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Berliner Kursbericht

Die Wirtschaft öer Woche

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2. Blatt.

Druck der Fuldaer Aetieadruckerei t* {ynlbe

wäre, die gewährten Kredite am 1. Oktober schon zurückzuverlangen, weil bann die beliehene Land­wirtschaft auch im Falle einer befriedigenden Ernte ihre Produkte um1 jeden Preis und zu gleicher Zeit auf den Markt werfen müßte, was eine Ueber- füllung und Abnormität des Marktes nach »ich ziehe» würde. Es wurde daher beschlossen:

Die Staatsregierung zu veranlassen, die Rück- 3,a ^J.u *19 der Kredite solange hinauszuschieben, bis die Rückzahlung ohne volkswirtschaft- liche Schädigungen erfolgen könne, eine Frage, die künftigen Beratungen des Hauptaus- schufses und des Lundwirtschaftsausschusses noch vorbehalten sein wird.

Bei der Frage der Aufbringung weiterer Mit- tel wurde l-eroorgehoben, daß man unter anderem bte verfügbaren Gelder der Reichsbahn als Darlehn mit heranziehen könne. Man ging hier mit dem Reichsbankpräsident Schacht einig, daß die Reichsbahn veranlaßt werden müßte, nicht etwa eigene Bankanstalten zur Verwertung' ihrer verfügbaren Gelder einzurichten. Vielmehr möge I

Berliner probufnenbSrfe vom 6. ftebr., Amtlich festgesrtzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kg sonst per 100 Kg. In Goldmark der Goldanleihe oder inSientenmark. Weizen märk. 248252 pomm. 000- 000, Roggen märt 247 250, mccklb. 000000, westpr. 000000, Futter-Gerste 210205, Sommergerste 250 biS 265, Hafer märkischer 185192, pommerscher 000000, Ivestpr. 000 000, Mais loko Berlin Waggon frei Hamburg 228 .30, Weizenmehl pro 100 kg frei Berlin brutto inki. Sack (feinste Marken über Notiz) 35,00 bis 37,00. Roagenmehl pro 100 kg frei Berlin brutto infl. Sack 34,2537,00, Weizenkleie frei Berlin 16,20 bis 16,30, Roggenkleie frei Berlin 16,2016,30. Raps 395 bis 400, Leinsaat 400405, Viktonaerbsen 29,0035,00, kleine Speiseerbsen 21,00 - 23,00, Futtererbsen 20,00 bis 22,00, Peluschken 18,0019,03, Ackerbohnen 10,00 bi« 22.00, Wicken 18,00-20,00, Lupinen, blaue 13,00 bi« 14,50, Lupinen gelbe 16,-17 00 Serradella 0000,00 neuel7,18,50Rapskucheu 18,80-19,20, Leinkuchen 25,00 bis 25,50,Trockenschnitzel 9.8010,0, voll».Zuckerschnitzel 19 2O,( 0, Torfmelasse 30/70 9,80 - 00,00, Kartoffelflocken 20,0021,00.

I Industrie anzubahnen scheint. Es ist zwar in der | Tagespresse und in der Börse ruhig geworden von den Gerüchten einer engeren Verbindung im Anilin­konzern. die bis zu einer Fusion gehen würde. Aber gerade aus dieser Ruhe heraus scheinen die größten Er­eignisse geboren zu werden, wenn auch für absehbare Zeit einer Fusion die enorm belastende heutige Steuer­gesetzgebung entgegenstehen dürfte. Zunächst wird die Tendenz räumlicher Konzentration nut Energie verfolgt werden, die besonders in der Verlegung des Höchster Werkes nach Bitterfeld zum Ausdruck kommt. In der Elektro-Jnduftric liegen besondere Momente für Der trustungen größten Stiles vor, worauf in unserem letz ten Bericht bereits hingewiesen wurde. Es liegt des­wegen durchaus im Bereich des Möglichen, daß die letzt­hin geäußerten Gerüchte von einer späteren Verbindung zwischen dem A. E. G.-Konzern und der Siemens« Schuckert-Gruppe zur Wirklichkeit werden.

Diese horizontale Entwicklung der Wirtschaft mit ihrem Bestreben nach der Herstellung größter Interessen­gruppen ruft natürlich auch wieder jene Theoretiker auf den Vlan, die hierin eine zwangsläufige Erscheinung im Sinne der sozialistischen Lehre sehen Nach ihnen sind solche Riescngebilde der einfache Uebergong zur Sozialisierung, indem an die Stelle der privaten Ber- waktmig die jptoatsnutoriiät gesetzt wird. Es ist durch­aus wahrscheinlich, daß diese Ideen wieder einmal uär- keres Gewicht erlangen werden. Cs bleibt andererseits aber auch abzuwarten, ob tatsächlich solche Riesengebilde, wie es z. B. die Vertrustung fast der aefamten elektro­technischen Industrie fein würde, nicht Sic Rentabilitäts- reine überschreiten und nach biologischer Gcsetzmäbig- teit die übereife Einzelzelle sich in lebensfähigere Teile zergliedert.

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«ormtag, 8. Februar WLS.

IBon un prrm Frankfurter Börienmitarbeiter f

Während dos Börsenbild der letzten Woche unter dem Einfluß des engeren Geldmarktes, der Termin­regulierungen und mangels andauernder Teilbewegung wie die kürzliche Montanhaufle hin- und herschwankle. bewies der Markt der Kaliaktien eine anhaltende Festigkeit, die vor allem den Werten des Salzdet­furth K o n z c r n s verhältnismäßig starke Kursbewe­gungen brachte,. nachdem die scharfe KapitalumsteUung enttauicht hatte. Sahzdetfurt selbst stellt sich auf etwa 220 Proz. und übertrifst damit die höchsten Montan- Papiere. Dieser Kursbewegung liegt zunächst das gegne- Lkschü des .^Dn/jcrns pegen die DZajorifierungs»

bestrebungen der Wintershall-Gruppe zu Grunde. Der drohenden Gefahr, daß Wintershall im Äalisyndikat die Mehrheit der Quoten erlangen würde, begegnete die übnge Kaliindustrie durch Bildung eines Gegenblocks unter Führung von Salzdetfurt, die ihre quotenmäßige lleberlegenheit durch den Ankauf der Mansfelddetei'iqung um den allerdings sehr hohen Kaulvrei- van RM. 1? Millionen befestigte. Als zweites Moment kam hinzu, daß, zwischen der deutschen und elsässischen Kaliindustrie erneute Verhandlunaen über Abgrenzuna des Welt­marktes schweben. Bekanntlich ist es im Vorjahrs zmi- iden beiden Industrien zu einer Verständigung über has amerikanische Absatzgebiet gekommen, nach welcher der elsässischen Kaliindustrie ein Drittel des Absatzes überlassen wird. Zu den gegenwärtigen Verhandlungen hfll mm deutscherseits anaestrebt werden, dieses Drittel für den übrigen Weltmarkt herabzudrücken. Das bedeutet natürlich eine Stärkung des deutschen Anteils.

Küchi'MMns Lebensweg.

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0 da staihrincken Backfisch wird, beginnt ii.1 ihren ersten Flirt llnb icigt kokett imet süße Und ef-oanic Füße.

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'ii«*« $ eilen u Itrbmtin berae'eUt. if.3?;'1 , ®®° £ lo«ie<»trr; ba?£et>er undma W»s-nste-

d'cdt. B-elanmn eie daher mtmer Schichvitz©iefin.

Wenn man das Kursbild der nun beinahe voll- mhlia erfolgten Aktienumstellungen betrachtet und sich die Frage varlegt. ob das A-'-rmaß her Zniammsnle- ninq im alloemeinen in der Koldtursaestaliuna einen Ausdruck findet, in kann man im großen und ganzen sagen, daß bei l! m st e l l u n g e n, die günstiger ' liegen als 10 :1. ein weitaus höherer Prozentsatz den Parittänd und weit darüber liegende Kurse überschritten hat. als bei schärleren Zusammenlegungen. Und ferner kann mott feststellen, daß von der ersten Kategorie umge- stellte Aktien im, Durchschnitt einen höheren Kurs aitfweisen als die nicht nmaestellteu Die Erklärung hierfür liegt darin, daß di? Umstellungen zum großen uni nicht 3ii sagen größten Teile als Sanierung anfgefaßt und erhebliche stille Reserven geschaffen wurden, ivas bei den Unternehmungen, die ihr Papiermarkkapital beließen, im allgemeinen weniger leicht möglich tnar. Bei den Umstellungen, die über dna Verhält^ns 10:1 hmausgehen. scheint das BÖrienpubliktiin in erster Linie ein uimünstiaes Moment zu sehen, stier stellen flch die Kurte überwiegend auf 70 bis 80 Prozent.

Mit den Kanital"mstellunget' ist zunächst wieder eine RHase in der Kursbilduna der Börsenpaviere abgeschlos­sen. Es bat st-ch allmäblich ein Stand ausbalaneiert, her unter den täglichen Einstütsen schwankender Nach­frage mehr oder minder rtkullunnistge Peränderunoen eriabren wird. Ein neuer Abschnitt beginnt, wenn nun­mehr mit den niimüMirf) erfolgenden Abschlüssen für das vergangene Geschäftssgbr die Dividende von au-sml.ig- gebenber Bedeutung wird. Fühlbare Kursverschiehnn- aen werden kaum zu vermeiden fein, denn es erscheint als unmöglich, daß die meinen lstesellichgften eine Ber- zinf'mg entsvrechend de», Ealdknra ihrer Aststn, vor­nehmen können. Die Abschlüsse für 1923-24, bie mm ril noch in die Inflation fallen, können zwar keinen AnhaltspM'lt neben. Jedenfalls erfordert die $eu-it«-i» lunn der künftigen Kursentwicklung eine erhebliche Zu­rückhaltung.

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Anmeldungen an er Nr. 891 an die Geschäftsstelle erbeten

Mit der Notlage der Landwirtschaft und entsprechenden Abhilfmaßnahmen beschäftigte sich auf Grund des Zentrums-Urantrages 3) r Porfch und Genossen der H a u p t a u s s ch u ß d e s p r e u ß i s ch e n L a n d t a g e s in einqehen- der Beratung. Es wurde allgemein anerkannt, dafl die Landwirtschaft durch die überaus schlechte Witterung im vorigen Herbst in außerordentliche Bedrängnis geraten ist. Die außerordentlichen Re- genta.le, die tm August, dem Haupterntemonat, eme erschreckend hohe Millimetcrzahl erreichten, der spärliche Sonnenschein, der sich nach den me­teorologischen Beobachtungen auf 85 Stunden im August beschränkte, vernichteten die Ernte vollstän­dig, insbesondere in den Provinzen Hessen- Nassau, Rheinland und Westfalen. Branche Produkte waren selbst nicht mehr als Vieh- futter zu verwenden. Die Strohvorräte waren durch die Feuchtigkeit zu fruchtbaren Nährböden für Pilze und Bakterien geworden, die bereits ein größeres Verenden des Pferde-, Rindvieh-, Schaf- und Ziegenbestandes in besorgniserregendem Um­fange verursacht haben.

Bei den zur Verfügung gestellten Krediten, die diesen Mißstand... t.,£ge3eiirotrfen sollten, hat der preußische Staat, soweit es in seinen Kräften stand. Außerordentliches geleistet. Bis zu 70 Millionen sind insgesamt ausgeworsen worden, die der Staat teils aus laufenden Mitteln, teils aus anderen Geldquellen flüssig gemacht har, 30 wei­tere folgen in diesen Tagen. Das Interesse des R e i ch e s an diesen Hilfsaktionen hätte ein grö­ßeres sein können. Die ausgeworfenen Gelder dienten vorwiegend dazu, der Landwirtschaft Mit- tel zur Erntebergung und zu neuer Aussaat zur Verfügung zu stellen. Auf Kunstdünger waren sie bisher nicht ausgedehnt. Der oben angezogene An­trag bezweckte die Hergabe von Krediten auch zu diesem ötoetf. Der Vertreter der Staatsregierung fedoch machte darauf aufmerksam, daß nach seiner Meinung die gespannte Finanzlage des preußischen Staates eine Ausdehnung der Kredite auf Dünge­mittel sehr schwer möglich machen. Auf An­gabe. daß bei der Girozentrale noch ungefähr die Hälfte der zur Verfügung gestellten Kredit- nicht in Anspruch genommen seien, weil die Girozen­trale eigenmächtigerweise die Abnahmebedin- gung verschärft Hobe, sagte der Vertreter der Staatsregierung eine Nachprüfung dieser Angele­genheit zu.

Der Hauptausschuß beschloß einstimmig:

1. die Reichsregierung möge ausgefordert wer­den, ein größeres Interesse als bisher diesen Din­gen entgegenzubringen,

2. mit Rücksicht aus die erst nachträglich zu Tage getretenen großen Schäden soll auf die Reichsre­gierung cingewirrr werden, in eine Nachprüfung der bisher abgelehnten Anträge zur Erklärung zu Notstandsgebieten einzutrcten,

3. der Landwirtschaft sollen in den Notstands­gebieten Kredite zur Beschaffung von Kunstdünger und Kraftfutter und Vieh zur Verfügung gestellt werden.

Allgemein war die Ansicht vertreten, das; er. technisch sowohl als volkswirtschaftlich ein Unding

sie ihre Gelder u. a. der S t a a t s b a n k zur Ver­fügung stellen, die dadurch in die Lage versetzt würde, den Berufsständen, also auch der Landwirt- Ichaft Kreditmittel durch die genossenschaftlichen Zentralinstitute zuzuführen. Einem dementspre­chenden Antrag wurde allerseits zugestimmt.

Um der S t r e u m i tt e l n o t abzuhelfcn, sol­len die Forstoerwaltungen angewiesen werden, in der Gewährung der Erlaubnis zur Ent­nahme der Waldstreu weite st es Entgegen­kommen zu zeigen.

Die eingehenden Darlegungen, die von allen «eiren gemacht wurden, ließen erkennen, daß der Notlage der Landwirtschaft weitgehendes Ver­ständnis entgegcngebracht wurde. Auch die Staats­regierung stellte sich in allen Punkten auf den Bo­den des Antrages, sodaß man hoffen kann, daß auf Grund dieses Antrages und der mit ihm zu­sammenhängenden Beschlüsse eine weitere Besserung und vor allem Klärung der landwirtschaftlichen Kreditverhält­nisse eintreten wird.

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Die beiden nngefiifirfen Ereignisse liegen in der Rich- Kiib- einer sich stärker ab,zeichnenden neueren wirtschaft- lich^i Entwicklung, ober richtiger gesagt einer netter« lieben Wendung der wirtschaftlichen 'konzentrations- politik. Rach dem Kriege hefte die Größten,zernmldvng vorwiegend die vertikale S^orm angenommen: bie Be­herrschung des gesamten Weae« vom Rohstoff bis -um vielfach zergliederten Endprodukt feien vor allem außer dem dadurch gewonnenen Einfluß auf andere Droduk tinnrsnhören erhcbl. Ilntosten zu ersparen. Die S^emene eochuckert-Rhein-Elbe-ll.iuon ift das markanteste Beispiel. Die Bezeichnung der aroßen vertikalen Konzernt Äs Mammut-Konzerne deutet darauf hin, daß man eine Steigerung der Expansion nach der Tiefe zu kaum noch für möglich hielt. Die Inflation erleichterte die Ent­wicklung, da mit einem relativ geringen Devisenbetrag die Majoriflst' eines Unternehmens erworben werden "'-mirt. Aber gerade hierin lag bereits eine gegenfätz- llche Tendenz begründet. Denn viele der jo erworbenen Unternehmungen erwiesen sich als großer Ballast, der bei der ersten günstiaen ober auch ungünstigen Geleaen- l'eit wieder abgestoßen wurde. Die dem Barmat- Kpnzern anaeat-edcrten Werke BerlnuLurg und Roth- Ludmigzhascn find ein aus den tünaiten Ereignisten be- tenntaeworbenes Beispiel. Die Tendenz her vertikalen Kon-mt'ntion verlor, mit dem Ende der Inflation start an Durchschlaoskraft. statt dellen gewannen die horu -an taten Kaa,xrnbestrebnnaen gröbere Bedeutung: Dmar war der Gedanke der .^wangskartelliflernna emv- iindl-cher beeinträchtigt durch bie regierungsseitig er< irtrftp Auflistung einer fe^r stattlichen An will ialcher Snndikckte. Der enaere ,ll"s-mimsnschluß von llister- nel>m"naen gleicher Broduktionsrichlung, in der Art unterschiedlich, wurde davon ieboch nicht berührt. Wst finden diese Erscheinung im Bankwesen rDeutl-d^ W>irstemhernische Bereinadanl Essener Kreditan­stalt in der M->chinenind',strie fBenr-Daimler. Lanr-R ^asf B"ckau, Bonwn-Meauin't in der chenstichen Du' dustrie tRbpnania-Ki>nh",'m). 5)rrt» fsnteressennerbindun- uen dürsten iedalli im Laufe der Deit in den Schaffen ae- steist werden durch eine hori^gnfale Mamm"tvert'a'st"ng, die sich besonders in der chemischen und tri der Elektro-

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*1,0

29,75

Oanz. Orinatbank

-

1,8

Ooall- Malch. St.

4,6

4,8

Darmftäbler Bank

13,8

18,7 48,875

tDefferrtgeln

26,7»

24,6

i>. flat. Bank

47.0

3ellflof|h. Mali,

IS,375

13.5