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Mittwoch, 29. Sept. 1926

Vie Abrüstung

des

Das B. T. schreibt: Den Anstrengungen Pom- ccrres zur Rettung des Franken und zur Sanierung der Finanzen wünschen wir aufrichtigen Erfolg. . ian£> Aber zu einem Ergebnis können sie wohl am besten fAen führen, wenn man die notwendige Friedens-' L - - atmosphäre möglichst wenig durch die giftigen Gerüche der Kriegsranküne verdirbt.

Wie die Agentur Judo Pacific aus Charbin et« ährt, soll der russische Konsul in Mulden, Ära« kowetzky, an Stelle Äarachans de Leitung der russischen Botschaft in Peking übernehmen.

In Flensburg wurde die Konferenz von deutschen und einer Reihe von ausländischen Grup. pen der Internationalen Frauenliga für

Reuter erfährt durch ein Telegramm ans briti. scher Quelle, daß die chinesischen Verluste während der Beschießung von Wanshien durch englische Kriegs- schiffe am 5. September die Zahl 300 nicht über­schreiten.

Der Vorwärts sagt: Man kann es als einen Erfolg betrachten, daß Poincarä in seinen zwei Reden nichtskaputgemacht hat. Zum Glück werden wir es bei den Verhandlungen nicht mit Poincare, sondern mit Briand zu tun haben, den eine ganze Welt des Temperaments von seinem Ministerpräsidenten trennt.

Die Krise in Spanien.

AuS Madrid wird gemeldet: Primo de Ri« vera erklärte, daß er nicht an die Spitze des zukünftigen Kabinetts treten werde, sondern irgend eine seinem Grade entsprechende militärische Stellung einnehmen werde, ohne sich in die Politik einzumischen.

Fremdenhatz in China.

wtb. Paris, 28. Sept. (Eig. Funkm.) Nack einer Agentnrmeldung aus Shanghai soll in der Gegend von T!ch"ngking eine chinesische Geheimgesellschaft gebildet worden sein, die 100 Dollar Belohnung für jeden englischen Staatsangehörigen aussetzt, der ihr lebend ausgeliefert wird.

'frf(6efnt t«t6$wio' wöckientllch. Wochenbe'iaaew Illustriert« Sei» o«e unb Buchenblllt'-r" Rotationsdruck und «erlag der «uldaer Aktiendruckerei in Kolba. Nernkvrecher Nr 9.

Ei

Nr. 225

Die Lage in Syrien.

wtb. London, 27. Sept. (Eig. Funkm.)' „Ti­mes" meldet aus Haifa: Nach dort eingelaufenen Berichten hat Sultan A t r a s ch einen französischen Offizier und fünf andere Franzosen gefangen ge­nommen. Die Drusen behaupten, daß sie den fran­zösischen Truppen bei den letzten Kämpfen bei Farba und Bir Thebban schwere Verluste zugefügt haben__________________

Der in Genf tagende Vorbereitende Ausschuß für die Abrüstungskonferenz, in dem Deutschland wieder durch den Grasen Bernstorfs ver­treten ist, schloß esine kurze Zwischentagung ab. Au Vorschlag des Redaktionskomitees beschloß er die Wiederaufnahme des von Gibson in der vorigen Woche gestellten Antrags, der den Wunsch aus­drückt, daß die Arbeiten des Unterausschusses in kürzester Frist abgeschlossen werden und das Er­gebnis der Arbeiten in einem Schlußbericht nieder­gelegt wird. Gibson erwähnte nochmals den be­kannten Vorschlag des Präsidenten Coolidae, der unter anderem für die Abrüstung zu Lande den Abschluß von regionalen Vertr.gen, für die Abrüstung zur See die Ausdehnung des Washingtoner Abkommens auf die in diesem Abkommen nicht eingeschloffenen Schiffs­kategorien empfiehlt. Robert Cecil erklärte, auch in den Augen der englischen Delegation sei es viel wichtiger, zu einem guten brauchbaren Erebnis, als zu einem raschen, aber weniger brauchbaren Ergebnis zu kommen.

Paul Boncour erklärte, wenn die Abrüstungs­konferenz nicht zu einem allgemeinen Abkommen gelangen sollte, dann müßte Frankreich den Ab­schluß von regionalen Abrüstungsverträgen vor­ziehen. Frankreich erwartet aber, daß man zu einer allgemeinen Abrüstung definitiv kommen werde. Zu Beginn der Sitzung hatten Cobian- Spanien und Büro-Uruguay ihre Demission als Vizepräsidenten des Ausschusses und als Präsiden­ten des Unterausschusses „B" bzw. „A" gegeben. An ihre Stelle wurden gewählt für den Unteraus­schuß „A", der sich mit militärischen Fragen zu be­fassen hat, der belgische Senator de Brouquerei für den Unterausschuß „B", der sich mit nichtmilitäri- schen Fragen zu befassen hat, der tschechische Ge­sandte in Bern, Veverka.

Aus London wird gemeldet: Times sagt in Besprechung der letzten Reden Poincares, daß der Standpunkt Poincares in der Frage der Schuld am Kriege von der öffentlichen Meinung in England und in allen anderen alliierten und asso- ciiertcn Ländern geteilt werde. Poincare sei ge­zwungen gewesen, Behauptungen zurückzuweisen, die, wenn sie ohne Widerspruch geblieben wären, als Werkzeug hätten benutzt werden können, um wesentliche Bestimmungen des Versailler Vertrages zu untergraben. Die Schuld Deutschlands sei die moralische Grundlage vieler der Bedingungen, die der Friedensvertrag festgelegt habe.

* Faschistische Angriffe gegen Katholische Pfad- inbcr. Der ,Offervatore Romano' befdiäftigt sich mit den Angriffen gewisser extremer faichistischet Blätter gegen die katholischen Pfadfinder und be­merkt, daß die weltlichen Behörden diese An« griffe n i ch t billigten und daß man sich daher feiner Sorge darüber binrnaebeu brauche.

uldaerZeriung

Anzeiger für die Sfabf und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Der Auswärtige Ausschuß.

Der Auswärtige Ausschuß des deutschen Reichs­tages tritt am 7. Oktober, 10 Uhr vormittags zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung über Genf und Thoiry.

*

Die deutsche Delegation für Genf ist am Diens- k tag früh aus Genf unter Führung des Staatsfekre- £ tärs von Schubert, des Ministerialdirektors Dr : Gaus und des Abg. Prälat D r. K a a s, in Berlin : einaetroffen. Zur Begrüßung waren u. a. auf dem Bahnhof erschienen Dr. Haßlinde, Staatssekretär Dr. Bünder, die Ministerialdirektoren Dr. Köpke U und Wallroth, und der stellvertretende Pressechef, ' vortragender Legationsrat Dr. Zechlin.

Hindenburgs 79. Geburtstag.

| Der Reichspräsident hat der ,B. Z.' nufolge am Montag Berlin verlassen, um einige Tage auf dem Lande zu verbringen und seinen 79. Geburtstag am 2. Oktober in aller Stille zu feiern.

* Aus dem Reichsanzeiger. Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung über die vor­läufige Regelung des Brennrechts, der lieber« nahme-Verkaufspreise für Branntwein, des Mono- polausgleichs und der Hektolitereinnahme für das Betriebsjahr 1926/27.

Bemerkenswerte Verhaftungen.

Nach Meldungen aus verschiedenen Quellen ist der frühere Syndikus der deutschnationalen Ber­gisch-Märkischen Zeitung Dr. Heinrich Dietz aus Elberfeld auf Ersuchen des Oberreichsanwalts unter dem Verdachte des Verrats militäri­scher Geheimnisse verhaftet worden. Es hat sich nun herausgestellt, daß Dr. Dietz im April dieses Jahres der preußischen Regierung Mittei­lungen über angebliche Pu t sch a b si ch t e n der alldeutschen Kreise um Iustizrat Dr. Claß zugehen ließ, die den preußischen Behörden Veranlassung gaben, bei verschiedenen hervorra­genden Persönlichkeiten der Rechtsverbände und der rheinisch-westfälischen Wirtschaft Haussu­chungen durchzuführen. Wegen dieser Haussuchungen ist die preußische Regierung in der v<*rtenHid)text scharf angegriffen worden. Wäh­reno nunmehr von deutschnationaler Seite behaup­tet wird, daß sich die vreußische Regierung von Ian« 1 desverraterischen Subjekten habe Material über- geben lassen, verlangt die dem preußischen Kabinett nahest"' >de Presse dringende Aufklärung über den ga -m Vorfall, da angeblich die Möalichkeit vorliege, daß gegen Dr. Dietz intrigiert worden sei aus Rache wegen Mitteilungen, die er der preu­ßischen Regierung zugehen ließ.

£ Beim preußischen Landtag ist hierzu folgende Anfrage Brunch lDN.l eingeganaen:

„In einem Montagsblatte vom 27. Sept. 1926 wird I rtnitgeteitt, daß ein Dr. Heinrich Dietz in Elberfeld we- i gen Verdachtes des Landesverrats auf Antrag des Ober­reichsanwaltes verhaftet worden fei. Aus dem Artikel geht hervor, daß dieser Dr. Dietz dieselbe Per- lonlichkeit sei, der der Polizeivizepräsident Friedens» bürg das Material verdankte, auf Grund dessen er den , Hausfuchungsfkandal bei rheinischen Wirtschaftsführern veranlaßte. Ist es richtig, daß der wegen Verdachtes des Landesverrates verhaftete Dr. Dietz tatsächlich der Vertrauensmann der Polizei war, und welche positiven Angaben hat er dem Polizeivizepräsiden- ten gemacht?

Anscheinend im Zusammenhang mit dieser 93er« bastung steht eine weitere: Wie die alldeutsche „Rheln.-Westf Zeituna" meldet, sei in Wartenburg I MsOstpreußen) der kürzlich dorthin als Studi-nbirek- tor berufene bisherige Studienrat Dr. Gold­in a n n aus Haspe „wegen Landesverrat" ver- '7 haftet worden.

Sowohl Dietz als Goldmann Gehörten ursprüng- üd) dem Zentrum an. Dietz ging später zu den Deutschnationalen über. Nach weiteren Meldungen wurden bei einer Haussuchung, die bei Dr. Dietz veranstaltet wurde. Briese von Goldmann gesiin- den, die angeblich den schweren Verdacht des Ver­rats militärischer Geheimnisse rechtfertigen sollen. Diese Briese liegen 3 bis 4 Iabre zurück. Sie sind datiert aus den Jahren 1922-23 und waren nicht etwa an ausländische Stellen, sondern an den Zen- I tumsabgeobbneten Dr. Fleischer gerichtet. Goldmann versuchte damals, eine von ihm gemachte I militärische Erfindung wirtschaftlich auszunutzen, I fand aber bei dem Reichswehrministerium keine I Gegenliebe. In den weiteren Versuchen der Patent- I ausnutzung erblickt nun der neue f)berreicb=anmart oas Verbrechen des Verrats militärischer Geheim- Msse.

M * Einberufung des hessischen Landtages. Wie in I parlamentarischen Kreisen verlautet, soll da? Plenum des Landtages auf DienStag, den 12. Oktober ein- I ; berufen werden. Die Tagung soll nur ein bis zwei I 4-age dauern.___________

t * .Cffertoatore 'Romano' über die römische Frage.

-Offervawre Romano' weist auf die neuen Besprech. I übBt die römische Frage hin und stellt fest, I t die Lage des heiligen Stuhles seit 50 Jahren I K» Wesentlichen unverändert geblieben sei. Der I v t A nur Nutznießer der apoftosischen Paläste I » mü..et 'brer Kunstschätze. Er fei aber nicht ein- I mai Besitzer seiner Wohnung und erscheine in Rom °es heiligen PeiruS nur als ein Geduldeter. Die

Papste zugestandenen Vorrechte und Jmmuni- I ieren geringer als diejenigen, deren sich die v "Aueder des bei ihm beglaubigten diplomatischen erfreuen, von denen jeder unter dem Schuh I »nx cht^rnationalen Rechtes leben und handeln könne I hrbJm- e,0ene” H"use Herr fei. Diese einzelne Tat- ctv.v allem schon jedem moralisch und politisch I sich ^stnnten, daß die Lage des Papstes uneriräg« I

„Wege zum Einheit* staaf.

Die Führertagung des republikanischen Reichs­bundes, die von der demokratischen und s o - z i a l i st i s ch e n Presse so lebhaft begrüßt worden ist, und von der man sich in den unitaristischen Kreisen so großes versprochen hatte, ist vorüber, ohne irgendwelche Spuren hinterlassen zu haben.- In der Einladung des republikanischen Reichsbun- des hieß es, der Reichsvorstand gehe bei der An­beraumung dieser Veranstaltung von der lieber» zeugung aus, daß eine Neuordnung unserer inner­staatlichen Verhältnisse im Sinne einer zweckmäßi­gen Ordnung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern mit dem Ziele der Errichtung eines deut­schen Einheitsstaates, der zugleich den einzelnen Reich<-stellen im Rahmen des Ganzen die voll« Auswirkung und Auswertung ihrer individuellet Kräfte überlasse, eine der dringenden staaispoliti sechn Ausgaben der Gegenwart sei.

Von dieser Dringlichkeit waren aber anschei­nend die führenden Persönlichkeiten des republi­kanischen Reichsbundes selbst nicht überzeugt, denn die Tagung fand am Sonntag abend ihren Ab­schluß, ohne daß eine im Sinne der Einladung ge­haltene Resolution aefaßt werden konnte. Die Frage eines unitaristischen Deutschland fand bei der Veranstaltung so wenig Kfärunc», daß sogar der Vorsitzende Oberbürgermeister Dr. Luppe -Nürn­berg in seinem Schlußwort das Problem als noch nicht reif genug für eine entlorachende Enttchür- ßung bezeichnete. Und schweren Herzens muß die extrem-republikanische „Welt am Montag" ge­stehen, daß Dr. Wirth, der auch an der Tagung teilgenommen bat, erklärte, er habe davor gewarnt, das Thema „Wege zum Einheitsstaat" auf die Ta- oesorbnung zu setzen: statt Theorien zu diskutieren, sollten die Republikaner lieber Politik machen.

Ein großer Aufwand wurde also mit der Tagung des republikanischen Reichsbundes wieder einmal nutzlos vertan. Bei der Erörterung des Problems: Unitarismus oder Förderalismus zeigt sich so recht mit aller Deutlichkeit, daß verpaßte Gelegenheiten nur sehr selten wieder gut gemacht werden können. Eine Gelegenheit zur Schaffung eines großde"ftchen Einheitsstaates war fn den Tcwen des Umsturzes von 1918 gegeben. Hätten sich die damaligen Füh­rer mehr mit staatsvvlitischen Dingen als mit den Möolichketten zur Erreichung höherer Löhne befaßt, so hatte der deutsche Einheitsstaat mit Einschluß von Deutsch-Oesterreich zur Wirklichkeit werden kön­nen. Die Monarchien waren beseitigt, die poli- ttschen Führer der Monarchie hatten völlig den Kopf verloren, die Grenzen des Reiches und der Länder waren nicht ganz feststehend: mit einem Mort, die Gelegenheit war günstig. Die damaligen Gewalthaber aber ließen sie unbenutzt Darüber- gehen. Nachdem sich heute die Dinge stark konso­lidiert haben und in den einzelnen Ländern gerade keine besondere Vorliebe für eine in Berlin kon­zentrierte Regierung für alle Gebiete des öffent­lichen Lebens herrscht, kann die Frage eines deut­schen Einheitsstaates, wie ihn die Vertreter des Uni« tarismus wünschen, vorläufig aus dem Bereiche der Bettachtung ausgeschaltet werden. Dem deutschen Volkscharakter entspricht nur eine Entwicklung auf föderativ er Grundlage, d. h. einer in bestimm­ten Grenzen gehaltenen Selbständigkeit der deutfchen Länder und zwar derart, wie sie vom Zenttum in Wort und Schrift gefordert wird.

Lin schweres werk.

Es ist für jeden realvolitisch denkenden Men- smen nicht schwer zu verstehen, daß die neuerdings mit so großem Nachdruck unternommenen Versuche, Deutschland und Frankreich einen wirklichen Frieden herzustellen, nur sehr lmrgsam vorwärts kommen können und das Ziel von heute auf morgen nicht zu erreichen ist. So begreift man es auch, daß neue Reden Poin- cates, die er in Saint Germaine en Laye und m Bar Je Duc gehalten hat, der Verständigungs- arbeit nicht gerade förderlich sind. Poincare hat sich zwar in diesen Reden vor allen Dingen mit der französischen Innenpolitik und den französi­schen Wirtschaftsfragen beschäftigt. In der Ver­sammlung der Kriegsbeschädigten in Saint Germain en Laye ist er aber vor allen Dingen au» auf die zurückaekommen. Poincar6 ift an dieser Frage persönlich sehr interessiert. Denn s e l b st i n F r a n k r e i ch beschuldigt ihn die öffent­liche Meinung mit zunehmender Wucht, der Haupturheber des Krieges zu fein. So kann man es verstehen, daß er ein sehr großes Interesse daran hat, andere, nämlich Deutschland und Oesterreich, als Urheber des Krieges vor der Welt hinzustellen. Auch in Frankreich weiß man das und nimmt infolgedessen das, was Poincarö über die Kriegsschuld sagt, gar nicht sonderlich ernst. Die Blätter, die nicht im Dienste des Chauvinismus stehen, entschuldigen Poincarö mit dem Hinweis auf Stresemanns Genfer „Gambrinus- Rede", die in der Kriegsschuldftage für Frank­reich provozierende Behauptungen ausgestellt habe. Bemerkenswert ist, was der ,Oluotidien" als Schluß­folgerung aus den Vorgängen zieht.

Eine amerikanische Delegation, die an dem Mai- länber Straßenkongreß unter Führung des Leiters des amerikanischen Straßenbau-Ministe­riums Mac Donald teilgenommen hatte, wurde bei ihrem Aufenthalt in Berlin von Reichsverkehrs. Minister Dr. Kröhne empfangen. Die Delegation war voll Anerkennung über das, was sie in Deutsch­land sah. Da ihr zur Besichttgung der vom Deut­schen Sttaßenbauverband mit Unterstützung des Reichsverkehrsministeriums hergestellten Versuchs- straste in Braunschweig Zeit fehlte, wird ein amerikanischer Straßeningenieur eigens zum Besuch dieser Versuchsstraße entsandt.

* Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Han­delsvertragsverhandlungen. Auf Wunsch der pol- Nischen Delegation wurde die Fortsetzung der Han- bcIsuertragsDerbanblungen (Nieberlassungsoer. Handlungen, Zolltarifverhanblungen) vom 28. Sep­tember auf ben 11. Oktober verschoben.

Das beruhigte Belgien.

Der belgische Kabinettsrat in Brüssel beschäf­tigte sich mit ber Lage ber Finanzen und der Loge des Schatzamtes. Aus den Verhandlungen ergab sich, daß 1 die öffentliche Schuld, sei es un­mittelbar ober sei es durch Vermittlung einer Til- gungskaffe, um mehr als 900 Millionen Franken vermindert wurde, und daß 2. eine Gefahr der schwebenden Schuld, die seit einigen Monaten so drohend mar, heute vollständig besei­tigt ist.

Frankreich will sich nicht länger mit alten Streitigkeiten aufhalten. Frankreich hat den ehrlichen Willen, gegenüber Deutschland eine neue Poli» bk der Versöhnung, der Zusammenarbeit und der I Freundschaft einzuschlagen unter ber Bedingung, daß Deutschland mit dem gleichen guten Willen antwortet. Das heißt natürlich nicht, daß Frankreich seine Leiden vergessen soll, wohl aber seine Beleidigungen. Der eigent­liche Charakter des neuen Freundschaftsvertrages muß cs sein, daß er alles auslöscht, was während der Jahr» , rv.. viu»i>uuu>iu>cii v t u «mS beiden Nationen gegeneinander in den Frieden und Freiheit eröffnet, die der Er-

fÄrtm !„ Saht S,rm<.£? «w’Ä mSÄ.mS'

Mäßigung. Die außenpolitischen Fragen tour- ssich der Tschechoslowakei em-

den von dem französischen Ministerpräsidenten in Dorsttzende der Konferenz, Frau

dieser seiner zweiten Rede Überhaupt nur kurz ge- Magda Hopps ock. Huth aus Hamburg, erstattete streift. Fronfteich habe, ft sagte Poin?-L, e? nie- «men Seridjt über bte St^it in Deutschland, wo- mals abgelehnt, mit Deutschland über Fr-wen zu jÄ die preußische Schulordnung für bte dänische svrechen. die beide Länder interessieren können Minderheit in Schleswig im allgemeinen begrüßt, Frankreich hat gegenüber seinen ftüheren Gegnern aber "nigen Einzelheiten kritisiert wurde. Na- niemals eine Politik der Ranküne oder des Hasses dänischen Abteilung sprach Frau Henny

zu betteiben versucht. Es ist immer bereit Teherfeld, die hervorhob, daß die dänische Liga Schritte zur Annäherung zu versuchen, vor- V Entfernug eines für das Grenzland nicht ge- ausgesetzt, daß diese sich mit den früher abgeschlos- I Mieten Lehrbuches sowie das Verbot eines dem fenen Verträgen und Frankreichs Allianzen tn Ueber- Frieden dienenden Films erreicht habe. Fräulein emftimmimg bringen kaffen, daß diese nicht dazu I Mathilde Widegren aus Schweden gab der Freude führen, die Verantwvttlichkeit der kaiserlichen "ber die an der Grenze zwischen Deutschland und Regierung am Kriege in Zweifel zu ziehen, und Dänemark ftattfinbenbe Konferenz Ausdruck und daß sie ferner durch die vorliegenden und entichei- I bezeichnete es als Zweck der Konferenz, Miß- denden Beweise der materiellen und moralischen I trauen unb Haß zu beseitigen. Die Rebnerin Entwaffnung Deutschlands gerechffertigt sind. I richtete an bte Mütter und Lehrerinnen

* I einen Appell zur Mitarbeit im völkcrversöbnenden

c, . M _ Sinne. Die Vertreterin ber norwegischen Gruppe,

J“ der neuen Rede Pomcares ht Bar le Duc Fräulein Nissen aus Oslo erblickte in einer Zett, em. ?eutsch-ftanzösi- in der oft einander vorbeigeredet werde, eine große Ä ^?ereicbederMögl.ch- Aufgabe darin, die Menschen zu bewegen, unmst. Wille ®-‘tC ber kelbar mit einander zu reden. Aus Irland sprach

^ville zu einer Verständigung zu kommen, m ganz Fräulein Ebevenir anderer Weise auswirtt, als es in den Worten I ---^!—»—»»»>»——

Poincares der Fall fft. I Dßrftßhtsfrrtnen

m In der D. A. Z. heißt es: Die Krieasreden ~ . ,, ™ ..

Poincares verklingen in einer einigermaßen fried- Besprechungen zwischen Reichsbahnverwaltung und l i ch e n Atmosphäre, der der französische Mini- Reichstagsmitgliedern.

stervräsident notgedrungen wird Rechnung tragen I . Unter dem Vorsitz des Reichsverkehrsministers fand müssen. Man darf aber seinen möglichen Einfluß I Berlin eine erneute Besprechung zwischen Mitglie- auf den Gang der deutsch-ftanzösischen Verhand» I dern des Reichstages und der Hauvtverwaltung der Iimgen nicht unterschätzen. I Deutschen Reichsbahngesellschaft statt. Die Frage

„ Die Tägl. Rundschau sagt: Poincare hat erklärt, Wafferumsch.lag-Tarife wurde erörtert.

Frankreich werde seine vertraglichen Rechte Betriebssicherheit wurde em-

nichtopfern. Darin wird man nicht eine Absage I Jujfunft gegeben.

an das Verständigungspwgramm von Thoiry zu suchen haben. Eine vorzeitige Räumung des besetz­ten Gebietes liegt durchaus innerhalb der Möglichkeiten des Versailler Der- träges.

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