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Fuldaer Leitung

«.Blatt.

Drutf der Fuldaer AcNendruckerei, Fulda

Sonntan, 14. November 1926.

der Jugend ein

Wissenschaft und Forschung.

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(Auswahl.

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Marquis' Sie können sich wohl denken, wes»

Kottjetzun- folgt]

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„Der

QcHdenessilbeme Taschenuhren Jiausuhren' Wanduhren Weckuhren

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sich etwas in Krankenpflege und Wrsorge umsehen. Es lohnt sich auch, schon einmal in ein Waisenhaus zu schauen, um zu erfahren, was ein Kmd ohne Mutter ist; auch in die Säuglingsabteilung, hat doch ein gesunder Säualing schon manchmal em Fräulein vom ungesunden Studium befreit, und mehr als ein dickleibiger Band von der Schönheit und Größe des Mutterberufes gesprochen. Man scheut sich ja beinahe, bei der Wohnungsnot von jeute noch von solchen Idealen zu reden, aber rotr müßen doch an die Sterne glauben, da sie allein uns aus der Nacht zum Tage führen.

Gold und Silber, sowie eine rühme Politik und torfe Persönlichkeiten sind dem Dolksstaat not, fern kostbarer Schatz aber bleibt doch die deutsche Mutter.

Der Mann im Monde.

Augen flammten. „Ich glaube nicht ein einziges Wort von alledem, was Sie mir sagen. O, wenn mir doch der Herr Marquis vergeben könnte, daß ich die Tochter Armands bin, und meines Vaters Verfolgung aufgeben wollte!"

Graf Eugen lächelte teuflisch, doch gab er keine Ant­wort.

Es folgte eine Stille, während welcher der Graf schneller fuhr als bisher, feinen Merger an den Pferden austaff enb.

Qiralba beugte sich tiefer über Alfred herab.

Sein Kopf ruhte in ihrem Schoß und er war warm zu gedeckt mit ihrem Mantel und der Wagendecke. Er war wach und meinte leise, denn er dachte darüber nach, was aus Giralda und ihm werden würde.

„Mein Liebling! Mein Liebling!" flüfterte Giralda, ihn fester an sich ziehend und ihn sonst küssend.. „Gräme dich nicht! Gott wird sich unser annehmen! Er wird uns nicht verlassen! Ihm kannst du vertrauen!"

Der Knabe hing sich an seine Schwester, ohne zu antworten.

Giralda steckte ganz verstohlen ihre Hände unter ihren Mantel und begann, seine Fesseln an den Händen zu lösen.

Ein Hoffnungsstrahl durchzuckte sie plötzlich. Wenn sie Alfred befreien und mit ihm fliehen konnte! Sie konnten recht gut hinten vom Wagen herunterfpringen und sich in der Dunkelheit irgendwo verbergen und so ihrem Feinde entrinnen.

Dieser Gedanke war kein fo romantischer, als es im ersten Augenblicke den Anschein hatte.

Der Wagen war von ganz gewöhnlicher Bauart. Er hatte vorn einen Sitz für den Kutscher, den jetzt der Graf eingenommen hatte, und hinten liefen zwei Sitze der Länge nach zu beiden Seiten, welche durch eine kleine Türe am äußersten Ende des Wagens geschloffen wurden.

Auf einem dieser Hinteren Sitze saßen die Flücht­linge: Alfred war im Bereich von Eugens Hand.

Alfred, welcher auch sofort begriff, was feine Schwe­ster vorhatte, stellte sein Wimmern ein.

Der Graf sah über seine Schultern noch den Ge- kchwistern hinter sich.

Giralda arbeitete langsam, aber vorsichtig; »indes Bertram hatte feine Sache gut gemacht, die starken Stricke leisteten fräftiaen Widerstand.

fghrung alles, und mit neunzehn Jahren redet man heute vielleicht schon von allerlei Erfahrungen, aber doch nicht von Lebensweisheit. Wenn es nach meinem Geschmack ginge, setzte man die Alters­grenze noch höher, denn was wir zur Stunde in Deutschland brauchen, ist nicht der schwankende Sinn jugendlicher Demagogie, sondern die ruhigere Kraft des männlicheren Alters. Es nähme dann

Heues aus SranMurt.

— verkehrsnnsSNe. In der Allerheilioenstraße wurde gestern abend ein Schulmädchen von einem Auto über­fahren und schwer verletzt. — Im Vorort Rödelheim stieß ein Auto mit einer .Straßenbahn zusammen, wo- bei erheblicher Sachschaden entstand. Personen wurden nicht verletzt. ,,

= 3n den Klauen des wettenfels. Vor dem kleinen Schöffengericht hatte sich der früher bei der pfranffurter Zweigniederlassung der Stinnes A G angestellte Kaust mann Bruno Anosi wegen Unterschlagung von 14 000 Mark zu verantworten, die er auf Rennplätzen geloben haben will. Das Gericht verurteilte den Angeklaafen, der ein sehr auskömmliches Gehalt bezog, wegen fortzze- fetzter Untreue zu acht Monaten Gefängnis.

auf 1 zu 2 erhöht hat. Das wurde dem kühlen Engländer zuviel, und so hat denn, wie man es ausdrückte, der Vizekanzler den „ersten Trompeten­stoß gegen die Schreckensherrschaft der Frau" er­hoben, Gemeint ist wohl die Schreckensherrschaft der nervösen Frau, und wer hätte im Leben nicht bemerkt, m’e fo oft in den zarten Frauenkövfen mit her Wissenschaft auch die Nervosität wächst. Man '"iHo im Frauonsfudium aanz anders vorangehen. Wenn das Lyzeum durchmacht ist. dann sollten die Studien in jedem Falle unterbrochen werden Man führe dann die junge Dame ein, denn die edle Kochkunst ist nicht die geringste unter den Töchtern der Muse, und jedenfalls die nahrhafteste. Dabei läßt sich nach vieles andere lernen, wie nähen und stricken und häkeln, und ich weiß nicht, was alles. Das Häkeln macht schon zu nervös, weshalb das Stricken viel besier ist. Auch im Wöfchebetrieb sollte eine Frau ein wenig Bescheid wissen, dazu

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Sie selbst dazu bei! Ihre Schönheit, Ihre jugendliche Anmut, Ihre Unschuld, alles dieses hat mein Herz mit* der zu neuer Lebenslust angefacht.

„Beleidigen Sie mich nicht mit Anträgen, die ich nicht erhören kann!" erwiderte Giralda hohestsvoll. „Ich kann Ihren Haß, doch nimmer Ihre Liebe ertragen!"

„Der Unterschied zwischen Liebe und Haß ist kein so großer, als es den Anschein hat," erwiderte der Graf sarkastisch. „Beide sind gleich wild und leidenschofüich. und ich rate keinem, sie herauszufordern. Haben Sie auch beacht, Giralda, oder haben Sie in Ihrer Unschuld keine Ahnung davon, daß diese nächlliche Fahrt mst mir Sie vollständig kompromittiert und den jungen Herzog von Beaufort, trotz seines Glaubens an Ihre Treue, veranlassen wird, auf eine Heirat mit Ihnen zu oer* zichten? Ich will Ihnen nur mitteilen, daß er Sie, wenn Sie auch frei wären, jetzt doch nimmermehr heirate« könnte." , ____ .

Giralda schwieg.

„34 bin nicht jo schlecht, als Sie vielleicht glauben," fuhr der Gras fort. „Ich bin fast zur Verzweiflung ge­trieben worden durch den Gedanken, daß ich plötzlich so gut wie ein Bettler dastehe, während ich jahrelang der berechtigten Meinung war, der direkte Erbe meines Onkels zu sein. Sie vermögen aus mir einen edlen Menschen zu machen. Giralda, ich liebe Sie! Ich oer* ehre Sie wie eine Heilige! Sie könnten alles aus mir machen, ich würde fein wie Wachs in Ihrer Hand! Sie haben große Gewalt über mich! Sie können mich zum Guten, wie zum Bösen antreiben, nach Ihrem Willen! Ich werfe die Verantwortung aus Sie —"

„Und ich lehne sie ab!" antwortete Giralda lakonisch. „Sie können nicht auf andere Schultern die Verantwor­tung für thre Taten legen. Wenn Sie den Wunsch haben, ein besserer Mensch zu werden, so beweisen Sie es dadurch, daß Sie uns freUasien!"

„Das kann ich nicht!" entgegnete er ihr. „Daz^ liebe ich Sie zu sehr! Erbarmen Sie sich, Giralda einer Seele, die einen Führer und Wegweiser gebraucht um gut zu werden! Werden Sie mein Führer, mein Wegweiser zum Guten!"

Sein Worte erregten des jungen Mädchen- Un­willen.

Alfred gab Giralda ein Zeichen, ihr Ohr an seinen Mund zu legen.

Als sie das getan hatte, flüsterte er:

„3dj habe ein Messer in meiner Tasche, durchschneide den Strick damit."

Giraldas Hand war gerade im Begriff, in Alfreds Tasche zu langen, als der Graf sich plötzlich umsah und die Geschwister erschreckt zusammenfuhren.

„3d> sehe, was Sie vorhaben, Giralda, sagte er kühl. „Sie wollen entfliehen! Aber daran denken Sie nicht! Zum zweitenmale sollen Sie mir nicht entwischen!"

Er hiell die Pferde an und hob den wieder meinen« den Knaben auf den Vordersitz, rno er ihn neben sich setzte und ihn in die Decke einhüllte, um ihn vor dem Regen zu schützen.

„Und jetzt, Giralda," rief er, die Pferde wieder in Trab fetzend, „mögen Sie entfliehen, wenn Sie es wol­len. Ader bedenken Sie es wohl. Sie besiegeln bamti das Todesurteil Ihres Bruders!"

„Graf von Lamariin," rief sie flehentlich,, „Haden Sie denn gar kein Mitleid mit mir? Weder mein Bru« der noch ich haben Ihnen je etwas zuleide getan, ich bitte Sie, lasten Sie uns frei —"

„Nichts zuleide getan?" wiederholte der Graf höh­nisch. „Ich denke, es ist Leides genug für mich, daß Sie beide und Ihr anderer Bruder sich zwischen mich und das schönste Besitztum in ganz Frankreich gestellt Haden!"

„Wir werden Ihnen ein Lösegeld zahlen, wenn Sie uns freigeben wollen," flehte Giralda wieder. „Ich will Ihnen jede Summe garantieren, die Sie bestimmen wol­len. Meine Mutter wird sie Ihnen zahlen —"

„Das Lösegeld, welches ich begehre, sind Sie selbst!" unterbrach bet~®raf das junge Mädchen. „Ich liebte einst Ihre Mutter, die Komtesse von Chatrois, und wandte meine besten Lebensjahre daran, ihr diese Liebe zu erklären: ohne Erfolg. Diese Liebe hat sich seitdem In Haß verwandelt. Es würde ihr das Herz brechen vor Kummer, zu erleben, daß ihre Tochter mein Weib würde, und gezwungen fein, dieselbe mit ihrem Ver­mögen ausjufteuem, daß es mir zugute käme. Armand haßt mich und es wäre eine erwünschte Revanche für mich, wenn ich seine Tochter als Frau heimführte. Mit einem Worte, Giralda, alles weist mich darauf hin, daß ick diesen Kurs einschlage, und nickt das roeniafte trauen

halb er sie sucht, weil er Sie jetzt haßt, ja, Sie oer- wünscht, weil er Ihr böses Herz und Ihre Betrügereien erkannt hat", log Graf Eugen. „Ich glaube, mein Onkel will Sie auffpuren lassen und vor Gericht bringen we­gen Gelderpressung unter falschen Vorspiegelungen."

„Ich habe niemals Geld von ihm erpreßt unter fal­schen Vorspiegelungen!" antwortete Giralda entrüstet.

„Sind Sie nicht unter falschem Namen nach dem Schlöffe gegangen und haben, ebenfalls unter falschem Namen, ihm erlaubt, ein Testament zu Ihren Gunsten zu machen," fragte der Graf. „Sie segelten unter fal« scher Flagge! Und das ist Betrug! So faßt der alte Marquis die Sache auf!"

Ein leiser, unterdrückter Schrei entschlüpfte Giraldas Lippen; Tränen rannen ihr über die Wangen.

„Ich habe ihn geliebt," murmelte sie halblaut, wäh­rend sie sich über ihren kleinen Bruder beugte. „Ich habe ihn treu und aufrichtig geliebt!"

„Ferner," sprach Graf Eugen weiter, „hat der Herzog ton Beaufort sich gegen Sie gewandt. Er kann den Gedanken an den Skandal und an die Schmach nicht überwinden, welche ihm aus der Verbindung mit der Tochter Armand de Vignys erwachsen würden. Der Marquis hat ihn angeftedt mit seiner eigenen Auffassung der Dinge und jetzt ist er in Paris, um eine recht an­genehme Saison dort zu verbringen und sich nach einer paffenden Partie —"

„Sie lügen. Graf Lamariin!" unterbrach ihn Gi­ralda mit wachsender Erregung. „Ich kenne den Herzog zu gut, als daß ich Ihr erdichtetes Zeug glauben könnte

Er lachte höhnisch: „Sehr wohl! Ich habe es mir gedacht, daß Sie es nicht glauben würden, Giralda! Aber geben Sie sich sür die Folge keinen Illusionen mehr hin! Sie haben nur noch eine Zukunft: Als mein Weib!"

Seine Worte erfüllten sie mit dumpfer Verzweiflung, aber Glauben und Vertrauen zu dem Herzog erschütter­ten sie nicht.

„Sagen Sie mir nichts mehr von dem Herzog von Beaufort, jagte sie im bestimmten Tone, während ihre

Tarifwesen.

= Schiedsspruch für den Labnb-r"ba>i. Die Schlich- tmigsausschußkammer in Wetzlar fällte unter dem Vorsitz des Gewerberats Hockelmann fo senden Schiedsspruch. Der für den übrigen Erzbergbau des Lahn-Dillae^i t's z'"--eü aü’tia» Nal>-n«-t"r'fveri-o- gut ab 1. November 1926 auch für die Gruppen der Steg* «ahn Bergbau G. m. b. H. in Weilbnra an der Lahm Die Löhne regeln sich von demselben Zeitpunkt ab i*td) her zu diesem Rahine'-torifvertra" aeW-i-en Üa.w* ifeL Auch be'üalich der Kündigung gelten die in dem W mentarifvertraq und in der zugehöriaen Lohnt"»"' fest- aesetzten Frfften. Die Eml^-'nngsfcist läuft bts M« 18. November, mittags 1 Uhr.

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von den Wasserkräften (Europas.

Es ist durch internationale Kongreffe wiederholt bestätigt worden, daß Europas Kohlenfchätze be­schränkt sind und schließlich einmal sich erschöpfen. Man beschäftigt sich immer mehr mit den Wasser­kräften und ihrer rationellen Ausnutzung. Ehe man an den Ausbau dieser europäischen Waffer» kräfte Herangehen wird, muß man sich mit ihrem Dorrat beschäftigen

Nach neueren Forschungen können aus den in Deutschland zur Verfügung stehenden Wafferkräf- ten so viel Kräfte gewonnen werden, daß man jähr­lich gegen 25 Millionen Tonnen Kohlen, das sind 20 Prozent der gesamten Kohlenpro­duktion, sparen würde. Auf das kohlenarme Bayern entfällt von diesen Kräften die Hälfte. Oesterreich kann beim Ausbau seiner Grob­wasserkräfte seinen Bedarf an Wasserkraftelektrizi- tät als Ersatz für Kohlenenergie fast verdoppelt decken. Man baut jetzt Anlagen, die 40 Prozent ousnützen und so jährlich gegen 800 000 Tonnen Kohlen im Werte von dreißig Millionen Gold­kronen sparen.

Frankreich besitzt schätzungsweise rund 8 Millionen PS vorhandene Wasserkräfte. Beim Ausbau würde die doppelte Iahreserzeugung von Kohle (80 Millionen Tonnen) gespart werden. Bis­her hat man nur 2,4 Millionen PS. ausgebaut.

England weist Wasserkräfte in der Gesamt­stärke von 1 Million PS. auf. Es find infolge der sehr günstigen Kohlenfrage gegen zehn Prozent (100 000 PS.) bisher ausgebaut.

Rußlands gewaltiger Wasserkraftvorrat in der Höhe von 20 Millionen PS. ist nur wenig aus­gebaut, und zwar sind es nur etwa fünf Prozent (1,5 Millionen PS.).

In der Schweiz rechnet man mit 2,7 Millio­nen PS. Waffsrkraftvorrat. Bis zum Jahre 1922 hatte man ungefähr die Hälfte ausgenutzt.

Italien besitzt 5,5 Millionen PS. ausbau­barer Wasserkräfte, von denen gegen 2 Millionen PS. bereits gewonnen wurden.

Die Tschechoslowakei beutet bereits von ihren Wasserkräften soviel aus, daß sie jährlich sechs Millionen Tonnen Kohle, das sind 20 Prozent ihrer Gekamtförderung, spart.

Schweden und Norwegen besitzen im eigenen Land keine Kohlen, dafür aber 6 Millionen PS. (Schweden) und 12,3 Millionen (Norwegen) Wasserkräfte. Davon hat Schweden 2 Millionen PS. und Norweaen 1,4 Millionen PS. ausgebaut.

Europa wird sich bei der stetigen Abnahme sei­ner Kohlenvorräte auf diese Wasserkrastschätze be­sinnen müffen.__

— Beeinflussung her Zugvögel kurd) dir W t >ntng. Jahrzehntelange Untersuchungen über die Zusam't-R- hänge zwischen Witterung und Abreise oder Heim ehr mserer Zugvögel, di« namentlich von der deutsch m Beobachttmasstation Rositten ungeteilt wurden, haben ergebet:, daß es nicht die Regel ist, wenn sich einige' Boqelarten von den Witterungsverhältnissen in ihren Flügen beeinflussen lassen. Höchstens Gewitter oder Stürme, namentlich S<fm«fb"rrne im Märt und April, 'mj—l> die Döael, ihren Flug zu unterbrechen oder ;<irC ?lbffn<rit"tte ’,urü,*”*Mr‘«*L Das scheinen Zusammenhänge zwischen Wetter und Vogel*

Kraft des männlicheren Alters, auch die Politisierung d schnelles Ende, jene Politisierung, die für so viele der Anfang aller Laster ist. Die Jugend hätte mehr Zeit, sich erst menschlich mehr auszuweiten und zu vertiefen, die Geschichte unseres Volkes zu studieren und die wirtschaftlichen Zusammenhänge kennenzulernen. Sie würde die Flamme ihrer Ideale in voller Reinheit hüten können, und dann, ja, wenn sie dann an die Wahlurne geht oder ins Parlament, dann hat sie etwas zu sagen, dann spricht sie Worte, die in des Lebens Kampf und Not gewachsen sind, dann bringt sie Geist mit und Charakter. Möchten wir doch in all diesen Dingen wieder mehr auf die Stimme der Natur hören.

Cs gilt das nicht nur für die männliche Jugend, sondern auch für die weibliche, die, wie mir scheint, allzuviel und allzuschne/l in die politische und in die wirtschaftliche Oeffetttlichkeit hinausge­worfen wurde. Dieser Tage las ich, daß der Vize­kanzler in Orford dem Vorschlag, die Zahl der weiblichen Studenten zu beschränken, beigestimmt habe. Man war erschrocken darüber, daß das Ver­hältnis von 1 zu 4, wo also auf vier männliche Stnd-nten ein weiblicher kam, sich in diesem Jahre

Unter falscher Flagge

Roman von 3. Hohenfeld.

Oetkers

Marmeladen

zu nagen in allen oesseier Sasel 6 ft en

muß keine Nummer sein, sondern ein Mensch, kein bezahlter Agent, sondern ein Führer, kein Abkommandierter, sondern ein Stück Majestät. Ein Volksstaat sollte sich von einer Monarchie über­haupt nur dadurch unterscheiden, daß die Monar­chie nur einen König hat, der Volksstaat aber eine ganze Versammlung von Königen, wie man das vom alten römischen Senat sagen konnte. Nach altem deutschen Brauch wurden aber di« Könige gewählt, und man hat sie sich sicher erst angeschaut, ehe man sie auf den Schild erhob.

In der Hinsicht ist es auch gut, wenn das Wahl­alter etwas hingufgesetzt :Hrd, liegt es doch nicht im Sinne der Natur, daß die Jugend regiert, nach­dem sie noch kaum Zeit gehabt hat, gehorchen zu lernen. Im Giebel der Politik bedeutet die Er-

Rund um die Woche.

Goldfüchse auf Reise«. — Gibt sie mit Silber und Gold .... — Abgeordnete und Rollmöpse. BolbSjtaat und Monarchie. — Politisierung der Jugend. — Ei« Trompetenstoß. — Gegen die Schreckensherrschaft der Frau.

W'e wird das IDetter?

Durch das Eindringen warmer Lust in Südostdeuffch- 'anb bei gleichzeitiger verstärkter Abkühlung in Süd* -v’ftbeutfthlnnb ist es zur Ausbildung einer flachen Druck­störung zwischen beiden Lustmaffen gekommen. In ihrem Bereiche ist auch bei uns stärkere Bewölkung eingetreten, die sich zunächst halten wird Später kom­men wir jedoch wieder in den Einflußbereich her Süd­strömung an der Vorderseite des nordwestlichen Tief- dnickgebietes, sodaß wieder Bewölkungsab- nähme eintreten wird.

Aussichten für Sonntag: Wolkig bis aufheiternb, meist trocken, tagsüber wieder milder, südliche Winde.

Die Aktien steigen einmal wieder, und das Geld beginnt zu wandern. Es wandert von Land zu Land, von Erdteil zu Erdtell. Es hat seine Wege über der Erde und unter der Erde, genau wie die Elektrizität. Dabei ist es äußerst interessant, ihm nachzuschleichen, wie es so von einer Tasche in die andere hüpft. Eben war die Geldkatze noch prall voll und auf einmal ist sie leer. Diese Wanderun­gen des Geldes sind ein Schauspiel von einer eb-nfo ungeheuren wie unheimlichen Großartigkeit. Was sind die Völkerwanderungen der alten Zeiten gegen die Bewegungen dieser Goldfüchse? Die Helvetier verließen ihr Land, wie Cäsar das berichtet, um bessere Weideplätze zu suchen. Heute ist dergleichen nicht mehr notwendig. Man kann auf einer Dach­kammer wohnen, und wenn man es nur geschickt anfängt, kann man sich von dieser Dachkammer aus in den Besitz größerer Weideflächen setzen, als die Phantasie nur zu träumen vermag, und obendrein bekommt man das Rindvieh gleich dazu. Man überlege sich doch, was diese Wanderung des Geldes in unserem eigenen Vaterlande noch in den letzten Jahren für soziale Folgen gehabt hat. Wie­viel reiche Leute sind arm geworden, und wieviel arme reich! Andere sitzen heute in den Logen der Theater, und andere in den Reihen der Parlamente. Es scheint nun, daß eine Geldwandrrung nach Deutschland wieder eingesetzt hat, und gleich steigt bei vielen Leuten die Liebe zum neuen Dolksstaat. Manche suchen da gleich wunder­bare Ideale, während diese Liebe doch kaum höher zu bewerten ist als die zum reichen Onkel aus Amerika. Da war irgendwo ein Iüngferlein, das nicht wußte, ob sie heiraten sollte oder nicht. Es fang dann immer das Lied, das fünf, sechs Stro­phen hatte, in deren jeder alle häßlichen Eigenschaf­ten, die das Mannsvolk so an sich hat, geschildert wurden. Bald trinkt er zuviel, bald rasiert er sich ichlecht, bald lieat's im Haarwuchs und bald in den Strümpfen. Die Strande schloß dann jedesmal: „Nein, ich will keinen Mann, will auch nicht den­ken dran". Die letzte Strophe aber fing so an: „Gibt er mir Silber und Gold . . .". Und da kann man sich schon denken, wie die Strophe aus­lief. „Ja, ich will einen Mann!" . . . Und gibt uns die deutsche Republik nur recht viel Silber und Gold, so werden ihr die Sympathien nicht fehlen.

Zur Ehre dieser Revublik muß aber getagt wer­den. daß sie sich wirklich Mühe aibt. Es schein« auch die Vernunft darin zu wachsen. Wenn dock endlich einmal das L i st e n w a h l r e ch t bei un* verschwände und das Wahlalter ein wenig heraus- gesetzt würde! Warum ich beides so begrüße? Wei' beides letzten Euffss her freien <n»r«nnri*f»tt di-yt die bei uns im Aussterben begriffen ist Ich würde mich als Abgeordneter überhaupt dafür bedanken, nur so in einer Lifte gewählt zu werden. Es könnte doch irgend ein Zufall die Listen durcheinander bringen und dttrch irgend eine Tücke könnte es auch einmal pafiieren, daß man nicht die Listen von Abaeordneten. sondern von Rollmöpsen ge­wählt hätte, die sich zufällig aus dem Statisti­schen Amt ins Barteivolitische verirrt hätten. Im Verhältnis des Abgeordneten zu seinem Volke sollte etwas fein wie zwischen Lehrer und Klasse, wie zwilchen Pfarrer und Gemeinde oder auch wie zwischen Widukind und seinen alten Sachsen. Das

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Cerrf Hateinaer

VltrmacherMittdstrasse Gehe