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Anzeiger für Vie Stadt und den kreis Fulda. Amtliches kreisblatt.

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Mllwcch, 24. November 1926

Nr. 271

Iie ReiGtaBdebattr illier die ^roärlige W&

Vie MilttärKonlroNe.

Ge' erreich

Vas PenWnnt in GbersckleNen.

Endgültige Dahlziffern der Gemeindervahlen in Polnifch-0berfchlesien.

Don den Gemeindewahlen in Polnisch-Ober» schlesien liegen nunmehr endgültige Wahl- ziffern aus den Wahlkreisen Kotowitz-Stadt, Königshütte-Stadt, Landkreis Kattowitz und Kreis Schwientochlowitz vor. Die Zahl der gültigen Stimmen betrug in diesen vier Kreisen 240 953. Davon entfielen auf die deutsche Wahlgemeinschaft und die deutschen Sozialisten 132 063, auf die rein volnischen Parteien 89 551 und auf die gemischten Parteien 19 339, davon 4340 auf die Kustos» Gruppe, 6357 auf die Kommunisten und 8 642 auf die national-gemifchen Mittel- und Wirtschaftspar­teien. Dieses endgültige amtliche polnische Wahl­ergebnis b e st 8 t i g t den großen Sieg des Deutsch­tums im Industrierevier, wozu die vier genann­ten Kreise gehören. Bezeichnend ist auch, daß bei­spielsweise im Landkreis Kattowitz bei dem Ple­biszit im Jahre 1921 66191 polnische Stimmen und 52 892 deutsche abgegeben wurden, bei den jetzigen Gemeindewablen dagegen 42 780 deutsche und nur 34 830 polnische.

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Erscheint sechsmal wöchentlich Wochenbeilage „Illustrierte Veilaqe' und „Buchenolätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendnickerei in Fulda Fernsprecher Rr. 9.

Monatlicher Rezuqspreis 1.50 Mk

Der englische 5lreik.

Ne"ter meldet aus London: Tausende von Berg­leuten nehmen die Arbeit wieder auf, ohne auf den Abschluß der Dezirksabkommen zu warten. Man meldet die Wiederaufnahme des Betriebes in einer Arnahl Zechen verschiedener Kohlenreviere, wo die Arbeiter anstehen, um sich anwerben zu lassen.

Neues zum §all Hölz.

Der Reichstags-Amnestieausschuß, der am Mon­tag zusammentreten sollte, mußte sich wegen der Verhinderung einiger Mitglieder auf Samstag den 27. November vertagen. An den Dorsib'-nd-"' des Ausschusies, R»'chstao«abo-ord"<'^<-n Moses (Soz.), hat der Bergmann Erich Triebe einen Brief gerichtet, in dem er sich der Tötung des Gutsbesitzers Keß beschuldigt und erklärt. Mar Hölz sei unschuldig wegen br-’ffr Tat mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft wor­den. Hölz habe ihm ausdrücklich verboten, zu schießen und Hölz habe an der Tat in feiner Weis- mitgewirkt. Der Kauptbelastunaszeuge im Prozeß Hölz, Walter liebe, bat gleichfalls in einem Schrei­ben an den Ausich'ch"g'l'<-<,u8>'n feine in der hauptverhandlung gegen Mar Hölz erhobenen Be­schuldigungen widerrufen und erklärt, er habe jetzt keine Zweifel daran, daß Erich Friehe der Täter war.

Spanien.

Verurteilung eines Artillerieo fiziers in Spanien.

Das Oberste Kriegsgericht in Madrid bat den Artilleriemajor Lecnmberri, der infolae der Ereig. niste auf der Zitadelle von Pamplona im September der Meuterei angeklagt worden war. zur lebens­länglichem Einzelhaft verurteilt.

Der gemeinsomen Sitzung des Auswärtigen und Handelspolitischen Ausschusses des Reichstages, die am Dienstag vormittag stattfand, wchnte der Reichsaußenminister Dr Stresemann nicht bei. Er hat sich wegen der Vorbereitung für die aus­wärtige Debatte im Plenum entschuldigen las­sen.

Im Ausschuß erläuterte Reichswirtschaftsmini- fter Dr. Eurtius verschiedene Wirtschaftsverträge. Chamberla'n über den Völkerbund

Der englische Staatssekretär des Aeußeren Chamberlain nahm in der im Unterhaus ab­gehaltenen Sitzung des Parlamentsausschusses für den Völkerbund, in der Lord d'Abernon und eine große Anzahl von Mitgsiedern aller Parteien an­wesend waren, das Wort zu einer längeren Aus­sprache, in der er nach einem Rückblick auf die Sitz­ungen des Völkerbundes im März und September u. a. erklärte:

Im Völkerbund sind alle Staaten gleich und die Zustimmung des geringsten ist ebenso notwendig, wie des größten, obgleich anerkannt werden muß, daß einige Staaten durch ihre Verpflichtungen mehr einsetzen als andere und im Notfälle also größere Opfer bringen müßten. Dringend notwendig ist es, daß die vier großen europäischen Möchte im Völker­bund zusammenarbeiten, bis der Völkerbund so stark ist, daß er seinen Willen oder sein Urteil je­dem Staat auferleqen kann, der sich widerspenstig zeigen sollte. Nichts würde katastrophaler sein als der Versuch, den Völkerbundsrat in zwei Lager zu spalten und nichts verhänant-woller als der Gedanke, daß kleine Staaten selbst Nutzen da­raus ziehen könnten, wenn sie Differenzen unter den Großmächten herbeiführten. Im Verlaufe der Beantwortung einer großen Zahl von Fronen warnte Chamberlain davor, daß Staaten nach Genf geben mit der besonderen und öffentlich ver­kündeten Verpflichtung zu einer besonderen Politik sodaß sie daran verhindert werden, ihre Zustim­mung zu einer entgegengesetzten Ansicht zu gehen, was häufig notwendig fein werde, wenn eine Ver­einbarung erzielt werden solle.

Getzler und die Reichswehr.

Der Demokratilche Zeitunasdienst veröffentlicht zur Reform des MannsckaftserfatzeS einen Artikel deS ReichSwebrministerS, in dem dieser die voraeschlaaenen Relormen ffir unbor'eilboft hält und erklärt, daß der richtige Weg zur Beseitigung vor- hanbener Mißstände darin bestehe, bei Verstoßen gegen die an sich guten Vorschriften mit fester Hand einzugreifen und im Falle von nicht ralch und vöOig bese tigten Mißständen die Verantwort» lieben ohne Rücksicht auf die Person zu wechseln.

* Der ReichSprüstd nt empfing am Dienstag btnbeuiitben Botschafter in.Konstannnopel.Nad olny.

♦ Der ehemalige Koifer erhielt am Totensonntag einen Hexenschuß Er mußte si-h zu Bet, begeben. Ta ans rntftanben Narb'ickven, die von ein-r chweren E'krankung des Ex-Kaisers redeten. Der Lokalanzetger^ er sä rt jedoch aus Vo'sdamer Kreu'en, die der Familie deS e emalinen Kaiiers nahestehen, laß nach auS Toarn- ein gelaufenen Telegrammen eine Besserung im B finden im Gange ist.

* wo denes Doktor-Iub'Iänm Am Zehnhoffs. Am Montar feierte der preußische Iust-zminister Dr. Hu-ro Am Zebnboif die füntzigste Wieder kehr d-s Tores, an dem ibn die juristische Fakullä- der 11 ■ b-tfität Könrngen „nut größter AuSzeich« nuno* p!o - ovierte. *

* Der Zw s-t-ensall von Germersheim. Ter Reichsminckter für die b>- eyten Gebiete teilt mit. daß der von den Franzo'en anläßlich d»S Zwischen- falls in Ge'mersheim inhaftierte Holzmann gegen Stellung eine- Kaution von 5000 RR. frei» gelassen worden ist.

ster den Ankai'.f eines großen, bisher immer als unabhängig angesehenen Blattes solcmge der O?f- sentlichkeit verschn-legen hat. In der Germania heißt es: Ein unmöglicher Zustand ist es, daß das dem Reiche gehörende Blatt aus Gründen reiner Parteipolitik die preußische Regierung und dij, hinter ibr stehenden Parteien batternb attackiert. Ähnlich äußern sich B'rl. TorebL und Voss. Ztg., die eine Aussprache im Re'chstaoe über die Ange­legenheit fordern. Die Deutsche Allgemeine Zeit>'ng selbst veröffentlicht eine Erklärung des 2?e-T t s und der Redaktion, in der es heißt: Von finann- ellen Zusammenhängen zwischen Festung und amt­lichen Stellen ober von irgendwelchen Bindungen an solche Stellen war uns bisher nichts be­kannt. Niemals ist die freie Meinungsäußerung der Redaktion von irgend einer Selle unterbunden oder beeinträchtigt worden. Der Vorwärts, der ebenso wie die demokratischen Butter verlangt, daß sich der Reichstag mit der Angelegenheit be­schäftigt, will erfahren Haben, daß sich der Reichs- verband der Deutschen Presse ebenfalls mit der Angelegenhell, soweit sie die Redaktion be­trifft, befassen werde.

Nnsenzustaiid in Italien.

Die Rationalmili; als Grenzwache.

Die Ueberromfjuna der italienischen Grenze ist, wie die Blätter melden, anstelle der Karahinieri von der Nationalmiliz über nommen worden.

Uernrffifung ehemaliger Ahkwordneler in 3Ml?n

„Lavore d'Jialta" meldet, daß der ehemalige li­berale Abgeordnete Bennedetti, der ehemalige kommunistische Abg. Kalvatori und vier weitere Tcrfonen z u 5 Jahren Zwanasaufent- halt verurteilt wurden. Die Genannten wurden sämtlich verhaftet.

Verhaftung des Führers der Hafenarbeiter.

Der Führer der Hafenarbeiter von Genua, Giuliotti, ist verhaftet worden. Anlaß dazu gab seine Weigerung, die Gelder der hafenarbeiterge- nossenschaft herauszugeben, die er damit begrün­dete, daß er unrechtmäßiger Weife von der Präsi­dentschaft des Hafenarbeiterverbandes abgesetzt worden sei.

Zelkungsverbote in Südtirol.

Zu der Meldung eines Innsbrucker Blattes, daß von der Präfektur Bozen die Einfuhr sämt­licher deutschen Zeitungen nach Südtirol verboten worden sei. wird von unterrichteter Seite sestqe- stellt, daß tatsächlich folgende Zeitungen verboten worden sind: „Reichspost"-Wien, „Neue Frete Presse" - Wien, „Tiroler Anzeiger" - Innsbruck, „Innsbrucker Nachrichten"-Innsbruck und deren Abendausgabe „Neueste Nachrichten"-Innsbruck. Reichsdeutsche Zeitungen sind von diesem Verbot nicht betroffen.

Prozesse wegen der Anschläge auf Mussolini.

Wie die Blätter aus Rom berichten, werden demnächst die Akten über die drei letzten Anschläge auf das Leben Musiolinis dem Sondergericht zu- gestellt werden. Das Reglement dieses Gerichts läßt zur Verteidigung Zivilanwälte zu. sodaß die bereits bestimmten Perteidiger im Amte bleiben. Was den Prozeß Gibson anlangt, so wird mit ge­teilt, daß der Verteidiger erneut die Außerverfol» gungssetzung seines Mandanten wegen Geistes­krankheit verlangt hat. Msr. Gibson befindet sich übrigens nicht mehr im Irrenhaus, son- dem im Frauengefängnis. Der Prozeß Zaniboni soll im Januar verhandelt werden, der Prozeß Luccetti und der Prozeß Msr. Gibson im März.

Im Reichstag ist zu der am Dienstag beginnen- ; den auswärtigen Debatte ein Antrag sämtlicher ; bürgerlichen Parteien einaeaangen, der die Reichs­regierung ersucht in eine Prüfung der Frage ein­zutreten, wieweit die Satzungen des Völkerbundes und des Ständischen Internationalen Gerichtshofes Möglichkeiten bieten, die Prüfung der Krieg s - f ch ü l d f r a g e durch diesen Gerichtshof zu errei­chen.

In der Plenarsitzung des Reichstages am Diens­tag, 3 Uhr, wird auch die erste Beratung des zwei­ten Nachtragsetats in Verbindung mit einem völ­kischen An: rag betreffend K ü n d i g un g der Locamoverträ g'e fortgesetzt werden. Da es sich um die Entgegennahme einer Regierungs­erklärung handelt, werden Reichsaußenminister Dr. St r e f e m a n n und eventl. auch andere Minister voraussichtlich erst im Laufe der Debatte das Wort ergreifen. Es wird angenommen, daß die außenpolitische Aussprache am Mittwoch been­det wird.

Erklärungen Slresenianns.

Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Mvntaanachmittag unter dem Vorsitz des Abg. Hergt zusammen. Auf der Tagesordmmg stand die Entgegennahme eines Berichts des Unteraus­schusses des Auswärtigen Ausschusses zur Frage der Militärkontrolle, die Vorlage zur Be­ratung des Entwurfs eines Gesetzes über den deutsch-niederländischen und den deutsch-dänischen Schiedsgerichts- und Vergleichsvertrag sowie di« Beratung polnischer Fragen einschließlich der Lesung eines Gesetzentwurfs über den deutsch-polnischen Vertrag zur Regelung der Grenzverhältnisse und der Beratung eines Gesetzes wegen eines Ab­kommens über den gegenseitigen Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland einerseits, Polen und der Freien Stadt Danzig anderseits. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Reichsminister des Aus­wärtigen Dr. Stresemann folgende Erklärung ab:

In einer Reihe von Zeitungen sind Mitteilungen übet Beziehungen der Reichsregierung zu der Deutschen All­gemeinen Zeitung verbreitet worden, die in ihren Ein­zelheiten nicht richtig sind. Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskanzler stelle ich darüber das Folgende fest: Von dem gesamten Verlagsunternehmen der Deutschen Allgemeinen Zeitung, das seinerzeit von der Preußischen Regierung im August 1925 erworben wurde, ist im April d. I. die Zeitung auf das Reich übergegangen, soweit die Minderheit der Anteile nicht in privatem Desik liegt Die durch diese Veränderung für das Reich entstandenen Aus­gaben werden aus dem Dispositionsfonds des Herrn Reichskanzlers und des Reichsaußenministers gedeckt, die etatsmäßig zur Verfügung des Reichskanzlers und Reichsaußeuministers stehen. Zwischen dem früheren und ietzigen Besitzer sind Verabredungen über die allge­meine Haltung des Blattes getroffen worden, die der allgemeinen Tendenz des Blattes entsprechen.

Die Erklärung enthält lediglich eine Bestätigung, daß tatsächlich Unterstützungsgelder gezahlt worden sind. Sie enthält außerdem die Feststellung, daß die D.A. Z. sich im Besitz der Reichsregierung befindet. *

Die Mehrzahl der Blätter beschäftigt sich mit der Erklärung des Ministers des Auswärtigen Dr. Stre­semann im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages über den Ankauf der D. A. Z. durch das Reich. Di« Deutsche Tageszeitung sagt: Es muß äußer­stes Befremden erregen, daß der Reichsaußenmini -

gmerlmniche § rgen.

Von "arl Brenner.

Vorübergehend abgelenkt durch die Ercianisie oes letzten Wahlkampfes, richtet die Tagespresie in den Vereinigten Staaten erneut ihr Augenmerk auf zwei Probleme, welche die amerikanische Deffent-- lichkeit nach wie vor in erhöhtem Maße beschäfti­gen Und zwar handelt es firb um die Fortsetzung des Feldzuges wider das aeheimnisnolte Wirken des K u - K l u r - K l a n, sowie um die Bestrebungen der 14 Millionen Neger amerikanischer Staatsan­gehörigkeit zur Bildung eines besonderen Neger- st a a t e s innerhalb der Vereinigten Staaten. Der Ku-Klux-Klan, desien Bedeutung übrigens im Sin­ken begriffen ist, zahlt heute feine überzeugtesten Anhänger unter den „hundertprozentigen Ameri­kanern" im Staate Indiana. Von hier aus erfolgte ja bekanntlich auch der Vorstoß und die Ausbreitung dieser mysteriösen Organisation. Als sich jedoch bald einflußreiche Politiker sowohl der Demokra­ten als auch der Republikaner in den Ku-Klux- Klan aufnehmen ließen, um ihn für ihre Sonder­interessen zu mißbrauchen, wurde rasch eine Kette von Korruptionen hineingetragen. Einige republi­kanische Zeitungen eröffneten bann heftige Angriffe wider den Ku-Klux-Klan und versuchten ihn be­sonders aus India zu vertreiben. Das erforderliche Belastungsmaterial erhielten diese Blätter non einem früheren „Großdrochen" (Großmeister) des Klans namens 0. E Stephenfon, der gegenwärtig eine mehrjährige Zuchthausstrafe verbüßt und sich angeblich von feinen Gesinnungsgenossen verraten sah. Seine Angaben machten auf die Zeitungen einen so vertrauenerweckenden Eindruck (!), daß man sie niederschrieb und je drei Senatoren aus der demokratischen und repblikanischen Partei zur Be­gutachtung vorlegte. Der Kongreß selbst soll sich der Angelegenheit bemächtigen und Stenbenfon einem genauen Verhör unterziehen. Die Mitglie­der des Klans versuchen ibrerfeit« diese Untersu­chung nach allen Regeln der Kunst hinauszuschieben. Noch verwickelter erscheint die Lage dadurch, daß der Zuchtbausdirektor M. Daily sich weigert, Ste­phenfon irgendwelche Besuche empfangen zu lassen, und vorgibt, die Genehmigung dazu nur auf aus­drückliche Anweisung des Gouveneurs erteilen zu können. 7tz'r Gouverneur Jackson aber erklärt mit der unschuldigsten Miene der Welt, sich nicht in Angelegenheiten der Gefängnisverwaltung mi­schen zu wollen. Trotz dieser behördlichen Berzagt- Heft sind die Zeitungen fest entWoffen, den unver­meidlichen „Griff ins Wespennest" so rasch wie möglich zu tun. Man rechnet jedenfalls mit einem Skandal, delfen Nachwirkungen foaar den Kongreß in g-linde Aufregung versetzen sollen.

Der Propatteruna eines selbständigen N e ger­st g a t es im Rahmen der Vereinigten Staaten steht der überwiegende T-il der Taa-svresie nicht ab­lehnend gegenüber. Nur scheint vorläufig der Plan, 14 Millionen in einem einzigen Staat anzn- siedeln, nicht realisierbar. Kurz nach Kriegsaus­bruch wäre es vielleicht möglich gewesen, aber heute sind die Bodenvreise in allen fraglichen Staaten derart in die Höhe geschnellt, daß die Neger ein­fach nicht in der Sage sind, die von ihnen gefor­derten Summen gufzubringen. Hierzu kämen als weitere Hindernisse die verschiedenartige Verfasiuna der einzelnen Staaten, ihr Selbstbestimmuiwsrecht. Beschränkung der Auswanderung durch besondere zu diesem Zweck eingefübrte Abgaben und ähnliche Widerstände. Außerdem könnte ja kein Reaer recht­lich gezwungen werden, seinen eigenen Grundbesitz aufzugeben.

3n sozialer Hinsicht endlich würde es lehr fraglich fein, ob durch die Errichtung eines beson­deren Neaerstaates das anaeftrebte Ziel erreicht werden könnte, die Schranken zwischen Farbigen und Weißen nach Möglichkeit zu beseitigen; letzteres wird überdies von den „Hundertprozentigen" auf das schärfste bekämpft. Immerhin ist heute die Staffenfrage für die Vereinigten Staaten so akut geworden, daß eine für Weiße und Neger, ganz zu schweigen von den Asiaten, gleichermaßen ge­deihliche Lösung des Problems in absehbarer Zeit gefunden werden muß.

Mexiko.

Mexikanisches Dementi zur Ausstandsbewegung.

HavaS berichtet aus Mexiko: Das KriepSmini» ftetium dementiert Ne im Auslande umlaufenden Gerüchte über eine große revolutionäre Bewegung. Die Zahl der Perfonen, die gegen die Regierung die Waffen erhoben hätten, fei nicht höher als etwa hundert

Der „Chicagoer Tribune"-Derichterstatter aus Mexiko berichtet, trotz der gegenteiligen Erklärun- gen der dortigen Behörden handele es sich doch um eine Bewegung größeren Umfangs. Zehn Führer der Bewegung sollen am Dienstag hingerichtet wer­ben, während drei andere bereits dieses Schicksal erlitten hätten. Der Kampf zwischen Bundes- truppen und Aufständischen soll bereits im Gange sein. _____________________

• Der deutsche Botschafter ®raf Drockdorff. Rantzau ist wieder in Moskau eingetroffen.

» Mellon empfiehlt Frankreich Rückkehr zum Goldstandard. (Eig. Funkm.) Der amerikanische Schatzamtssekretär Mellon erklärte, er glaube, daß t>a8 gegenwärtige Schwanken des französischen Frank aufhören werde, wenn Frankreich dem Bei­spiel Großbritanniens und Belgiens folge und einen Goldstandard für ferne Währung aufnehmen würde.

* Kundgebung städtischer Arbeiter in Paris. Am Montag abend versuchten in Paris etwa 6000 städtische Arbeiter, nach Beendigung einer Versamm­lung eine Straßenkiindaebung zu tieranftaben. Tabet kam es zu einem Zusammenstoß mit der Polizei welche den geschlosieven Zug auflöüe. Etwa 3000 Demonstranten gelangten auf den Bastilleplatz, bet von her Polizei nach kurzer Zeit geräumt werden konnte. Eine Verhaftung wurde vorgenommen.

* Ter Ausstand in Nordalbanien AuS Skutorl wird berichtet: Der Ausstand in Nordaldamen brach unter den M'riditen und den Maliffsren aus. Die bulaartidjc Regierung glaubte, daß der Ausstand nicht vor dem Frühjahr ausbrechen würde. Nun­mehr bat hie Regierung Truppen und Gendac- merte gegen die Äufitändi chen entsandt.

* Vor der Eröffnung der griechischen Kammer. HavaS berichtet aus Athen: Die Kammer wird ihre Arbeiten am 26. N ovember aufnehmen.

Oer Dudgetüberschutz im osterreifischen haushalt

dem vom Rechnungshof in Wien ermit- - m"oEufigen Gebahrunaseroebnis für die Mo- «U9U!ft bis September 1926 ergibt sich nach der Gliederung des Reformplones des Völkerbundes gegenüber den ausgestellten Voranschlägen ein «vud- getüberschuß für August bis September 1926 von ' zusammen 19,51 Millionen Schilling. I

rotb. Moskau, 23. Nov. (Gig Funkm.). Trotzki, der den Vorsitz im Kollegium der wissenschaftlich- technischen Verwaltung des obersten Dolkswirt-

Sowktrv^on^. •

Abberufung Trotzkis aus einem seiner Armter

• Emleittmi des Verfahrens gegen die kata­lanischen Verschwörer. In der Angelegenheit deS katalonifchen Komplottes ist außer gegen den Führer Maria gegen neun Spanier und sechs Italiener das Verfahren eingeleitet worden. Sie technischen Verwaltung des ooerjren »pustvin- haben sämtlich den be-annten Rechtsanwalt Torres » ss’x"* - - *•1 Sääääi:

Neue Kämpfe in China.

Die Agentur Judo Pazifigue meldet aus P e fing, daß Marschall Fengyusiang an der Spitzt dreier Armeekorps der Kuomintchun-Truppen bei Siangfu (Provinz Schansi) eingetroffen fei und bereits mit den Truppen Wupeifus im Kampf stehe