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M 83.

Donnerstag, 9. AprU 1925.

Fuldaer Heilung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer SlcUeudruckerel, Fulda.

Orientierung

590

den Jahren 1913—23 eingereichten

den Jahren 1913—23

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All alle KullM-WWer

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Damit in dem heißen Wahlkamps für

h l Die größte Freude zu Osten

Alle irrShjahrs-Meuheiten

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BerufSumlerng. v. KriegSbesch.

bereiten Sie sich und Ihren Angehörigen durch Kauf Ihrer Frühjahrs-Schuhe im

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374 392

Am 26. April wird eine heiße Wahljchlachl stattfinden; gilt es doch, einen wii digcu Man« als Vertreter unseres Balkes zu wählen. Für uns kommt nur die Person d.s bewährten Führers

geheilt

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8,7 13851 22,0

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tm Jahre

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1913 23

Von den in und erledigten

■ Erfolg des Heilverfahrens vor. lassen:

* Die Rache an den Wölfen. In Minnesota (Nordamerika) llaib die er Taee ein Mann, der sich eine seltsame Lebensaiifgabe gestellt hat. Als er 29 Jahre alt war, wurde sein kleines Töchterchen in der Prärie von Wölfen überfallen und getötet. Nun schwor er den Wölfen Rache. 40 Jahre stellte ct ihnen nach, und er hat jährlich etwa 40 Wölfe, im ganzen 1200, abieschossen. Erst in den letzien .fahren hat tr, durch Altersschwäche gehindert, lein: Racheakte aufgegeven. Er ist 69 Ja re alt gewarö en

Die Heilverfahren bei der Knge- stelltenversicherung.

Keine Stimme verloren geht wenden wie uns an alle Hochw. Herren Pfarrer und an die Eltern, d.ß sie doch die nach den Bädern abwandernden Hcusd euer, Köchin« neu, Zimmermädchen usw. wiederholt aufmerk­sam machen, daß sie sich um ihre« Stimm­schein kümmern.

Zweierlei ist erforderlich: 1. Entweder müssen die in den Badeorten ankommenden Wähler sofort sorgen, daß sie dort in Die Wählerliste eingetragen werden. 2. Wenn diese Frist schon verstrichen ist, wollen sie sich umgebend Den Stimmschein von ihrem bisherigen AusenthallSort besorgen. Wer in den letzten 10 Tage» vor der Wahl aüreist. wolle sich Den Stimmschein mitnehmen.

Diese Hinweise richten wir auch an Die Orts­gruppen der Zentrumspartei in allen Badeorten, mit der Bitte, sie möchten doch rechtzeitig für Die Be orgung D.r Stimmscheine für aile zureisenden D en tboten sorgen.

Alle Parteifreunde, welche am Tage der Wahl nicht im Wohnort sein können, wollen doch d.m Stimmschein mitnehmen.

Keine Stimme darf jör Marx Mmn gehen

urb Bücher ruppon verwiesen wirb, bie nach bcn an­gegebenen GcsichiSpunlten zunächst auszuwählen wären. Dazu treten noch leicht verstänbliche -seichen, die be­sagen, ob ein bestimmtes Buch Gebildeten Vorbehalten bleiben mutz oder ob es für doS Land oder die Iuecno in erster Linie in Frage kommt. Sa wird das Der- zeichn 8, daS sämtliche Gebiete der Literatur berück, sichligt, ein Fühier durch den heutigen Büchermarkt, wie er im katholischen Deutschland kaum wieder zu finden sein dürste.

Beim Durchblättern dieses handlichen und überaus praktischen Kalalo es wild man sich vergeblich fragen, warum dieser Führer für das katholi'che Haus nur den ca. öCO 000 Mit liedern des Dorromäusvcreins Vorbe­halten bleiben soll. Wäre cs nicht zwcckmätzii, diesen Literaiurfahrcr in viele Hunderitausend Kamillen zu bringen auch wenn sie nicht gerade durch Mltglledschast mit dein Verein verbunden sind? Die Herausgabe eines solche» Verzeichnisses ist bei der heutigen tast unubcrsicht.lchen Bücherproduktion allein schon eine Tat. In Hunderttausenden von Exemplaren ver­breitet, mützte er ein Schrittmacher für das gute Buch werden, wie er wirkiamcr kaum gedacht weiden kann Der Borromäusvcrtin würde gewitz Mittet und Wege finden, das Verzeichnis zu einem billigen Preise auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Man wende sich an die Zenirale des Borro» mäusvereins Bonn a. Rh., Wittelsbacherring 9.

b i g en Heilverfahren wurden durchgeführt: in liun,.enbeil|iätten in Sanatonen in Bädern

Wilhelm Marx

in Betracht, Der Durch seine Taten geze'gt hat, Daß tr Der beste Freund Des Deutschen Volkes ist.

Lungenheilverfahren v. H.

Ludere Heilverfahren v. H.

362 482 Anträgen auf Einleitung eines Heilverfahrens sind 64 Prozent bewilligt und 36 Proz. adgelehnt oder anderweitig (durch Zurück­nahme, Tod usw.) erledigt worden.

Lin neuer Literatursührer für das katholische Haus.

Das diesjährige Gabenverzcichnis deS Dorromäu?» Vereins, das soeben etfcl’eint und Örn Mitgliedern deS Vereins zu dem erstaunlich billigen Vreise von 10 Pfg. ab egeben wird, überrascht, wie zu Beginn les Jahres fein Vereinsorgan, „bie Bücherweit", durch seine neue Aufmachung und seinen gediegenen Jnbait. Nickt nur, datz Artikel und Bilder vom Borromäusverein sowie Aussprüche bedeutender Persönlichkeiten über Buchdruck, Presse, Bücher, Lesen und Bildung das Ganze um­rahmen: dieses Vahr wurde erstmals der Versuch ge­macht, den Mitgliedern selbst Winke für zweckmätzige GabenauSwabl an die Hand zu geben, indem einmal deutlich die Ausmerksamkeit darauf hin eleukt wird, welche Bucher denn zimächst zum Grundstock ui b zum eisernen Bestand einer jeden katholischen Hau-bücherei geboren. Diese Gesichtspunkte weiden nicht nur theo­retisch vorausgestellt, fenbern auch durch da? ganze über mebr als 100 Seiten sich erstreckende und mehr als 3000 Nummern nmiassen^e Gabenverzeichnis durchgeiührt, indem bei den einzelnen hstematisch ge- ordneten Abteilun'en immer wieder auf jene Bücher

katholische wett.

— Znternaiionaler Fonqrth ter kath. Mädchen chutz. öereine. Der zlnreruationaw Kon reß der Katholischen Mädchenschiitzvereine, der im Mai d. I. in Luxem, bürg statlfinden ft Üte, ist auf das Jahr 1926 ver- schoben woroen. Mit dieser Entschlietzung trä, t die Kongretz.eituni den Wünschen weiterer Kreise Rech, nuni, die im Heiligen flahr nach Rom pilaern wollen und dadurch an der Teilnahme am Kongreß verhindert werden tonnten.

v. S. v. H v. S. b. S. ö. H.

Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte kann ein Heilverfahren bewilligen, um die drohende Derufsunfähigkeit eines versicherten Angestellten abzuwenden oder um den Empfänger von Ruhe­geld wieder berufsfähig zu machen.' Wie sehr das Heilverfahren von feiten der Angestelltenschaft bei dem stets steigenden Maß an Ansprüchen an ihre Arbeitskraft infolge der zunehmenden Arbeits­intensität, in den letzten Jahren beanspruäst wurde, zeigt folgende Statistik:

Missions-Gsterspende

im Sinne Des 1)1. Vaters.

Man Weihbischof Sr. Herrn. Jos. Sträter (Aachen).

3n dem geheimen Konsistorium, bas in Rom am 31. 2>orz 1925 abgehalten wurde, sprach der hl. Vater seine v>'euoe darüber aus, datz bie Vatikanische Missionsaus- lUlung so glücklich gelungen sei und alle Erwartungen ubirtrossen habe. Sie Ausstellung bringe bie Einheit un 'Universalität der Kirche zum Ausbruck.

Papst Pius XI. hat vom ersten Jahre seiner Regie- an den Fragen der Glaubensoerbreitung seine hochite Aufmerksamkeit geschenkt und lägt keine (Belegen» , "arübergehen, die katholischen Missionen in Wort un! Tat zu unterstützen. Das scharfe Ringen um bie See .en der Völker, das gerade nach dem Kriege in ver» starckem Matze eingesetzt hat. zwingt die katholische Kirche, dem Missionswerk alle Kräfte zu widmen. Es nw|j sich bei jebeni Katholiken bie Ueberzeugung fest. rti<n» aatz er in irgend einer Form an der Weltmission niiljuroirten hat, sei es durch aktive Missionsarbeit als Gliiubensbote oder Missionsschwester — jedoch nicht jeder empfängt die hohe Gnade des Missionsberufes — od.'r durch Gebet und Opfer in der Heimat. So ver­stehen wir das dringende Wort des hl. Vaters vom Jahre 1924: „Sagt es allen, datz mir, dem Papste, nichts so sehr am Herzen liegt, wie die Missionierung der Welt, die Verbreitung des Glaubens.' Das Jubeljahr 1925

i we- M schihhans Jean logier Frle8rkh$lra8e 10 |

Reichhaltigste Auswahl bei äusserst mässigen Preisen.

Gottesdienstorönnng.

Katholischer Gottesdienst.

Gründonnerstag, 9. April.

Dom. Von V 6 ab Ge e ienheit zur hl. Beichte. Die hl Kommunion wird jede halbe Stunde aus eteilt. 8 Bischöfl. Hochamt m. Werde der hl.Oele, nachinitt. 4 Mette, danach Andacht in der Manenkapelle. — Skadtpfarrltrche. Kollekte für das hl. Land. (Stieren- heit zum beichten Mittwoch 4—7 Uhr, l/i8—Vi9 Uhr, Donnerstag von 6-V 8 Uhr. Die hl. Kommunion wird um 6 u dann jede halbe Stunde gespendet. 8 Amt, hierauf stille Anbetuna im hl. Grab. 6 Schlußandacht. — Pfarrkirche zum HI. Geist. 7 Austeilun r b. hl. Komm., Beichte u 8 Hochamt, stille Anbetun', 5 Scblutzandack't. — reoerikirche. '/-8 Aussetzunn, 6 Schlutzandacht. — Nonnen, firrfie. Mor en? '/,7 feierliches Amt — Michaels- kirche Aussehung des Allerhl. im .bl. Grab- von mittags 12 bis zur Schlutz-A. abends '/,6, ebenso Kar» f rer taa von morgens6bis-ur Schlutz-A. abends V,6.— Frauenberg. Bon » ,6 an Gel^'enheit zum Empfang der hl. Sakramente. 8 feierliches Amt mit General­kommunion; nach dem rimte Uebertraguna des Aller» heiligsten zum Grabe, wo dasselbe zur Anbetung aus» gesetzt bleibt bis zum Schluh des Gottesdienstes am Kaiireitag. Nachm 2 Zereuwnie der Futzwaschuiig, */i5 Trauermetten, 7 öffentliche Betstunde.

Evangelischer Gottesdienst.

G rün donn erstaa, 9. April. Fulda. Vorm. 9'-', Sup. Nubl (HI. Abendmahl.) — Großenlüder. Vorm. 9'/, Pfarrer Weber.

Karfreitag, 10. April. Fnlda. Vormitr. 9*/i Pfarrer Weber, nachm. 2 Sup Rudi. — vad Salzschlirf. Vorm. 9*, Sup. Ruhl. — Schloh viebersle.lt. Vorm. 9 Pfarrer ß c Hoffmann.

Lvangel. landrrlrirchl. Gemeinlchast, 5ulda. ButflarSr. 17.

Karfreitag, 10. April. Abends 8 Uhr Evangeli- saticn.

Zur Durchführung der bewilligten Heilverfahren hat die Reichsversicherungsanstalt mit Lungenheil, flattert, Sanatorien und Bädern in allen Teilen des Reiches Abmachungen zur Aufnahme der Ver­sicherten getroffen. Don den bewilligten st ä n d i-

soll nach dem Wunsche des hl. Vaters auch ein Missions» fahr werden, b. h. ein Jahr, in welchem wir in beson. derer Weiss der katholischen Missionen gedenken unb dafür opfern. Daher richten wir an bie Katholiken Deutschlatids den Aufruf, in der Osterzell, wo uns Pas­sion unb Ostertag so eindringlich an unsere Erlösung ge­mahnen, der llnerlösten in den weiten Heidenländern zu gedenken, für sie zu beten und wenn möglich ein Opfer für das katholische Missionswerk zu spenden. Die- ses Opfer vermittelt der päpstliche Verein der Glaubens. Verbreitung, bei uns bekannt unter dem Namen „Fran­ziskus Xaveriu s-M t f f i o n s v e r e in* Aachen, Postscheckamt Köln Nr. 47 860. kEine Zahlkarte liegt der heutigen Ausgabe unserer Zeitung bei.)

würde bedeuten, daß wir nicht nur auf Elsaß-Loth- ringen, sondern auch auf Eupen-Malmedy verzich­teten, daß also eine Forderung des Rechtes in den Hintergrund gestellt würde. Das ist ein schwer zu tragender Gedanke. Andererseits würde für den Osten eine derartige Grenzfestlegung zwar nicht zu­gebilligt, indessen die Regelung dieser Frage auf diplomatischem Wege zugesichert. Ob dieses Ziel überhaupt zu erreichen wäre, ist angesichts der agreffiven Politik, die gerade infolge Dckanntmcr» dens der Grundzüge dieses Sicherheitspaktes ge­genwärtig in Polen wieder getrieben wird, außerordentlich fraglich.

Deutschland ist durch seine eigentümliche geogra- graphische Lage zweifellos weltpolitisch in einem großen Nachteil. Andererseits ist es gerade dieser Lage willen für die Mächte ein begehrenswertes Objekt. England hat nun einmal ein Interesse daran, auf dem Kontingent keine Macht die Ob-r- oder gar Alleinherrschaft ausüben zu sehen. Ins­besondere kann England unmöglich Frankreich die Rheingrenze zubiligen. Das ist auch ein Grund dafür, daß England den Abschluß eines Sicher­heitspaktes unter seiner Garantie ganz besonders betreibt, und es ist ja auch gar kein Geheimnis mehr, daß die Grundzüge dieses jetzigen Strese- mann'schen Vorschlags auf englische Anre­gungen und Gedankengänge zurück­gehen. Liegen für Englands Stellung nach der Festgrenze mehr politische Gründe vor, so nach der Ostgrenze mehr wirtschaftliche. Dort kann England ebenfalls nicht dulden, daß sich eine französische Vorherrschaft breitmacht, die Polen lediglich als Instrument für das wirtschaftliche Vordringen in Rußland benutzt.

Man mag aber die Dinge ansehen wie man will: Wir werden wieder zu der alten Politik des Anschlusses nach Osten zurückkommen müssen. Und drese Politik muß andererseits, nicht etwa aus ge­fühlsmäßigen, sondern lediglich aus r e a l p o li­tis ch e n Gründen heraus, so geführt werden, daß sie nicht mit England in Kollision kommt. Das ist die Bismarck'sche Politik, die bereits davon aus­ging, daß der unversöhnliche Gegner im Westen steht und daß, solange noch keine Versöhnung und Verständigung möglich ist, der Weg nach Osten offengehalten werden muß. Nichts war gefährlicher, als das Verlassen dieser politischen Linie, und die Nichterneuerung des Rückoersicherungsvertrages mit Rußland war ja im Grunde die Einleitung zu der Politik, die dann zum Weltkrieg führte.

Die Frage der „Orientierung" Deutschlands wird nun erneut ausgenommen werden müssen, und dabei steht diejenige nach Osten wieder mehr im Vordergrund; denn es liegt ja auf der Hand, daß je mehr wir Einfluß nach Osten hin haben, umso stärker unsere Stellungnahme nicht nur ge­genüber Frankreich, sondern auch gegenüber Eng­land ist. Die Politik, die gerade, in Voraussicht der Wirkungen eines Sicherheitspaktes nunmehr be­trieben werden muß, wird entscheidend dafür fein, welche Rolle in Zukunft das Deutsche Reich in der Welt spielt und ob es Deutschland gelingt, seine jetzige, wenn auch nur geschwächte Position im Rat« der Völker, wieder zur achtungsgebietenden Stel­lung auszubauen.

Kunft und Literatur.

— Staittpreife iiir Kunft. Wie der amtliche Preutzi. schs Pressedienn mitteilt, haben sich um bie feit Be- stehen der Goldwährung wieder in Kraft getretenen zwei Staatspreise der Akademie der Künste nicht weniger als 48 Mrler und 19 Bildhauer bemüht. Die Preise wurden dem Maler DoerrieS.Hannover unb dem Bildhauer Henselmann zugejprocken.

Während der Inflation war die Heilbehandlung bei der Angestelltenversicherung wie alle anderen sozialen Institutionen aufs äußerste gefährdet. Erst die S t a b i l i s i e r u n g hat es wieder möglich ge- macht, daß in ihr die gleichen Leistungen gewährt werden können wie vor dem Kriege. Das konnte erericht werden, ohne daß der Beitragssatz zur An- gestelltenversicherung im Vergleich zur Vorkriegs­zeit erhöht worden wäre. Die soziale Belastung der deutschen Wirtschaft durch die Angestellteiiver- sicherung ist im Gegenteil heute g e r i n g e r als in der Vorkriegszeit. Sie betrug im Jahre 1913 150 Millionen Reichsmark, im Jahre 1924 nur 100 Mil­lionen. Der Unterschied in der Höhe und Dauer der Versicherung wird dadurch ausgeglichen, daß zu dem Grundbetrage wieder ein Steigerungssatz in Höhe von ein Zehntel der feit dem 1. Januar 1924 geleisteten Beiträge tritt.

Die durchschnittliche Dauer der Kur betrug im Jahre 1923 in den Lungenheilstätten 80 Tage, in Sanatorien 35, in den in Bädern gelegenen Sana­torien 29 und in den Kurpensionen 34 Tage.

Aus den Jahren 1913—20 liegen für insgesamt 102 650 ständige Heilverfahren, Angaben über den

Von einem c.-u...F

Der Streit um Deutschlands Orientierung, ob nach Westen oder nach Osten, der eine Zeitlang alle Gemüter in Atem hielt, ist feit geraumer Frist zuruckgetreten. Diejenigen, die für die Fühlung­nahme nach Westen sich einsetzten, konnten keine Ermutigung für ihre Bemühungen in der Haltung Frankreictzs auch unter dem Herriot-Regime gegen­über der Ruhr- und Räumungsfrage erblicken, und diejenigen, die sich für die Annäherung nach Osten einsetzten, haben erkennen müssen, daß die Vor­bedingungen hierfür ebenfalls noch nicht geschaf­fen sind. Die Hoffnungen, die man auf den Ver­trag von Rapolla in wirtschaftlicher Beziehung hegte, haben sich nicht erfüllt. Rußlands Wirt­schaft liegt darnieder. Ter russische Markt wäre an sich gewiß ausnahmefähig genug, aber der russische Kredit ist vollkommen erschüt­tert. Am charakteristischsten aber für Rußlands Wirtschaft ist die Tatsache, daß dieses Land, das ehemals Millionen Zentner Getreide nach allen Ländern der Erde schicken konnte, heute genötigt ist, in New Pork und Ehicago Niesenguanten von Getreide zu kaufen, um das eigene Land zu ernähren!

Es hat eine Zeit gegeben, in welcher eine Ver­bindung mit dem Osten als gegebene politische Linie angesehen wurde, um Deutschland nach dem Westen wieder fre« zu machen. Diese Hoffnungen sind gewiß heute noch nicht aufgegeben. Sie sind freilich auf das stärkste z u r ü ck g e t r e t e n. Daran ist auch Rußland selber schuld, das die kommuni­stische Propaganda außerhalb seiner Grenzen nicht aufgeben will. Freilich halten sich dis offiziellen Stellen zurück, es ist aber erwiesen, daß die Pro­pagandagelder mit Billigung dieser Stellen aus- gegeben werden. Wer über den Zustand der kom­munistischen Partei unterrichtet ist, der weiß ganz genau, daß die Frage der bolscksewistischen Agi­tation in Deutschland nichts anderes als eine Geldfrage ist. Solange die Mittel von Ruß­land nicht fließen, sind die deutschen Bolschewisten zur Aktionsunfähigkeit verurteilt. Würde aber die Moskauer Internationale die entsprechenden Geld­mittel aufbringen können, so würden wir in Deutschland von kommunistischer Seite her Dinge zu gewärtigen haben, die in der Tat unser ganzes staats- und wirtschaftspolitisches Gefüge ins Wan­ken bringen würben. Es ist aber auch ein Kennzei­chen der wirtschaftlichen Situation des heutigen bolschewistischen Regimes in Rußland, das es ge­nug mit den Sorgen zu tun hat, für feine eigenen Bedürfnisse die Geldmittel zu beschaffen, und daß es auf Propaganda nicht mehr allzu viel verwen­den kann. Hat doch dieser Tage selbst Sinowjew, der bolschewistische Propagandachef für Europa, der als die nächste Etappe der bolschew.stischen Weltreoolution Deutschland bezeichnete, zugeben müssen, daß die nach dieser Richtung hin gehegten Hoffnungen irrig waren, so daß auf eine baldige Wirkung dieses Faktors nicht mehr zu rechnen sei.

Nun ist durch den S i ch e r h e i t s p a k t dis Frage der „Orientierung" Deutschlands wieder auf­gerollt worden, und zwar von einer ganz neuen Seite her.. Wenn der Sicherheitspakt Wirklichkeit würde, bann wäre für den Westen gewissermaßen eine Versteinerung der Grenzen gegeben. Das