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Anzeiger für die 5fnh^ und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisbkakk.
Mittwoch, 27. Oktober 1926. |
Hr. 249
Zahrg. 53.
Das Deutschtum in Ungarn
Kor- l, die
* Pafterleichlerungen im Reiseverkehr mit der Tschechoslowakei. Wie die Blätter melden, erließen der deutsche und der tschechoslowakische Minister des Innern gleichzeitig eine Verordnung mit augenblicklicher Gültigkeit, wonach im Reiseverkehr zwischen den beiden Staaten auf einem Fa- milienpaß allen Personen der Grenzübertritt gestattet wird, die im Paß aufgeführt werden und deren Photographien darin enthalten sind, a wenn sie nicht in Begleitung des eigentlichen Paßinhabers d h. des Familienoberhauptes reisen. Bisher durfte zwar der Inhaber eines solchen Passes diese durfte zwar der Inhaber eines solchen Passes Kinder, wenn sie nicht in feiner Begleitung reisten.
D'e Pressemeldungen, nach denen Minisierprösi- dent F r a n c q u i noch einige Zeit im Amt bleiben werde, um das Werk bei Währungsstabilisterung auf eine feste Grundlage zu setzen, werden vor verschiedenen Seiten beftätiat. Es sei zumindest sicher, daß sich Francqui vor Ende des Jahres nicht zu- rückziehen werde. Andererseits habe man keine Veranlassung zu der Annahme, daß während der Ueberganosperivde die Sozialisten auf die Mitar- beit in der Regierung verzichten werden.
hat die Regierung auch die Gründung des Deutschen Volksbildungsvereins ermöglicht. Bei der Durchführung dieser Verordnung ergaben sich zwar in Gemeinden mit gemischtsprachiger Bevölkerung, in denen es nur einen einzigen Lehrer gibt, gewisse technische Schwierigkeiten, da es einige Zeit dauert, bis dieser Lehrer beide Sprachen erlernt. Die Regierung würde es jedoch unter keinen Umständen dulden, daß durch administrative Schwierigkeiten die Durchführung der Verordnung erschwert wird.
Der Ministerpräsident betonte nachdrücklich, daß die sämtlichen Verfügungen dieser Verordnung Punkt für Punkt durchgeführt werden. Schließlich gab der Minister der Ueberzeugung Ausdruck, daß die deutschsprachige Bevölkerung Ungarns auch in Zukunft in brüderlicher Ei n t ra ch t mit der ungarischen Bevölkerung leben und diese Zusammenarbeit zum Wohle des Landes führen werde. Die Abordnung nahm die Ausführungen des Mini- nisterpräsident mit großer Genugtuung zur Kennt- nis.
Das Oberhaus nahm eine Entschließung an, durch die die Notstandsvollmachten der Regierung für einen weiteren Monat erneuert werden.
Der Präsident des Bergarbeiterverbandes Smith wollte zu eine Versammlung von Bergleuten in W o m b w e l l eine Rede halten. Die Polizei o e r- b o t es ihm jedoch.
Die britische Reichskonferenz.
Die Sitzung der Reichskonferenz, die wegen der Parlamentssitzung am Nachmittag nach der Mittagpause nicht mehr fortgesetzt wurde, war der Erörterung der a u s w ä r t i g en B e z i e h u n g en gewidmet, die Austen Chamberlain mit seiner nichtveröffentlichten Rede in der Vorwoche eingeleitet hatte. Es sprachen die Vertreter sämtlicher Dominions und Indiens. Der Minister des Auswärtigen Chamberlain antwortete auf die verschiedenen vorgetragenen Gesichtspunkte. Ueber den Verlauf der Sitzung wird kein Bericht veröffentlicht. Die Fra- gen der Reichsverteidigung, die Frage der Bezie- Hungen zwischen den Gliedstaaten des Britischen Reichs und des Ausbaus der Derkehrsverbindun- gen zwischen ihnen wurde je einem Ausschuß der Konferenz zur Beratung überwiesen.
Zur englischen Innenpolitik.
Der Parteiwechsel Kenworthys.
Der Liberale Kevwortbh, der, wie gemeldet, sich nunmehr der Arbeiterpartei angekchlossen bat, wird sich, rote er er klärte, in seinem Wahlkreis Hüll etner Neuwahl unterziehen. Wahrscheinlich wird, wie der amtliche britische Funkdienst hierzu meldet, in diesem Falle sowohl ein Liberaler als auch ein Konservativer als Kandidat gegen ihn auf- aestellt werden. Der Wahckampf wird außerordentlich lebhaft sein.
Akademiker und Zentrums-Politik
. Don RechtSanwalt Dr. Reinke, Landesvorsitzender der Oldenburgischen Zentrumspartei.
Am Klirx - OlTf .L •* • ____ .
■ An die beiden Vorträge schloß sich eine reiche die geradezu bewies, wie notwendig plche Ausiorachen in intimen kleinen Kreisen sind.
Ministerpräsident Graf Bethlen empfing eine Abordnung des zumeist von Deutschen bewohnten Wahlkreises P i l i s - V ö r ö s v a r, wo jüngst der Kandidat der Regierungspartei zum Abgeordneter gewählt wurde Auf eine Begrüßungsansprache antwortete der Ministerpräsident in deutscher Sprache und sagte:
. Diese Wahl ist ein Beweis dafür, daß die deutschsprachige Bevölkerung getreu ihren alten Traditionen gemeinsam mit der ungarischen Bevölke- rung für das Wohl des Land es arbeiten will und daß sie ihre Interessen in der Regierungspartei gesichert sieht. Der Patriotismus ist Sache des G e f ü h l s und n i ch t d e r S p r a ch e. Niemanden ist es im Lande verboten, die Muttersprache zu gebrauchen. Die Regierung wird dafür daß die Muttersprache des ungarländischen Deutschtums >m Volksunterricht zur Geltung kommt und daß die Deutschen in Ungarn ihre charakteristischen völkischen Eigenschaften bewahren können. Diesem Zweck dient auch die im Jahre 1923 erlassene Verordnung über die Minderheiten. Deshalb
Erschein! s-chSma' wöchentlich. Wvchenbe'laaen- Illustrierte Bei- age" mtb Buchenblötter" Rotationsdruck und Berlag der lluldaer «etiendruckerei in Nulda. Nernsvrecker Nr. 9.
-^onotiich.r tun «"f.
Die Landsberger
2(m Montag begann vor dem Landsberger Schwurgericht unter lebhafter Teilnahme der Oeffentlich. leit der Prozeß gegen die ehemaligen Mitglieder der sog. Schwarzen Reichswehr Thom, Rath mann und Lluchholz, die des versuchten Mordes, bezw. der Bei- hil e und der Drohung angeklagt sind. Thom wird des Giftmordoerfuchs, begangen im Juli 1923 an dem Leut- ^aAD\KilarbJ5af,nfc Küstrin beschuldigt, wobei ihm der Angeklagte Rathmann Beihilfe geleistet haben soll. Buchholz soll den Angeklagten Rathmann mit etner Pisto^ bedroht haben. Ein Antrag der Der- teidigung, bk O e f f e n t l i ch k e i t wegen Gefährdung d^ Staatssicherheit wahrend der Verhandlung auszu- schließen wurde a b g e l e h n t. Kurz nach 9 Uhr obcnbs verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Weßling folgendes Urteil: Der Angeklagte Thom wird wegen versuchter Tötung und der Angeklagte Rath mann wegen Beihilfe zu diesem Verbrechen jeder zu einer Gefängnistrafe von zwei Iah. ren venirteilt. Dem Angeklagten Thom werden sieben Monate, dem Angeklagten Rathmann zehn Monate der "■""enen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Det Angeklagte Buchholz wird wegen Bedrohung mit emem Verbrechen zu einem Monat Gefängnis verurteilt, die Strafe wird durch die erlittene Unter-
Das Problem bes cnglifdjen Beraarbeiterstreibs
Debatte im Unterhaus.
Die Teuerung in Frankreich.
®er französische radikale Abgeordnete Lambert kündigt an, daß er die Regierung nach Wiederzusammentritt des Parlaments über die Unzulänglichkeit der von der Regierung getroffenen Maß- nahmen zur Bekämpfung der Lebensteuerung, über die NotwendiKett, die Ausfuhr von Lebensmitteln zu verbieten, und endlich über die Notwendigkeit, die andern Waren, die ausgeführt werden sollen, mit einem Zollsatz zu belegen/ der die Entwertung ausgleicht, interpellieren wird.
slikt zu regeln, der ein industrieller Konflickt sei und bleiben müsse. Beide Parteien müßten das selber tun. Was die Zukunft anbetreffe, so sei ihm vollkommen klar, daß, solange die Angelegenheit der Kohlenindustrie von den gleichen Persönlichkeiten behandeln würde, die bisher Derhandlun- gen versucht hätten, niemals oiet Hoffnung auf eine Regelung bestehen würde.
Fememordprozesse.
suchungshast als verbüßt angesehen, die Angeklagten werben außerdem zu .den Kosten bes Verfahrens ver- urteilt. — Der Staatsanwalt hatte gegen den Angeklag- ten Thom wegen versuchten Morbes 4 Jahre Zuchthaus, gegen den Angeklagten Rathmann wegen Beihilfe 3 Jabre Zuchthaus unb gegen ben Angeklagten Buchholtz wegen Bebrohung 6 Monate Gefängnis beantragt.
beginn des zweiten Mordprozeises.
mtb. Canbsberg a. d. Warthe, 26. Ott. (Eig.'Funkrn.', Sor dem Schwurgericht begann heute morgen ber 2. ifememorbpro3e6, bie Verhanblung gegen Erich Klapp- r o t y, Johannes ch a y n unb Oberleutnant a. D. S ch u lz wegen Mordversuches an bem Zeitfreiwilligen Fritz ® a e b i tf e. Gegen Hayn ist nur wegen Beihilfe, ge- gen Schulz wegen Anstiftung Anklage erhoben. Unter ben 17 Zeugen befinden sich Gaedike und Jahnke. Ein Antrag auf Ausschluß ber Öffentlichkeit würbe auch heute abge l e h n t. Zur Begründung bes ablehnenden Beschlußes führte ber Vorfitzenbe aus, das deutsche Volk habe bezüglich seiner Reichswehr und ihrer Leitling ein gutes Gewissen und es bestehe kein Grund, m^r2efLe.1,^etLau53u,d)(i^en- denn beim Küstriner Wfrf; habe die Reichswehr gezeigt, daß sie treu zum 23olfe und zur Republik gestanden habe.
* Das Städkebaugeseh. Das preußische Wohl- f a h r t s m i n i st e r i u m ist gegenwärtig nach der inzwischen erfolgten Beratung des Städtebaugesetzes im Staatsrat und der Abgabe eines Gutachtens die- ser Körperschaft mit der Ausarbeitung eines Gegen gu t a ch t e n s beschäftigt, dessen Fertigstel- mng Ende dieser Woche zu erwarten ist. Nach der Erstattung des Gegengutachtens geht dann das gesamte Material an den Landtag.
Mgeordneter Dr. Schreiber wies darauf hin, daß die katholische Akademikerschast eine große geistige k ultuteUe Substanz durch ihren Bildungsgang m sich aufgehäuft hat. Dieses Wissen und Können müsse für das öffentliche Leben des Landes mobilisiert werden. Zur Ueberwindung eines rem ökonomischen Denkens müssen die geistigen Kräfte der
Akademikerschast flüssig gemacht werden, auch zur JKSSL und zur Entwicklung des Jthos in den Berufsständen. Fernerhin ginge es üicht an, daß in bem heutigen Staat die Katholiken die Ausprägung des republikanischen Gedankens ledigkiche liberalen Kräften überließen. Die Re- pubuk'die heute gegebene Staats form, dürfe nicht bloß als gegebene Tatsache betrachtet werden, son-
1,116 sei unter entschlossener Mitwirkung deS deutschen Katholizismus zu entwickeln und zu für- k ' nus eine vielfach pessimistische
und ^rtikistische Wertung der republikanischer ^otaatsform verzichten. Man brauche einen verant- wortungsbewußten politischen Aktivismus. Gerade Lw Xlll. habe bereits mit seiner scharfen Durchdringung der französischen Verhältnisse die Wege zu einer pflichtbewußten katholischen Aktivstät be-
d>e nicht die Staatsform, sondern ben Staat Mt m seiner sittlichen Zielstellung als positive Aufgabe erkennt. Bedeutsam ließen sich in diesem Zusammenhang auch die Ausführungen an, die der s , er zustimmend dem Aufsatz von Professor K?rl Muth widmete, der im Okwberheft 1926 im „Hochland unter dem Titel „Res publica 1926" erschien«! ift. Ebenso beachtenswert sei die zu-
^iuug des hochangesehenen Wiener Mattes „Das neue Reich".
Abgeordneter Wegmann g referat ebenfalls der Nvtwend Akademiker in befönberen politi _ _ g«t zusammenzuführen, das sei keine Äbschließ'ung von anderen Berufsständen. Im Gegenteil. Ziel einer stilchen^ Versammlung müsse sein, das Soli- dantatsgefühl mit anderen Berufsgruppen bei den Akademikern zu entwickeln und zu gestalten. Die Entwicklung der polittschen Bildung sei in Deutschland in der Bismarckischen und Nachbismarckischen Zeit zu stark zurückgeblieben. Es habe sich das beim Zusaistmenbruch gerächt. Die neue Zeit traf eine tm wesentlichen politisch ungeschulte Akademiker- schast. Mit Entschlossenheit hätten schöpferische Kräfte aus der Arbeiter-Bevölkerung die Neuonentierung in die Hand genommen und gleichzeitig den Bvlschwismus abgewehrt. Es müsse mm aber in Anerkennung der bestehenden politischen Tatsachen zu einer Synchese und zu einem auf« r>cht>ge,n Zusammenschluß von Akademikern unb Nichtakademikern kommen, in bem jede kleinliche Rivalität vermieben unb bie Zusammenfassung in ei-« brutschen Einheit gefunden werben müsse. 3m übrigen sei gerade der Erfolg der beut« chcn Außenpolitik für bie Akademiker ein bedeuten- >er, inhaltreicher, praktischer Anschauungsunterricht. Sehr beachtlich sei, wie gerade die Zentrumsfrak- tion in einem ausgezeichneten Zusammenarbeiten von Arbeitern und Akademikern, von Bauern, Handwerkern und Kaufleuten jene Solidarität entwickelt die für das ganze Deutschland heraufgeführt werden müsse.
Namens der Liberalen führte Lloyd Ge- orge an, die Weigerung ber Grubenbesitzer sei unerhört. Bei einem industriellen Konflikt wie bei dem gegenwärtigen müsse die Regierung u n p a r - t e i i s ch dastehen. Aber sie habe es n i ch t getan, und bas fei die Ursache für die Fortsetzung des Streiks. Wenn bie Bergleute zur Wiederaufnahme der Arbeit durch den Hunger gezwungen würden, jo wurde dies den Kampf von einem wirtschaftlichen zu einem politischen machen. Seit dem Berg- arbeiterftreif habe die Arbeiterpartei im Gegensatz ?u früher im Lande ungeheure Fortschrit te gemacht. Man könne keinen Frieden haben, wenn fc man die Bergarbeiter durch den Hunger zum Ngch- ? geben zwinge.
Baldwin, von den Konservativen laut begrüßt, wird in seiner Rede von den Mitgliedern der Arbeiterpartei ständig durch ironischen Beifall unterbrochen. Er gab einen Ueberblick über die Geschichte des Streiks und die verschiedenen Rege- lungsvorschläge. Er bezeichnete die Haltung der Grubenbesitzer und dann die Führung ber Bergleute als beklagenswert und unzulänglich (Bei- fall bei den Konservativen). Er glaube, daß große Schäden angerichtet würden, wenn nach so vielen Fehlschlägen neue Verhandlungen eingeleitet wür- ben, die keine Aussicht auf eine Regelung bieten.
halte keine Regelung für möglich, die nicht mindestens für gewisse Teile des Landes eine l ä n g e re Arbeitszeit vorsehe. Die Lage sei beklagens- n>ert, aber gleichzeitig würde es ein Unrecht sein, falsche Hoffnungen und den Anschein zu erwecken, als ob Verhandlungen im Gange feien, während dies nicht der Fall fei Nachdem die Vorschläge der Regierung abgelehnt worden seien, habe sie keine neuen Vorschläge zu machen. (Beifall bei ben Konservativen), Baldwin sagte, er wollte niemand tadeln. Das Land werde einerseits sein Urteil sprechen. Es lei nicht Sache der Regierung,
Nach d m hohenzollern-vergleich.
Im preußischen Finanzministerium ist man nach einer Korrespondenzm ldung mit den Mr- beiten zur Durchführung des Vertrags mit dem Hobenzollernbauie beschäftigt. Vor allem muß der neue Staatsbesitz in den übrigen Staatsbesitz organisch eingegliedert werden. ‘ Die Forsten und Domänen werden in Zukunft vom Landwiitichafts- minifferum mit verwaltet werden, ür die Museen und Schlösser wird vom 1. April nächsten Jahres ab eine besondere Verwaltung, die „Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten", beim Kultusministerium eingerichtet werden. Im berliner Kronprinzen-Palais soll die Generalverwaltung der Preußischen Staatstheater unterge« bracht werden.
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Die Denkschrift des Reichssinanzministeriums über den Ankauf des Berliner Hotels „Kaiserhof" durch das Reich, die dem Reichskabinett zur Beschluß- faffung bortient, enthält den Blättern zufolge ein ausführliches Programm zur Neugruppierung der Reichsbehörden. Es wird betont, daß der Ankaufs des Hotels „Kaiserhof" das billigste und zweckmäßigste Mittel sei, die Zusammenlegung der Reichsbeborden durchzuführen und gleichzeitig der Reichsregierung die notwendigen Repräsentationsräume zu geben._________________
Aus den Kufstandsgebieten.
Schwere Verluste der Aufständischen in Syrien.
Wie Havas aus Beirut meldet, beträgt bie Zahl der im Kampfe bei Madamije getöteten Auf- ständischen 61. Ein Teil der Aufständischen sei 16 Kilometer östlich von Kissuch angegriffen worden und habe nach anbertbalbftünbigem Kampfe unter Zurücklassung von 29 Toten, darunter mehrere Führer, flüchtestMiüssen. 0
Die Wirren in Nicaragua.
Aus Managua (Nicaraguas, wird gemeldet: Die Friedensverhandlungen in Corin to sind gescheitert und die Vertreter der Regierung nach der Hauptstadt zurückgeke'irt.
Der Führer der Kanton-Truppen verwundet.
wtb London, 26. Okt. (Eig. Funkrn.). Wie Reuter aus Schanghai meldet, ist nach dort ein- gegangenen Nachrichten der Oberkommandierende der Kanton-Truppen, General Tschankaisheck, bet den letzten Kämpfen ve r w u n d e t worden.
Vie belgische Hrank-8iabiWerung.
Belga — 5 Franken.
Die Belgische Telegtaphenagentur veröffentlicht eine Auslassung betreffend die nunmehr in bie Tatumgefetzte Stabilisierung.
Einleitend n.ttd bemerkt, daß Belgien unter einer Inflation litt, die in einer Schuld des Staates gegenüber der Schuld der Ncuionalbimk in f'ölje von 8 700 Millionen ihren Ausdruck fand. Diese Schuld wird auf zwei Milliarden herabgesetzt, und zwar wird der Staat der Nationalbank den Be- trog von 4 70ü Millionen durch Amortisierung zurückerstatten.
Als Währungseinheit wird der Betrag von fünf Franken gewählt und dieser Summe von fünf Franken der Name „B e' g a" gegeben Ab Dienstag wird die belgische Währung zum ersten Male unter der Bezeichnung „Belga" notiert werden
Vielfach begegnen politische Akademikerversamm. lungen einem gewissen Mißtrauen, sei es in den Kreisen der Akademiker selbst, fei es in den Kreisen anderer Berufsstände. Man fragt vielfach, warum ist es nvttvendtg, eigene Akademikerkonferenzen ab- ruhten. Man sagt, es fei besser, die Akademiker tu ml gern em politische Versammlungen einzubezie- hen. Man kann nun das letztere tun, aber man '°n mit klugem taktischem Geschick und
m Erkenntnis wettgreifender Zusammenhänge be- fonocrcn politischen Akademikerkonferenzen im Zentrum das Wort reden. Warum nun eigentlich? Dw Seele des Akademikers ist wund. Er fühlt sich zunickgeworsen in feiner ganzen Stellung. In -weiten Akademikerkreisen ist nach wie vor der Wille zum politischen Aktivismus äußerst gering ent- nudelt. Stille oder auch schwärende Opposition macht sich bemerklich. Gewiß sind Anzeichen der Besserung tn den letzten Jahren zu verzeichnen, aber ebensosehr macht es sich organisatorisch bedauerlich bemerkbar, wie sehr an zahlreichen Orten baä akademische Element in den Vorständen unserer parteipolitischen Organisationen zurückgetteten ist. SteNenweise sind weite Lücken geschaffen, die noch nicht ersetzt sind. Zum anderen würde es bedauerlich sein, wenn die Akademiker in einer Richtung emmtinben würden, bie lediglich philosophische, rett- gwnswissenschaftliche, liturgische und ästethische Fra- gen erörtert. Wir haben es daher begrüßt, daß m dieser Hinsicht in ben letzten Monaten bie soziale
.unb bie christliche Gewerkschastsordnung ben katholischen Akabemikern in besonderen Kongressen wieber näher gebracht worben ist. Aber wir müssen einen Schritt weiter gehen. Man soll bie Made- mtfer, bie positiv auf bem Boden ber Zentrums- soltttl stehen, in befönberen intimeren politischen Aussprachen versammeln, bie besonders die gründ- satzlichen Linien herausarbeiten und nicht bloß Ge- gerrftänbe ber Tagespolitik erörtern.
In biefer Hinsicht hat bie Olbenburgische Aka- demlkerbeweguug gerabe in ber letzten Zeit einen Itarten Erfolg zu verzeichnen. In planvoller Vor- arbeit mit persönlichen Einladungen wurde eine Versammlung der katholischen Akademiker, die auf Zentrumsboden sichen, vorbereitet, die am 21. Ok- tooer fast 100 Akademiker in Vechta versammelte, eine für Oldenburg geradezu erstaunliche Zahl. Sämtliche Berufsstände, freie Berufe, Geistliche, De amte, Aerzte, Juristen, waren vertreten. Als Referenten waren die Reichstagsabgeordneten Prä- lat Dr. Schreiber-Münster und Ministerialrat W e g m a n n - Oldenburg gewonnen. Beide Abge- ordnete behandelten einmal die Stellung des Aka- bemiferS zur Politik überhaupt, zum anbeten aber bie Stellung bes Akademikers zur Zenttumspartei.
n e i-toen- treuer Stleinieile 'SoloneD okai v.ld Re,»«mar luütoärt» 0.20 SteWmart. Reklame,eil«. lokal 0.6' Reichsmari auswärts 0L0 Reichsmark-
Ne-Weherliohinaen Rabatt Ra't'ch-ckkonta Ttflnffur» a. «a-,1
nmh^ntrax65 der englischen Regie- I die streitenden Parteien zu beraten unb einen Kon- rung, die Notstandsverorbnung zu verlängern, kam ' ■ - 0 - - - u,w- ÄUn
es im Unterhaus zu einer Kohlendebatte. I Der Arbeiterabgeordnete Clynes sagte: Bei ben Bergleuten und bei der Arbeiterpartei bestehe die Ueberzeugung, daß Baldwin in jeder Hinsicht zum AnwaltberGrubenbesitzer wurde Die- sen Eindruck muß der Premierminster beseitigen.
Bei den Führern ber Bergleute besteht Bereitschaft zu einer Konferenz. Redner fordert den Premier- Minister dringend auf, einen Friedensschritt zu