Fuld aerZertung
Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. AmMchetz Kceisblakk.
Nr. 45
Dienstag, 24. Zebruar 1925,
52. Zahrg.
Was wird in Preußen?
er-
Da§ Reichsbanner
in
yerriot und Chamberlain.
Vor der Aussprache der beiden Staatsmänner.
v/tb Paris, 23. Febr. (Tel.) Die offiziellen französischen Kreise bestätigen, was der „Ittatin“ auf Grund einer amtlichen Beeinflussung feststellte, daß Herriot Austen Chamberlain sprechen werde, wenn er sich auf der Reise nach Genf in Paris aufhalten werde, aber bis jetzt sei noch keine Begegnung zwischen den beiden Staatsmännern festgelegt worden, wenn sie, wie man glauben könne, erfolge, so werde die jüngst in London von der deutschen Regierung erfolgte Demarche gewiß einen der Hauptgegenstände bilden.
Bei der Reichstagswahl am 7. Dezember boriaen Jahres hatten in Noivawes die Demokraten 849, der Re btsblock 6079, die Sozialdemokraten 5378 und die Kommunisten 1653 Stimmen erhalten.
SerontwortUtb ür b.e SLriitlettuna- Dr. 3o6a«ne8 Kramer.
A«erge»! 3- « ar,eiirr. Fulda. Rotai.ontdruck nnb Setlaa der
Snlictr 1 rt rrtirdnei m Fvita. Ferrwrnter St. & Vo"aUtckier Se’Ufto'ei»! 1.50 Mk.
Rus ZowjeLrußland.
vtb Paris. 23. Febr. (Tel.) havas meldet »ns Moskau, der Präsident der russischen Staatsbank, Scheinmann, soll in Ungnade gefallen sein, weil er keine ausländischen Kredite erhalten habe und weil seine Ausgaben zu hoch gewesen seien. Seinen Posten fülle gegenwärtig Taratuter aus.
Weltkrieg und Politiker.
Lloyd George bat in einer Rede in Hüll sich über die Rolle des Politikers im Weltkrieg verbreitet. Der Kern seiner Ausführungen war der Satz: „DieLänder, dksdiebestenPolitiker hatten, haben den Krieg gewonnen." Nach Ansicht Lloyd Georges hatten Ruhland, die Tüikei, Oesterreichund Deutschland keine Politiker. Deutsch, land, so erklärte er, sei während des Kiicges von drittkla fügen Politikern geführt worden. Die furcht» barste Waffe im Kriege seien nicht die schweren Kanonen, sondern das Surfum Corda. Dann sagte er wörtlich:
„Haben Sie jemals an die eine Tatsache im Kriege gedacht, daß Deutschland auf fremdem Boden kapituliert hat? Wir gingen nicht nur nicht über den fSgein, wir sind ihm auch niemals nahe gekommen. Keine einzige Kanone hätte nach Deutschland hineinschttßen können, und doch kapitulierte Deutschland bedingungslos,würdelos,erbarmungslos. Ihm war das Rückgrat gebroch.n. Glauben Sie, daß das passiert wäre, wenn Deutschland einen Ctemeneeau, einen Gambeita oder einen Chatham gehabt batte? Nein, es hatte nur zweit- und dritt- klalsige Leute, die es nicht velftanden, zum Herzen des Volkes zu sprechen."
Schneefall.
Wtb. Berlin, 23 Febr (Tel) lieber Nacht ist hier starker Schneefall emgetreten, der auch heute früh noch anhält.
Wtb- Eörkitz, 23 Febr. (Tel) Gestern abend und über Nacht ist bei 1-2 Grad Kälte leichter Schneefall eingetreten.
Die Fahrt des „£os Angeles".
Das Zeppelin-Luftfchisf Z. R. 3, jetzt „Sos An- geles", ist von seiner ersten großen amerikanischen Fernfahrt, die nach den Bermudas-Inseln führte, wieder glücklich in den Hafen Lakehurst zurückgekehrt. Amerika war über die Fahrt entzückt. Admiral Mottatt sandte einen Bericht an das Marinedepartement, in dem er seine höchste Zufrieden- heit ausdrückt und ankündigt, man werde in Kürze regelmäßige Luftschiffahrten nach den D e r- mudasinseln veranstalten können. Als das schiff die Küste von Bermudas erreichte, wurde die abergläubische Bevölkerung der Negerinseln von panischem Schrecken ergriffen und lief davon. Das Schiff ankerte eine halbe Stunde lang und stieg mit der Post und einigen Passagieren an Bord wieder auf.
Der neue Kalif.
wtb p a r i s, 23. Febr. (Tel.) Ruch Meldungen der Morgenblälker aus Kairo wird dort angekündigt, daß Ab del Krim für den Posten des Kalifen kandidieren werde. Lin einflußreicher mufelmani scher Aegypker habe beschlossen, einem muselmanischen Dell-Kongreß die Kandidatur Ab del Krims «orzuschlagen unter besonderem Hinweis darauf, daß Ab del Krim eine große europäische Nation besiegt habe und daher der geeignelste Führer sei, der mit Ehren das Bannet des Propheten tragen könne.
Konkurs in Japan.
wtb London. 23. skebr. (Tel.) Blättermeldungen aus Tokio zufolge ist eine der größten Handebsfirmen in Japan, die Takata-Gesellschaft, der Liquidation verfallen. Nach vorläufiger Schätzung betragen die Derpflichtungen der 3trtna 50 Millionen Pen und die Werte, über die sie verfügt, 40 Millionen Pen.
Ein amerikanischer Macen.
wtb London. 23. Febr. (Tel.) Blättermeldungen aus Newyork zufolge hat der frühere amerikanische Senator Simon Guggensteln 600 000 Pfund Sterling zur Förderung von Stipendien gestiftet, durch die es den amerikanischen Studenten ermöglicht wird, ihre Studien im Ausland sorlzu setzen. 40—50 Studierende könnten auf Grund dieser Stiftung die Studien im Ausland sortsehen.
Es ist schmerzlich für utt», feststellen zu müssen, daß den Ausführungen Lloyd Georges eine gewisse Berechtigung mcht abzusprechen ist. Ec selbst hat die Kunst der Menschenbehandlung und der Beein- fluflung der Volksseele im Sinne seiner Ziele mit unübeltioffener Meisterschaft beherrscht. Wir können unserseits den Namen, die er oben nannte, den (einigen hinzufügen, denn auch, wenn Deutschland einen Lloyd George gehabt hätte, wäre tnm vielleicht das ruhmloje Enoe front November 1918 Ipart geblieben.
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Ein lehrreicher Vorgang.
8m Preußischen Staatsrat hat sich dieser Tage ein Vorgang ereignet, der für die Katholiken und Zentrumsanhänger von allergrößter Bedeutung ist. Eanntlich hat das Zentrum schon im September 1924 die Zuweisungen an die evangelische Landeskirche einmütig zugebilligt. Nirn hatte das Zen- ttum den Antrag gestellt, daß den katholischen tS x m V ” un$ Domkapiteln eine Erhö-
. ,™c3iigc zu komme. Nun aber erklärten ,* * I * * *e fcer Deutschnationalen und der Deut
schen L-olkspartei sich gegen diesen Antrag des Zen- trums, mell sie feine Wirkung noch nicht absehen konnten, daraufhin gab in der Vollversammlung des Staatsrates der Vertreter der Zentrumsfraktion folgende Erklärung ab:
„Meine Herren, d»e omi dem Herrn Vertreter der Staatsregierung gegenüber dem Antrag der Zentrumspartei geltend gemachten Gründe vermögen wir nicht als berechtigt anzuei kennen. Gewiß Und wir die ersten, die auf die notwendigen Ver- handlungen -«-t dem Heiligen Stuhl Rücksicht neh- mem Aber diese Rücksicht kann kein Grund gegen d,e Schaffung eines den wirt chastlichen Notwendigkeiten entsprechenden Provisoriums bilden das die rechtliche Seite der Dotationsfrage vollkommen unberührt läßt. Mehr als ein derartiges Provisorium — genau wie es auch in der evangelischen Kirche ist, zu beantragen, lag meinen Freunden bei der Einbringung dieses Antrages Nr. 44 fern Die Regierung sollte in keiner Weise über den jetzigen status guo hinaus durch diesen Antrag gebunden werden. Wir bedauern die Ablehnung des Antrages, insbesondere auch durch die Haltung der Arbeitsgemeinschaft, und dieses Bedauern 'wird noch verstärkt, wenn man bedenkt, daß die von dem Herrn Dertreter der Regierung angebeuteten Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl zurzeit noch keineswegs soweit sind, daß auf eine baldige definitive Regelung gehofft werden kann. — 2lus all diesen Gründen halten wir an unserer Forderung, die in diesem Antrag zum Nusdrua gebracht worden ist, fest. Aber mit Rücksiebt auf die Haltung der Parteien in diesem Hause nehmen wir in der gegenwärtigen Lage davon Abstand, diesen Antrag erneut einzubringen, hoffen aber, daß im Houpraus- schuß des Landtages unsere politischen Freunde diesen Antrag wieder aufnehmen."
welcher diese Rechtsparteien unter Duldung des Zentrums sitzen. Es ist ja nun bei der abgewogenen Politik des Zentrums kaum anzunehmen, daß nun eine verärgerte Bergelrungspolitik getrieben wird. Das Zentrum wird vielmehr abwarten, bis die jetzt in der Regierung im Reiche sich befindenden Pcr'eien diejenigen Verantwortlichkeiten erfüllt haben, um derentwillen bisher die schwersten parteipolitischen Kämpfe ausgetragen wurden. Zu gegebener Stunde wird dann sich die Entwicklung gewissermaßen zwangsläufig vollziehen.
In den Kreisen der Deutschen Volks- Partei, wo man das Peinliche der Lage emzu- I'ehen beginnt und sich darüber klar ist, welch schwere Verantwortung die Bolkspartei als Anzettlerin der Krise trägt (drei Jahre gab es in Preußen keine Krise, weil V 0 l k sp a r t e i und Sozialdemokraten sich gegenseitig für regierungsfähig hiel- ten), wird jetzt eine Beamtenregierung angeregt. Marx soll sie führen. Auf das Zentrum wird mit Lockungen und Drohungen eingewirkt. Die „Drohung" mit Neuwahlen hat für das Zentrum keine Schrecken. Die Rechte bildet sich, ein, sie könne diese Wahl in Ermangelung anderer Großtaten mit dem Wort „Barmat" siegreich bestreiten. Die Mehrheit der Wähler wird doch erwas mehr verlangen als die bislang immer noch rein p 0 r t e i p 0 [ i t i f d, aufgemachten „Enthüllungen" über die Sünder auf der einen Seife. In der Zentrumspartei jedenfalls ist mit derartigen Dingen kein Erfolg zu erzielen. Auch die Zentrums- Partei kann einmal mit gewissen Personen Unglück haben. „Es ist selbstverständlich unmöglich, je- mandcn, der sich der Partei anschließt, vorher zu fragen, ob er in Zukunft mit den Gesetzen in Konflikt kommen würde," sagt so treffend Herr Dr. Stresemann über fein Mißgeschick mit dem Sprit-Weber. Das gilt auch für andere. Aber die Zentrumsaiihänger kennen ihre Partei bef- f e r als Außenstehende sie kennen. Sie haben die- ler Partei in viel schwierigeren Zeiten das Vertrauen erhalten, als die heutigen es find, in denen „Sos von Rom".Predigten des Hofpredigers Doeh- rmg in Berlin und ähnlichen Kundgebungen dock mit größter Deutlichkeit die Gefahren aufzeigen. Ww zweifeln nicht, daß die Maffe des kath. Vol- kes in Preußen heute genau so in der Zentrums'» Partei zusammen stehen würde wie bei den Wahles im vorigen Jahre. Mahnungen eines alten baye- rischen Generals, die aus mangelnden praktischen Erfahrungen mit preußischen Verhältnissen und aus anderem zu erklären sind, werden dabei gar nicht ins Gewicht fallen. Gegen links und rechts wird sich immer aufs neue das Zentrum behaupten. Es wird weiterhin, wie der Abgeordnete Heß das fo trefflich auslührte, gegen links ferne Weltanschauung und gegen rechts feine Konfession 3» verteidigen wissen. Es ist sich klar darüber, daß weife Kreise der Sozialdemokratie, namentlich in Sachsen und in Norddeutschland ,von einem fanatischen Religionshaß erfüllt find und diesem Haß entsprechenden Ausdruck ge» ben. Es weiß ebenso, daß zum Beispiel der d e u tsch- nationale L a n d b u n d bei der letzten Wahl durch gröbste Verhöhnung des katholischen Priester- gewandes in nichtkatholischen Gegenden Wähler zu fangen versuchte. Das betreffende Flugblatt hat ja damals in katholischen Kreisen die größte Entrüstung hervorgerufen. Wir reiften freilich auch, daß sowohl rechts als links von uns — ihrerseits im R-ngen mit den auf Haß und Zwiespalt eingestellten Elementen — auch starke Kräfte nach Versöhnung .und D e r st ä n d i g u n g verlangen, und diese Kräfte im Interesse des deutschen Volkes und des Vaterlandes zu stärken, zu f q m m e' n und zu einen, das ist der große Grundgedanke der Zentrumspolitik, derentwegen jede Verdächtigung und Schmähung getragen, jedes materielle un^ »—r/ö.lliche Opfer gern «e» beacht werdor-
Zahlreiche Sonderzüge brachten am Sonntag die Gäste heran, sodaß die erwartete Zahl von Hunderttausend wohl übertroffen wurde. Besonders herzlich begrüßt wurden die Gäste aus Deutsch- Oesterreich, woher eine Abteilung des Republi- kaniichen Schutzbundes Deutsch-Oesterreichs unter Führung des Ministers a. D. Deutsch gekommen war, und die Reichsbannerleute aus Bayern, das namentlich aus Nordbayern zahlreiche Abordnungen schickte. Die Anwesenheit der Oefterreicher gab der Veranstaltung eine besondere Note. Sowohl im Festakt im Stadftheater wie bei der großen Demonstration am Domplatz erklang immer wieder der Heiße Wunsch, daß Deutsch-Oesterreich zum Deutschen Reich kommen möge. Dieser Wunsch erklang gleich fest von den Lippen der reichsdeutschen wie der österreichischen Gäste. Unter den reichsdeirtschen Rednern unterstrich besonders Staatsminister a. D. Dr. Haas, Karlsruhe, den Wunsch nach Vereinigung. „Wir warten auf den Tag, io schloß er, an dem den Deutsch-Oesterreichern das Recht der Gerechtigkeit gewährt wird. Was aber immer auch Unrecht und Gewalt bestimmen mögen, den Glauben können sie uns nicht nehmen, daß wir und die Deutschen in Oesterreich zmam- mengehoren und daß wir eins sind unter den gemeinsamen Farben schwarz-rot-gold."
veranstaltete aus Anlaß der vor einem Jahre folgten Gründung eine große Kundgebung ... Magdeburg. Reichstagsabgeordneter Loeffler gedachte in der Erösfnungsansprache der 136 Opfer der Grubenkatastrophe auf Zeche „Minister Stein", von denen 78 dem Reichsbanner angehört Haden. Die Ausführungen des Redners gipfelten in dem Bekenntnis zu den Farben schwarz-rot-gold, die ein Symbol für die Einheit und Freiheit des deutschen Volkes seien.
Deutsche Wirtschaftsfragen.
--- wi-dere nsiihrmig 6tr Swrinnnatrdttanzrn Durch eine Pelanntmachung oes Reichöwirt chattsministcrS wird die Ve ösfentlichun 1 Der Z veimonatSbilanzen inländischer Kreditbank n, die seit dem Kne'e bekanntlrch ausgesetzt war, wieder vorpesch-leben. Die Pfl-cht zur Peröffem- lickuna i!i in der Be.'anntmaedun^ betreffend die Zu- lassun i von Wertpapieren zum Börsenhandet vom 4 ^uli 18l0 für diejenigen Banken bestimmt, von denen Aktien feit dieser Zut an der Berliner Börse neu zuwlassen mv, was für die weitaus menten Aktienbanken zutrifft, , 6 -it beabsichtigt die Veröffentlichung durch die NeichZ- vank gesaminelt vornehmen zu lassen."
Ziinshme Kontofe. Im Oktober 1821 wurden (.^7 Konkurse eröffnet, tm November 617, tm Dezember d0- <in Januar flieg jedoch ihre 3ajl wieder aus 757
deu.sche reif muh heute, wie der Reichs- rrnJ.nV Z5 ^ot&etn fcststellte. 16,75 P ozent feines
131110,6,16 an dieEisenbahnen entrichten ■„? h- „ Prozent vor dem SVrie e, und 6,25 Prozent e £ct,tun0cn der Post keye:i 1.7 Prozent vor dem w .-"L n jwanis.kez Leidenmsnspob Tie japinis^e JloWt.ut.i3 0 ukti. „ b.trä.tt M. -wer Dritte, der Roh- nideii-eroDutt.on der rnnjen Welt. Tie japanische |,AU”$L.l0ttt .nun die japmische Vorh -tif rast auf wiu euL\._.,ilartt weiter au?baueit und festigen und zu diesem ZweL cm Seid e n mon 0 pot schaffen Tie r hnben tl’m !opa»t,chen Setdentrport
schon sivge SiOUcue zuM«ttzrr.
Deutscher Reich.
* Die Wictjchaftspartei. Wie das „Tageblatt" berichter, beichloffen die An länger der W rllcha ts» pa<tet die Gründung einer eigenen Partei für Handwerk, Handel und Gewerbe.
* Z»m Vorsitzenden der Deutschnat onalen Volks- Partei wurde der AbgeordneteTr. Winckler gewählt.
' Wahlen am Sonntag.
Tie Wahlen in Thüringen.
Dte Gemeinde- und Kreisratswahlen im Land: Thürmren sind gestern ruhig verlaufen. Dw Wahlbeteiligung war geringer als bei den Reichsfagswahlen. Sie dürfte im Durchschnitt kaum mehr als 60 Prozent befragen haben. Vielfach erreichte sie noch keine 50 Prozent. Alle Parte ecr haben entsprechend an Stimmen verlöret. In Weimar er sielten: Sozialdemokraten 7 geg. früher 8, Dentschnationale ll ge en früher 13, Ko nmun-sten 2 gegen früher 3, die N ttional ozialtsten 1 und die Demokraten 3 gegen früher 5 Sitze; außerdem er» hielten der Sparerbund 3, Mieterschutz 1 und die Arbeitneh ner 1 Sitz. In I-na: Sonaldemokraten 10, Kommunisten 6, Demokraten 5, BI gerliche 14. Dre Zuiammenietzung des Stadtrats bleibt unb?r» änöen. In Gotha: Bürgerbund 17 Stze (bis- s der 19). Völkriche 3 (bisher nichts), Demokraten 2 : (bisher 3', Svsialdemokraten 2 (bisher 2), Kommu» i niften 11 (bisher 10'. In Eisenach: Die bürget» ' 11 ben Bai feien erhalten voraussichtlich etwa 19, oie Linksparteien etwa 16 Sitze.
In NowaweS.
In Nowawcs bet Potsdam, das jetzt Stadt« rechte erhalten hat, wurde am Sonntög das erste Stadipailament gewählt. Die Wahlen, an denen sich ungefähr 63 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten, verliefen 0 >ne Siörunz. Es erhielten die Sozialdemokraten 4367 Stimmen und 13 Sitze, die ’ Bürgerliche Bereinizu-'g (Deuffchnatwnale Volk » Partei und sonstige Gruppen) 4830 Stimmen und 14 Sitze, die Äommnni-en 1183 Stimmen und 3 Sitze, die Demokraten 83) Stimmen und 2 Sitze.
Don einem politischen Mitarbeiter wird uns zu
I öen Vorgängen in Preußen geschrieben:
Eine ganz eigenartige Situation hat sich in I Preußen dadurch entwickelt, daß eine Partei des Hauses, nämlich die Kommunisten bei den je- j wekls in Frage kommenden Entschließungen eine | ganz verschiedene Stellung einnehmen. Sie stimmen | aus Prinzip für den Sturz einer jeden Regierung, I dst. nicht die proletarische Diktatur <m komiministi- I fchen Sinn darstellt. Sie stimmen aber andererseits ■ niemals für einen Ministerpräsidenten, der mcht I ichr eigener Mann ist. So find die Kommunisten I wohl für den Sturz der Regierung Marx einae- treten, haben aber Marx selbst als' Ministerpräsidenten nicht gewählt.
Damit ergeben sich nun, besonders angesichts der außerordentlich scharf zugespitzten Zahlenver- hältnisse, ganz eigenartige Situationen: Die Rcchts- opposition kann über die kommunistischen Stimmen nicht verfügen bei der Wahl eines Ministerpräsidenten, kann auf dieselben Stimmen ohne weiteres zählen, wenn es den Sturz einer solchen Regierung gilt.
Und fo ergibt sich die weitere merkwürdige Lage: Ein Ministerpräsident, gewählt von den gegenwärtigen Regterungsparteien, erhält eine Mehrheit von mindestens 60 Stimmen. Die Politik dieses Ministerpräsidenten indessen wird, wie das setzt der Fall gewesen ist, mit drei Stimmen Mehrheit auf Seiten der Opposition verworfen.
Das ist ein politisches und parlamentarisches ! Unding, das seinesgleichen sucht. Ein Ministerpräsident, der vom Hause mit Mehrheit gewählt wird, hat felbswerstäiidlich von oorneherein auch die Billigung feiner Politik, sonst würde er nicht gewählt.
s Dos ist absolut klar. Daß nun abr dieser selbe Ministerpräsident trotzdem gestürzt werden kann, nur weil eine Oppositionspartei um jeden Breis sich dafür zur Verfügung stellt, ist ein parlamentarischer Unsinn.
Dieser Unsinn wird aber dadurch noch verstärkt, daß die Opposition, die den Ministerpräsidenten stürzt, gar nicht in der Lage ist, ihrerseits eine neue Regierung zu bllden. Rach dem parta- mentarifchen System muß eine Opposition, die den Sturz einer Regierung herbeigeführt hat, ihrerseits eine neue Regierung nicht nur zu bilden versuchen, sondern auch bilden können. Bei der Lage in Preußen märe es nun das Gegebene, daß Deutfchnationale, Deutsche Dolkspart ei und Kommunisten einen gemeinschaftlichen Ministerpräsidenten wählen, gemeinschasrlich eine Regierungserklärung verfassen und sich diese gemeinschaftliche Politik vom Landtag eben durch ihre Parteien bestätigen ließen. Das ist natürlich nicht möglich.
So bleibt auf der anderen Seite, man mag die Dinge drehen, wie man will, garnichts anderes übrig, als daß die bisherigen Regierungsparteien eben wiederum einen Ministerpräsidenten befiel» len und das kann im vorliegenden Fall nur wieder Marx fein. Marx wird daher am 4. März sich erneut zur Wahl des Ministerpräsidenten stellen, er wird eine Mehrheit von 60 Stimmen erhalten, er wird unter diesen Verhältnissen garnicht anders verfahren können, als das soeben präsentierte Kabinett wieder vor den Landtag zu bringen und man wuß es dann erneut darauf ankommen lassen, ob die Opvosition, die ihrerseits nicht in der Loge ist, einen Ministerpräsidenten und ein Kabinett zu stellen, dieses Kabinett Marr abermals zu Fall bringt
Was sich jetzt in Preußen vollzieht, ist im höchst--'n Er: da unerfreulich. Es kann aber auch von allergrößter Bedeutung für die Lage im Reich werden. Das Zentrun! hat befanntL e-klört, daß die Haltung der Recktsparteien im Landtag nicht gleichgültig fein kann für die Haltung des Zen- | trums tm Reiche oeoenüber einer Regierung, iy 1
* Lin Denkmal für Theodor Roofrvelk. Die Witwe Theodor Roofevelis hat ein Derckirml für ■ tpren Gatten enthüllt. Es stellt ihn. als Anführer ‘ einer „rauben Reiter" bar, nrt denen er seinerzeit i S^en Cuba „ins Feld zog". Als Standort ist das t „L-chiachtfeld" auf der Insel Cuba gensaMt. Die Cuboner feföft dürften dieses Denkmal mit sehr ge- , wckchien G-kühlen betrachten. !