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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Skadk Fulda.

Nr. 3.

Verantwortlich für die Eckristlettunq: Dr. Johannes Ätamfr. Anreisen: I. « arreller. Fulda. Rotationsdruck und Verlas der Fuldaer Vrtieudrr-^rrei in Fulda. Fernlvrecher Nr- 9.

Monatlicher BeiuaSvrelS: 1.60 Mk.

Sonntag, 4. Januar 1925.

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52. Zahrg.

Verhandlungen in Berlin.

Ke Frage der Regierungsbildung. — Der Reichs­kanzler verhandelt mit den Reichsministern. —

Empfang der FraktionsMrer.

Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, hat der Reichskanzler mit den Reichsministern die Frage der Regierungsbildung besprochen. Rach dem gegenwärtigen Stand der Dinge sei nicht zu erwarten, daß die Entscheidung vor dem Zu­sammentritt des Reichstages getroffen wird. Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers sind Freitan mittag die Reichsminister zu einer Besprechung der politischen Lage zusammengetreten. Heber das Er­gebnis dieser Aussprache hat der Reichskanzler dem Reichspräsidenten Bericht erstattet. Dar­aufhin hat der Reichspräsident den Reichskanzler beauftragt, nochmals mit den Führern der Reichs­tagsfraktionen in Verbindung zu treten, sie wegen des Ernstes der politischen Lage und zur Ver­meidung einer überparteilichen Regie- run g auf die dringende Notwendigkeit der soforti­gen Bildung einer auf einer tragfähigen varlamen- tarischen Mehrheit ruhenden Reichsregierung hin- zuweisen, und ihnen eine umgehende Nachprüfung der bisherigen Beschlüsse ihrer Fraktionen zur Re- Sierungsbildung zu empfehlen.

Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, wird der Reichskanzler am Samstag die Führer der bisherigen Regierungsparteien, die Führer der Deutschnationalen und die Führer der Sozialdemo­pati« getrennt empfangen.

Vie Regelung des deutsch-fran­zösischen Handels.

wtb p a t i s, 3. San. (Tel.) wie die „Sournee industrielle" berichtet, ist die geplante Voll­st tz u n g der deutsch-französischen Handelsvertrags- Delegationen auf später verschoben wor­den. Lediglich die Sachverständigen setzten ihre Arbeit fort. Das Blatt erklärt, daß dagegen Slaaks- fekretär Trendelenburg und Handelsminister Re- nalbi gestern abend eine längere Unterredung hat­ten. wie dar Blatt zu wissen glaubt, wurde dabei hauptsächlich die Rlöglichkeit einer provisori­schen Abkommens besprochen.

Die Regie der Radaus.

Kommunistische Anordnungen für die Reichstags- eeöffnnng.

Der »Vorwärts veröffentlicht ein Rundschrei­ben der kommunistischen Zentrale an die Betriebsräte der Großbetriebe und an die Leiter der kommunistischen Fraktionen der Ortsausschüsse deS Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes, in dem aufgefordert wird, daß die Betriebe zur Reichs­tagseröffnung Delegationen nach Berlin ent­senden, die in den Hallen des Reichstages den Ruf »ach der ReichSamnestie erschallen lasten sollen. Der .Vorwärts bemerkt dazu, daß ein noch qröße- ker Spektakel stück als das bei der EröffnungS- Ptzung deS letzten Reichstages inszeniert werden solle.

Iwan Ratz verhaftet.

Ausland.

Au« ist',» ' -57F

n^ldet, daß das Nürnberger völkische Parteiblatt ,,D a s v ö l k i s ch e E ch o", das seit einem Vierteljahr nur noch in einigen Num­mern erschienen war mit dem Neujahr 1925 se7n ®T„\*1 ®?ne.n ^gen finanzieller Schwierigkeiten vollstandtg e l n g e st e l l t bat.

st't längerer Zeit in Wien aufhält, wurde * Mittwoch verhaftet, als er einen auf men lAnch Tanner lautenden Paß bei einer Paßstelle visieren lasten wollte. Katz wird *11« Landesgericht ein geliefert werden, „..v, ?®e Festnahme deS Abq. Iwan Katz in Wien Sw •S8°ff- Ztg " daß sich Katz in Wien zur Q” einer internationalen Konferenz l$et Führer aufhielt, die eine Neu- °et österreichischen komm», zum Ziele hatte. Außer Katz unh bte Reichs,agsabg. Ruth Fischer

Ä»”. Qnöcre deutsche und russische Kommu- d.uf die Nachricht oon der Berhaf- nach Wien gekommenen Kommu- teilweise unter Zurücklassung einer ihres Reisegepäcks fluchtartig verlassen.

^^d-rch°stigungen der russische« Aristokraien in Paris. ES war bisher üblich, paß die in Paris lebenden russischen Aristokraten ihr ^lück in der Herren- und Damenschneiderer versuchten ctest bat Großfürst Dimitri diese Regel durchbrochen und ist in ein Champagnergeschäft eingetreten, wo er da« köstliche Naß selbst auSsckenkt. Der Großfürst Boris hat etn Zetckenalelier für Modebläiter aufnemacbt und die Großfürstin Marie, die Schwester des Groß-' fürsten Dimitri, war im v'rgangenen Jahre als Einkäuferin für verschiedene Modegeschäfte tätig.

* Wölfe in Ostpreußen. Seit längerer Zeit he- teils wurde geargwohnr, daß in der Johannis- Burger Heide Wölfe ihr Unwesen trieben. jgot kurzem gelang es nun einem Oberförster, eine Wölfin von einer Länge von 1,65 Meter und einer Höhe von 73 Zenumerer, also ein ungewöhnlich großes Tier, zu erlegen. Ein Jungwolf, der in ihrer Gesellichaft war, entfloh.

vor der llebmeichung der Aste.

Die Note, die die Botschafter konferenz am Mittwoch redigiert hat und in der ausgesührt wird, daß die Kölner Zone am 10. Januar nicht geräumt werden soll, ist, wie Havas berichtet, den all iierten Botschaftern in Berlin zu- gestellt worden, die sie wahrscheinlich a m M o n- t a g Reichsaußenminister Dr. Strefemann über­reichen werden.

Die „Agence Belge" teilt folgendes mit: Die belgische Regierung habe ihrem Berliner Vertreter Weisungen für die Uebergabe der Note an den Reichskanzler übersandt, die ankündigen, daß die Alliierten über genügend zahlreiches positives Material verfügten, um der Mei­nung zu sein, daß die KAner Zone nicht am 10. Ja­nuar geräumt werden könne. Die Vertreter der Alliierten würden sich zwecks Uebergabe der Note ins Einvernehmen setzen. Die alliierten Mächte be­absichtigten, nach Prüfung des vollständigen Be­richts der interalliierten Kontrollkommission über den Stand der deutschen Entwaffnung dem Kanzler später eine zweite Note zu übersenden.

Der Rechtsanspruch auf Räumung.

Don einer besonderen parlamentarischen Seite schreibt man uns:

Bei allem, was jetzt über die Räumungsfrage an öffentlichen Erörterungen stattfindet, muß man grundsätzlich den unbedingten und unver­äußerlichen Rechtsanspruch Deutschlands auf den R ä u m u n g s t a g festhalten. Das ist notwendig, damit nicht aus der Verzögerung der Räumung, die in der Frage der Kölner Zone leider nicht abwendbar scheint, für die künftigen Räumungstermine bestimmte Schlußfolgerungen ge­zogen werden.

Worauf es alles jetzt ankommt, ist nicht allein durch Verhandlungen, wie sie der Außenminister Strefemann fordert. Klarheit über die Ab­sichten der Entente einerseits und andererseits Auf­klärung über die von den Alliierten behaupteten deutschen Verfehlungen zu erhalten, sondern auch mit aller Deutlichkeit und aller Feierlichkeit die Fesfftellung zu machen, daß der 10. Januar Deutsch­land den unbedingten Rechtsanspruch auf die Räu­mung gibt und daß infolgedessen auch die weiteren Termine dementsprechend behandelt werden. Das würde im Effekt dann darauf hinauskommen, daß nach dem 10. Januar die Desatzungstruppen nicht mehr auf Grund rechtlicher Bindungen und ver­tragsmäßiger Verpflichtungen, die wir unsererseits zu erfüllen hätten, in der Kölner Zone ständen, son­dern von diesem Zeitpunkt ab sich nur auf Grund unserer freien Zustimmung dort aufhielten, also rechtlich lediglich geduldet wären. Und ein weiteres muß erreicht werden: Eine Garantie dafür, daß man nicht immer wieder unter Vorwänden Verfehlungen für Deutschland konstruiert, aus denen dann be­stimmte „Sanktionen", also Strafen für Deutsch­land, gefolgert werden. Zwar haben Frankreich und England in ihren Mitteilungen an die deutsche Regierung sich ausdrücklich gegen die deutsche Auf­fassung gewehrt, als handele es sich um eine Wie­deraufnahme der Sanktionspolitik und als fei die Hinausschiebung des Termins der Räumung der Kölner Zone als eine „Sanktion" anzusehen. Das hindert aber nicht daran, daß das deutsche Volk diese Empfindung hat und haben muß und daß das eine schwere Enttäuschung bedeutet, nachdem doch gerade die Londoner Verhandlungen aus­drücklich davon ausgingen, daß mit dieser unheil­vollen Sanktionspolitik endlich einmal gebrochen wird, daß Vertrauen gegen Vertrauen stehen soll, und daß demgemäß die wenigen deutschen Rechte auch wirklich geachtet und innegehalten würden.

Zu alledem muß weiter kommen, daß für die endgültige Räumung unter, wie gesagt, un­bedingter Aufrechterhaltung des Rechtsanspruches für den 10. Januar mit all feinen Konsequenzen für später, ein ganz bestimmter Termin festgesetzt wird, zu welchem dann auch die Räumung des Ruhrgebiets stattzufinden hätte. All diese Dinge müffen durch Verhandlungen erreicht werden, wo­bei Deutschland als gleichberechtigter Teilnehmer zu hören und zu achten ist, denn ein Rückfall in die Methoden der Diktatspolitik würde alles wieder zerschlagen, was in mühseliger Arbeit im Jahre 1924 aufgebaut wurde. <

Deutsch« Reich.

* Regierung und Bresse. Der Münchener Ver­treter der „Kölnischen Zeitung", Redakreur Dr. Hugo Zöller, feierte sein 50 jähriges Dienstjubiläum. AuS diesem Anlaß richtete Ministerpräsident Held folgendes Telegramm an ihn: „Zum goldenen Berufsjubiläum sende ich dem verehrten, an Ver­diensten für dar deutsche Vaterland reichen Kollegm herzliche Glückwünsche zu weiterem gedeihlichen Wirken für dos deutsche und bayerische Vaterland." Der bayrische Staatsminister deS Innern sandte einen sehr herzlichen längeren Brief. Die Tatsache fei nur deshalb hier verzeichnet, weil in mancher Bezirken unseres Vaterland» einige Vertreter der Obrigkeit die Presse noch für eine staatsgefährlich, Einrichtung halten und weit davon entfernt sind sie als wichtigen staatsbildenden Faktor anzuseben Vielleicht gibt ihnen da» Wort deS bayrischen Ministetpräsidenten einige Anregung.

* General Maercker ist in Dresden nack kurzer Krankheit im 59. Lebensjahr gestorben. Maercker hat besonders als Kolonialoffizier Bedeutendes ge­leistet. Gegen Ende des Weltkrieges führte er die Infanteriedivision 214. Am 1. November 1919 wuroe er zum Befehlshaber im Wehrkreis 4 und zum Kommandeur der vierten Division in Dresden ernannt Ende 1920 trat er in den Ruhestand.

Die Last der Kriegsschulden.

Lin englischer Versuch, Amerika zu befriedigen.

wtb Paris, 3. Jan. (Tel.) Rach einer im „Ouokidien" verbreikeke Meldung aus London, deren Ursprung nicht erkennbar ist, läuft in Lity-Sreisen das Gerücht um, daß der Besuch des Gouverneurs der Bank von England, Montagu Jtorman, in den Vereinigten Staaten den Zweck habe, mit den dor­tigen Bankiers die Modalität einer An­leihe zu besprechen, die dazu bestimmt sei, die Schulden, die die europäischen Länder in Amerika haben, zu bezahlen. Diese Anleihe soll durch deutsche Reparationsbons garantiert wer­den. Der Betrag dieser Dons würde sich auf 11 Milliarden Goldmark belaufen. Es werde außer­dem hinzugefügt, daß Norman im Augenblick von keiner Reglerungskommifsion, sondern lediglich von der Dank von England mit diesen Verhandlungen betraut worden sei.

Die Konferenz der Zinanzmimster.

Die Enkenkefinanzminister werden am 7. Januar in Paris zusammentreten.

wtb London, 3. 3an. (Tel.) Der „Morning Post" zufolge verlautet, daß der a m e r i k a n i s che Botschafter in London, Lelogg, der morgen nach Paris abfährk, mit dem amerikanischen Be­obachter für die Reparationskommission, Logan, an der Konferenz der alliierten Finanz- Minister teilnehmen wird.

Die internationale wirtschaft- und Abrüstungs- Sonferenz.

wtb Washington, 3. Jan. (Tel.) Benker. Präsident Loolidge ist n i ch t für eine interna- nale Wirtschafts- und Abrüstungs­konferenz unter Einschluß Deutschlands und Ruß­lands, wie sie von Senator Dorah vorgeschlagen worden ist. Loolidge ist der Ansicht, daß eine solche Konferenz ein zuweit gestecktes Ziel zu verfolgen häkle, um praktische Ergebnisse erzielen zu können. ..

Faschisten gegen Katholiken.

wtb Rom, 3. Jan. (Tel.) InPlsa drangen Faszisten in die Redakkionsräume des „Messagers" und der „Toscana" ein, die das Organ der katho­lischen volkspartei ist und zerstörten die Re- d a k t i o n und die M a s ch i u c n r S u m e.

Vie Zukunft Spaniens.

Wie der „Information" aus Madrid gemeldet wird, hat das Mitglied deS Direktoriums, General Rodriguez Petre in Barcelona im Verlause eines Interviews erklärt, daß die marokkanischen An- gelegenqeiteu demnächst geregelt würden. Was die zukünftige spanische Regierung anbetreffe, so werde daS Direktorium solange beibehalten, bis die Partei der Patriotischen Vereinigung in der Lage fei, die Regierung zu übernehmen.

Lin GörresdenKmal in Roblenz.

Eine erfreuliche Nachricht kommt aus Koblenz: ^osef Görres soll in seiner GebnrtSstadt ein Denkmal errichtet werden. Am 25. Januar 1926 jährt sich zum 15 0. Male der Geburtstag deS großen Patrioten, uns dieser Anlaß soll benutzt werden, die Erinnerung an ihn auch äußerlich durch ein würdiger Gedenkzeichen wachzuhalten. Es hat sich ein Ausschuß gebildet, der die vorbereitenden Arbeiten in die Hand genommen hat. Dieser Aus­schuß hat folgende Kundgebung erlaffen:

Am 25. Januar 1926 sind hundertundsünfzig Jahre verfloßen, daß zu Koblenz, der Stadt an Rhein und Mosel, Joseph GörreS geboren wurde. Rein Denkmal erinnert heute in deutscben Landen an ihn. Die Zeiten sind vorüber, wo daS Charakterbild dieses gewaltigen Geisteshelden in der Geschichte schwankte. Der Heraus- geber des „Rheinischen Merkurs-, der ersten politischen Tageszeitung großen Stile, gilt heute überall als etn Borkämpfer nationaler, politischer und religiöser Frei- heit. Seine Koblenzer Adresie vom Januar 1818 war einer der stärksten Posaunenstöße im Kampfe deS deut- scheu Volke» um eine neuzeitliche Verfassung. Heute mehr denn je ist eS Pflicht, die Vorkämpfer deutscher Einigkeit zu ehren. Männer und Frauen hab«: sich deshalb zusammengetan, um dem Manne, der nur die Majestät der Wahrheit, der sTugend und des Rechtes anerkannte, an der Stätte seiner Geburt ein würdiges Denkmal zu errichten. Dazu bedarf es der tatkräftigen Hilfe des ganzen deutschen Volkes, dessen religiöser, sittlicher und nationaler Wiedergeburt Görres' Lebens­arbeit palt .Wenig vermag freilich der einzelne, aber Vieler Zusammenwirken fördert daS Werk!"

Dem Ehrenausschuß gehören unter anderen an Reichspräsident Ebert, Bundeskanzler Seipel, Reichskanzler Marx, die Ministerpräsidenten Braun und Held, eine Anzahl kirchlicher Würdenträger mit Kardinal Schulte an der Spitze, ferner eine große Anzahl Persönlichkeiten aus dem geistigen Leben Deutschlands, ohne Unterschied der Parteistellung. AuS der Zusammenstellung geht schon hervor, daß der Gedanke des Görresdenkmals frei von jeder parteipolitischen Einstellung sein wird. Hoffeuilich findet der Aufruf in allen Kreisen die nötige Unter­stützung. Zeichnungen für den Denkmalsonds werden auf Scheckkonto 1876 deS Städtischen Sparkasse Koblenz erbeten. _

* Schreckliches Brandunglück. In Neuen­gamme bei Bergedorf ist das Gehöft des Gemüse bauern Rösch niedergebrannt. Rösu und seine Frau und auch das Diey ist in den Flammen um gekommen.

Die Wetter-Katastrophe.

wtb London, 3. Jan. (Tel.) Den Blättern zufolge wurde in ganz England durch die an­haltenden Stürme und riesigen Regengüsse großer Schaden angerichlet. Weite Strecken des Landes stehen unter Wasser. Zahlreiche Familien sind in ihren Häusern abgeschnikken. Fünf Personen kamen ums Leben. An manchen Stellen wurde der Eisenbahn- und Straßenbahn­verkehr umgesiellt. In Süd-Wales sind Tau­sende von Arbeitern erwerbslos. Der Tele- graphendiensi ist ernstsich behindert und mit einer Anzahl von Städten fast ganz unterbunden. Der Luftdienst Croydon und der Schiffsverkehr New- Hafen-Diecce ist eingestellt.

*

Aus Newport wird unter dem 2. Januar gemeldet: Heute am frühen Morgen setzte ein star­ker Schneesturm ein, der mit einer Stunden­geschwindigkeit von 60 Meilen dahinbrauste. 6000 Mann mit Schneepflügen sind damit beschäftigt, die Hauptstraßen freizumachen. Der S ch n ee liegt be­reits über 10 Zentimeter hoch.

Neue Plünderungen in China.

wtb Pari s, 3. Jan. (Tel.) Havas meldet aus Schanghai, Schi-fi-huan, der am 11. Dezember als Militärgouverneur von Schlang-fu abgefeht worden ist, hat heute plötzlich die Stadt Nanking verlassen und ist nach Schanghai geflohen. Seine Trup­pen, die nach seiner Abreise keine Löhnung mehr erhielten, plünderten aus diesem Grunde eine Anzahl von Magazinen und zündeten diese an. Der Schaden beläuft sich auf 500 000 Dollar.

*

Nach einer Rentermeldung au§ Schanghai hat die Leibwache des ehemaligen Militargouverneurs eine Anzahl Serdenläden von Eingeborenen ge­plündert und verbrannt, weil sie keinen Sold er­hielten. Der angerichiete Schaden wird auf eine halbe Million Dollars geschätzt. Amerikanische Marinejoldaten sind gelandet.

Amnessie.

wtb Pekin g, 3. Jan. (Tel.) Ein gestern ver­öffentlichter Erlaß gewährt allen Gefangenen Amnestie mit Ausnahme des vormali- gen Präsidenten Tsao-Kun und der Mitglie­der, die an seiner Dahl beteiligt waren, sowie fer­ner der des Raubes, Mordes, der Brandstiftung und Vergewaltigung Beschuldigten. Ein weiterer Erlaß schafft das Marschall-Kollegium ab.

— Prof. Lumm f- Nach einer Meldung aus Mün­chen ist der Leiter der Universitätsfrauenklinik, Geheim­rat Professor Bumm, Freitag/abend in der Münchener Chirurgischen Klinik an den Folgen eines ©allen» ft einleibens im 67. Lebensjahr gestorben. — Ernst Bumm, der hervorragende Mediziner, war in Würzburg geboten und wirkte in Basel, Halle und Ber­lin. Er hat namentlich auf geburtshilflichem Gebiet neue Wege gewie'en.

König Albert und die Sahara.

wtb P n r i s, 3. Jan. (Tel.) lieber die Gründe, die den König der Belgier a b h a l k e n, die geplante Durchquerung der Sahara im Auto fehl zu unternehmen, wird bekannt, daß in dem zu durchquerenden Gebiet 30 Kilometer von Lolombo-Beschar entfernt, wie ein Telegramm vom 29. Dezember meldet, im verlaufe eines Angriffs der Führer eines Stammes und mehrere Einge­borene verwundet worden feien. Infolge der da­durch unter den Stammesangehörigen hervorge­rufenen Bewegung habe König Albert von seinem Plan Abstand genommen.

Katholische Welt.

= Marienstatt. Am 27. Dezember waren 600 Jahre seit der Einweihung der Abteikirche des hiesigen Zisterzienserklo st ers verflossen. Die Vollendung der Kirche nahm damals noch weitere 200 Jahre in Anspruch, bis das Hauptpoital an der Westseite angebracht werden konnte. Die Fertigstellung der Kirche ist zum größten Teil Hachenburger Geschlechtern zu ver­danken. Die Wappen in den GeMölbeschluhsteinen ge­hören bürgerlichen Geschlechtern der Stadt an.

= vorläufige Aushebung einiger Lustpoften Mit Ablauf des Dezember wurden die Lustpoften «Berlin. Danzig - Königsberg <Pr.) Berlin . Amsterdam - London und Frankfurt (Main'-München-Wien-Budapest bi? auf weiteres eingeftellt. Es verkehren weiter die Lust, posten: 1. Köln-London, ab Köln werktäglich 9.30, an London 2.15, zurück ab London 9.30, an Köln 2.00 (wefteuropäiiche Zeist. 2. Berlin-Dresden, ab Berlin werktäglich 12.30, an Dresden 1.50, zurück ab DieSden 8.15, an Berlin 9.35.

--- ein russischer Forscher zurüctnekehrt. Die Russi­sche Telegraphena. entur meidet: Am 31. Dez. ist der russische -wricher und Archäologe Kociow aus der Mon­golei nach Leningrad zurückgekehrt, der seinerzeit in der Wüste Gobi die Totenstaot Hara entdeckte. Ec unternahm jetzt während 1‘» Jahren Ausgrabungen m der Nähe von llrga in zahlreichen G-adhügeln. Kociow hat eine reiche Sammlung von der in den Grabhügeln gefundenen Kunst- und Kultgegenständen, die aus der vorchristlichen Epoche stammen, mitgebracht. Die monoolische Regierung war der Expedition Kociow, die von der Sowjetregierung finanziert wurde, in jeder Weise behilflich.