Anzeiger für die Stadt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakt
nr. 81
Dienstag, 7. April 1925,
flne»C"t8 0,20 fflolbtttarf: Met(amexetle total 0.60 Qtolbmorf tO T.i.». auswärts OLO Goldmark. .. JUfJl y
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Der Gegenkandidat.
Verantwortlich für bie Schriftleitun«: Tr- Jobannes Kramer. Anzeigen: I. P arzeller, Fulda. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Tetiendrvckerei in Fulda. Fernldrechcr 9Jt. 9.
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2m Zusammenhang mit den Kammerwahlen hat Ministerpräsident Theunis (der langjährige Bundesgenosse des Herrn Poincare) um 11.30 Uhr abenbs dem König dis Eesamtdemisjion des Kabinetts überreicht.
tholiken unentbehrlich ist. Nicht um den konfessionellen Frieden zu stören, sondern um Friedens- brechsr in den Schranken zu halten! Auf gnädige Duldung dürfen wir uns nicht verlassen (das lehrt uns die Kirchengeschichte des letzten halben Jahrhunderts), wir müssen eine politische Macht bleiben, wenn wir unsere Gleichberechtigung uns sichern wollen. So denken 4 Millionen Zentrumswähler in Deutschland und die mannigfaltigen Versucl)S, diese Millionen zu zersplittern, die auch in dem bevorstehenden Wahlkampf wieder gemacht werden, können ihre Ueberzeugung nicht erschüttern. Sie werden zusammen halten, nicht weil sie die Partei über alles setzen, sondern weil sie sich eine glückliche deutsche Zukunft nur vorstellen können, wenn Gerechtigkeit die Grundlage des Reiches ist.
Marx und -er Volksblock.
Reichspräfidentfchaflskandidat Dr. Marx gibt eine Erklärung ab.
5n einer Besprechung der Vertreter der im Volksblock zusammengeschlossenen Parteien erklärte sich der Reichskanzler a. D. Dr. Marx zur Annahme der Reichspräsidentschäftkandidatur bereit, indem er unter anderem erklärte:
Linkswahlen in Belgien.
Das Kabinett Theunis tritt zurück.
wtb Brflffel.6. April. (Tel. der Belg. Telegc. Agentur). Das Ergebnis der gestrigen Wahlen für K a m m e r und S e n a l läßt sich zurzeit noch nicht vollständig übersehen, da die Auszählung der Stimmen infolge der großen Anzahl der Listen in allen Landkreisen und infolge der großen Wahlbeteiligung nur langsam vonstalten geht. Erkennen läßt sich jedoch, daß die Sozialisten fast im ganzen Land Erfolge davongetragen haben. Die äußerste Linke hat den Liberalen, deren Lage e r n st l i ch g e f ä h r d e t ist, und auch den Katholiken in verschiedenen Wahlkreisen Wandale abgenommen. Heber die gewählten Persönlichkeiten läßt sich zurzeit noch nichts mitkeilen.
Belgien scheint diesmal dasselbe zu erleben, was sich bei den letzten Wahlen in Frankreich abgespielt hat. Die unter dem Eindruck des gewonnenen Krieges gewählte Kammer hat abgewirtschaf- tet. Die liberalen Nationalisten müssen den Sozialisten weichen. Die belgischen Katholiken dursten, nach bbiger Meldung, im großen ganzen ihren Besitzstand behauptet haben.
Feldmarschall auch als Reichsoberhauvt für geeignet halten würden. Es schien von vornherein ausgeschlossen, daß Hindenburg sich zur Kandidatur, einer ausgesprochenen Kawnskandidatnr der Rechts- Parteien, hergeben würde. Der Versuch der Deutschnationalen, Hindenburg in den politischen Tageskampf hineinzuziehen, bewies lediglich, daß der Rechtsblock selbst nickt mehr an einen Erfolg seines ersten Kandidaten Jarres glaubt und in seiner Not zu den seltsamsten Reklametricks greift, um noch ein paar Tausend Wähler zu gewinnen.
Hindenburg lehnt ab.
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Wie oft ist vor dem ersten Wahlgang aus dem Lager des Rechtsblocks mit allem Nachdruck bei» funbiflt tDorben: Jarres wird auch für den zweiten Wahlgang aufgestellt. Immer wieder wurden dahin lautende Beschlüsse der zuständigen Stellen mitgeteilt. Und wie kam's: Wenn jetzt der greife Generalfeldmarschall v. Hindenburg sich zu dem Auftrage hergegeben hätte, den ihm aus Verlegenheit die Rechtspolitiker anzubieten wagten, so wäre Jarres ohne Sang und Klang in o e r Versenkung verschwunden. Es ist wirklich für Herrn Jarres selbst ein bitterer Vor- gang gewesen, daß im Reichsblock außer den sngr- "n Freunden Stresemanns niemand von seiner Aufstellung für den entscheidenden Wahlgang etwas wissen wollte. Er, der angeblich schon vor dem ersten Wahlgang endgültig für den zweiten Wahlgang aufgestellt sein sollte, wurde bis heute noch nicht proklamiert. Es wurde verhandelt und ver- ist die endgültige Beschlußfassung aus Mittwoch vertagt worden. Die Deutschnationalen hoben inzwischen den entschlossenen Versuch gemacht, von Jarres loszukommem | -Nü 9 Stimmen gegen nur 3 der schwerindustriellen Jarres-Fre"nde faßten sie am Samstag den Beschluß, den Generalfeldmarschall von Hindenburg zu ersuchen, sick für den Kampf um die Präsidentschaft zur Verfügung zu stellen. Eine D e p u t a - 0 n von ' "ei deutschnationalen Führern begab sich nach Hannover, um mit Hindenburg über diese Angele^nheit zu reden. Von Hindenburg erhofften sie sich einen Wahlerfolg. weil sie glauben, s politisch ungeschulte Deutsche
den als Menschen mit Rech, pachteten hochbetagt-n I
i mit diesen Problemen in Berührung Auch in der Frage I des Konkordates, die verständlicher Weise vielen neue Beschwerde macht, wird die Entscheidung niemals beim Reichspräsidenten, sondern immer beim Kanzler und seiner Regierung liegen.
Zum Dritten aber muß heute, da wir eben erst in den Anfängen der Befestigung unseres Staates und des ganzen Wiederaufbaues stehen, die Notwendigkeit un> feier Gesamtstaatspolitik allem anderen voranstehen.En:. I 'checkend ist, daß wir ein Reichsoberhaupt bekommen, das den heutigen Staat bejahrt und die bisherige Arbeit fortsetzen will. Dies zu erreichen, gab es keinen anderen Weg als den Zusammenschluß der republikanischen Parteien, gibt es keinen anderen Weg als den Sieg dieser Parteien nm 26. April.
Es ist zweckdienlich, sich mit diesen Gedankengängen vertraut zu machen. Sie zeigen vor allem auch, wie haltlos die jetzt von den Rechtsblockblättern erhobenen Beschuldigungen sind, als gäbe der Führer des Zentrums um des hohen Amtes willen im Kuhhandel irgend etwas preis, was er als Vorkämpfer christlick^r Anschauungen im öffentlichen Leben bisher vertreten hat. Marx und das Zentrum bleiben trotz der gemeinsamen Volksblockkan- didatur, was sie waren. Die Meinung des Zentrums über Liberalismus und Sozialis» m u s ändert sich um keinen Deut. In Weltanschauungsfragen gibt es kein Paktieren. Hier richtet sich das Zentrum nach wie vor nach den Lehren und Weisungen der Autoritäten der katholischen Kirche. Politische Zusammenarbeit unter gegebenen Verhältnissen und um des hohen Zieles, des Volkswohles willen, bedingt keine Gesinnungsgemeinschaft. Immerhin müssen wir anerkennen, daß die deutschen Sozialdemokraten, vor allem die verantwortlichen sozialdemokratischen Führer, bereit sind, den k a t h o l i sch e n Marx zum Reichspräsidenten zu wählen, während aus dem Lager auf der Rechten dieser Tage eine Stimme bekannt wurde, die den Katholiken nur gnädigst zugestehen wollte, in Deutschland zu wohnen. Diese Dinge muß man sich merken, wenn jetzt in verschärfter Tonart gegen das Zentrum wieder alles das vorgebracht wird, was wir schon oft und vor allem vor dem ersten Wahlgang bis zur Erschöpfung, namentlich von dem berüchtigten „gut katholischen" Zentrume- gegner, gehört haben. Einer, der mit allen Wassern gewaschen ist, glaubt sogar jetzt schon (drei Wochen vor der Wahl) dem Zentrum vorwerfen zu I können, daß es nicht nur Mit dem Sozialismus, sondern auch mit dem Kommunismus Hand in Hand gehe. Wir wissen zwar, daß Deutsch- nationale und Deutsche Volkspartei (letztere nachdem siedreiJahreinPreußen mit den Sozialdemokraten in ungetrübtem Koalitionsverhältnis gestanden und durch ihre führenden | Politiker diese Koalition als „Patentlösung" oe- priesen Hal) seit Dezember 1924 mit Hilfe der Kommunisten eine Regierungsbildung in Preußen trotz dringender staatlichen Notwendigkei- ten verhindert haben. Wir wissen ferner, daß in einer uns nicht unbekannten Stadt führende Man- ner der Deutschen Volkspartei auch mit geschworenen Kommunisten schärfster Moskauer Richtung ein Wahlbündnis für die Magistratswahl abgeschlossen haben und auf gemeinsamer Vorschlagsliste standen, wir wissen aber nicht und erwarten den Beweis für die gegenteilige Behauptung, daß irgendwo das Zentrum mit den auf Herstellung der Diktatur des Proletariats und Beseitigung der 33er» fassuno hinwirkenden Kommunisten die geringste Gemeinschaft gemacht hat. Wenn man auch schließlich in Bezug auf Glaubensfachen der Meinung ist, daß der „echte Ring verloren gegangen" sei, (eine Meinung, die nach katholischer Auffassung eine schwere Irrlehre darstellt), so muß man doch das 8. Gebot des Dekalogs: „Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten" onerken- nen. Das muß man auch im politischen Leben, selbst für den Fall, daß man die Auffassung vertritt, daß Politik mit dem Glaubensbekenntnis absolut nichts zu schaffen hat. Diese These ist gegen das Zentrum schon oft und von den verschiedensten Seiten ins Feld geführt worden. Die Sozialdemokraten haben dieselbe These während den langwierigen schweren Kämpfen, die das Zentrum mit dem Sozialismus ousgefochten hat, auf die gebracht: Religion ist Privatsache. Wir bp’JLnJrttmer dagegen gekämpft, daß das Glaubens-
l ciner Angelegenheit des privaten Le- k^^7°°g"drücki wird. Auch die staats- „ n f ir Auffassungen haben in der r e l i- giosen Ueberzeugung ihre Grund- l a g e (Voraussetzung ist allerdings das Vorhan- denfem einer solchen Ueberzeugung.) Wenn bie- e A’f kckkwlischeu Autoritäten, Papst
und Bischoze, salls es ihren parteipolitischen Zwck- ken dienlich zu sein Ichemt als Kronzeugen für 1 staatspolitische Fragen normen, dann auf der anderen Seite behaupten, daß Politik mit dem Glau- bensbekenntms nichts zu sckaffen habe so verlassen sie osfenkundig die Gesetze des folgerichtigen Denkens. Wer das Zentrum, feine Führer und feine Politik, wirklich kennt, weiß, daß bei ihm die Grundsätze katholischer Staatsauffassung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens immer lebendig sind, daß weiterhin gegenüber den nie ruhenden Gegnern, wie sie sich im ersten Wahlgang für die Reickspräsidentenwahl wieder in dem Wahlaufruf des Evangelischen Bundes und den Reden des Hof- vrsdigers Dr. D ö l> r i n g geregt haben, eine geschloffene politische Abwehrfront der deutschen Ka°
Fuld aerZertung
Die Zentrumswähler werden im zwei- ken Wahlgang für die Reichspräsidentenwahl wieder ihre Stimme demjenigen geben, den sie auch im ersten Wahlgang, ob seiner Verdienste um Volk und Vaterland in schwerster Zeit, zu küren für richtig hielten. Sollten sie in Zweifel geraten können, daß der Mann, den sie das erstemal wählten, jetzt weniger geeignet sei, weil aiich die Demokraten und die Sozialdemokrat e n sich auf Grund staatspolitischer Erwägungen dazu entschlossen haben, gleichfalls für Marx zu stimmen? Ist es nicht ein neuer, schlagender Beweis dafür, daß die staatsmännischen Eigenschaften unseres Marx keiner weiteren Lobsprüche bedürfen, wenn sich Parteien, die sich in so tiefgehender Weiss vom Zentrum unterscheiden, gleichwohl die Auffassung haben, daß dieser Mann auch von ihren Anhängern gewählt werden kann? Uns Zentrumswählern wird am 26. April kein Opfer zuge- mutetv Wir wählen wie am 29. März den erprobten Führer, von dem wir immer behauptet haben und noch heute behaupten, daß e r, der Vorkämpfer für echte Volksgemeinschaft, das geeignete Oberhaupt des ganzen deutschen Volkes sei. Nun wollen sich dieser unserer, von 4 Mill. Zentrumswählern bekundeten Auffassung die Demokraten und Sozialdemokraten, weitere 9 Millionen wahlberechtigte deutsche Männer und Frauen, anschließen. Marx bleibt dabei derselbe, der er war und ist. Wer ihn kennt, wie alle Zentrumswähler ihn kennen, — den Mann der Gerechtigkeit, der opferbereiten Pflichterfüllung, — den lassen gegnerische Verleumdungen, daß Marx irgend jemandem „Wahlversprechungen" gemacht habe, kalt. Er rechnet das zu den anderen Verleumdungen, die von denjenigen hervorgeholt werden müssen, die mit sachlichen Gründen nicht aufwarten können. Wir sind für die kommenden Wochen auf die schlimmsten Verdrehungen und Verleumdungen gefaßt. Die I Zentrumswähler werden trotzdem und gerade erst I recht am 26. April geschlossen hinter ihrem Ver- I trauensmann Marx stehen, mag der Wahlkampf I bringen, was er will. , I
Werden aber auch die d e m o k r a t i s ch e n und sozialdemokratischen Wähler der Parole für Marx am 26. April folgen? Wenn es wirklich wahr wäre, was von der Rechten immer behauptet wird, Marx fei der Vormann des mit der Linken auf Gedeih und Verderben verbundenen „roten" Zentrumsflügels, dann müßten die Linkswähler mit Begeisterung für ihn eintreten, da ja ein anderes Verhalten dem Rechtsblock zum Siege ver- helfen würde. Aber die Tatfache, daß heute mehr oder minder starke Zweifel geäußert werden können, ob die Anhänger der Linksparteien Marx auch tatsächlich wählen werden, beweist, daß das Zentrum und sein Führer Marx niemals die Wege gegangen sind, die man ihnen im Lager der Rechten zum Vorwurf macht, von dem man es sogar unter Aufgebot von päpstlichen und bischöflichen Kundgebungen (um die man sich in jenem Lager 131 im geringsten kümmert: vergl. ÄT. 5rteben5en3t)nita, Hirtenbrief der Ful- obbringen°roinnferen3 Über bie Friedensfrage u. a.) ck p?^3^Elichung der linksdemokratischen „Frankfurter Zeitun g" offenbart die Beurteilung, die der Zentrumsführer Marr in den Kreisen der Linken sindet. Es wird zunächst darauf hingewiesen, wie schwer es der Sozialdemokratie faßen muffe, jetzt'nachdem sie am 29. März für den eigenen Kandidaten fast das Doppelte der Zentrumsstimmen aufgebracht habe, für Marr zu stimmen. Dann heißt es: 40
Ernsthafter sind unzweifelhaft die inneren Schwieria- teften einer Kandidatur Marx für viele b e mn f r n. tisch und liberal gesinnte Anhänger de- ' .eoublif Jeder van uns hat in sich selbst etwas äutdjtä'mpfen muffen, bevor er sich mit dem Gedanken abfanb, dem Schnlpolitiker Marx feine Stimme zu geben und zu helfen, daß er an die Spitze des Reiches gestellt werde. Denn Herr Marx ist nicht nur Vorsitzender der Zentrumspartei. Er ist jahrzehntelang der Bor. tämpfer her katholischen Schule gewesen. Darüber hinaus gilt er als ein Mann, der nicht nur seinen Glauben, sondern der alle Pflichten gegenüber feiner Kirche besonders ernst nimmt. An dem ersten Punkt wird niemand Anstoß nehmen. Aus der zweiten Tatsache aber ergeben sich, wie man auch menschlich zu ihr stehen mag, für manche protestantisch-liberal gesinnte Menschen doch gewisse psychologische Schwierigkeiten.
Die erste Ueberlegung: alle unsere politischen Freunde, alle überhaupt, die Herrn Marx persönlich und politisch kennen gelernt Haden, stimmen überein in dem Urteil, daß es kaum einen Menschen gibt, von dessen V e trauens»ürbigteit und Gewissenhaftia- rett sie so fest wie von der seinen überzeugt sind. Man darf vielleicht einmal ganz offen aussprechen, daß gegenüber manchen anderen Zentrumspolitikern, mit Rech» ober Unrecht, dies nicht die allgemein-herrschende Ein. Nellung ist. Gegenüber Marx jedoch ist die Beurteilung leines Eharakters vollkommen einhellig. Auf der Londoner Konferenz des vergangenen Jahres hat sich ja auch gezeigt, ein wie wertvolles außenpolitisches Aktivum seine Persönlichkeit deshalb für uns bedeutet. So darf man auch das Vertrauen Haden, daß er selbst als Cr- wahlter nicht der Zentrumspartei, sondern als Ver- lrauensmann aller verfassungstreuen Parteien, seine eteuung niemals für eigene Parteizwecke ausnutzen
Zweiten kann man sich nicht der Ueberlegung verschließ en, daß gerade das Amt des Reichspräsidenten Uyr wenig Handhaben bietet, um kulturpolitische ober Zwle zu verfolgen. Das Oberhaupt bet Republik kommt webet geletzgeberisth noch nbminiftrati»
Marx, der Vertrauensmann des Volkes.
Vergeblicher Derfuch des Rechisblocks, Hindenburg an Stelle von Jarres als Gegenkandidaten aufzustellen
Hindenburg hat die Zweimänner-Depuration enttäuscht. Er berief sich u. a. darauf, daß er früher erklärt habe, dem Kaiser seinen Treueid halten zu wollen. Der Präsident des Deutschen Reiches muß natürlich den von der Verfassung vorgeschriebenen Eid auf die republikanische Verfassung leisten. Hindenburg soll den Herren gesagt haben, sie möchten Jarres aufstellen und alle Kräfte, wie bisher, Zusammenhalten. Nun, da auch dieser letzte Versuch gescheitert ist, mit Anstand von Jarres loszukommen, wird, wie die Berliner Strefsmann- Vresfs beruhigt versichert, die Nominierung von Dr. Jarres durch den Reichsblock am Mittwoch iä;. t,v m s. , nur nocheineFormsache sein. Der Wahl-
Ochste Pflicht des Mannes, den das deutsche fampf des Reichsblocks für Dr. Jarres wird vor-
X °A5 lemen Vertrauensmann Zu dem hohen aussichtlich schon vorher ausgenommen werden.
Amr des Reichspräsidenten beruft, ist der S ch u tz I und die Wahrung der Verfassung, aus I Siir Marx
der ihm seine Rechte und Pflichten erwachsen. In I ... . /. 4
freiem Entschlüsse bekannte sich das deutsche Volk | SerIin der Wahlkampf bereits durch eine zum Volksstaate und zur Republik. Aufgabe des 9roße Kundgebung eröffnet worden. Wie der „Mon- Staatsoberhauptes muß es sein, diesen Willen des I tagmorgen" erfahren haben will, beabsichtigen die Volkes zu achten und zu sichern. Auf diesen Grund- | republikanischen Parteien nicht einen gemeinsamen festen der Verfassung soll sich in Freiheit und I hrrauszugeben, vielmehr wird jede der
gegenseitiger Duldung unser nationales, drei Parteien eine eigene Kundgebung erloffen. wirtschaftliches unb kulturelles Leben entfalten. I 16
Solange ich politisch tätig bin, war es immer mein I , Hitler erläßt Warnungen vor Jarres, den kein' Ziel und mein Streben, unser so tief zerrissenes I Völkischer wählen dürfe. Er behält sich die Ausgabe Volk zu gemeinsamerArbeitamWohle der Parole für die Wohl noch vor. Die Münchner we »Vaterlandes zusammenzuführen. I Völkischen haben auch die Gültigkeit des ersten Wahl- Dem Ziele, daß sich das deutsche Volk als unlösliche ganges angefochten, weil ihre Versammlungen durch Schicksalsgemeinschaft einmal erkennen, fühlen und I die bayerische Regierung verboten worden feien, betätigen wird, werden wir näher kommen, je mehr I *
“2fer öffmtliches Leben mit Auch der Humor kommt bei den Auseinander- f^>a%ar * 6 °-f5 ° 11 eA ® e f * n ti «ti g uni) I fe£Unfien über die Wahl zu seinem Rechte. Am
q*V e lJ? u durchdringen. Mein gan- I Dienstag sprach der deutschnationale „Berliner Lokal- nnShßhF»ensmrnbUr^ unlbife Wahrung Anzeiger" von dem geduldigen Stimmvieh der
denkfck-r ier •9enm®Utsr d,r,ftsid)ter “nt) Sozialdemokratie, das im Gehorsam auch für deutscher Kultur bemüht. Gerade aus dieser Ar- eine Kandidatur Marx zu haben sei. Am Freitag beit heraus wuchs m nur die Erkenntnis, wie sehr schrieb dasselbe Blatt, Zentrum und Demokrat en iede echte Ueberzeugung Achtung ver- ! wollten sich endgültig den Sozialdemokraten dient und daß ein ruhiges Zusammenleben nur ver- I mit Haut und Haaren verschreiben. AmDiens- burgt werden kaum wenn der Staat die Gewis- tag: sozialdemokratisches Stimmvieh, das gehorsam f e n s f r e i hei t feiner Bürger gewährleistet und für Marx stimme, am Freitag: endgültige Auslieferung wenn das Volksleben von gegenseitiger Rücksicht- I von Zentrum und Demokraten an dieses Stimmvieh, nähme und Duldsamkeit erfüllt ist. In diesem I Der „Vorwärts" hat recht, wenn er darlegt:
™.r J*ets. eine i)er vor- I „Gestern schrieb die Rechtspresse so tote heute die nehmsten Pflichten sein. Wie ich die Ziele und die I »Rote Fahne": das Zentrum diktiert, die Arbeiter Wege der deutschen Außenpolitik sehe, darüber I Stimmvieh für das Zentrum. Heute läßt sie uns und habe ich durch meine Arbeit im Dienste des Reiches btc volle Klarheit geschaffen. Das deutsche Volk will I ranntll^VIc8. tosQ^r' ™a§ 6ie Rechtspresse in Öitna Q- rUPh ro°t,r6(lfter. e U b e f r i e • I Wir liegen vor dem Zentrum auf demBauch
o u n g, ein Ziel, das nur erreicht werden kann, I und das Zentrum hat den Fuß auf unserem Nocken roenn das Recht der Völker auf Freiheit und Selbst- I Gleichzeitig liegt das Zentrum vor uns auf dem bestimmung gewahrt bleibt. Darum müssen wir I und wir haben den Fuß auf seinem Nocken, alles daran setzen, daß der Bevölkerung der I ’’oboc^ nod) etne bemerkenswerte gym- noch besetzten Gebiete die endliche!sch°rt!"bt^^^'^^^'^'b""^^^^tspressedazu° Freiheit wird und daß allen unseren Volksqe- m ,,
nassen das Recht der stSatlichen Selbstbestimmung I hon Rechts werden uns
zugestanden wird, das die anberen Völker für sich in I 2^ vbhauen. mH aller Kraft für den Volkskanbidalen Anspruch nehmen. 'N Wilhelm Marx emzutreten und ihm am 26. April
l zum Stege zu verhelfen.