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.HZ 56.

Sonntag, 8. März 19*25.

Auldaer Heilung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer Aetiendruckerei in Fuld«

Kunft und Literatur.

Die Vücherlolterie zu Gunsten der Deutschen Bü­cherei in Leipzig erfreut sich eines regen Zuspruchs. Von 200 000 Losen zu je nur 1,50 sind bereits 160 G00 abgesekt. Die Ziehung findet am 29. April statt. Bet allen Gewinnen ist die Wahl der Bucher in Höhe des Gewinnbetrages ganz in das Belieben der Gewinner ge­stellt. Man kann also für wenig Geld sich wertvolle Werke anschafsen.

Arik, Reuters Nachlaß. Laut Testament Reuters ist desien Nachlaß in den Besitz der Schillerstiftung ge­kommen. Da voraussichtlich das Wagner-Museum nach Bayreuth übergeführt werden wird, verhandelt die Stadt Eisenach mit der Schillerstifrung um Ueberlassung des Neuter-Nachlasses für das Reuter-Museum, das durch einen Ausbau der Reuter-Villa in Eisenach geschaffen werden soll.

---- Ein riesiger Münzensund wurde in England ge­macht bei Ausgrabungen der Ruinen von Schloß Rich- borough in der Nähe von Deal. In nur 3 Fuß Tiefe fand man gegen 8300 römische Münzen darunter zahl­reiche Goldmünzen, alle so vorzüglich erhalten, als kämen sie eben erst von der Münze. Wahrscheinlich sollten diese Gelder während der Römerzeit zur Besoldung der Trup­pen verwendet und blieben aus irgend einem Grunde liegen. Die späteren Angelsachsen hatten wenig Verwen­dung für Münzen und hielten sie, weil römisch, wahr­scheinlich für wertlos. Die meisten Münzen stammen aus der Zeit des Arradius, der nach der Teilung des römischen Reiches Kaiser des Ostens war. Interessant m, daß man in den Ruinen auch menschliche Knochen land mit Handschellen daran, sowie eine große Menge von Dolchen und Speerspitzen.

* Der Staubsauger als hundepuhmaichine. ®tne Stuttgarter Firma hat den Gedanken gehabt, eine Sraubsaugemaschine in kleiner Aus­führung zu schaffen, die als Hundeputzmaschine ver­wendbar ist. Man fährt seinem Liebling ein paar Mal über den staubigen Pelz und er ist von Sand und Schmutz und anderen Dingen, die ein Hunde-

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vieh nicht haben soll, gereinigt. Wie lang wird es dauern, dann wird man auch über den Menschen mit einem Staubsauger hlnivegfahren!

* Wie lief kommen wir m die Erde hinein? Mit den modernen Bohrapparaten kommen wir natürlich sehr tief in die Erde hinein. Aber auch ohne Zuhilfenahme der menschlichen Technik führt uns die Natur stellenweise lief in dar Innere der Erde. DiS dahin nahm man meistens an, daß die tiefste Schlucht der Erde, die man eher eine Höhle nennen müßte, die Höhle von Trebiciano bei Triest mit ihren 329 Metern fei. Nunmehr ist es aber einer Gruppe italienischer Alpinisten gelungen, eine noch tiefere Schlucht oufzuspüren, die bis auf 360 Dieter in die Tiefe geht. Sie liegt bei dem Dorfe Raspo in Istrien. In sie hinein zu gelangen, soll freilich schwieriger sein als die schwierigste Hochgebirgslour.

* Durch heißen Dampf verbrüht wurde in Wackersdorf (Bayern) der Lokomotivführer Schammer, der nach Dienstschluß über Nacht auf der Lokomotive bleiben wollte, um sich den Weg nach Oder und zurück zu sparen. Er schloß den Raum der Lokomotive nach außen hin ab und schlief ein. Gegen Morgen bemerkte man, daß aus dem Bedienungsraum der Maschine Dampf drang. Man sand den Lokomtivführer durch Dampf verbrüht in bewußtlosem Zustand. Im Krankenhaus ist er bald darauf seinen schweren Verletzungen erlegen. ~ * Aus je 100 Berliner 1 Auto. Vor vier Jahren kam 1 Auw in Berlin erst auf 750 Einwohner. Am 1. Juli 1923 schon 1 Auto auf 185, und am 1. Juli 1924 auf 123 Bewohne,! Wenn es so weiter geht wie in den letzten Monaien, wo jeden Monat rund 1000 Autos neu angi-mewet wurden, wird also schon sehr bald jeder 100. Berliner ein eigenes Auto besitzen. Tie jüngste Auio-Ausstellung hat den Berliner Krastwagenverkehr ganz bedeutend gefördert

* Die Berbrecherstadt. Der Statistik zufolge ist Chikago die Stadt, in welcher die meisten Der-' brechen'geschehen. Im Dezember wurden nach dem Polizeibericht iu dieser Statt nicht weniger als 28 Mordtaten begangen, da,u 234 Raiibüberlälle und 211 größere Einbrüche. Jeder andere Monat weift äl nliche Zahlen auf. Tie Einwohner machen hier­für die ichlecht organisiertebestechliche" Polizei veroniworilich! Früher sagte man, der Alkohol trägt die Schuld) Da nun aber Ameiika tiocken gelegt l ist, *-fft bleie Anschuldigung eben nicht zu.

Opfernde Nächstenliebe.

(Jur Larilasopferwoche vom 8.14. März 1925.) erschreckend großer Teil unseres armen deutschen i leidet immer noch drückende wirischastliche und ,-lische Not und verlngt sehnlichst nach Rettung und Er. rfung. Wer könnte mitleidslos, tatenlos bei Seile steben'? Wieviel Armut gibt es heute: solche, die sich offen zeigt, und solche, die geheim getragen wird! TBie= nUI leiderstickte Menschenfreude, absterbende Menschen- aesundheit, seelische Not her Jugendlichen, der Frauen. Männer und Greise! Und dies alles ruft, ja schreit nach unserer Hilfe, nicht nach billigen Redensarten und Ver­sprechungen.

Wer hört diesen Ruf? Wer nimmt ihn auf und gibt ihm Wirklichkeit und Leben? Es ist die E a r i t a s, die christliche Nächstenilebe, die organisierte Liebestätigkeit unserer heiligen Kirche. Herausgeboren aus dem Evan­gelium des Heilandes, entwickelt und aufgewachsen im Geiste der Urkirche, schreitet sie heute bald zwei Jahr- tausende hindurch durch die endlosen Reihen der Armen, Verlassenen und Notleidenden, der Kranken und Siechen, aller,die mühselig und beladen sind". Unsere katho­lische Caritas ist kein Findelkind von heute, ist keine Neuschöpfung nach Art mobenter humanitärer Wohl­tätigkeitseinrichtungen, nein, sie ist eine Königin von uraltem Adel, geschmückt mit dem leuchtenden Diadem ihres himmlischen Urspungs.

Fast sind die Aufgaben unserer katholischen Ca­ritas ohne Zahl. Mehr denn je gilt es heute, Krippen­dienst zu leisten in den Säuglingsanstalten an den klei­nen Geschwisterchen des Kindes von Bethlehem, Schutz­engeldienst zu versehen in Fürsorgevereinen für die männliche und weibliche verwahrloste und gefährdete Ju­gend, in Waisenhäusern und Erziehungsanstalten. Groß sind die Caritasaufgaben, die der Arbeit unserer Vin­zenz. und Elisabethvereine für die Armen, der Kranken- pflege, insbesondere der Hauskrankenpflege für die siechen und kränklichen Mitmenschen gestellt find. Besonders rgoß sind die Aufgaben der Kriegsfolgenhilfe, die Für­sorge für eine halbe Million Kleinrentner, die sich um ihre Lebensarbeit betrogen sehen, für 750 000 Kriegs­beschädigte und 1500 000 Kriegshinterbliebene, bei denen die staatliche Rente oft völlig unzureichend ist. Seitens der Caritas gilt es, planmäßig den Alkoholismus und die anderen Seuchenherde des Volkslebens zu bekämpfen. Ganze Berufsklassen wie Heimarbeiterinnen, Dienstboten, Kellnerinnen soll die organisierte Caritas wirtschaftlich und moralifch heben. Daneben gilt es. durch Gesuche. Proteste und Denkschriften die gesetzgebende» Faktoren zu bestimmen, die Axt an die Wurzel des Giftbaumes zu legen, anstatt immer nur von feinen Aeften abzu­hacken, Kampf gegen die seelenmordenden Auswüchse der Kinos und Theaters und so mancher Richtung, die sich so gerne als Kunst bezeichnet, Kamps vor allem gegen die Schmutz- und Schundliteratur: so lautet eine weitere Parole der modernen, sozialen Caritas. Und sicher ist damit das Arbeitsprogramm der heutigen Caritas noch lange nicht erschöpft.

Es liegt im Wesen der Caritas, daß sie gerne gibt, daß sie aber nicht planlos da und dort Almosen austeilen will. Auch sie bedient sich der Organisaüon, des starken Machtmittel im sozialen Leben der Gegen- wart. Rur dadurch hat die Caritas von heute einen Zug ins Große erhalten, nur dadurch kann sie mit Erfolg an der Verwirklichung ihres reichhaltigen Programms arbeiten.

Die Organisation der katholischen Caritas hat vor nunmehr 27 Jahren der Deutsche Caritasverband aus­genommen und heute fast in allen Städten und Land­kreisen unseres Vaterlandes durchgeführt. Soll aber der finanzielle Lebensnerv der Caritasarbeit nicht ge- fchwächt oder gar unterbunden werden, dann muß ihre Unterstützung noch viel mehr eine Ehrenpflicht aller Ka­tholiken sein. Dann muh zur christlichen Caritasgesin- Tiung auch die fröhliche Caritasiat des materiellen Opfers hinzukommen. Jeder mache es sich zur heiligen Pflicht, wenigstens während dieser Opserwoche auf alle über­flüssigen und unnötigen Ausgaben zu verzichten und diese Ersparnisse für die Linderung der Not der Mitmenschen zur Verfügung stellen. Möge die Caritas-Opferwoche 1925 ein glänzender Beweis echt katholischer Bruderliebe und Opfersreudigkeit werden.

Rus -er Zentrumspartei.

= Setchspartkiaurschiiß der Sentrnms Der Reichs. Parteiausschuß der Deutsch!» Zentrumspartei tritt, wie von uns bereit» miipeteilt worden ist, am 18. und 14. Mörz in Berlin im NeichStaaSpebäude zusammen. Die Tagesordnung weist folgende Punkte auf: Für die FreitagSsitzung, die vormittags um 10 Uhr be­ginnt, drei EinleitungSreferate über das Thema Deutsche Politik und Zentrumspartei. AIS Referenten sind vor- gesehen: der Parieivorsitzende Reichskanzler a. D. Marx, Freiherr v. Kerkerink zur Borg und RetchStagSabgeordneter I o o S. ES ist also dafür gr» fot.it, daß auch die wirischastliche Seile zu Wort kommt. Der SamStag, für den der Beginn der Sitzung be­reits auf 9 Ubr Jeftgefebt ist, enthält vier große Punkte: 1. Die ReickiSpräsidentenwaol, 2. Zentrumspartei und Bayerische Volkspartei, 3 Die Frage der Beiräte der Deutschen Zentrumspartei, 4. Das Beitragswesen in der Deutschen ZentcumSpartei. Wir hoffen, daß von dieser Sitzung des Reichsparteiausschusses nicht nur der Ruf zur Klarheit und Einigkeit ausgeht, sondern daß die vermutlich ausgiebige Aussprache zu einer neuen Festigung unseres ParteigefügeS führt.

3nm neuen Wms eines ßinkMMnstenergesetzks.

Von Dr. F. E. M a y.

In den bisherigen Einkommensteuergesetzen war der Einkommensbegriff nicht immer genügend scharf umrissen. Das neue, im Entwurf vorlie­gende Einkommensteuergesetz sucht diesen Fehler dadurch zu beseitigen, daß klare Normen darüber geschaffen werden, was als Einkommen bei den einzelnen Gruppen vom Steuerpflichtigen überhaupt in Frage kommt. Der Entwurf zählt acht Einkommens arten auf:

1. Einkünfte aus dem Betrieb von Landwirt­schaft, Forstwirtschaft ufw.;

2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb;

3. Einkünfte aus sonstiger selbständiger Berufs­tätigkeit;

4. Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit;

5. Einkünfte aus Kapitalvermögen;

6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, Sachinbegriffen und Rechten;

7. andere wiederkehrende Bezüge;

8. sonstige Leistungsgewinne.

Nicht zum Einkommen gehören nach dem Entwurf einmalige Vermögensanfälle, wie Erb­schaften, Lotteriegewinne, Kapitalempfänge auf Grund von Lebensversicherungen, Kapitalab­findungen als Entschädigungen für Unfälle. Mit Ausnahme von Lotteriegewinnen waren diese An­fälle stets frei. Die Freistellung von Lotteriege­winnen rechtfertigt sich im Hinblick aus die starke Sonderbelastung, der sie unterliegen.

Von größter Bedeutung für eine nach dem Grundsatz sozialer Gerechtigkeit ausgestellte Einkommensteuer ist die Gestaltung eines richtigen Tarifs. Wie find die kleinen, wie die großen Ein­kommen zu erfassen?

Adolf Wagner, der Altmeister der deutfchen Finanzwissenschaft hat einst den Satz geprägt, daß eine Einkommensteuer nicht mehr als ein Drit­tel des Einkommens betragen dürfe.

Dieser Satz, der auch heute noch seine volle Berechtigung hat, namentlich wenn man bedenkt, daß überspannte Steuertarife erfahrungsgemäß zur Untergrabung der Steuermoral führen, ist in der Kriegs- und Nachkriegszeit aus fiskalischen Gründen vom In- und Auslande oft überschritten worden. So entstanden Steuern von konfiskatori- fchem Charakter, die jede Neubildung von Kapital verhindern und auf die Dauer, besonders im Zei­chen einer st a b i l i f i er t e n Währung, der Wirt­schaft keinesfalls zugemutet werden können. Aus diesem Gesichtspunkt heraus hat der Entwurf eine wesentliche Senkung der Höchstsätze vor« genommen und geht nicht über 33% o. H. hinaus. Zu beachten ist aber, daß in Verbindung mit an­deren Steuern der Grund- und Gewerbesteuer namentlich die Gesamtbelastung erheblich höher ist.

Der Tarif wurde so gestaltet, daß von den ersten angefangenen oder vollen 8000

Reichsmark des Einkommens 10 o. H., für die weiteren angefangenen oder vollen 8000

RM. des Einkommens 15 v. H., für die weiteren angefangenen oder vollen 8000

RM. des Einkommens 20 v. H.,

für die weiteren angefangenen oder vollen 24 000 RM. des Einkommens 25 v. H.,

für die weiteren angefangenen ober vollen 50 000 RM. des Einkommens 30 v. H.,

für die weiteren Beträge 35 v. H. erhoben weiden, mit der Maßgabe, daß die Steuer ein Drittel des gesamten steuerbaren Einkommens nicht überstei­gen darf. r

Bei Ledigen wird der Höchstsatz von 33% v. H. bei 582 000 RM. erreicht. Bei einem Ein­kommen von 15 000 RM. beträgt die Belastung 12,3 v. H., bei 25 000 RM. 15,4 o. H., bei 50 000 RM. 20,4 v. H., bei 75 000 RM. 23,6 v. H., bei 100 000 RM. 25,3 v. H.

Aus der Tatsache, daß der Entwurf von einer Heber,pannung der Steuertarife absieht, weil die

Neubildung von Kapital aus volkswirtschaftlichen Erwägungen nach den Inflationseinbußen nicht durch das fiskalischeWegsteuerungsprinzip" ge­hemmt werden darf, ist derReichssteuerreform 1925" der Dorwurf einesunsozialen Aufbaus" von linksradikaler Seite gemacht worden M. E. in dieser Verallgemeinerung mit Unrecht! Wenn man bedenkt, daß beispielsweise ein Fabrikant mit einem Einkommen von 100 000 Mark nach Abzug von rund 25 Prozent Einkommensteuer etwa 50 000 Mark verwenden will, um sein Unterneh­men auf eine breitere Kapitalbasis zu stellen, menn man erkennt, daß ein kraftvoller Ausbau des Wirt­schaftslebens nach der unseligen Inflationspeeiode nur durch Neubildung von Kapital er­folgen kann, wird man einer Tarif "iberspannung nicht das Wort reden. Mit agitatorischen lieber« treibungen wird keine dankenswerte Kritik ge­leistet! In einer Zeit normaler Wirtschafts­gestaltung ist für die unter anderen Verhältnissen fraglos berechtigte Einkommensteuer der Erzber- gerschen Steuerreform, die bis zu 60 Prozent ging, ohne schwerste Gefährdung der Wirtschaft kein Raum.

Eine sorgsam abwägende Kritik wird den Ab­bau von zu hohen Sätzen in den oberen Stufen des Tarifs nur begrüßen können, denn konfiska- torifch hohe Sätze hemmen lediglich die Kapiial- bildung und befördern die Steuerbefraubation.

Bei der Prüfung der Frage der Lastenvertei­lung wird anderseits sehr genau zu untersuchen sein, ob nicht eine Ueberlaftung in den un­teren Stufen vorliegt. Es ist ein bekannter finanzwissenschastlicher Grundsatz, daß die Einkom­mensteuer dasphysiologische Existenzminimum" freizulassen hat.* *) Soweit die Gesetzgebung das Existenzminimum überhaupt nicht berücksichtigt so in Oldenburg vor 1906 liegt in dieser Tat­sache eine gewaltige Härte und steuerliche Unge­rechtigkeit. Preußen hatte vor dem Kriege ein steuerfreies Existenzminimum von jährlich 900 M., das sich auf genaue statistische Erhebungen grün­dete. Einige andere Bundesstaaten blieben hinter dem Existenzminimum der preußischen Einkom­mensteuer z. T. erheblich zurück. Der Hamburger Tarif kannte in der Vorkriegszeit ein steuerfreies Existenzminimum von 1000 Mark.

Nach dem Entwurf ermäßigt ftty der Satz von 10 Prozent für die ersten 8000 Mark für die Ehe­frau und die minderjährigen Kinder um je 1 Prz. Das Kinderprivileg wirk sich nach dem Entwurf so aus, daß eine Familie mit 5 Kindern bei einem Jahreseinkommen bis zu 8000 Mark künftig 2 Prozent zu zahlen haben wird. Bei einem Monats­einkommen von 300 Mark blieben nach Abzug bet normalen Werbungskosten in Höhe von monatlich 60 Mark 4,80 Mark pro Monat, d. h. 1,6 Prz. zu zahlen.

Aus sozialpolitischen Erwägungen wäre es m hohem Maße wünschenswert, daß die genannte Familie überhaupt einkommen steuer­frei bliebe. In dieser Richtung werden Reichs­rat und Reichstag nachprüfen müssen, ob in den unteren Stufen eine weitere Erleichterung noch möglich ist. Fiskalische Gründe fordern zwar, die Einkommensteuer so ertragreich, wie nur mögl'ch, zu gestalten. Sozialpolitische und fiska - l i s che Erwägungen werden aber ein annehm­bares Kompromiß schließen müssen. Berück­sichtigen muß man schließlich, daß es auch bei kleinen Einkommen nicht nur auf deren Be­lastung, sondern auf den gesamten Zustand der Wirtschaft ankommt, der seinerseits wie­der erheblich von der Belastung der großen Einkommen und des Vermögens beeinflußt wird!

*. Veröl, hierzu Naumann,Die Methoden und Probleme in der Bemessung der Einkommensteuer", Halberstadt, H. Meyer'S Buchdruckerei, 1925. Das Werk bringt unter geschickter Verwendung von oraphischen Darstellungen sehr wertvolle Beiträge zu einer sozial gestalteten Eiukommenbesteuerung.

Wissenschaft und Forschung.

Ein neuer Runenschri stund Ein Stein aus alt- germamichcr Zeit mit einer umfangrenben Runenschrift wurde auf der Insel Otters an der schwedischen Skager- rakküfte gefunden. Der kostbare Fund kam in das Museum zu Upsala und soll nun hier entziffert werden

Technik und verkehr.

5um Seöädf.nis Gottlieb Daimlers. Am 8. Mär­jährt sich zum 25. Male der Todestag des '.automobil Erfinders Gottlieb Daimler. Im Jahre lb63 erhiel er baS erste Patent auf eineniür Fahrzeugbetriel geei neten schnellaufenden Explosionsmotor-. Zuers wurde dieser Mowr in ein Fahrrad eingebaut, 188! auch in einen vierrädrigen Wagen, der im Novemdei seine erste gelungene Probefahrt machte. Im Jahv 1890 gründete Daimler zur Verwertung seiner zahl reichen Patente die noch heute zu den sühieudci Automobilwerken zählende Daimler-Motoren esellschafl deren Automobile seit dem Jahre ItO, dem Todesjahr des Schöpfers, unter dem Namen ,M ercedes" Welt ruf erlangt haben.

Musik und Theater.

--- Das Deutsche LonkSnft'erfeft wird in Jahre, um au.u einmal wieder den Norden des zu bedenken, in Kiel stattftnden. Im nächsten durste Braunschweig für daS Deutsche Tonkün in Betracht kommen.

Die Fremdenlegion.

Man schreibt uns von offiziöser Seite:

Schon vor bem Kriege trieben französische Wer­ber in Deutschlanb ihr Unwesen, um junge Deut­sche für bie Frembenlegion einzusangen. Leiber ist ihnen ein großer Teil junger deutscher Mm- schen zum Opfer gefallen, bie chre Heimat nie wieber gesehen haben. Mit allen Misteln der Verführung wurden die jungen Leute für den Dienst in der Fremdenlegion angeworben und zum größ­ten Teil wider ihren Willen nach Afrika ver­schleppt. Die Gefahr, daß junge Leute diesen Wer­bern in die Hände fallen, ist heule noch größer als vor dem Weltkriege. Aus Saarbrücker Zei­tungen entnehmen wir, daß sich im Saarge­biet französische Werbestellen für die Fremden­legion auf getan haben, bie ganz offen zum Ein­tritt in bie Fremdenlegion ausfordern. In einer solchen Bekanntmachung heißt es beispielsweise: Junge Leute, die sich zu verpslichien wünschen, können sich zwecks Auskunft an den Militärver­walter, Schloßplatz 15 in Saarbrücken wenden". Im vorliegenden Falle kommen als junge Leute leider nur Deutsche in Frage.

Von Staatswegen können wir uns gegen diese Propaganda leider nicht wehren. Wenn der Ver­sailler Friedensvertrag, der in Artikel 179 das allgemeine Verbot für Deutsche ausspricht, Dienst in fremden Heeren, bei Marinen ober im Luft­dienst zu nehmen, hält in eine Zusatzbestimmung ausdrücklich das Recht Frankreichs,gemäß den französischen Militärgesetzen und Verordnungen Rekruten für die Fremdenlegion anzuwerben" aufrecht. In der Tat macht Frankreich von diesem Recht den westgehendsten Gebrauch. Seine Werber eilen durch alle Staaten der Welt, besonders auch durch Deutschland, und es gelingt ihnen immer wieder, junge Deutsche einzufangen, bie von Abenteuerlust getrieben, leichtsinnig den Verpflichtungsschein unterschreiben. Vor dieser Gefahr kann man die jungen Leute nur durch weitestgehende Aufklärung warnen. Alle vor­beugenden Mittel nützen nichts, wenn bie Jugend nicht selbst volle Klarheit über das Wesen der Fremdenlegion erhält. Sie soll und muß wissen, daß diese Legion eine Söldnereinrichtung ist, wie sie barbarischer und mittelalterlicher kaum gedacht werden kann. Wer sich ihr verschreibt, muß da­mit rechnen, daß er früher ober später im Kriegs­dienste Frankreichs, alsozur höheren Ehre" der großen Nation verblutet ober elendiglich im glü­henden Sande Afrikas umkommt. Der französische General Negrier hat in einer Ansprache an die Legionäre einmal bie drastischen Worte formuliert:

Legionäre, Ihr seid Soldaten, um zu sterben und ich schicke Euch hin, wo man stirbt!"

Man kann mit gutem Gewissen behaupten, daß 80 Prozent aller Legionäre unter dem Wüstensand Afrikas begraben liegen. Es ist nachgewiessn, daß die Fremdenlegion von ihrer Gründung im Jahre 1831 bis 1914 rund 200 000 Mann Verluste hatte, und es ist ferner ausgerechnet, daß 60 Prozent aller Legionäre Deutsche sind.

Ein bequemeres Mittel für die Führung ihrer afrikanischen Feldzüge kann sich die französische Heeresverwaltung nicht wünschen. Sie hat daher auch nach dem Kriege den Legisnehestand m» größer!, ja bis 1923 geradezu verdoppelt. Die heutige Fremdenlegion zählt 50 000 Mann. Davon sind nach allgemeiner Wahrscheinlichkeitsrechnung rund 30 000 Deutsche. Diese Zahlen genügen, um die Gefahr eines Eintritts in diese Truppe bar« zutun. __________________

Gollesdlenstordnung

Sonnlaa, den 8. März. Dom. (Kollekte für den Karitasverband). Kommunion der Jünilinge uns Jung, männer). 1. Beicht relegenheit: Samstag morgens von Vi6 Uhr an, nachm. von 2-3 für Kinder. Von 1 s5 an für Erwachsene. Sonntag morgens von V,6 an. 2. SonntagSaotteSdiensie: V,6,6, *',< u.7 al. M. Bo: und nach denselben jedesmal Austeilung der hl. Komm. 3/t7 in der Marienkapelle hl. Messe mit Ansprache und Kommunion für den Jugend- und Jungmännerverein uns die Ju'enkabteilung des K. K. B. Um 8 Uhr Pfarramt mit Pred. u hl. Komm, der Kinder des 7. Schuljahres. V,1O Kathedralamt mit Pred./dl Uhr Christenl f. die Jünglinge. V<12 letzte hl. Messe mit Pred. '/-LOuatemderandacht um Erlangung gut. Priester. 2 Uhr Christenl. f. 6. Jungfr. 4 Uhr l-astenpredigt mit Segen. Um 7 Uhr Herz. 'Mariä.Bruderschaft mit Predigt und Segen in der Marienkapelle. Montag um 5 Uhr Fastenandacht mit Segen. Stadtpfarr­kirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. 37,'/,8'/ 9 Uhr; Sonntag früh V,l>vs8. 5 V, Komm., 57« hl. M und Kommunion der Dienstmädchen. Kongregation, 6/* hl. Messe und Kommunion der Jiingline, 8 erster Schulgolterdienst, Pred. u. Komm. d. 7. Schul­jahres, 9'/- Uhr Pfarramt und Predigt, 11 zweiter Schulgd. u. Pred. 9 '«And derJunglingskongreg. tn der Severikirche. IV, Christenl. der Jungfr. 2V, Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. Mitlwoch nachm. 5 Kreuzweg. Freitag 8 Uhr Fastenpresigt. Pfarrkirche zum heiligen Geist. Um 7 Uhr Frühmesse. Vor und während derselben Beichtgelegen, beit, 8 Hochamt u. Predigt, V,5 Christenl., 5 Andacht. Mittwoch 5 Uhr Kreuzweg und sakram. Segen. Sodalitiit V,10 Uhr. Severikirche. 7 Uhr hl. Messe. Jeden Dienstag 4 U. And. u. Segen ikriedhof-kapelle am HranzvsenwSIdchcn. Sonntag 6'7« Uhr hl. Messe mit Kommun.. AuSieilg. u. Ansprache. Montag, Dienstag und Mittwoch 7 hl. Messe m. Komm.-Ausilg llbteikirche dth BtntbiMhterinnen. Sonntag 6 Conventamt, wowen- tags */«6 stille Messe; V,9 Conventamt. Vesper an Woben- tagen in der Fastenzeit um 10 Uhr, Sonntag» um 3 Uhr. Sonntag 2 Uhr Herz.Jesu-Bruderschaftsveriammiung. Herz.Jesu.Hetm. Sonntag 8 Predigt u. Amt 2 Uhr Srgensondacht. Mittwoch abends 8 Segens-Andacht. Frauenberg. 5, V>6, 6, V,7 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Singmesse mit Predigt und liturg. Gebeten, 9 Hochamt mit Predigt, nachm. 2 Uhr Kreuzwegandacht mit sakramentalen Segen, 3 Uhr Novizenunterricht. (ü-ährend des Monats März wird jeden Morgen eine Andacht zu Ehren des hl. Joseph gehalten und zwar an Werktagen nach der 7 Uhr-Messe, an Sonn, und Feierta en während der 8 Uhr-Messe).

Mütter

bewahrt die gesunden Füsschen Eurer Kinder, schützt sie vor den verbreiteten Fussübeln. Lasst sie Fende'scnuhe tränen.

Beratung kostenlos.

Institut Fendel

für Hanger, Reöner, Raucher

Bahnhofs'r. 16

Tabletten

fn allen Apotheken v. Drogerien erhältlich