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Einbruch in ein Postamt. (Eig.
erklärte der die Deutsch-
der auf bet
* Autonnfall Chronik. Unmittelbar hinter Ortschaft Waltersdorf im Kreise Teltow
* Tie Unruhen in Siidportugal. Zu den bereits gemeldeten Unruhen in Südportugal wird aus der Provinz Alomtefo ergänzend gemeldet, daß das Marine- und Zollkops wegen rkvoliitionörer Tendenzen entwaffnet wurden. Es wird mit einer Fortsetzung der Unruhen gerechnet.
Der Debatte des Reichstags, die sich am Freitag noch den ganzen Nachmittag hinzog, eignete keine politische Bedeutung mehr. Nach Haas und Müller- Franken, über deren Ausführungen hier schon berichtet wurde, sprachen noch Vertreter der Völkischen und der „wilden" Kommunisten, die keinerlei Beachtung finden konnten. Nachdem der Nachtrags- heuslialt alsdann in der Gesamtabstimmung gegen die Kommunisten angenommen war und ebenso eine Entschließung, wonach auch den Reichsarbei- fern entsvrechend derjenigen für die Beamten eine
In Warschau ist zunächst der Staatsstreich Smetonas meist als polenfeindlich und deutsch- und rußlandfreundlich dargestellt worden. In po- litischen Kreisen wurde die Nachricht von dem Kow- noer Staatsstreich selbstverständlich mit dem allergrößten Interesse entgegengenommen, zumal man ^ch hier über die innen- und außenpolitischen Ziele Smetonas noch nicht recht orientieren konnte. Außenminister Zaleski ließ der Presse eine Mit- t»ilung zugeben, in der es heißt: daß die polnische Regierung die Ereignisse in Litauen in Ruhe verfolge, da sie damit rechne, daß die litauische Regierung keine Ausschreitunaen gegen die polnische Bevölkerung gestatten werde.
Milmachtsbeihtlfe gewährt werden soll, fer allgemeiner Spannung die
Abstimmung über die Mißtrauensvoten. Vorher Deutschnationale Graf Westarp, daß
* Unzutreffende Gerüchte über den Tod Tschik scherins. (Eig. Funkm.) Die außerhalb verbreiteten Gerüchte, wonach der russische Volkskommis- sar des Auswärtigen, Tschitscherin, in Frankfurt am Main plötzlich gestorben sei, sind, wie von best unterrichteter Seite mitgeteilt wird, unzutreffend. ____________
Der Staatsstreich in Litauen.
Man erwartet Kämpfe zwilchen der bisherigen Regierung und den fasz'stischen Staatsstreichlern.
Nach einer Meldung des „B. T." aus Könias- berg ist die Grenze bei Eydikubnen gesperrt worden. Während ganz Kowno sich in der Hand ^e§ Militärs der neuen Regierung befindet, ist der Grandberg von einem der Regierung treuaebliebenen Regiment besetzt. Man erwartet Kämpfe.
Nach Informationen, die die litauische Gesandtschaft in Berlin in 'Pater Abendstunde aus Kowno erhalten hat, bewahrheiten sich die Gerüchte von Strabenkämpfen nicht. Die Regierung Smetona taffe feiten Fuß. lieber d'e weiteren Mitglieder der Regierung ist zunächst noch nichts bekannt, außer bet Tatsache, daß der Direktor der Posttischen Ab- «eiliing im litauischen Ministerium des Aeuße>en Balusts interimistisch bie Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übernommen hat. Zugleich wirb kategorisch erklärt, daß bie neue Regierung alles vermeiden werbe, was zu einem Konflikt mit Polen Anlaß geben würbe.
ms Schleudern und fuhr o heftig gegen einen Baum, daß er umstürzte und in den Ghauffeenraben fiel. Richter zog sich zwei schwere innere und äußere Ver- letzunaen zu, daß er bereits mähten'» des Transports zum Äranfenhaufe starb' Se n Begleiter, ein In- nenieur Franz Stolze a»S Berlin, wurde bewußtlos ins Krankenhaus ein eliefert. Auch er hat o ichwere innere Verletzungen erl-tlen, daß fein Zustand als bedenklich gilt. — 11 dem Orie Metternich bei Koblenz fuhr ein Mö eiautomobil gegen ein Gast- hauS. Eme Person wurde gelötet, zwei erhielten lebensgefährliche Verletzungen.
Gerechte Strafe.
4 Monate Gefängnis wegen Verherrlichung der Erzberqermörder.
Vor dem Großen Schöff ngericht in Magdeburg batten sich der Verfasser des bie Rathenau- und Erzbergermö'der verbertlichenden Artikels in ber .Standarte' und der Verantwortliche Redakteur dielet Stablhekmz ei tlchr ist zu verantworten. Die Anklage war auf Grund des Rrpublikschnhrefetzes erhoben worden. Redakteur Schwarz wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Ver- Handlung geaen den Verfasser des Artikels Schau- necket wurde vertagt.
(Es tritt zurück, weil Deutschnationale und Sozialdemokraten mit den radikalen Flügeln gegen es stimmten. — Parteitaktik hat wieder einmal über vaterlandsinteresse triumphiert.
Einbruch in ein Postamt. (Eig. Funkm.) Bef einem Einbruch in ein Postamt zu Görlitz sind den Tätern außer einem kleinem Barbe'rag Post wer'zeichen im Betrage von etwa 30000 RM. in die Hände gefallen.
Der Mikado gestorben?
wtb. pari», 18. Dez. (Eig. Funkm.) Wie der „Matin" feststellt, hat die japanische Botschaft in Paris noch keine amtliche Bestätigung des in Lon- don verbreiteten Gerüchts von dem Tode des, des Kaisers von Japan, erhalten.
Parlamentsreformplane in Italien.
Die ,Tribuna' ofaubt, daß die Kammer bereit? im Januar oder Feb'uar wieder zulawmentreien wird, um die Etats zu Geraten. Das Bla't deutet an, daß bie Sitmna des Faschistischen Großes Rates, "ie in den ersten Tonen des Januar stattfinden wird, sich mit ber Frage ber Umwandl"nq bet Abgeordnetenkammer in eine Korporative Kam- mer belchäftwen werde.
Die ,Tr bima' erinnerte in diestm Zusammen« 'ana an Worte Mussolinis, die dieser jüngst einem Vertreter eine? sDomerckanischen Blaues gegenüber -eiprochen hat: Unser Ziel ist ein Ko Pergtiv-Staa . Es ist abstird, baß e n Mann, bloß, weil et 21 Fabre alt ist, das Recht zur Abst mmung über Staaisge- (hafte haben ’oH. An ber Leitung unb Verwaltung des Staates ioll'en nur diejenigen teilnebmen, bie beiten produzieren und irgendwie den Staat durch ihre Arbeit fö bern. Wir wollen, so fügte Muffo- l'ni hinzu, eine ko-porauve Kammer ohne Oppo- ütion haben. In ihrem Leitartikel tritt die ,$ri« buna' für das Projekt ein.
Alle diese Auslaffunaen zeigen: Ein heilloser Wirrwarr ist geschaffen und zwar ist die letzte Verwirrung größer als die erste. Niemand weiß, was werd»u soll. Nach parlamentarischem Softem muß der Ruf zur Bildung der neuen Regierung A u e rft an die Sozialdemokraten gerichtet werden. Aber schon in einem früheren Fall haben sie sich diesem Ruf entzogen. Es widerspricht aber ganz "nd gar dem parlamentarischen Snstem der Gedanke, «ine Regierung zu stürzen ohne zu wissen, tnos danach kommt und ohne selber bereit zu fein, die Verantwortung zu übernehmen. Die Deut sch» nationalen hoffen, daß nun ihre Stunde gekommen ist. Aber auch das ist noch lanae nicht ausgemacht. Jedenfalls stehen wir nunmehr wie- b»r am Anfang einer wahrscheinlich sehr lange an- dauernden und sehr schwierig zu lösenden Krise. Viele Wochen werden darüber hinweggehen, bis sie gelöst ist. Ungemein wichtige inn°n- und außen- nontifche Fragen, die dringend der Erlediaung und Lösung harren, werden durch die nachgerade bei uns Üblich gewordene Meihnachtskrists in den Hintergrund geschoben. Fürwahr. Das Zentrum hat gut daran getan, eine klare 6ntf*eihuna her» beizuführen und vor dem ganzen Lande aufzu- zeigen, wer die Verantwortung für das Geschehene trägt. Diejenigen, die die jetzige Regierung ge= ri,"r*t haben, müssen nun aber affe Folgen, die aus diesem unheilvollen Entschluß für die Gesamtheit non VoK und Vaterland zu besorgen sind, Rechenschaft geben.
Die Führer beim Reichspräsidenten.
wtb Berlin, 18. Dez. (Eig. Funkm.) Wie das Wolffbüro erfährt, empfing Reich präsident von Hindenburg heute vormittag den Fraktions-Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, zu einer Besprechung, in der die durch die gestrige Abstimmung durch den Rücktritt des Kabinetts geschaffene Lage besprochen wurde. Im Anschluß daran hat der Reichspräsident Führer der größten Parteien des Reichstages, Hermann Müller für die So- zialdemokaten, von Guerad für das Zentrum und den Grafen Westarp für die Deutschnationalen zu sich gebeten. Diele Besprechungen haben zunächst nur informatorischen Charakter. Von gut unterrichteter Seite wird versichert, daß eine Beauflagung mit der Regierungsbildung heute nicht in Frage kommt. Es ist auch nicht anzunehmen, daß sie noch vor den Feiertagen erfolgt. Vielmehr dürfte der Reich'Präsident zunächst einmal bis in den Monat Januar hinein warten, damit inzwischen die Verstimmungen, die aus der gestrigen Entwicklung entstanden sind, Zeit haben, einer ruhigeren und sachlicheren Beurteilung Platz zu machen.
Letztere Darlegung beweist, daß die Sozialdemokraten und die Deutschnationalen, die Kabinettstür- zer, garnichtinderLage sind, jetzt die Folgerungen aus ihrer Abstimmung zu ziehen und das neue Kabinett zu bilden. Sie müssen jetzt warten, bis die „Verstimmungen" gewichen sind.' Die Sozialdemokraten und die Deutschnationalen sind „Politiker" auf die Deutschland „st o l z" fein kann.
der Ehaiissee nach Könmswusterhansen aeriet ... Wagen des Berliner Kaufmanns Waldemar Richter
Nach Informationen des „Berliner Lokal-Anzei- Sers" beabsichtigt der Reichspräsident, zunächst vn!fle informatorische Besprechungen zu führen Zu ^sem Zweck sei für Samstaa vormittaa der Füh- br der vofksparteilichen Fraktion, Aba. Scholz, zum ^«hsvräsidenten berufen. Cs fei damit zu rech’ ^".daß bann auch die Abga.Graf Westarp und Her- Monn Müller und vielleicht auch noch andere Par- "Aentarier vom Reichspräsidenten empfangen wer-
Cs werde sich jedoch dabei voraussichtlich ledia- x* um orientierende Unterredungen bandeln, denn J* Betrauung eines für die Kabinettsbildung in «nrocht kommenden Politikers bzw. Parfamen- r'ers fei für die nächsten Tage noch nicht in Aussicht genommen.
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h »Deutsche Tages,eituna" schreibt unter der nhu riFt: »Der Weo ist frei!" Durch das aeftriae reitree Eingreifen der Deutschnationafen ist die Be- williakeit zur Teilnahme an der Verantwortung mit 5°^ unterstrichen worden. Denn sie haben da- D- - iolen Punkt ihrerseits überwinden helfen
wachste Initiative liegt beim Reichspräsidenten OuA >5 "Kreuzzeituna" betont: Im Vorderarunde kommenden Verhandlungen über die Re"ie- hen^.°'idung wird der Sckmtz der Reichswehr fte- frot; ö e unter keinen Umständen der Soziald-mo- snd, ""^geliefert werden darf. Die große Fülle zurg^ innerpolitischer Erwägungen tritt davor jJuj bie „D A. Z." erklärt, daß die Bereitschaft ____deutschnationafen zur Beteiligung an der Re-
®eQn »Ostpreußischer Bauernbund". Die als Öftere, &es Landbundes feit mehreren Jahren in tetecR*8en. entstandenen einzelnen bäuerlichen und üblichen Verbände haben sich, wie der De- "Nche Zeitungsdienst meldet, zu einer Ver- unter dem Namen „O st p r eu ß i f ch e r k n b u n b" zufammengefchloffen.
Mtionafen für das Mißtrauensvotum gegen das Gesamtkabinett stimmen werden, um die notwendige Klarheit zu schaffen.
Der sozialdemokratische Mißtrauensantrag wurde dann mit 249 gegen 171 Stimmen angenommen. Dagegen stimmte mit den Regierungsparteien nur die Wirtschaftliche Vereinigung. Die Minister verließen darauf den Sitzungssaal. Nachdem noch unter anderem die Vorlage über die Einstellung des Beamtenabbaus angenommen war, vertagte sich das Haus bis zum 19. Januar.
Wie etwas später amtlich bekannt gegeben wurde, beschloß das Reichskabinett auf Grund der Abstimmung des Reichstages, demHerrn Reichspräsidenten seine Demission zu überreichen und beauftragte den Herrn Reichskanzler, dem Herrn Reichspräsidenten die Rücktrittserklärung zu Überbringen. Der Herr Reichspräsident nahm die
Rücktriktserklärung
. entgegen. Er dankte dem Reichskanzler für feine und der Reich-minister bisherige Arbeit unb beauftragte den Reichskanzler und die Mitgliederder Rstchsregierung mit ber einstweiligen
Forfführunq ber GefchSffe.
Der Reichskanzler erklärte sich namens des Kabinetts hierzu bereit.
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Die „Nationalliberale Korrespondenz", das parteiamtliche Organ der Deutschen Volksparte! schreibt zum Sturz des Kabinetts Marx unter anderem: „Die TOnberheitsreaierung ist ge- fOUen, nicht well ihre politische Leistung versagt hätte, sondern weil die Parteien rechts unb links firf) in dem Drange, zur Macht zu gefangen, zu tgrctn Sturze z"'ammenfanben. Die Deutschnationafen hatten die Gewißheit, daß die Deutsche Dofksvartei für eine Erweiterung der Regierung noch rechts eintreten würde, wenn die Partei d»s Grafen Westarp zur Abwehr der fo’iaffremofrotifrhon Anträge beioetraoen hätte. Auch Reichskanzfer Marr baffe d»n D-utlchnationa- fon "rfrnrt. baß ein Kabin-ft der G r 0 ß e n K 0 a li- iion jetzt nicht in Frage komm-n könne Trotzdem hat die Deutschnafionafe Vofkspartei «n Weg der äußersten Opposition bef*ritt8n, ohne Rücksicht auf die innen« und außenpolitischen Folgen Die Deutsche Dolksparei, die in jedem Sia- mum der Derhandfunaen das Ziel der Schaffung einer traofähigen Regierung im Auge dehasten hat, lehnt jede Verantwortung für die Krise ab."
gierungeverantwortlichkeit unverändert andauere und daher Berücksichtigung afs wesentliches Moment der Verhandlungen erheische.
Der „Lokal-Anzeiger" hebt hervor: Daß der Kurs der Außenpolitik unverändert bfeiben muß, wird von den meisten Parteien für selbstverständlich gehalten.
_ Die „Tägliche Rundschau" sagt: Bei den gegenwärtigen politischen Verhältnissen ist es aant unmöglich, eine Regierung unter Umgehung der Mitte M bilden. Deshalb ist auch ber Gedanke der W e I- marer Koalition überhaupt nicht diskutierbar.
_3n der „Germania" beißt es. das Endresultat wäre also dieses: Beide Flünelparteien haben gesündigt unb parteipolitische B-benken über staats- politische Gesichfsvunkte gestellt. Daraus ergeben sich für das Zentrum bestimmte Richtlinien. Es ist in feinen Entschlüssen völlig frei, nach feiner Seite hin gebunden und kann feine Entschließungen in voller Unabhängigkeit fassen.
Das „B T." sieht den einzigen Ausweg aus der Krise in der Wiederherstellung derselben Koalition mit anderen Personen und mit dem Ziel, die Große Koalition später zu bilden.
Der „Vorwärts" schließt seine Ausführungen mit den Worten: Läßt sich das Zentrum nicht zum Bürgerblock zwingen, dann bleibt nur zweierlei: Es muß mit der Sozialdemokratie regiert werden, oder der Reichstag muß aufgelöst werden.
Der Artikel der „Roten Fahne" ist eine einzige Angriffsfanfare gegen die Sozialdemokrä- t i e wegen deren Koalitionsbereitschaft.
* Eine halbe Million Lohnaelder aeranbt. In Homberg i. d. P^alz kamen abends zwi'chen 5 unb 6 Uhr vier unbekannte Männer auf ber Schacht- anlooe ber in französischem Besitz befindlichen Grube ^rankenholz unb verlangten von dem Beamten Callet d'e Schlüssel vom Büro und zum Kassen» schrank, was bieder verweigerte. Daraus schlugen >bn bie maskierten Räuber nieder, knebelien ihn unb schleppten ihn in ein nahegelegenes Gehölz. Die Räuber drangen bann in die Bmoräume ein, sprengten den Kassenschrank und raubten daraus eine Halbe Million LoHnaelder, worauf sie das Weite suchten. Zahlreiche Polize-beamte sind ans den Beinen, um der Täter habhaft zu werben.
* Etne Halschmiinzerbande festgenommen. (Eig. Funkm.) Die Hallelche Kriminalpolizei hat eine Falfchmünzeibande festgenommen und sämtliche Maschinen, die zur Herstellung von falschen Dreimarkstücken dienten, belchlagnahmt.
* Ein Berliner Vorortzug entgleist. (Eia. Funkm.) Bei der Ausfahrt ans dem Schlesischen Bahn of in Berlin entaletsten heute vo mittag zwei Wagen eines nach Friedrichshagen ausfahrenden Vorort- zu es. Personen sind nach den bisherjaen Feststellungen nicht verletzt worden. Der Sachjchaven ist geringfügig.
* Ein Meteor bei Bremen niebergeaangen. (Eig. Funkm.) Samstag morgen ging bei Bremen beim Dowentor ein Met or nieder, das plötzlich durch einen FeuerftraHl sichtbar wurde und zur Erde niederschoß. Tie Einschlagsftelle zeigt eine etwa 21/» mir. tiefes und V« mtr. breites Loch.
Klare Bahn:
Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
Die Zentrumsfraktion des Reichstags hat in der gegenwärtigen Krisis eine erfreuliche entschiedene und klare Linie befolgt. Sie hat klare Bahn geschaffen. Sie nahm das Risiko eines Sturz»? des Kabinetts auf sich, um endlich einmal eine Reinigung des innerpolilischen und innerparlamentarb scheu Lebens herbeizuführen.
Damit Hat das Zentrum erneut seine Unabhängigkeit und Selbständigkeit nach allen Seiten bin dokumtiert Es war für das Zentrum, nachdem die Sozialdemokratie diese unfinnige und unkluge Politik getrieben hat, unmöglich, mit links noch weiter zu verhandeln, es war aber für das ?""trum ebenfnmenta mnoHrb, nun mit ein»m Male, wie es die Deutsche Volkspartei wünschte, mit rechts in Unterhandlungen zu treten. Das Zentrum lehnte es als unwürdig ab. um hie deutschnationalen Stimmen- zur Rettung de? Kabinetts zu betteln. Es wußte deshalb auch bas Ansinnen der Deutschen Vnte«r>e,rt»i ahsehu-n. bie verlangte, daß nach dem Schaltern b»r Verhandlungen mit L'nks nun bie V»rhanbll,r»aen mit Rechts gufgenommen werden sollten mit dem ?»"le der Ausnahme ber D»iitsch"atior>alen in bie Regierung, falls nur die Deutschnationafen sich zu ber Erklärung bekannten, die bisher geführte außenpolitische Linie weiter zu verfolgen unb die zwischenzeitlich geschaffenen internationalen Verträge anzuerkennen.
Das Zentrum Hat demgegenüber den Standpunkt eingenommen, daß es nach ferner S»ite Hn irgend eine Erklärung abzuaeben habe. Die Politik der Deutschnationalen, di» gegebenenfalls eine Stimmenthaltung bei ber Abstimmung über bas sozialdemokratische Mißtrau-m-motum in Aussicht stellten, unter der Bedingung aber, daß mit ihnen im Januar dann Verhandlungen über den Eintritt in die Regierung gepflogen würden, konnte bie Zentrumssrakfion unmöglich Vorschub (eilten. Daß es für den Kanzler Marr unmöglich war. al? Kanzler Verhandlungen mit den D»utfchvgtionalen in diesem Sinne zu führen, Ion doch »hopfnUg w,s ber Hand. Unb die Zentrurnsfraktion formte sich auch dazu di- bisher von Marr geführte
•e’itif, die bei allen Parteiirltav»'--' !wieder volle Billigung gesunden Hat, zu fesanouneren und nun plötzlich nicht mehr eine Positif ber Mitte, sondern eine einseitig nach rechts orientierte Politik zu machen.
Mit voller Ei n m u f i a t e i t hat deshalb hie Zentrumsfraktion des Reichstag? noch ein»r Debatte, die auf voller Höhe stand, sich auf den Stand- punkt gestellt, daß lieber die Regierung gestürzt al? eine Politik gemacht werden soll, bi» nur zur Verlängerung der Unklarheiten und damit der Verwirrung beigetragen hätte. Iw parlamenfarif*»n Snstem kann ein Sturz der Regierung ein sehr heilsames Reinig>'--ntzbab fein. Den Sozialdemokraten mußte nachdrücklich vor Auaen geführt werden, was sie angerichtet haben und die Deutsch- nationalen mußten erkennen, daß es nicht ungestraft angeht, eine unsachliche Politik zu machen, denn die mtfcfmationalen hohen zum Sturz des Kabinetts mindestens ebenso vi»| beigetragen wie bie Sozialdemokraten, denn sie haben, nur um ber Regierung Schwierigkeiten zu machen, in ber letzten Zeit eine ganze.Reihe von unsinnigen Beschlüssen. die teilweise von den Kommunisten gestellt wurden, z ii g e ft i m m t, obwohl sie innerlich über die Undurchführbarkeit, ja über die schweren Schäden unb Gefahren dieser Beschlüsse überzeugt waren. Sie haben damit selber den ft»rfft»n Beweis dafür geliefert, baß sie noch nicht die nötige Reife für eine sachliche, den Volksinteressen entsprechende Politik haben. Die beiden Fsiigel- vorteien mußten zu der Erkenntnis geführt werden, daß bei den gegenwärtigen deutschen politischen und parlamentarischen Verhältnissen eine andere Politik als die der Mitte garnichf möglich ist. Dem Zentrum ist es zu danken, daß mit aller Klarheit und Deutlichkeit der gesamten Öffentlichkeit im Lande diese Wahrheit vor Augen geführt wird.
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Anzeiger für die Stadl und den Kreis Fulda. Amlliches Kreisblalk.
Sonntag, 19. Dezember 1926.
Zahrg.53.
Erschein! sechsmal wöchenilich Wochenbeilage: „Slluftrierte Beilage' und „Bucheniilätte?' Rokatlonsdruck und Verlag der «tzuldaer Aetiendruckerei tn Fulda Fernsprecher Nr. 9.
:- Monatlicher Bezugspreis 1.50 MI
Anzeigen» Preise Kleinzetle (Colonel) lokal 0,15 JLX, auswärts 0.20 JU Neklomezeile: lokal 0,60 jRJl, auswärts 0,80 JLjH Bet Wiederholungen Rabatt. :« Posticheckkonlo itzranktiirl a M Nr 4051