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Anzeiger für die Stadt und

den Kreis Fulda.

Amtliches kreisblakk.

fir. 69.

Setonttoortiid) iüt 6ie Scbriftlettunfl: Dr- Jabaunes Kramer. Anzeigen, S- $ ciselier, Fulda. Notmwntdruck und Verla» der Leiter r dttrhifsui 'n Fiito. FernwrrLer St. a.

Monatlicher BeruakveekS: 3.50 Sfit.

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Dienstag- 24. Märr 1925.

Änreigen-Preire jtlemsetle (ttoioued lotoi u.ia tee-aman auiotrt# 0.20 Voldmark: Reklame,erie lokal 0.60. Doldmark audwLrtr OSO Soldmark.

Bei Wiederdo'unqen Rabatt. Bolicheckkon'o FranNurt a. M. 4051.

52. Zahrg.

Das europäische Friedensproblem.

Mussolini regt in England einen europäischen Bündnisvertrag unter Ausschluß Frankreichs an.

Aus London wird gemeldet:

Die Frage des Sicherheitspaktes stehr weiterhin in Mittelpunkt der Prefseeörterungen. Die Blätter neiden ,daß Chamberlain in der Unterhausdebatts im Dienstag den Bericht über feine Genfer Reife md über feine Besprechungen mit Herriot erstatten vird.

DieSunday Times" hält es jedoch für um oahrscheinlich, daß er in der Lage sein wird, dem Breits Bekannten Wesentliches hinzuzufügen. Dem glatte zufolge hatte Chamberlain vor seiner Zu- «mmenkunft mit dem französischen Botschafter in -er letzten Woche Besprechungen mit dem deutschen Bolschafler und sagte ihm, Deutschland dürfe unter keinen Umständen eine Vorschläge für den SicherheitZpakt r ü ck- n n i g machen. Er erklärte weiter, die deutschen orschlage hätten große Hoffnungen her- iprgerufen und würden von den britischen und Mierten Regierungen ernstlich erwogen. Es würde Jedoch eine beträchtliche Zeit dauern, bis die Einzel­heiten des Paktes ausgearbsitet wären.

DerSunday Times" .zufolge besteht Mar­sch a l l F o ch darauf, daß dem Versailler Milirär- komitee weiter Spielraum bei der Formulierung der alliierten Abrüstungsforderungen an Deutsch­land gelassen werde. Die Frage wurde von den alliierten Regierungen viel erörtert. Fach empfinde eine gewisse Verstimmung: es wurde die Möglich­keit seines Rücktrittes angedeutet. Es bestehe jedoch die Hoffnung, daß infolge der Annäherung der britischen und französischen An­sichten in vielen anderen Fragen der europäi­schen Sicherheit in dem augenblicklich sehr k r i t i ichen Zeitpunkt alle störenden Zwischenfälle wegen wichtigen Problemen vermieden werden.

Die PragerTribuna", das Organ des rührigen Benefch, erklärt, die französische Politik werde der Erörterung des deutschen Angebots nicht aus- weichen. Hierdurch fei die tschechoslowakische Stellungnahme zum großen Teil bestimmt. Für die Tschechslowakei gelte es, das realpolitische Gebot zu verwirklichen, was sich unter den gegebenen Um­ständen verwirklichen lasse. Die Tschechoslowakei möge daher die Erörterung des deutschen Memo­randums nicht umgehen, um der Republik auf die­ser Grundlage die größtmöglichen Vortelle zu sichern. Die Tschechoslowakei bestehe auf der Un- taftbarkeit der Friedensverträge und selbstverständ­lich auch darauf, daß der Pakt nichts enthalten bürfe, was die Bestimmungen der Friedensverträge zweifelhaft machen könne. Die Friedensverträge

seien durch die Verbündeten garantiert und ein etwaiger westlicher Pakt könne nicht ihre Jnteressen- losigkeit an den östlichen Grenzen bedeuten. Deutschland müsse in den Völkerbund eintreten.

Der Druck auf Frankreich.

wtb LondSn, 23. Mörz. (Id.)Daiy Ehro- nicle" meldet aus Paris: Chamberlain habe Her- rict mllgddlk, daß Mussolini England einen Bündnisvertrag unter Ausschluß Frankreichs angeboren habe. Das Angebot sei zwar nicht angenommen worden, aber schon die Tatsache der Lnterbreikung könne Frankreichs Hal­tung gegenüber dem Vorschlag des 5 Mächte um­fassenden Sicherheits-Pakts einschließlich Deutsch­lands ändern. Allein der Hinweis auf das An­gebot Habs Frankreich beunruhigt.

Wie die »Times" aus Paris meldet, fei die fran­zösische Regierung bereit, über den Anschluß eines GarankiepakksmitDeulschland zu ver­handeln. ohne zu warten, bis es Mitglied des Völ­kerbundes sei. Es verlaute jedoch, daß der Pakt nicht in Kraft treten solle, bis Deulichlaud Mitglied des Völkerbundes wird.

Die deutschen Rechtskreffe find über Stresemanns neue außenpolitischen Wege, die bekanntlich die früher so geschmähteErfül­lungspolitik" eines Wirth weit hinter sich lassen, nicht ganz einig. Die deutschnationale Reichstags­fraktion hat der Reichsregierung in Sachen der Außenpolitik, aber auch in den Aufwertungsfragen, eine Erklärung übermittelt, die durch die Presse be­kannt geworden ist und vielfach als erstes Anzei­chen einer Krise desKabinetts Dr. L u t h er gedeutet wird. Die Deutschnationalen bestreiten je­doch, daß die Erklärung über ihre Bedenken eine tiefergehende Bedeutung habe und die »Zett", das Organ Stresemanns, bemerkt, sie könne auf das Bestimmteste versichern, daß von einer Regierungs­krise nicht im Gering ft en dis Rede fein könne. Auch von einer Gefährdung der Reichs­blockfront konnte in keiner Weife die Rede fein. LautMontag" ist die gemeldete Erklärung der deutschnationalen Reichstagsfraktion das Ergebnis einer Besprechung, die am Sonntagnachmittag in der Reichskanzlei zwischen dem Reichskanzler, dem Außenminister, dem Chef der Reichskanzlei und mehreren deutschnationalen Abgeordneten statt­gefunden hat.

Uedtrall heftiger Meinungsstreit.

l. In Frankreich.

In der Pariser Kammer hat die Debatte über die gegen die Kardinale -und Bischöfe gerichteten Anträge der Linken zwar mit einem Vertrau­ensvotum für Herriot geendet, hat aber zeitweilig höchst zugespitzten Charakter getragen. Die Freunde der katholischen Kirche setzten Herriot stark zu und zwangen ihn zu langen erfolglosen Verteidigungsreden. Es kam auch zu Tumult­szenen und Unterbrechungen der Sitzung. Die Ge­gensätze zwischen Regierungspartei?!! und Oppo­sition verstärkten sich.

3n Italien.

Ministerpräsident Mussolini, der gKrg^nllich des sechsten Gründungssahres der faschistischen Be­wegung zum ersteumale wieder in der Oesfcntlich- feit ausgetreten ist, sagte in einer Rede oom Bal­kon des Palazzo Ehigi u. a.: Schwarzhemden! Ich will einige Worte an Euch richten, weil ich weiß, daß Ihr es wünscht und um ein Kartenhaus zu- mmmenzuweri'en, das die übrigen Gerüchtemacher über meine Krankheij ausgesprengt haben. Was unsere Bewegung betrifft, so sage ich Euch nur das eilte: Wir stehen nun im Frühling und der K 0 m p f wirdfortgeführtgegenalle.

kamen auf seine Aufforderung aus den vorderen Lokalitäten ungefähr 15 feiner Genossen, welche den deutschen Studenten die Kappen herunterrissen. Dabei verletzte ein Faszist den Doktor der Medizin Willibald Gintner aus Karolinenthal leicht an der Stirn. In das Lokal kam kurz darauf ein Wacht- mann geeilt und bald darauf ein Polizeibeamter, welche die Ruhe wiederherstellten. Außer Koznar wurden noch drei an den Ausschreitungen beteiligte Personen festgenommen.

Araber und Zionisten.

Spannungen in Jerusalem und ganz Palästina.

wtb £ o n b o n, 23. März. (Tel.) Einer Exchange- Meldung aus Kairo zufolge Hai die britische Mili­tärbehörde ö Panzerwagen und 82 mit 2Ra- schinerrgewshren bestückte Autos «ach Pa­lästina gesandt, um den dortigen örtlichen Be­hörden bei der Aufrechterhaltung der Ordnung während der Anwesenheit Balfours zu helfen, de rheuie in Kairo eintrifst und am Dienstag nach Jernfalem weiterfährt.

Die »Times" meldet aus Jerusalem, der allge­meine Eindruck fei der, daß cs zu u «l i e b f a m e n Zwischenfällen kommen werde. Die Gefahr in der kommenden Woche sei die Tatsache, daß das

In Serbien.

Lamasanfest mit einer Periode organisierter polili-

Aus Belgrad wird gemeldet:

ber Skupischina ist es zu Tumult- nrcM>nr Lekomnien. ?er »gramer Universitrits- ficneb'ep -n c'ca'a' Mitglied der kroatischen opposi- 'Lbaeordmt-^ iafi£c m e!£r Jteb£- « gebe hier welche rechtmäßig gewühlt seien und ibre Mandate lediglich dem Reaie- nrngsterror verdankten. Die Abgeordneten der Reglerungspartei fprangen von ihren Sitzen auf und eilten zu den iwpo-ilwnellen Santen. Bacala ®urbe von einem Abgeordneten zweimal ge» ,*)rfetgt. Die Abgeordneten der radikalen Rs- gierungsparrei und der Demokraten wurden Hand» oemem, worauf Pasitsch den Saal verließ.

scher Erregung zusammenfalle.

DieDeflminiflcr Gazette" meldet in einem Leitartikel, die Berichte aus Palästina ließe« wenig Zweifel, daß £ord Balfours Ankunft in Jerusalem zur Eröffnung der jüdischen Universität wahrscheinlich Anlaß zu großen Kundgebungen ge­gen den Zionismus sein werde. Es feil ein all­gemeiner Streik im ganzen Lande staltfinden, um der Itallonallrauer der Araber Ausdruck zu geben. Die Forderungen der Araber nach Selbstbe- stimmnngsrccht würde« durch fiungcbtuigen dieser Art gewiß nichi gefördert, aber der Umfang der Stimmung gegen die zivilisierte Vcr-

2n der Tschechoslowakei.

Die P r a g e r Polizeikorrespondenz meldet: Am »onntag vormittag kamen in die Restauration ocs Ätschen Äasmos Deutsches Haus" am Graben UNg^ahr 30 Fahlsten in schwarzen Hemden und nahmen an den venstern, die auf die Gasse führen Platz, währeno zwei Männer und ein Mädchen °0R chnen in vtc rückwärtige» Lokalitäten gingen, wo unter anderen Gästen auch einige deutsche Studenten im Couleur saßen. Ein Faszist,. welchem später der Kommt,sionär Koznar aus ^lzkow festgestellt wurden, forderte in deutscher Drache auf, die Bänder und Kappen abzuleqcn. - 5fielet Aufforderung nicht eMnoMl wurde.

Wallung könne von den Liberalen in England nicht außer Acht gelassen werden.

Kämpfe in Mesopotamien.

Meldung der analvlischen Teiegraptzen-Agentur.

In der Nacht vom 17. zum 18. Mätz wurde durch öriliche Streitkiöfie ein Ueberfall des Stammes der Kotichusschagi gegenT^chemischkezek zurückgewiescn.

hier eingegangenen Meldungen ver-uchte der enff*htet Scheich Said sich nach dem Süden des »lufpandsgebieies rn Sicherheit zu bringen. Eine beroaffuete Bande wollie in der Gegend von Diar Bekir tinen Saniiaiszug überfallen, wurde aber ge;(i)Iapen und mußte sich tu das Gebiet nörd­lich des Euphrat rurüüPche««.

Ire M'ljyersMW der btiiiljen MrlsAst.

(Eine Rede des Reichsbankprasidenten.

In einer Mitgliederversammlung des Vereins deutscher Maschinenbauangestellten in Berlin sprach Reichsbankpräsident Dr. Schacht über die Frage der Kapital- und Kreditversorgung der deut­schen Wirtschaft. Er führte u. a. aus:

Die deutsche Wirtschaft ist ohne liquide Mittel. Da den Privatbanken erheblich geringere Mittel zur Verfügung stehen als in der Vorkriegs­zeit, können sie nicht allen Ansprüche der kapital- suchenden Wirtschaft gerecht werden. Man erhoffe daher Hilfe von der Reichsbank. Geht diese ober über die ihr zur Verfügung stehenden Mittel hin­aus, so würde diese Belastung nur a u f Ko st en der Notenpresse möglich sein. Die Reichs­bank müsse sofort zurückhalten, wenn die Aufrecht­erhaltung der Parität der Währung gefährdet er­scheint. Da als flüssiges Geld für die Wirtschaft höchstens ein Fünftel bis ein Sechstel des Friedsns- standes zur Verfügung steht, so müsse die Reichs­bank dafür sorgen, daß dieses geringe Quantum

an Stellen Verwendung findet, wo es den größt­möglichsten wirtschaftlichen Nutzeffekt erziest.

Dr. Schacht wies ferner auf die F o r tf ch r i t te in der Kapitalneubildung und auf den gegenwärtigen Still ft onb In d er Gewäh­rung von Auslandskrediten hin. Ein großer Fehler der jetzigen Politik liege darin, daß sie nicht mit dem Rechenstift gemacht werde. Das gelte besonders für die Aufwertungsfrage. Angenommen, di« gegenwärtige Inlands-Verschul­dung der Privatwirtschaft betrage 4060 Milliar­den, so würde sich bei einer 25progentigen Aufwer­tung eine Zinspflichtschuldenlast von 1015 Mil­liarden und bei einem Prozentsatz von 5 Prozent eine Zinsenlast von 500 bis 750 Millionen ergeben. Dr. Schacht betonte weiter, daß die Ausfuhrindu- strie bei der Kreditzuteilung besonders günstig be­handelt werden müsse. Es seien Erwägungen im Gange, das Geschäft der Golddiskontbank wieder aufleben zu lassen.

erbt für Marx, den Volksmann!

§

Die Woche vor dem 29. März muß ansgenutzt werden, um die bestmögliche Aufklärung über die Bedeutung der Präsidentschaftswahl in den wei­testen Dolkskreisen zu schaffen. Es gilt, dem letzten Wähler und der letzten Wählerin klar zu machen, daß es ein Unheil für das deutsche Volk märe, wenn der Kandidat der Rechten oder der Linken zum Siege käme. Denn in beiden Fül­len würde erneut mit aller Deutlichkeit besonders auch dem Ausland wieder gezeigt werden, daß zwei feindliche Lager in Deutschland sich gegenüber stehen, durch Uneinigkeit unfähig zur entschloss;- neu Abwehr der feindlichen Anschläge. Nur ein Mann der versöhnenden Mitte kann das ganze deutsche Volk würdig und erfolgreich vertreten. Das Dersöhnungswerk ist, bei der fanatischen Ein­stellung, die wir sowohl rechts als links finden, nicht leicht. Wer es vollbringen will, muß bereit fein, auf billige Erfolge zu verzichten, der muß für eine Idee zu kämpfen und zu opfern entschlos­sen sein. Marx hat gezeigt, gerade auch bei den Verhandlungen in Preußen, daß er seine Vermitt­lerrolle zwischen rechts und links bitter ernst nimmt Es wäre leicht für ihn gewesen, das Kabinett zu bilden, wenn er es hätte vor feinem Gewissen verantworten können, die linksgerichteten Volkskreise, die nun einmal in großer Stärke vor­handen find, in staatsfeindliche Opposition zurück- zustoßen. Sein Ringen galt der Volksgemein­schaft, in der Rechte und Linke, verbunden durch die Versöhnungspvlitik der Mitte, ihr Bestes hergeben für das Wohl des ganzen Vol­kes. Wenn Marx, ein hoher deutscher Justiz, beamtet, bei der Präsidentschaftskandidatur von persönlichen Motiven geleitet würde, wie ihm das die geistig Aermsten seiner Gegner vorwerfen, dann hätte er sich einen bequemeren Weg aussuchen können als den des Anwalts der Volks­gemeinschaft in unserer von gegenseitigem Haß er­füllten Zeit. Man erschrickt davor, welchen Aus­brüchen des Hasses in den extremen Parteilagern man heute begegnet Nicht einmal die Toten sind vor rohester Beschimpfung sicher. Im schwe­ren Herbst 1918, als die von Männern w.e Tirpitz, Moltke und anderen bereits im September 1914 vorausgesagte militärische Niederlage Deutschlands trotz des todesmutigen deutschen Frontsoldaten eirr- getreten war, (die w i s f e n s ch aftl. Kriegsliteratur gibt Ausschlüsse über die Fehlerquellen) Wilhelm II. sich nach Holland und General Ludendorff sich in- cognito nach Schweden begeben hatte, hat bekannt­lich Erzberger durch feine Verhandlungen mit dem siegberauschten Feind Deutschland davor bewahrt, Kriegsschauplatz zu werden. Zum Lohn dafür ist er von Meuchelmördern erschossen worden. Heute, fast vier Jahre nach seiner Ermordung wird er als »dos Großmaul von Buttenhausen" von Leuten beschimpft, die sich zu den gebildeten Kreisen rechnen. Solche Ausbrüche zeigen blitzlichtartig, wie die Gefahr der Selbstzerfleischung im deutschen Volke noch lange nicht gebannt ist, und wie nötig es ist, daß für die nächsten sieben Jahre ein Mann an die Spitze des Reiches gestellt wird, der mutig der Versöh­nung das Wort redet, den drohenden Bürger­krieg abwehrt, verhindert, daß der Stärkere sich lediglich auf Grund seiner Gewalt die Herrschaft über den Schwächeren anmaßt. Gerechtigkeit muß die Grundlage des Staates bleiben.

Um solche Dinge gehts am 29. März. Wer wollte da saumselig und pflichtvergessen zu Hause bleiben? Um unseres lieben deutschen Volkes willen heißt es: Heran zur Wahlurne! Wit wollen alle unser schönes Bürgerrecht ge­brauchen und den bewährten Volksmann Wilhelm Marx zum Präsidenten des deutschen Reiches küren.

Handwerker und Wahl.

Die Partei für Handwerk, Handel und Gewerbe, die sich van der Wirrschastspariei los- geiagt har, erläßt einen Ausruf an den deutschen Mittelstand, indem sie die Zumutung weit von sich weist, für denfian^ibaten der Schwer-und Großindustrie und des Großgrundbesitzes Herrn Jarres" einzutreien. I» öiejein Ausruf heißl es: .Deutscher Mittelstand! lieber den wahren Charakter Oer 55irt[d;ait8partei kann wohl nunmehr titi Zweifel urchr mehr herrschea. Laßt Euch nicht von .

dieser Partei abermals verraten! Für uns Angehörig« des gewerblichen uns kaufmännischen Mittelstands kann niemals ein Kandidat der Rechten ebenso ro c einer der soncstistifchen Linken in grate kommen. Für un3 pibt cSnurdenAeqderauSgleichendenMitte. Da< um richten wir an Euch die dringende Bitte, zu des Vaterlandes und zu Eurem Wohl je nach Eurer weltansÄauunoZmäßigen Einstellung den Kandidaten der mitUer#n Parteien Eure Stimme zu geven. Hier- für kommen nur in Frank. Ltaalspräsidenl Willy Helipach, der Kandidat der Deutichen Demokratischen Partei, oder Reichskanzler a. D. Marx, der Kandidat der Zentrumspartei. Werbt und stimmt für die Mitte!

Zur Kandidatur Ludendorff.

Zugunsten der Kandidatur Ludendorff wird jetzt von den Naiionalsozialisten ein Aufruf erlassen, der von Adolf Hitler, den völkischen Patlamentar>ern Bayerns und einer Reihe nationalfojinliittfclier Per- söntichkeuen auS Thüringen, Sachsen, Schlesien, sowie von Dr. Schlange-Berlin nnierzeichnet ist. Es wird darin zunächst vor dem Erfüllungspolititer Jarres gewarnt und dann u.a. erklärt:In diejen Stunden vermögen wir uns aber nickt mit einem bloßen Proiest abznfinden, sondern fühlen es als unsere Pflicht, der Kandidatur antinationale, Volksfeinde oder nationaler Miltei» Mäßigkeit eine Kandidatur der nationalen Energie entgegen zu fetzen. Wir Männer der nationalen Opposition schlagen deshalb allen jenen deutschen Männern und Frauen ohne Unierschied der Parteizugehörigkeit, die in der Fo-tsetzmig der Novemberpolitik nach innen und außen TciitschlandS Untergang sehen, den Generalq laitiermeisler deS Weltkrieg«, GeneralLudendorff.alsKandidaten für die Präsidentschaftswahl vor." Das Aufziehen! der schwarz-weiß-iolen Fahne auf dem 33o'cit deS heutigen Staates fei eine Halbheit, die schlechter sei alS selbst eine fehlerhaft, aber rücksichtslos vertretene Eikenntnis. Die Wästec werden ermahnt, sich nicht durch eine gewissenlose, im Solde des Kapitals stehende Presse in einen Begeisteiung-rausch hinein- treiben zu lassen, aus dcm cs nach wenige» Monaten ein bitteres Erwachen geben werde.

Nach Mitteilung desVölkischen Kuriers" stehen folgende Organiiationen hinier der Kandidatur LuOen- dorff: NalionalsozlalisiischeAibeiteipartei.Fioiiibann, Frouikriegerbund, Deutsch-Völkischer Olfisiersbund, Bund Overland, Altreichcflagpe und ginge Teile des Werwolf, Stahlhelm uno Jungdo.

Das Programm des Kommunisten.

In einem längeren Programmartikel für fein« Kanüidatur als deutscher Reichspräsident sagt der Kommunist und Transporiarbeuer Ernst Thalmann unter anderem folgendes:

»Würde der Vertreter bet kommunistischen Partei zum Präsidenten bet Republik gewählt werden, die nächste Folge wäre die Rebellion der monarchi­stischen Reichswehr und der Bureaukratre, die sich gewiß weigern würben, dem Interesse des Proletariats zu dienen.

Au diesem Beispiel muß jedem Arbeiter deutlich werden, daß wir für die Befreiung der Arbeiterklasse, aus ihrer gegenwärtigen Not und ItnterDrüd.inj nichts tun können, wenn wir nicht dem Bei spiel der Pariser Kommune und der russischen Oktober re voku- tion folgen nnö den Kampf für die Beseitigung des bürgerlichen Staates, für die Staatsmacht dcr Räte der arbeitet und bet werktätigen Bauern ausnehmea."

Und eine Partei, die unter solchen Berhäliniffen einen der ihrigen als Reichspräsidenk auf Grund der Verfassung von Weimar aujileUr, soll man noch ernst nehmen? Tie ganze Kandidatur .cherni lediglich darauf berechnet zu jein, die Sozialdemokraten zu ärgern.

Der Rufruf des Lvangel. Lundes

Zur Reichspiäsidentenwahl veröffentlicht der Evangelische Bund" folgende Eikiärung:

»Unsere Pflicht zur Wahrung.der deutsch- protestantischen Interessen gebietet uns, an alle bewußt evangelischen Volkcgenossen ange­sichts der beoorstehenden Reicheprasidentenwahl nie dringende Bitte zu richten, ihre Stimme nur einem Man n'e zu geben, der geeignet und gewillt ist, di« prote st antischen Traditionen des Deut­schen Reiches vor aller Welt z u vertret en.

Wir Deutsche haben seit Versailles so oft und vielfach ohne wesentlichen Grund Rücksicht auf das Ausland genommen, jetzt ist einmal ein Augenblick da, in dem es von gar nicht zu überschätzender Bedeutung iür die Beurteilung des beutidwn Charakters auf dem