhelm H. das Wort prägte, daß Deutschlands Zukunst auf dem Wasser liege, so drückte Mussolini etwas ähnliches in den Worten aus, welche er zur Begrüßung an die auf der Reede von Ostia versammelten italienischen Flotte richtete, als er von dem Meere sprach, daß einst Rom gehörte und Rom wieder- gehören wird.
Er mag wohl an die Seemacht des alten Roms denken, welches den Kampf gegen das England des Altertums, das handeltreibende und kolonien- und
Samstag nachmittag sind nach einer Meldung des Lokalanzeigers die französischen Truppen aus Bochum abgerückt. Zurückgeblieben sind in der Stadt nur die Stäbe und die Militärgerichtshöfe.
hauS. Aus Tokio wird gemeldet: Die Polizei erklärt zu den Meldungen über ein Komplott gegen das kaiserliche ©atrB: Es bandelt sich
auswärtige Angelegenheiten werde Jose Raffael Bustamente übernehmen. Das Land ist ruhig. Der bisherige Präsident und die früheren Minister werden weiter gefangen gehalten.
in denen es u. a. heißt:
Der Haftbefehl gegen Hoefle wurde Staatsanwaltschaft beantragt, ohne daß
Huf dem rechten Flügel.
Die völkischen und die Deulschnationalen.
In eine heftige Fehde sind Völkische und Deutschnationale geraten, und zwar deshalb, weil der Abgeordnete Gräfe auf das heftigste Sturm läuft gegen die Neuorganisation in der „Kreuzzeitung". Dort hat eine Art von Sanierung stattgefunden, welche unter anderem führend von dem bekannten Industriellen R e ch b e r g getätigt wurde. Gräfe wirft den Deutschnationalen nun vor, daß Graf Westarp und seine Freunde die Kreuzzeitung ausgerechnet an den sozialdemokratisch infizierten Wintershall - Konzern des Ausländers Zimdin und des Herrn Rechberg „ausgeliefert" haben und er kündigt an, daß „darüber demnächst noch ausführlich berichtet werde." Es ist immerhin interessant, daß die Kreuzzeitung, die so geschwollen sich als Monopolvertreter einer nationalen Gesinnung betätigt, nun den kapitalistischen Einflüssen einer Gruppe unterliegt, die sie in einer Zeit, als Herr Rechberg auf eigene Faust mit der französischen Regierung ein industrielles Abkommen gr erreichen suchte, mit den schärfsten Mitteln als antinational zu brandmarken suchte.
schwörer wurden kürzlich verhaftet. Der Prozeß gegen sie wird demnächst statifinden.
- ZeppelinfahN zum Nordpol.
Eckener über die gepkanke Zeppelinexpedilion zum Nordpol.
Auf der zur Zeit in Königsberg stattfin- I denden Tagung des Vereins Deutscher I Zeitungsverleger hielt Dr. Eckener einen Vortrag über den gegenwärtigen Stand des Luftschiffwefens. Er gab zunächst feiner Freude Ausdruck, daß ihm an dieser Stelle Gelegenheit geboten werde, vor der Presse seine Pläne zu entwickeln. Eckener streifte dann die gegenwär- I tige Lage der Luftschiffahrt nach dem Versailler I Vertrag und gab einen weiteren Ausblick über die I künftige Entwicklung des Luftverkehrs. Dabei hob I er hervor, daß die Reifen im Luftschiff auf große Entfernungen wesentliche Vorteile gegenüber der Reise im Flugzeug bieten. Wenn man behaupte, daß das Luftschiff an Beedutung gegenüber den Flugzeugen zurückgehe, so sei das durchaus nicht richtig. Troß aller Verbesserungen komme nach seiner Ansicht das Flugzeug nur für Entser- I nungen bis 1500 Kilometer in Frage. Für den I Verkehr über weitere Strecken sei unbedingt das Luftschiff das geeignete Flugzeug. Der Ausspruch, I man fliege im Flugzeug, aber man reife im ßuft- I schiff, sei durchaus zutreffend.
Eckener wandte sich dann der augenblicklich im Vordergrund des Interesses stehenden Frage der Erforsch un g des Nordpols mit Hilfe des Flugzeuges zu und führte etwa aus: Ich bin über» I zeugt, daß es von außerordentlichem Wert für uns I ist, den Beweis zu erbringen, daß das Zeppelin- I luftschiff ein Instrument ist, mi dem Wissenschaft- I liche Probleme gelöst werden können, die auf an- I dere Weise nicht zu lösen sind. Das Ergebnis der I Amundsenexvedition zeigte, daß bei dem heutigen I Stand der Technik die Erreichung des Nordpols I mit Flugzeugen zunächst unüberwindliche Gefahren I in sich schließt. Amundsen hat deshalb seht auch I erwogen, sein Ziel mit Hilfe des Luftschiffs zu I erreichen. Auch nach seiner Ansicht ist das nur unter I Verwendung des Luftschiffs möglich. Die Meinun- I aen. die dahin gehen, als ob das ein sehr großes I Risiko fei, sind nicht zutreffend. Dasjenige, was I am unbequemsten und unter Umständen für die I Luftfahrt etwa gefährlich ist, das sind nur die Wetterstürze, welche durch das Zusammentreffen non heißen und kalten Luftströmunaen entstehen. Die sogenannten Gewitterfronten, Kälteeinbrüche, Sturm, Regen nd Schueebelastung sind für das Luftschiff in feiner heutigen Leistungsfähigkeit eine Kleinigkeit. Wetterstürze, die unter Umständen unbequem fein können, hat man aber auf dem Pol aar nicht ^befürchten, Im Sommer herrscht eine Durchschnittstemveratur, die sich um Null Grad bewegt. Man kann dort etwa so gut und sicher fahren, wie im Spätherbst in Deutschland. Wir können jedenfalls mit Sicherheit sagen, daß man | das. was überhauvt bet einer Nordpolexpedition sich i wissenschaftlich feststellen läßt, durch Luftschiffe erreicht werden kann. Man chann über die Verteilung von Land und Wasser ein abschließendes Urteil gewinnen, man kann feststellen, ob diesseits oder jenseits des Pols noch größere Landkomplexe liegen, man kann ein Urteil über die Waffertiefe gewinnen, man kann schließlich feststellen, ob dort Flachsee oder tiefer Ozean vorhanden ist usw.
Davon ausgehend kann die Wissenschaft wichtige Schlüsse über die Meeresströmungen, die meteorologischen Verhältniffe usw. gewinnen. Man kann über die Luftelektrizität, den Erdmagnetismus, die Erscheinung des Nordlichtes wiffenschaftliche und experimentelle Forschungen anstellen. Das ist ja die Aufgabe der Wissenschaft und des Forfchertums, jede Lücke auszufüllen, die in unserem Wissen noch vorhanden ist. Es muß ohsie Zweifel die Wissenschaft reizen, mittels Luftschiffes diese Fesfftellun- gen zu machen. Eckener führt dann weiter aus, daß ihm neben dieser wissenschaftlichen Schritten auch daran liege, durch eine wissenschaftliche Expedition mittels Lftschiffs den Beweis zu erbringen, daß das Luftschiff ein taugliches Fahrzeug und geeignet fei, dereinst eine große Rolle als völkerverbindendes Verkehrsinftiut zu spielen. Es komme nunmehr zunächst darauf an, die erforderlichen Geldmittel für den Bau eines Zeppelin- luftfchiffs zusammenzubringen. Dazu erbitte er die Mitwirkung der deutschen Presse.
Dem Vorttage Eckeners folgte stürmischer Beifall. Der Vorsitzende Krumhaar dankte Eckener für feine wetroollen Ausführungen und oerstcherute, daß die deutsche Presse die Pläne Eckeners mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittel untere stützen werde. -Xu
verantwortlich sür die Schriltleituna: Dr- JodanNe» Kramer. Anzeigen! I. B arzeller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer ? etieutruckerei in Fulda. Fernlvrecher Rr- 9.
Monatlicher 8«»uaSvr»iS: 1.60 Mk.
* Ter Umsturz in Ecuador. Dos „Journal des Dvbats" gibt aus Quito vom 12. Juli eine Meldung über die revolutionäre Bewegung in Ecuador wieder, wonach der Regierungsausschuß am Montag vervollständigt werden soll. Das Ministerium für
fast ausschließlich Abgeordnete der Opposition. So nahm Dr. Best zu jedem einzelnen Paragraphen kritisch Stellung. Dann trat Vertagung ans Montag ein.
Italienische Flottenpolitik.
Rom, den 11. Juli 1925.
Von unserem besonderen Korrespondenten.
Der Krieg in Marokko.
lieber die militärische Lage an der sranzösischen Marokkofront berichtet Hava? am 12. Juli, der Posten von Posten Kelab am Sleß fei in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli erfolglos von feindlichen Kontingenten, die auf 2000 Mann geschätzt wurden, angegriffen worden. Am Morgen des 11. Juli habe eine französische Gruppe eingegriffen, die Angreifer zurückgeschlagen und die Umgegend des Postens vom Feinde aesäubert. Der Feind sei in die Berge von Urtzag nördlich von Ueraha zurückgewichen, wo die französischen Flugzeuge ihn mit Bombenwürfen verfolgt hätten. Nördlich von Tazza sind zwei französische Detachements, eines von Bab Muridi, das andere von Dar Kaid Medboh vordringend, etwa zehn Kilometer nördlich von Bab Muridi, bei den jüngst augeariffeneu Stammesteifen eingetroffen. Die von den Rifkontinaenten unterstützten nicht unterworfenen Stammesteile hatten erbitterten Widerstand geleistet und dabei schwere Verluste erlitten.
Dom Reichstag.
Im Reichstag wurden am Samstag die
। Aus dem sranzösischen Parlament.
Eaillaux zum Senator gewählt.
In Departement Sarthe wurde int ersten Wahlgang Finanzminister Eaillaux mit 641 gegen 96 Stimmen, die zersplittert waren, zum Senator gewählt.
Zur gleichen Zeit, da Eaillaux gemält wurde, 1)at feine Frau einen schweren Autounfall erlitten. Frau Caillau, die sich in eniem von ihr gesteuerten Automobil nach Mamers begeben wollte, fuhr mit. ihrem Wagen 25 Kilometer von Angers gegen einen Baum. Sie erlitt zahlreiche I Wunden im Gesicht, außerdem eine Verrenkung der rechten Hüfte und einen Knobenbruch. Frau Cail- lau.r wurde in eine Klinik nach Angers gebracht, da eine sofortige Operation für notwendig gehalten wurde. Ihre Verletzungen haben sich trotz ihrer Schwere nicht als lebensgefährlich erroiefen. Frau Eaillaax hat infolge des Unfalls die Besinnung verloren. Als sie sie wieder erlangte, war ihre erste Frage, ob der Finanzminister im ersten Wahlgang zum Senator gewählt worden fei.
Die Sozialisten gegen das Budget.
Die sozialistische Kammerfraktion hat angesichts der Haltung des Finanzausschusses beschlossen, alle Anträge betreffend die Beseitigung der Umsatzsteuer für lebenswichtige Artikel und kleine Betriebe im Plenum wieder einzubringen. Sollte die Zurückstellung der sozialistischen Amendements, also die Beibehaltung der Umsatzsteuer ohne Ausnahme, von der Kammer beschlossen worden, wird die sozialistische Kammerfraktion gegen das Budget stimmen.
Cs zeigt sich, daß die Regierung Painkeve sich immer mehr von den eigentlichen Linksparteien trennt und andere parlamentarische Unterstützung finet.
Der Schluß der Kammersitzung.
wti Paris, 13. Juli. ($el.) Die Kammer hat am Schluffe einer sich bis heute früh sechs Uhr hinzishenden Nachsitzung das Budget mit 421 gegen 151 Stimmen angenommeu. Die Sozialisten haben gegen das Budget gestimmt. Die | Kammer hat daraus ihre Ferien angeteeten «nd wird voraussichtlich erst im November wieder znsammentreten.
*
Die Sozialdemokraten suchen jetzt aufs neue mit Bezugnahme auf Westarps Aeußerung eine au» he apolitische Debatte au erzwinae».
Die Ruhrraunmng.
Der Korrespondent des Reuierschen Büros in Köln hört von maßgebender Seite, daß die Räumung des Ruhrgebiets mehrere Wochen vor dem an gc- kündigten Termin beendet sein wird. Der Korrespondent berichtet weiter, die Behörden in Hattingen, Witten, Bochum, Gelsenkirchen und Recklingshausen seien davon verständigt worden, daß alle in diesen fünf Städten requirierten Gebäude Ende dieser Woche freigegeben würde. In Kaiserslauten seien die Stadtbehörden aufgeforbert worden, hundert Quartiere für französische Offiziere aus dem Ruhrgebiet zur Verfügung zu stellen. Die französische-marokkanische Division, die nach Marokko beordert ist, und eine andere französische Division aus dem Ruhrgebiet sind auf dem Wege nach Frankreich. Die Wirkung der erwähnten Entscheidung wird sein, daß die französischen Kolonialtruppen aus dem Rheinland so gut wie verschwinden.
Lin ernster Wort
Don besonderer Seite wird uns aus dem Reichstag geschrieben:
Der Hoefle-Ansschuß hat zum Abschluß feiner Beratungen eine Reihe von Feststellungen
ftimmungen über die einzelnen Paragraphen Aufwertunasgesetzes weitergeführt. Es sprachen
Die jetzige Lage Italiens ist jedoch durchaus verschieden von der früheren. Italien hat keine Kolonien, die zur Auswanderung reizen oder Italiens Rohstoffbedarf decken könnten, und auch nicht das europäische Hinterland, welches das Glück Venedigs und Genuas und letzthin noch Triests war. Außerdem sitzt England in Malta, Gibraltar und am Suezkanal vor der Türe und Frankreich in Tunis — dem Auswanderungsziel der Süditaliener, von Marokko und Syrien ganz zu schweigen. Also keine großen Aussichten, einen Platz an der Sonne zu erhalten.
Immerhin haben die italienischen Flottenplänc das gute für den europäischen Frieden und auch für Deutschland, das dadurch das unruhige ,Frankreich in Schach gehalten wird, von welchem eine Begünstigung bzw. Schaffung einer jugoslavi- lchen Flotte gefürchtet wird und gegenüber England em neuer Anwalt für die Freiheit der Meere entsteht, welche Deutschlands ständige Forderung war unh tyßihu - ----'
Es ist höchste Zeit, daß das Zentrum ein ernstes Wort an die Deutschnationalen richtet. So gehen die Dinge nicht mehr, daß die Deutschnatto- nalen nach innen und außen immer noch die Oppositionspartei spielen und die Methoden einer unverantwortlichen Opposition weiter anwenden wollen, während sie als stärkste Regierungspartei am stärksten in der Reichsregierung vertreten sind. Es geht nicht an, daß sie nach außenhin den Anschein starker Männer erwecken, während die Politik, die gegenwärtig gemacht wird, e n t sch e i d e n d von ihnen selber beeinflußt und gemacht wird, so daß die Verantwortung der Dinge nach außerchin den anderen, hinter der Regierung ste- tjenben Parteien zugeschoben wird.
Wir müssen den Deutschnationalen auf das Ernsteste sagen, daß wir nicht gewillt sind, in dieser Form Politik machen zu lassen. Das Zentrum hat wirklich den allerbesten Willen bekundet, als es eine Regierung mit ausschlaggebender Beteiligung der Deutschnationalen zustandekommen ließ. Es hat sich tzuch unter großen Opfern seither bemüht, die Re- |ierungsarbeit der Deutschnationalen zu ermöglichen. Wenn aber jetzt der Abgeordnete H e r g t im Reichstag sich hinstellt und in einer demagogischen Form für die durch die Auswertungsgesetze geschaffene Lage die früheren Regierungen und insbesondere das Zentrum verantwortlich macht, dann müssen wir schon sagen, daß etwas derartiges geradezu Unerhört ist. Der Zentrumsredner Dr. S ch e 11 e r bat darum auch sofort dem Abgeordneten Hergt erwidert, daß die Darstellung über die Entwickung 2er Aufwertungsfrage der historischen Wahrheit i n DeinerWeise entspreche. Er hat auch weiter mit Ullem Nachdruck erklärt, daß die Deutschnationalen die Geduld des Zentrums, derjenigen Partei also, die durch ihre Tätigkeit die jetzige Regierung überhaupt ermöglicht, nicht auf eine allzu große Probe sftellen sollen. Und es war eine wohlverdiente Rüge, Die Dr. Schetter dem Abgeordneten Hergt erteilte, als er ihm sehr nachdrücklich in Erinnerung brachte. Daß noch zu einer Zeit, als Herr Hergt auf der Bank I Der Opposition saß, nämlich zur Zeit der Liquidie- | Anläßlich des 5. Gedenktages der Abstimmung in tung des passiven Widerstandes, die damaligen Re- I Ostpreußen sand in Allenstein die Grundsteinlegung yierungsparteien entscheidende Schritte in dieser I des Abstirnmungsdenkmals statt. Nachdem der Leiter wichtigen Angelegenheit unternommen haben. Die I des ostpreußischen Heimatdienstes Marks die Urkunde Deutschnationalen und Herr Hergt vor allem sind I verlesen hatte, vollzog er den ersten Hammerschlag, ks gewesen, die damals alle derartigen Maßnahmen I Als Vertreter der Reichsregierung waren erschienen des Zentrums verhöhnt und verspottet, durchkreuzr I Ministerialdirektor Daumann, der preußische Kultus- und af&ctiert haben. I Minister Becker, der Oberprasident der Rheinprovinz
Es ist ein abstoßendes Komödienspiel, I Fuchs, der Oberpräsident von Ostpreußen Siehr, wenn Herr Hergt mit einem widerlichen Pathos I ferner Oberbürgermeister Zülch, sowie Vertreter der im Reichstage erklärte, daß es den Deutschnationa- I Heimattreuen Vereine. Der Vorsitzende des Heimat- len zu verdanken sei, wenn es überhaupt zu I Dienstes Marks wies in seiner Eröffnungsrede darauf 'einer Aufwertung komme. In stiller, mühseliger, I daß, als am 11. Juli 1920 die Bewohner des allerdings von den Deutschnationalen immer wieder I Abstimmungsgebietes Allenstein 150000 Zettel mit bekämpfter Tätigkeit hat das Zentrum schon lange, der Aufschrift „Ostpreußen" in die Wahlurne ehe die Deutschnationalen daran denken konnten' I kegten, Allenstein vor fremder Knechtschaft für unser ifn der Regierung zu sitzen, sich um die Interessen deutsches Vaterland gerettet worden fei. Zum Ge- Der durch den Weltkrieg und Inflation hervorg-^ru- I °ächtniS dieses Tages solle dieser Stein sich empor- lenen Notlage weiter Schichten des Volkes bemüh:. I r^cn. oI§ ein Mahnmal unserer geliebten Heimat, Das Zentrum wird es nicht dulden, um aus einer , e!n Mahnmal unseres heiligen Vaterlandes und freilich für sie sehr peinlichen, aber von ihnen ja I al§ ein Mr hu mal unseres deutschen Volkstums, selbst verschuldeten Situation herauszukommen, sich ^anderweitig die Sündenböcke suchen. Wir brauchen ßa nur daran zu erinnern, wie ihre Abgeordneten im Reichstag die Flucht ergriffen, als die Vertreter Der Sparerverbände ihnen sehr drastisch ihren Unmut und ihre Empörung über das gebrochene Wahlversprechen zum Ausdruck brachten.
Aber auch in den Fragen d er A u ß e n - P o l i t i t glauben die Deutschnationalen eine Stellung einnehmen zu können, die es ihnen ermöa» licht/vor ihrer Wählerschaft das Gesicht zu wahren, die Verantwortung aber den anderen Parteien zu überlassen. Es ist geradezu unerhört, in welcher Weife beispielsweise der Vorsitzende der Deutsch- nationalen Reichstagsfraktion Graf Westarp gegen die offiziellen Schritte der Regierung, in der feine Partei den stärksten Faktor darstellt, vorgeht. Es ist unerträglich und nach außenhin unmöglich, daß von dieser Seite die Regierungsfraktionen als gar nicht ernst gemeint bezeichnet werden. Was soll denn das Ausland von einem Schritt dec Deutschen Reichsregierung halten, wenn der Führer Der stärksten Regierungspartei in einer derartigen Unverantwortlichen, um nicht zu sagen, frivolen Weife operiert. ,
, Als das Zentrum die jetzige Regierung ermöglichte, hat es zum Ausdruck gebracht, daß es die bestimmte Erwartung hege, daß der Reichskanzler sich nicht von der einen oder anderen Mächtegruppe von der durch das Zentrum bisher erfolgreich geführten außenpolitischen Linie abbrängen lasse. Damals wurde das bitterernste Wort von d e m । wachsendenMißtrauen geprägt. Wie rich- • 2ig diese Stellungnahme war, wie gerechtfertigt ins- i Desondere dieses wachsame Mißtrauen, zeigen die zetzigen Vorgänge, die ein unerhörtes Dop. pelspiel der Deutschnationalen erkennen lassen. Wir von unserer Seite aus haben wahr- hastig in den vergangenen Monaten alles getan, um den Deutschnationalen die Rückkehr von der Opposition zur verantwortlichen Mitarbeit zu er- I leichtern. Wenn es aber in einer derartigen Weise taktiert wird, wie es jetzt die Herren Graf Westarp und Hergt tun, dann ist ein ernstes Wort am Platze, ] daß es so nicht weiter geht. Wir möchten dringend I aussprechen, daß wir die Veranlwortung dafür, I wenn dieses Wort nicht berücksichtigt würde, vor I dem ganzen Volke ab lehnen müßten.
Antrag die vorschriftsmäßigen Angaben über die einen Flucht- oder Kollisionsverdacht begründenden Tatsachen enthalten waren. Die Ausführung der Untersuchungshaft scheint in mehrfacher Hinsicht unverhältnismäßig hart. Das Verhalten der Vertreter der Staatsanwaltschaft läßt in einigen Fällen ruhiges Urteil und Takt vermissen. Die ärztliche Untersuchung und Behandlung Hoefles durch Medizinalrat Thiele war in hohem Grade oberflächlich. Die Ausgabe narkotischer Mittel erfolgte im Untersuchungslazarett unter der Leitung Thieles leichtfertig. Der Ausschuß kommt zu folgende» Schlußfolgerungen: Der Tod Dr. HoefleS ist letzten Endes durch die Einwirkung narkotischer Gifte herbeiaeführt worden. Ein Selbstmord Hoefles bei freier Willensbestimmung sei nicht erwiesen. Zum Tode Hoefles haben beigetragen fein bereits beim Eintritt in die Haft bestehendes Leiden, die Verschlimmerung dieses Leidens während und infolge der Haft durch ungenügende ärztliche und pflegerische Behandlung und Ueberwachnng in der Haft sowie die seelische Einwirkung von Versäumnissen und Härten seilens einzelner amtlicher Personen.
----- Die tschechischen Schulden bei Amerika. Aus Washington wird gemeldet: Die tschecho-slowakische Gesandtschaft wurde verständigt, daß eine amerikanische Kommission bereit ist, eine tschecho-slowakische Mission im September im Anschluß an die entsprechenden Verhandlungen mit der belgischen, italienischen und französischen Mission ui empfangen.
Anieiaen-Prels«: Älehueile (Colonel) lokal 0.16 Goldmari
auswärts 0.20 Gold mark: Reklamerelle lokal 0,60 Soldmark KO TaJifA auswärts 0.80 Goldmark. vfc#« JUIJl
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