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Anzeiger für die Stadl und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

Sonntag, )7. Mal 1925

Nr. 114

Vor Mn politischen Debatten im Reichstag.

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und die 6. und 7. Kompagnie des Reichs- nachzukommen, lieber alle übrigen Bedingungen ^MkwteWekLMMtS 15, ihren Einzug in die I herrsche vollkommene Einigkeit.

5lrbeitsKampf in England.

wtb ß o n b o n, 16. Mai (Tel.) Den Bericht des Ausschusses der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der britischen Bergindustrie zufolge wurden vom 1. Mai bis zum 31. Dez. 1924 IHGrubeu geschlossen, wodurch 59000 Bergleute in 2Rif- leidenschuft gezogen wurden.

festlich geschmückte thüringische Landeshauptstadt. Auf^dem Marktplatz vor dem Rathaus wurden die Truppen von den Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden empfangen. Generalleutnant Haste verband mit seinem Dank für den Empfang die Erkläruna er und seine Untergebenen seien nur als Soldaten nach Weimar gekommen, die keiner Partei, sondern nur dem Baterlande dienen. Der Gesang des Deutschlandliedes und ein Parademarsch der Gar­nison beschlossen die Begrüßung.

Wie von zuständiger Stelle milgeteilt wird, hat die englische Besatzungsbehörde gestattet, daß am Sonntag anläßlich der Eröffnung der Kölner Jahrtausendausstellung alle öffentlichen und privaten Gebäude in sämtlichen Farben, mit Ausnahme von schwarz-weiß-rot, flaggen dürfen.

schrein aus der Schatzkammer des Kölner Domes, ringsumher eine Fülle von Kostbarkeiten der kirch­lichen Kleinkunst, von Monstranzen, Kelchen und Leuchtern, ein wahrer Schatz der Nibelungen. Die großen Altäre von Marienstadt, Oberwesel, Calear, Cleve und Tanten sind herbeigeschafft. Monumen­tale Plastiken, wie die Apostelfiguren aus dem Chor des Domes, sind von ihren hohen Standorten kwr- untergenommen und dem Auge aus nächster Nähe sichtbar gemacht worden. Dazu kommen Klein­plastiken aus den Gegenden von Mainz bis nach Tanten und Cleve hinunter. Ein bemerkenswertes Schaustück ist auch der berühmte Marmoraltar aus dem Städelschen Institut in Frankfurt. In der reichhaltigen Bilderabteilung fällt besonders das altberühmte Altargemälde von Stephan Lochnsr aus der Kölner Domkirche auf.

Von den Haupträumen strahlen seitlich die ein­zelnen Räume für kirchliche und b ü £ e r= liche Kultur aus. So sind Bürgerhaus, Bolkskunst und Möbelkunst in besonderen Räumen vereinigt. Stadtmodelle und Pläne mit Bildern geben eine Vorstellung von dem Werdegang und dem Aus­sehen der alten Städte. Insbesondere die Stadt Frankfurt a. M. zeigt hier an Hand eines sehr reich­haltigen Materials, wie die Entwicklung einer alten Stadt vor sich geht.

In den oberen Räumen ist die Abteilung für Wirtschaft untergebracht, die die staat­lichen, kommunalpolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Tatsachen darstellt. Diese Abteilung glie­dert sich in vier Gruppen: Verwaltung, Großstädte, Wirtschaftszweige und soziale Organisationen, ent­hält Modelle statistische Schaubilder und vergrößerte Abbildungen und zeigt ein großes Gebiet der wirt­schaftlichen und sozialen Entwicklung der Rhein­lande einschließlich seiner staatlichen und kommu­nalen Momente.

Reichskanzler Dr. Luther, Reichsaußenminister Stresemann sowie Reichsjustizminister Frenken sind von Berlin nach Köln abgereist.

Von der preußischen Regierung nehmen an der Tausendjahrfeier der Rheinlande teil: Mini- sterpräsident Braun, der Minister des In­nern S e v e r i n g, Wohlfahrtsminister Hirt- fieber, Staatssekretär Dr. Weismann, vom preußischen Staatsministerium, Ministerialdirektor Dr. Trendelenburg, Regierungsrat Dr. Haslinds vom Kultusministerium, Ministerialdirektor Dr. Löhrs und Ministerialdirektor Dr. Muhlert, beide vom Ministerium des Innern.

.. * Reichswehr i« Weimar. Mit klingendem Spiel plt die neue Garnison von Weimar, der Stab der r Kadalleriedivifion mit Generalleutnant Haße an

BerantwortliL für die Schrntleiiimg: Dr. JobanneS Kramer. Anzeiecn: 3- $ arzeller, Fulda. Rotationsdruck und B erlag der gnldaer StlietiMtiötrti in Fulda. Fernlvrecber Rr. 8.

Monatlicher BezugsvreiSr 1.50 Mk.

Italienischer Nationalismus.

Belästigung ösierreichikcher Rom-Pilger.

wtb Wien, 16. Mai. (Tel.). Dem Dundesraks- Ausfchuß für Auswärtige Anaeleaenheiken machte der christlich-soriale Abgeordnete Beirer Mitteilung über Belästigung eines Tiroler Pilger- Zuges durch italienische Organe auf der Brsnner- strecke zur Sprache. Außenminister Makaja er­klärte, er habe von dem Vorfälle Kenntnis, verfüge jedoch noch nicht über ausreichendes Malerstil, nm schon heute zu den Vorfällen aus der Drennerskrecke Stellung zu nehmen.

Zur Jahrtausendfeier der Rheinlande hat die Stadt Köln in der Jahrtausendausstellung, die am Sonntag feierlich eröffnet wird, eine einzigartige Schau geschaffen, in der vor allem Werke der Gold­schmiedekunst, der Malerei und der Plastik vereinigt sind und die wirklich in dieser Zusammenstellung einer Jahrtausendfeier würdig ist; denn wohl kaum dürften sich der öffentliche Besitz, die Kirchen, Schlösser und Privatleute noch einmal so leicht von ihren Schätzen trennen, die sie jetzt dieser Ausstel­lung geliehen haben.

Im Mittelpunkte der Ausstellung stehen die für die Rheinlande charakteristischen Werke der G 0 l d- schmiedekunst des Mittelalters. Fünf­zehn große Reliquienfchreine aus rheinischen Kir­chen sind vorhanden, darunter der Dreikönigen-

Zchützengrabenkrieg in Kfrika.

wtbparis. 16. Mai. (Tel.) Zu dem vorgestri­gen Vorstoß der französischen Truppen gegen bas Gebirge von Zidane wirb gemeldet, bet Feind sei 3500 Mann stark gewesen zumeist Diballanstämme, unkerstüht von Riffleuten: die V e r l u st e des Geg­ners seien sehr zahlreich gewesen. Die Ab- leilnngen, die bereits gestern den Vorstoß unter­nommen haben, haben auch gestern wieder einen französischen Posten befreit. Die in der Mitte operierenden Abteilungen haben eine 1600 Mann starke feindliche Truppe in ihrer befestigten Stel­lung angegriffen und nach sehr heftigen Kämpfen die Schützengräben des Feindes eingenommen. Auch hier habe der Feind sehr hohe Verluste zu verzeichnen gehabt. 3m übrigen wird von der Ost- Front eine Verstärkung der Riffleuke vor Siffane gemeldet.

Englische Unterstützung der Riftabylen?

Einer Blättermeldung zufolge wird das Parla- mentsmitalied Frederick Gues den Premierminister im Unterhaus fragen, ob er eine amtliche Mittei­lung besitze, aus der hervorgeht, daß die militärische Ausrüstung des Rifheeres von britischen Stel­len geliefert würde, und daß britische Piloten Flug­zeuge der Rifkabylen führten.

* Tie russische Konzessionspolitik. Aus Moskau wird gemeldet: Der Vorsitzende des Konzessivns- komttees, Piatakow, erklärte, die Verhandlungen mit Harriman seien in eine Sackgasse geraten, da dieser sich weigere, die Bedingung der Sovjets anzunehmen, wonach sich der Konzessionär im Falle einseitiger Kündigung durch ihn wegen Unrentabilität des Unternehmens verpflichten soll, den finanziellen Verpflichtungen in Höhe von vier Millionen Dollar für Jnstallierungsarbeiten im Grubengebiet weiter

* Kein Rücktritt Chamberlains. Tie Nachucht über eine angebliche Demission Chamber­lains wird von Havas nach einem offiziellen Tele­gramm aus London dementiert.

* Explosion in einem englischen Pulverwerk. Bei einer Explosion in den Pulverwerken bei Faversham (Grafschaft Kent) wurden drei Arbeiter getötet Die Ursache der Explosion ist nicht geklärt.

* Eine Rationierung der Wahlpropaganda. Die ungeheure und kostspielige Wahlpropaganda, die jetzt allenthalben üblich ist, hat in Oberösterreich anläß­lich der bevorstehenden Landtagswahlen zu einer Ver­abredung zwischen den Parteien geführt, die eine Ratwmerung der Propaganda bedeutet. Die Propa­ganda ist durch diese Verabredung zunächst einmal auf die letzten 15 Tage vor der Wahl beschränkt worden (ausgenommen natürlich Presseartikel), Wahl- Plakate und -aufrufe dürfen sogar nur in der letzten Woche vor der Wahl veröffentlicht werden. Außer­dem ist in bezug auf die Plakate und Flugblätter m einzelnen Orten auch die Zahl verabredet worden, die jebe Partei herausbringen darf. Und endlich nod) eine Verabredung dahinlautend getroffen worden, daß zur Propaganda nur die für Bekannt- machungen bestimmten Tafeln zu benutzen sind und daß das wahllose Ankleben von Zetteln an Häusern und Zäunen zu unterbleiben hat. Die Verabredung bat manches für sicht

Eine Erklärung des Kardinals Faulhaber.

Gegenüber Meldungen desNeuen Wiener Journals" und desVölkischen Kuriers" läßt Kar­dinal Faulhaber folgendes durch feinen Rechtsbei­stand erklären:

Kardinals Faulhaber verfolgte niemals und in keiner Weife Pläne ober Bestrebungen, die die Gründung eines süddeutschen Reiches zum Gegenstände haben. Faulhaber hat sich mit der politischen Frage des Verhältnisses der Habs­burger zu Ungarn und Oesterreich n i e m a l s be­schäftigt. Die Behauptung über einen angeblich mit solchen Bestrebungen von ihm verfolgten Zweck fällt deshalb in sich zusammen. Der Kardinal hat die in dem Bericht desNeuen Wiener Journals" enthaltene, auf feine Person bezügliche Märchen­bildung in wiederholten und öffentlichen Erklärun­gen zurückgewiesen und hofft, dies hiermit zum letzten Male tun zu müssen.

Elektrische Mpenzüge.

wtb Innsbruck, 16. Mai. (Tel.) Gestern wurde der elektrische Zugverkehr auch auf der Westseite des Arlsberges ausge­nommen, sodaß jetzt der gesamte Zugverkehr von Innsbruck bis Bludenz elektrisch betrieben wird.

Die Jahrtausendseier der Rheinlande

Die Teilnahme der lleichsregierung.

Ministers Dr. Franken gebracht worden sei, von dem wörtlich gesagt wird, daß eroft als Zen­trumsminister betrachtet wird, jedoch ohne die Zu­stimmung des Zentrums in die Reichsregierung eingetreten" sei.

Von dieser Darstellung ist aber auch nicht ein einziges Wort wahr. Es ist der Name des Justiz- Ministers Frenken in den betreffenden Ver­handlungen überhaupt nicht genannt wor­den. Ein Gegensatz zwischen seiner Stellung und der des Reichsarbeitsministers Brauns hin­sichtlich ihres Verhältnisses zur Regierung ist daher überhaupt nicht zur Erörterung gekommen. Dazu lag aber auch nicht die mindeste Veranlassung vor. Es ist auch nicht richtig, daß in der Notiz der Vossischen Zeitung" Reichsarbeitsminister Dr. Brauns lediglich alsBeobachter" im Kabinett Luther bezeichnet wird. Dr. Brauns ist nicht allein mit Billigung, sondern auf Verlangen der Zentrumsfraktion in das Kabinett hinein delegiert worden. Als Partei hat sich das Zentrum die Handlungsfreiheit freilich vorbehalten, es hat aber feine Bereitwilligkeit erklärt, positiv mitzuarbeiten, und es ist mit feinen Ministern in diesem Sinne bisher tätig gewesen, ebenso wie die Fraktion des Zentrums tätig in den Kommissionen und Aus­schüssen mitwirkt.

Die Meldungen in der demokratischen Presse, in der mit bemerkenswerter Systematik stets die verschiedenen Persönlichkeiten der Partei gegeneinander ausgespielt werden, können gar keinen anderen Zweck haben, als fortgesetzt neue Unruhe und neue Unsicherheit zu erwecken und sie sind förmlich auf Krisenma- cherei angelegt. Das lehnt das Zentrum unter allen Umständen ab. Ebenso muß abgelehnt wer­den, daß jetzt in einer Meldung desBerliner Tageblatts" zur Abwechselung einmal der Abge­ordnete Bo l z als Vertreter dernach rechts nei­genden Richtung im Zentrum" bezeichnet wirb. Nuch das geschieht nur zu dem Zwecke, um neuen Unfrieden zu stiften. Wir sollten aber allmählich daran gewöhnt fein, nicht immer auf solche Ma­chenschaften hereinzufallen. '

Das Zentrum geht seinen geraden Weg weiter. Es wahrt sich fein Selbständigkeit und Unabhängigkeit und es wird nach wie vor eine Politik betreiben, die die Nutzbarmachung aller schaffenden Kräfte'ermöglicht. Auch von den Be­ratungen des Reichsparteivorstandes kann mit größter Genugtuung feststellen, daß sie die E i n ig- keit und Geschlossenheit gewahrt und aufs neue gefestigt haben.

Die Zollvorlage.

Entgegen anders lautenden Blättermeldungen erfährt der ,Lokal°Anzeigerh daß die Zollvorlage der Regierung sich noch im Stainm der Refe- renteubesprechungen befindet, und daß insbe- sondere über die Höhe der Zollsätze für Getreide noch keine Entschließung gefaßt worden ist. Es ist dem Blatt zufolge jedoch damit zu rechnen, daß ein Beschluß in kurzer Zeit zustande kommen wird.

Das 5lufwertrmgskomprornitz.

Im Aufwertungsausschuß des Reichstages er­griff R e i ch s f i n a n z m i n i st e r v. S ch l'i e b en dos Wort. Er erklärte, die Reichsregierung fei trotz schwerer wirtschaftlicher und finanzieller Be­denken auf den Boden des Kompromis­ses getreten, um die deutsche Wirtschaft endlich zur Ruhe kommen zu lassen. Keinesfalls könne die Reichsregierung jedoch über die Richtlinien des Kompromisses hinausgehen.

Im Interesse der deutschen Wirtschaft und des | deutschen Kreditmarktes bitte er dringend, die Ver­handlungen so zu beschleunigen, daß das Aufwer­tungsproblem in kürzester Zeit als gelöst gel­ten könne. Am Schluß der Debatte wurde noch I ein demokratischer Antrag, der besagt, daß den I künftigen Verhandlungen d i e Regierung s- I oortagen über die Aufwertung zu Grunde 311 I legen feien, mit den Stimmen der Regierungspar- I teicn und der Demokraten angenommen.

' Aus dem Reichstag wird uns mitgeteilt:

Der Reichsaußenminister Sresemann hat den ursprünglichen Plan, die große politische De­batte im Reichstag noch in dieser Woche zu führen, fallen lassen müssen, da die Beratungen in den Ausschüssen nicht den ursprünglichen Dispositionen entsprechend geführt werden konnten. Das hatte auch zur Folge, daß die zur Beratung im Plenum vorgesehenen Gegenstände mehrfach umgestellt werden mußten.

Nun aber wirb die große Aussprache über die politische Lage nach innen und außen in der nächsten Woche stattfinden. Voraussichtlich wird sie eingeleitet durch eine Rede des Reichs­außenministers über die gegenwätige Außenpolitik der Reichsregierung. Bei dieser Gelegenheit dürf­ten all die schwebenden Probleme, die durch die bevorstehende Entwaffnungsnote, durch die Frage des Sicherheitspaktes, durch die Räumungsfrage umschrieben sind, im Vordergrund der Erörterungen stehen.

Gleichzeitig soll aber auch mit der Beratung des Auswärtigen der Haushalt des Reichs­kanzlers verbunden werden, sodaß die Debatte sich also gleicherweise auf die außen- wie auf die innenpolitischen Probleme in ihrer Gesamt­heit erstrecken wird. Das wird auch dazu führen, daß vor allem die durch die Reichspräsidentenwahl geschaffene innerpolitischeSituation einer ebenso ein­gehenden Kritik unterworfen roereben wird, wie öas bezüglich der außenpolitischen Dinge voraus­sichtlich geschieht. Es werden dann all die augen­blicklich den Gegenstand der Parteiberatungen bil­denden Fragen, wirtschaftlicher, sozialer, finanz-, steuer- und zollpolitischer Natur Erörterung finden. Es werden in den Kreis dieser Verhandlungen die Aufwertungs- und Steuerfragen ebenso ver- treten fein, wie die Angelegenheiten der Zoll- und Handelspolitik. Gerade in diesen beiden letzten Punkten sind ja Uebereinftimmungen zwischen der Reichsregierung und den Parteien, die die Re­gierung stützen, noch nicht hergestellt, auch inner­halb der Regierung selber sind noch eine Reihe von verschiedenen Auffassungen auszugleichen.

Der kommenden politischen Aussprache im Reichstag wird angesichts der Fülle der schweren innen- und außenpolitischen Probleme, mit denen fie belastet werden wird, eine ganz besondere Be­deutung zukommen. An der politischen Linien­führung aber, wie sie bis jetzt inne gehalten wor­den ist, wird das steht unbedingt fest keineswegs gerüttelt werben. Die Krefenmacherei hat man endlich satt, darüber gibt es Einmütigkeit mallen Parteilagern. Versuche, von irgend einer Seite her Minen zu legen, sind rasch von den berufener/ Instanzen abgewehrt worb. Was nottut, und was auch die erdrückende Mehrheit des Reichstages will, das ist, der Reichs­regierung auch weiterhin Gelegenheit zu geben, positive Arbeit zu leisten und sich um die Lö­sung der brennenden Fragen unserer Politik, deren Behandlung ohnehin durch die verschiedentlichen volitischen und Wahlvorgange der legten Zeit ins Hintertreffen geraten ist, mit Einsatz aller Kräfte « bemühen.

Zu welchem Zweck?

Pressekombinattonen über die Stell'.:.r

- Zentrums.

2lus Berlin wird uns geschrieben: .E^J?äi)renb die Verhandlungen des bicichs- inv/n ^°ndes im Reichstage im Gang waren, tnJ*rfcfnebenen Berliner Blättern, vor allem

Tageblatt" nub derVossischen ieitung Mitteilungen über den angeblichen Ver- 'Ier. -Beratungen erschienen. Wenn sie auch londers geradezu typische Kombinationen ^sien wir uns doch mit aller Ent- senden, und die Frage auf- m mru6-1? Zweck? Das gilt insbeson­dere für die Mitteilung derVossischen Zeitung", daß in den.Beratungen die Stellung des Reichs- nrbertsnumsters Dr. Brauns zu dem Kabinett kn" Gegensatz zu der Stellung des Reichsjustiz-1

* Ein Luther-Beleidigunasprozeß. Aus Hanno- Zer wird gemeldet: Wegen Beleidigung des früheren Keichsfinanzministers und jetzigen Reichskanzlers Luther verurteilte das erweiterte Schöffengericht den Arzt Dr. Friedrich Roschke aus Salzuflen zu BOO Mark Geldstrafe. Das Gericht sprach dem Reichskanzler die Publikationsbefugnis des Urteils in.- Der Beschuldigte hatte im September in einem Botttag über die dritte Steuernotverord- tungbie Maßnahmen der früheren Reichsregierung, «sbesondere des damaligen ReichSfinanzminisiers kuther, in einer Weise angegriffen, die die @ren» (tn der zulässigen Kritik weit überschritt, nofchke erklärte, das Urteil nicht anzunehmen.

* «bg. Sievers f. Der Reichstagsabgeordnete war! Sievers von der Deutsch-Hannoverschen Partei st in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch an *» Folgen eiWUMweren Herzkrankheit in Hannover fieftorben. Er stand im 59. Lebensjahre. Seinen »Notz im Reichstag wird der frühere Reichstagsab- ieordnete der Deutsch-Hannoverschen Pariei Alpers ünnehmen.

Kurland.

* Frauenstimmrecht in Italien. Die Kammer hat einen Gesetzentwurf angenommen, der den Frauen das Wahlrecht zu den Gemeindewahle» em» räumt.

* Uebergabe von Sachalin vollzogen. AuS Tokio wird gemeldet: Durch die Unterzeichnung der er» forderlichen Protokolle wurde die Uebergabe Sacha­lins an die Sowjetregierung vollzogen.

* Vor neuen Kämpfen in China. Reuter meldet aus Peking, in Nordchina sei man seit kurzem lebhaft besorgt angesichts der Berichte, daß di« Truppen des Marschalls Tschangsolino in der Rich­tung auf Peking marschierten, wo der General Fengjusiang seine Streitmacht aufaestellt habe. Es scheine sicher, daß größere Streitkräfte aus Mulden sehr bald in der Gegend der Hauptstadt eintreffen würden. Es verlaute, daß einige Anhänger Fengju- siangs bestochen worden seien, eine neutrale Hal­tung einzunehmen.

* Die Elefantenjagd verboten. Wie Pariser Blatter berichten, ist nun endlich auch für die fran­zösischen Kolonien das langerstrebte Elefantenschutz­gesetz Wirklichkeit geworden. Der Abschuß von Ele­fanten ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gestattet. Nur aus Jagdliebhaberei ober des Sportes wegen ist er ganz verboten. Eine Reihe von Gebie« ten sind zu Elefantenschutzgebieten erklärt worden. Es rft die höchste Zeit, daß allenthalben ein energi« |dje§ Elefantenschutzgesetz Platz greift, sonst wird bei dem großen Anreiz, den das teure Elfenbein zur Elefantenjagd bietet, bald der letzte Riese der Tier­welt, der noch an vorsintflutliche Zeiten erinnert von der Erde verschwunden sein.

Deutscher Reich.

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