| Freitag, 1Z. Februar 1925.
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«rtantttortud) ür Sie Schrulle tu i,: Dr. J-danuer gramer. Anzeigen! I. $arreller. Sulla. Rotalion-druck und «erlag der Stuten v d-ntirdnf> w 7 uiia. r-mütrecttt Rr- 8.
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FuldaerZettung
Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. Amtliches Areisblakk.
Or. Wirth und die Verleumder.
Eine Erklärung im Reichsiag gegen die Derleumdermekhoden des „lag*.
In der Reichstags-Sitzung am Mittwoch hat der Reichstagsabgeordnete Dr. Wirth denjenigen, die für sich aus dem Unglück, das Dr. Horste angerichtet hat. das Recht zu jeder Verdächtigung herleiten, eine entsprechende Abfuhr zuteil werden lassen. In der Erklärung, die er vor der Tagesordnung abgab, sagte Dr. Wirth u. a.:
Die von dem Abg. Dr. Becke r-Hesscn abgegebene Erklärung und die sich daran schließende Geschaftsord- nungsdebatte haben mich veranlaßt, den Herrn Präsidenten zu bitten, heute eine Erklärung abgeben zu dür- sen und die 'Aufmerksamkeit des Reichstages auf einen Prozeß bericht in der Zeitung „Der Tag", Abendausgabe vom 5. Februar, zu richten. Das Blalt berichtet über den Prozeß, den die Firma Himmelsbach gegen Herrn Fernbach, Herausgeber der Zeitung „Der Holzmarkt" angestrengt hat. Es wird in dem Bench: folgendes gesagt: „Der Angeklagte verrrat den Stand- upnkt, daß nur durch die Unterstützung der Firma Him- melsbach die französische Forstbehörde in der Lage gewesen ist, ungeheuerliche Waldverwüstungen vorzunehmen, sie hat in acht Wachen allein in der Pfalz 80 000 Felttncter Holz geschlagen. Die dabei entwickelte Este sei dadurch erklärlich, daß der damalige Reichskanzler Wirth seinen Geschäftsfreunden zu verstehen gab, daß mit dem Inkrafttreten des Dawes- planes Frankreich auf die Verfügung über die beschlagnahmten Forsten verzichten müsse". Weiteren Aus'üh- rungen des R.-A. Alsberg wird hinmgefügt: „Man spricht jedoch davon, daß der frühere Reichskanzler Dr. Wirth als Zeuge vernommen werden soll. Durch diese Zeugenschaft würde der Prozeß aus einer Privai- klage zu einer öffentlichen Angelegenheit iverdsn." Ich wartete nun bis gestern morgen vergeblich aus eine Ladung als Zeuge, trotzdem mir Amtsmiß- bräuch als Reichskanzler vorgcworfen worden ist. So richtete ich denn gestern früh an den Vorsitzenden des Gerichtes in Moabit durch Eilbrief das Ersuchen, mich so rafch wie möglich als Zeugen zu vernehmen. Ich hatte den begreiflichen Wunsch, vor Gericht zu erklären, daß ein Irrtum vorliegen müsse, mich des Amtsmiß- brauchs zu bezichtigen, da ich um die Zeit, wo die Ppo- zeßvorgönge svielten und der Dawesplan angelegt worden ist, kein Amt bekleidet habe. Ich schied im November 1922 aus dem Amte aus und hinter mir folgten zwei Reichskanzler, die Herren Cuno und Strefemann, ehe irgend jemand von der Möglichkeit des Dawesplanes auch nur sprechen konnte. (Hört, hört! in der Mitte und links.) Auch der jüngste Setzerlehrling in einer kleinen Vorortszeitung hätte das Ilnfinnige der Behauptung, daß der Reichskanzler Dr. Wirth seinen Geschäftsfre"n- den zu verstehen gab ufto. durchschauen können. (Leb Haftes Sehr wahr' in her Mitte und links.) Dem „Tag" blieb diese Erkenntnis fern. Nun entnehme ich aber ans den. Zeitungen, daß mein Briet an das Gericht von dem Vorsitzenden tn Moabit verlesen worden ist. Sowohl der Anaeklagte wie auch die klägerische Partei und auch der Vorsitzende des Gerichts stellen ausdrücklich fest, daß weder der Name Wtrtb noch irgendwelche Beziehungen seiner Person zu der Firma H i m m e l s b a ch w ä h r e n d d e s g a n z e n Prozesses überbau vt zur Sprache aekom- men fei. (Stürmisches Hört, hört! in der Mitte und links Große Unruhe und Rufe: Verleumdung!) Bon einer Ladung des früheren Reichskanzlers Wirth wird unter Zustimmung aller Beteiligten abgesehen. (Abermaliges lebhaftes Hört, hört!) Ich stelle fett, daß ich mit der in Moabit verhandelten Sache nichts zu tun, noch je zu tun gehabt habe. Trotz diesem Tatbestandes und trotz meiner schon während des Wahlkamptes wiederholt abgegebenen Erklärungen mußte ich die Ueberraschungen erleben, daß die Zeitung „Der Tag", ohne daß meh,- Nome im Prozeß genannt worden wäre, ausführlich und wiederholt mit Randbemerkungen und Zulätzen mich >m Droaeßbericht zitiert bat. Wie ist so etwas möglich? Die Zeitung „Der Tao" aifct selbst die Aufklärung dakür. indem sie schreibt: „Wie wir erfahren. hat der Beklagte Fernbach vor Gericht ausgesagt: — ich bitte alle Damen und Herren, di°se Worte besonders beachten tu wollen — Als diese Geschäfte mit den Franzosen getätigt wurden, nahm der Dawes plan bereits greifbare Formen an, und die Firma Himmelsbach. die" Beziehungen bis hinauf zum Rfichskianzler befaß und ausnlitzte, war ganz ge- nan unterrichtet, daß mit dem Inkrafttreten des Da» wesplans die Verträge mit den Franmsen hinfällig werden mußten. Infolgedessen habe Himmelsbach eine Eile an den Tag gelegt, wie man sie vormals nie ae» iehen ycrt." Und nun führt der „Tag" fort: „Mit dem Ausdruck „Reichskanzler" soll nun nicht Dr. Joseph Wiulh, sondern der damalige Reichskanzler Cuno gemeint fein (Große Bewegung.) Tatsächlich ist der Name Wirth in den Verhandlungen nicht gefallen. Do jedoch ferne geschäftlichen Verbindungen mit der Firma Himmelsbach bekannt sind, lag es nahe, ihn und nicht einen anderen Reichskanzler als Quelle der Infor- maiton der Firma Himmelsbach anzunebmen." (Hört, hört! links und tn der Mitte lebhafte Plnirufe.,
Es fehlen mir dte parlamentarischen Morte, um dos Verhalten der bekannten rechtsgerichteten Zeit"na „Der Tag" aenügend zu kennzeichnen. Da aber diele Zeitung ollen übrigen voran sich besonders als Fahrerin im Santuf pecen die Korruption beteiligt hot, stehe ich nicht an, das Verholten als den Ausdruck der p o [ j f b schon und moralischen Korruption zu bezeichnen, wie sie schlimmer nicht gebar*1* werden kann. (Lebhafte Zustimmuno links und im Zentrum.) Eine Zeitung wie „Der Tag", von der bekannt ist, daß deutschnotionale Ind"ftrielle und Abgeordnete ihr nahe- stehcn lRufe links: Hua en berg!), die fi* einen solchen Betrua «rlaubt und sich berausnimmt, M-n>chen die Ehre abzuschneideit, ohne daß dazu SScranlaffunq vor- liegt, ist ein Herd politischer Korruption in Deutschland, die die tn ihren unheilvollen Wirkungen bekannten Verfehlungen noch übertrifft. (Sehr wahr! im Zentrum). Ich weise besonders darauf bin, daß trotz des unverkennbaren Hereinfalls mit den Demerkungen über den Moabiter Vrozeß die Zeituna fein Wort der Entschuldigung zu finden weih und nicht einmal den Versuch unternimmt, das mir angetane Unrecht durch eine anftänbice. Erklärung ro-eber gut zu machen. Vielmehr muß ich erkennen, daß draußen im Londe her Bericht im „Tag" geradezu eine Flut von B e- schlmpfunaen und unsachlichen Angriffen gegen auch berbefgeffibrt bat. Der Abg. Dr. Becker hot gestern sich in sehr lebhaften Worten argen dl- bcmoeia» tische Preffe gewandt. Mit viel größerem Recht kann ich heute einer gewissen Rechtsvresse gegenüber den 1 Vorwurf politischer Korruption erheben.
Furchtbare SchlagweNerkatastrophe.
136 Bergleute wahrscheinlich tot. / Das Rettungswerk im Gange. / Giftgase in den verschütteten Sohlen.
wtb Dortmund, 12. Febr. (Tel.) 3m Süd- t oslfeld der Zeche „Minister Stein“, Schacht 3 ist gestern abend 8.15 Uhr eine Schlagwetter- Explosion erfolgt. Die Schlagwetter-Explosion hat einen außerordentlich heftigen Charakter angenommen. Die Strecke sowohl als die drille, zweite und erste Sohle sind durchvrüchegesperrt. Die gleich nach der Explosion einsehenden Retlungs- truppen versuchten die Brüche durchzuarbeilen und an die hinter den Brüchen befindlichen Leute herau- zukommen. Nur vereinzelte Leute sind gleich nach der Explosion noch lebend zu tage gekommen und es ist mit dem Verlust von über 100 Bergleuten zu rechnen, zumal auf dem Betriebe hinter den Brüchen infolge der vollständig gestörten Wetterführung die Gase nicht in der erforderlichen Weife a b z i e h e n konnten.
bene Arbeitsstätten wurden nach der Explosion unberührt vorgefunden.
Die Safseeflaschen der Bergleute standen an den Frühstückspläheu noch unberührt, ohne daß sie um- gcstürzk waren. Die Bergleute waren jedoch nicht mehr in Viesen Bezirken, sondern waren geflüchtet und haben allem Anschein nach auf der Flucht den Tod gefunden. Eine große Anzahl von Bergleuten wurde ohne irgendwelche äußere Verletz nagen lot geborgen.
Von zuständiger Seite wird uns zu dem Unglück auf Schacht 3 der Zeche „Minister Stein“ noch gemeldet:
Die G e s a m t z a h l der durch die außerordentlich starke Schlagwetter-Explosion, deren Ursache noch immer nicht festzustellen ist, betroffenen Bergleute beträgt 13 6. Unmittelbar nach der Explosion konnten 8 Bergleute sofort geborgen werden, 5 sind wahrscheinlich außer Lebensgefahr. Dis heute früh 9 Uhr wurden 36 Tote geborgen. 93 Bergleute werden vermißt und sind durch zu Bruch gegangene Kohlenmasscn ab geschnitten.
Obgleich die Rettungsmannschaft der eigenen Zeche sowie der Rachbarzechen „Gncisenau“, „Viktor“, „Aschenbach“, „Scharnhorst“ und t ie weitbekannte Berufsrettungswehr von „Rhein- Elbe“ fieberhaft tätig sind, ist nicht damit zu rechnen, daß auch nur ein einziger der abgeschlossenen Bergleute am Leben und zu retten i st.
Der größte Teil der bisher geborgenen Toten ist auf eiliger Flucht von den Giftgasen erreicht
Es sind insgesamt 180
Mann Rettungsmannschaften zur Stelle. Andere stehen bereit, um die zu Bruch gegangene Strecke mit größter Schnelligkeit frei zu machen.
Ein großer Teil der verunglückten Bergleute ist v e r h e i r.a t e t. Die Bergungsarbeiten werden erschwert durch die teilweise noch vorhandenen Nach-Schwaden. Seit Mitternacht weilen General-Direktor Bergrat Funke von „Rhein- Elbe“, Bcrgwerksdirektor Kreper, Dergrat Müller und die Bergassesioren Wülke und Beiling von der Untersuchungskommission für Sprengstoffwesen auf der Zeche. Berghauptmann Ooerthum und Dergrat Müller haben die Strecke, soweit es mög
lich ist, bereits befahren. In den nächsten Stunden ist mit der Bergung weiterer Verunglückten nicht zu rechnen.
70 Zofe geborgen.
wtb Dortmund, 12. Febr. (Tel.) Aus bet Zeche „Minister Sfein“ sink» bis 11 Uhr 30 Jilin, 70 Zofe geborgen werden.
. Der Hausler an der Unalücksstelle.
wtb Karlsruhe, 12. Fehr. (Tel.) Reichskanzler Dr. Luther hat feinen Besuch bei der badi- । scheu Staatsregierung abgebrochen und wird sich ! :Vn 2 Uhr nachmittags an die StätL Dorf-t . munder Grubenunglücks begels "
Das leidgeprüfte Ruhrgebiet ist von meinem neuen schweren Schlag getroffen -worden. Es schneidet ins Herz, wenn man an den Jammer so vieler Bergarbeiterfamilien denkt, die ihre Lieben auf diesem Schlachtfeld der Arbeit jetzt verloren haben. Die braven Knappen, die Tag für Zag der Todesgefahr in der Tiefe entgegensehen, fördern die Kohle ans Licht, aus der Deutschlands Wirtschaft beruht, auf die sich Wohlstand und Kultur gründen. Deshalb steht der Bergmann den Heizen des deutschen Volkes nahe: er ist in den Kreisen, die sich nicht diinkelbaft von den Arbeitern abschließen, geachtet und geehrt und der Schlag, der ihn jetzt wieder in mehr als Hundert seiner Kameraden getroffen hat, trifft m i t das deutsche Dolk. Möge e r n ft e Trauer gerade auch in diefen Tagen, wo manche Leute wieder schrankenlos dem Vergnügen huldigen zu dürfen glauben, zum Ausdruck bringen, daß die Angehörigen der Opfer in ihrem Schmerz nicht allein stehen.
84 Zofe geborgen.
wtb Dorfmund, 12. Febr. (Tel.) Vis 12 Uhr mittags fonnfen auf der Zeche „Minister Sfein“ 84 Zof e «utage befördert werden.
(Siehe auch unter „Das Neueste“.)
Die Veranlassung zu der Explosion ist dunkel. Darüber werden erst Angaben gemacht tht- ben können, wenn bie Brüche aufgeräumt sein werden nud die lebend gereflefen Leute Auskunft erteilen können.
30 Tote geborgen.
Bis morgens 5 Ahr waren 30 Tote geborgen \ und vernichtet worden, und außerdem 8 Lebende. Rach dem bisherigen Befund hat eine große Anzahl von Bergleuten den Tod gefunden auf dem Fluchtweg, verfchie-
Run wird im Zusammenhang mit dem Prozeß der Firma Himmelsoach der Name Cuno genannt Fuhlen wir nicht alle deutlich, daß die Methode, nie die Rechts, presse den periöntichen politischen Kampf betreibt, geeignet ist, die Mitarbeit in der Politik, die in diesen Jahren doch Rellunasarbeit an Volk und Vaterland bedeutet und deren Sinn und Ziel die Wiedergewinnung der nationalen Freiheit ist, den Eintritt deutscher Staatsbürger ’.n die verantwortliche politische Tätigkeit als M i n {ft e r und Kanzler z u er- schweren, ja ganz unmöglich zu machen? (Sehr richtig!) Herr Euno wird, wie ich, wohl auf das peinlichste berührt fein. Herr Cuno steht den Rechtsparteien nahe. Er war, meine Herren von rechts, Ihr besonderer Vertrauensmann. Ich bfn aber überzeugt, daß Herr Euno uLcibaupt mit der ganzen Sache nicht in Verbindung gebracht werden kann, da auch er wohl baut als nicht mehr im Amte war. Sein Nachfolger war Herr S t r e f e m a n n. Wohin kommen wir also mit der vom „Sag"'geübten politischen Methode?
Dohi» kommen wir, rornn nicht endlich alle dazu übergehen, dieser poliiifckeu Verhetzung eia Ende zu mache«?
9d) betone aber on dieser Stelle noch ganz besonders; Alle gegen miet' gerichteten Vorwürfe über ein Zusammenarbeiten mit der Firma Himmelsbach in irgend einer gefchäftlichen Helzangelegenheii in Deutschland sind unzutreffend. Unrichtig sind auch Bemerkungen über »er« wandtichaftliche Beziehungen zu der Familie Himmelsbach und meiner Teilhaberschaft an der Firma .Gebrüder Hi-mnelsbach". Dieser Hereinfall meiner politischen Gegner sollte doch dazu führen, daß nicht die Lüge von den Herren von rechts zum politischen System gemacht rutrb." (Lebhafter Beifall und Bravorufe, andauernde große Unruhe und Zwischenrufe.)
Don der kurhessischen Presse hat die rechtsgerichtete Kasseler P o st die Mitteilungen des „Tag“ gegn Dr. Wirth in besonders ausfallender Weife wiedergegeben. Darauf feien unsere Kasseler Freunde besonders aufmerksam gemacht.
Wie die „Soff. Zig." meldet, ist in der P r e u ß. Staatsbank eine neue Verfehlung eines Beamten aufgedeckt worden. Der Kassendirektor T ri e- b e l steht in dringendem Verdacht, bereits vor längerer Zeit eine aroßc Zahl von 3 n b u ft r t e o 6 f i= Nationen und Staatsanleihen aus Kundenkreisen der Bank z u rü ck g e k a u f t, die Werte ledoch nicht in die Depots der Bank eingeliefert, sondern für sich selbst verwandt zu haben. Trietzel ist einstweilen feines Postens enthoben worden. Die Untersuchung der Angelegenheit wird fortgeführt. Es ist möglich, daß noch andere Beamte der Staatsbank darin verwickelt find.
Die Meldung wird inzwischen von der Dankleitung bestätigt. * ' ’
Rach einer Mitteilung des Rechtsbeistandes des Reichstagsabgeordneten Lange - H eg ermann trifft die Nachricht, daß seitens der Staatsanwaltschaft auf die Zentrumsfraktion ein Druck dahin aus- geübt worden fei, Lange-Hegermann zur Niederlegung feines Reichstagsmandats zu bewegen, nicht zu. Lange-Heoermavu habe lediglich der Staatsanwaltschaft und dem Ur' ^suchunas'-ich, ter das Angebot gemacht, für ber 'nff, daß die Ausdehnung der Ermittlungen auft uf fein» Person wünschenswert erscheinen einen Reichs- taasbcschluL in kürzester Frist zu erwirken, durch
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den feine Immunität aufgehoben werden winde. Wie die Blätter melden, soll Lange-Hegermann in den nächsten Tagen dem verhafteten Dr. Hoefle g c- genüberge stellt werden. Lange-Hegernmnn, der augenblicklich nicht in Berlin weilt, wird in den nächsten Tagen zurückerwartet.
Dom Kriegsschauplatz in Marokko.
Gefangene Spanier bei den Rissleufea.
wtb Paris, 12. Febr. (Tel.) Die „Chicago Tribuna“ seht heule die veröffenflichung des Berichts ihres Korrespondenten Stearns, der A b d e l Krim interviewte, fort Der Berichterstatter schreibt o. a.: Am Riff sind weder deutsche noch andere ausländische Offiziere tätig, 37ar vier deutsche Deserteure bedienen rstafchlnenge- ivchre. Andere europäische Deserteure, darunter Franzosen, Belgier und Deutsche werden dazu verwandt, Straßen oder Dämme zu bauen. 1800 spanische Gefangene arbeiten gleichfalls in Adschir auf Feldern oder beim Straßenbau und werden genauer behandelt wie die anderen Arbeiter. 3m Riff hat die Zahl der spanischen Gefangen in letzter Zeit zugeuommeu.
Die aufwertungsfrage.
Line Entschließung des tzansabundes.
Das Präsidium des Hansabundes nahm eine Entschließung an, in der vor allem bie Siegelung der Aufwertungsfrage verlangt wird. Zu der bevorstehenden Steuerreform gibt das Präsidium des Hansabundes der Erwartung Ausdruck, daß das angekündigte Ueberleitungsgefetz den Wünschen der durch den Hansabund vertretenen Wirt- lchaftskreise nach Steuermilderungen westgehende Rechnung tragen werde. Auch der Hypothe- kengläubiger- und Sparerschutzverband befaßte sich in einer Versammlung mit der Aufwertungsfrage. In den Ausführungen aller Redner trat die Auffassung zutage, daß der in der Dritten Steuernotoerordnung vorgesehene Zeitpunkt der beginnenden R ü ck z a h lun g, nämlich das Jahr 1932, zu weit hinausgeschoben sei.
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Vie französischen Sozialisten.
wtbporie, 12. Febr. (Test) Auf Grund des Vertaufs der Verhandlungen des sozialiftifchea Parteitages in Grenoble glaubt der «Petit Parisien“, bah mit ber einstimmigen Annahme der Resolution, die die Fortführung d e r L n t e r st ü h u v g « p o l ift i k der Sozialisten für das Kabinett Herriot vorfchlägl, gerechuet werden tann.-
Die Mörder des Sirdars.
wtb. Kairo, 12. Febr. (Tel) Der Sindeur der Rechte Anayat hat gestanden, au der Ermordung des Sirdars am 19. Nov 1924 teilgenommc« zu haben. Er habe auch die Name« der übrige« Beteiligten einschließlich feines Bruders .angegeben. Beide Brüder waren am 31 Januar int Zug von Alexandrien «ach Hamman verhaste worden.
Trotzkis Nachfolger.
Der neue Generalissimus der roten Armee.
An Stelle von Lew Trotzki, der bekanntlich feinen Posten cis Oberbefehlshaber der russischen roten Armee niedergelegt hat, ist vor kurzem das Mitglied der Zentralleitung der russischen roten kommunistischen Partei, der Volkskommissar Frundse, ernannt worden. Der neue Genera- lissinms ist verhältnismäßig noch ein junger Mensch, er ist im Jahre 1885 in Turkestan geboren, rumänischer Abstammung, da sein Vater ein nach Turkestan eingewanderter Moldavane war. Nach Beendigung der Mittelschule trat Frundse in das Polytechnische Institut in Petersburg als Student ein. Dort schloß er sich den Menschewiken (Sozialisten) an. Er wurde wegen Teilnahme an regierungsfeindlichen Demonstrationen au» Petersburg ausgewiesen und durfte nicht in den Hauptstädten leben. Im Jahre 1905, als die erste russische Revolution ausbrach, kehrte Frundse heimlich nach Petersburg zurück und nahm an dem Auf- Sand teil. Später trat er als Agitator unter den rbettern in Jwanowow-Wosnefensk auf und wurde von der zaristisihen Polizei, da er bewaffneten Widerstand leistete, verhaftet und auf 10 Jahre nach Sibirien verbannt.
Im Jahre 1915 gelang es Frundse, aus seinem Derbannungsort zu flüchten. Unter falschem Namen arbeitete er als politischer Agitator in der zaristischen russischen Armee und wiegelte die Soldaten gegen da« damals herrschende System auf. Dank seinem Einfluß entstanden im zaristischen Heere die geheimen revolutionären Organisationen, die sich mit unheimlicher Schnelle verbreiteten. Während des Bürgerkrieges war Frundse Kommandant der Südwcstfront und kämpfte gegen den General Koltschak. dann war er eine Zeit 'an der Turkestanfront tätig und zuletzt trat er gegen General Wrangel auf. Von l"20 bis 1924 war Fnmdfe der Höchstkommandierende der gesamten bewaffneten Kräfte der Ukraine und im Jahre 1924 wurde er zum Skellvertreter Trotzkis als- „politischer" Vizegenerolstsimus der roten Armee ernannt Frundse ist durch und durch Parteimann und kennt sich in militärischen AnffAepenhesten wenig aus. Seine Ernennung zum Führer unk Oencraltffimus der roten Armee hat in den rufst. toen mUitärisch--evolutionären Kreil-.- -inlicher: «lulfeben erre-i"