Vewlan
zuldaer Zeitung (Amtliches Ureisblatt). Donnerstag, 30. Dezember 1926
Nr. 301
Das Frankjurter Anstlertheater in Fulda
Gevatter Tob. — Vas Npostelspiel
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beglückte Stunden.
Das Frankfurter Künstlertheater gab Dienstag zwei Märchenstücke: Zuerst .Gevatter lob" von Karl v. Fel. ner. In sechs Bildern wickelt sich die Handlung ab. Das erste Bild: Der arme Mann, aus der Suche nach einem Gevatter für sein 13. Kind vom reichen Nachbarn abge- wiesen, verhandelt mit dem lieben Gott, mit dem Teufel und mit dem Tod wegen der Gevatterschaft. Im zweiten Bilde muß man sich heftig der Tatsache erinnern, schon im Schulbuch gelesen zu haben, wie dem Gevatter Tod em Schnippchen geschlagen wurde, als er zu Füßen des Bettes stand und man den Kranken schnell in entgegen, gesetzter Richtung bettete. Im dritten Bilde erlebt man die große Kraft des Wunderkrautes und das Sterben des reichen Mannes; wir sehen, wie der Tod überall Begleiter ist. Eine Fülle von Lieblichkeit offenbart das vierte Bild, das die kranke Königstochter zeigt. Im nächsten, auf der Himmelswiese, wo die Lebenslichtlein stehen, ward inan sich der „bewußten Unwirklichkeit" besonders bewußt. Diesem schwächsten Bilde folgt die Resignation des Schlusses, der dann aber doch mit einem lauten Le- bensakkord der Ueberlcbenden abbricht: Sie sind tot! Doch ihre Werke leben! Und wir leben! Es gibt keinen Tod!"
Wer die unbedingten Doraussetzungen, nicht mit kaltem verstände an ein Legendenspiel heranzutreten, mitbrachte, der sand in „Gevatter Tod" so viel Schön- heit und Weisheit, daß man gern mitgehen und sich um nichts streiten mag. was man an Schwäche und Schwächen finden könnte. Diese sind zr? finden unbedingt, aber die Zuschauer wurden gestern wieder ein. dringlich davon überzeugt, daß auch das Märchen seine Bühnenberechtigung hat und daß man seine Förderung überall begrüßen soll, wo echte Dichter, und zu ihnen gehört Karl von Feiner, am Werke sind.
Don den Spielern sind Karl Burg (der arme Mann), Josef Wagner (sein Sohn), Emil Rau. schert (der reiche Nachbar), Erna Schnick (die liebliche Königstochter), Max Werner Lenz (der liebe Gott), Friedrich Maurer (der Teufel) und Ludwig An schütz (der Tod) zu nennen. Ein gar luftiger
suchte das Weite, wurde aber von dem Metzger- meister emgehott und nach kräftiger Behandlung mit einem Knüppel der Polizei übergeben.
= Nassau. Die in diesem Jahre neuerbaute Hängebrücke über die Lahn ist fast fertig- gestellt. Eine Belastungspwbe hat bereits statt»
Kabio=Programm.
Donnerstag, den 30. Dezember.
Frankfurt (428.6 m), Kassel (272.7 m). 12—1: Heber- tragung von Kassel: Wunschkonzert. 3.30—4: Die Stunde der Jugend. 4.30—5.45: Konzert des Hausorchesters: Karl Millöcker. 5.45—6.05: Die Lesestunde. 6.15—6.45: Hebertragung von Kassel: Dortrag: „Die Winterfütterung freilebender Dögel". 6.45—7: Paul von Klenaus Oper: „Die Lästerschule", einleitende Worte. 7: Hebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Dee Lästerschule". Oper von Paul von Klenau. Anschi. bis 12.30: Hebertragung aus der Frankfurter Filiale des Kaffe Sacher-Wien: Tanzmusik.
Gewerkschaftliches.
— «ewerkschaftsring und Internationales Arbeits- amt. Das Zentralbüro des Gewerkschaftsrmges teilt mit, daß die Amsterdamer Meldung, der Vorsitzende des Gewerksaftsbundes der Angestellten, Gustav Schnei- d e r, sei als Bertrcter des Gewerkschaftsringes in da» Internationale Arbeitsamt in Genf berufen worden, ' = Lohnschiedsspruch im §iegerlSnder vergdau. Für
den Siegertander Elfensteinberabau wurde ein Lohn» schiedsspruch gefällt, der eine lOprozentige Erhöhung deS Schichtlohnes vorsieht. Die Gewerkschaften haben den Schiedsspruch angenommen.
Schublade den Betrag von 2785 M. erbeutete. Die polizeilichen Nachforschungen smd bis setzt er fobglos geblieben. .
= Aschaffenburg. Regierungsrat Dr. Günther wurde in Miltenberg von einer Lokomotive angefahren und auf di« serte gesch.eudert. Er trug dabei eine schwere Kopfwunde und eme leichte Gehirnerschütterung davon Lebensgefahrbe- steht bisher nicht. Auch der Bahnmeister Reinhardt, der Günther begleitete, wurde von der gleichen Maschine angefahren, aber nur leicht verletzt.
= Aschaffenburg. Ein Schornsteinfeger m ferner Mltagskleidung vor Gericht ist kein« alltägliche Erscheinung, und wird auch für gewöhnlich aus Reinlichkeitsrücksichten nicht geduldet. Bor dem hiesigen Einzelrichter hat sich nun der Fall ereignet, das ein Schornsteinfeger direkt von der -lrbett weg als Zeuge in einer Strafsache wegen fahrlässiger Brandstiftung herbeibeordert wurde, und auch in seiner „schwarzen" Gewandung den ter- geschriebenen Eid leistete. Der Fall selbst war nicht allzu schlimm; die beiden Uebeltäter kamen mit Keinen Geldstrafen davon.
Teiifel und ein milder Tod. Der arme Mann wußte packend sein schweres Dasein in die Herzen zu hämmern, der reiche Mann ächzte und stöhnte in seiner Qual.
Dem „Gevatter Tod" folgte „Das Apostelspiel.eine moderne Legende von Max Mell. Der Inhalt: Zwei verkommene Feldgraue, die sich Herumtreiben, die Bauern brandschatzen, ihre Höfe anstecken und die Besitzer umbringen wollen und dazu mit „neuen Lehren bis an den Rand gefüllt sind, kommen mit ihren Absichten in ein einsames Bauernhäuschen, worin nur Großvater und Enkelin wohnen. Die Enkelin glaubt in den Fremden, die sich Johannes und Petrus nennen, die Apostel auf einer Erdenwanderung zu erkennen. Es hebt ein naiv-einfältiges Fragenspiel an und oft wird dieser Johannes in die Enge getrieben. Petrus macht aus feinen dunklen Planen weniger ein Hehl. Doch siehe, es gelingt der kleinen Magdalen ungewollt, dem Jo- Hannes so ins Gewißen zu dringen, daß er von Brand «nd Mord abkommt und sich von bannen schleicht, als besserer Mensch vielleicht, unb den ob der Weichheit des Genossen wütenden und noch widerstrebenden Petrus unter Drohungen mit sich reiht. Das Stück hat zugleich einen Kern: Das Wunder der naio-treuen, naiv-gläu- fügen Frömmigkeit und einen sittlichen Grundgedanken: die Wandlung des Menschen in „sich selbst", in sein Aposteltum.
Mit herzlicher Freud« genoß ein jeder, der sich auf rechte Herzenseinfalt einzustellen weiß, das Legendenspiel, das voller Lieblichkeit und intimer Reize ist. Es war wirklich vortreffliche Kunst, die uns die vier Spie- (er: Mar Werner Lenz als Großvater, Hilde Leo als Magdalen, Erich Rauschert und Max Burg- Hardt als Fremde boten; Bilder von schönster Klein- malerei. Sier Künstler, die jede Kleinigkeit in diesem kleinen Spiel mit Liebe anzupacken wußten. Karl von Appens Bühnenbild gefiel gut.
Das fast ausverkaufte Haus folgte gern den beiden Autoren ins Märchenland und dankte herzlichst für zwei
--- Usingen. Im Kaufhaus Frei wurde hier am ersten Wekhnachtsfeiertag, während sich die ganze Familie früh um 6 Uhr in der Christmette befand, ein dreister Einbruchsdieb stahl verübt. Der Dieb, der mittels Nachschlüssel in das Geschäftslokal eindrang, durchstöberte den ganzen Laden und die Wohnräume, wobei er in einer
2Iu$ dem Nachbargebiet.
l -- Aus dem Vogelsberg. Nachdem erst vor I ctroa zwei Wochen eine Frau auf der Landstrafe k von Nidda nach'Wallernh ausen angefallen Mund nur durch besonders glückliche Umstände einem } Verbrechen entgangen war, wurde an den Weih- 3 nachtstagen auf derselben Landstraße schon wieder - eine Frau überfallen. Diesmal war der f Wegelagerer ein Angehöriger einer wandernden Truppe, der, als auf die Hilferufe der Frau ein Mdfahrer herbeieilte, mit seinem Wagen un schnellsten Tempo davonfagte. t „
---- Hanau. Der lastautofahrende Kraft- * Wagenführer der Arbeiter-Samariterkolonne ist nunmehr im Landkrankenhaus, twtzdem sofort nach dem Unfall eine Operation vorgenommen wurde, seinen Verletzungen erlegen.
’ = Königstein. Der russische Außenminister Tschitscherin weilte am ersten Weihnachtstag in Königstein, wo er den zur Zeit zur Erholung im Sanatorium Dr. Amelung weilenden Geheimrat Pwf. Dr. v. Noorden-Frankstirt a. M. besuchte.
— Neustadt i. 0. Der Schreinermeister Pilger wurde in der vergangenen Woche von einem kleinen kranken Hunde, als er diesem Futter verab- fclgte» leicht am Fuße verletzt. Er zog sich eine Blutvergiftung zu, die nach zwei Tagen den Tod des Mannes zur Folge hatte.
= Aus dem Taunus. Bei dem Wintersport haben sich im Taunus in den letzten Tagen ‘ eine Reihe von Unfällen ereignet. Montag nachmittag trug ein Rodler oberhalb Cronberg, indem er mit seinem Schlitten gegen einen Leitungsmast sauste, einen Knöchel und Wadenbruch davon. Er kam in das Crvnberger Krankenhaus. Eine Dame stürzte beim Schneeschuhlaufen so unglücklich, daß sie eine schwere Gehirnerschütterung davontrug und gleichfalls dem Crvnberger Krankenhause zugeführt werden mußte. Ein anderer Schneeschuhläufer erlitt Men Beinbruch und konnte in einem Auto nach Frankfurt verbracht werden.
= Herborn. Die Tochter des Metzgermeisters Wissenbach wurde dieser Tage in ihrem Schlafzim- mer durch einen fremden Vagabunden angefallen. Der Eindringling hatte sich unter einem Bette versteckt und gedachte anscheinend, zu geeigneter Zeit einen Raubzug zu machen. Das Mädchen flüchtete, verfolgt von dem Spitzbuben, und ries um Hilfe. Als der Vater des Mädchens darauf herbeieilte, riß der Einbrecher aus und
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Schluß der List« am 30. Dezember, abends. Meldungen weiden bis dahin noch enlgegengenommen in der
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Mittwoch den 29. Dezember, abends 8 Ahr im Gtabtsaal
Gemeinsame Weihnachts-Feier der Vfarrgemeinde und deren Filialen
Bus dem Programm des Abends: Festrede des bochwürdigen Herrn Pfarrers Rosd) von Andernach a. Rb. (Redner des letzten frankfurter Katholikentages). Im zweiten Teil das W Gespielt von Mitgliedern
soziale Schauspiel: jJSTVISVl des Arbeitervereins.
Während der Pansen gemeinsame (Ueibnacbts-Cieder mit Orchesterbegleitung.
Alle Angehörigen der Dompfarrei werden zu dieser Feierüchkeit eingeladen.
Saalöffnung um 7 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Unbemittelte frei. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
Die Geistlichen der Dompfarrei.
Hessischer Landsturm.
Don Fr. Donatus Pfannmüller.
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17. Kapitel.
Unsere Stellung bei Skrowbzle.
Am Nachmittag des zuletzt erwähnten Tages mußten wir uns zum Abmarsch richten. Patronenkästen unb großes Schanzzeug mußten beim Gehöft bes zweiten Zuges abgegeben werden, abends nach 10 Uhr sam- weite sich die Kompanie unb rückte um halb 11 Uhr ab. Es ging auf einem Steg über die Schcschupa, die Wagen mußten durchs Wasser. Ich selbst war wieder in der Kompanie und hatte mit den Fahrzeugen nichts zu tun.
Dieser Nachtmarsch, der bis früh um 4 Uhr dauerte, wurde mir unsäglich schwer. Ich hatte nun wieder drei Wochen lang, freilich mit Ablösung, die Dache in un- serer vorgeschobenen Stellung gehabt und allzusehr den Schlaf entbehren müssen. Das ruiniert die Nerven. SBenn dazu noch schlechte Ernährung unb Appetittostg.
kommt, bann Versalien die Kräfte rasch. Mühsam schleppte ich mich mit dem schweren Gepäck über die staubige Straße, bann durch den großen Wald, der die - Straße nach Kowno säumt. Die Nächte sind dort im Osten und um diese Jahreszeit nicht dunkel und auch I nur kurz. Gegen 2 Uhr früh wird es schon wieder > hell. Hin unb wieder kamen wir an Stuten der vor «ns marschierenden Kompanien nnrüa»» nicht mehr j
weiter konnten unb im Straßengraben liegen geblieben waren. Wir litten großen Durst, benn es gab nut Wald um uns und immer wieder Wald.
Endlich um 4 Uhr früh erreichten wir eine große Lichtung mit ein paar zerstörten Gehöften. Es war der Ort Dernbowa-Duda. Auf einem Acker wurden die Gewehre gufammengefe^t und hier lagen wir nun bis zum Nachmittag. Gegen Abend mußten wir uns in den Wald zurückziehen und sollten uns für die Nacht einrichten. Zelte wurden nicht aufgejchlagen, ötu u», wohl in der Nacht weitermarfchieren würden. Jeder wickelte sich in seine Zeltbahn, legte sich hin, wo es ihm gerade gefiel; das geladene Gewehr leimt ober hing an einem nahen Saum. Ein Gewitter zog herauf, es blitzte und krachte unb der Donner rollte auf taufend Rädern durch den Wald. Dann trommelte der Regen auf unsere Zeltbahnen. Kaum hatte das Gewitter aus- getobt, unter besten Grollen und Krachen niemand schlief, da wurden wir alarmiert. Wir sollten antreten zum Abmarsch. Da ist es nun eine Kunst, im nachtschwarzen Wald seine Zeltbahn zu rollen, auszuschnallen, sich zurechtzufinden; aber es geht alles, wenn man muß. Dann rufen zehn, zwanzig Stimmen meinen Namen, ich soll zum Hauptmann kommen. Ja doch; aber ich muß erst mein Gepäck umhangen, sonst finde ich's erst am Morgen wieder. Die Hände vor den Augen, damit ich keinen der dicken Säume umroerfe, tappe ich durch den Wald. Endsich ftnde ich den Hauptmann.
„Sie übernehmen von jetzt an den Patronenwagen, den der Landsturmmann Grünebaum fährt. Sie ha- den die ganze Verantwortung für die Munition, deren rechtzeitige Ergänzung und Abrechnung darüber. Un£>
bann dürfen Sie auf keinen Fall dulden, daß jemand Gepäck auf Ihrem Wagen befördert, außer meinem Ge- päck. Deshalb gerade bestimme ich einen Unteroffizier zu dem Patronenwagen, bannt es nicht wieder vor- kommt, bah Leute ihre Tornister einfach auf die Va» gen werfen." i.
„Zu Befehl, Herr Hauptmann." ' 1:1 ■'*
In der Dunkelheit suche ich Grünebaum mst seinem Patronenwagen. Er gratuliert mir zu meinem neuen Posten. „Hab ich's 3bne net schon gesagt? Damals in Schumsk? Ich will, wenn ich den Patronewage fahr', auch en vernünftige Unnerofffier bei mir hawwe. Nu werfest Ihren Tornister nauf un steigest auf. Mer solle uns dicht an die Kompanie schließe."
Ich weiß nicht recht, ob ich mich über meinen Posten freuen soll ober nicht. Aus bem Marsch, wenn man auf dem Wagen sitzen kann, ist er ohne Zweifel ganz angenehm. Auch werde ich wohl keinen Dienst in der Stellung haben, denn das verträgt sich kaum mit meinen sonstigen Pflichten. Aber wenn es vorn „kritisch" wird, wenn eine richtige Schießerei einsetzt, dann werd« ich stets in Sorge leben, ob sie auch genügend Munition haben. Dann nniß ich unter allen Umständen für Ersatz sorgen. Schon vor Wochen in Schumsk hat mir Grünebaum erzählt, daß fortan jede Kompanie ihren Patronenwagen haben soll. Er sei zum Fahrer für diesen Wagen auserkoren und er werde mich als Mu- nftionsunlerofsizier beim Hauptmann Vorschlägen. Da- mals lachte ich über diese Red«, denn ich wußte nicht, wie groß der Stein war, den Grünebaum heim Hauptmann im Brett hatte. Einen größeren als ich. das wußte ich. Grünebaum war ein tüchtiger Kerl und ist
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mir stets ein guter Kamerad gewesen. Don Beruf war er Pferdehändler und „mit allen Wassern gewaschen", wenn er auch nicht gekauft war. Als wir noch in Schumsk lagen, holte er gewöhnlich mit feinem Gespann in Wilkowischki die Post. Wenn er ab fuhr, regnete es allerlei Aufträge. Der Feldwebel wünschte sich einen feldgrauen Mantel, der Hauptmann einen Offizierr- sattel unb einen Degen, da er seinen irgendwo verloren hatte. Unb den bestellten Alkohol sollte er nicht vergessen, auch ein paar Flaschen Sett mitbringen für besondere Fälle. Dazu wünschten sich die Küchenleute und Radfahrer an Stelle ihrer langen Gewehre 6 Karabiner. Der Bataillonsarzt aber wollte Weißbrot mit- gebracht haben für sich unb Bolus alba für die an Durch- fall leidenden Landstürmer. Unb alle diese Aufträge hat Grünebaum ausgeführt, nicht immer auf einmal, aber nach und nach. Es wäre auch zuviel verlangt, bei einer einzigen Postfahrt auf der Beute-Sammelstelle 6 Karabiner zu „finden", dazu in einer Wirtschaft einen neuen Unierofsiziersmantel unb in einem Ossiziersstall einen Offizierssattel unb endlich noch einen Degen zu „empfangen*. Alles dieses ging nur an, wenn man einen Stein im Brett, wenn man einen Rückhalt an feinem Kompaniechef hatte. Einmal fuhr Grünebaum mit 4 Pferden über die deutsche Grenze und kam mit nur zweien zurück. Aber die auf eigene Rechnung in Ostpreußen verkauften Pferde hatte er sich damals in Slobotka aus einem Pstrdetransport ehrlich gemaust, hatte sie mit geräubertem Futter monatelang durchgefüttert und heimste nun den wohlverdienten Lohn für seine Mühe ein.
(Fortsetzung folgt.)