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Amtlicher Anzeiger für den kreis und die Stabt Fulda.

Nr. 11.

Verantwortlich iät bte Echrlltleitun»: Dr- Indanner Kramer, «nretgrn: I. B arreller, Fulda. Rotationddnick und Verlag der Fultair $ rtirrbrdan in p ulda. Ferriprecher Nr. &

Monatlicher Veruoivrei»! 1.50 Ml.

Donnerstag, l5. Zrrnuar 1925.

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52. Zahrg,

Der Stand der Regierungskrise.

Am Mittwoch nachmittag tritt der R e i ch s t a g wieder zusammen. Ob. er eine Regierung vorfindet oder nicht, weiß man im Augenblick noch nicht. Der Reichstag hat seine Tagesordnung so eingerichtet, daß er auch ohne Regierung sich notdürftig beschäf­tigen kann. Auch der preußische Landtag tritt zusammen. Hier werden voraussichtlich Entschei­dungen fallen, da die Rumpfregierung Braun es darauf angelegt hat, festzustellen, wer f ü r und wer gegen sie stimmen wird.

Am Dienstag abend verlautete, daß die Aus­sichten, die Dr. Luther für die Bildung eines über- parlamentarischen Kabinetts habe, so günstig seien, daß er am Mittwoch in aller Form mit der Kabi­nettsbildung beauftragt würde. Die „Boss. Ztg." behauptet, daß Dr. Luther mit den Fraktions- f ü h r e r n Dienstag am späten Abend eine Dsr- ständigung erreicht habe und daß nur noch die Zu­stimmung der Fraktionen, insbesondere der Deutschnationaken tmb des Zentrums ausständen. Als Vertrauensmänner der Fraktionen in dem Ka­binett werden von den Blättern Wallraf, Dr. Stresemann, Dr. Brauns und Graf Ler­ch e n f e ld für die Bayerische Dolkspartei genannt. Als außerparlamentarische Minister kämen dazu die bisherigen Minister Dr. Geßler und Graf Ka­tt iß sowie die neuen Fachminister.

Am Dienstag abend war Dr. Luther zur Be­richterstattung beim Reichspräsidenten.

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Der frühere Reichsinnenminister Jarres hat am Samstag mit dem Lloyddampfer „Trier” eine Reife nach Genua angetreten. In den ersten Tagen des Februar wird Jarres feine Tätigkeit als OberbürgermeistervonDuisburg wie­der aufnehmen.

Line Reichsbanner-Kundgebung.

In Berlin fand auf dem Gendarmenmarkt eine Kundgebung des Berliner Reichsbanners statt, auf welcher Ansprachen gehalten wurden, in denen demReichspräsidenten das Vertrau en ausgesprochen, eine starke zuverlässige republikani­sche Regierung gefordert und a e g e n d i e R i ch t- räumung der Kölner Zone Einspruch er­hoben wurde. Rach dem aus den Reichspräsidenten ausgebrachten Hoch begab sich eine Abordnung f.ga. 9tetd>5bann»ra $1 »m OtoiAeprnfthentpn Der Berliner Gauvorsitzende des Reichsbanners, Koch, hielt eine Ansprache, in der er erklärte, daß sich das Berliner Reichsbanner versammelt habe, um über die Verleumdung und Hetze, die gegen den Reichspräsidenten unternommen worden sei, ihre Empöruna auszusprechen und für all das, was der Reichspräsident in den letzten Jahren für Deutsch­land geleistet habe, seinen Dank auszusprechen. Es sei klar, daß diese Hetze den Zweck habe, diejenigen Parteien, die Gegner des demokratischen Gedankens und damit auch der republikanischen Staatsform seien ,an die Macht gelangen zu lassen. Er habe je­doch die feste Zuversicht, daß es dem Reichspräsi­denten gelingen werde, den Weg zu finden, der dem am 7. Dezember zum Ausdruck gebrachten Wunsche der überwiegenden Masie des deutschen Volkes nach einer starken zuverlässigen republikanischen Regierung gerecht werde.

Der Reichspräsident antwortete: Ich danke Ihnen herzlich für das, was Sie mir gesagt haben. Ihre Worte waren mir eine persönliche Genug­tuung bei allen Widerwärtigkeiten der letzten Wo­chen. Sie müsien sich natürlich klar darüber sein, daß Ihre Wünsche nicht restlos erfüllt werden kön­nen, da mir durch die Verfassung bestimmte Grenzen gesetzt sind, die ich nicht gewillt bin zu überschreiten. Ich wende freudig, wie ich es bisher getan habe, meine Pflicht im Dienste des Vater­landes erfüllen und bitte Sie, Ihren Kameraden meine herzlichsten Gruße und meinen Dank über­mitteln zu wollen.

— Bischof Zorn v. Bulach f. In Stra&burR kst im Alter von 65 Jahren Dischof Zorn von Bulach fle- storven, der seit dem Waffen st illstand zurück- gezogen in einem Kl0ster lebte. Er war der Bruder des ehemaligen Staatssekretär« Zorn von Bulach.

Bayern.

Die bayerische Kammer hat ihre Vollsitzungen toiebet ausgenommen. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung gaben Präsident Königsbauer und Ministerpräsident Held feierliche Erklärungen ab, in denen nachdrücklich Protest gegen die Nicht­räumung der Kölner Zone erhoben wurde. DaS Hous börte diese Aussüdrungen stehend an und nahm die Erklärungen deS Minrsterpräsiaenten mit Bravorufen auf. AlS Held seine Rede beendet hatte, teilte bet Präsident dem Hause mit, daß der k0mmunistische Abgeordnete Schlaffer beab- fichlige, eine Erklärung abzugeben. Sofort erhob sich der Deulschnationale Hilpert und beanrragie, dem .Kommunisten das Wort zu einer solcden Erklärung nicht zu erteilen. Die Rechte nahm diesen Antrag mit Bravorufen auf, während die kommunistischen Abgeordneten sich erhoben und in wilden Rufen dies als eine unerhörte Vergewaltigung bezeichneten. Die Situation wurde zeitweilig so kritisch, daß der Präsident, der sich kein Gehör mehr verschaffen konnie, mit Aufhebung der Sitzung diohte. Die Kommu­nisten erklärten in Zwischenrufen, daß sie nur gegen das Dawesgutachten pro teureren wollten. Unter fortgesetzter Unruhe tm Hause kam schließlich der Antrag Hilpert gegen die Stimmen der Linken zur Annahme, sodaß die Sommunitie« ihre Erklärung nicht abgeben konnten. Auch nach der Abstimmung erfolgten noch icharse Protettruse von den kommunistttchen Bänken, sodaß der Piäfi'ent wiederholt Ordnungsrufe erteilen mußte. Erst allmählich trat Beruhigung ein.

Nach der Manzkanferenz.

Abmachungen zwischen den alliierten Finanz- männern.

Der diplomatische Berichterstatter des Londoner „Evening Standard" schreibt, indem er die Ergeb­nisse der Pariser Finanz-Konferenz zusammenfaßt, durch seinen Verzicht auf eine feste Summe habe Amerika ein beträchtliches finanzielles Opfer gebracht und auf her berühmten Konferenz feien alle Schwierigkeiten so gut wie beseitigt wor­den. Frankreich, Belgien und Italien hätten ihre Forderungen herabgemindert. Die briti­schen Forderungen würden also so gut wie völlig befriedigt werden. Gleichzeitig seien Amerikas Interessen mit denen der europäischen Alliierten und mit der ordnungsmäßigen Zahlung der Dawesleistungen durch Deutschland verbunden worden.

Wie der amtliche britische Funkdienst meldet, ließ sich keine Möglichkeit finden, um einen Entwurf für die Vereinbarungen aufzustellen, die in den Be­sprechungen zwischen den Alliierten und den ameri­kanischen Vertretern auf der Pariser Konferenz u n- verbindlich getroffen worden sind, und unter- zeichnet werden sollten. Die endgültige Vollsitzung wird am Mittwoch abgehalten werden. Wie ver­lautet, soll das britische Kabinett hinsichtlich der Frage der alliierten Schulden diese Angelegenheit in Kürze int Zusammenhang mit den Zusicherungen erörtern, welche Churchill seitens der französischen Regierung im Verlaufe seiner Besprechungen wäh­rend seines Parffer Aufenthaltes erhalten hat.

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Aus Washington wird gemeldet: Im Wei­ßen Hause wurde erklärt, Präsident C 0 l i d g e be­trachte das Pariser Abkommen über die amerikani­schen Kriegsansprüche al« eine faire Rege­lung. Er gebe zu, daß es nicht alles enthalte, was die Vereinigten Staaten zu erreichen suchten, aber er freue sich, daß es Amerika nicht in die Lage des habgierigen Gläubigers versetzt. Diese Rege­lung bedarf nach der Ansicht Coolidges nicht der Genehmigung des Kongresses.

vom französischen Parlament.

Wiederwahl PainievöS.

ftauurtei. unt> 'Se.iut yadru ihre TLrtgteti nach der Wechnachtspauie wieder aufgenommen. Das Er­gebnis der in öffentlicher Abstimmung vorgenommenen Wahl deS P röfidenten ber Sammet hat die Wiederwahl deS bisherigen Präsidenten Painlevö mit 313 gegen 24 kommunistische Summen, die der Abg. Cachin auf sich vereinigte, ergeben. Die Opposition habe sich der Stimm-Abgabe enthalten.

Der Senat bat beschlossen, sein Büro am Donnerstag zu wählen.

Braunschweig.

Im Landtag in Braunschweig gab Mi­nister Marquardt eine Regierungserklärung des neu gewählten Staatsministeriums ab. Dar­nach wird das Staatsministerium die Regierungs­geschäfte unter Ablehnung jeder partei­politischen Einstellung fuhren. Es wird äußerste Sparsamkeit im Staatshaushalt walten lasten. Neue Aufgaben werden mir nach Maß­gabe der finanziellen Kräfte des Londes in Angriff genommen werden. Die steuerliche Belasttmg soll auf ein für die Wirtschaft tragbares Maß gemildert werden. Für die Vereinheitlichung der Steuer- gesetzgebuna wird das Staatsministerium eintreten. Die Durchführung der Auseinandersetzungen mit dem herzoglichen Hause und der Landeskirche soll unter Wahrung der Interessen des Staates und des Rechtsstandpunktes beider Teile in Angriff genom­men werden. Es soll der Versuch gütlicher Einigung gemacht werden. Eine Neuordnung des Polizeistrafwesens unter Schaffung eines neuen Polizeistrafgesetzbuches sowie eine zeitgemäße Aus­gestaltung des Strafvollzuges sollen erfolgen. Das Staatsministerium wird beim Reich für alle Stände eintreten, die durch die Nachwirkungen des Krie­ges und der Nachkriegszeit in wirtschaftliche Not geraten firtb. Der Aufwertungsfrage wird dabei besondere Beachtung geschenkt werden. Die Re­gierungserklärung spricht sich dann für die Förde­rung der Bautätigkeit und Schaffung von Arbeits­gelegenheit aus durch Ausgestaltung der produkti­ven Erwerbslosenfurforge, sowie für den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft im Rahmen des Möglichen, aus. Politische Tendenzen sollen von der Schule ferngehalten werden. Die Schule soll das deutsche Volkstum und damit die wahre Heimats- und Vaterlandsliebe pflegen. Der christliche Grundcharakter der Schule soll wieder­hergestellt werden.

* Böcke als Gärtner. Vor dem großen Schöffen­gericht Berlin Mitte hatten sich zwei Berliner Schutzpolizisten wegen Mißhandlung im Amte zu verantworten. Die Angeklagten hatten während deS Straßendienstes in betrunkenem Zustand einen Kriminalbeamten, der die beiden betrunkrteu Polizisten zur Wache führen sollte, mit ihren Gummiknüppeln schwer verwundet. Sie wurden zu vier bzw. zwei Monaten GefängmS verurteilt. Bride Angeklagte wurden ferner für unwürdig er- klärt, innerhalb der nächsten drei Jahre ein öffent­liches Amt zu bekleiden.

* Die (Scbnrtcnnffer in England. Die Londoner Blätter berichten über ein dauerndes Fallen der Geburtenziffern in England. Tas Jahr 1923 wette die nirhrtgue Geburtenziffer die es Jahrhunderts auf, ausgenommen die anormale Knegsperiobe.

Vie Kämpfe in Rordafrika.

Innerer Hader zwischen den Feinden Spaniens.

wtb Paris, 14. 2an. (Id.) Der Sonder­berichterstatter des „Udif Parisien" meldet aus Fez, daß die Kiffteufe zum ersten Male feit Dachen in der Rahe von Teluan anscheinend eine ernste Niederlage erlitten hatten. Die Djeblas-Leuke, die sich ebenfalls gegen Spanien er­hoben hätlen, feien mit den Riffleuten uneinig ge­worden und sollen am 7. Januar im Kampfe 100 Riffleuts gelötet haben. Ihre eigenen Verbände sollen nur 60 Mann betrage".

Zum Berliner Knanzskandal.

Daß lästige Ausländer, wie Kutisker, Michael Holzmann, Darmat und ähnliche bei der preußi­schen Seehandlung und bei der Reichspost Kredite bekommen konnten, ist eine Tatsache, die in den weiten Kreisen des deutschen Volkes einfach ntcht verstanden wird. Es ist unerhört.

Unerhört. Freilich deshalb noch keine Freistatt für parteipolitische Hetze. Der Radi­kalismus benutzt die Gelegenheit, um gegen seine politischen Gegner loszuziehen. Dabei ist er in der Wahl seiner Mittel keineswegs wählerisch. Die Opfer dieses konzentrischen Angriffs sind bereits da. Der Reichspostminister Hoesle ist aus seinem Amte geschieden, der Abgeordnete Lange-Hegermann be­teiligt sich vorläufig nicht an den politischen Arbei­ten. Die Zentrumssraktion des Deutschen Reichs­tages hat neben dem allgemeinen Reichstagsunter­suchungsausschuß einen Ausschuß eingesetzt, der alle Vorwürfe im Einzelnen prüfen wird, der auch keine Rücksicht kennt, wenn tatfächlich Verfehlungen vor­liegen. Unter diesen Umständen tut man gut daran, den Zeitungskampf ruhen zu lassen. Frei­lich muß man sich fragen, rote die beschuldigten Politiker dazu kommen konnten, Helfershelfer von Barmat zu werden. Die gerissenen Ost­europäer — ihre Herkunft und ihr zweifelhafter Aufstieg waren allgemein bekannt — benutzten die Parlamentarier doch nur, um öffentliche Gelder zu bekommen. Es war gar nicht notwendig, daß jene Parlamentarier direkt für Barmat arbeiteten, die T-tsach-, ix-ß zahlreiche Parlamentarier in den Auf- fichtsräten saßen, öffnete ihm Tür und Tor.

Als Zentrumsanhänger denken wir an Windt» fjcrfts Seiten zurück. Dem Führer Windlhorst, der arm war und arm geblieben ist, wurde einmal eine hochbezahlte Privatstellung angeboten. Dieses Angebot erfolgte keineswegs, um etwa den Führer der größten Partei für geschäftliche Zwecke auszu- nuhen. Windthorst lehnte jedoch entschieden ab, er wollte Politiker bleiben, wollte als solcher keine Schätze sammeln. Bis um die Jahrhundertwende gab es eigentlich nur konservative und national­liberale Abgeordnete, die in A u fsichts r ä ten vertreten waren. Aber je mehr wir uns dem Par­lamentarismus näherten, umsomehr wurden Poli­tik und Geschäft miteinander verknüpft. Heute betreiben Abgeordnete aller Parteien einträgliche Aufsichtsratsstellen. Besonders stark riß bas Uebet ein, als ber Krieg begann. Damals hatten große und kleine Firmen ein Interesse an Liefe­rungen, an ber Gestaltung bes Friebensvertrages, an ber Bezahlung von Schüben, bie ben Unterneh­mern in Frankreich, Belgien» Serbien unb Rumä­nien erwachsen waren. Mit Hilfe von Parlamen­tariern hoffte man, Geschäfte zu machen. Jene Parlamentarier, bie nicht in ber Groß-Industrie ober im Großhandel stehen, sollten überhaupt vor­sichtig sein, wenn ihnen Aufsichtsratsstellen ange­boten werden. Denn dir großen Unternehmungen, die auf solider Basis ruhen, bedürfen i n n 0 r m 0 - len Zeiten ber Unterstützung von Parlamen­tariern kaum. Sie finden schon ihren Weg von selbst. Faule und unsolid aufgebaute Unterneh­mungen werden Abgeordnete für ihre Zwecke zu gewinnen suchen.

Die jetzigen Vorgänge zeigen, daß es so nicht weiter gehen kann. Man braucht sich nur im Volke umzuhören und man wirb erstaunt sein, was alles gesagt wirb. Es kommt schließlich noch so weit, baß man ben ganzen Reichstag als eine einzige Schieberbanbe bewertet. Wir hoffen auf bie Fraktionen selbst. Ihnen muß es gelingen, ge­ordnete Zustände zu schaffen. Die Annahme von Aufsichtsratsstellen überhaupt zu verbieten, begeg­net natürlich gewißen Schwierigkeiten Aber schließlich ist es doch besser, einvoll ständiges Verbot zu erzwingen, als solche Mißstände zu dulden. Wenn ein Parlamentarier gutbezahlte Aufsichtsratssteliungen annehmen will, so mag er das tun, nur soll er dann sein Parlamente- risches Manbatzur Verfügung stellen. Früher war ben Beamten bie Annahme von Auf­sichtsratsstellen verboten. Der alte preußisch« Staat hatte natürlich seine guten Drünbe. Das Parlament kommt gar nicht baran vorbei, eine Aenbeiuna eintreten zu lassen. Aus dem Spiele steht bas 'Ansehen ber parlamentarischen Körper­schaften. Darum her mit dem eisernen Besen!

Ter Reich sauSschuß ber Handels- und Industriebeiräte der ZenirurnSparlei hat an die Fiaklion jolgende Bitte gerichtet:

Die Frab on mö^e dafür Soige tränen, daß ihre Mitglieder, soweit sie nicht berujsmäßig öincb ihre w'rtichaftliche Tatickeit berechtigte Veianlassung laben, den Eintritt in A u f> ick t s 1 ä ic und ähnliche Organe von E r we 1 b sg ese l l- schäften nickt ohne jeweilige Veistänbigung mit der Fraklionslcitung vollziehen.

wechsel in der Botschaft a.iterilia$.

Der bisherige Berliner Botschafter ber Bereinigte» Staaten geht nach London.

wtb Washington, 14. Jan. (Funkspruch des D. I. B.). Das Weiße haus keilt amtlich mit, daß der amerikanische Botschafter In Berlin, h 0nght0n, ;um Botschafter in London ernannt worben ist.

Der Nachfolger.

Wtb Paris, 14. Jon. (Id.) Wie die „Chi­cago Tribüne" aus Washington meldet, fcheinl nun­mehr festzustehen, daß Senator Nedill Mac L 0 r n i ck als Nachfolger von houghton als ame- rlkanlfcher Bokfchaster nach Berlin gehen wird. In manchen Kreisen verlauket jedoch, daß der berzeiklge amerikanische Botschafter in Rom, Fletcher, zum Bokschastec in Dersta ernannt werden wird.

Die Militärkontrolle.

Weikerhin Zwischenberichte. — Der endgültige Bericht erst Ende Januar.

Wtb L 0 nd 0 n, 14. Jan. (Id.) Dem diploma tischen Derichterstalker des „Daily Telegraph" zu­folge erhalten die alliierten Regierungen weiterhin Jvkerimsberichle der verschiedenen Unterabteilun­gen der Internationalen Mililar-Konlrollfommis- fion. Der Eingang des endgültigen Berichts der Kommission ist nicht vor Ende des Mo­na t s zu erwarten.

Im Geltank erstickt.

wtb Saarbrücken, 14. Jan. (Id.) Bei vornahm von Reinlgungsarbeileu in einem auf dem 5aan brücker hauplgüterbahnhof stehenden Oellank ge­rieten am Montag zwei aus Dudweiler stehende Arbeiter, der 41jährige Reinhard Schweigler und der ISjährige Rudolf Siebente in den Bereich giftigen Gases. Auf ihre Hilferufe flieg der 18jährige Sohn Schwdglers, der ebenfalls an den Reinigungsarbeilen teilnehmen folile, in den laut ein. Allen drei Arbeitern ist es jedoch nicht mehr gelungen, wieder ins Freie zu kommen und sie erstickten daher an den in dem lant vor­handenen giftigen Gafen. Die Verunglückten konn­ten erst am anderen läge, als vonseiten der Ange­hörigen Nachforschungen angestellt wurden, ent- deckt werden.___ ____

Kredite für 5aatgutbeschaffung.

Aus einer Verfügung des preußischen LanSwIrt- schattsministers teilt der Amtliche Preußische Preisedienst mit: Soweit für die Beschaffung von Saatkartosseln die zur Verfügung gestellten Mittel für diese Zwecke noch nicht Verwendung gesunden haben, dürfen sie zur Ler- sorgung der Landwirte mit Sommersaatgut, mix zu auch Klee, Seradella und andere Sämereien zu rech­nen sind, in Anspruch genommen werden. Für die wer- tere Versorgung mit Saatgut hat der Fmanznunistsr au« preußischen Staatmitteln weitere 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, die von den Landwirten mit 6 Prozent zu verzinsen und im Dezember 1925 zu- rückzuzahlen sein werden. Die preußische Staatsregl«. rung hat nunmehr also zur Versorgung der Landwirt« mit Saatgetreide 50 Millionen Mark aus eigenen Mit­teln zur Verfügung gestellt und für diese Summe, sow>« für weitere 20 Millionen Mark, die zu 100 Millionen von der Preußenkass« und zu fe 5 Millionen von der Girozentrale und der Landesbankenzentrale hergegeben sind, die Herabsetzung des Zinsfußes auf 6 Prozent auf bie Staatskasse übernommen. Die Einbeziehung von sonstigen Bedarfsgegenständen der Landwirte, inbeson. dere von Kunstdünger in diese Deschaffungsaktion hat sich leider nicht ermöglichen lassen. .Der Minister ist jedoch um die möglichst reichliche und günstige Versorgung der gesamten Landwirtschaft mit dem erforderliche» Kunstdünger bemüht.

* Kircheneinbruch in München. Nach einer Meldung auS München drang ein Einbrecher tn bie 93enno8- kirche ein, öffnete gewaltsam elf Opserstöcke und stahl deren Jnbalr. Die Höhe der entwendete» Gelder steht noch nicht fest.

* Der Fleischhandel deS Münsterberger Masten- tnö'drrS. Wie die »Breslauer Neuesten Nachrichten' melden, Haden Mitglieder der Fleisckerinnunq ein- wandsrei festgestellt, daß der Münsterberger Piaffen« mörder Denke allwöchentlich auf dem Breslauer Mart erschien und Fleisch seilbot. Ferner ist erwiesen, daß bei verlckiedenen Breslauer Emwoh- turn die billige Münsterberger Fleischquelle bekannt war unb von ihnen auch häufig in Antpruch ge­nommen wurde. Mehrere Familienväter suhren regelmäßig nach Münsterberg.

» Eine „Liebesgeschichte" von heute. In der Kabelstraße in Wilhelmsburg bei Harburg geriet ein Arbeiter mit seiner Verlobten und deren Mutter in, Streit und stach mit einem Messer blindlings auf beide Frauen ein. Dann packte er sie und warf sie aus dem Fenster. Dabei stürzte die 10jährige Schwester des Verlobten, die sich an bie Mutter angeklammert hatte, mit hinaus, blieb aber unverletzt. Der Täler öfsneie sich darauf beide Pulsadern unb sprang ebenfalls aus dem Fenster. Die Verletzten wurden in daS Kranken­haus gebracht.

* Ter schönste Film des Jahre? 1924. Den jähr- lick von der amerikanischen Filmindustrie aus- geich-.lebenen' Pieis von 10000 Dollar für den schönsten Film des Jahres wurde dem großen Rex-Ingiaiu-Film ber„Metto", „Lc-amoucke" der- liehen. "Den zweiten Preis von 5000 Dollar erhielt ber Film „Der Dieb vo» Bag-ad".