FuldaerZettung
Anzeiger für die Lkadk und den Kreis Fulda. Amlliches Kreisblatt.
Nr. 48.
52. Zahrg.
Freitag, 27. Februar 1925
Bsrantwortlick für die SLrittleitrm-n Dr- Johannes Kramer. Anreisen: I. B arreller. Fulda. RatatiauSSruck und «erlag der Fuldaer cLiendrukkerei in Fulda. Fernidrecher Slr- 9.
Mouatlicker SerusSvreiS: 1.50 Mk.
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2)05 Woben Ne5 ReiGpraslNenten ist ernst
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Steuerreform, Aufwertung und Kredit
Der Rufstand der Kuröen.
Der Sohn Abdul Hamids wird König.
wtb London, 26. Febr. (lei.) Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Konstantinopel haben die aufständischen Kurden den Sohn des S u l k a n s Abdul Hamid, Selim. ium K 5- n i (j ausgerufen. Flugzeuge hallen das Hauptquartier des Scheichs Said mik Bomben beworfen.
Ter Berliner österreichische Gesandte Dr. Riedl stattete Staatssekretär Meißner einen Besuch- ab und übermittelte für den Reichspräsidenten die Anteilnahme und die besten Wünsche des Bundes- Präsidenten und des Bundeskanzlers. Ferner haben eine weitere Anzahl von Mitgliedern des diplomatischen Korps ihrer Anteilnahme an der Erkrankung des Reichspräsidenten Ausdruck gegeben. Ans allen Teilen des Reichs ist weiter eine Fülle von telegraphischen und brieflichen Teilnahmekundgebungen eingrlaufen.
Frankreich will Gold graben.
wtb Varis, 26. Febr. (Tel.) Die französische Regierung Hal beschlossen, eine Mission nach Guyana zu schicken, um dort nach Gold graben zu lassen. Man nimmt an, daß es möglich sein werde, jährlich für etwa 12 Millionen Franken Gold zu gewinnen und glaubt sogar, daß dieser Betrag allmählich überschritten werden könne.
Brand im Moskauer Arbeiterviertel.
Wtb Berlin, 23. Febr. (Tel.) Der „Lokalanz." meldet aus Moskau, daß bei einem G r o fz - feuer im Arbeiterviertel 8 Perfpnen verbrannt find, 7 wurden fchwer verletzt.
die Fraktion soll ihren Beschluß rückgängig macken. In den Zentrumskreisen, die aus w'e l t a n sch a u- l i ch e n Gründen für die Partei sich einsetzen, erwartet man, daß die Parteileitung mit größtem Nachdruck solche Unstimmigkeiten beseitigt, die aus berufsständigen Meinungsverschiedenheiten entstanden sind.
* Balitische Personennackrichken. Landrat D r. -F r i ed e n s b u r g in Rosenberg (Ostpreußen) soll, wie wir hören, konnnissarisch mit der Leitung des Berliner Polizeipräsidiums be- traut werden. Der bisherige stellvertretende Polizeipräsident soll einen anderen wichtigen Polizeipräsidentenposten erhalten.
* Ein interessantes Buch. Der frühere Reichs- presseckef Dr. Spiecker bat ein Buch verfaßt, das sich „Ein Jahr Marx, die Rettung Deutschlands" nennt und einen Ueberblick auf die Arbeit des Reichskabinetts Marx an der Genesung Deutschlands bietet.
* Das Programm des Preußischen Landtags. Der Aelte st en aus schuß des preußischen Landtags ist für Montag nachmittag einberufen worden. Das Plenum des preußischen Landtages tritt bekanntlich am 3. März zusammen, um die Interpellationen zum Dortmunder Grubenunglück zu erledigen. Am 4. März soll die Neuwahl des preußischen Ministerpräsidenten staltsinden.
* Wann wird Berlin Fünfmillionenstadt sein? Seit Jahren bereits beträgt der Bevölkerungszu- wachs, den Berlin jährlich erfährt, 70000 bis 90 000 Menschen int Durchschnitt. Im Jahre 1890 zählte Berlin 2,114 Millionen, 1895 schon 2,437 Millionen, 1900 2,892 Millionen, 1905 3,415 Mil- lionen, 1910 3,947 Millionen und heute sind es etwas über 4 Millionen. Wenn die Bevölkerungs- z'tzer auch weiterhin in dem gleichen Maße zunimmt wird Berlin im Jahre 1930 4V- Millionen Einwohner haben, in fünf weiteren Jahren, also im fp 19^5, wird dann die fünfte Million erreicht m;.3®'1 wäre das heutige Newyork eingeholt.
evrel Einwohner freilich Newyork im Jahre 1935 aremten to'-11.“!,1.561 in bem Land der unbe- 9 nzten Möglichkeiten gar nicht Voraussagen.
Reichspräsident eine unruhige. Nackt verbrachte. Heute morgen ist der Befund besser, doch iffjnn 3 ustand ernst.
Landwirtschaftliche Zentralbank, eine öffentlich- rechtliche Anstalt mit dem Sitz in Berlin errichtet. Als Aufgabe der Anstalt wird die Beschaffuna und Gewährung von Krediten für Zwecke der deutschen Landwirtschaft in allen ihren Zweigen bezeichnet. Die Rentenbanktreditanstalt wird ihre Darlehen jedoch nicht an den einzelnen Landwirt, sondern nur an a n d e r e K r e d i t i n st i t u t e zur Weiteroer- leihung an die Landwirte geben. Solche Institute sind zunächst mit bem größten Anteil die Preußische Zentralgenossenschaftskasse, alsdann die Land- wirtschastsbank, die Staatsbanken der Länder, die Privatnotenbanken, die Deutsche Girozentrale so- wie eine Gruppe kleinerer Agrarbanken. Die genannten Kreditinstitute erhalten die Darlehen zum Zweck der Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Real- und P e r s o n a l k r e d i t.
lieber das Eigenkopital der Kreditanstalt besagt der Gesetzentwurf, daß der Rentenbank-Kreditanstalt als Eigenvermögen zunächst 2 0 0 Millionen Mark zur Verfügung stehen. Das Kapital soll einstweilen bis zur Höhe von 500 Millionen Mark anwachsen bürfen. Im übrigen ist in dem Gesetzentwurf vorgesehen, daß zur Befriedigung kurzfristiger Kreditansprücke die Rentenbank-Kreditanstalt Darlehen auf die Dauer von mindestens einem Jahr aufnehmen darf. Hierbei ist an die Möglichkeit gedacht, aus den verfügbaren Mitteln des Reparationsagenten Darlehen zu erhalten.
Die Rentenbank-Kreditanstalt steht unter Aufsicht des Reiche s. Im übrigen ist die Anstalt in der Verwaltung und Geschäftsführung selbständig. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist der Präsident der Rentenbank, L e n tz e.
Die Zustimmung der landwirtschaftlichen Organisationen.
wtb Berlin, 26. Fehr. (Tel.) Wie dic Mor- aenblätfer melden, hat der Gesehenknmrf über die deutsche Rcntenbank - Kredit - An st alt bereits das Einverständnis sämtlicher beteiligten landwirtschastlichen Organisationen gefunden.
wtb Berlin, 26. Febr. (Tel.) Die beban- wlnden Aerzle geben über die Erkrankung des Reichspräsidenten folgenden Bericht:
Der Reichspräsident erkrankte am Montag den 23. Februar ganz plötzlich an einer schweren Blinddarmeut Zündung. Oie des nachts eine Operation notwendig machte. Trotz der bald nach der Erkrankung vorgenommenen Operation war der Wurmfortsatz des Blinddarms brandig und in die Darmhöhle durchgebrochen, sodaß eine allgemeine Bauchfellentzündung vorlag. Der Verlauf war bis gestern abend zusriedenstel- lend. Wie gewöhnlich am dritten Tage nach der Erkrankung setzte heute »acht eine Verschtirn- m c r u n g der Bauchfellentzündung ein, sodaß der
Lebenshaltung und Reparations» Politik.
Das Bekenntnis Deutschlands zu den Dawes- Plänen sowie seine Bereitwilligkeit zu einer weitgehenden Reparationspolitik bedeutet praktisch ein» schwerwiegende Verschuldung Deutschlands an das Ausland von längerer Dauer. Sofern sich, was sich ja noch Herausstellen muß, die Dawes-Pläne als ausführbar erweisen sollten, wird mit ihnen ein Kapitalabfluß nach dem Ausland verbunden sein, der um so ernster zu nehmen ist, als an uns umgekehrt bei unserem kleinen Auslands- befitz Zahlungen des Auslandes nur in geringem Maße fallen werden und unsere Wirtschaft selbst verarmt und kapitalschwach ist.
Dieser Ilmstand allein wird für uns eine Herabbrückung der Lebenshaltung für eine längere Zeit bedeuten, genau wie eine Familie, die aus irgendeinem Grunde in tiefe Schulden geraten ist, sich eine Zeitlang, wie man so sagt, krummlegen muß, wenn sie wieder frei werden will. Aus diesen Erwägungen hat auch wohl Pros. Gust. Cassel ans Stockholm, einer der ersten Sachverständigen für Währungs- und Finanzsragen, dieser Tage auf der Generalversammlung der Privatbankiers in Dresden erklärt: „Da die 800- Millionen-Mark-Anleihe der Wirtschaft nicht direkt zugute kommen kann, wird es nur durch fremde Hilfe, d. h. Auslandskredite möglich fein, die im nächsten Jahre fällige Summe von 800 Millionen Mark an die Reparationskommission zu zahlen. Eine Besierung der deutschen Lage kann nur durch eine Warenausfuhr eintreten. Die Abzahlung der deutschen Anleihen wird nur möglich fein durch Mehrarbeit und Herabsetzung des Lebensstandards, eine Tatsache, die von der Entente aus sozialen Gründen gern verschwiegen wird."
Das hindert aber nichts daran, daß sie wahr bleibt. Und bet den gewaltigen Summen, die nach den Dawes-Plönen die Normalleistungen betragen sollen, immer deren Ausführbarkeit vorausgesetzt, werden die sogenannten Besitzenden diese allein nicht aufzubringen vermögen, sondern alle Schichten des Volkes werden sich daran beteiligen müssen. Sorge der Gesetzgebung wird es dabei sein müssen, daß die L a st e n o e r t e i l u n g derart erfolgt. wie sie den Geboten der Gerechtigkeit und Billigkeit entspricht.
Die Zinanzaffären.
Der Ausschuß des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes beschäftigte sich mit der Kreditgewährung der Angestelltenversicherung und forderte in einer einstimmig angenommenen Entschließung eine eingehende Untersuchung des Kredit g e - bohrens der Reichsversicherungsan- stalt vom Oktober 1923 ab.
Schiffe in See-Not.
wtb Paris, 26. Febr. (Tel.) Die Rettungsboote des Hafens von La Rochelle haben im Verlaufe des Dienstag vergeblich dem in Seenot befindlichen spanischen Schiff „Christiana Sruda" Hilfe zu leisten versucht. Ein Rettungsboot, das gestern vormittag den Hasen verließ, kenterte. Von der aus 10 Mann bestehenden Besatzung konnten nur 3 Mann das Land erreichen. Von dem spanischen Schiss sind bis jetzt 18 Mann gerettet worden, darunter der Kapitän. 10 Mann befinden sich noch an Bord.
deutsche; Reich.
" Der landwirtschaftliche Beirat der westfälischen Zentrumspartei, auf dessen Weisung sich der Ab- s>n?»-ncte D- Papen für sein Fernbleiben von der «lvjtlmmimg für Marx beruft, hat auf einer Ta- gung in Münster nach langer Diskussion mit allen gegen vier stimmen sich, wie zu erwarten war, auf «eite öesn. 'Popen und feiner Gesinnungsgenossen Kqteiit. Diese sollen ihr Mandat b«behasten und
Deutsche Rompilger.
ist der dritte deutsche Pilger- öu6 t" unter Führung des Grastu Späth meist aus den?^^difgern eingetroffen. Sie sind «r-"' Rheinland und Westfalen ge- 'n den Bahnhof von Rom ffirnLr ,d^ger in deutscher Sprache
k °^K Dich" an. Am Balmhof finnnr/wnL™ be s ^Cn Mlaerkomitee auch Mon- SnnXmS nnÄ x” Präsident des Zentral- -pugenomitees anwesend.
Die europäische Sicherheitssrage.
wer sorgt für die Rekonstruktion Europas? — Eine Frage des uw garischen Wehrministers an herriot. — Eine Zrühstücksrede des französischen Ministerpräsidenten.
Der Zinanzminister und die Aufwertung
Die „Voss. Zig." meldet, daß Reichstinanzmini- ster v. S ch l i e b e n für Donnerstag die Führer der Reichstagsfraktion eingeloben Hobe, um mit ihnen die Frage der Aufwertung zu besprechen und ihnen die Auffassung der Regierung mit- zuteilen.
Offene Steuerlisten 7
Es ist eine immer wieder bei Steuerdebatte,' von den Sozialdemokraten im Reichstag erhobene Forderung, daß die Steuerlisten öffentlich aufgelegt und damit einer Kontrolle unterworfen würden.
Einen derartigen Antrag haben die Sozialdemokraten nun auch jetzt wieder im Hinblick auf die dem Reichstag in Vorlage gebrachten neuen Steuerge- fetzentwürfe eingebracht. Sie begründen ihn damit, daß durch eine Kontrolle der Steuererklärungen in ber Oeffentlichkeit den Steuerhinterziehungen ent- pegengearbeitet würde. In dem einen oder anderen Fall itzag das. auch richtig fein, aber die Gefahren, die sich andererseits mit der politischen und sozialen Ausschlachtung solcher Dinge auch durch Denunziationen und dergleichen üblen Machenschaften bei der Offenlegung von Steuerliften ergeben haben, hat btsljer immer den Ausschlag gegeben dafür, daß dl' übrigen Parteien einem solchen Antrag nicht zustimmen konnten. Diese Zustimmung wird aller Voraussicht nach auch gegenüber dem jetzt erneut dem Reichstag vorliegenden Antrag ' versagt bleiben.
Die Rentenbank-Rreditanstalt.
Der Gesetzentwurf über die Errichtung ?er Deutschen Rentenbankkreditanstalt ist den Blät- lern zufolge nunmehr dem Reichsrat zugegangen:
Der Entwurf bestimmt in § 1: Zur Beschaffung unb Gewährung von Krediten für Zwecke derdeutscheii Landwirtschaft wird unter bem Namen Deutsche Rentenbankkreditanstalt,
v-s neue Wahlgesetz Ungarns.
Die ungarische Regierung veröffentlicht ihren Wahlrechtsentwurf, demzufolge das aktive Wahlrecht jedem 24jährigen Manne zusteht,'der seit zehn Jahren unganscher Staatsbürger feit -mei Jahren in derselben Gemeinde wohnhaft ist und vier Volksschulklassen erfolgreich absolviert hat Bei den Frauen ist das aktive Wahlrecht an das 30 Lebensjahr und die Absolvierung von sechs Nnl'k«- schulklassen gebunden. Die Absolventen von H o ch s ch u l en besitzen das Wahlrecht ohne A n- fehendesAlters unb @ eschlechtZ. Wählbar sind alle, die das aktive Wahlrecht besitzen und das 30. Lebensjahr erreicht haben. Die Einteilung in Wahlbezirke wirb durch ein besonderes Gesetz erfolgen. Die Abstimmung ist im ganzen Lande o b - ki goto risch. Der überaus umfangreiche Gesetzentwurf enthält die Neuerung, daß die Abgeordneten einen Eid haben. Die Unterlassung des Abgeordneteneides hat den Mandatsoerlust zur Folge. Die Tätigkeit der Abgeordneten soll frei sein von stbem fremden Einfluß. Weisungen von außerhalb des Abgeordnetenhauses stehenden Faktoren dürfen nicht angenommen werden. Andernfalls fann das Abgeordnetenhaus das Mandat als erloschen erklären.
katholische wett.'
= Limburg. Am 21, Februar sind die Pollottine rinnen M. Clementine, M. Raymunda und M B az a r i a aus Kloster Marienstern von Hamburg nach Mittelkapland abgereist. Sie werden voraussichtlich am 27. Marz in Kapstadt landen und von da nach Beaufort- Wat fahren, um in ber dortigen Missionsschule tätig zx
* Zusammenstöße in der Luft. Havas berichte aus Pontoise: Als drei dem 34. Fliegerregiment an gehörenden Flugzeuge von einer Aufklärungs- fahrt zurückslogen, stieß ein vierter Apparat mit einem dieser Flugzeuge zusammen, wodurch beide Flugzeuge abstürztrn. Zwei Flieg er wurden »«tötet, ei« dritter verletzt
Aus Budapest wird gemeldet: Bei der Behandlung des Landesverteidigungsbudgets in der Sitzung der Nationalversammlung mrwies der Landesverteidigungsminister Gras Easaty darauf, das Ungarn v o l l st ä n b : g abgerüftet unb die durch den Friedensvertrag übernommenen Verpflichtungen erfüllt habe. Eine Militörkontrolle sei daher nicht mehr am Platze. Zum Schluß seiner Rede zitierte Graf Casakp die K a m m e r r e d e des französischen Ministerpräsidenten Herriot, der erklärt habe, seine Regierung verfolge eine friedliche Politik voller Liebe für die kleinen Mächte, wobei ihm besonders die Rekonstruktion Europas am Herzen liege. Casaky erklärte unter lebhaftem Beifall des Hauses, er mache sich die Ansicht Herriots vollkommen zu eigen, doch frage er die ganze Welt, in erster Linie den Vö l- k e r b u n b , wer solche Worte mit mehr Recht gebrauchen dürfe, der ungarische Honvedminister ober der französische Ministerpräsident. Frankreich habe 6 00000 Bajonette und viel Kriegsmaterial hinter sich, während demgegenüber ein deutsches Heer von 100 000 Mann stehe. Ungarn stehe abgerüstet mit seinen 65 000 Mann da. Ringsum ständen 450 000 Mann, ebenso ausgerüstet wie die französische Armee. Was ist entsprechend den oben zitierten Worten mehr Wahrheit, hier oder auf den Lippen Herriots? Im Sinne des Völkerbundspakts hat der Völkerbund die Pflicht, die Stärke eines jeden Heeres fest- zufetzen, und die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Armeen der betreffenden Staaten auf diesen Stand herabgesetzt werden. Ich frage: Wasist i n d i e- f e r Hinsicht geschehen? Wir haben unsere übernommenen Verpflichtungen ehrlich erfüllt. Mögen auch die übrigen ihre Pflicht erfüllen.
Diese sehr treffenden Ausführungen haben auch für Deutschland volle Berechtigung. Herriot freilich fährt zunächst fort, seine „Friedensliebe" in Worten zu beweisen. Bei einem Frühstück, das die Vereinigung der englisch-amerikanischen Presse in Paris gegeben hat, hielt Herriot eine Rede, in der er u. a. sagte, er f)abe die Ueberzeugung, daß er seine Verpflichtungen gegenüber der Demokratie
* Der Tod des Verbrechers. In Kottbus wurde nachts der wegen schweren Raubes gesuchte und aus dem Sorauer Gefängnis entsprungene Arbeiter Bruck von Beamten der Schutzpolizei überrascht und, da er zu fliehen versuchte, auf der Flucht durch zwei Schüsse getötet.
* Feuer an Bord. Der englische 300 Tonnen- Dampser „Teesdale", der mit einer Ladung von 200 Fässern Benzin von Middelsborough nach Rotterdam unterwegs war, ist in Waterville acht Meilen nördlich von Rotterdam infolge einer Benzinexplosion in Brand geraten. Die 20 Mann starke Besatzung, von der ein Teil erheblich verletzt I ist. kamite von rwei Lotsenbooten geborgen werden. I
nicht vernachlässigt habe. Er sei in London gewesen und habe seine Unterschrift unter ein Schriftstück gesetzt, das nicht wenig dazu beigetragen habe, die Friedenssache zu verstärken. In Genf habe man alsdann ein Protokoll ausgearbeitet, das. wie er hoffe, eines Tages der gesamten Welt die Ruhe bringe, die sie seit langem ersehne. Alle Worte, die er seitdem gesprochen habe, könnten nicht richtig ausgelegt werden, ohne daß man diese T a t in Rechnung stelle. Wenn er sich für die Befriedung einsetze, bann habe er auch die Verpflichtung, seinem Lande die Wiederkehr der schrecklichen Ereignisse, die man im Jahre 1914 erlebt habe, zu ersparen. Solange er an der Spitze ber Regierung stehe, werde man ihn bereit finden, ber Frage ber Sicherheit und des Friedens zu dienen. Andererseits werde er nicht ableugnen, baß auch Frankreich die Verpflichtungen, die es übernommen habe, erfassen müsse. Als man in London verlangt habe, Deutschland aufzurichten, habe da Frankreich nein gesagt? Im Gegenteil, es habe sich an der 800 Millionen-Anleihe beteiligt, die zu ber Wiebererhebung Deutschlands beigetragen habe. Die Finanzen Deutschlands hätten durch die Mitarbeit der Alliierten eine sofortige Verbesserung erfahren. Das bedauere er nicht, denn diese Handlung könne Frankreich nur die Achtung unb bas Vertrauen ber anberen Völker eintragen. Frankreich habe die Aufgabe, die Mißverständnisse unter den Nationen zu verhindern. Der Krieg sei beendet, aber die Nachwirkungen noch nicht. Um sie zu beseitigen, müsse die große F r e u n d s ch a f t. die die a n g e l s ä ch s i s ch e Demokratie und die f r a n z ö s i s ch e Demokratie verbinde, aufrecht erhalten werden.
Der Uonferenz-Gedanke.
wtb London. 26. Febr. (Tel.) Der „Dailn Telegraph" meldet aus Paris, der Gedanke einer interalliierten Konferenz, auf der dic deutsche Abrüslungs- und Sicherheitsfrage erörtert werden soll, scheine in Regiernngskreisen an Beben zu gewinnen.
Ausland.
• * Präsident von Mexiko. Nach
hör früher» m -rl1 »Insormation" aus Mexiko ist ^r Republik Obregon infolge t stBlutandrangs zum G ehirn erkrankt. । Sem Zustand gilt als besorgniserregend