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FuldaerZertung

Nr. 120.

Anzeiger für die Stabt und den kreis Fulda.

Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr- IobanneS Kramer.

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Monatlicher BerugrvreiS: 1.50 Ml.

Dienstag» 26. Mal 1925.

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52. Zahrg.

Wohin geht der Weg her ZeWen Volkspartei? 1500 Zapaaer hurch Erdbeben umgekommen.

Große Vertrauenskundgebungen für Dr. Stresemann

Rüstungswahnsinn in Polen

;enbe Nachkommen»

Deutschland geht auf dem Gebiete des Ge- burtenr-ickganges den Weg Frankreichs. Professor Dr. Andreas Thomsen hat vor einiger Zeit ein im BoigtlSnder Verlag in Leipzig erschienenes Büchlein herausgegeben, das den Titel trägt:Der Völker Vergehen und Werden. In 12. Stunde! Geburtenrückgang, der Mörder der Völker!" Nur

* Auf dem Rennplatz in Hannover erschien am Sonntag Reichspräsident von Hindenburg, der für eine Woche Berlin verlassen hat. Er em­pfing die Preisträger der Rennen in seiner Soge und überreichte ihnen die Preise und Ehrenpreise, Dar Hindenburg-Jagdrennen wurde wie W.T.B. meldet, von den beteiligten Offizieren der alten Armee in ihren Friedensunisormev geritten.

schäft sorgte, befindet sich auf dem Wege des Ab­stiegs und selbst kein gewomnnener Krieg vermag, es auf die Dauer zu retten. Das Uebel, keine oder höchstens zwei Kinder aufziehen zu wollen, ist vor» den höheren Ständen ins Volk hineingetrageir worden. Rühmliche Ausnahmen gibt es natürlich^ noch überall. Im Kinderproblem aber liegt di» deutsche Schicksalsfrage. Deshalb muß der Reichstag sowohl auf steuerlichem wie auf sozialem Gebiet den kinderreichen Familien im-

Minister und Abgeordnete geben also in Polen zu, daß Polen sich mit allen Mitteln auf den Krieg vorbereitet. Und das geschicht im Zeitalter und im Namen derAbrüstung"!

irrer mehr entgegenkommen. Je mehr gesunde Kinder eine Familie dem Staate zur Verfügung stellt und aus eigener Kraft großzieht, desto besser ist es um die Zukunft unseres Volkes bestellt. Ein Volk mit starkem Nachwuchs hat eine Zukunft; es gehört zu den k o m m en d e n Völkern! Ein Volk mit geringem Nachwuchs stirbt ab und keine Technik und keine Wissenschaft vermag es auf die Dauer zu retten. Deshalb muß den bevölkerungs­politischen Gesichtspunkten sowohl in der S t e u e r< gesetzgebung wie bei der Demeflung der Se»| amtengehölter und Arbeiterlöhne, desgleichen bei der Rentenreichung immer mehr Beachtung geschenkt werden. Die kinder­reichen Familien retten den Staat und die Zu­kunft unseres Volkes und deshalb gehören sie gschätzt und durch den Gesetzgeber unterstützte

Eine Reutermeldung aus Osaka besagt, daß Tokio und Pokohama von dem Erdbeben

gramm an den Reichstag wurde die Ablehnung der Handelsvertrags im Namen der gesamten Winzer vom Rhein und seinen Nebenflüssen

I mit innerer Erschütterung kann man dieses Buch | lesen. Babylonier, Phönizier, Perser und viele I andere Völker, bis herab zu den Griechen und | Römern, sind durch den Geburtenrückgang a u s- I getilgt worden. Auch dir modernen Völker einschließlich des deutschen Volkes sind dem I Untergänge geweiht, wenn sie mit diesem Uebel I nicht fertig zu werden verstehen. In den ©teuer- I ausschuß des Reichstags gehört deshalb das Thom» I sen'sche Buch! Thomsen hat recht »wenn er die | folgenden Leitsätze seiner Abhandlung vorausschickt:

1) Was hälfe es einem Staate, wenn er dis I ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden I an feinem Volke?

2) Gibt es für einen weitschauenden Politiker | eine schönere und zugleich wichtigere Aufgabe, als I die Natur daran zu hindern, die von ihr I geschaffenen Edelvölker wieder untergehen zu lassen?

Es ist unverkennbar, daß die mißliche Lage I weiter Volkskreise (Arbeitslosigkeit, schlechte Löhne, I Wohnungsnot und dergleichen Gründe Mehr) ge- I burteneinschränkend wirkt. Daß diese sozialen Be- I lange jedoch nicht allein oder immer a u s- I schlaggebend die Höhe der Kinderzahl zu be- I einflußen vermögen, ist aber ebenso richtig, sonst I müßten ja die reichen Leute viel mehr Kinder | haben. Trotzdem ist es ein Gebot sozialer Gerech. tigteit, den kinderreichen Familien auf ttenkx-

wesen fei wie das große Erdbeben im September 1923.

Aus Toyooka wird gemeldet, daß Taufende ohne Unterkunft seien. Der Einsturz von Mädchenschu­len hat zahlreiche Unfälle herbeigeführt. 200 Per­sonen sind tot. Auf 400 werden die Verletzten ge­schätzt. In der Stadt Kinosaki entstand nach dem Erdbeben Feuer, das eine wilde Flucht der ver­ängstigten Menschen herbeiführte und Hunderte von Unglücksfällen zur Folge hatte. Nur eine Million Pen ist durch Versicherung gedeckt. Der Landwirt­schaft ist ungeheurer Schaden zugefügt worden.

Nach der letzten Meldung aus Osaka ist das Erd­bebengebiet 25 Quadratmeilen groß. Die V e r - luste werden auf 1500 Menschenleben, die an Material auf 70 Millionen Ben geschätzt.

Die zerstörten Badeorte.

wtb'. Oj ak a. 24. Mai. (Tel ). Das Feuer in Toyoika und Kinosaki ist erloschen, aber beide Orte zeigen ein trostloses Bild der Zerstörung. Sach- verständige erklären, daß keine weitere Ge­fahr bestehe. Die Flüchtlinge von den Dade- plähen an den heißen Quellen in kinosaki teilen mit, dort seien dieCrdstößesostark gewesen, al» an irgend einer anderen Stelle. Beinahe alle Hotel» seinen bei den ersten Stößen eingestürzt. Eine große Zahl von den Gästen feien sofort an dem erstickenden Qualm zusammengebrochen. An den Eisenbahnstationen vor kinosaki fanden zahl­reiche Reisende den Tod, darunter auch ein auf der Hochzeitsreise befindliches junges Paar. Ve- amke in kinosaki erklärten, daß die Ansprüche an die Versicherungsgesellschaft in kinosaki allein 10 Millionen Pen betragen werden.

Dom Kriegsschauplatz.

Die Rijskabylenverstärken den Druck".

"tb Paris, 28. Mai. (Tel.) Die Lage ist an allen Frontabschnitten im allgemeinen ruhig. Die Risfleute beschränken sich darauf, ihre Stellungen zu verstärken und Reserven heranzusühren, was an einigen Stellen zur Verstärkung des gegnerischen Druckes ge- füfct hat. ___

Präsident dooliöge erkrankt.

Aus Washington wird gemeldet: Eoolidge ist durch eine Unpäßlichkeit verhindert, die von ihm übernommenen Verpflichtungen einzuhalten.

Nach einer Reutermeldung aus Washington hat die Regierung der Vereinigten Staaten Schritte unternommen, um nicht nur die von den euro­päischen Regierungen geschuldeten Kriegs­schulden, sondern auch die nach dem Waffenstill- stand auf genommenen Wiederaufbau- an le ich e n eiyzufcrderp.

Am Samstag vormittag 11 Uhr wurden die ja­panischen Städte Osaka, Kobe und Kioto von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht. Zahl­reiche große Geschäftshäuser wurden beschädigt. Viele kleinere Gebäude stürzten in sich zusammen. Es wird behauptet, daß dies das größte Erdbeben in dieser Gegend seit 30 Jahren gewesen ist. In den betroffenen Städten herrscht die wildeste Ver­wirrung. Alle Menschen halten sich aus Furcht, die Gebäude zu betreten und bei einem neuen Erd­stoß unter ihren Trümmern begraben zu werden, in den Straßen auf. Soweit sich bisher übersehen läßt, ist der größte Schaden im Seehafen Toyota in der Provinz Tango angerichtet worden. Die Stadt selbst steht in Brand und bildet, wie weitere Be­richte besagen, ein einziges Feuermeer. Die Be­völkerung von etwa 10 000 Menschen befindet sich in voller Flucht. Ein in Tonoka erwarteter Eisen­bahnzug ist ausgeblieben. Es wird angenommen, daß er im Afchiya-Tunnel, der durch die starken Erdstöße einstürzte, begraben wurde. Das Silber­bergwerk Ikuno, das größte in ganz Japan, hat durch den Einsturz mehrerer Stollen schwere Be­schädigungen erlitten. .

* Die Beisetzung Frenchs. Aus Paris wird gemeldet: Marschall Jofsre wird, von einer Truppenabteilung begleitet, sich am Montag nach JoonboH- begeben, um bei den Beisetzungsfeierlich, fttten für Marschall Frerich am 26. Mai die fran- iofische Armee zu vertreten.

* Protest gegen den deutsch-spanischen Handels- r^trag., Der Hessische Bauernverein veranstaliete m Mainz eine große Kundgebung des miltelrhei- «rschen Weinbaugebiets gegen den deutsch.spa- Aschen Handelsvertrag. Das Referat hielt ^richstcwSabüeordneter Kgr-i-Köln. tzMm Test-.

Die Landtagrrvahl in Oldenburg.

Zentrum behauptet seine Mandate trotz her- obtehung der Abgeordnetenzahl von 48 auf 39. Mehrheit der bisherigen Regierungskoalition.

Am Sonntag fanden im Lande Oldenburg, in Lübeck und Bttckenfeld Landtagswahlen statt. Nach dem vorliegenden Stimmenergebnis wird sich der neue oldenburgifcheLand- lag wie folgt zusammenfetzen: Zentrum 10 (bisher 10), Landesblock 14 (14), kein Kommunist (2), 9 Sozialdemokraten (12), 5 Demokraten (9), 1 Völkischer (1). Gewählt wurden 39 Abgeord­nete gegen bisher 48. 15 Reichsparteiler ifretien 24 Abgeordneten der bisherigen Koalitions­parteien gegenüber.

Regierung sind die inneren Verhältnisse konsoli- diert worden. Die Wahl Hindenburgs hat sich nach derselben Richtung ausgewirkt. Ich begrüße diese Konsolidierung der verfassungsmäßigen Grund­lage unseres Staatslebens. Wir dürfen und wollen keine Verfassungskämpfe über die Staatsform führen. Für uns handelt es sich um unsere Behauptung nach außen; dem hat sich alles andere unterzuordnen (stürmischer Beifall). Strefemann ging dann auf die Fragen der äußeren Politik ein. Daß wir die Dawes- g e s e tz e angenommen haben, hätte sich als richtig erwiesen. Wenn wir die Unsicherheit unserer Ver- hältnisse im Herbst 1923 mit unserer heutigen Lage verglichen, so ergeben sich die unbestreitbare Tat­sache, daß die wirtschaftliche Befestigung sich durchgesetzt habe. Wer den Weg, den wir zur Erreichung dieses Zieles gegangen sind, ab« lehnt, der hat die Pflicht, uns einen anderen Weg vorzuschlagen; sonst hat seine Kritik keinen Zweck und keine Berechtigung. (Lebhafte Zustim- mung).

Der Zentralvorstand der Deutschen Bolt spartet tagte in Berlin. Er nahm ein­mütig eine Entschli eßung an, in der er es als eine Aufgabe der Partei bezeichnet, Hüterin der liberalen Tradition der alten Nationalliberalen Parteizu fein. Nie­mals werde die Deutsche Dolkspartei die natio­nalen Ideen, die einst Bennigsen und niemals die sozialen Ideen, die Baff ermann im Liberalismus zur Geltung brachte, untreu werden. Wir begrüßen «scheißt es weiter, wenn die Gedanken des Liberalis­mus wieder einer vertieften wissenschaftlichen Erör­terung zugeführt werden, lehnen aber eine Beteili­gung anVereinigungenchie eine eigeneParteidildung anstreben oder vermöge ihrer organisatorischen Einrichtungen zu einer solchen führen müssen, ent­schieden ab.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann, der 1. Vorsitzende der Deutschen Volkspartei, fragte in einer großen Rede, die er hielt: Wohin geht der Weg? Es gibt für uns nur den Weg, den die deutsche Äolkspartei bisher ge­gangen ift Es gibt für uns weder eine Anlehnung an eine Linksgruppierung, noch eine Reichsblock- polttik. (Stürmische Zustimmung). Wenn irgend eine Partei keine Veranlassung hat, etwas von ihrer Selbständigkeit aufzugeben, dann ist es die Deutsche Volkspartei. Die Politik im Reiche ist beeinflußt von den Gedanken, die von der Deutschen Volkspartei (vorher aber schon vom Zentrum! Die Red.) seit Jahren ver­treten worden sind. (Lebhafte Zustimmung). Die Polttik, die die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei feit ihrer Resolution vom 15. Januar 1923 verfolgt, bedeutet nicht die grundsätzliche Aus­schließung der Sozialdemokratie. Sie ist lediglich davon ausgegangen, daß für das Reich die Zu­sammenfassung der bürgerlichen Kräfte das Ge­gebene fei. Dieses Ziel hat die Reichstagsfraktion unter mannigfachen Schwierigkeiten verfolgt. Durch die Beteiligung der Deutfchnationalen an der |

kichern Gebiete enigegenzukommen und ihnen überall dort Erleichterungen zu schaffen, wo ohne zu großen Derwaltungsaufwand solches möglich und durchführbar ist. Das kann und muß bei der Lohn- und der Einkommensteuergesetzgebung ge­schehen. Kinder kosten Geld. Wer eine Schar Kinder zu ernähren, zu kleiden und zu erziehen hat, muß manche und oft schwere Opfer persön­licher Art bringen. Es genügt nicht, nur Mut­tertage zu halten, Wohltätigkeitsveranstaltun» gcn durchzuführen und den Blumenverkauf auf den Straßen zu Ehren der Mütter zu bewerkstel- figen. Die Stadt Gladbeck in Westfalen Hai am 15. März 1925 132 Mütter mit 1386 lebenden Kindern dadurch geehrt, daß sie diese Mütter aufs Rathaus kommen ließ, um ihnen dort feierlich eine Ehrengabe zu überreichen. Der deut­sche Reichstag kann auch den kinderreichen Müttern eine Ehrengabe dadurch gewähren, dah der beantragte steuerliche Nachlaß (1 Prozent bet einem Kinde, 2 Prozent für jedes weitere Kind) neben dem existenzfreien Minimum von 80 Mark monatlich in die Steuergesetzgebung ausgenommen wird. Der Mutter gebührt für ihr Lebensopfer nicht WohkM, sie hat an uns einzelne wie an die Gesamtheit des Volkes ein Anrecht auf bil­lige Rücksichtnahme! Und der Vater, der im har­ten Kampf des Lebens steht, soll wissen, daß ihm seiner Kinder wegen nicht der gleich hohe Steuer­abzug vom Lohn gemacht wird und daß sein steuer­freies Existenzminimum ein wesentlich höheres istz wie dasjenige eines ledigen oder kinderlosen Man» nes.

Ein Volk, das immer mehr unb_ jahrzehnte­lang hindurch für nicht genüg, schäft sorgte, befindet sich auf d

Kinderreiche Familien und Steuergesetzgebung

Von Abgeordneten Anbre-Stuttgart.

A>-r?err^e5cl*®e.r V^rag hat ein merkwürdiges StIÖ geschaffen: inmitten Europas ein nahezu waf- fen- und wehrloses Volk, Deutschland, an fernen Grenzen bis an die Zähne bewaffnete mit ouen modernen Kriegsmitteln ausgerüstete Völker und Staaten. Es ist merkwürdig, daß das ent­waffnete Deutschland seinen Nachbarn anscheinend immer noch Furcht einflößt! Tagtäglich hören wir von der Vermehrung der Kriegsrüstungen un- fern Nachbarn. Es ist bekannt, daß Frankreich frute ber größte Militärstaat Europas ist. Aber nicht Frankreich allein rüstet, sondern auch die klei- nen an der Ost- und Südostgrenze Deutschlands nach dem Zusammenbruch von 1918 entstandenen Staaten,

bedrohlich und auffallend sind zur- zeit die Rüstungen Polens. Man hatte bis- her wenig genaue Angaben über den Stand des polnischen Rüstungswesens: Jetzt hat die große Militardebatte im Polnischen Sejm den Schleier von dem polnischen Rüstungsstand gezogen. Wir ent- nehmen den Mitteilungen der verschiedenen Debatte- reoner interessante Momente:

Rein zahlenmäßig ist die polnische Armee er- heblich verstärkt worden. Ein Abgeordneter wies mtt großer Genugjtuung darauf hin:Wir haben Elügend Rekruten. In den Jahren 1923 und 24 die Zahl der gemusterten den militärischen Be-

T ton viele Zchntausend überschritten".

Di« Kriegsindustrie ist im Begriffe, sich xu vervollkommnen und den Stand der sranzösi- scheu zu erreichen. So hat die Herstellung von Ge­wehren sich im letzten Jahre verdoppelt; in bleiern 2ahr wird sie sich noch vervierfachen. Die Herstel- lung von Gewehrmunition verdoppelt sich von Jahr zu Jahr; die Erzeugung von Artilleriegeschofsen mitt- koren Kaliber» hat sich gegenüber 1923 verfünffacht.

Bei den zur Zett schwebenden Verhandlungen der Parteien über die Gestaltung des künftigen Einkommensteuertarifs spielt die Frage, wie Fami­lien mit Kindern steuerlich zu behandeln sind, eine die Zahl der Flugzeuge hat sich verdoppelt. '40 neue bedeutsame Rolle. Von den Vertretern der Z e n- Unternehmungen sind auf dem Gebiete der Kriegs- trumspartei im Steuerausschuß des Reichs- induftrie entstanden. Diese hat nach dem Ausspruch tags sind Anträge gestellt worden, die auf eine eines polnischen Abgeordneten im vergangenen I weitgehende steuerliche Rücksichtnahme der Fami- Jahreine geradezu revolutionäre Entwicklung" [ien mit Kindern abzielen. Leider ist das Derständ-

genommen, Flugwesen und chemische Verteidigung,s MSr nicht in allen berufenen Kreisen vorhan-

zeigen einen schnellen Aufstieg. den, sowohl die Reichsregierung wie A b g e-

Die militärischen Gesamtausgaben für diese I orbnete verschiedener Parteien scheinen dem b e - Riesenrüstungen erreichen die gewaltige Summe volkerungspolitischen Problem noch von 700 Millionen Zlotv. Der Ausbau der Marine immcr nicht die Beachtung zu schenken, die ihm verschlingt zwar nicht so große Summen, er wird Ur die Gegenwart und Zukunft des deutschen aber in Zukunst bas polnische Budget gleichfalls j Lottes gebührt.

nicht unerheblich belasten. Die Organisation von I Frankreich gibt ben kinderreichen Familien Heer und Marine wie», nach den Mitteilungen im I nicht nur Geldbeihilfen, sondern es hat auch in Sejm zu schließen, bisher erhebliche Fehler auf. I seiner Sozialgesetzgebung wirksam zugunsten der Man will der Korruption energisch zu Leibe gehen I Kinderreichen eingegriffen. Die letzteren genießen und unter Leitung französischer Fachoffiziere I Begünstigungen im Wohnungswesen, bei der Ab- eine neues Organisationsstatut ausarbeiten. I leistung der Militärdienstpflicht, eine angemessene Man sollte meinen, daß die Riesenziffern de» I Lohn- und Rentendifferenzierung wird durchge- Militärbudgets zur lebhafter Kritik und Opposition | führt, auf der Eisenbahn und anderen Verkehrs- Veranlassung gegeben hätten. Aber das Gegenteil I Mitteln erhalten die Kinderreichen Ermäßigungen, ist der Fall. Das Militärbudget wurde mit großer j Noch dem Gesetz über Familienzulagen der Staats- Stimmenmehrheit ohne Veränderungen angenom- I beamten wurden 1924 je 495 Franken jährlich für men. Als Grund für diese gewaltige Vermehrung I bi« beiden ersten Kinder gewährt; für jedes weitere der Militärausgaben wurde angegeben, Polen I Kind wurden 840 Franken bis zu 19 bsgw. 21 müsse ständig bereit fein, Angriffe auf die pol- I Jahren geleistet. Es ist nicht der Zweck dieses Ar« Nischen Grenzen abzuweisen und müsse sichgegen j tikel», diese Vorgänge in ihren Einzelheiten zu be­fehlen Willen" auf ben Krieg vorher eiten. Der | sprechen; es soll bannt nur gezeigt werden, baß Kriegsminister Sikorski brückte die allgemeine I Frankreich erkannt hat, wie notwendig eine billige Stimmung noch prägnanter mit den Worten aus: I Rücksichtnahme auf die Familien mit Kindern Wir müssen eine zahlreiche Armee haben, denn die | auf den verschiedensten Gebieten ist.

Lage des Landes zwingt uns dazu, eine fdmelfe Lösung eines uns aufgedrängten Krieges zu suchen". " ~ 1

Stresemann gäbe seinen Ausführungen zum Schluß folgende Zusammenfassung: Wir können nur den Weg weitergehen, den wir einmal als I nicht berührt worden sind. Einer weiteren Mel­den Weg der nationalen Realpolitik I bung aus Tokio zufolge sind Aerzte und Sanitäts« im Gegensatz zur Jllusionspolitik bezeich- I Mannschaften bes Roten Kreuzes mit Rettungs- net haben. Ich habe die Empfindung, daß die I material aller Art so rasch wie möglich nach dem innerliche Zustimmung zu dieser Politik weit über | Erdbebengebiet abgesandt worden.

unsere Partei nach rechts hinaus Wurzel geschlagen I *

hat. Der Wiederaufbau Deutschlands wird vom I _ , .. . >

Geistigen und nicht vom Materiellen ausgehen. I . Reuter meldet später aus Osaka: Ein Flugzeug Wenn wir Fühlung halten mit dem kommenden snit Reportern und Photographen ist aus dem Erd- Geschlecht, dann werden wir erst die Stärke er- bebendlstrikt hier angekommen. Es wird versichert, hatten, um mit dem notwendigen Einfluß und aller Ite Katastrophe von ähnlicher Heftigkeit ge­straft unserem Vaterlande dienen zu können, dem unser ganzes Sehnen und Hoffen gilt.

Die Versammelten brachten Stresemann nach seiner Rede eine stürmisch« Ovation dar. bie sich immer wieder erneuerte.