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Arneiaer für die Sfahf und den Kreis Hulda. Amfliches Kreisblaff.

Nr. 243.

StWfnt 'eibrma' toödbentli*. ®edienbe'!aaen- SUuftrlerte Bei. 'aee* und BudbenbUtfer" Rotat onidruck und Verlag der Fuldaer Hettfnbrucfrret ht Nuida. Rernfbrecfier Nr 9- m’rntrtW*.r V.-»->»»r»«« 1.KO

Mittwoch, 20 Oktober 1926.

neigen» Pre- e- Äletmellr 'doioneD »f<r 0,15 Re-ckSma, ,u»wLrtr 0.20 Reichsmark, Rek>ameselie- lokal r*.6' Reichsmar auswärts 0.80 Reichsmark

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lahra. 53.

Zur deutsch-französischen Annäkernn r

an«

Die russische Sppoiilion untermkft sich

AutzsDruniss-Gesetz zum Matur-Paragraphen

* Pariser Kommunisten qeqen Leon Blum. In Paris sollte in einer Versammlung der fozialistischen Partei dessen Führer Leon Blum sprechen. Die Kommunisten hinderten tbn jedoch durch lärmende Runbgrbunqen daran. Es entstanden zahlreiche Zusammenstöße unter den Versammlnnasteil« nehmern. Die Polizei konnte erst nach dreistündigen Bemühnnarn den Saal räumen.

Bemerkenswert ist daß In dem g .ich n Augen­blick, in welchem die Sowjet-Union diesen Triumpf der Partei-Disziplin feiern kann, sie auch einen er­neuten Bann amjpricht über die deutsche Op­position, die von Ruth Fischer und M a s - l o ro geführt wird.

Die Telegraphenagentur der Sowjetunion mel­det: In der Erklärung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei werden die Einzelhei- k e n geschildert, die der Unterwerfung der j Oppositionsführer vorhergingen. Es heißt darin: Nachdem sämtliche kommunistische Organisationen und Betriebe in Moskau und Leningrad ausnahms­los den Gedanken der Opposition und die Frak- tionstötigkeit der Opposition verurteilt und

Parker Gilbert über den Dawesplan.

Die ,Tribuna' in Rom veröffentlicht ein Inter­view mit dem in Rom weilenden Generalagenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert, der erklärte, daß Denrickland feit der Unterzeicknuna deS DaweSplanes pünktlich feiner ZahlungSpflickst nachaekommen fei. Die mit Rücksicht auf die Stabi­lität der Wäarung nur in beschränktem Maße bot- aenommenen Ba«aeldüberweisunaen hab«n bisher keine aroßen Schwierigkeiten verursacht. Dos TranS- serkomitee werde sich auch toriterHn in engster Ber» bindung mit den verschiedenen Notenbanken halten. Die Zukunft des DaweSplans hänge natürlich von verschiedenen Fak'oren ab, die nicht nur auf Deutsch­land, sondern auch auf die übrigen Länder bezua f-äffen, insbesondere ober von der Entwickluna de« Welthandels und seiner Beeinfl ssung durch die ReparationS;ablungen. Außerdem werde die Fähig­keit Deutschlands, seinen Außenhandel zu entwickefn und Au'landSzablungen ut bestreiten, davon ab« bänaen, tote die neuen Industrien in den Nachbar­ländern Deutschland? und rote die Tarife und die Zollschranken sich entwickeln, ferner von der Ernte in Deutschland und überhaupt von vielen andern heiklen Fragen.

* Kommando»» chiel bet ber englischen Rhein­armee. Wie englische Blätter melden, soll der gegen­wärtige Oberkommandierende der englischen Rhein­armee, G-neral von Ducan e, demnächst von dem General Sir William Hcneker abgelöst werden, der in den Jahren 1921 und 1922 die britischen Streitkräfte in Oberschlesien befehligt har. Dos Datum des Kommandowechsels sei noch nicht fest- geletzt roorden.

Gegen öie Einengungen, öes europäischen Handels.

Die ttundgebung der Wirtschaftsführer. — Die wirtschaftlichen Fehlgriffe des Versailler Vertrags.

Andererseits wird man aber sagen müssen, daß gerade solche Persönlichkeiten nicht ohne G e - genletstung einen derartigen Schritt vollzie- yen In der Tat mußte das Zentralkomitee der , ‘ ,muJV , -ptirtti doch wieder W"rt darauf uu„»iuiniru uei vppujuiun oeruriem uno gcjunujen rann, ximid oei mmiai ßen, drese Subrer der Opposition in ihren Rei- i sich für die politische Linie des Zentralkomitees » nahmezustand uerbänat. fo soll

Der „Temps" beschäftigt sich in einem Leit­artikel mit der deutsch-französischen Annäherungs­politik. Er sucht es so darzustellen, als ob man bei den Erfolgen nach Thoiry wohl feststellen könne, was Deutschland fordere, nämlich Ende der Mili- tärkontrolle, Räumung der besetzten Gebiete und Zurückgabe des Saargebiets. Man sehe aber nicht, was Deutschland seinerseits Frankreich als Ent­schädigung für die ungeheuren Konzessionen biete, die man ihm bewilligen könne. Das Argu­ment, das die deutschen Reichsminister in ihren Reden predigen, die Fortsetzung der Rheinlandbe- setzung sei unvereinbar mit jeder wirklichen 93er« ftändigun'--'politik, könne wohl Eindruck auf die deutschen Dolksmassen machen. Aber es habe recht­lich und tatsächlich keinen Wert, denn weder der Vertrag von Locarno, noch der Eintritt Deutsch­lands in den Nölkerdund könne irgendwas an den Klauseln des Vertrages von Versailles ändern, die binsickstsich der Rheinlandbesctzung bestimmten, daß eine Periode von 15 Jahren als A'isfübrungsqa- rontie zu betrachten fei. Es gibt, so fährt das Blatt fort, gewisse Zeitungen, — der „Tempo" hat hierbei vor allen Dingen die „Tägliche Rundschau" und die „Germania" im Auge, die erklären, daß Frankreich angesichts der inneren und äußeren Schwierigkeiten und seiner finanziellen Verlegen­heiten das größte Interesse daran habe, sich der wirtschaftlichen Unterstützung und des Wohlwollens Deutschlands zu versichern. Das sei aber eine These, die in Frankreich keinen Eindruck machen könne. Man verkenne keineswegs den Wert der Mittel und Hilfsquellen Deutschlands auf allen Ge­bieten. Ferner dürfe man nicht vergessen, daß die

verhängt ist, darf, abgesehen von der damtt ver- bunbenen verfassungsmäßig zulässigen Außerkraft­setzung von Verfassungsbeftimmungen, von der Reichsverfasfung nur insoweit abgewichen werden, als eS nicht durch verfassungsänderndes Gesetz geschehen kann. Wird der militärische Aus- " " 1 bei Reicks­

entschieden hatten, haben Trotzki, Sinowjeff, Ka­menew und andere Oppositionsführer eine Erklä­rung an das Zentralkomitee gerichtet, in der sie die Notwendigkeit betonen, „in den augenblicklichen schweren Zeitläuften" den innrrparteilchen Zwist beizulegen und die gemeinsame freundschaftliche Zusammenarbeit wiederherMstellen. Das Zentral- komitee stellte eine Reihe von Bedingungen und verlangte deren Annahme ohne Widerspruch. Das Zentralkomitee stellt mit Zufriedenheit fest, daß die Opposition in ihrer Erklärung diese Bedingungen angenommen und ihre Fraktion auflöst mit der Verpflichtung, sich bedingungslos allen Be­schlüssen der Zentralorgane der Par- tei unterzuordnen.

Präsident einen bürgerlichen Beauftragten be» stellen, dessen Einwendungen der militärische Be­fehlshaber stattzugeben hat. Gegen alle Bcrfügun- gen, die auf Grund des Ausnahmezustandes ge- troffcn sind, findet die Beschwerde statt, die an den Reichsminister des Innern bezw. an den Reichs« wehrminister oder, wenn die Verfügung von einer Landesregierung ausgeht, an diese zu richten ist.

Dom W. T.B. wird erklärt, baß ein derartiger Gesetzentwurf im eigentlichen Sinne nicht be­steht. Die gesetzgeberischen Vorarbeiten dieser Ma- terie sind gegenwärtig nur soweit gediehen, daß zwischen den beteiligten Reichsmmifterien Be­sprechungen und Verhandlungen eingeleitet sind. Um für diese Besprechungen einen Anhält zu schaf­fen, ist vom Reichsministerium des Innern ein Referentenentwurf zur Verfügung gestellt worden. Von dem Ergebnis der Besprechungen zwischen den beteiligten Reichsministerien wird eS abhängen, welche Gestalt der vom Reichsministe­rium des Innern vorzulegende Gesetzentwurf er­halten wird. Die Reichsregierung als solche hat bisher keine Gelegenheit gehabt, sich mit der Frage zu befassen, da das Reichsministerium des Innern einen Gesetzentwurf auch dem Kabinett bisher nicht vorgelegt hat

Don besonderer Seite wird uns geschrieben:

Es bedeutete keine geringe Ueberraschung, als vor kurzem bekannt wurde, daß sowjetrussische Füh­rer von der Bedeutung eines Trotzki und S i« n o 1' i c ro in Gegensatz zu der kommunistischen Parteileitung gekommen und dementsprechend ge- blaßregelt worden waren. Nicht geringe lieber- Löschung bedeutete aber auch die jetzige Meldung, vlonach dieselben Persönlichkeiten ihre v o r b e • P ° l s, lose Unterwerfung unter die Ent- Ich'leßung des Zentralkomitees aussprechen und reuig Abbitte leisten.

Unwillkürlich stellt man die Frage: Was mag ÖQ rvohl vorgegangen sein, was mag dieser Rück- M bedeuten Zunächst wird man feststellen rnüs» |cn, daß der Vorgang ein Zeichen für die außer­ordentlich starke Gescklossenheit der kornmu- vistischen Partei und für die Autorität ihrer gegen» Aartigen bei Stalin liegenden Führung ist. Es «st doch überaus kennzeichnend, daß es selbst solchen, eine Zei^ang ganz Rußland in ihren Bann schla­genden Männern wie Trotzki und Sinowjew nicht gelungen ist, sich losgelöst von der kommunistischen Zentralinstanz eine eigene Gefolgschaft zu schaffen. Die Erkenntnis, daß sie ast-instehen. hat sie gezwun- Ren, wieder der Partei-Disziplin sich zu unterwer-

flus dem fernen Osten.

Ein Gedenkstein

für das deuksch ostasiatische Kreuzergeschroader.

Aus Batavia wird gemeldet: Auf dem Land­gut eines deutschen Kaufmannes in Ruintenzerg wurde ein Gedenkstein für das frühere deutsch-ostasiatische Kreuzergeichwader enthüllt. Der Kommandant und mehrere Offiziere des deutschen Schulschiffes „Hamburg" wohnten der Feierlichkeit bei.

Aufhebung der Goldausfuhr aus Japan?

Nach einer Meldung der Agentur Indo Paci­fic aus T o k i o , hat Japan am Sarnftag die Gold­sendungen nach Amerika wiederaufgenommen. Das fei ein Beweis für die Aufhebung des Goldaus­fuhrverbotes.

Verhaftung eines Alkenläkers in Tokio.

mtb. Tokio, 19. Oft. lEig. FunkmGestern truröc ein junger Vagabund verhafte*, der einen Dolch und einen Brief an den Ministerpräsi­denten bei sich trug, in dem der Rücktritt des Mi­nisters verlangt wird. Der Mann wollte heute dem Minister das Schreiben überreichen, um ihm, wenn er fick weigere zurückzutreten, erdolcken. Man ist der Ansicht, daß es sich um einen Geistesge­störten handelt.

Untersagung der chinesifch-ruftifcken Verhandlungen.

Wie die Aaentur Indo-Bacific aus Chardin berichtet, soll Tschang Tso-Lin dem neuen Smvjet- botschakter Tichorneck, der sich auf feinen Bost-m nach Peking begeben habe, bei feiner Durchreite eine Audienz verweigert und gleichzeitig auch die Wiederaufnahme der chinesffch-russisch-m Verbandluim-'N der Mukden-Konfernz un­terlagt haben

Mißglückter MeberfaU auf Schanghai.

Der Versuch der Tfchekiana-Truppen, Schanghai einzunehmen, ist mißglückt.

Glücklicherweise sind Anzeichen vorhanden, daß endlich die öffentliche Meinung in allen Ländern zur Erkenntnis der drohenden Gefahren gekommen ist. Der Völkerduird und die Internationale Han­delskammer find am Werke, alle Formalitäten, Verbote und Einschränkungen auf ein Minimum

hauptsächlichsten Fragen, namentlich die Rheinland- besetzung, die Alliierten Frankreichs ebenfo interessieren, wie Frankreich selbst und daß diese nicht ohne Einverständnis mit den Alliierten ge« löst werden könnten . . Die Deutschen dürften diese Probleme durch Derschleppungspolitik nicht noch komplizieren. Die Deutschen behaupteten, daß cer Vertrag von Locarno tatsächlich den Friedensver­trag beseitigt habe, während er doch im Rahmen des Vertrages von 1919, der in feiner Kraft be­stehe, al geschlossen worden sei. Aber diesen Irr­tum müßten die Deutschen fahren lassen, wenn sie wollten,daß Thoirn die Nachwirkung habe, die man diesseits und jenseits des Rheines erwartet.

Die schwierige Thoiry-Politik.

wtb. London, 19. Okt. (Eia. Funkm) Ein fron« zösi'cker Korrespondent deS „Daily Telemopd" meldet aus Varis, eS 'ei schroieria borauSuifa-’en, wie sich die Tboiry-Politik vermuilich enltoitMn werde. Ter von Briand und Strejemann e>örtere Plan habe bekanntlich olS wesentlichen Zug den Verkauf eines TeilS der deutschen Reparations-BondS auf amerikanischen ober anderen Märkien enthalten. Gegen Ende September habe die französische Re­gierung angeregt, daß die Kabinetie von Brüssel und Rom gemeiniome Verhandlungen in Washington für eine deutsche Finanz-Operation eröffnen tollten. Gleichzeitig fei die britische Regierung um Aeuherung zu der französischen Jnitiaiive ersucht worden. ES bestehe Grund, anzunehmen, daß die formelle Ant­wort her britischen Regierung nächste Woche elntriffi. Ihr Inhalt sei eher geeignet, die Erwartungen zu entmutigen, die vielleicht in Paris gehegt wurden.

hen einzugliedern. Und so wird man auch als ganz sicher annehmen dürfen, daß Trotzki, Sinowjew mit Kamenew und den anderen, die jetzt sich unter­warfen, doch wieder in absehbarer Zeit eine sich- renbe Rolle innerhalb der Sowjet-Organisation ein- nehmen werden. Außerhalb dieser Organisation stehend hätten sich auch dem gegenwärtigen Sowjet- Regime doch sehr erhebliche Schwierigkeiten machen können. Ihre Unterwerfung unter die Partei-Dis. ziplin verhindert, daß sie mittels Putsch die Ruhe stören. Aber Trotzki und Sinowjew müßten nicht Trotzki und Sinowjew sein, wenn sie nicht mit allen Mitteln zur Macht strebten, und man weiß noch lange nicht, welche tieferen Gründe für ihren jetzi­gen Schritt maßgebend waren.

von Belgien Defpret mrd Hautain, von der Tschecho­slowakei Pospisil, von Dänemark Rosenkrcmtz.

Die französischen Unterzeichner haben eine Erklärung abgegeben, worin es heißt: „In der Befürchtung, daß einige Stellen des Manifestes gewisse Meinungsverschiedenheiten herberführen kön­nen, präzisieren die Unterzeichneten die Punkte, mit denen sie einverstanden sind. Sie sind der Auffassung, daß die Unsicherheit und wirtschaftllche Unordnung in den Folgen des Krieges und ins­besondere den Währungskrisen ihren Ursprung hat. Sie glauben, daß vor allem die Länder, deren Währung noch nicht stabilisiert ist, raschestens einer gesunden Währung zustreben müßten. Sie werden das umso eher können, als die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Böllern auf normalen Grundlagen wiederhergestellt werden. Äe sind der Auffassung, daß die übermäßige Höhe oder Starr­heit gewisser Zollschranken und die Behinderung des internationalen Verkehrs durch mißbräuchliche Transpvrtvorschristen verurteilt werden müßten. Sie sprechen sich demgemäß für alle Maßnahmen zur Beseitigung derartiger künstlicher Schranken gegen die uneingeschränkte Wiederaufnahme der inter­nationalen Wirtschaftsbeziehungen der VorkriegS- zell aus. Es ist für einen modernen Staat unmöglich zu leben und zu gedeihen, ohne mit den anderen Staaten Handelsbeziehungen zu unter- halten. Infolge der engen gegenseitigen Abhän­gigkeit der Völler kann das wirtschaftliche Gleich­gewicht der Welt nur durch einen gegenseitigen Austausch von Kreditgewährung und Warenlieferungen hergestellt werden."

Aus Deutschland unterzeichneten Geheimer Kom- merziemat Dr. Bosch, Geheimrat Felix Deutsch, Dr. Karl Melchior, Franz von Mendelssohn, Dr. Schacht, Karl Friedrich von Siemens, Franz Urbig, Generaldirektor Dögler, F. H. Witchvefft.

Die Unterzeichner Italiens hätten begrüßt, wenn auch an all den zahlreichen Formen des unmittelbaren oder mittelbaren Zollschntzes. der Benachteiligungen oder Bevorzugungen, der künst­lichen Prämien und der Auswanderunasbeschrän- kungen Kritik geübt worden wäre. Mit diesen Vorbehalten schließen sie sich dem Manifest an.

Von Großbritannien haben u. a. unter­zeichnet Balfour, Bradbury, Goodenough, Mc. Kenna, Montagn Norman, Lionel de Rothschild, Josiah Stamp. Außerdem haben unterzeichnet her­vorragende Persönlichkeiten ans Holland, Ungarn, Schweden, Schweiz, Norwegen, Polen. Rumänien sowie aus den Vereinigten Staaten, darunter I. P. Morgan und Perkins.

D!e Bedeutung des IKant eftes.

Aus Berlin wird dem W. T. B.-Handelsdienst zu dem Wirtschaftsmanifest aus deutschen Wirt- schastskreisen folgende Bemerkung gemacht:

Der Kreis der deutschen Unterzeichner ist wohl aus rein organisatorischen Gründen zunächst nur ein verhältnismäßig kleiner. Es dürste aber kein Zweifel darüber bestehen, daß dieser Appell in den deutschen Wirtschaftskreisen einen starken Wie­de r h a l l und zahlreiche weitere Befürworter unter den führenden deutschen Wirtschaftlern finden wftd. Eine besondere Bedeutung erhält der Appell für Deutschland dadurch, daß von einer so großen Zahl führender Wirtschaftler aus nicht weniger als 16 Ländern die wirtschaftlichen Fehl­griffe des Versailler Vertrages er- kannt und ihre Beseitigung als Vorbedingung für ein Wiederausblühen der euwpäischen.Produk­tion und des europäischen Handels bezeichnet wird.

In der angekündigten internationalen Kund- tzebung der Wirtschastsführer von 16 Staaten heißt es u. a.:

,,9Bit wünschen als Geschäftsleute die Aufinerk- samkeit auf gewisse beunruhigende Zustände zu lenken, die unserem Urteil nach der Rückkehr zum allgemeinen Wohlstand im Wege stehen. Man kann nicht ohne Bedenken mit ansehen, in welchem Ausmaße Tarifbarrieren, Speziallizenzen und Verbote feit dem Kriege sich in den inter­nationalen Handel einschoben und seinen natürlichen Ablauf behinderten. Niemals hatte es der Handel notwendiger als heute, von solchen Einengungen frei zu sein, um den Handeltteibenden zu ermög­lichen, sich den neuen und schwierigen Bedingungen "en. Der Zusammenbruch von großen poli- n Eebietseinh eiten in Europa war em schwerer lag für den internationalen Handel. Innerhalb er Gebiete, deren Eimoohner bis dahin ihre Produkte im freien Handel ausgetauscht hatten, wurden neue Grenzen errichtet, die durch Zoll­gesetze eifersüchtig gesperrt werden. Alte Märkte verschwanden. Rassenaegensätze konnten Gemein­schaften auseinanderreißen, deren Interessen un- fremtbat miteinander verwoben waren. Um diese neuen Grenzen in Europa zu verteidigen, wurden Lizenzen, Tarife und Verbote eingeführt, deren Resultate sich für alle Beteiligten bereits als höchst nachteilig erwiesen. Hinter den Zollmauern wurden neue Lokalindustrien begründet, die infolge der Konkurrenz nur dadurch am Leben erhalten werden konnten, daß die Zollmauern noch höher wuch­sen. Eisenbahntarife, die nach polttischen Ueberlegungen festgesetzt fmd, machen Transitver­kehr und Frachttransporte fchwierig und teuer. Eine künstliche Teuerung ist hervorgerufen worden. Die Produktion als Ganzes genommen ist zurückgegangen. Die Kredite haben sich verringert und der Geldumlauf hat abgenommen. Zu viele Staaten haben die gemeinsamen Interessen der Welt außer acht gelassen, indem sie ihre kommer­ziellen Beziehungen auf die ökonomisch unsinnige Basis stellten, allen Handel als eine Form von Krieg zu betrachten. Daher kamt keine Erholung in Europa eintreten, bis die Politiker in allen Ländern sich darüber klar sind, daß Han­del kein Krieg ist, sondern ein Austauschprozeß, und daß in Zeiten des Friedens unsere Nach­barn unsere Kunden find, und daß ihr Wohl­stand eine Vorbedingung für unser eigenes Wohl-

Die „Voss. Ztg." will in der Lage fern, die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfes des Aiisführungsgesetzes zu Artikel 48 der Reichsverfafsung über die Diktaturge- walt des Reichspräsidenten, das dem­nächst den gesetzgebenden Faktoren zugehen soll, mitzuteilen. Der Entwurf bestimmt, daß die vom Reichspräsidenten oder seinen Beauftragten auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfafsung er- lassenen Verordnungen Gesetze im Sinne der Reichs- Verfassung find. Heber die Aushebung einer vom Reichspräsidenten oder einer Landesregierung aus Grund des Arttkels 48 getroffenen Maßnahme entscheidet im Streitfall der Staatsgerichts­hof f«ür das Deutsche Reich. Bei der Aus­übung seiner Befugnisse auf Grund des Artikels 48 ist der Reichspräsident durch die Reichsverfasfung und die Bestimmungen dieses Gesetzes beschränkt. In einem Gebiet, über das der Ausnahmezustand

zu reduzieren. Einflußreiche Persönllchkeften m einigen Ländern setzen sich für völlige Aushe­bung der Zolltarife ein. Von anderen Seiten ist der Abschluß von langfrifttgen Handelsverträgen auf der Grundlage der Meistbegünsttgung vorge- kchlagen worden. Einige Staaten haben kürzlich lbgeschlvssenen Verttägen die Notwendigkeit aner­kannt, den Handel von allen mederdrückenden Be- mgungen zu befreien. Und Erfahrung lehrt all- nählich auch andere, daß das Niederreißen der Monomischen Hindernisse zwischen den einzelnen Rationen sich als sicherstes Heilmittel ge- zen das Stagnieren des Handels er- veist. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß die Wiedereinführung der Handelsfreiheit die beste Möglichkeit in sich birgt, Handel und Kredit in der Welt wiederherzustellen."

Von Oesterreich haben u. a. unterzeichnet Arthur Krupp, Louis Rothschild, Richard Reisch,