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nr. 228. |

Somsfaq, 2. Oktober 1926

Zahrg. 53.

Livorno

an die Gas-

fernversoroung gedacht.

den Streik der e.n

en Bergarbeiter.

Auch die Frage der Kohlenausfuhr aus jedem der in dem Ausschuß vertretenen Länder wird erörtert.

Taifunschäden in China.

Wie Havas aus Hongkong berichtet, befürchtet man, daß 130 Fischerdschunken mit unge- ähr 2000 Mann Besatzung auf der Höhe von Makao durch den Taifun vom letzten Montag untergegangen seien. Längs der Küste wurde viel Strandgut angetriebeu

Havas berichtet aus Genf, daß ein $ r o t e ft • fchreibendes Bürgermeisters von Germersheim noch nicht beim Generalfekretariat des Völkerbundes eingetroffen sei. Man erklärt übrigens, daß der Völkerbund nur von einer Re­gierung und nicht von einer Gemeindebehörde mit einer derartigen Angelegenheit befaßt werden könne.

Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei sind in Berlin wieder ausgenommen wor­den.

Der polnisch-rumänische Vertrag wurde vom Sjem in Warschau mit großer Mehr­heit ratifiziert.

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Bündnis-vertrage.

Wad) einer Agenturmeldung aus Konstan­tinopel hat die Türkei mit China einen Freundschafts-und Unterstutzungsoertrag auf Ge­genseitigkeit abgeschlossen.

Das Uohlensyndikat.

5ür Sohlenvenvendung und Sohlenveredelung.

völkerbiindr-lirMK.

Das bekannte Londoner Blatt, der „Manch e- ft er Guardian" schreibt in einem Leitartikel: 5m Völkerbund schienen zwei Hauptkräfte, zwei an- ; scheinend entgegengesetzte und miteinander un • vereinbare Auffassungen von interna- tionalen Beziehungen am Werke zu sein. Trotz des durch die versöhnlichen Gesten Briands und Stress- manns verstärkten Eindrucks, daß der Völkerbund dieses Jahr infolge der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund einen der größten Fortschritte in seiner Laufbahn mache, bleibe die Tatsache bestehen, r daß vielleicht die Mehrheit der Versammlung Gens mit einem Gefühl der Besorgnis verlassen hat, das tiefer ist, wie in irgend einem früheren Jahre. Sie habe gesehen, wie die Völkerbundsversamm- lung der Beeinflusiung von feiten des Rates mehr unterworfen war, als je und wie die Verfassung des Völkerbundes selbst einschneidend geändert wurde in einer Weise, die allgemein als u n n ö - t i g, wahrscheinlich sogar als schädlich angesehen wird. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn der Versammlung gestattet worden wäre, frei über die Frage zu stimmen. Dies sei gerade die F o l g e des Systems teilweiser Bündnisse und Gruppierungen gewesen, das den Völ- kerbund zu ersetzen bestimmt sei und durch das er, ernenn es nicht durch den Völkerbund zerstört wird, selbst vernichtet werden kann. Daß der Völkerbund gezwungen wurde, Polen eine privilegierte Stel­lung im Rate zu gewähren, geschah einfach aus dem Grunde, weil Polen einen wesentlichen Teil des französischen Bündnissystems bilde. Es fei ein Mißgeschick, daß Großbritannien im Völ­kerbund vom Außenminister vertreten fei, der aktiv bei der Herabsetzung der Autorität der Völker- bundsversammlung mitgeholsen habe.

Die 5lbrüstungsfrage.

Aus Genf meldet W. T. B.: Die gemischte Kom- Mission, die mit der Beratung der wirtschaft- l i ch e n Seite der Abrüstungsfrage betraut ist, trat unter dem Vorsitz von Veverka-Tschechoslowa- fei zusammen. Sie ist aus Mitgliedern der ver- schiedenen technischen Organisationen des Völker­bundes und des internationalen Arbeitsamtes zu­sammengesetzt. An den Arbeiten der gegenwärti­gen Session nehmen unter anderem teil: Jvubaur- Mankreich, v. M ö l l e n d o r f-Deutschland, Mills- England, Oudegeest-Holland. Während der gegen- wartigen Tagung wird die Kommission zuerst Kenntnis nehmen von den Berichten ihrer drei Unterkommissionen über die Vergleichung der Rü- stungen der einzelnen Staaten,' über die Frage der chemischen Produktion und über die Giftgase.

* Lhberg schwedischer Finanzminister. Aus Stock­holm wird gemeldet: Der Ministerpräsident und Finanzminister E k m a n legte sein Amt als Finanz- Minister nieder und bleibt nur als Ministerpräsi­dent in der Regierung. Zum Finanzminister wurde der Minister ohne Portefeuille Lhberg ernannt.

Die italienische AgenziaStesani gibt fol­gende Mittelung aus:

Mussolini und Chamberlain sind in Livorno zusammengetroffen. Die Besprechungen zwischen den beiden Staatsmännern, die, wie man weiß, durch Beziehungen gegenseitiger persönlicher F r e un d s ch a f t miteinander verbunden sind, sind in s e h r he r z l i ch e r Weise verlaufen. Die beiden Minister haben die beiden wichtigsten internationa­len Fragen der Stunde geprüft und dabei die Ge­nugtuung gehabt, die Intimität der englisch-italie- Nischen Beziehungen und die Gleichheit der von den beiden Regierungen für die Lösung der wichtigsten europäischen Probleme eingehaltenen Linie zu be­stätigen.

* Die Stabilisierung der belgischen Währung. Havas berichtet aus Brüssel: Schatzminister Francqui und der neue Gouverneur der Banque National, Franck, reisen nach London, um mit den dortigen Finanzleuten über eine Anleihe zwecks Stabilisierung der belgischen Währung ,n verhandeln. — Der Brüsseler Korrespondent M „Echo de Paris' be­richtet, daß die belgische Reg erung, da es unmög­lich sei, die französische Regierung zu einer gemein­samen Handlung hinsichtlich der Stabilisierung des Franc zu bewegen, sich entschlossen habe, allein die Stabilisierung ihrer Währung durch,nführen. Daraus erkläre er sich die Reise bei Schatzministers Francqui und des Gouverneurs der Nationalbank,- yranl, nach London. Die Stabilisierungsanleihe ei noch nicht abgeschlossen, aber man versichere, daß die eingeleiteten Verhandlungen sehr ermutigend seien.

Die Gerüchte, daß die amerikanische Re- gierung beschlossen habe, dem ständigen internatio- nalen Gerichtshof nicht beizutreten, werden halb­amtlich dementiert. Es wird betont, daß die- ser Schritt nicht von der Entscheidung der Re­gierung, sondern von der des Senats abhänge.

Eine argentinische Anleihe für Rüstungszwecke.

Wie Havas aus Buenos Aires berichtet, hat das Parlament die Regierung ermächtigt, einen Kredit von 75 Millionen Pesos aufzunehmen, um die argentinischen Truppen wieder instand zu setzen und zu verstärken. Trotzdem die Beratungen in der Kammer geheim gewesen seien, verlaute, daß die Flotte aus leichten Kreuzern, Zerstörern, klei- nen Unterseebooten zur Ausbildung, Flugzeugschif- j fen und Patrouillenbooten bestehen soll.

Vie Kriegsverftiimmelten.

3n Genf wurde in der Universität der zweite internationale Kongreß der Kriegsverstüm- melten und ehemaligen Kriegsteilneh- mer eröffnet. Anwesend sind die Delegierten von 21 Verbänden aus elf Ländern, die rund 3 Mill. Mitglieder vertreten. Zu Vorsitzenden wurden ge- wählt Chatenet, Präsident des französischen Nationaloerbandes der Kriegsverstümmelten und Roßmann, Präsident des Verwaltungsrats des Deutschen Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Die Konferenz geneh­migte die von Cassin-Frankreich eingebrachte Ent­schließung, in welcher die Vertreter der Kriegsver- stümmelten und ehemaligen Kriegsteilnehmer als oberstes Ziel ihrer Bemühungen die Herstel- lung eines dauerhaften Friedens be­zeichnen. In der Entschließung wird weiter gesagt, daß die internationalen Beziehungen auf die Ach- tung der Verträge und die Zustimmung zur obli­gatorischen Schiedsgerichtsbarkeit für Konflikte zwischen den Staaten gegründet sein müssen.

Die Minderheiten.

Bölkterbunds-Erörterungen in Salzburg

Aus Salzburg wird gemeldet: Auf dem Kongreß der Internationalen Union der Völker­bundsligen berichtete in einer Sitzung der gemisch- ren Kommission D r. K u n z - Oesterreich über die Behandlung von Minderheitsbeschwer- oen im Völkerbund. Das Petitionsrecht der Min- oeryeiten soll keiner Einschränkung unterliegen, nur urfe nicht die Forderung nach einer Aenderung

’^cn Grenzen zwischen den Ländern ge- '/E wevden. Der Regierung, gegen die Klage er-

" „werde, sollen zwei Monate zur Erwiderung e^ngeraumt werden. Die Frist für die Unterfu- 8 »9 sechs Monate nicht übersteigen. Im t ^•klingens einer freundschaftlichen 3te- 9Jung soll der Völkerbundsrat seine Entschet- Seben^se”' 9e9en öie es keine Berufung

Satrapenschicksal.

Verhaftung hochstehender Persönkichkeiten in Persien.

rotb. Paris, 1. Oft. (Eig. Funkm.). Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Teheran wird die Untersuchung des gegen den Schah gerie­ten Komplotts eifrig fortgesetzt. Eine weitere An­zahl hochstehender Persönlichkeiten sei verhaftet worden. Zahlreiche Selbstmorde von höheren Offizieren würden berichtet, die der Ver­haftung wegen ihrer Beteiligung an dem Komplott jätten entgehen wollen.

Alle faschistischen Blätter bringen Leit­artikel zur Begegnung zwischen Mussolini und Chamberlain. Se wiederholen darin die bekann­ten Gedankengänge, daß England und Italien al« Garant en von Locarno und U n t e r z e ich- ner des Versailler Vertrages sich mit der neuesten deutsch-französischen Annä- h e r u n g beschäftigen müßten.

„Lavoro d' Italia", welcher ausdrücklich erklärt, daß er nicht an eine deutsch-französische Annä­herung glaube, meint, daß vielmehr der neue große Eisentrust England und Italien be­sorgt machen müsse.

Die Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Mussolini.

Mussolini traf am Donnerstag vormittag von Rom kommend in Livorno ein. Er begab sich um 12 Uhr in Begleitung des Unterstaatssekretärs Grandi und seines Kabinettschefs Paulucci an Bord der englischen Yacht „Dolphin", wo er von Chamberlain und seiner Familie empfangen wurde. Nach einer kurzen Unterredung attgemei- nen Charakters zogen sich Mussolini und Chamber- Iain aufdieSchiffsbrücke zurück, wo sie bis kurz nach 1 Uhr eine herzliche Aussprache hatten. Chamberlain und Mussolini begaben sich alsdann in Begleitung ihres Gefolges an Bord der italeni- schon Yacht „Giuliana", um an einem Frühstück im engsten Kreise teilzunehmen.

Polnische Krise.

AuS Warschau meldet WTB.: Wie der Sejm- marschall Rataj bei Eröffnung der Abendsitzung des Polnischen Landtages mitteiltej ist die Regierung Bartel zurückgetrelen. Die Gesamtdemission wurde vom Staatsp äfibenten angenommen. Die Sitzung des Landiages wurde daraufhin geschlossen, lieber den sozialistischen Antrag, der Landtag möge seine Auflösung beschließen, wird erst in der nächsten Sitzung die bisher noch nicht festgesetzt wurde, ab- gestimmt werden.

Ein IkberfalL

mtb. Warschau, 1. Oki. ((Fig. Funkm.). Heute morgen erbrachen etwa 15 bewaffnete pol- Nische Offiziere in voller Uniform die Tür zur Wohnung des national-demokratischen Führers und früheren Finanzministers, Abg. Zdziechowski, und drangen in das Innere der Wohnung ein. Den Diener des Abgeordneten bedrohten sie mit dem Revolver, während andere auf den Abgeordneten Zdziechowski derart einschlugen, daß er die Besin- nung verlor. Dann legten die Offiziere eine Bombe nieder, die ein sehr stark riechendes Gas ausströmte und verließen darauf die Wohnung. Dem Diener gelang es noch rechtzeitig, die Bombe zu entfernen. Ein hinzugezogener Arzt stellte fest, daß der Zustand Zdziechowski zu ernsten Be­sorgnissen keinen Anlaß gebe. Es wird angenommen, daß der von den polnischen Offizie­ren verübte Ueberfall auf eine Rede Zdziechowski zurückzuführen ist, in der er scharf gegen das Ka­binett Bartel Stellung genommen hat.

* Landaerichtsdirektor Hoffmann vom Amt sus­pendiert. Wie das „B. T." meldet, hat der preuß. Justizminister dem demokratischen Landtagsabge­ordneten Bohner in einem Schreiben auf dessen Frage mitgeteilt, daß der Magdeburger Landge­richtsdirektor Hoffmann durch Beschluß de« Disziplinarfenats vom 28. September vom A m t suspendiert sei.

Germersheimer Folgen.

Ziviltrageverbot für die französischen Lesahungs- truppen.

Der Oberbefehlshaber der franzö­sischen Rheinarmee hat Blättermeldungen zufolge mit Rücksicht auf den Germersheimer Zwi­schenfall allen Desatzungsangehörigen im besetzten Gebiet das Tragen von Zivilkleidung verboten und gleichzeitig angeordnet, daß in den von Besatzungstruppen belegten Orten des Nachts bis auf weiteres ein reger Patrouil- lengang in Verbindung mit den deutschen ört­lichen Polizeibehörden eingerichtet werden soll, der sich besonders auf die Wirtschaften bezie­hen soll.

Außenminister Briand, der nach seiner Rück­kehr aus Genf einige Tage auf dem Lande zu­brachte, ist nach Paris zurückgekehrt.

* Die englischen Staatsfinanzen. Aus London wird gemeldet: Die lange Dauer des Bergarbei- terftrelts spiegelt sich in den Staatsein na h- men für das erste Halbjahr, das am 30. Septbr. endet, deutlich wieder. Die Einnahmen betrugen in diesem Zeitraum 322.25 Millionen Pfund Ster­ling, während die Ausgaben 384 Millionen auf- wiesen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres be­trugen die Einnahmen 344 Millionen Pfund Stert.

* Wiederaufnahmeverfahren im Tifzaprozeß? Aus Budapest berichtet man: Der Verteidiger des im Tifzaprozeß zu 14 Jahren Zuchthaus verurteil- ten Marcel Gärtner beantragte beim Justizmini­sterium die Wiederaufnahme des Strafprozesses wegen der Ermordung des Grafen Tisza. Nach Prüfung der in diesem Gesuch auf« geführten Daten wird die Staatsanwaltschaft über die Zulassung einer Wiederaufnahme des Prozesses entscheiden.

"Spanisches Dementi. Havas berichtet aus San Sebastian, der spanische Außenminister habe den Journalisten erklärt, das Gerücht, die Verlobung des englischen Thronfol­gers mit der Prinzessin Beatrix werde demnächst bekannt gegeben, entspreche nicht den Tatsachen, —

Der von dem französischen Leutnant Rouziei in der Nacht zum Montag getötete Arbeiter Emil Müller wurde Donnerstag nachmittag unter An­teilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt Germersheim und einer großen Anzahl von Leid­tragenden aus der ganzen Pfalz zu Grabe getra­gen. Die Geschäfte waren während der Beerdi­gung geschlossen. Nach der Einsegnung der Leiche durch ben katholischen Stadtpfarrer hielt der Re­gierungspräsident der Pfalz namens der bayeri­schen Staatsregierung eine Ansprache. Danach er­griff der erste Bürgermeister der Stabt Germers- heim, Schmidt, das Wort. Er betonte, daß Müller auf dem Felde der Ehre gefallen fei zu Ehren Deutschlands. Der Landtagsabg. Chefredakteur Bernzott betonte, daß an diesem Grabe jeder Par­teihader verstummen müsse und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Tod Müllers beitragen möge, die pfälzische Heimat von fremder Besatzung zu be­freien. Nach weiteren Ansprachen schloß die Trauerfeierlichkeit mit einem Trauerchoral. Die französische Besatzung zeigte sich während der Be­erdigungsfeierlichkeiten n i ch t auf den Straßen der Stadt.

FuldaerZeriung

___2ftBciaer für die Stadl und den Kreis Hulda. Amtliches Kreisbtaff.

fernverforoung gedacht. Die große Bedeutung der zentralen Gasfernversorgung für die bessere Aus­nutzung der überschüssigen Energien der Kokereien liegt auf der Hand. Es ist ein wirtschaftliches Unding, das wertvolle und gut verkaufbare Kocks­ofengas im eigenen Betriebe zu verfeuern, während die überschüssigen nicht absatzfähigen Brennstoff­arten, die sich für den Selbstverbrauch sehr wohl eignen, auf Lager kommen oder sogar mit dem Haldenmaterial angeschüttet werden müssen. Daß die Belieferung mit Ferngas gegenüber der Eigen, erzeugung in den Städten und Gemeinden große Erleichterungen und einen erheb­lichen geldlichen Nutzen bietet und die Lieferung großer Gäsmengen zu mäßigen Preisen an die In- buftrie, auch an solche, bie weit entfernt vom Berg­baugebiet liegen, wirb ben Verbrauchern nicht sel­ten eine wesentliche Minderung ihrer Selbstkosten und dadurch einen größeren Absatz verschaffen.

Zur Durchführung solcher Pläne sind so große Kapitalien und so außerordentliche Gasmengen er­forderlich, daß dafür die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Konzerns nur selten ausreichen dürfte. Besonders begünstigt wird die Gasfernversorgung neuerdings durch die täglichen Fortschritte die in den letzten Jahren mit der Verlegung geschweister Gasdichterleitungen erzielt worden sind. Die Anregungen und Vorschläge des Ausschusses wurden mit großem Beifall ausgenommen. Es wurde beschlossen, zunächst eine Studiengesellschaft mit einem kleinen Aktienkapital zu gründen. Da einzelne Zechen noch nicht in der Lage waren, bin­dend ihren Eintritt zu dieser Gesellschaft zu erklä­ren, wurde ein Beschluß dahingehend gefaßt, daß man annimmt, daß diejenigen Zechen, die bis zum 10. Oktober 1926 keine gegenteilige Erklärung ab­geben, zum Beitritt bereit sind. Damit übernehmen sie die Verpflichtung, bis zum 31. Dezember 1926 nicht selbständig auf den der Gesellschaft zugedacht- ten Gebieten vorzugehen.

Regieruttgsneubilöung in Wien.

Seipels Rückkehr?

In Wien fanden zwischen dem Obmann bet christlich-sozialen Partei Seipel und dem Obmann der Großdeutschen Parteileitung Woitowa Be» fprecbunqen, die mit der bevorstehenden Neubildung der Regierung in Zusammenhang gebracht werden, statt.

Die „Reue freie Presse" erfährt dazu aus führen­den parlamentarischen Kreisen, daß die Besprechung die parlamentarische Lage zum Gegenstand hatte, wobei auch die Frage der Neubildung des Kabine'tS zur Sprache kam, ohne daß jedoch bindende Ab­machungen getroffen wurden. Die Aussprache galt in erster Linie der Informierung der Obmannes der Großdeutschen Parteileitung für die am 7.10. statt­findende Sitzung der Gesamtparteileitung der Groß­deutschen Partei. Wenn Seipel in absehbarer Zeit die Regierungsgeschäfte übernehmen sollte, so bedeute daS noch nicht, daß mit einem vorzeitigen Abschluß der TätigkeltSperiode deS jetzigen Nation^.IrateS un­bedingt gerechnet werden müsse. Jedoch könnte sich eine solche Wendung aus der weiteren Gestaltung der parlamentarischen Verhältnisse ergeben. Am Nachmittag erstattete Wottowa dem Großdeutschen Parteivorstand einen Bericht über die Sage auf Grund seiner Unterredung mit Seipel, wobei die Auffassung zu Tage trat, daß alle Erörterungen über eine Parlaments- und Regierungskrise z. Zt. ver­früht seien. Einen breiten Raum in den Erörte­rungen nahmen da? Programm der Partei und die Bemühungen zur Schaffung einer nationale» Einheitsfront ein.

In der Mitgliederversammlung des Kohlensyn­dikats in Essen hatte man sich u. a. mit den Vorschlägen des Ausschusses zu befassen, der vor einiger Zeit zum Studium von Kohlenab- s a tz f r a g e n eingesetzt worden war. Der Aus­schuß macht den Vorschlag zur Gründung einer Ge­sellschaft für Kocksverwertung. Danach soll der Zweck der Gesellschaft ein gemeinsames Vor­gehen auf dem Gebiete der Kohlenverwertung und Kohlenveredelung sein; hierunter soll in erster Linie verstanden sein, feste Brennstoffe, insbeson» oder solche, die schwer gu verkaufen sind, zur Ver­besserung der Absatzmöglichkeiten in andere Ener­giearten- ober Stoffe umzuwanbeln ober bereits umgeroanbelte zu erwerben ober zu vertreiben, An­lagen für bie Umwandlung ber Brennstoffe zu er- richten unb zu betreiben, langfristige ßieferungs- unb Konzessionsverträge abzuschließen, neue Ver­fahren mit großem Brennstoffbebarf bis zur tech­nischen unb wirtschaftlichen Reife durchzuarbeiten anzuwenden, Erfindungen von dritter Seite aufzu. kaufen und sich an Gasgesellschaften zu beteiligen, die ähnlichen Zwecken dienen.

Die Gesellschaft soll das Gebiet der Gasfern- ö e r f o r g u ng, Fernheizung, Kohlenstaubfeuerung und andere bearbeiten.

Die Internationale der Bergarbeiter.

Der internationale Bergarbeiterausschuß ist in Ostende zusammengetreten. Auf der Tagung sind Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Spa­nien, Holland und die Tschechoslowakei vertreten. Auch ein amerikanischer Vertreter nimmt an den Sitzungen teil. Die Beratungen gelten der Er­örterung der gegenwärtigen Lage im Hinblick auf