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Für unsere Frauenwelt

e zur Zulüaer Zeitung

Nr. 284 vom 9. Dezember 1926

den Fisch

und serviert mit Salzkartoffeln.

Besorgt recMig dis Weihnachlseinkäufe!

«fiidenSWka

ruf 121

dir als

war das Schwere eine Gottessendung, großer Küiisller wirkt bas Leid.

f. Die Obst wird

dieses kleine Blümchen oder Hagebuttenfrüchte gesteckt Hier darf die Phantasie frei schalten und walten. Auch mit Flechten bewachsene Hölzer geben der Einzäunung des Ehristbaumsußes ein reizvolles Aussehen.

Die Herstellung solcher Weihnachtsbaumfüße wird gerade für größere Knaben, die gerne basteln, eine will- kommen- Beschäftigung für die langen Adoentsabend sein.

mes Zimmer zu bringen, um es aufzutauen. Besser ist es schon, das Obst in kaltes Wasser zu legen. Am richtigsten ist die Verwendung von eiskaltem Wasser, dem noch Schnee und Salz hinzugesügt sind. Das Gesäß stelle man an einen kalten Ort. wo aber die Tempera­tur nicht unter Null sinken darf. So erreicht man ein langsames Auftauen. Dies allein ist der richtige Weg, »m dem Obst seinen Wohlgeschmack und seine Haltbar­keit noch längere Zelt zu erhalten Noch dem Auftauen wird es dann zum Trocknen ausgelegt.

f. Unbenutztes Silber läuft nicht an, wenn man es durch Bedecken mit Mehl von der Luft ablchlietzt.

f. Messergriffe und Gabeln aus Zinn sehen, wenn sie geputzt werden, sehr gut aus. Es ist aber Bedingung, daß sie vor dem Gebrauch noch einmal gründlich abge­rieben werden, da sie sonst leicht schwarze Spuren an den Fingern hinterlassen.

f. Seidenpapler eignet sich vorzüglich zum Abreiben von Spiegeln und Fensterscheiben, die schönen Glanz danach erhalten.

(> \ in bester Qualmt jteffeefäaer

auch bedeckt waren von der turmhohen, weiß-gepuderten Perücke mit langen herabsallenden Locken. Schmuck­sachen von Edelsteinen paßten auch nicht zu aristokrati­schen Salondamen, die in Klein-Trianon den Tönen der Hirtenflöte lauschten und kleine, zierliche Lämmchen al' erkorene Lieblinzstierchen mit sich führten Locken, Bö>* der und Blumen umgaben die gepuderten Gesichtchen. Für Ohinnge war kein Platz Ebensowenig findet man diesen Schmuck auf den wunderschönen Frauenbildnissen der englischen Künstler Gainsborough, Reynold und Lawrence. Die Emp'rezeit machte es auch ohne Ohr­ringe. Die bildschöne Madame Röcamier trägt auf ihr-m Porträt keine Ohrringe, ebenso hatten Napoleons erst­und zweite Gemahlin keinen Ohrschmuck Die Bieder- meierzest sah jedoch mit Freuden die Ohrringe wieder erscheinen, und während bes ganzen 19. Jahrhunderts sind sie beim auch in Mode geblieben und getragen wor­den. Manchmal arteten sie auch aus! So um das Jahr 1860 waren sie Luxusaegensiände geworden von einem solchen Gewicht und solcher Größe, daß die Ohren der Damen sich davon ausreckten. Nunmehr sind sie wie­der in die Mode gekommen. Wer weiß, auf wielange?

alter Uüche.

von Bertha Witt.

Welt sind wandelbar, denn sie unterworfen, und sogar die Koch-

Steckrüben. Auch Austern gab man mit Sauerkraut und Karpfen mit Speckbrühe oder in Frikasseesauce.

Beim Braten zeigt sich die Vorliebe der alten Küche für kleines und großes Geflügel. Die Fleischschüsieln waren gut, reichlich, würzig, aber das besondere fehlte ihnen. Doch hat man einige Nebenspeisen, die nicht un- interesiant sind, etwa Pies auf englische Art, die mit den verschiedensten Ingredienzien ip einer Schüssel gebacken wurden. So bereitete man einen Milzkuchen mit lehr viel Gewürz und einer großen Portion Honig. Sehr be­liebt waren auch Bärentatzen auf allerhand Art oder Kuheuter, wobei es an einer tüchtigen Beigabe blauer Rosinen nicht fehlen durfte. Auch auf eine „kluge" Speise verstand man sich, so genannt, weil Hirn ver­wandt wurde, das sich mit Aepfeln, Eiern, Mehl, Ge­würz zu einer backfähigen Masse gestalten mußte. End­lich spielen Würste als Beigaben eine Rolle; nicht immer waren sie von fleischlichen Bestandteilen, wie etwa Brat­würste. die man in verschiedenen Saucen, süß oder zitronensauer ober geienft verabreichte; man hatte auch Würste von Krebsen, von Morcheln, Spinat und von Reis. Eier, Speck, Rosinen und scharfe Würzen mußten m Mengen hinein

Die Haupt-Gangarten waren bei großen Vögeln, sei es Kapaun, Gans. Ente Huhn, in einer Sauerkraut- pastete ober mit Mandeln u. Zibeben (Traubenrosinenl, mit Hering, Johannis- ober Weinbeeren, mit sauren Li­monen. Das Heringshuhn burfte auf keiner mittel- alterlichen Tafel fehlen, mit Hering gespickt mußte es mit auch sonst reichlichen Zusatz von Hering so lange bärnpsen, bis bie Brühe im Geschmack einer Austern- brühe glich. Kleingeflügel wurde am Spieß gebraten ober sonst auf verichiedene Art zubereitet. Unter Klein- geslügel verstand man, was in Wald und Flur sich singend seines Daseins freute, Amsel, Drosiel. Fink und Star nub die ganze Vogelschar; selbst Lerche und Nachti­gall mußten dran glauben, nur Spitzen aß man nicht, denn, so he'ßt es, „dieselben sind gar ungesund". Man konnte sie in einer Pastete, auch mit Aepfeln ober mit Zwiebeln ober mit unreifen Trauben geben, damit wur­den sie, nachdem sie schön braun gebraten, in Brühe mit Zimt, Zucker, Semmel und Rosinen ergiebig ausgekocht. Für den Winter, da man auf frische Lieferung verzichten mußte, sorgte man vor mit „eingemachten Drosseln". Aus dem Rost halb gar gebraten, wurden sie, etro-s gesalzen, schichtweise mit Lorbeer und Gewürz in ein Fäßchen ge­legt und mit Essig übergossen.

Das Geprüft ist eigentlich erst in neuerer Zeit in bie Kochkunst eingeführt worben, und obwohl schon der mainzische Munbkoch Rumpoldt, der 1587 ein berühmtes Kochbuch schrieb, einige hundert Gemüsearten und Sa­late kannte, so begegnete man solchen Dingen an und für sich doch selten Sauerkraut, Grünkohl, Rüben, mit Fleisch, Geflügel, Fisch oder feinere Gewächse in Sup­pen, Torten und Würsten verarbeitet, herrschte vor. Salate kannte man von Spargel, Sauerkraut, Aepfeln, Rettig und Zwiebeln, alles mit Rosinen, Mandeln, reich­lich Zucker, Essig und Del bereitet.

Ms Beigaben erscheinen Klöße, aufgelaufene Köche. Torten. Da waren als Besonderheiten Klöße von Speck, von Hecht, von Quart von Kirschen, je nach Art gekocht, in Schmalz oder im Ofen gebacken, und gewöhnlich zu Schweinefleisch, Potagen und Ragouts gegeben. Häufig gab man Eierkuchen mit Bücklingen. Auch eine Birnen- speise verdient Beachtung, da wurden gebackene Birnen, saure Aepsel, hübsch zerkleinert mit Pfeffer, Anis und Ei wohl vermischt zwischen zwei Brotschnitten gestrichen und in einer Pfanne gebacken. Torten, bie wir uns schwerlich ohne süße Füllung vorstellen können, siebte man bamals von ganz anberm Geschmack; alle Füllung biente Spinat, Krebsfarce, Erbensenmus ober irgend welche gehackten Kräuter. Viel Eier, Mandeln, Rahm. Zucker, Rindermark, Muskat und Zitronenlchale waren in federn Falle wesentlich Die eigentliche SrtüußpgNete waren bie sogenannten ..Aufgelaufenen Köche". Man hatte unzählige Arten, Manbelköche, Anfelköche. Reis- Leber-, Erbsen-, Möhren-, Krebs- und Oiüttenköche; sie wurden in Springformen gehörten, und Eier waren die Hauptsache, auf 20 bis 30 kam es nicht an.

Als Nachtisch gab es ein Fruchtmus, Gelee ober sonst eine süße Frucht speise; Rosinen- ober Zitrovenmus war sehr beliebt unb zählte zu den gefünbeften Speisen. Geschätzt war auch gebackener Kürbis oder Kürbis in Milch. Der bevorzugteste Nachtisch war jedoch Mandel­milch, eine Art Mandelpudding, an dem uns für unfern Geschmack nur manche überflüssigen Zutaten, wie Sem- melbrorten, Zitronenschalen, Kaneel unb Rosenwasier nicht recht zusagen werden, obwohl er uns sonst schon munden würde. Es gibt jedoch sonst wenig Dinge auf der früheren Tafel, mit denen unser Geschmack sich noch befreunden möchte, unb wir haben uns weit von den Begriffen entfernt, die damals für die Zusammenstellung eines Gerichts gültig waren.

(Etwas Über Ohrringe.

Don Maria N! e ß e n, Odenkirchen (Rheinl.).

Infolge der neuen Haarmode, bei der die Ohren wie­der sichtbar sind, werden auch wieder Ohrring- getragen. Weder sic selbst, noch ihre Form tft etwas neues; schon vor Jahrhunderten konnte man Ohrringe unb Anhängsel, bie wohl für ein Jahrzehnt verschwunben, bann aber wieder aufs Neue modern wurden. Die Gemälde alter Meister geben hiervon Zeugnis; Dürer zeigt sie uns nicht. Kein Wunder auch, trugen doch die deutschen Frauen seiner Zest die große Haube, die das Haar und die Ohren bedeckte. Ebenso findet man auf den Bildern des Mittelalters keine Flau mit Ohrringen. Und doch sind dieselben schon uralt. Wurden doch bei Ausgrabun­gen aus den frühesten Zeiten Ohrringe gefunden. Die Renaissancezell, so prunksüchtig fie auch sonst war, zählte unter ihren berühmten Malern mehrere, welche dem Ohrenzierrat wenig Bewunderung zollten.

Tizian, der Denizi-r, jedoch schmückte seine Frauen- gestalten mit kostbaren Ohrringen unb gab hierdurch Zeugnis von der Prunksiicht, die zu seiner Zeit in der Lagunenstadt herrschte. Auch Rembranbts-„Saskia" tft Trägerin kostbarer Ohrringe.

Eigenartig ist. daß die Rokokozeit in Frankreich von Ohrringen nichts wissen wollte. Weder Madame Pom­padour noch die unglückliche Königin Marie Antoinette trugen Ringe oder Anhängsel in ihren Ohren, die aber

praktische winke.

Behandlung gefrorenen Obstes. Oefrorens

Aus

Plauderei

Die Dinge dieser sind der Entwicklung fünft fügt sich diesem

So hat mit der Entwicklung der Kochkunst manches über Bord geworfen werden müssen, auch wenn hie Spuren, die zurückführen, noch aufzufinden sind. Ihre Vielseitigkeit, ihre Neigung zu Gewürzen, ihre unhaus- hälterische Anhäufung der Zutaten sind auf ein einwand- freies Maß zurückgeschraubt, und wo nicht die Rechen- kunst ber heutigen Hausfrau der Küche einfachere Gesetze aufzwang, do hat die Verfeinerung des Geschmacks logi- sche Ordnung in das Aufgebot der lucuttischen Haupt- und Hilfsmittel gebracht. In der einfachen Volksküche und auf dem Lande spukt zwar noch der Geist der alten herben Küche, wie sich ja uralte Ueberlieferungen ge- rabe am längsten und sichersten auf da, Land hinüber- retten, und jede Küche wieder hat wohl eine kleine Vor­liebe für einzelne Dinge, bie sie für sich aus ber Volks- kiiche entleiht So werden bie Derbinbungen herge­stellt, bie das Trennende zwischen den einzelnen Richtun- gen aufheben.

3ed- Betrachtung wird sich in erster Linie auf das richten müssen, was an ihrem Gegenstand merkwürdig ist. Nun, an der alten Küche wird uns allerdings alles merkwürdig fein, und es bedarf nicht viel, um den Ve- meis zu liefern, daß man sich heute an einer im Ge­schmack etwa des 17. Jahrhunderts besetzten Tafel mit wunderlichen Gefühlen niederfetzen würde. Doch sehen wir auch schon den erkennbaren Uebergang zur neuen Zeit.

Wir beginnen mit der Suppe. Man war da oiels.'itig, und mit der einfachen Fleischbrühe, die durch Einlagen ihren Namen bekommt wie heute, begnügte man sich damals nicht. Man hatte Suppen, nach den Dingen, die dazu genommen wurden, benannt, von Zwiebeln, weißen Rüben, Möhren, von Weißkraut, von Säle; alle wurden mit Fleischbrühe, geröstetem Brot, Dulier, Ei und Muskat zubereitet. An Bouillon durfte eine 2a- düng Gewürz nicht fehlen, Muskat, Ingwer, Zitronen- schalen waren notwendig. Doch liebte man auch süße Suppen, z. B. von Mandeln ober Diskull mit reichlich Milch, Eiern, Zucker und Rosenwasier.

Zum Fischgang fehlte, wie erklärlich, der alten Küche der Seefisch; Hecht unb Karpfen spielten die Hauptrolle. Dafür hat man dutzenderlei Zubereitungsarten, die aber oft den Fleischrezepten aufs Haar gleichen. Wie man Hühner in einer Sauerkrautpastet- bereiten konnte, so ließ sich auch Hecht verwenden. Oder man gab ihn mit Wein unb Rosinen ober gedämpft in Grünkohl ober mit

würzkrauter im Zimmer.

Wer breite Fensterbretter ober sonst lichte Plätze hat, kann sich im Winter Kerbel, Petersilie, Bitterkresse, Dill, Bohnenkraut, Walbmeister, selbst Schnittlalat ufm. Ziehen. Man füllt geeignete Gefäße mi: guter Garten» erbe und stellt sie auf das Fenllerbrell. wobei es ober gut ist, einen Blech- oder Zinkunterfah unter den Gefäßen anzubringen. Vor der Einfüllung ber Erbe bringt man auf den Boden der Gefäße eine Lage Scher- den, damit gehöriger Wasierabzug da ist. Nun fät man bie Samen recht dünn und überfprubelt alles ganz fein mit einem Taufpender. Mäßig feucht gehalten, keimen die Samen bald unb erstarken zu schönen Pflänzlein, bie man schneiden unb verbrauchen kann. ' Wer Würzpslanzen im Garten hält, wie Thymian. Sal­bei. Majoran, Estragon, Schnittlauch. Sellerieknollen, Petersilie usw., kann fie in Töpfe ober auch reihen- weise in Kästen pflanzen. Die Wurzeln begrünen sich bann von neuem.

Schädlichkeit der Nindergummisachen

Die Deutsch- Krankenkasienkorresponbenz schreibt:

Bei Säuglingen und kleinen Kindern stellen sich häufig Erkrankungen ein, deren Gründe man vergeblich zu erforschen sucht. Selbst bie Aerzte sink» sich oft im unklaren, woher ber plötzliche Mundausschlag ober das sonstige Unwohlsein des kleinen Kindes rühren. In Die­len Fällen sind daran die Gummisachen schuld. Denn die zum Gebrauch und zum Spielen für Kinder be- stimmten Pfropfen, Puppen und ähnliche Spielzeuge sind nicht immer so unschädlich, als man allgemein an- nimmt Man soll daher beim Kaufe ber Gummisachen sehr vorsichtig sein. Bei den Saugpfropfen achte man darauf, daß man möglichst rote ober rotbraune erhält Auch bie schwarzen, völlig durchgefärbten Saugpfropfen sind unschädlich, vor der grauen Farbe hüte man sich und wähle lieber beim Einkauf bie vorgenannten Saug­pftopfen.

TOit dem Gummispielz-ug muß man beson- bers vorsichtig fein. Man gebe dem Säugling niemals schwarze Puppen in bie Hank», bie man nicht vorher auf ihre Unschädlichkeit hin geprüft hat. Schwarze Pup­pen, die durch und durch gefärbt sind, sind meist schäd- lich, weil sie das giftige Bleioxyd enthalten. Es gibt aber auch unschädliche schwarze Gummipuppen, bie aus demselben Material wie die Saugpfropfen heraestellt sind, und diese, bie aöerbings viel teurer sind, gefährden die Gesundheit des kleinen Kindes nicht. Man prüfe fie» indem man sie in einen möglichst hohen Topf, ber mit Wasser gefüllt ist, wirft Alle diese Gummisachen, die sofort ober auch nach geraumer Zeit unterfmfen, sind für bas Kind schädlich und dürfen ihm nicht in die Hand gegeben werden. Der Grund bes Untersin- fens ist ber. baß sie viele mineralische Stoffe enthalten, bie schwerer als Wasser sind. Auch bie grauen Gummi- suchen sind mit Mißtrauen zu behandeln, weil sie alle mehr oder weniger Zinkoxyd enthalten, bas nicht ganz unschädlich ist Weit besser ist es, nur rote ober rot­braune Gummisachen zu wählen, bie auch, wenn sie durch und durch gefärbt sind, keine schädlichen Sud- stanzen enthalten, well zur Färbung das unschädliche Fünffach-Schweselantimon verwendet worden ist.

Die Gummispielsachen, die mit anderen Farben ober­flächlich überfärbt sind, z. B Puppen, denen man Ge- sichter angemalt hat, sind ebenfalls nicht zu kaufen, denn bie bofür verwendete Farbe ist nicht einwandfrei. Wenn sie auch keine direkt giftigen Bestandteile enthält,, so ist sie doch für den Säugling, ber ja bekanntlich überaus empfindlich ist. ungesund. Es empfiehlt sich daher, beim Ankauf von Gummisachen bie größte Vorsicht walten zu lassen.

Der Mutter.

Don Earl Lang-.

Die Linien, die bas Leid dir eingegraben, sind wie von eines großen Künstlers Hand, mit den höchsten seiner Gaben

in beinern Bilde die Erfüllung fand.

$u zeigst daß in dir die Vollendung dich weit heraushebt über Raum und Zeit,

Die Stau in der Mche.

Festlagsgerichle.

f. Gebratene Ente. Die Ente wird sauber zurecht- gemacht, gewaschen unb abgetrocknet. Die Leber und den Mag-u hackt man nebst 2 Schalotten unb einem Sträußchen grüner Petersiile recht fein, mischt dies mit 5-5 gekochten, fein zerdrückten Kartoffeln. 125 Gramm würflig geschnittenem rohen Schinken unb ebensoviel geschabtem Luflspeck, dünstet biefe Masse 5 Minuten mit etwas Butter durch unb gibt zuletzt Salz, eine Prift Pftffer, ein wenig Muskatnuß unb 1—2 Eier dazu. Mit btefer Farce wird die Ente gefüllt, zuaenöht und in Butter bei fleißigem Begießen gebraten. Die Soße wird entfettet, abgeschmeckt. wenn nötig mit etwas Fleisch- brühe verlängert, mit ein wenig Weizenmehl gebunden und mit 10 Tropfen Maggis Würze fertig gemacht.

f. Pikante Hirschschnihel. 6 Personen. 2 Stunden. Von einem Keulenstück werden Scheiben geschnitten, bie w"n mit birten Speckstreifen burchzieht. leicht salzt und mit Mehl bestreut. Dann legt man sie in steigende But- ter. bräunt sie auf beiden Seiten, gießt soviel Fleisch­brühe ober Waller darüber, daß bie Scheiben davon gut bedeckt sind, fugt 2—3 Schalotten und halbes Lorbeer­blatt dazu, läßt die Scheiben bei gelindem Feuer dün- ften, würzt mit etwas Zitronenschale, Pfeffer sowie 1 bis 2 Löiseln Weißwein. Zuletzt rührt man 7—8 ent« oröfete. gemöllerte, fein gehackte und durch ein Sieb ge­strichene Sardellen, läßt alles nochmals atifforben, schmeckt nach Salz ab. vollendet mit einem Teelöffel Maggis Würz- und richtet die Soße über dem Fleisch an.

f. fitrpfrn >n Rotwein. Man schuppt den Karpfen, fängt das Blut in etwas Elsig auf. nimmt den Fiüh sauber aus und teilt ihn in hflblrbe Stücke. Sind biefe gewaschen, so tut man sie mit Salz, geschnittenen Zwie­beln. etwas Pfeifer, einer Nelke, einem Stückchen Lor­beerblatt unb einigen entfernten Zitronenscheiben in eine Kasserolle unb gießt soviel Rotwein herüber, daß bie Filchstücke bebeckt sink». Nach dem Aufkochen nimmt man den Schaum ab, gibt ein Stückchen ganz frische Butter und etwas fein gestoßenen Zwieback hinein unb läßt den Karpfen langsam garkochen Kurz vor dem Anrichten rührt man das Blut und etwas Zucker durch, schmeckt ab. verfeinert noch mit 10 Tropfen Maggi's Würze, gießt bie gebundene Soße durch ein Sieb über

Gesetz. Auch die Küche hat ihre barocke Zeit gehabt, ihr Rokoko, auch sie mußte in das Zeitalter der Aufklärung eintreten. Die zum Trinken anreizenden Gewürze verschwanden, G-müi- unb Mehl, fpeifen setzten sich durch, denn ein „moderner" Magen hätte den kompakten Fleischtöpfen des Mill-latters schwerlich standgehalten.

Vorweihnacht.

Von Karl Witzel-Darmstadt.

Jetzt steigen wieder die Tage herauf, da in uns vor- xiühnarhtliche Gefühle weben. Unser Herz, bas eben k -chjchalsschwere Stunden durchkosten mutz, wird wieder ^ttg. Wie ehedem füllt es kindliche Einfall, und an altem- was in den gleißenden Läden der breiten Ge- -ch-jssastratzen zur Schau geboten wirb, erwärmt es sich, jjoti Schaufenster zu Schaufenster wandern wir in den Abendstunden, wenn greller Lichterglanz alle die Schätze überstrahlt, di- hier d-m Publikum angepriefen werden

Heiße Wünsche werden taut Di- lieben Angehöri- 6en haben wohl mal zaghaft verlauten lasten, wonach chi Begehren steht Williges Ohr haben wir ihrem [Onaffl Wunschzettel geliehen. Alles, alles braucht ja Mi getauft zu werden. Nur eine Kleinigkeit. Der jreis bes Gegenstandes ist es nicht, ber den Wert des Fefchenkes ausmacht. Die Absicht, ber gute Wille wiegen mehr auf, als bas angehängte Schilbchen es vermag. So lassen wir bie Wünsche an unserem Auge vorbeipassteren, Haschen mit unserem Blick nach diesem, voch jenem, wofür Intereste besteht

Aus ber Fülle herauszugreifen ist schwierig.

Dann die Geldbörse!

Und doch mutz ein Geschenk erstanden werden!

Die Kleinen trippeln durch die Straßen mit dem breiten Bürgersteig. An den einladenden Scheiben jauchzen sie vor Wonne.

Alle Sachen werden genau beguckt Alles erntet Beifall.

Wie gehen di- kleinen Plappermäulchen! Wieviel Fragen qutllen heraus, auf die man oft keine Antwort weiß

„Mama, das bringt mir doch das Christkindchen?"

Die Mutter mit dem großen Herzen überfprubelnber Siebe bejaht alles. Trost gibt sie, und das Verlangen des Kindes fließt in einem Wunsche zusammen. Wenn nur ber Geldbeutel diese Opfer alle ertragen könnte, wie gern würde ein Mutterherz alles, alles ge­währen!

So trotten die Großen unb bie Kleinen von Ausstel­lung zu Ausstellung. Ueberall bie gleichen hochgespann­ten Wünsche. Die E'tern kostet es allerlei Anstrengung durch Ablenkung bie Kleinen von ben Reichtümern weg- zulocken.

Zu House schwatzen sie immer davon. Und bie ge- duldige Mama geht auf alles ein.

„®clt, Mama, den Puppenwagen bekomme ich doch?", ist die letzte Frage der lieben Hilde oorm Schlafengehen.

Fritz fällt ein: „Das Schaukelpferd holl der Weih- noctamonn für mich?"

Unb bie Dielgeplagte Mama sagt: „9a, Ja!"

Sc3 nachts wiegen sic sich im Traum von all den schönen Dingen, die am Bescherabend unteren funkelnden ^eihnachtsbaum ihre Freude oollrnachen soll.

Lonveihnacht!

vorn rtermdffi <ßebtsniisck ’dd ~%djJs?rdSSQ-28

Optik-

noch immer nicht richtig behandelt, sodaß et nicht nur an Geschmack verliert, sondern auch unhaltbar wird. Völlig falsch ist es, gefrorenes Obst in ein mar«

Allerlei Lhristbaumfütze.

Don Mazda Trott -Misdroy.

Will man einen Weihnachtsbaum aufstellen, bedarf « eines feststehenden Fußes. In gar vielen Haushal- hingen ist ein schöner, eiserner Ehristbaumfutz vorhan­den, her jahraus, jahrein seinen Dienst versieht. Wo dos nicht der Fall ist, können sich geschickte Hände selbst g. n ^chen Fuß anfertigen. Dazu eignet sich in erster wme das weiße Birkenholz, das von der Rind- befreit wirb. Man verwende dazu einen Birken- . e* oon ca 20 Zenürneter Durchmesser, ber halbiert weiße Rinde wird nach oben genommen unb ' en ?ch^e kreuzweise übereinanbergelegt. Das au*i ""cd an der Kreuzungsstelle ein wenig

; ®™6eld)nitten, damit das obere hineingelegt werden ,.n!y Ati den Enden werden die beiden Hölzer abge- wäflt unb bie Schnittflächen mit weißer Farbe ange- 8n der Mitte, also an ber Stelle, wo die beiden Uppe! übcrelnanberliegen, wird ein passendes Loch - a-tii Baumstamm ausgebohrt, ber Baum hineinge- wit einem Holzkeil befestigt. Ein solcher selbst- ' E™9ter Thristbaumsuß wirkt reizend, außerdem steht kehr fest. Die beiden Kreuzhölzer müßen der Dröße des Baumes angepaßt fein.

('ne andere, sehr wirkungsvolle Art eines Baum- Mtt m e mit Einzäunung. Man verwende dazu ein dHj^Srctt, das entsprechend der Grütze des Baumes wird, schneidet es zu einem Viereck unb $ann8t !aU in ber Mitte bas Loch für den Stamm aus.

es ans Umzäunen. In jede der Ecken wird ^Ekerer Pftock -ingebohrt, desgleichen ein schwö- »8«? lebe Mitte ber Seiten. Am besten verwendet 3hw rocht knorrige Wurzelstöcke ober Eichenäste. gHB" ganz nach Delieben aus diesen knorrigen r||*T Saun hergestellt, indem man die Hölzer senk- N UhbT;nanberftellt, ober kreuzweise Übereinander- somit bie Pflöcke oerbrnbet. Aus bie Pflöcke * Abschluß eine Leiste, bie bie 4 Seiten mitein- «r Wt iubet. Die Befestigung erfolgt durch Nägel M^Suthaftxndem Leim. Die Löcher zum Nageln om besten mit einem feinen Bohrer ein, da 1)613 schlecht nageln läßt. Hat man (eine J^jeln oder Eichenäste, kann man auch Dor» en. lieber die Wahl der einzelnen Aestchen nicht in Sorge zu fein; je krümmer und Zaunteile sind, umso reizvoller wirkt das n wird das Brett mit Moos belegt unb in

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