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Jtr. 287.
Sonntag, 12. Dezember 1926.
Erscheint sechsmal wöchentlich Wochenbeilage: .Illustriert» Beilage" und „Buchendläller" Rotationsdruck und Verlag der Kuldaer Actiendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9. :* Monatlicher Bezugspreis 1,50 Mk :«•.
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uldaerZertung
für die Stabt und den Kreis Fulda. Amkllches kreisblalk.
Sie deutschen R-Wungen als Ctceitpuukt
stillen Koalition
wirlschaftsfragen.
der d-s
Der deut'ch-italienisfve vettraa.
Die Meldung der Schweizerischen Depesch»naaen- tur über die angeblich bevo'r: ß-nde Unterzeicliw'ng eines deutsch-itlienischen Schiedsverfraaes ein den Tatsachen noraus. lieber ist lediglich hte FesOe- gung des Textes in Ißorbereihmq. Ein Termin für die Nnt-rzeichnuna des Schiedsvertrages ist noch nicht in Aussicht genommen.
v'e wethnacbtsbetbiife.
Nach Mitteilungen der Blätter machen die Weihnachtszulagen für die Beamten eine Ausgab» von 60 Millionen erforderlich. Die entsprechenden Aufwendungen für die Kriegsbeschädigten erfordern 23 Millionen; dazu treten noch die 25 Millionen, die das Neichskabinett unter dem starken Druck dyr Zentrumsfraktion für die Sozialund Kleinrentner und die mehr a's 26 Wochen Erwerbslosen bewilligt hat. Die Aufwendungen für die Länder- und Gemeindebeamten werden etwa 70 bis 75 Millionen ausmachen. Für die Postbeamten werden etwa 16 Millionen aufgewendet werden muffen. Die Ansprüche, die an die Reichsbahn gestellt werden, lassen sich nicht genau abschätzen.
*
Nachdem die Frage der Weihnacktsbeihilfe für die Reichsbeamten soweit geklärt ist. ist, rote WTB. erfährt, damit zu rechnen, daß die Reichsbahn sich der Regelung des Reiches anschließen wird. Das Direktorium hat den Mitgliedern des Berwal- tung-rates eine entsprechende Grundfrage vorgelegt und darum gebeten, sie bis zum 15 ds. Mts. zu be- antworten. Auch die Reichsv ost wird sich dem Vorgehen des Reiches anlch'i-ßen. Ihre Beihilfe wird ebenfalls aus eigenen Mitteln getragen.
Reichsa"ßenmmister Dr. Strefemann erst'chte den deutschen Gesandten in Oslo, tele-^anli'sch be*~ Nobelvreiskomitee be5 Starken a? den Ausdruck fei ne§ Tantes zu übermitteln. Strefemann betrachte" die Entsche'dung des Nobefvi'ei^ansfchustes ^"-mrolle Anerke^'-n-, feiner T-unöhtmaen um die Förderung des Weltfriedens und des allgemeinen Wiederausbaites.
. Chamberlain sandt» ein Telegramm, fr, dem er Ktnen Dank für die fhm zuteil nenwhere große Mre znm Ausdruck brinck und die Mitarbeit der normen Staatsmänner rühmend hervorhebt.
Auch Briand erklärt in seinem Telegramm, er e t 1 e o-t'e'en E u"g d en um'o
höheren Wert bei, weil sie die Anerkennung der wertvollsten Bestrebungen seiner öffentlichen Laufbahn bedeute.
Der amerikanische Gesandte erhielt em Tele gramm des Vizepräsidenten Dawes, in dem dieser erklärt, die ihm zuteil gewordene Auszeichnung stt em Zeichen de§ Wertes, den man dem von den Mitgliedern deS ersten Sachverftnndi-'enkom't'es in gemeinsamer Anstrengung geschaffenen Werk beilege.
Hmferbliebmensürlarge deS andalstschen HerzoaS- hauseS in Höhe von eiroa 700000 Mark jährlich.
* DaS Befinden des rumänischen Königs. Nach dem letzten Bulletin verbrachte der König eine ante Ds* Temperatur betrug 36,4, der Pulsschlag 66. Tte Nch.unaSaufnabme ist sehr befueoigenb. Ter allgemeine Zustand ist aut.
ten dargebracht werden, gab Dr. Strefemann Presse folgende Erklärung: Die Verleihung Nobelfviedenspreises ist mir eine aufrichtige Freude und Genugtuung. Ich sehe in die'em Ereiignls weniger eine perkönlicke Ehning für die Außenminister Englands, Frankreichs und für mich vielmehr betrachte ich die Entscheidung als Symbol der Anerckennung, die die Welt der Politik zollt deren Anfang durch die Namen London, Locarnn Genf und Thrcry gekennze'ckmet ist. Das Ziel dieser Politik ist der dauernde Frieden und das Wohlergehen der Völker. Wird dieses Ziel erreicht werden? Ich vertraue darauf, solange Männer we- Vr-anst und Chamberlain die Geschicke ihre'- Völker leiten, zwei Männer, die aufrichtig und unter Einsetzung ihrer ganzen Persönlichkeit ein- wirkliche Verständigung erstreben und d»ren große Verdienste um den Frieden der Welt bereits gesch'Mliche Tatfachen find.
Die Balkan-Hraaen.
Wahlergebnisse in Ungarn.
Die bis 11 Nhr nachts eingelaufenen Wahlergebnisse verteilen sich der Parteirichtung nach folaendermaßen: Gewählt wurden 159 Abgeordnete, hiervon sind 129 Anhänger der einheitlichen Regierungspartei, 19 der die Regierung unter- stützenden Christlich-sockalen Wirtschaftspartei. 4 Parteiloser, 2 Rassenlchützler, ein oppositioneller Legitimist. In 4 Bezirken kommt es zu Stichwahlen.
Zum Tode paschilschs.
Alle führenden radikalen Abgeordneten waren beim Tode Paschitschs am Sterbebett anwesend. Der Ministerrot ist in Permanenz. Usunowitsch und Dawidowitsch wurden vom Könige zu einer Besprechung der innerpolitischen Lage empfangen.
Ein ikalienischer Schritt In Belgrad.
Rach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Belgrad verlautet in dortigen politischen Kreisen, daß der italienifche Gesandte in Belgrad im Auftrage Mussolinis dem Vertreter des südslawischen Mini- ters des Aeußeren anheimgegeben hat, Südflawien möge sich den i t a l i e n i s ch - a l b a n i s ch e n Abmachungen anschließen.
In der Genfer Besprechung der Rbeinvaktmächt- f..--,-.b et-ni sth- Aitßenmmfl»er Dander Velde Driand, Chamberlain und (strefemann r herzlichen Wendungen zu her Zuerkennung des Friedenspreises der Nobelsti'tung.
(Thamberlain oab anläbl'ch der Veel<-fbuug h-» Friedensnreiles der Vrelle fol-enh- ng: „3X fühle mich sehr geehrt durch die Z terkennnng de- Friedensvre'fes, well dieser füt das in Locarno vollbrachte Werk das Sieoel internationaler Genehmiguna daicktxn^t a>'e Terfret-r Vorst eben Mächten haben zu den dort errechnen Er-eb m'fstn be>etra<ren, aber der größte Teil sedweden Verdienstes darf von Br'and und Strefemann beim sprucht werden und es ist mir eine doppelte Freude daß mein Name mit den färben d»rch die Z--r kenmmg des Friedenspreises verknüpst worden fft."
. Reichskanzler Dr. Marx hat an den Reichs Minister des Auswärtigen, Dr. Strefemann,, folgendes Telegramm gerichtet:
,, -L»r Derl ibung des Nobelfriedens"reises spreche ich Ihnen meine und der ganzen Reichsre-stermm " 'r-chtigsten Glückwünsche mis. Wenn auch das Ziel der von Ihnen feit Jahren erfolgreich aesühr ten deutschen Außenpolitik vornehmlich die haldioe und endgültige Befriedung unseres Vaterlandes ist, so erblicke ich ht dieser Auszeichnung das Airerkenntnis der Weltöffentlichkeit, daß die deutsche Mitarbeit an der Weltpolitik zugleich dem Frie- den der ganzen Erde dient.
( gez. Reichskanzler Dr. Marx." •
Die Friedens-Nobelpreise betragen, wie wir er- fahren, je etwas über 60 000 schwedische Kronen. f.ffoJxVa$ernb 70 000 Mark. Dadurch, daß die Pre.se für die Jahre 1923 und 1924 nicht ver- Ttebeu sondern zum Kapital geschlagen worden sind, hat sch bte Summe der Preise, die trorüber- 3^b nacf> dem Kriege gesunken war, wieder annähernd auf die Dorkrregshöhe vermehrt.
de», 5?rtro9 zw scheu b-m herzorlichen Hause und
Hau!» 5^. Inhalt. Zwischen dem beqoilieben . taltlirs h dem anbatiifben Staate wurde darbe-
foiniüpri ■ uehmiaung beS anbaltischen Staats- folgend r Vertrag gefcbloff n: Tas I UüOo übereignet dem anhall' chen Staat
l i.Jorflen Wald und die Schlösser Dessau, , W^wol'le mn!'"baum, L -ifenum bei Dessau,
Das Ende der
Aus dem Reichstag wird uns gefchrieben:
Ä ^den schon lange keine Krise mehr gehabt! Betzt ist sie wieder einmal da, ausgerechnet vor W e i h nach t e n In der nächsten' Woche, wenn die dritte Lesung des Etats stattfindet, wird sich zugleich aber auch das Schicksal der gegen- roartigen Regierung entscheiden. So will es die Sozialdemokratie!
Die französische l)eererreform.
j,„?-r Heeresausschuß der Kammer hat eine Si- Äh? °bgeba!ten, in der er sich mit den die neue tim. reform betreffenden Gesetzesvorlagen beschäf- qp9’^: Der Berichterstatter des Ausschusses, der 2lb- bie e1ete. tfabrt), wies auf die Wichtigkeit und auf «ii.^Gierigkeiten des Entwurfes hin und schlug r-arHk Ehe D-n Masiiohmen vor, d»e unverzu stich
lfen werden mußten, um eine Herabsetzüng W e Dienstzeit zu ermöglichen.
jz,L°bry schloß mit einem Vergleich mit den mili- ienh >en Streitkräften der übrigen Länder und be» bei* rt ^er Nachbarländer Frankreichs. Er for- vostn 6ic Regierung den Bericht über die Ent- }aJ,nunS Deutschlands dem Heeresausschuß der ir,u^‘Ut 3ug:.)e:i loste Dieser Vorschlag Faoros irren Oom Heeresaurschuß einstimmig angenom-
Südtirol.
Der neue Präfekt von Bozen tritt, wie die „Inns- brurfer Nachrichten" berichten, am 16. Dezember sein Amt an. Es geht ihm der Ruf voran, daß et deutschfreundlich gesinnt sei und die Rechte der Deutschen in Südtirol achten wolle. Er soll entsprechende Weisungen von Mussolini erhalten -laben.
Aus Bo»en wird den „Innsbrucker Nachrichten" berichtet: Die Abgeordneten Tinjl und Sternbach richteten anläßlich der Schaffung der Provinz Bozen an Mussolini ein Telegramm, in dem die Unter» 'eigneten die Schaffung der Provinz im Vertrauen darauf begrüßen, daß sie die Grundlage für eme möglichst freundliche Zusammenarbeit sein werde.
* Der russische Volkskommissar für auswärtwe Angelegenheiten, Ttitscherin, ist in Frankfurt ^ing^rofsen. E^hot sich seines Leidens wegen in bie Behandlung von Prof, von Noorden begeben.
« .^,lt,e*ber« befoh'en. Der rheinische Großindustrielle Dr. Sil verberg winde nackw in einem Berliner Hotel Unter den Linden be- hohlen. Er batte am Tonne* Siaz abend die Tür seiner Badestube nicht obgeschlosien. Diese Gelegen- beit benutzte ein Dieb, um sich durch das Bade- zimmer zu ichleichen und dem Jn>ustr'ellen auße, seinem Personalausweis für das besetzte Gebiet und seinem Jagdlchstn die goldene Uhr und die Rrief. lasche mit 1000 Mark zu stehlen.
noch bei den Genfer Verhandlungen wellt und feint Rückkehr nach Berlin und die persönliche Vertre- tung seines Etats im Reichstage abgewartet werden muß.
Ob diese Krise nötig war, darüber mögen sich Andere Gedanken machen. Wir müssen uns in die- fern Augenblick mit ihrem Bestehen und mit den politischen und parlamentarischen Folgen, die sich aus diesen Dingen ergeben können, befassen. Es geht um viel mehr als um Arbeitszeitgesetz und Reichswehrfrage. Und erst recht um viel mehr und um ganz Anderes als um die Rede des volks- parteilichen Führers. Es geht um die Macht im Staate. Ganz zielbewußt haben die Sozialdemokraten das Reichswehrproblem iyste- matisch feit Monaten in den Vordergrund ihrer Debatte gestellt. Es ist ein billiges Veronugvn, ge- wisse Vorgänge, die in den letzten Wochen Gegen- stand öffentlicher Debatten waren, herau-zustellen als Dokumente, welche die Staatsfeinds,hast der augenblicklichen Organe der Reichswehr beweisen I sollen. Sicherlich gibt es darunter viele Dinge — und wir haben es an dieser Stelle ost genug au-- gesprochen — die keineswegs zu billigen sind und die schärfstes Durchgreifen erfordern. Aber ceiabe 'm Fa"e Generals Seeckt hat der gegenwärtige RelchsmiNlster bewiesen, daß er seiner Aufgabe gewachsen ist. Man muß sich aber auch einmal vor Augen führen, was es bedeutete, ein Heer der Republik zu schaffen mit Kräften und Elementen, die unter ganz anderen Verhältnissen groß geworden sind und die mit einem ganz anderen Regime verbunden waren. Rückschauend kann man zugeben, baß diese Art der Schaffung einer bewaffn sten lNacht für den neuen Staat ein ganz außerordentlich schweres Experiment bedeutete, das aber heute als durchaus gelungen bezeichnet werden darf, sonst hätte man von Anfang an mit ganz neuen Kräften ein Heer rekrutieren müssen und man wäre da zur Nachahmung des österreichischen Musters gekommen. Es hat den Anschein, als wenn die Sozialdemokratie mit ihrer Taktik h-u,e noch dieses österreichische Muster verwirklichen wollten. Aber ganz abgesehen davon, daß sich die österreichische Heereseinrlchtung in keiner Weise bewahrt hat, würde die Verwirklichung der sozialde- rnokratischen ^'bsichten in dieser Beziehung zu »iner ungeheuren Gefahr für den Bestand des Staates selber werden.
Es ist im Rahmen dieser Darlegungen nicht möglich, dieses ganze wichtige Problem in allen sei- neu Auszweigungen anders als in loser Ski-ze zu zeichnen. Aber man erkennt, daß es üch ‘atfädi(im um große und prinzipielle Mochtfragen handelt, die jetzt zur Debatte stehen, und daß der Kampf um bie Macht im Staate ausgetragen werden „uß unter dem Zielpunkt, ob wirklich nur eine einzige Partei sich zum Gewalthaber etabliert oder ob das Gemeinschaffsinteresse auf der Grundlage der Zusammenfasiung aller positiven Kräfte im Staate richtunggebend für unsere Arbeiten fein soll.
Das ist der Sinn der gegenwärtigen Krisis und daraus ergibt sich auch die Bedeutung, die ihrem Ablauf zuzumegen i& ~ '
* Vollwaene Hinrichiuna. lEia. Funkm.l Ter 23jährige Herbert Gl ittmann, her im Januar M. IS. vom Brcmnschweiaer Sri hntroeridif w-aen MorveS an einem f-ebenjä'riaen Mädchen »nm Tobe nnö wegen 'Worüber n-h m 6 Jahren Z>'ch,hans verurteil!wo den war, ist am Samstag in Braun« ichweig bimerirhtet wwden.
* Erdstöße in 6 ule. in mehreren Stäbfen von Nordchile, be oiderSIn Eoprägo.stnv flattere Erd- stö^e Der p"irt worden.
Es gahrt und brodelt freilich nicht erst feit ge» ftern oder heute fm varlamentarifchen Hexenkessel. Schon seif langem ist eine schleichende Krisis in der Entwicklung. Man glaubte ihr wehren zu können mit dem Experiment der sogenannten „stil- en Koalition . Nur ein paar Tage hat dieser Ver- such vorgehalten, und er ist eigentlich nur in einem einzigen Falle praktisch geworden. Das war da- mals, als es sich darum handelte, die Erwerbs- losen f r a ge in einer tragbaren Form zu erle- digen. Die Regierungsparteien hatten sich damals mit den Sozialdemokraten dahin geeinigt, daß über fragen bestimmter Art zuvor eine Fühlungnahme U der ozialdemokratischen Reichstagsfraktion Itattfinben soll, um zu vermeiden, daß in Angele- denen die Sozialdemokraten grundsätz. lich mit den Regierungsparteien gingen, ein Aus- einanöerftreben im Parlament und eine Durch- freujung ber Negierungspolitik erfolgt. Alsbald nach Erledigung dieser Frage ist aber aus volks- k Vf n ^''eisen heraus gesagt worden, öafj es solche Vereinbarungen nicht gäbe, daß jeden- falls die Dolkspartei sich ihnen nicht anschtieße. Schon diese Stellungnahme ließ das Mißtrauen der Linken, das ja immer vorhanden war, erneut anschwellen. Als nun setzt die Insterburger Rede des Abgeordneten Scholz kam, die wohl im ge- amten Lager der Regierungsparteien als eine Ab- (age an den bis dahin propagierten und auch von der Deutschen Dolkspartei unterstützten Gedanken der Großen Koalition angesehen werden mußte, drängte die Sozialdemokratie zu einer Klärung, ste will sie jetzt vor Weihnnchten dadurch herbei- uhren, daß sie von der Reichsregierung ganz be- timmte Erklärungen über ihre Politik und im be- ""deren eine Stellungnahme zu zwei scharf um- rtjnebenen Problemen, nämlich dem A r b e 11 s - zeitgesetz und zum anderen der Reichs- weh rf rage, haben will. Dieser Beschluß der Sozialdemokraten ist gefaßt worden, noch ehe die Stellungnahme der Fraktion der Deutschen Volks- Partei zu den Ausführungen ihres Vorsitzenden in Insterburg erfolgt war Diese Stellungnahme ging, ohne daß allerdings ein offizieller Beschluß gefaßt wurde, dahin, daß die Frattion die Ausführungen des Dr. Scholz billigt. Damit ist der Kampf eröffnet und wir stehen in der Tat wieder einmal in- mitten einer schweren Regierungskrise, die nicht nur eine einzelne Partei, nicht nur einen einzelnen Minister, sondern das gesamte Reichska- bineft betrifft. Wenn die Entscheidung bis zur nächsten Woche vertagt wird, so sind die Gründe nicht allein darin zu suchen, daß man vielleicht in her Zwischenzeit auf dem Verhandlungswege und durch eine Aktion des Reichskanzlers, die bevorsteht, einen Ausgleich herbeizuführen hofft, sondern vor
1 allem bar.uub.aji der ReiAsaußeg ministex
= Völlige Freigabe der englischen Sohlenausfuhr. Wie der amtlich« englische Funkdienst meldet, werden die letzten Kohlenausfiihrbeschränkungen am Sonntag um
I Mitternacht außer Kraft treten, so daß oon da ab auch I Anthrazit und Koks ohne weiteres ervortiert werde» dürfen. Die Sahl der belckäk-iaten 'Romion^ c,., letzt 800 000 “ beschauen-Leroleute kettel .
Zu der Freitag nachmittag in Paris abgehalte* tien Sitzung der Bofschafterkonferenz und zu den Verhandlungen zwischen dem interalliierten mili- tSrischsn Komitee und General Paroelß berichtet chav a s: Die Besprechungen, welche die Mitglieder bes interalliierten militärischen Komitees mit dem deutschen General v. Paroelß gehabt hatten, hätten n i d) t das erwartete Ergebnis gezeitigt. Während General v. Poroelß sich bisher daraus beschränkt habe, unter Heranziehung juristischer Gr- umgangen der Zulässigkeit der alliierten Fyrdeiun. gen betreffend die Festungen t ra Osten xeutsch lands zu bestreiten. Habe er jetzt sich lediglich auf den militärischen Standpunkt gestellt und die Th-se vertreten, daß die an den Defesti- gungen ausgeführten Arbeiten unerläßlich gewesen jgfe und daß sie trotz ihrer Bedeutung nur einen rein L e f e n f t o en Charakter trügen, der zwar den Fortschritten der modernen Technik entspreche, der aber keineswegs mit Artikel 196 des Versailler Vertrages m Widerspruch stehe. Sämtliche alli'er- ten militärischen Sachverständigen seien sich jedoch darübe" einig geroefen, daß diese Erklärungen nicht genügten. Der gleichen Ansicht sei auch e i n ft i m. mig die Bofschaft’erkonferenz in ihrer Sitzung gewesen. Sie habe daher bezüglich der Erfüllung der militärischen Klauseln des Versailler Vertrages Deutschlani' nicht Entlastung erteilen können, nicht einmal unter dem Vorbehalt der fpäte- ren Behebung der letzen festgestellten Verfehlun- gen. Die Bofschafterkonferenz habe mithin nui den Delegierten der in Genf vertretenen Mächte diese Tatsache zur Kenntnis bringen können. Sie habe nicht einen Zeitpunkt für eine neue Sitzung anberaumt.
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Aus den Berichten der Genfer Korrespondenten mehrerer Berliner Blätter ist zu entnehmen, daß der Bericht ber Botschafterkonferenz über die Entwaffnung Deutschlands nicht so ungünstig lau- tet. tote er von der Agentur Havas bargefteHt wnd. Wenn auch in dem Bericht erklärt wird, daß bezüglich ber beiden strittigen Punkte wegen der deutschen Ostbefeftigungen und ber Verstellung Bon Kriegsmaterial keine befriediaende Lösung er- roerben konnte, so läßt ber Bericht doch die Möglichkeit offen, diese beiden Streitpunkte durch M von den beteiligten Mächten abzuschlietzendes Ueberomkommen aus der Welt zu scha'fen und zwar, daß man fite durch ein Schiedsverfahren ober durch diplomatische Verhandlungen erledigt. « - Entscheidung liegt also nach den erwähnten Genfer Benichten nunmehr bei den in Genf versammelten Außenmin istern.
Der Üölherbun6srat.
3n feiner Freitag^itzung erledigte der Rat zahl- reiche Punkte seiner Tagesordnung, sodaß nur noch mentge Gegenstände für seine nächste auf Samstag abenb 5.30 Uhr angesetzte Sitzung übrig bleiben, darunter als wichtigstes die I n o e ft i g a t i o n s> trage und die Zurückziehung der französischen gruppen aus d'e m Saargebiet. Die Si- Sung, die in ihrem zweiten Teil für vertraulich er. «art wurde, verlief ohne nennenswerte Diskussion.
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der Frage der Zurückziehung der franzö- Wn Iruppen aus dem Saargebiet war bekannk- Uch Mitte dieser Woche unter Mitwirkung der ^echtssachverständigen Deutschlands und F^ank- skich? eine Formel gefunden worden, die erlaubt 2?He, den von Frankreich geforderten Bahnschutz im t-aargebiet feinen militärifck)en Charakter zu neh- men. Die Annahme dieses Vorschlages scheint je- auf Schwierigkeiten zu stoßen, sodaß mu ber abermaligen Vertagung der Angelegenheit »erechnet werden muß, obwohl der Rat bereits mehrmals sich deutlich für die Zurückziehung ber 'Musischen Truppen aus dem Saargebiet ausge- Wn hat.
Streiemonns Nobelpreis.
Anläßlich der zahlreichen Glückwünsche, bie den Tragern bes Fviedenspreises von allen Sei-