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Nr. 256

Zrettaq, 5. November 1926

lohrq. 53.

Deutschland

England

wtb Rom, 4. Nov. (Eig. Funkm.) Der „Mes- sagero" berichtet über den Sektionsbefund an der Leiche des Verübers des Anschlages auf Mussolini. Von den Aerzten wurden zahlreiche Stichwunden und Würgmale festgestellt. Bor der Leiche wurden mehrere Zeugen vernommen, die den jungen Mann bei seiner Tat beobachtet hat­ten. Nur bekannte Einzelheiten wurden auf Grund dieses Verhörs bestätigt, vor allem die Tatsache, daß der Junge sich bei der Vorbeifahrt des Mini­sterpräsidenten durch die Truppenkette vordrängte und den Schuß aus nach st er Nähe abfeuerte.

wtb Rom, 4. Nov. (Eig. Funkm.) Der „Cor­ners della Sera", welcher mit Verspätung hier ein­getroffen ist, bringt eine Reihe von Einzelheiten über die Vorfälle in Genua, bei denen ein Faschist und ein Karabiniere beim Sturm auf das sozia­listische Blatt „II Lavoro" getötet wurden. Die Faschisten waren von der Rückseite des Hauses durch die Gärten in die Druckerei des Blattes ein- gedrungen und hatten dort 1 2 große Seßmaschi­rr e n z e r ft ö r t, sowie von den 3 großen Druck­maschinen die Hauptteile fortgetragen.

Exp'osion vor einer italienischen Milizkaserne. I" der vergangenen Nacht cxp'odierte vor dem Fender einer Milizka ein em San Pietro im Karst em Spiengköip r. Ein Mann der Miliz wurde ge­tötet und fünf verwundet.

Gemäß einer Aussprache der Vertreter der Par­teien im A e l t e st e n r a t ist der Arbeitsplan des Reichstags bereits bis Mitte Januar 1927 festgelegt worden. Das geschieht, um den Abge­ordneten ihre Dispositionen für ihre persönlichen und beruflichen Aufgaben zu erleichtern.

Nach diesem Plan wird getagt bis einschließlich Samstag, den 13. November. Die ganze nächste Woche, in die der Bußtag fällt, wird fitzungs- frei sein. Der Reichstag wird dann wieder am Montag, den 22. November zusammentreten und bis einschließlich Samstag, den 4. Dezember tagen. Die Tage vom 5. bis 8. Dezember einschließlich werden wiederum sitzungsfrei sein. Dann wird vom Donnerstag, den 9. Dezember bis einschließlich Freitag, den 17. Dezember weiter getagt. Es soll dann eine größere Wechnachts- und Neujahrspause eintreten bis zum 12. Januar 1927. Der Haupt-

ver Krieg im Rifgebiet.

wtb. Madrid, 4. Nov. (Eia. Funkm.) Amtlich wird mitgeteilt, daß spanische Abeilungen die Offensive gegen den Stamm der Beni Ider be­gonnen haben. Alle erstrebten Ziele wurden in nor­maler Weise erreicht.

Im Hinblick auf Die außerordeniliche Be» deutung der deutsch.englischen Industriellen, tiertianblunoen, die am 9. Oktbr. in Nomsey einpeleitet worden sind und demnächst fort- gesetzt weisen, dürften dte nachfolgenden Ausführungen unseres Mitarbeiters von ganz besonderem Interesse sein.

Die f Wiscke Revolution.

Lavoro d' Italia meldet aus G e n u a, daß Fa­schisten die Wohnung des Abgeordneten Rossi zerstörten und in Brand steckten. Auch die Woh­nungen des sozialistischen Abgeordneten Canepa u. eines Rechtsanwalts, der als hoher Würdenträger der Freimaurerei bekannt ist, wurden von Fa- schiften zerstört und angezündet.

Kle n,eu- Colone» okal o.lb Recchrmar '»swärtr 020 Reichsmark. Rek'amei-t'e- lokale.« Reichsmark auswirts o.ro Reichsmark.

Rus den Parlamenten.

Reichstag.

Der Reichstag hat am Mittwoch nach der großen Sommeipauie seine Sitzungen w'eder ausgenommen. Abgesehen von einer scharfen Kritik des Kommu­nisten Stöcker an dem preußi chen Hohenzollern- vergleich verlief die erste Sitzung ohne jede bewndere Debatte. Präsident Lobe widmete zunächst den während der Ferren verstorbenen Abgeordneten Nach­rufe. Sodann wurden die SchiedSaerichiSverrräge mit den Niederlanden und Dänemark, der deutsch» Polnische Grenzregelunosvertrag, daS Euenbadnab» kommen mit Polen und Danzig und das deutsch- sranzösische und das deutsch belgische LustverkehrS» abtoinmen dem auswärtigen Ausschuß überwiesen. Bereits um 41/» Uhr vertagte sich der Reichslag auf Donnerstag, wo bie Wahl eines Vizepräsidenten an­stelle von Dr. Bell vorgenommen werden joll.

Der Achtstundentag.

In einer Erklärung der sozialdemokra­tischen Reichstagsfraktion wird u. a. ausgeführt, die Frakt'on wolle mit Nachdruck die von den freien, christlichen und Hirsch-Dunkerschen Gewerkschaften ausgestellte Forderung eines Not­gesetzes zur Sicherung des Achtstundentages be» kräftigeH. Die Wiedereinführung des Achtstunden­tages dürfe nicht verzögert werden. Weiter wird eine gesetzliche Begrenzung des U eb erst und en- wesens verlangt. Schließlich wird ausaeführt, daß die grundsätzliche Anerkennung des Achtstun­dentages auch für die Beamtenschaft er­strebt toetben müsse.

*

Die demokratische Reichttagsfraktion beschäftigte sich in ihrer Sitzung am Mittwoch mit den Fragen der Erwerbslosenfürsorge und stimmte den Vorschlägen der Reichsregierung zu. Die Reichs- tagsfrattion der Deutschen Dolkspartei be­schäftigte sich ebenfalls mit der Erwerbslosensra'e, behielt sich ihre endgültige Entscheidung aber für eine Fraktionssitzung am Donnerstag vor.

Ein- Betrachtung zu der sich anbahnenden deutsch-englischen wirtschastsverständigung.

Dr iur. Paulheinz. Dietrich. Beilin. <Mi,,i,.i> b„

ten auf bie ©eftaltung der englischen Wirtschaft und bereits 1903 überflügelte Deutschland England w der erzeugten Roheifenmenge und von vielen Markten rerdrangten deutsche Qualitätswaren von Stahl- und Eisenerzeugnissen usw. die eng­lischen Produkte. Die Bedeutung der Eisenindu- ^^r,,e und die der anderen Metalle für die englische Volkswirtschaft ward aber in der Höhe der er­zeugten Werte noch erheblich von der Textilindu- strie ubertrosten. Die gewaltige Entfaltung all-r Zweige der Terkilindustrie — deren Gesamtwert 1923 auf 5 Milliarden Mark geschätzt wurde — war England nur dadurch möglich, daß es in sei­nem Kolonialreich ein ausgedehntes Absatz- erbtet besaß. Aber das zweite Jahrzehnt dieses Jahrhunderts stillte England vor die Aufgabe, sich für die im Laufe der Jahre durch Verselbständi­gung der betreffenden Länder schwindenden Han­delsgebiete Ersatz zu suchen. Nicht nur die deutsche Industrie hat sich von den Ereignissen der Zeit allmählich erholt und begegnet England auf dem Weltmarkt wieder im Wettbewerb, die Vereinigten Staaten sind aus der Kundenliste Englands ge­schwunden, um dastir in Südamerika, ja in Eng­end selbst als Konkurrent aufzutreten. Japan er» scheint auf dem chinesischen und zeitweilig auf dem indischen Markt Ebenso nnaünstia wie die wirt­schaftliche ist dir technische Neuentwicklung für Eng­land geworden; und wo noch Bedarf an enettsschen Waren bestand, hat, von dem Ausfall des ruistkchen Marktes zu schweigen, bi» allgemeine Ver - armung.Euronas die Gestaltung des englischen Absatzes beeinflußt. Eine derartige B»renouna des Absatzgebiete« ist für di- englische Vorksmirtschaft umio bedrohlicher. chs England die glückliche Pro- uortion zwischen Industrie- und Agrar- st g a t, die Frankreich und in gewissem Umfange auch noch Deutschland besitzen, seit einem Jahrhun­dert verloren hat. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die sünqste wirtschaftliche Auf- würtsentwickluna, die Gestaltung der deutsch-eng­lischen Konkurrenzverhältnisse, die deutsch-franzö­sische Wirtschaftsannäherung, die Entwicklung der amerikanischen Industrie gegenüber der eurovai- schen auf englischer Seite die Initiative zur An­bahnung einer deutsch-englischen Wirflchaftsver- ftänbmunn b-wirkt haben. Die E--k»nntnis, daß »s weder im Interesse der eiaen-n Wirtschaft, noch der euronäiftfien und weltwirtschaftlichen Gestal­tung dient, wenn sich ein scharfer Konkurrenz­kampf zwifch-n Deutschland und England ent­wickelt — vollkommen nlmesehen von der dadurch erfolgenden unnühen Krgfteveraeudung — scheint nunmehr sich auch in England durchzusetzen. Da- b-i darf nicht auh»r Acht gelassen werd-n.' daß die -Trane der Herbeiführung einer deutich-englischen Berständiguna auf den einzelnen Gebieten der Wirtschaft gelingt, zunächst das Brodlern her An­näherung der Einzelkonkurrenten in ihrem eiaen-n Bereiche zu lösen. — Zu einer deutsch-englischen Verstsndimrng der Konkurrenz­gestaltung werden di- Beteiligten auf beiden Sei­ten gezwungen sein. In diesem Zusammenhang sei I nur auf folgend"--, hina-mi-sen: Gewiss ist es eine I alte, durch vielfache Grfahrunnen h-stätjate Tat- I fache, daß die Konkurrenz die Wirtschaft hebt; ge- I niß ist ein gesunder Wettbewerb die Doraussetzung I ür das Gedeihen jedes Gewerbezweiaes, jedes ge- I schgftlich-n iintern-bm-ns. jeder Volkswirtschaft. I Aber auch für den Wettbewerb gibt es eine Grenze; I wird diese Gr-nze, die bestimmt wird durch die I räumliche Grösse des Entfaltnngsgebietes, durch I bas Vorhandensein gleicher Kräfte und gleicher I Voraussetzungen für den Wettbewerb, überschritten, I bann kann die Konkurrenz zu solchen Erscheinunoen I führen, die nicht allein das Minderwertiae vernich- I ten, sondern einem sonst gesunden Wirtschafts- I äweiq das Grab bereiten und zu schweren Erlchüt- I terunaen und Störungen der einzelnen Gesamt- wirtschaften führen. Dies gilt nicht allein für die Gestaltung und die Abwicklung des Wettbewerbs- Prozesses zwischen den Gleichen Branchen verschie- I bener Staaten, di-s gilt insbesondere auch für den I deufsch-enalischen W-itbewerb in seiner Gesamtheit I im Rahmen der Weltwirtschaft.

Wie sich im einzelnen die Dinge in bezug auf eine deutsch-engljlche Wirtschgftsverständigung auf den einzelnen Gebieten auch entwick-ln werden, I die Konferenz von Romsen und die sich aus ihr weiter eraebenben Verhandlungen und Fühlung- I nahmen sind als unverkennbarer Fortschritt I in der Verbesserung der deutsch-englischen Bezie- I hungen zu werten, der den Wirtschaften der bei- I den Länder letzten Endes nur von Vorteil fein I kann.

China.

Var der Ucberreid ung einer Kollektivnote der Mächte an China.

Nach einer Havasmelbnnz aus Peking bat das diplomatische Korps eine in freundlichem Tone obiefaßte Kollektwnote aufgesetzt, die gleichzeitig in Peking und Kanton überreicht werden soll, nm gegen die gegenwärtige Lewe in C''na zu protestieren.

* Der deutsch-japani che Hande^veftraa. Nach einer Meldung der A-entur Judo Paz fique wird der deutsch japanische Handel-Vertrag toahricbeinlicb anfangs des kommenden Jahres unter­zeichnet werden.

vr. vorpmüller und die Eisenbahner.

Am M llwoch wurden die Tarifgewerk­schaften der Reichsbahn von dem netum Generalduektor Dr. Doipmüller emptgnaen, der ihnen versicherte, daß sie bet ihm stets volles Per- ständws für ihre wsttichaf,licke Lage finden wurden. Sein Emfluß sei jedoch beschränkt durch das Gesetz der Wirtschaf'licbkett. Obwohl b e E nnabmen hinter benen bes Vorjahres zurück'leiben, solle versucht werden, für 1927 Mittel zur Verbesserung bet Lage be§ Per ongls flüg'ig zu machen. Für die Suber» tulo ebekämpsung solle der Betrag verdoppelt werben. Die Beförderungsstellen sollen vermehrt und in den mittleren Dienst wieder Dienstanfänaer ein­berufen werden. Abgesehen von den Weikstäiten und vereinzelten Stellen in einigen Direkt onen sei eine Herab'etzung bet Kopfzahl nickt mehr er- widerlich. Der Keneralbi ektor werde dem Verwal­tungsrate Vorschlägen, bie Bewährungsfrist für bie unkundbare Anstellung bei den Beamten der Be ol- bunesoruppen 1 bt$ 4 von 20 auf 10 Jahre herabzusetzen.

* Reich-piiisidknt empfing am Misttooch den belaubten ritfour-Feronce, her vom G ueral- lekrelar des Bölkerbunbes zum Unteigenerttlfefretär ernannt wird.

Die Schriftleitung.

DieWeltwirtschaft von heute unterscheibet sich I con 1913 burch zwei entscheibenbe Tatsachenkom- I stt^'e: Einerseits ist eine Reihe von Staaten ent­weder überhaupt ober zu einer erheblich gestei- gerten Eigenerzeugung übergegangen (Vereinigte Staaten von Amerika. Indien, Kanada, Japan, dw südcimerikanijchen Staaten, Australien), ande­rerseits hat innerhalb der Weltexportrmrtschaft eine internationale Umgruppierung stattgefunden. Auch di- Prduktions-, Konjunktur- und Absatzver- I hältnisse haben sich tn der ganzen Welt während I des letzten Jahrzehnts völlig verändert und demge- I mäß nicht nur die Wettbewerbslage im Jnlande I der einzelnen Industriestaaten, sondern auch die Konkurrenzve.-Hältn'sse auf den ausländischen Märkten erheblich verschärft. Daß sich aus diesen gewaltigen Umwälzungen für die Wirtschaft der beiden großen Industriestaaten: Deutschland und I England, eines Tages Wirtschaftsprobleme ent­wickeln mußten, die mit her Verteilung der Absatz- I wärkte, her Gestaltung de- Konkurrenzkampfes, I der Entwicklung der Zollpolitik Zusammenhängen, I und nur im Wege gemeinsamer Zusammenarbeit I zur Vermeidung her Schädigung der eigenen Ge- I wrrbezwetge zu lösen sind, ist ohne weiteres ver- I ftänblid), umsomehr als die Entwicklung de- deutsch-englischen Wetibew-rbs auf dem Weltmarkt I sich seit dem Beginn des Wiederaufbaues der deut­schen Wirtschaft mehr und mehr zuspitzte. Es I braucht hier nur darauf hinaewiesen zu werden, I daß im Augenblick die englische Kunstseiden- I rndustrie einen starken Konkurrenzkampf gegen I Deutschland führt, daß die deutsche Textilwirt­schaft nach wie vor bezüglich ihrer Absahgebiete I auf dem Weltmarkt mit großen Schwierigkeiten zu I kämpfen hat, um bie Gefahr erkennen zu lassen, I die sich aus einer Konkurrenz ergibt, die sich zwi- I fchen zwei Wettbewerbern mehr und mehr ver­schärfen muß, die um die Grundlagen ihrer Exi- I stenz kämpfen. Der deutsch-englische Wettbewerb ist nicht nur eine Privatwirtschaft- liche Angelegenheit, sondern ein Volks- und weltwirtschaftliches Problem, bas im Hinblick auf Gegenwart und Zukunft in steigendem Maße Beacksting verdient und betten Bedeutung nicht u nterschäht werben barf. Die Gestaltung mancher Zweige ber deutschen Wirtschaft, so zum Beispiel ber Tertilmirtschaft, ist von ber Entwick­lung des Verhältnisses zwischen Deutschland und England abhängig, welche mit dem Ergehen der übrigen Wirtschaftszweige verbunden und als Er- portzweige darauf angewiesen sind, in den Rah- men allgemeiner Verständigung einbezogen zu wer­den.

Die Voraussetzungen für die grundlegenden Wirtschaftsprobleme und für die Sicherung ber Weiterentwicklung sind in Deutschland und Englanb die gleichen und des öfteren ist bereits auf bie enge Verbundenheit deutsch-englischer Probleme hinae- inefen worden. Sowohl für England wie für Deutschland liegen sie in einer außerordentlich star­ken Steigerung des Exports von Fer- t i g f a b r t f a t e n , in einer dauernden Sicher­stellung von Ausfuhreinnahmen, die groß genug fein müssen, um den starken Einfuhrbedarf an Le­bensmitteln und Rohstoffen zu bezahlen. Die Be­schränktheit ber Absatzmöglichkeiten für zusätzliche deutsche und englische Exporte, die weitgehende llebereinftimmung in der Art ber hierfür in Be­tracht kommenden Fabrikate und die prinzipielle Ebenbürtigkeit beider Industrien, der verstärkte Industrieschutz bedingen die verschärfte Zuspitzung gerade des deutsch-englischen Konkurrenz­kampfes. Wenn dieser bisher nur vereinzelt ZN verzeichnen war, so liegt die Ursache hierfür nicht in ber mangelnden Aktivität des deutschen Exvorts, sondern vor allem darin, daß sich in d-r englischen Wirtschaft noch nicht jene äußerste Anstrengung ber Kräfte in bezug auf allgemein wirtschaftliche Organilatjons- und Betriebsreform durchgesetzt hat. bie zwischenzeitlich in Deutschland Platz gegriffen hat.

Als erstes Volk der Welt hat sich England eine Schwerindustrie geschaffen und beherrschte während des aanzen 19. Jahrhunderts den Welt­markt mit Kohle, Stahl, Maschinen und Web- roaren. Die sich in der deutschen Industrie ent- wickelnde Konkurrenz warf dann ihre ersten Schat- |

Dom RMzkab nett.

Pa5 Reichskabinett beschäftigte sich am Mitt­woch unter anderem mit der Frage der Veranstal- !.un9 emer Weltausstellung in der Reichs-

-?05 Reichskabinett sah keinen Anlaß, eine S?CrrUnriJ -?u„ treffen. Infolgedessen kam die wentuelle Bestellung eines Reichskommissars nicht Frage so daß die Namhaftmachung der in der Oeffentllchkeit erwähnten Persönlichkeiten lediglich aus Kombinationen oder Vorschlägen beruht. In ber Aussprache würben übrigens gegen ben L°,^3-enn fef)J erhebliche wirtschaftliche unb ' Bedenken laut, die sich aus der wirtschaftlichen Gesamtsituation ergeben

öenier nahm das Reichskabinett den Vortrag des Reich-mnenministers über die Wahl-

£ 0 51 a 9 e. entgegen. Die Entscheidung über die Vorlage wird in einer späteren Sitzung erfolgen. d a

Weiterhin hat das Reichskabinett die Zuleitung der Denkschrift über den Ankauf des „Kaiserhof" und die Unterbringung der Reichsbehörden in Ber­lin an den Reichsrat und Reichstag einstimmig genehmigt. In der Denkschrift sind die sachlichen und finanziellen Vorteile, die sich für das Reich aus dem Ankauf im Zusammenhang mit den üb» Maßnahmen ergeben, eingehend bargelegt. Die Denkschrift wird der Oesfentlichkeit übergeben werden.

Wie das „Berl. Tageblatt" erfahren haben will, fpll im Anschluß an obige Kabinettssitzunq in einem kurzen Kabinettsrat, der sich mit der Neuernennung eines Reich-pressech-fs ^'^igte, einstimmig beschlossen worden fein, bem Reid-spräsidenten di- Ernennung des bis- ^'rigenten der Presieabteilung, Geheim. nift^Arv ‘n' rum Reichsprefsechef und Mi- Nlsterialdlrektor vorzufchlagen.

Die lvahlreform.

V-N?» iReichsminister des Innern Dr. Külz, ber dem Reichskabinett, tote bereits gemeldet, den Ent. tonrf eines Gesetzes über eine neue R-ichstoabl- mbnung unterbreitet hat, bat dem „B. T." zufolge außerdem auch einen zweiten Kesehenttourf Über Tur*Uhnäe^Un^ ce§ ^^larters voraelegt. 7 * "eite Gesetz, das berfaffung§änbernb ist, ^^ajsung alle 20jährigen Per'onen A^reckt.st sinb soll bie Wahlberechtigung ans inlrTt. be.*ra?ft, werden, bie bas 21. Lebens- " h ber, chritten haben. Das Gesetz Über bie

hpT«ieic,nl1kf,I°mnUnn w'e bas Blatt ersäht? den Wegfall der Reichsliste und bie Einführung

E.ner.Wahlkreises vor. D,e Reüsummen sollen vollstanbig innerhalb bet Wahlkreisvcrbänbe ausgeglichen werben.

Vie -eutschnationaie Opposition. , Die Verhanblungen des Auswärtigen Ausfchuf- sts des Reichstages hatten das Ergebnis, daß der Reichsregierung die volle Billigung der Parteien von der Deutschen Volkspartei bis einschließlich ber Sozialdemokraten für ihre Politik in Gens und ^gesprochen wurde. Die kürzlich vom NsN Westarp erfolgte Ankündigung, daß die Leutschnatlonalen nunmehr in eine schroffe Dp- p o f 111 on übergehen, hat bereits in dieser Sitzung (TfLn e»/ e Bestätigung erfahren. Es ist zu leb­haften Auseinandersetzungen zwischen dem Spre-

£trx. Deutschnationalen, dem Abg-ordneten H o e tz s ch und dem Reichsaußenminister S t r e s e- m a n n gekommen. Hoetzsch, der bekanntlich von Stresemann seinerzeit als parlamentarischer Ver- trauensmann der Deutschnationalen für Genf vor­gesehen war, und ber sich bisher immer bes Rufes einer verstanbigen unb maßvollen Haltung er- I treuen konnte, ist mit auffallender Schärfe gegen Stre|emann persönlich, wie auch gegen die von ihm I geführte Politik vorgestoßeu. Zweifellos werden diese Spannungen auch auf die g e s a m t p o l i - 11 s che Haltung der Deutschnationalen bei den kom­menden Beratungen im Reichstag Ihren Einfluß ausuben. Im übrigen hat der Auswärtige Aus- schuß die Absicht der Reichsregierung gebilligt auf ber Grunblage von Genf unb Tboirn bie weiteren Verhandlungen insbesondere mit Frankreich z't I führen, dabei aber auch zum Ausdruck gebracht, daß solche Schwierigkeiten, wie sie durch die neuen For­derungen bezüglich der Militärkontrolle l erhoben wurden, unvereinbar seien mit den Be­strebungen, die sich die Minister beider Länder zur I Befriedung Europas gesetzt haben.

wtb Rom, 4. Nov. (Eig. Funkm.) In Vado bei Livorno feuerte der Besitzer eines Tabak- gesckäfts von feiner Wohnung auf einen Zug von Faschisten. Ein Faschist wurde getötet und mehrere verwundet.

Wie Hanns aus Rom berichtet, bat der f r a n» zösische Botschafter Besnnrd wegen der Zwischenfälle'in Trivolis und in R-nabazi Protest erhoben. In Benghazi habe die Volksmenge das französische Konsulat Zwingen wollen, n-ben der französiscken die italienische Flaone zu hissen. Der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenhei­ten, Grandi, habe in der französischen Botsch-ft seine Entschuldigung zum Ausdruck bringen lassen und eine strenge Bestrafung der Sck"ldigen angefünbigt. Gleichzeitig habe übrigens nach dem ^T-mvs" ber französische Botf-hafter bei seinem b in der Eonsulta Protest wegen der Zwi­ste in Ventimiglia erhoben.

FuldaerZettüng

_ Anzeiger für die Stadt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Erscheint fftfiema1 wöchentlich. Wochend» innen illustrierte Bei- ‘ “

lafle “nb BuckenbiStter" Rotat'onrdruck und «erlag der »nldaer Actiendruckerei in iu'da. iernwrecher Rr. 9.

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