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JVs 8).

Sonntag, 12. April 1925.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Drtuf bet Av'.baer AcNenbrurkeret, Fulda-

Hohe Heizknaft. attbewahpi?

ßaubep.billi^, allbeäehp}*

£pei von Hauch. Gepuch und Huß.

Briketts

Ohmstraße

amerikanische ZnnWZnner.

Eine Eigentümlichkeit im wirtschaftlichen und politischen Leben Amerikas besteht darin, daß in

46ÄA Wflh 1 Tabletten

für Länger, Lportsleute, Raucher

Englands und Frankreichs Kolonien

Don Dr. Alfons Nobel.

Th-ater, Musik und Zilin.

w. In Rothenburg an bet

£ x ,Jd)6n erhaltenen mittelalterlichen Stadt.

""".Hfo.**9 historische Festspiel .Der Meister. e18 au'6«^rtJ?t,ben, aber nicht auf einer Bühne, fcb'Pl a*8® und «affen. Danach wird «ch ein historischer 9eft4ua bilden, darstellend den Sin. Lug Lilly» m di« eroberte Stadt tm Jahre 1631.

L . " Vrof. «hraterqefchtchtliche Semmhma, hm deren Ankauf sich Berlin, Hamburg, München und Wien bemühten, wird nun endlich nach München lammen und dort vorläufig un «lara-Ziegler-Museum Wtt untergebracht werdrn. gst,r den Erwerb der jedem «enner der Lheaterwiffenschast wohlver,rauten Samm. ßung de» Leipziger Literarhistoriker, für München ist vesonder» Stof, Halm, der _ Generaldirektor de» Münchener Nationalmuseum», «rngetreten.

aus Gverhefsen und den hefflfchen Aemtern

= Marburg. Da» Sommersemester an der hiesigen Universität nimmt am 15. April seinen Anfang und müssen die Immatrikulationen von diesem Tage an bis zum 6. Mai erfolgen. Spätere Anmeldungen werden nur bei ausführlicher Be> «ründung berücksichtigt. Für da» Belegen der Bor. ssefungen ist der 13. Mai der letzte Termin. Der jDirektor de» orientalischen uns indogermanischen Seminars, Prof. Dr. Phil. Han« Oertel, hat seinen Ruf al« Nachfolger de« in den Ruhestand getretenen Geh. Hofrats Geiger in München ange. mommen. Zum Vorsitzenden de» Volkswirtschaft, ssichen DrüfungSamt« an der hiefiyen Universität wurde Oberbürgermeister Dr. jur. Doigt bestimmt.

= Marburg. In der Stndlverordnetensitzung wurde die durch den Tod der Leiterin der hiesigen .'Gewerbeschule für Mädchen sreiaewordene Stelle bet KaurhaltungSlehrerin Frl. Brunge» au« staffel «vertragen. Am bntten Ostertag findet hier ein «w&et KreiSfeuerwehrtag statt, dem eine U.MUnö hiesigen freiwilligen Feuerwehr voran.

vermischter.

* Ein NnalückSmonat für die Seefahrer war der Januar 1925. Zahlreiche und heftige Stürme verursachten in dem Monat immer wiederschwere See". Nach der jetzt aufgemachten Feststellung sind im Januar insgesamt 138 Schiffe nnterge« gangen, darunter 85 Damp'schiffe. Bon diesen waren 23 amerikanische Schiff', 20 englische, 6 deutsche, 5 italienische, 11 französische, 6 norwegische, 2 portuqiesi'che, 2 schwedische, 2 japanische, 2 chile­nische, l dänische«, 1 niederländische«, 1 spanische», 1 ru fische», 1>k,sche«. 1 ägyptische«. Die übrigen 48 Schiffe, 12 Moorboole und 36 Segelschiffe, kamen teil« zum Sinken, teil» wurden sie durch Brand zerstört. Nicht weniger wie 993 Seeleute kamen im Monat Januar umS Leben.

Mister stasedust. Vor dem Oberrichter in Newhork erschien kürzlich ein Mann namen» Lim­burger und klagte fein Leid. Er gäbe einen delikaten fiafe der gleichen Namen», bet in seiner deutschen Heimat zwar sehr beliebt sei, aber eben deshalb seine Landsleute ständig veranlasse, ihn mit Bezug aus di« Uedereinstirnmung de» Namen» und de» Wohl- peruche« de» Käse»Mister Käsedust" zu nennen. Da« sei ihm aber nachgerade entsetzlich und so bitte er um einen anderen Namen. Der Richter hatte ein Einseben und änderte den Namen Limburger um inSimm", mit 2 m, damit ja keine Anzug« lichkeiten mehr stattfinden.

Eine reg« Bautätigkeit wird au« den V e r« einigten Staaten gemeldet. Besonder» regt sich biet die tzotelindustri--. wegen de» stark zunehmenden Autoveikehrtz. So wurden allen in Detroit in Michigan, einer Stadt von rund 1 Million Be­wohner, die bisher nur ca. 6700 Hotelzimmer auf. wie», in den letzten 18 Monaten 20 neue Hotel» gebaut mit weiteren 6000 Zimmern.

Kanarienvögel at» Schlagwctteranzeiger. I« USA. bat man den Griibenorbeitern Sanarten« vögel gegeben, um sie vor den immer lauerndZ Schlagwe iter kataltrophen zu bewahren. Die Arbeiter führen sie, wie Roger Nielsen inAmerika in Bist bern*, (st. F. Koehler» Antiquarium, Leipzig) zeigt, in Keinen Holzkäfigen mit sich und vertrau-n de» Tierchen al» Warnungsposten unbedingt. Lange bevor die to bringenden Gasarten auf andere Weise festzustellen sind, liegen nämlich die Kanarien­vögel bewußtlos m ihren Bauern und zeigen den Arbeitern an, daß sie sich in Sicherheit bringe» müssen.

Gstterdlenstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Sonntag, den 12. April (Hochheilige» Osterfest). Dom. Kollekte für die St. JosephSkirche. Päpstlicher Segen. Ostet-Kommunion der Jüngling« und Jnngmännet. 1. Brichtgelegenheiten: Kar- Samstag morgen» vonA6 Ubr an, nachmittag» von 23 Uhr für die Kinder. Don »5 an für Er­wachsene. Am 1. Feiertag morgen» von l/,6 an; nach» mittag» nach der Vesper f/,5); am 2 Aciertag morgen# von >/,6 an. 2. Gottesdienste: =/.6,6,«.< u.7 at. M. Do und nach denselben jedesmal Austeilung der hl. Komm. 8 Uhr Pfarramt mit Aussetzung, Prediat und bl. Kommunion der voriajähri'en Erstkommumkanten, V«tC BischSfl. Hochamt mit päpstlichem Seien. */d2 letzte hl. Messe mit Pred. V.2 Oiterandacht mit Segen. 4 Uhr nachmittag» ist bischöstiche Bekper mit Segen Stadlpfarrkirche. Beichtgelegenhert: Sam?tag 37, v,81/-9; Sonntag '/,»>/,8. Kollckte für die St SturmiuSkirche. 5Vi Kommunion, 51/« bl. Messe, 6/< ht. Messe und Oster Kommunion der Jun Itnoe, 8 erster Schulgottesdienst und Pred., 9*'. Hochamt mit Pred. und Chorgesang, 11 Uhr zweiter Schulgd. und Pred., 2*A erste Osterandacht, 4 Uhr Beichtgelegenheit Pfarrkirche zum heiligen Geist. Um 7 Uh, Frühmesse mit Ansprache. 8 Hochamt mit Predigt 5 Andacht. Don 45 und V16« Beicht.,e'egenbeit «everibirche 7 Messe »bteiklrche der Bepebihiiner ienttt. Sonntag? 6 Uhr Conventamt, wochentags sitk stille Messe; */»9 Conventamt, täglich 3 Uhr Vesper. Zriedh»f»K«pelle am ^ranzo enwäldchen. Sonntag 6'/< hl. Messe mit Ansprache und Kommunion-Au?teilun Herz-Jesu-Heim. Sonntag 8 Predigt un) Amt. 2 Ubr GegenSandacht. Mittwoch abends 8 SegenS-Andacht. kkrauenberg. S, >/»v, 6, */t7 und 7 Uhr dl. Messen. 8 Uhr Sinameffe mit Pred. und liturg. Gebeten, s/t9 Terz, 9 feiert Levitenamt mit Predigt noch dew Evangelium, 2 feiert. Vesper mit LegenSgndacht.

2. Osterfeiertag.

vom MA, 6, */i7 und 7 Uhr hl. Messen. Dor und nach denselben jedesmal AuStlg. der hl. Komm. */<7 in der Marientapelle Oster komm, der Mitglieder de» Jugend- und Jungmännerverein». 8 Pfarramt mit Pred./«IO Kathedralamr mit Pred. MAI letzte hl. Messe mit Predigt. *'»2 Osterandacht mit Segen. 4 Uhr nachm. Abendandacht mit Segen. Stflbtplarrhirdie. Kollekte für die St. SturmiuSkirche. 6Vi Komm, 5« hl. Messe, 6*/* hl. Messe un» Komm, der Dienstmädchen- fongregatlon, 8 erster SchulgotteSd. u. Pred., ti*/i Uhr Pfarramt und Pred., 11 Uhr zweiter Schulgottesdienst und Predigt, 2V« Uhr sakramentale Osterandacht. vfanbitche |»m hl. Seift 7 Frühmesse mit Anspr. 8 Hochamt und Predigt. 5 Andacht. So6oltt8t l'»10. Frauenberg. S, l/>6, 6, */»7 und 7 Uhr hl. Messen. 8 Eingmesse mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Ubr Levitenamt. 2 Uhr Predigt und Umgang für die AntoniuSbruderschast. 3 Novizenunterricht. Zriedhos»- hapele an jft«i$«lenwäl6d)tn. Ostermontag 6»Zi hl. Messe mit Kommunion-AuSteilung. Dienstag, 14. April. 7 Uhr hl. Messe mit Ä»mmunion-üluiteilung.

Deutsch-Oesterreichs), ist der einige Erdteil, der restlos einer Macht gehört.

Der amerikanische Besitz Großbritanniens ist konzentriert in Kanada, das mit Neufundland eine Einheit bildet. Seine Lag» ist verkehrspolitisch ausgezeichnet, ist es doch vom Mutterlaude England fast In schnell zu erreichen wie Aegypten.

Wir können zwei asiatische europa- feindliche Machtzonen unterscheiden. Vie eine ist in ihrem Wesenszug macht- und raffenpolt- tisch, ihr Zentrum ist Japan; die ander« ist we- senUich religivnspolitisch. ihr geistige« Zentrum ist Der Islam. An die beiden Machtzonen grenzen die europäischen Kolonialreiche, ja mehr, diese Machtzonen reichen in die Kolonialgebiete hinein. Das machtpolitische Zentrum de» Islam dürfte im Augenblick (mit Rücksicht auf den Kulturkampf An- «Arabien fein. Die Wahabiten. hn Besitz s, Feinde Englands und seiner Vasallen, füh­len sich mit Recht als Träger des heiligen Kriegs. Der ägyptisch-englische Konflikt (bie Ermordung des Sirdar) ist ebenso wie der Krieg Abd-el Krim» mit den Franzosen in Marokko eine Auswirkung dieser islamitischen Machtzone. Das europafemb- liche Asien reicht also über ganz Nordafrika. Das östliche Kampfgebiet ist I n d i en. Doch hier mffchsn sich sofort andere charakteristische Züge in die Si­tuation. Ebenso stark wie der islamische Ein­fluß in Indien ist nämlich seit dem Weltkrieg der japanische. Indien ist bereits die westliche Grenze der zweiten Machtzone Asiens, die die euro­päischen Kolonialreiche bedroht.

' Zählen wir also noch einmal die Gefahren auf, welche dem französischen und englischen Kolo­nialreich drohen: Das mohamedanische Arabertum beginnt sich von dem arabischen Westen bis zum Atlas als Einheit zu fühlen. Selbst siegreiche Kriege in Marokko und diktatorische Maßnahmen in Aegypten werden dieses Einheitsgefiihl nicht zer­stören können. Gelingt aber dem Islam irgend ein Vorstoß, so wird sehr schnell die Gefahrenzone wachsen. Sie wird sich über die Sahara bi» an die Elfenbeinküste und Goldküste ausdehnen, ge­tragen von dem arabischen Händlertum, das bis nach Timbuktu strömt. Erstarkt Aegypten gegen England, so ist ferner der Sudan für England oer- loren und der Seeweg durchs Rote Meer gefährdet. Palästina, Syrien und mehr noch Mesopotamien werden in dem Augenblick von Frankreich und Eng­land nicht mehr zu halten fein, wenn ein erstarktes Aegypten eigene Außenpolitik treibt. Dis japa­nische Gefahr ist durch die Katastrophen, besonders durch das Erdbeben, vorläufig beschworen. Die ernst aber bie Engländer diese Gefahr einjchätzen, beweist eben der Ausbau Singapores.

Der Kampf in Indien jedocl), also in dem Punkt, wo islamische und ostasiatifche Gegensätze sich kreuzen, ist eigentlich schon gegen England ent- schieden. Die Beherrschung Indiens war solange leicht, als die alte soziale Gliederung nach Kasten und Klaffen, nach Bekenntnissen und Sekten dort sich erhielt,., mit andern Worten: solange Indien noch keine Nation war. Den Führern Indiens aber, Gandhi und Das, ist es geglückt, durch Ueberbrürfung sowohl der religiösen wie der kasten­mäßigen Gegensätze aus Indien diese nationale Ein­heit zu machen. Wie lange wird angelsächsische Staatskunst noch die nackten Zahlenverhältnisse auf- wiegen können? Oder bie Frage einfacher gestellt: Wie lange werden noch 100 ÖÖO Engländer 300 Mil­lionen Inder gegen ihren Willen beherschen können?

Gegen bie aus Asien drohenden Gefahren tre­ten vor allem aber auch (und das ist für uns der wesentlichste Punkt) die englisch-französi­schen Gegensätze in Europa zurück. Die beiden Kolonialreiche liegen räumlich so, daß sie aufeinander angewiesen sind. Das englische Afrika ist die Mauer, die da» stanzösische Afrika gegen den Islam schützt. Ganz analog dazu ist Indochina nichts als ein Vorwerk Indiens gegen Japan.

Trotzdem ist die innere Widerstandsfähigkeit beider Kolonialreiche, des französischen und des eng­lischen, nicht gleich, und zwar ist das englische Welt­reich, trotzdem es das größere ist, innerlich geschlof­fener und stärker. Das erklärt sich aus den ver­schiedenen historischen Werden. Das britische Ko­lonialreich ist or g a n i s ch gewachsen. Cs verdankt sein Bestehen dem jahrhundertelangen wirtschaft­lichen und besonders handelspolitischen Wirken der englisch-ostindischen Gesellschaft. Der Staat trat ein schon organisiertes Erde an. Das französische Kolonialreich aber geht nicht auf wirtschaftliche, sondern auf nur politische und zwar machtpolitische Anstrengungen zurück: Als der militärische Ehrgeiz Frankreichs durch die Niederlage 1870 vom Rhein abgedrängt war, richtete er sich, um die Schmach der Niederlage zu vergeffen und wo anders Ruhm und gloire zu holen, auf Afrika. In der Haupt­sache ist das französische Kolonialreich im Laufe des letzten Halden Jahrhunderts entstanden und organi­siert. Das ist fein Nachteil.

Alles in allem betrachtet, haben England und Frankreich in der Welt gleiche Interessen. England kann gar nicht anders, als die französischen Kolo­nien zu verteidigen. Demgegenüber treten euto« päische Gesichtspunkte für England, dessen Reich­tum nicht in Europa, sondern in der Welt liegt, ganz zurück. England muß und wirb immer bereit fein, mit Frankreich gemeinsame Sache zu machen.

zu Stellungen von bedeutendem Ein­fluß gelangen. So ist Walter S. Gisford, der Präsident der amerikanischen Telephon- und leie« graphengesellschaft, erst 40 Jahre alt. Um sich eine Vorstellung von dem Unternehmen zu machen, mutz man sich vergegenwärtigen, "daß die Gesellschaft über 15 Millionen Telephone und über ein Kapital von 2 Milliarden Dollar verfügt. ch- D. Gid- s o n, der Präsident eines New Yorker Danktrustes, ist erst 43 Jahre alt. Er war schon während des Krieges Präsident des amerikanischen Roten Kreu­zes. _ Ein anderer Mann, der in verhältnismäßig Jungen Jahren zu großem Einfluß gelangte, ist John Hertz, der nun 42 Jahre alt ist. Er ist der Leiter eines Riefenunternehmens, welches Motor­fahrzeuge herstellt und ein Kapital von 25 Millio­nen Dollar besitzt Der Abstammung nach ist Hertz Oesterreicher; er begann feine Laufbahn als Zei- ttungsjunge und Zeitungsreporter. Zwei der Eifenbahnkvnige Amerikas seien hier noch genannt: iMr. Kittle, der als Wasserträger begann, und Oras P. van Sweringen. Beide stehen erst ich 44. Lebensjahre. Der jüngste unter den Jungen ist jedoch 6. P. Gilbert, der General­agent der Reparationskommission, der damit be­auftragt ist, bie Durchführung des Dawes-Abkom­mens zu überwachen. Er zählt erst 32 Jahre. Cs ist kaum zehn Jahre her, daß Gilbert feine Stu­dien beendet hat, und heute bekleidet er bereits einen der verantwortungsvollsten öffentlichen Po- ften in Europa, ein Umstand, der sich nun aus der hervorragenden Tüchtigkeit dieses noch sehr jungen Mannes erklären läßt. Die allgemeine Verwen­dungsmöglichkeit des Radios ist der Erfindung feines anderen jungen Amerikaners zuzuschreiben, Edwin A r m st r o n g, der auch erst 33 Jahre alt kst»

Man erkennt: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten . . .

Dennoch sollten wir nicht in den Fehler ver­fallen, nun in demütiger Zerknirschung diese ameri­kanischen Wundermänner zu betrachten. Auch außerhalb Amerikas wird man Beispiele genug finden, die zeigen, daß junge Männer Außerordent- e leisten. Das Genie ringt sich durch, in an-

Ländern so gut wie in Amerika. Als sich leon im Jahre 1804 zum Kaiser der Fran­zosen erheben ließ, war er 35 Jahre alt, als der Löhne Korso auf dem Gipfel seiner Macht stand, war er erst 40 Jahre alt. Europa lag zu seinen Füßen. Als Einstein die Relativitätstheorie entdeckte (1913), wodurch das Weltbild eine völlige Wandlung erfuhr, zählte er 34 Jahre; Thomas Mann gründet feinen Namen heute noch auf den klassischen impressionistischen RomanDie Budden­brooks", den er mit 25 Jahren schrieb, und Schiller dichtete das in seinem Aufbau mustergültige Drama Die Räuber" im Alter von achtzehn Jahren.

Also behält Den Akibar wieder einmal recht: Es ist alles schon dagewesen ., Dc. I. W.

England und Frankreich sind die einzi­gen weltpolitisch bedeutsamen Kolonialmächte Euro­pas nach dem Weltkrieg geblieben. Sie beide sind Mutterländer gewaltiger Reiche, die sich über den ganzen Erdball erstrecken. Des englische Weltreich umfaßte 1920 ein Gebiet von 36 Millionen Ouad- rattilometer Umfang, das Kolonialreich Frankreich ein Gebiet von 12 Millionen Quadratkilometer. England gebietet über 455 Millionen Menschen, Frankreich über 53 Millionen. Die Bedeutung dieser Zahlen wird erst durch Vergleiche Rar. Ge­samteuropa hat nur 19 Millionen Quadratkilo­meter Umfang und die Zahl der Bevölkerung Europas erreicht noch nicht die des engllschen Welt­reichs. Auch das französische Kolonialreich fft an Umfang noch größer als Gesamteuropa.

Wie fest sind die beiden Kolonialherrschaften ge­fügt? Werden sie gemeinsam verteidigt werden können? Das sind einige der wichtigsten Fragen für den, der die ungeheure koloniale Ausbreitung Frankreichs und Englands betrachtet.

Bezüglich der inneren Festigkeit der territorialen Komplexe bedenke man ihre geographische Lage. Zunächst das kleinere, bas französische: Es besteht in der Hauptsache aus einem afrikanischen und einem asiatischen Teil. Der afrikanische besitzt eine beneidenswerte Geschlossenheit: Rings um die Sahara gruppieren sich die Frankreich ge­hörenden Küstenstriche und auch die Sahara ist in ihrem größten Teil französisches Territorium. Die Küstenstriche sind im Norden Marokko. Algerien und Tunis, im Westen Senegal, Guinea, im Süden die Elfenbeinküste, Togo, Dahomeq, ferner Kame­run und französisch Kong». Das ist eine kompakte Ländermasse, ein militärisch, verkehrspolitisch und wirtschaftlich nicht zu überschätzender Vorteil, der freilich erst dann ganz ausnutzbar ist, wenn es glückt, die Sahara als Hindernis zu beseitigen. Das ist verkehrspvlitisch in nächster Zukunft zu lösen, mögen auch die ersten französischen versuche, stän­dige Flugverbindungen und Autolinien durch bie Sahara zu legen, gescheitert fein. Auch wirtschaft- sich wird eine wenigstens teilweise Erschließung der Sahara, zum mindesten eine Ausbreitung und Ver­mehrung der Oasen bei vervollkommneter Technik nicht unmöglich sein.

Der asiatische Kolonialbesitz Frankreich» fft Indochina. Er umfaßt etwa 17 Millionen Men­schen. Wirtschaftlich läßt er sich in drei Gebiete zer­teilen: Ein Reisgebiet, das Cochinchina und Kam­bodscha umfaßt, ein Zucker- und Teegebiet: Annam sowie endlich Tongking, in dem Landwirtschaft, Bergbau und Industrie gleichmäßig entwickelt sind. Um Cochinchina gruppieren sich eine Anzahl zer­streut liegender Kolonien in Indien und dem pazi­fischen Inselgebiet. Die bedeutendsten außerhalb dieser Ländermasfen französischer Territorien sind Madagaskar und Syrien.

Das englische Weltreich besitzt einen gänzlich andern Aufbau. Es mag auf den ersten Blick zer­stückelt erscheinen, ist es doch auf alle Erdteile zer­streut. Doch besteht in jedem Erdteile eine konti­nentale Geschlossenheit und eine Geschlossenheit des Ganzen in Bezug auf das Mutterland durch aus­gezeichnete verkehrstechnisch und strategisch vervoll­kommnete Verbindungen.

Das afrikanische Gebiet Englands siegt in seinem größten Teil östlich des französischen Afrika. Wie dieses hängt es räumlich zusammen. Aegyp­ten und Südafrika sind ja durch eine Länderbrücke, die über den Sudan, Dritisch-Ostafrika, Deutsch- Ostafrika und Rhodesien führt, miteinander verbun­den. Westlich dieser Länderbrücke liegen als En­klaven im französischen Gebiet die Sierra Leone, die Eoldküstr und Nigeria. Das Ziel, das Frank- reich erst nach langer und mühseliger Arbett wird erreichen können, nämlich ein direkter Verkehrsweg von Norden nach Süden, ist England in naher Zu­kunft gesichert; denn die Vollendung der trans- afrikanischen Bahn von Kairo nach Kapstadt ist nur eine Frage der Zeit.

Der asiatische Besitz Englands hängt raum- sich fast mit dem afrikanischen zusammen, grenzen doch die indische Westküste und die afrikanische Oft- küste an dasselbe Meer, den Indischen Ozean. Eine Länderbrücke von Aegypten über Palästina, die ara­bischen Vasallenstaaten, Mesopotamien, fft wenig­stens bis zum Persischen Meergolf vorhanden. Die Seeverbindung sichert Aden. Oestlich Indien vor­gelagert liegen die Besitzungen auf der Halbinsel Malakka (Singapore) und Nord-Boneo. Indien selbst ist das wertvollste Kolonialgebiet, über das eine europäische Macht verfügt, halb so groß wie Europa mit der dreifachen Bevölkerung der Ber­einigten Staaten.

Bedenkt man, daß der Seeweg von Aden sowohl wie von Kapstadt bis nach Australien fein fremde Küste berührt, bedenkt man ferner, daß fast alle In­seln des Indischen Ozeans britisch sind, so kann man auch Australien noch als räumlich mit dem afrikanischen und asiatischen Besitz verbunden er­klären. Jedenfalls schiebt sich keine fremde Macht dazwischen. Australien mit dem vorgelagerten Neuseeland, heute noch grotesk unterbevölkert (be­sitzt doch Australien, das fast so groß wie die Der- einigten Staaten fft, nicht einmal die Bevölkerung

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