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Donnerstag, 28. Oktober 1926.

lahra. 53

Deutsche Beschwerdenoten an Polen

England—Italien—Frankreich

solche Verhältnisse sind in dem brodelnden Völker-

Rang und

dern, vor allem Japan und England, nicht un­freundlich gegenüberstehen. In dieser Hinsicht hat , Dr. Wellington Koo — der derzeitige Minister des ! Aeußern in Peking allen Chinesen am 15. Juli 1 dieses Jahres aus dem Kerzen nefnrnrhen. mpn tf

kessel des 400 Millionen-Volkes schon öfter da ge­wesen. Und immer wieder, stand man unerwarte­ten und unberechenbaren Wendungen gegenüber.

Deshalb sind die Kenner des unentwirrbaren

Reicbskagsabgeordneker Professor Bergskrässer r w. Marseille vor einer zahlreichen Hörer- m)aft einen beifällig aufgenommenen Vortrog über r s^nn?i,erun.? zwischen Frankreich und Deutsch- *anb. Ein Störungsversuch einiger Camelots du Roy wurde rasch unterdrückt.

Prinzessin Emina 2Ha(im gestorben. Die En- *ehn Mehmed Alis, des Begründers der gegen­wärtigen ägyptischen Dynastie, Prinzessin 2nima Malim, ist in Paris verstorben.

Norwegens Diktum über Zchnaps.

Aus Oslo wird gemeldet: Es liegen nunmehr die gesamten Resultate der Abstimmung über das Branntweinverbot vor. Für das Der- bot wurden abgegeben 421202 Stimmen, dagegen 531 426. Bei der Abstimmung im Jahre 1919 wurden für das Verbot 489 017, dagegen 304 673 Stimmen abgegeben.

n,-tqen- Bre"e- Jtiftnwil«- 'Colonel) ofai 0,16 SieidiSmar lurwSrtr 0.20 Reichsmark. Reklame,eile- total n.er Reichs mar' auswärts 0.80 Reichsmark-

<Re» '^•ebertigtnnnen RahaN RoMck>-ckkon»o "trankkur- n. 40M

Die Britische Neichskonferenz.

Die Dienstag-Sitzung der Britischen Reichs- konferenz war streng geheim. Es wird an­genommen, daß der Premierminister von Austra- tien und andere Dominionsvertreter ihre Absicht, die Frage einer größeren Beteiligung der Domi­nien an den Rüftungslasten des Reiches zur Sprache zu bringen, in dieser Sitzung ausgeführt haben.

gegenüber Frankreich vor, da ein Abweichen von der Neutralitätsparole zu allen europäischen Staa­ten Schwierigkeiten bringen würde.

Italiens Außenpolitik.

Ein Leitartikel des Blattes „Caooro d' Italia" sucht den Einwurf der Opposition zu widerlegen, daß Italien in seiner auswärtigen Politik isoliert sei. Das Blatt meint, daß die Politik Mussolinis die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die ita- lienischen Probleme und Bedürfnisse gezogen habe. Italien fei durch feste Bande mit England ver­bunden. Die Bedrohung infolge einer etwaigen deutsch-französischen Verständigung fei ein Hirngespinst, wie man deutlich aus dem Zögern und den Zweifeln, die Berlin und Paris in den letzten Tagen bekundet hätten, ersehen könne. 3n Bezug auf Deutschland und Frankreich habe Italien nur friedliche Absichten. In Bezug auf Deutschland seien die in den beiden bekannten Reden Mussolinis aufgestellten Forderungen unan­tastbar, sodaß keiner! c i Dis k uf|io riuU^r die Rechte Italiens in Südtirol oder über die E i n» verleibung der österreichischen R e - publif in das Deutsche Reich gestattet fei. Außerhalb dieser beiden Fragen seien alle Abkom­men möglich. Frankreich müsse die Gewohnheit oblegen, italienische Klagen stillschweigend zu über­gehen, als ob Italien ein Kleinstaat fei, den man an der Rose herumführen könne.

Amerika und Frankreich.

rotb Paris, 27 Oft. (Cig. Funkm). Wie dem "New Parker Herald" aus Washington gemeldet wird, sei der amerikanische Botschafter in Paris, Herrick, der im Begriffe stehe, auf feinen Posten zurückzukehren, im Besitz von Instruktionen seitens des amerikanischen Präsidenten Coolidge und der Staatssekretäre Mellon und Kellogg betreffend die Finanzlage in Frankreich. Er soll der französischen Regierung die Versicherung geben, daß Amerika mit Sympathie jede Anstrengung zue Stabilisierung des Franken unterstützen werde. Je­doch werde mitgeteili, daß die Vereinigten Staaten sich weder an einer Anleihe beteiligen, noch Kredite garantieren würden, solange die fran- zöfischcn Schulden bei Amerika nicht end­gültig konsolidiert fein würden.

KnanMsgleich.

Stellungnahme der Spihenverbände der wirtschaft.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, der Zentralverband des deutschen Bank- und Ban- nergeroerbes, Deutscher Industrie- und Handels- tag, Hauptgemeinschast des Deutschen Einzelbau- dels, Reichsverband der Deutschen Industrie und Zentrakverband des Deutschen Großhandels hatten 3u einer Pr e f f e b e sp r echu n g eingeladen, in Der sie ihre Stellung zum kommenden Finanzaus­gleich bekanntgaben, die in zwei Gutachten von dem Senatspräsidenten am Reichsfinanzhof Dr. Enno Becker, dem Schöpfer der Reichsabaabeord- nung, und dem Finanzsachverständigen Professor Albert Hensel-Bonn umriffen wird.

Nach einleitenden Worten wies der stelloertre- tende Vorsitzende der Deutschen Industrie, Direk­tor Dr. Haußmann, auf die Leitsätze der Spitzen­verbände hin, die den beiden Gutachten vorange­stellt sind und die Forderungen der Wirtschaft ent­halten. Er führte u. a. aus: Das Finanzausgleich- Problem muß in erster Linie als volkswirt­schaftliches betrachtet werden. Die roirtfrf'aft- Heben Interessen müssen unter den heutigen Ver­hältnissen hierbei ausschlaggebend fein. Es bedarf hierbei der Zusammenfassung der Gewerbe- steuergesetzgebung in einem Reichsrahmen, g e s e tz. Anstelle der Vielheit der Steuerbehörden des Reiches, der Länder und Gemeinden müssen einheitlich zusammengefaßte Behörden in Fortentwicklung des Gedankens eines Reichs- be Wertungsgesetz es treten. In Unterstrei­chung dieser Gesichtspunkte betonte Haußmann, doß eine endgültige Ausgestaltung des Finanzaus­gleichs im dringenden Interesse der Wirtschaft liege.

Als im Frühling dieses Jahres die Truppen lich einmal entscheidend auf eine Seite neigte. Aber des chinesischen Marschalls Feng, der bald „christ- " m ........ - . . "-----

kicher" bald „bolschewistischer" General genannt wird, aus Peking abzogen und auf der Flucht zum Teil aufgerieben wurden, schien für das Millionen- nölt der Mitte eine Zeit der Waffenruhe gekommen zu fein.

Die tschechische Währung.

3m Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses in Prag erklärte Finanzminister Englisch im Verlaufe der Budgetdebatte u. a., er müsse mit größtSr Ent- schiedenheit und im Bewußtsein seiner vollen Ver- antroortung die Gerüchte, wonach die tschechische Krone sinken werde, als völlig unzutref­fend bezeichnen. Er konstatiere weiterhin mit allem Nachdruck, daß die Reserven so hervor­ragend seien wie niemals vordem, ja daß gerade letzt»» -Monaten die Reserven der tschecho­slowakischen Notenbank überraschend stiegen.

Zur Lage in China

Von Hermann Wilhelm Reith-Hamburg.

Staat und Dichtkunst.

Eröffnung der Sektion für Dichtkunst in der Preußischen Akademie der Künste.

In einer Vollsitzung der Preußischen Akademie der Künste wurde in Anwesenheit des preußischen Ministers für Kunst, Wissenschaft und Volksbil­dung, Dr. Becker, die neugegründete Sektion für Dichtkunst eröffnet, der als erste Mitglieder Dr. Ludwig Fulda, Dr. Arno Holz, Prof. Dr. Thomas Mann und Hermann Stehr sowie als wissenschaftliche Senatoren Universitäts­professor Dr. Petersen und Geheimrat Dr. Burdach angehören. In der Eröffnungsrede empfahl Kul­tusminister Dr. Becker zur Förderung des dichte- rischen Nachwuchses das System der literarischen Preise und teilte mit, daß in dem Voranschlag für den preußischen Staatshaushalt 1927 3000 Mk. für einen von der literarischen Sektion auszuschrei­benden Staatspreis ausgeworfen sind und daß ferner die Witwe des verstorbenen Ehrenmitgliedes der Akademie Geheimrat Arnhold einen Betrag von 2000 Mk. jährlich der Akademie für einen litera­rischen Eduard Arnhold-Preis gestiftet habe. Als Vertreter der Mitglieder der neuen Sektion ant-

chinesischen Problems mit ihrem Urteil über den mutmaßlichen Gang der Dinge sehr zurückhaltend.

Wer garantiert, daß Wu Pei-fu nicht bald wie­der fest im Sattel fitzt? Wer weiß, was Japan fei­nem Schützling Tschang Tso-lin an versteckter Un­terstützung zuteil werden läßt? Und wie werden sich die Russen zu ihren Freunden unter Feng und in der Kanton-Armee verhalten? Und schließlich könnte ja, wie dies,in China schon mehrfach der Fall war, irgend ein Unterführer ober ein ent­fernter Provinzgeneral feine Zeit für gekommen halten, auf eigene Faust an dem Wettkampf der kriegerischen Generale teilzunehmen.

Das ist auch das Urteil der deutschen Handels­kammern in Shanghai und in Hankou, die bereits Mitte des Jahres die Lage in China mit fol­genden Sätzen treffend gezeichnet haben: „Im gan­zen genommen zeigt die innerpolitische Lage Ehinas heute ein trostloses Bild, trostlos besonders deshalb, weil keine der bestehenden Mächtegrup­pen nach der Fähigkeit ihrer Führer und der rea­len Macht, über die sie verfügen, in der Lage scheint, endgültig die Oberhand zu gewinnen und China seiner Einigung zuzuführen. Daher der ka­leidoskopartige Wechsel der Ereignisse. Bundes- genoffenoon geftefn sind Gegnervon heute und reichen kich morgen erneut zu gemeinsamem Kampf gegen einen Dritten d i e Hand. Erfolge, die erzielt wer­den, sind Tagesereignisse und bleiben ohne heil­same Wirkung auf die Gesamtlage."

Es ist erstaunlich, wie trotz dieser inneren Zer­rissenheit und dauernden Selbstzerfleischung das chinesische Volk dem Ausland gegenüber mehr und wehr zu einer Einheit zusammengeschweißt wird, zusammengeschweißt wird durch das gemeinsame Ziel aller, die Vorrechte der Fremden zu brechen und die politische Gleichberechtigung Chinas im Verkehr mit dem Ausland, wenn nötig, zu erzwin­gen. Dieses Ziel haben selbst die Generale Tschang Tso-lin und Wu Pei-fu, obwohl diese den Auslön-

3um wirtschaftsmani*est.

Auf der 10. Iahrestagung des Nationalver- bandes der englischen Fabrikanten behauptete der Vorsitzende Terrek, der Verband, dem mehr als 2000 Firmen angehörten, sei entsprechend der allgemej. nen Stimmung im Lande f ü r umfassende "Maß- nahmen zum Schutze der britischen Industrien, und sagte weiter, in den Vereinigten Staaten wäre ohne solche Maßnahmen der wirtschaftliche Wohs. stand, wie er jetzt vorhanden sei, niemals erreicht worden Zu dem Wirtschastsmanifest erklärte Ter- ret, ungemein viele Unterschriften unter dem Mani­fest stammten charakteristischerweise von Männern die zu in größten Teil mit der Freihandels- Politik der Veroanoenheit zu identifizieren feien. Augenscheinlich könne diese Bewermng sich fehl wenig auf ihren internationalen Charakter stützen, und, soweit man sehen könne, werde sie von vielen führenden Leuten in Deutschland, Frank- reich und auch den Vereinigten Staaten zurückge- tpiefea. Eine solche Bewegung habe keine Aus­sicht auf Erfolg. Man dürfe daher nicht zulassen, daß England zu dem Glauben gebracht würde, daß es sich um das Anzeichen einer ernst zu nehmenden Bewertung handele und daß selbst der frei Ablage- Platz für die lleberfch"ßvrodukte ausländischer Fa- brifanten werden müsse.

Aus orientierter Londoner Quelle wird uns ge­schrieben:

Mit der italienischen Regierung sind in letzter Zeit diplomatische Verhandlungen geführt worden, welche sich speziell auf die Mittelmeer- und Balkan- Politik bezogen. Durch die Ansprüche Spaniens auf Tanger, welche von Frankreich abgelehnt wer­den, ist eine Situation im Mittelmeer geschaffen, welche eine Verstärkung der britischen Flotte not­wendig machen würde. Die britische Regierung hat jedoch sowohl bei Spanien als bei Italien Schritte unternommen, um einen Ausweg zu finden, diese bedeutenden Kosten zu verhindern. Die Beziehun­gen Italiens zu Spanien sind durch die britische Vermittlung auf die Marine-Interessen gelenkt worden und haben gute Resultate geliefert, weil sich jetzt ohne neue Verpflichtungen Englands die Marine-Interessen im Mittelmeer in.dem gewünsch­ten Sinne entscheiden werden.

Zu allen Mittelmeerstaaten hat England feine Beziehungen so geregelt, daß feine neutrale Haltung gegen die Einzelstaaten nicht beein­flußt ist.

In der Kolonialfrage hat England die berech­tigten Wünsche Italiens anerkannt.

Gegenüber der faschistischen Politik steht die britische Regierung ganz neutral und es ist auch feine andere Haltung von ihr verlangt worden.

5n der Tatsache, daß während der Völkerbunds­tagung die britischen und französischen Delegier­ten die größten Probleme gemeinsam miteinander lösen konnten, liegt der Beweis, daß zwischen Lon­don und Paris Einverständnis in der äußeren Politik besteht. Die Behauptungen der Presse, wonach Poincarö Störungen dieser Politik verursacht habe, sind unzutreffend. In den internationalen Finanz- und Militärfragen decken sich die Auffassungen von London und Paris fast vollkommen. Einige Punkte sind während der letz­ten Wochen auf diplomatischem Wege Gegenstand von Verhandlungen gewesen, um Meinungsverschie­denheiten oorzubeugen. Diese Punkte betrafen Die französische Unterseeboot-Politik, die Schuldenfrage mit Amerika, die Lösung des Dalutaproblems in Frankreich und Belgien, der internationale Stahl­trust. die Verhandlungen Frankreichs mit Rußland, die Stellung zu Polen und den Balkanländern. In den meisten Fragen ist der gemeinsame Standpunkt bestätigt worden.

Trotzdem behält sich die britische Regierung volle Freiheit im Rahmen der äußeren Politik auch

Schwarzseher meinten jedoch damals, es sei nur die Stille vor erneutem Sturm. Ihnen gaben denn auch schon die nächsten Ereignisse recht. Zwar war Seng einstweilen geschlagen und persönlich nach Moskau abgerc'st, um dort in den russischen Staats­betrieben — wie es hieß — als gewöhnlicher Ar­beiter tätig zu werden und die Truppenoroonisation der Sowjets ebenso zu studieren wie die Werke Lenins, aber in China weilte noch eine zweite Ar­mee, die ois sowjetfreundlich bekannt r.ai: die Kuomintang. Der Standort dieser Kuomintang» Arrnee ist Kanton.

Kaurn hatte nun einer der Gegner Fengs, Wu Pei-fu, aus seinen eigenen Provinzen alle verfüg­baren Truppen herausgenommen, um sie hinter der fliehenden Kuominchün, der Armee Feng Nuhsiang's, zu deren Aufreihung einzufetzen, da fetzte sich auch schon von Kanton aus die Kuomin- tang-Armee in Marsch und rückte in die Provinzen Wu Pei-fu's ein. Wu ist zur Zeit als ernstlicher Machtfaktor in China ausgefchaltet, da zu den er« heblichen Mißerfolgen Meutereien im eigenen Heere kamen.

Die siegreiche Armee der Santonefen aber setzte ihren Vormarsch fort und bedroht jetzt bereits Peking, das augenblicklich noch unter der Gewalt Tfchana Tso-Nng's, des Beherrschers der drei öst­lichen Provinzen steht.

Nun hat auch General Feng Moskau wieder verlassen und das Kommando über die National-

ber genannten Korrespondenz noch ein diploma­tisches Nachspiel haben.

ttorfanly-versammlungen gesprengt.

Nach einer Meldung des „Lokal - Anzeigers" wurde in Katto w itz eine Wahlversammlung, in der Korfanty zu den bevorstehenden Kommunal­wahlen sprechen wollte, von etwa 100 Mitgliedern der polnischen AufstäNdischcnorganisation gesprengt. Der Sekretär der Korfantypartei wurde bis zur Bewußtlosigkeir geschlagen. Korfanty selbst wurde mit Stocken bedroht. Die Polizei war machtlos. Auch in Bo gutschütz wurde eine Wahlversammlung gesprengt.

Rückkehr pilsudskis nach Warschau.

Ministerpräsident Marschall Pilsudski ist im Sonderzug aus Niescwiec in Warschau eingetrof­fen.

FuldaerZeüung

___Anzeiger für die Sfahf und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisbiglk.

Nach einer Mitteilung des Demokratischen Zei­tungsdienstes hat die Reichsregierung an die pol­nische Regierung zwei Beschwerdenoten gerichtet. In der ersten wird gegen die Ausweisung von zwei reichsdeutschen Leitern industrieller Werke in Ost- Oberschlesien, die bis zum 1. November das pol­nische Gebiet verlassen müssen, Einspruch erhoben. Dieser Fall ist gleichzeitig bei den Verhandlungen über das Niederlassungsrecht mit der polnischen Delegation in Berlin zur Sprache gebracht worden, wobei im allgemeinen auf die schikanöse Behandlung Reichsdeutscher in O st - Ob er f chl esi en, beson­ders durch rigorose Besteuerung, hingewiesen wor­den ist. Der genannten Korrespondenz zufolge gehen die Niederlassungsverhandlungen nur sehr tangfam vor sich. Die zweite deutsche Beschwerdenote erhebt Einspruch gegen den Liquidationsbeschluß, der sich gegen die Wohltätigkeitsanstalten des Deutschen Frauenvereins in Posen und Pommerellen richtet. Auch der Kattowitzer Volksbundprozeß dürfte nach

vorwärts in der Sdnilfrgc.

Ein Artikel des Generalsekretärs W. Böhler der katholischen Schulorganisation Düsseldorf in der „Germania" über die Frage des Reichsschulgesetzes hat zu lebhaften Erörterungen in der Presse Ver­anlassung gegeben. In diesem Artikel wird, falls der parlamentarische Weg nicht zum Ziele führe, auch die Frage des Volksentscheids aufge­worfen. Ob man parlamentarisch durchkommt, ist ja ganz unübersichtlich, da die Deutsche Volkspartei und die Demokraten, letztere noch mehr als die ersteren, eine vollständige unklare Haltung ein­nehmen und bisher dem Zustandekommen eines Reichsschulgesetzes sehr große Schwierigkeiten be­reiteten. Nun ist es aber außerordentlich bemer­kenswert, daß die „Kreuzzeitung" für die Deutsch- nationalen es ablehnt, in dieser Frage de? Reichsschulgesetzes auf die Demokraten und die Deutsche Volkspartei einzuwirken.

Sollte der parlamentarische Weg nicht zum Ziele führen, so bliebe nach Böhler nichts anderes übrig, als daß der katholische Volksteil gemeinsam mit den Protestanten zum Volksentscheid schreitet. Dann wüßten zwei Bedingungen erfüllt fein, die lauten:

„1. Es muß vorher zwischen Katholiken und Protestanten eine völlige Einigkeit über die wesentlichsten Punkte, die im Reichsschulgesetz öu erledigen sind, erzielt fein. Das wäre Gegen­stand und Ziel von praktischen Verhandlungen. •

2. Cs müßte ohne Zweifel feftftehen, daß so wohl die Mehrheit des katholischen Dolksteils wi/ die Mehrheit des protestantischen Volksteils hinter einer solchen Einigungsformel ständen."

Zum Schlüsse wird dann folgendes ausgespro­chen:

»Die Schulfrage ist bisher als eine besonders schwierig zu erledigende Frage zurückgeschoben wor­den. Außenpolitische Fragen, wie auch andere wichtige innenpolitische Fragen hat man immer wieder der Lösung der Reichsschulfrage vorange- schickt. Es mag unvermeidbar gewesen sein. Jetzt aber wird es Seit, dem deutschen Volk zu zeigen, daß man ernstlich gewillt ist, eine solche eminent wichtige Frage in den Vordergrund zu stellen und sie einer baldigen Lösung mit Nachdruck entgegen« zuführen."

Die Tatsache, daß das Zentrum in dieser Frage mit praktischen Vorschlägen vorangeht, ist der deutschnationalen Presse, die gerade diese Reichs­schulgesetzfrage bisher als eine vollkommene Agi­tationssache betrachtete, im höchsten Grade unbe­quem. Es ist mehr als auffallend, daß die deutsch- nationale Presse in demselben Augenblick, in dem das Zentrum zu praktischen Vorschlägen übergeht, sich so auffallend kühl und reserviert verhält, wäh­rend sie doch bisher immer an der Hand war mit dem Vorwurf an das Zentrum, daß es nicht ak­tiv ge n u g fei. Die Deutschnationalen werden als­bald indessen genötigt fein, offen und frei Farbe zu bekennen.

I Erschein« fetfiSmn' wichentltch. Wo*enbe-Icnen- Illustriert? Bei- aM“ und Buchend'Utter" Rotationsdruck und Betin« der

-luldaer Arttendruckerei in Pfulho. llternkdrecker Rr. 9. «-nn»tstch-r Betimahrela. -f.KO —’f.

wertete Prof. Dr. Thomas Mann, der u. a. die Versicherung abgab, daß die Ergänzungswahlen mit Dollem unh ttltr mr#- hotr» für

armee an sich genommen. Er hat Chinas Boden mit ungebrochenem Siegesbewußfsein betreten und Die längst unterhaltenen Beziehungen zur Kanton- Armee durch ein kürzlich geschlossenes Bündnis of­fiziell bestätigt. Schon macht sich General Feng's Eingreifen bemerkbar: in den breiten Massen er­wacht die alte Sympathie und ein freiwilliges, mon­golisches Korps hat sich feinem Heere angegliedert.

Tschang Tso-lin ober, der gemeinsame' Feind Der Santonefen und General Feng's, hat allen in­teressierten Mächten vor kürzester Frist erklärt, er könne China vor der heranbrandenden „roten" Flut „ .— „---------nicht retten, wenn man ihm nicht finanziell

Freisinn und nur mit dem Sinn für > tatkräftig zur Seite stehe. So könnte man denn

Würdigkeit vorgenommen werden sollen. * meinen, daß sich die Wage des Kriegsglücks end- 1 dieses Jahres aus dem Herzen gesprochen, wen»