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Anzeiger für die Stadf und den Kreis Fulda. Amkliches Kreisblakk.

nr. 150

Zreltag, 3. Zuli 1925

52. Zahrg

25 Jahre Zeppelin-Lustschiffahrt

Ruck nach Link; in Holland.

Der Ausgang der Mahlen zur holländischen Kammer.

wtb Amsterdam. 2. Juli. (Tel.) Die gest­rigen Dahlen zur zweiten holländischen Kammer von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags haben nach den bis Mitternacht vorliegenden Ergebnissen eine ziemlich starke "Verschiebung nach Links ge­bracht. Die Parteien der Regierungs-Koalition (römisch-kakh. Partei, antrrevolutionäre und christ­lich-historische Partei) haben 236 853, die Links­parteien 321 321 und die verschiedenen kleineren Parteien 65 270 Stimmen erhalten. Da diese Zah­len wohl in der Hauptsache das Ergebnis aus gra­sten Städten darstellen, kann das Bild durch die Wahlstimmen der kleinen Bezirke nicht erheblich geändert werden. Soweit bisher bekannt gewor, den, sind die Dahlen ruhig verlaufen.

Am Mittwoch hat der Auswärtige Ausschuß %es Reichstags eine Sitzung abgehalien. Auf der Tagesordnung stand, so besagt der amtliche Bericht, die Verhandlung der S i ch e r h e i t s f r a g e. Von der Reichsregierung waren die Minister Dr. Stresemann, Schiele, Neuhaus und Dr. Frenken Zugegen. Vom Reichsrat die Vertreter Bayerns Dr. Preger, Sachsens Dr. Gradnauer, Württem­bergs Dr. Bosler und andere. Außer den Mit­gliedern und stellvertretenden Mitgliedern, die fast vollzählig erschienen waren, hörte auch der Reichs­tagspräsident Loebe die Verhandlungen an. Der Reichsaußenminister Dr. Stresemann, der von dem Staatssekretär v. Schubert begleitet war, leitete die Verhandlungen mit einigen Worten ein und gab eine ausführliche Darstellung der politischen Situation. Hieran schlossen sich > Ausführungen der Abg. Graf Westarp (Dn.), 'Dr. Breitscheid (Soz.), Dr. Dernburg (Dem.), Graf Lerchenseld (Bayer. Vp.), Dr. Kaas (Ztr.), Stöcker (Komm.) und Graf Re­ue ntlow (Völk.), zu denen der Reichsaußen­minister Dr. Stresemann verschiedentlich das Wort nahm.

Wenn aus diesem farblosen amtlichen Bericht auch nicht zu ersehen ist, so deuten doch Verlaut­barungen an, daß Graf Westarp an Dr Stresemann weitgehend Kritik geübt hat. Die Deutsche Volks­partei, deren Führer Dr. Stresemann ist, hat diese Kritik kommen sehen und deshalb in der schon er­wähnten Parteisitzung sich mit Betonung vor den Führer gestellt. Deshalb wird der Vorgang im Aus­wärtigen Amt als Auftakt lebhafter Auseinan- dersetzungen angesehen. Man nimmt in par­lamentarischen Kreisen an, daß die Deutsche Volks­partei, um die Klärung zu fördern und schnell her- beizuführen, eine Interpellation im Reichstage einbringen wird, in der von der Negierung eine Erklärung von der gesamten, also nicht nur der Außen-, sondern auchderJnnen- I Politik gefordert wird. Es heißt sogar, daß die I Deutsche Volkspartei ein Vertrauensvotum für den Reichsaußenminister zu ver­langen und über dielen Antrag namentlich ab­stimmen zu lassen. Ob und wann es zu dieser gro­ßen politischen Aussprache im Reichstage kommt, steht bisher noch nicht fest.

Berantwortlich lür die SchriitleUung: Dr- Johannes Kramer Ameisen: I- D arzeller, Fulda. Rotanonroruck und «erlas de» Fuldaer V dicubivtitw m Fulda. Ferulvrecker Nr. 9.

Monatlicher BeruaSvreiS: 1.50 Mk.

Deutschnationalcn, bringt unter der Ueberschrift Stresemanns Rettungsversuche einen Brief des R e i ch s i n n e n m i n i st e r s Schiele, der be­weisen soll, daß Minister Schiele keine Kenntnis von dem deutschen Memorandum in der Sicher- heitsfrage gehabt habe. Schiele hat diesen Brief unter dem 25. Mai d. I. an den Hauptgeschäfts- führer der Deutschen Volkspartei, Brüninghaus, gesandt. Er lautet nach dem genannten Blatte:

Sehr geehrter Herr Kollege! Von einem Plauener Parteifreund erhalte ich einen Ausschnitt aus der dorti­gen Zeitung, in dem wörtlich folgendes steht: Wir wer­den von dem Abgeordneten der Deutschen Volkspartei, Admiral Brüninghaus, um Veröffentlichung folgender Erklärung gebeten:lieber das deutsche Memorandum ist zwischen dem Reichskanzler, dem Reichsaußenminister und dem deutschnationalen Kabinettsmitglied, das von seiner Partei als Vertrauensmann für die Fraktion be­zeichnet worden ist, ausführlich verhandelt worden. Da­bei sind gegen den Sicherheitspakt Einwendungen nicht erhoben worden." Ich bemerke hierzu, daß diese An­gabe den Tatsachen nicht entspricht. Ich persönlich bin über das Memorandum nicht unterrichtet worden und kenne auch heute noch nicht den Inhalt desselben. Es ist wohl zweckmäßig, daß wir zwecks Richtigstellung uns recht bald einmal unterhalten. Verbindl. Gruß Schiele.

Die Deutsche Zeitung stellt fest, daß Schiele die erste Kenntnis über den Garantiepakt aus auslän­dischen Zeitungen erhalten, und -daß er erst um den 22. März herum den Reichskanzler Luther ge­fragt habe. Dann habe er Näheres erfahren. Zum Schluß erbebt das deutschnationale Organ die aus­drückliche Forderung,daß der wankende Minister seine eigenmächtige Kühnheit" mit freiwilliger Ab­dankung zahlt. Ob diese von Erfolg sein werden, wird die kommende Aussprache im Reichstag zei­gen. In Zentrumskreisen glaubt man nicht, daß es dem oppositionellen Flügel der Deutschnationa­len gelingen wird, den Abgang Stresemanns zu erzwingen, da doch der überwiegende Teil der Deutschnationalen auf dem Boden- der Regie­rungspolitik steht und besonders auch bei den kommenden wichtigen Entscheidungen Mitwirken muß.

den Ozean ist er heute in ganz Deutschland be­kannt.

Noch zweimal unternahm das Luftschiff im Jahre 1900 Aufstiege, am 17. und 21. Oktober. Das dritte Mal blieb das Flugzeug bereits meh­rere Stunden in der Luft und kehrte zum ersten Mal ohne jeglichen Unfall zurück. Aber noch waren viele technischen Schwierigkeiten zu lösen, hinzu kamen Geldsorgen für den Erfinder und die Schiff- fahrtsgesellschaft. Am 17. Januar 1906 mußte 3 2 die erste Landung auf festem Boden wagen. Es wurde in der darauf folgenden Nacht durch einen Orkan so beschädigt, daß Graf Zeppelin selbst die Zertrümmerung anordnete. Z 3 unternahm 1906 und 1907 nur kleine Probefahrten über dem Bodensee.

Die erste größere Landfahrt in die Schweiz führte am 1. Juli 1908 Z 4 aus. Die Fahrt von 12 Stunden war ein Ereignis, das überall Be- achtung und Bewunderung fand, umsomehr, als das Luftschiff ohne Unfall sicher in den Heimat­hafen zurückgeführt wurde. Am 4. August trat dasselbe Luftschiff eine Rheinfahrt über Basel, Straßburg nach Mainz an, die zunächst glänzend Elies. Auf der Rückfahrt mußte bei Echterdingen (Württemberg) am 5. August wegen eines Ma­schinendefekts Notlandung vorgenommen werden Hier führten Gewittersturm und Erplosion des Gases in wenigen Sekunden die völlige Vernich- tung des Luftschiffes herbei.

Das Unglück von Cchterdingen wurde vom ge­samten deutschen Volke als eigenes Unglück mit­empfunden. Eine nationale Sammlung brachte mehr als 6 Millionen Mark auf. Der' Erfinder und die Luftschiffahrtsgesellschaft waren nunmehr den Geldschwierigkeiten enthoben. Es wurden eine Reihe von Luftschiffen gebaut, die in den folgen- den Jahren glänzende Fahrten ausführten und in gesteigertem Maße von der Lenkbarkeit, Sicherheit und Geschwindigkeit des starren Systems der Luft­schiffe Zeugnis gaben. Der Erfinder, Graf Zeppe- lin, ward der Liebling und Nationalheld des deut­schen Volkes. Witzig, aber wahr schrieb derKlad­deradatsch" damals vom Erfinder:

Wie keinem je zuvor es ist gelungen, Hast duim Flug'" die Herzen dir errungen.

Bon L H. W,

Der Stand der deutsch-französischen Handelsvertrags-Verhandlungen.

wtb Paris, 2. Juli. (Tel.) Wie derMotin" berichtet, wird Handelsminister Chaumet heute der deutschen Handelsoertragsdelegation seine Vor­schläge unterbreiten, die vor Ende der Woche, wie man annimmt, beantwortet werden. DerPetit Parisien" glaubt zu wissen, daß die französische Deleaation heute vormittag eine Note überreicht die 20 Seiten umfasse. Da die deutsche Delegation in ihrer Not fast alle Pläne über den Haufen ge­worfen habe, sei es notwendig, Punkt für Punkt auf jede der deutschen Fordenmgen zu antworten. Die französische Delegation gebe in voller Aufrich­tigkeit ihre letzte Forderung kund .

Die Schwer-Industrien.

wtb Paris. 2 .Zu«. (Tel.) Wie dieJour- nee industrielle" aus Brüssel berichkek. treten die deutschen und französischen Sachverstän- digen für die Ausarbeitung eines Handelsvertra­ges der beiden Schwerindustrien am Freitag zur Erörterung zahlreicher Einzelfragen in Düssel­dorf zusammen. Am Mittwoch findet eine Kon­ferenz in Dcüffel statt zwischen Deutschen. Englän- dern, Franzosen und Luxemburgern, um die Ver­handlungen über die Schaffung eines neuen Schienenkartells forkzuseßen. Auf dieser Konferenz werden die Engländer jedenfalls die In­teressen der Amerikaner vertreten.

Offener Kampf um Dr. Stresemann.

Oie Deutsche Volkspartei will ein Vertrauensvotum für ihren Führer. Vie deutschnationalen Gegner Stresemanns. Klarheit über die außen­politische Linie wird angestrebt.

Die europäische 3nfIation$-lloL

Skeuererhöhungen in Frankreich.

Die französische Kammer hat im weiteren Ver­laufe der Beratungen über das Einnahmebudget für 1925 beschlossen, die Einkommensteuer u m 1 5 P r o z. z u e r h ö h e n, für alle Junggesel­len oder Geschiedenen und für die in kinderloser Ehe Lebenden, die für keine anderen Personen zu sorgen haben und das 30. Jahr überschritten haben, um 2 5 P r o z. Alle Steuerpflichtigen, die aber als 50 Jahre und am 1. Januar des Steuer­jahres zwei Jahre verheiratet sind und deren Ehe bis dahin kinderlos geblieben ist, haben eine Steuererhöhung von 10 Proz. zu bezahlen.

Das Sinken der Lira.

Aus Rom wird gemeldet: Die Lira erlitt an den italienischen Börsen neuerlich einen scharfen Rückgang. Der französische Franken schloß am 30. Juni mit 128 und stieg am 1. Juli auf 130,5, das Pfund von 137 auf 143, der Dollar von 28,3 auf 29,37. Die italienischen Konsols begannen mit 84, sanken auf 82,9 und erholten sich wieder auf 83,3. Die Blätter erörtern die Frage, ob diese Aktion vom A u s l a n d e ausgehe oder durch Va­lutakäufe im Jnlande oder durch politische Gründe verursacht sei. Sie verzeichnen die Meldung, daß im Ministerrat der F i n a n z m i n i st e r de Ste­fan! zurücktreten und Mussolini interimistisch die Finanzverwaltung übernehmen werde.

Im Interesse des internationalen Verkehrs.

Deutschland wieder Mikglied des inkernakionaleo Eisenbahn-Kongresses.

wtb London, 2. Juli. (Tel.) Der hier ta­gende inkernakionale Eisenbahn-Kongreß beschloß. Deutschland wieder als Mikglied aufzu­nehmen. wenn es ein formelles Ersuchen in diesem Sinne stellen sollte. Ein von Rußland elnge- qangenes Ersuchen um Wiederaufnahme ist mit der Biegründung abgelehnk worden, daß die Lage in Rußland, besonders hinsichtlich der Eisenbahn, nicht stabil genug sei, um eine Wiederaufnahme zu rechtfertigen.________________________

* Anklageerhebung gegen Vartets. Im Falle des Regierungsrats Bartels, mit dessen Verhaftung das Verfahren gegen Kntisker begann, ist die Vor- untersuchuna abgeschlossen. Die Anklage wegen passiver Bestechung wurde bereits erhoben.

* Eine Statistik über die Untersuchungshaft. Wie die Blätter erfahren, hat das preußische Justiz­ministerium angeordnet,daß eine genaue Statistik über die Untersuchungshaft ausgenommen wird.

* Die Bevölkerungszahl Bayerns. Nach den vor­läufigen Zusammenstellungen der Reichszählunq vom 16. Juni 1925 beträgt die Bevölkerung in Bayern 7 398 622 Personen, davon 3 556 446 männliche und 3 842 237 weibliche. Das bedeutet gegenüber 1919 eine Zunahme von 343 211 und gegen 1910 eine Zunahme von 516 440 Personen.

* Der HerrKammer,ienral". Hebet den in Berlin wegen schwerer Schwindeleien verhafteten Kommerzienrat Edelmaher werden jetzt allerlei intereffante Einzelheiten bekannt. Edelmaher ist der Typ eines Neureichen und erst 31 Jahre alt. Den Kommerzienratstitel erwarb er sich gegen Stiftung einer erheblichen Summe in Detmold. Das Patent wurde angeblichvom Fürstenvon Lipp e- Detmold zurückdatiert, weil der Freistaat den Titel selber nicht mehr verleiht. Edelmaher stlftete auch der Universität Innsbruck eine Bücherei und erhielt dafür den Ehrendoktor. Eine Haus­suchung bei dem neureichen Kommerzienrat förderte sehwerbelastendes Material gegen Edelmaher zu Tage.

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katholische wett.

- Münchener Rompilgerzüge im Herbst Die Mim- chener Ofsizielle Geschäftsstelle für Rompilgei führten ine schon vier große Sonderzüge durchgeführt hat, wird im Herbst weitere zwei allgemeine Pilgerfahrten der. an statten, die eine vom 25. September b,s 6 Oktober bte andere vom 12. bis 23. Oktober. Das Programm dieser Herbstzüge ist gegenüber jenen der Frühjahrs- zuge bedeurend verbessert worden, insbesondere fallen die Nachtfahrten bis auf eine einzige weg, dafür wird m _ Florenz und Venedig Quartier genommen. Die Ge,amtterlnehmergebühren betragen trotzdem in 3 Klasse nur 230 Mark, in 2. Klasse 340 Mark. Nähere ff mffw snw einzuholen bet derOffiziellen Geschäfts- stelle für Rompilgerfahrten, Abteilung München, Pfand- Hausstraße 1, Telephon 29315"

Asil 2. 3u[i 1900 glückten nach mehrfachen ver­geblichen Versuchen der erste Aufftieq und die erste rl bo3 Appelinluftschiffes über dem Bodenfee. Abends 8 Uhr verließ der starre Schiffskörper die Flughalle auf dem See und kreuzte 17 Minuten lang über dem Wasser mit einer Durchschnitts- geschwindlgkeit von 8 Meter in der Sekunde. Die Leistung war inbezug Fahrtzeit und Geschwindig­keit nur ein kleiner, bescheidener Anfang, aber sie bewies die von vielen Seiten bezweifelte Brauch- barkelt des sogenannten starren Systems der Luft- schlffe.

Bereits für den 1. Juli war der Aufstieg ge­plant gewesen, und zu Tausenden kam die deutsche und schweizerische Bevölkerung der Bodenseebezirke herbeigeströmt zu dem neuartigen Schauspiel. Aber nicht 5 Stunden, wie berechnet, sondern 25 Stunden nahm das Füllen der Ballons in An- fpruch Darum ging der erste Julitaq zur Neige, und das Schiff lag nach wie vor unbeweglich in der Flughalle. Enttäuschung, Zweifel und Kritik fast überall! Wenig Glauben und Vertrauen! Der Berichterstatter derFrankfurter Zeitung" schrieb aus dieser Stimmung heraus an dem Äbend sei- «em Blatt:Das ganze Land wurde in feierlicher Weise zu einem Schauspiel entboten, zu dem, wie sich nn letzten Augenblick herausstellte, nicht einmal die Ouvertüre gespielt werden konnte." Erst am Abend des folgenden Tages kam die schaulustige Menge, soweit sie ausgeharrt hatte, in etwa auf ihre Kosten.

Die gigantische Bedeutung dieser Fahrt für die Zeppelrnluftschiffahrt und für die Luftschiffahrt überhaupt kam sicherlich nur wenigen Zuschauern klar zum Bewußtsein. Die Zeitungen in Deutsch­land nahmen nur geringe Notiz von dem Ereig- 5- In derFrankfurter Zeitung" brachte am ?: xu 1 1900 ein Dr. E. sein Gesamturteil auf die Form:Die Lenkbarkeit ist problematisch." Am folgenden Tage trug in derselben Zeitung, eine furze Mitteilung, die auch mit Dr. E. unterzeichnet w' die Ueberschrift:Viel Lärm um wenig." Sener Dr. E.. der in den Berichten so zurückhal­tend und ohne viel Zutrauen urteilte, war fein anderer als Dr. Eckener, der später ein begeister­ter Anhänger und treuer Mitarbeiter des Grafen Zeppelin wurde. Durch feinen ZeppeNnst"» fiter

Tas Reichsverkehrsministerium hat die Beratung der neuen Note der Botschafterkonferenz über eine weitere Beschränkung der deutschen Luft­fahrt auf breitester Grundlage und unter Heran- ztebunq aller an der deutschen Luftfahrt interessierten Bevolkeriingskreise in Aussicht genommen. Zu btefem Zwecke ist der Beirat für das Luftfahr- wesen für Donnerstag, den 16. ds. MtS., zu einer ©i^ung im Reichsverkehrsministerium einberufen

wtb Rom, 2. Juli. (Tel.) Die Morgenblät- ker widmen ihre Hauplaufmerksamkeik der Ge- samklage.Mesfagero" verlangt, daß der Spe­kulation Einhalt geboten werde. Rur aus Spekulation und Angst suchten die Italiener, hauptsächlich in Turin, mit allen Mitteln die Dol­lars und englischen Pfunde. Aus diesem Grunde sei auch der Dollar über seinen eigentlichen Wert bezahlt. Diese Spekulation müßte wie ein Verbrechen gegen den Staat behandelt werden: die notwendige Staatskontrolle müßte sich nicht nur auf die Käufer, sondern auch auf die Verkäufer erstrecken.

Recklinghausen am 10. Juli frei?

Wie der ,Lokal-AnzeigeF hört, soll das in Reck- ttnghausen stationierte französische Dragoner- Pv.? *men* mitsamt dem Stabe und den Kommando- behorden die Stadt am 10. Juli verlassen. Die Verwaltungsbehörden sollen am Tage darauf folgen.

Deutsches Reich.

* Eine Preußische Gesandtschaft in München. Wie M®"' der btshenge preußische Geschäfts­träger Dr. D en k m München nunmehr rum vreu- ßischen Gesandten in München ernannt worden Dr Denk ist Katholik und gehört der Zentrumsvartei an. Seine korrekte Ausführung in München ist wiederholt lebhaft anerkannt worden. Wenn es ge­lungen ist, die Beziehungen zwischen Preußen und Bayern ganz besonders sorgfältig auszugestalten so 'st das nickt zuletzt auf das Vorgehen des klugen und sachlichen Geschäftsführers Dr. Denk zurückzuführeu.

_ * Zuchthaus für einen völkischen Führer. Der frühere Geschäftsführer des .Völkischen Kuriers^, Ehrensberger, der in einem Veleidtgungsprozeß unter Eid bestritten hatte, ein gegen Hitler gerichtetes -Flugblatt verfaßt zu haben, wurde, nachdem sich die Unrichtigkeit feiner Angaben herausgestellt hatte vom Schwurgericht München wegen dieses und eines anderen Meineids zu 3'/-Jahren Zuchthaus verurterlt.

, * Um die Amnestie. DemB. T." zufolge landen zwychen der Reichsregierung und Vertretern d-» Retchstagsfraktionen Verbandlunaen über j solle ^Erst'egesetzentwurf statt, die fortgesetzt werden

Keine Regierungsumbildung in Preußen.

Verschoben bis zum Wiederzusammentritt des Landtages.

UNS aus dem Preußischen Landtag mmeilt, haben die Bemühungen des Z e n t r u ms, ü°r der Vertagung des Landtags zu einem n F'Uile der Erweiterung der preußischen Regierung zu kommen, zu keinem Erfolge geführt. Es wird deshalb bei der jetzigen Zusammensetzung bleiben, bis der Landtag wieder zusammentntt. Das Interesse an einer raschen Regierungsumbildung ist in der letzten Zeit sowohl de- den Deutschnationalen wie bei der Deutschen Volkspartet stark geschwunden. Die Deutsch- nationalen können sich nicht mehr der negati- D®n Unterstützung der Kommunisten ^reuen und diese Tatsache hat nunmehr auch die Deutsche Volksvartei veranlaßt, hartnäckiger zu werden. Auch außenpolitische Gründe sprechen da­für, daß die. preußische Staatsregierung im jetzi­gen Augenblick tm Amte bleibt, da die sehr wich­tigen Entscheidungen, die demnächst zu treffen sind, und die insbesondere in der Entwaffnungs- frage gerade die Interessen Preußens wegen der Organisation der Schutzpolizei ganz besonders be­rühren, eine stetige und geordnete Basis verlangen.

Ausland.

* Eine internationale Kinematographeukonierenz. Die er fite internationale Kinemaiographenkonferenz, bte auf Empfehlung des Völkerbundes zusammen, treten wird, soll nach einer Havasmeldung am 27. puober und an den kommenden Tagen in Paris stattfinden. Auch Deutschland wird vertreten sein.

chinesischen Wirren. Einer Reutermeldiing aus Peking zufolge war die Proteftverwmmlung der Studenten gegen die Schießereien in Kanton nur schw ach betucht. Nach einer Reutermeldung aus Schanghai verlief die Gedächtnisfeier für die bei den Unruhen Getöteten ruhig. Der Schiffahrtsstreik und die Boykottbewegung zeigen noch keine Abschwä- chung. _____________

Wirtschaftliche Kampfbewegungen.

h = c.ageschlesischen Bergbau. Der Arbeitge- nhfi*pba-ns m a-ber oberschlesischen Montanindustrie be- ?k-'cht-gt. den Tarifvertrag wegen der schwierigen wirt- tiae öu kundigen, um eine zehnprozen-

tioe Lohnherabsetzung zu erreichen.

Trotz des Beschluffes der Deutschen Volkspar­tei sprechen dis Oppositionellen der Deutschnatio­nalen Volkspartei weiter von derGegenströmung" gegen den Reichsaußenminister in seiner eige­nen Partei. Die Deutsche Zeitung (Nr. 302), ölunH ctl5 Sparchrohr der oppositionellen Gruppe der worden.