Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. AmMches Kreisblakl.
Nr. 301
Donnerstag, 30. Dezember 1926
Vie Sozialdemokraten
So schreibt der Demokratische Pressedienst:
zurückkehren.
ie gebracht,
Dazu bemerkt das „Perl. Tageblatt" (Nr. 611):
könnte.
werden? Schon werden Pläne ausgearbeitet, die für die volitische Lage angesehen.
* Der Oberpräsidenk von Hannover, Noske, Hai im Harz auf einer Dienstreise in seinem Auto einen Unfall erlitten und sich nabet einen einfachen Rippenbruch zugezogen. Der Ober»
Am Donnerstag wird in R o m der Schiedsvertrag zwischen Italien und Deutschland unterzeichnet worden.
Kämpfe gefährden, die er als Politiker notwendig kommen sehe.
* Vafsenschnmgqel an der italienischen Grenze. , . . , . ~ . . , „
Dte Grenzwache von Como hat an der Grenze Präsident hat das Sanatorium Barna in Braun- 12 verdächtige Personen verhaftet, die etwa hundert läge aufgesucht, wird aber alsbald nach Hannover Revolver nach Italien einschmuggeln wollten.
Aus Batavia wird gemeldet: Der Haupt rädelsfiihrer der kommunistischen Aufstaudsb"n?< den.
In GewerckschastStteisen regt sich die Unruhe, denn was soll werden, wenn — wie hier erwartet wird — einige hunderttausend Arbeiter brotlos
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wvchenbeilage: Illustrierte Beilage und „Bmfjenblärter*. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actieudruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. x Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mt x
Hus den slufstandsgebielen.
Die beiden in Nicaragua um die Herrschakt kämpfenden Parteien haben einen Waffenstillstand geschlossen, um die während der letzten viertägigen Kämpfe Gefallenen beerdigen zu können.
Präsident Coolidge gab, wie aus Washington gemeldet wird, der Auffassung Ausdruck, daß die amerikanische Intervention in Nicarggua sich streng an die von den Vereinigten Staaten befolgten traditionellen Richtlinien hinsichtlich des Schußes von Leben und Eigentum amerikanischer Staatsangehöriger in Mittelamerika halte. Eine Parteinah m e in dem Streite der einzelnen Gruppen sei nicht beabsichtigt.
Der Senat in Mexiko hat das mexikanisch-britische Abkommen betreffend Ansprüche britischer Staatsangehöriger angenommen, die von 1910 bis 1922 durch Revolutionen Schaden erlitten.
Primo de Rivera.
wtb. Paris, 29. Dez. (Eig. Funkm.) „Ere No- velle" gibt eine Lissaboner Nachricht aus privater, durchaus glaubwürdiger Quelle wieder, nach der in politischen Kreisen Spaniens bebarrk-ch das Gerücht im Umlauf sei, daß Primo de Rivera demnächst sich aus dem politischen Leben vollständig zurückziehen wolle. An die Spitze der Regierung wurde General 33erenguer treten.
Die Unterzeichnung des deutsch-italienischen Vertrags
Vie Unterhaltung über das neue Reichskabinett.
günstigsten Kurs des Frank abwarten zu wollen, ungeachtet der wirtschaftlichen Folgen einer solchen gewaltsamen Kursaufbesserung und ohne feste Bürg- schäften dafür zu Haben, ob ent solcher Kurs auch auftecht erhalten werden
Wenn heute schon die Arbeitslosigkeit so "de- drvhliche Formen angenommen hat, so sind noch viel schwerere Folgen zu erwarten, falls die Auf» wärtsbewegung sich noch weiter fortsetzen sollte. Diese Arbeitslosigkeit ist einmal die Folge des Rückganges der Ausfuhr, da naturgemäß die fran- zöfisihen Waren um vieles teuerer geworden find. Dazu kommt aber noch ein großer Rückg Absatzes im Inland. Wie immer
-er Deutschen Dolkspartet verführt worden zu sein. Richr weniger schuldig ist die Deutsch:, akio - nale Dolkspartei, die allerdings ein unmittelbares parteipolitisches Interesse daran hat, daß das Parlament und seine Autorität Schaden etteiden. Vielleicht hat die Sozialdemokratie in ihrer Mehrheit den Sturz des Kabinetts Marx gar nicht ernstlich gewollt, sondern nur etwas demonstrieren wollen, aber sie hat dawit Geister hervorgekockt auf der Rechten des Hauses, die sich nun anschicken, den Zauberstab in die Hände zu nehmen und aus der taktischen Dummhett der
. Der „Vorwärts" (Abendausgabe Montag) führt rln Klöckners aus dem Verein deut- icher Eisen- und Stahlindusttieller nach einer Zu» 'chrift an die „Kölnische Volkszeitung" darauf zu- ruck, daß die überwiegende Mehrheit der Schwerindustrie zur Bildung einer sozialreaktio- n a r e n Regierung entschlossen sei, während Klöckner sozialpolitisch maßvollen Zugeständnissen zu- neige. Er wolle die glänzende Konjunktur des Ruhrgebiets nicht durch die Entfesselung sozialer
Es westen im Augenblick nicht viele Parlamentarier in Berlin, wenigstens nicht in jb ausreichender Zahl, daß sie die Lösung der Kabinettskrisis positiv vorbereiten könnten. Wenn der Reichstag am 19. Januar wieder zusammentritt, so wird er wahrscheinlich vollkommenes Brachland in die-
„Jn Ergänzung dieser Mitteilung hören wir aus parlamentarischen Kreisen, daß von offiziellen Vorschlägen in dem gekennzeichneten Sinne nichts be- /a,n,nt ist- Wohl aber wird als sicher angenommen, daß solche Plane innerhalb der Deutschnationalen Dolkspar- kei und bei einem Teil der Deutschen Dolkspartei vor» I — iuui|u,cn «uuunycu uti ^06" fein dürften. Diejenigen Kreise, die unter allen I Sozialdemokratie parteipolitischen Profit zu ziehen, i Umstanden eine Rechtsregierung wünschen, möchten den ' — “ - -
Reichspräsidenten zunächst zur Berufung einer Rechts- Legierung bestimmen. Das Zentrum soll dann vor die Wahl gestellt werden, diese Regierung zu tolerieren oder eine Reichstagsauflösung in den Kauf zu neh- men, bei der darum geht, ob die vom Reichspräsi- denten gestellte Rechtsregierung am Ruder bleibt oder . - ----------... „.v-
”'$*• l a doste es deutlich I ser Frage vor sich sehen. Ein Versuch Hinden-
ausgesprochen, daß der Reichspräsident mitten 1 ----
'"den P arteIkampf gestellt werden soll. Der Plan geht dahin, daß die zu berufende Rechtsregierung sich Mit der Person des Reichspräsidenten identisch erklären soll. Dem Zentrum wird dem Sinn nach gesagt daß es wenn ein Wahlkampf unter dieser Parole geführt werde' sehen möge, wo es bleibe." '
Wie istrht anders z» «warten war, hat die tmunterbrochene Aufwärtsbewegung des Frank die ersten Zeichen einer Wirtschaftskrise gebracht, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Wochen verschärfen wird. Zum ersten Male seit erner langen Rekhe von Jahren kennt Frankreich jetzt das Problem der Arbeitslosigkeit. Es llt "aSuicht sehr lange her. daß in ganz Frankreich nur 350 Arbeitslose gezahlt wurden. Heute rechnet man bereits mit einer Zahl von 200 000, die im Laufe der nächsten Zett ohne Arbeit fein werden. 3n fast allen Industrien werden immer mchr Ar» befter entlassen. Eine der bedeutendsten Automobil- fabrkken verabschiedete einige Tausend, in der Lyoner Seibeninbufttie bie gleiche Lage, in bet Holz- unb Möbellndustrie ebenfalls. Dazu fommt bte Schuhindustrie und Femmechanst, so daß am Ende des Jahres der AuSbllck auf daS wmmende trübe fein wird. Schon regen sich Anzeichen dafür, daß auch die politische Ruhe gestört werden könnte, indem aus der Wirtschaftskrise eine polttische entstände.
^egierungs» unb Staatsgewalt Verständnis hlerauf seine politische Haltung einstellen. a u Hialdemokratie ist seit Jahren die große D e r - sage rin auf politischem Gebiet. Ci. üuericoen “aH c» mit ihre Aufgabe gewesen wäre, einen starken neuen nationalen Willen zu schaffen, der sich in den Dienst der Republik stellte. Die Krise wird nut eine brauchbare Losung finden, wenn alle Parteien sich darauf besinnen, daß sie zum Dienst am Volke da sind
die Lösung benft. Ja, er scheint sogar das Dor- hanbensein einer ernsten Krise bestreiten ju wollen, ohne in Wahrheit aber die Tatsachen beseitigen zu können. Die Arbeiterentlassungen sind em Faktum. Poincare sieht sich jetzt erstvordieeigent» liche Aufgabe gestellt, denn die bisherigen Monate seiner Regierungstättgkeit waren nichts als das Vorspiel und ein allzu leichtes zu dem, was kommen wirb. Man hat in Frankreich wochenlang von dem „Vertrauen" gesprochen, das angeblich bie Rückkehr Poincares in bie Regierung hervorgerufen habe. Gestützt auf diese sentimentalen Stimmungsschwankungen wurde regiert, ohne in Wirklichkeit zu regieren. Die Staatsmaschine lief ihren Gang. Jetzt aber hat sie den Rest ihrer ausr früheren Läufen noch vorhandenen Energie erschöpft, und eS heißt, ihr neuen Schwung zu geben. Ob dies gelingen wird, wird Anfang Januar bei den R e uw ah len zum Senat sichtbar werden, denn ihr Ausfall wirb allgemein als bas Barometer
Wie der „Berliner Börsen-Kurier" (Abendaus» gäbe) erfährt, haben die Versuche zur Beilegung ... ... , . m > der Differenzen innerhalb der Großindustrie
Gegenwärtig ist in der ganzen deutschen Presse bereits zu einer Grundlage für die endgültige Bei-
die Aussprache über die Gestaltung der mnerpoli- tegung der Meinungsverschiedenheiten geführt. An-
ttschen Dinge wieder aufgenommen. Am besten geblich beabsichtige die westdeutsche Großindustrie
veranschaulicht die Art und den Charakter der ver» eine gemeinsame Kundgebung gegen die Da-
schledenen Strömungen eine Presseschau, die wir weslasten des Jahres 1928.
in nachstehendem folgen lassen. i
Wirtschaftskrise in Frankreich
Don R. Ling.Pari».
Trotz Vieser drohenden Anzeichen verhält sich bw Regierung völlig passiv. Poincare hüllt sich in Stillschweigen über seine Pläne bezüglich der Sta- bMsierung des Frank, so daß es nickst einmal sicher erscheint, ob er überhaupt feste Vorstellungen von den zu ergreifenben Maßnahmen hat. Als der Frank vor einigen Wochen einen schon damals als außerordentlich hoch angesehenen Kurs erreicht hatte, erwarteten die öffentliche Meinung und vor allem die Börsen- und Wtttschastskvffe eine Erklärung der Regierung, ob sie zu diesem Kurse stabilisderen wolle. Nichts geschich, und seitdem hat der Frank einen noch höheren Kurs erreicht. PomcarS scheint mit aller Gewalt den denkbar
„ ______„ang deS
Absatzes int Inland. Wie immer in ähn» lichen Achten waren bie Warenpreise ber Bewegung bet Devisen voraus geeilt. Ms ber Frank sich stürmisch nach unten bewegte, beeilte sich bie Geschäftswelt, mit Devisen sich einzudecken in ber Furcht, später noch höhere Kurse zahlen zu müssen. Als dann bie Lage sich plötzlich änberte, sahen sie sich im Besitz teuer gekaufter Devisen, bte ihrerseits bte Waren teuerer machten. Das Publikum jeboch zeigte Zurückhaltung, ba es natürlich eine Preisherabsetzung als Folge ber Frankbefserung erwartete. Dieser Käuferstreik hat solche Formen angenommen, baß jetzt allerorten in Plakaten unb Riesenanzeigen eine Herabsetzung der Warenpreise angekündigt wirb, ohne daß diese Ankündigungen großen Erfolg hätten. Die Käufer ermatten vielmehr noch billigere Preise, unb so stockt der Absatz überall.
Feder schreibt im „Berl. Tageblatt" (Montag): „Wie die Dergangenheit spricht auch die Zukunft für bte gro6e Soa ition. Sie wichtigsten Aufgaben, die die deutsche Politik im Aeußern wie im Innern zu lösen hat, verlangen eine Mehrheitsregierung, und diele Mehrheitsregierung, kann nur noch links, niemals nack rechts gewonnen werden. Die Anwendung des Artikels 48 müßte fofort zu innenpolitischen Konflikten und zu außenpolitischen Verwirrungen führen. So bliebe nur dte Große Koalition, und wenn sie im Moment nickt »» erreichen ist, eine Koalition der Mitte deren Personenbestand dafür bürgt, daß sie sich im gegebenen Zeitpunkt zur Großen Koalition erweitern kann."
sich macht man Anstrengungen, den Reichspräsi» deuten in bie Versuchung eines Derfassungsbruches zu bringen. Die Deutschnationale^ sehen das Spiel d«m dock als leichter an, als es in Wirklichkeit tp. Das Zentrum wird sich von diesen Tönen einer Rattenfängerflöte bestimmt nicht einfangen lassen.
In den Vordergrund seiner Entscheidung stellt die Zentrumsftattion, wie sie eS immer getan hat, das Objektive der politischen Fragen, bie gegenwärtig gelöst werden müssen. Und die Erkenntnis ist in der Zentrumsftattion allgemein, daß für die Söfung dieser Aufgaben bie Sozialdemokraten nicht entbehrt werden können, daß diese aber nicht gefunden werden kann, wenn man sie auf die Mitarbeit der Deutschnationalen stellen wollte. Bemerkenswert in dieser Hinsicht ist em Artikel in der Germania (Abendausgabe des 28. Dezember), bet ber Rebaktwn aus ber Zentrumsftattion bes Reichstages zugegangen ist, unb hinter bem man wohl ein Berliner Vorstandsmitglieb ber Fraktion vermuten bars. Der Verfasser schreibt, baß bie Tatsache, daß sich jetzt in der Zentrumspartei feine Stimmen von Einfluß für eine Rechts- koalition ergeben, auf sehr klaren innen» und außenpolitischen Erwägungen beruhen. Diese Gründe werden dann im Einzelnen ausge- sührt. Sie sind ihm ausschlaggebend trotz der Erwägung, daß die psychologische Situation in der Zentrumspartei heute vielleicht eine Rechtskoalition leichter ertrage als vor zwei Jahren. Die Deutsche Vollspartei hat sich vor dem Sturz der Regierung bereit erklärt, die Große Koalition mit den Sozial- bemotraten zu machen. Diesen Beschluß hat sie bisher nicht aufgehoben. Wenn sie es fertig bringt, die Reden von Scholz und Scheidemann für die fornmenben Verhandlungen als nicht ins Gewicht fallend zu bezeichnen, tote es ja auch die politische Lage erfordert, dann kann die jetzige Ferienmuße heilsam sein.
die Ausführung von Notstandsarbeiten, selbst m den Kolonien, vorsehen, ohne daß gesagt werden kann, ob fie auch die Zustimmung bet Regierung unb vor allem der Arbeiter finden werden. Ein schweres Problem find die ausländischen Arbiter, die in den Zeiten der Hochkonjunktur in mehreren Millionen nach Franfteich gekommen waren. Heute beginnt man bei der Entlassung von Arbeitern zunächst mit den Ausländern. Die französische Regierung wird sich binnen kurzem vor die Frage gestellt sehen, was sie mit diesen Massen anfangen soll. Soll fie sie ausweisen? Und was wird daraus in Italien, in Polen und der Tschecho- Emxrfet folgen, bie sämtlich ihren Arbeiterüberschuß sher nach Frantteich abgegeben haben? Schon in ben Zeiten, als eine Million Italiener nach Franfteich ging, um bort Arbeit zu suchen, sprach Mussolini von ber Notwendigkeit erweiterter ita» Keltischer Kolonien, um für ben lieber schuß italienischer Arbeitskraft Gelegenheit zum Arbeiten zu finben. Wie nun, wenn die nach Frankreich getoonberten Scharen heimgeschickt werden sollen?
Außerdem ist in Frankreich überhaupt die Frage noch Nicht entschieden, wie man zu einer Befestigung der Währung von Regierungsseite schreiten soll. Die bisherige Aufwärtsbewegung ist eine reine Börsenangelegenheit, hervorgerufen teils durch Spekulation, teils durch notwendig gewordene Devisenverkäufe infolge Kapitalmangels. Soll sie von Dauer fein, muß die Regierung eingreifen. Hier aber scheiden sich die Geister. Die einen wollen zunächst erst einmal einen bestimmten Kurs fest- setzen unb verteidigen, um später zur Uebersühmng der Papierwährung in eine Goldwährung zu schreiten, während andere das letztere sofort verlangen. So oder so, die Folgen werden schwer fein. Der Staat wird binnen kurzem bie Folgen ber Wirtschaftskrise in einem Rückgang ber Steuern spüren, unb biefer Rückgang wirb seinerseits bas Prob- lern der Verschuldung des Staates in Mitleidenschaft ziehen. Die innere Schuld ist enorm, ganz abgesehen von der äußeren. Der Staat wird geringere Einnahmen haben und muß doch nach wie vor seine einheimischen Gläubiger befriedigen. Eine Zwangstonvertierung der Renten erscheint ausgeschlossen, da dies eine Revolution des gesamten Mittelstandes und der Kleinrentner, die sowieso schon halb ruiniert sind, Hervorrufen würde. Der Ausblick ist daher trübe.
Pomcarä, der Finanzminister der Stunde, hat bisher noch kein Wort darüber gesagt, wie er sich
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k.-„nÄn^-?Aeilungen über die Pläne der Rechten I Der Bvrstand ben Sozialdemokratischen Partei bat den Parteiausschuß zu Dienstag, den 11. Januar
|em. Daß von rechtsstehender Seite versucht worden ist, | -1097 „„j, .«„_»■ ...
Lösungen in Vorschlag zu bringen, die mit drei ver- I -Berlin zu einer
fchiedenen Möglichkeiten alle auf das gleiche Ziel, die einberufen. Auf der Tagesordnung steht die
Rcchtsregierung hinsteuern. Zuerst dachte man Erörterung der politischen Lage und die «n die große Rechte mit Einschluß des Zentrums. Für I Vorbereitung des vom 22. bis 27. Mai in Kiel den wahrscheinlichen Fall, daß sich das Zentrum nicht I statlfinbenden Parteitage-.
dazu bereitfand, war eine Rechtsregierung als M i n- I derheitsregierung geplant. Diese Regierung I "DflC Zentrum imfc Xt« Krif» hätte nur dann Aussicht gehabt, über ihren Geburtstag OkNITUM UHO OIC nrljC.
b'nwegzukommen, wenn das Zentrum zu dem Zuge- Was man sticht vergessen soll, ist, daß daS ,bfroe*‘ J±%^,nbcrf,eitsrc3lcrun9 deutsche Reich in diesen Tagen und Wachen keine neue Minderheitsregierung wurde mtt° dem^w^isReq^nasftffis^a«nackt fS^unb'barhr’ trott ÄX.S 5 a. M K Jg? L
Kombinationen nicht zum Ziel führten, war drittens respektvolle Routine besitzt, macht sich anscheinend an ein Beamtenkabinett gedacht, das aber auch I wenig aus diesem Zustand, umsomehr sollte sich nur als verschleierte Rechtsregierung amtieren sollte, I das deutsche Volk selbst darüber Gedanken um so bald wie möglich einer offenen Rechtsregierung | machen. Wer die Dinge rein oberflächlich bettach- ö 2“ ,5,mo Hwtergrunde^ aller drei Pläne tet, dem toirb es immer grotesk erscheinen müssen,
K>H^e.ma’? ^ehr wohl, daß unser Reichsparlament die Reichsregierung ab-
tiMng"zim^Anwendim^ des^Dikiattm^u?-i« setzt und dann über einen Monat lang in Ferien
X Vrartiae ^SnSptanJin^abTbbarer ^it ?u S-Ht. Das deutsche Doll selbst kann nat-ürllch das
Konflikten geführt hätten, so wäre die Anwendunq des nme Kabinett nicht schaffen, aber es Wird sich doch
Artikels 48 nur eine Zeitfrage gewesen. I überlegen müssen, ob es künftig nicht gut daran
Diese deutschnationalen Pläne waren afut am Pjt M bie Parteien unb Leute näher cm zu sehen;
Samstag den 18. Dezember, an dem Tag also, als ber die mit Vorliebe Regierungen stürzen, ohne die Reichspräsident die Parteiführer empfing. Diese Pläne I gerstigsten Hanbhaben zu besitzen, baS nachfolgenbe
worden, aber sie be- I Kabinett auch nur seiner Tendenz nach zu bestim-
!!,^En^shalb noch fort Von r^utschnationaler Seite I men. Der große Sünder fft dieseSmal die S 0.
Ä n»rben, »ialdemokratie, aber sie wird bchaupten von
allen müsse, und das Königsberger Blatt "des ^«rrn ' Deuffchen Vollspattei verführt Worden Ml fein. "Holz hat ebenso klar zum Ausdruck gebracht, 'daß !S Wunsch und Wille der Deutschen Dolkspartei sein müsse, mit den Deutschnationalen im Kabinett zusammenzusitzen."
buras, der Krisis ein schnelles Ende zu bereiten, ist bekanntlich nicht geglückt. So herrscht also eine Zeit ber Muße, bie ber Poltisch benfenbe Deutsche aber von Tag zu Tag um so unangenehmer empfindet, als bie fortwährenben kleinen Verschiebungen in bem politischen Getriebe unserer Nachbarvölker Das Zentrum mürbe . I wie auch bie brängenben diretten deutschen außen-
genuber bem Zentrum rudjt abschneiben. seres Parlaments, so kamt sie doch ihr Gutes ha-
Dem „Vorwärts (Montag) zufolge fft die Dar- den, wenn bamit nicht bdingliche Aufgaben Verstellung des Demokratischen Zeitungsbienstes rich- säumt werben. Dieses Gute liegt darin, daß sich "<$• Es muffe lediglich hinzugefügt werden, daß die um bie Mitte Dezember fäjr echitzten pattei- me Deutschnationalen am 18. Dezember eine Ent- I politischen Geister allmählich beruhigen können unb «auschung erlebt hätten. sich flarmachen, baß die damals im Vordergrund
Der Zentrumsabgeorbnete und Gewerkfckatts. stehende Forderung, daß die Große Koalition ge- ksihrer Andre schreibt im „Deutschen"- W P bildet werden müsse, durch bie letzte Reichstags- m .... f * fenfatton an ihrer objettiven Richtigkeft nichts ver-
wi ,?1?. V?lftmehrheit will heute noch den demokrattschen I ioren hat. Weder bie Extravaganzen des Herrn SSL.Ö
nen bte Tassache aus der Welt schaffen, daß ber Sie hat Übersehen. Reichstag eine Mehrheitsregierung gebraucht, »äre, einen starken I Hub biefe unter ben obwaltenden Umständen nur m der Form der Großen Koalition erbracht werden kann. Rein formal betrachtet wäre es ja auch ungeschickt, einen Führer der Opposition mit dem Reichskanzleramt zu behauen, die das Kabinett Marx gestürzt hat. Denn diese Opposition war ja nur einig im Negativen, ein Zusammenbleiben derselben zu einem positiven politischen Pro- gramm ist eine von niemandem bezweifelte Unmöglichkeit. So wird es schon nötig sein, einen Mann I aus ber Koalition der Mitte mit dem Reichs- j kanzleramt zu betrauen, der dann versuchen kann, I bte Männer zur Mitarbeit heranzuholen, bie für I sich unb in ihrer Gesamtheit ben gegebenen politischen und parlamentarischen Erfordernissen gerecht werden. Man hat Grund zu vermuten, daß die Soz'aldemoftitten ein neues Kabinett der Mitte nicht noch einmal stürzen werden, wenn I sie nicht gleich irgendwie mit ihm verbunden wären, I ober wenn sie später in ein solches eintreten möchten. Die Muße, die sich das Parlament mit den I WechnachtSferien auferlegt hat, scheint wenigstens be, der Soziakdemoftatte im Augenblick die' Einsicht in die eigenen Gesetze unseres Parlamm- tarismus erhellt zu haben. Bei den Deutschnationalen allerdings wird der Gedanke einer Rechts- I btftatur als letzter Ausweg aus den Wirren der Krisis sehr ernstlich diskutiert, und ganz ösfmt- 1