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FuldaerZertung
Anzeiger für die Stabt unb ben Kreis Fulda.
Nr. 94.
Beraniwortiick kür bie Schrutleuunz: Dr. JadanneS ftramci. Lureigen: I- P arrellrr, Fulda. Rotationsdruck und Beriag der Fuldacr S dittit'Udtrti >n Pulte. Frrnlvreitrr Nr- 9.
Monatlicher Be'ugSvreis! 1.50 Mk.
Sreltag, 24. April 1925.
Amtliches Kreisblatt.
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Weg rn>« WM md 3Otim! Sör stetigen Ausstieg! Sir Mx!
„Der Retter".
Auch in Fulda prangt an den Plakattafeln Las Werbeplakat des Reichsblocks. Es zeigt den Kopf Hindenburgs und daneben in blutroter Schrift die Werbeformel:/ „Der Retter". Wo politische Gedanken fehlen, wo vor allem ein einleuchtendes politisches Programm fehlt, da stellt, so bemerkt die „Doss. Ztg." sehr richtig zu diesem Werbe-Plakat, ein billiges S ck l a g w o r t zur rechten Zeit fich ein. Wovor und woraus soll der Generalfeldmarschall von Beneckendorff und Hindenburg Deutschland retten? Dor dem Bolschewismus und dem Chaos haben es nach dem Zusammenbruch im November 1918, der durch die Oberste Heeresleitung verschuldet worden ist, die Volksbeauftragten bewahrt. Aus der Inflation, deren schlimmste Auswirkung wir den deutschnationalen Beratern des Kabinetts Cuno zu verdanken haben, hat uns ein Kabinett der Mitte herausgeholfen. Dor der Gefahr einer unabsehbar langen B e- fetzung des Ruhrgebiets, des Verlustes des Rheinlandes hat uns auf der Londoner Konferenz das Kabinett Marx bewahrt. Daß Deutschland sich allmählich wieder dvholt, im Reiche wieder geordnete Zustände herrsKm, für die Zukunft freundliche Aspekte sich öffnen, das haben wir all jenen Männern zu danken, die seit November 1918 In stetem Ringen mit der sogenannten „nationalen" Opposition, von den Deutschnationaken geschmäht, verleumdet und verfolgt, kühle, nüchterne Realpolitik getrieben und es abgelehnt haben, das Reich in wilde Abenteuer zu verwickeln.
Wer den heutigen Zustand Deutschlands mit dem vor sechs Jahren vergleicht, muß anerkennen, daß auf diesem Weg Beträchtliches erreicht worden ist. Worin soll die „Retter"-Mission Hindenburgs bestehen, der in dem bestellten Reuter-Interview sich zur Erfüllung des Versailler Vertrags auch in militärischer Beziehung bekannt, die Grenzen im Osten nur im Wege gütlicher Verhandlungen ändern will und sich gegen jede kriegerische Aktion ausgesprochen hat, weil sie töricht und für Deutschland katastrophal wäre? Vergebens hält man Ausschau nach dem Rettungsprogramm, das der 78jährige Generalfeldmarschall am Rande seiner irdischen Laufbahn verwirklichen soll. Wenn man es genau und nüchtern besieht, dann soll Generalfeldmarschall von Beneckendorff und Hindenburg in diesem Wahlkampf nur Retterrolle spielen, die des Retters der Deutschnationalen aus ihren parteipolitischen Nöten. Hindenburg soll es den Deutschnationalen ermöglichen, wieder zur Meinherrschaft im Deutschen Reiche zu gelangen, er soll ihnen den Weg zu den entscheidenden Machtpositionen bahnen.
Retter und Führer ist Wilhelm Marx, der nicht der Kandidat einer Partei, sondern der Vertrauensmann des deutschen Volkes ist.
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gewaltigen Versammlungen in Karlsruhe und in Mannheim bat Wilhelm Marx nun fein Programm auch in Süddeutschland dargelegt. Am Freitag abend spricht er von Nürnberg aus in den Rundfunksender. In Hannover werden in der Wohnung Hindenburg» gleichfalls Vorbereitungen für eine Rundfunkrede getroffen.
Ist Hindenburg zu alt?
Die selbstverständlich zu bejahende Frage suchen die vom Rechtsblock unterstützten Zeitungen durch Sine Aufzählung zu parieren, worin es u a. heißt:
Bismarck war 75 Jahre alt, als er aus dem Amte schied. Er hat bekanntlich dann noch eine Reihe von Jahren mit außerordentlicher Lebendig- keü für seine politischen Ansichten gekämpft.
Hohenlohe war 75 Jahre alt, als er 1894 das Kanzleramt übernahm, das er 6 Jahre verwaltete.
Hertling war 74 Jahre alt, als er den Reichskanzler Michaelis ablöste.
Viktor Hugo schrieb mit 80 Jahre ein grobes politisches Drama ufm.
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Alles ganz schön. Aber diese Leute hatten ein langes Leben hindurch ihrem Fache gedient. Sie sattelten hoch in den Siebziger picht mehr um. Sudenburg aber, der bisher nur Soldat war und ^otbat fein wollte, soll jetzt noch Staatsmann werden. Für das Gelingen eines f o l ch en lieber» Sangs in Hindenburgs Alter bitten wir um Belege aus der Geschichte.
Rn die evangelischen Deutschen, wendet sich der führende Vertreter des protestantischen Theologie in Deutschland, der Senior der protestantischen Theologie - Professoren, D- Dr. Adolf v. H a r n a ck in Berlin. Er sagt:
Die bevorstehende Reichspräsidentenwahl nötigt jeden Wähler, zwischen zwei Kandidaten die Entscheidung zu treffen — Hindenburg oder Marr —, und er muß wählen; denn wenn er sich her Wahl enthält, ist er mitschuldig an einer Zufallswahl.
Welche Eigenschaften muß der zu Wählende haben außer der Reinheit und Festigkeit des Charakters und der Treue zum deutschen Volke?
1. Er muß ein politisch erfahrener Mann, das heißt, er muß ein Staatsmann fein von innerem Beruf und fachmännischen Kenntnissen.
2. Er muß ein erprobter Staatsmann sein, und das Volk muß ihn als iolchen kennen.
3. Er muß mit voller innerer Zustimmung und Zuversicht auf dem Boden der Reichsverfas- s u u g stehen; ihre Grundgedanken müssen die feinigen sein.
4. Er muh jede Klassenzerklüftung bekämpfend, für den Zusammenschluß des ganzen Volkes ohne Parteilichkeit wirken und leben.
5. Er muh menschlicher Voraussicht nach die Gewähr bieten, daß seine Kraft fieben Jahre hindurch die Bürde des Amtes zu tragen vermag.
Wer diesen Bedingungen entspricht, der muß gewählt werden; wer ihnen nicht entspricht, darf nicht in Betracht kommen, mögen die Gemüts- roerte, die uns mit ihm verbinden, noch so herzlich und groß sein. Marx entspricht diesen Bedingungen; Hindenburg, zu dem wir mit Ehrfurcht aufschauen, entspricht ihnen nicht.
Die Frage nach der K o n f e s si o n des zu Wählenden darf keine Rolle spielen, — sie würde für die evangelischen Deutschen auftauchen müssen, wenn neben dem Katholiken Marx ein protestantischer Staatsmann von der gleichen Ouali- t ä t ausgestellt worden wäre; aber wir können bei dieser Wahl nicht nach unseren Wünschen aus- suchen, sondern müssen zwischen zwei gegebenen Kandidaten wählen, und da gibt es keine Wahl, sondern es gibt nur MarxI Uebrigens ist es noch fraglich, ob die Erhaltung der religiösen, staatsbürgerlichen und kulturellen Freiheiten durch einen Deutschnationalen sicherer gewährleistet wird als durch einen Katholiken, und ob jener kräftiger für den inneren Frieden auf der Höhe geistiger Freiheit sorgen wird als dieser.
Daher sind in der Lage, in der wir uns bei dieser Wahl befinden, alle konfessionellen Bedenken zurückzustellen! Auch von den evangelischen Deutschen muß Marx gewählt werden!
$rau v. Gheimb für Marx.
In der .Germania' setzt die frühere Reichstags- abgeorbnete bet Deu tschen Volkspar tei, Frau von Oheimb, fich für bie Wahl von Marx ein. Sie bezeichnet Hindenbura als einen Laien in bet Politik. Wenn er Reichspräsident werden füllte, würde in Wirklichkeit ein ganzer „Kranz von Souffleuren die Regie führen" und es würde ein gar trauriges Schauspiel und eine jämmerliche Regie, aber nie und nimmer eine Regierung sein.
hemmungslose hetze gegen Marx.
Scharfer Protest aus Bayern.
Die Rechtsblockkreise haben bekanntlich den Ruf ergehen lassen: Her mit Gemeinheiten im Kampf gegen die politischen Gegner! Die Verunglimpfungen gegen Marx durch den Reichsblock — Marx wird sogar Barmat-Kandidat beschimpft — nehmen derart überhand, daß der Abg. Rauch (B. B.), der persönlich für Hindenburg, also den Kandidaten des Reichsblocks, eintritt, sich in einem längeren Artikel dagegen wenden muß; er schreibt bann zum Schluß: Der Landesausschuß der Bayer. Dolkspartel hat in feiner überwiegenden Mehrheit Marx aus fachlichen, nicht aus persönlichen Gründen als Präsidentschaftskandidaten abgelehnt. Aber die Bayern laffen trotz dieser fachlichen Gegensätzlichkeiten Herrn Marx nicht um deswillen persönlich in den Schmutz ziehen, weil er zu diesem Amte kandidiert. Das ist das freie Recht eines jed enDeutschen. Es ist allerhöchste Zeit, die Raufbolde für Hindenburg zurückzupfei- fen und den vornehmen sachlichen Kampf für Hindenburg beginnen zu lassen. Um Hindenburgs willen! Der Alte in Hannover möchte sonst seufzen: Herr schütze mich vor meinen Freunden!
Rn die Landwirte
wendet sich ein Aufruf des Dolksblocks, in dem es heißt:
Don der Perfon bes neuen Reichspräsidenten hängt in hohem Maße die Zukunft des deutschen Landes unb des deutschen Landvolkes abl Der 26. April, der Tag her Reichspröfidentenwahl, ist daher für die länb- liche Bevölkerung von ganz besonderer Bedeutung. Zwei Kandidaten stehen einander im Ringen um das höchste Amt der deutschen Republik gegenüber; der der Bewegung des kleinen und mittleren Landvolkes freundlich gesonnene Reichskanzler a. D. Wilhelm Marx unb der
Feldmarfchall v. Hindenburg, der Erkorene des Reichslandbundes.
Wilhelm Marx steht zur Republik aus innerster Ueberzeugung. Er besitzt ein tiefgehendes Verständnis für die Bedürfnisse und Bestrebungen der ländlichen Bevölkerung. Als Reichskanzler und in seiner ganzen politischen Tättgkeit Hai er sich mit aller Energie für die Förderung der ländlichen Siedelung eingesetzt. Seine ehrliche unb aufrechte deutsche Art bürgt uns dafür, daß er sich auch als Reichspräsident mit aller Kraft für bie Interessen des Landvolkes einsetzen wird. Was aber hat bie Landbevölkerung von Hindenburg zu erwarten? Hindenburg ist nach seinem eigenen Eingeständnis Soldat und nur Soldat. Politik und Wirtschaft sind ihm fremd. In diesen Dingen ist er ganz auf den
guten oder schlechten Rai seiner Ratgeber f’.osea’Men, wie einst zu Deutschlands Unglück das kaifer- nche Oberhaupt des Deutschen Reiches. Mit Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten würden alle Zukunftshoff- nlingen der deutschen Landbevölkerung zu Grabe getragen werden. Nur die Wahl Marx' bietet die Gewähr für eine tatkräftige und zielbewußte Förderung der Bestrebungen des deutschen Bauern- unb Pächtertmnsl <
Darum wird bie deutsche bäuerliche Bevölkerung einmütig unb geschlossen am 26. April ihre Stimme abgeben für ben
verständnisvollen Förderer des deutschen Landvolkes Wilhelm Marx.
wie gefälscht wird.
Die „B. Z. a. M." schreibt: „Bei der großen Marx-Veranstaltung im Sportpalast in Berlin am vergangenen Freitag tauchten plötzlich einige junge Vurschen auf, bie Flugze11el verteilten, worin zum Austritt aus der Kirche aufge« fordert wurde. Die Burschen versuchten den Anschein zu erwecken, daß sie in sozialdemokratischem Auftrag handelten. Es war aber schon auffällig, wie schnell die Reichsblockpresse von dem Vorfall unterrichtet wurde und ihn breit« walzte. Die gelungene Feststellung eines dieser Burschen und die eingeleitete Ermittelung bat nun ergeben, daß es sich um Provoka- teure handelte, die von deutschnationaler Seite bezahlt und mit den Flugblättern versehen worden waren —!"*
Man meldet weiter, daß die Deutschnationalen ein Flugblatt vorbereiten, bas an ben beiden letzten Tagen im ganzen Reich cm die A r b e i t e r - schaff verteilt werden soll und in dem die Arbeitnehmer mit der gefälschten Unterschrift der Sozialdemokratischen Partei aufgeforbert werben sollen, infolge eines plötzlichen Zerwürfnisses im Volksblock jetzt nicht mehr Marx, fonbern Otto Braun zu wählen.
Arbeitnehmer, fallt nicht herein! Die Parole bleibt: Wilhelm Marx!
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Der jämmerlichste Täufchungsver- s u ch, beshalb a uch vom Fulbaer Rechtsblock mitgemacht, ist folgender: Die „k a t h o l i f ch e Vereinigung für nationale Politik" wendet sich gegen Marx unb proklamiert: Jeber gute Christ wählt Hinbenburg. — Diese Vereini- o:ing ist ein unbedeutendes Grüppchen von, Deutschnationalen in Berlin, besten Stärke auf 20 Mann geschätzt wirb. Vielleicht sind es auch noch etwas weniger. Jeder politisch geschulte Mensch durchschaut dieses armselige Manöver.
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Die angeblich durch den „Ultramontanismus" so beängstigten Rechtskreise haben es trotzdem nicht unterlassen, in Rom bei der Kurie Versuche zu machen, eine Aeußerung zu Gunsten der Kandidatur Hindenburg und gegen ben Volksblocks zu erzielen. In der Berliner Geheimsitzung des Rechtsblocks ist ja von diesem Versuch auch bie Rede gewesen. Aus Rom wird jetzt gemeldet, daß eine solche Aeußerung zu Gunsten Hindenburgs (was sich jeder Katholik sofort selbst gesagt bat) ganz ausgeschlossen ist. Pielmehr erinnere man sich dort noch sehr gut jener Tage, wo die päpstliche Friedensvermiftlung nicht zuletzt an der „Romscheu" der in dem Sager des Rechtsblocks stehenden Politiker gescheitert sei.
Nach Rschaffenburg Miltenberg!
Im bayerischen Frank en land wird die Parole der Bayerischen Volkspartei, die für Hindenburg lautet, fast restlos preisgegeben:
In Miltenberg fand eine Bezirksversammlung der Vertrauensleute und Ortsvorfitzenden der Bayerischen Volkspartei statt, um zu der
Neue Morde in Sofia.
wtb p a r I s, 23. April. (Tel.) wie der „Wafin“ über Genf aus Sofia gemeldet wird, sind die Führer der agrarischen Partei Trutskin, der zurzeit Sfambufinffi» Polizeichef in Sofia war, und der ehemalige Kriegsminister M u r a z i c f f in Sofia ermordet worben.
Ein weitere» Telegramm aus Sofia besagt, datz etwa 2 0 So (baten nnd 10 bäuerliche Kommunisten im verlauf einer regelrechten Schlacht ums Leben gekommen feien, die in der Rahe von Küstendil ffatfgefunben hat.
7000 neue Gendarmen.
wtb p a t i», 23. April. (Tel.) Die Botschafter - konferenz hat nach dem Gutachten des Interalliierten vlilitärkomitee» in Versailles über die Forderungen Bulgariens auf Erhöhung angesichts der Unruhen dahin entschieden, daß die bulgarische Regierung ermächtigt wird, die Gendarmerie um 7000 mann unter folgenden 2 Bedingungen zu erhöhen:
1. daß die Erhöhung der Effektivbestände keine Erhöhung des Kriegsmaterials in sich schließen werde. Die notwendigen Waffen müssen von den vorhandenen Beständen genommen werden.
2. daß die ergänzenden Truppenkontingente spätestens am 31. 2Rai entlassen werden müssen. Diese Entlassung kann auch vorher mit achttägiger Kündigungsfrist gefordert werden.
Reichspräsidentenwahl Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Obcrstudienrat P o i g e r, wies auf den Beschluß des Landesaus- schusses hin, von welchem die Kandidatur Hindenburg empsohlen wird.
Nach eingehenden Erörterungen über das Für und Wider einer solchen Kandidatur wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, es möge jeder Wähler der Bayer. Volkspartei nach seinem besten Wissen und Gewissen dem Manne feine Stimme geben, der nach seiner ganzen Vergangenheit und nach seiner ganzen Persönlichkeit volle Gewähr für die Verwirklichung der großen erhabenen Grundsätze der Bayer. Volks- Partei bietet.
Rchtung! (Ein gefälschter Papstbrief!
Wie wir soeben aus Berlin erfahren, ist in vielen hunderttausend Exemplaren von der Propagandaabteilung des Reichsblocks ein Flugblatt fertiggestellt worden, in welchem ein gefälschter P a p st b r i e f mitgeteilt wird. In diesem Brief soll der Papst das Zusammengehen von Zentrum und Sozialdemokraten absolut mißbilligen. Dieses Flugblatt soll am Sonntag im ganzen Deutschen Reiche verbreitet werden.
Achtung Katholiken! Man will eine Probe auf Eure Urteilsfähigkeit machen! Wenn Ihr auf dieses Manöver hereinfallt, wird man Euch auslachen. Wie stehfs in der Tat?
Die deutschnationale Hoffnung gescheitert.
In der deutschnafionalen Geheimsitzung, deren Verlauf bekannt geworden ist, wurde betont, daß alle Hoffnungen der Kandidatur Hindenburg auf eine bestimmt zu erwartende Kundgebung des Papstes gegen Marx gefetzt werden müßten.
Der „Köln. Volksztg." wird jetzt aus R o m gemeldet: Der Kardinalstaatssekretär ©afparri empfing den Vertreter der „Köln. Volksztg." und gab ihm mit Bezug auf die gewissen Behauptungen der deutschen Rechtspresse folgende Erklärung ab:
„Der Vatikan dementiert auf das kategorischste die Auslegungen der deutschen Rechtsblätter und erklärt, daß die A e u ß e r u n g e n d e s „O s- servatore" über den Sozialismus nicht im gering st en im Zusammenhang stehen mit der deutschen Reichspräsidentenwahl. Der Heilige Stuhl habe sich niemals gegen die Wahl des Herrn Marx geäußert. Er greife weder in die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands ein, noch habe er irgendwie bie Absicht, dier jemals zu tun."
Der richttge Lchritt.
In Oberschlesien wie im übrigen Reich agitiert ber ßanbbunb, der eine reine beruf5 stän- b i g e Organisation sein soll, zum Teil mit terroristischen Mitteln für den Kandidaten des sogenannten „Reichsblocks", der auch hier immer mehr zum Deutschnationalen Parteiblock wird.
Nunmehr veröffentlicht Graf Praschma, der wahrhaftig nicht auf dem „linken" Flügel der Zentrums steht, in der „Neißer Zeitung" eine Erklärung, in der er mitteilt, daß er „w e g e n f o r t- gefetjten Mißbrauch des Landbunde» zu politischen Zwecken" sein Amt als erster Vorsitzender des oberschlesischen Landbundes niederlege.
Paris und London.
vor einer Reife Painleves unb Driand» nach London.
wtb Paris, 23. April. (Tel.) Dee „rnalin^ will wiffen, daß Außenminister Briirnb unb vielleicht auch ministerprafident Painleve bie Absicht haben, fich fehl bald nach London zu begeben, um sich mit bet englischen Regierung über die verfchiebenen schwebenden Probleme zu besprechen. Es handelt sich um bie Frage bet Kontrolle in Deukschlanb, um bie Räumung der Kölner Zone, von bet nach betn Blatt angenommen wird, baß sie bis dahin durch die Bolschasterkonferen; geprüft sein wird, sowie um die Frage des Sicher, Heilspakts auf Grund ber deutschen Vorschläge.
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