Fuldaer Zeitung
Rund um die Woche
Als
Chinosol
Inserieren bringt Gewinn!
gegen Typhus wird in den Tropen
Wissenschaft und Forschung.
— Der Kongreh der Amerikaforscher in Rom. Am Donnerstag wurde im Kapitol zu R o m der Kongreß der Amerikaforscher, bei dem 30 Nationen vertreten sind, in Anwesenheit Mussolinis, der Minister, des diplomatischen Korps und der Behörden feierlich eröffnet. In seiner Ansprache sprach Mussolini seine Freude über die Wahl Roms als Kongreßort aus und wünschte, daß die Forschung des vorkolumbischen Amerikas als Gegenstand der Arbeiten des Kongresses zu immer bedeuten- deren Ergebnissen führen möge.
Bölkerbundsball. — Was denkt Mussolini Uber Bomben? — Rivera ohne Fußvolk - Kartenspiel in Warschau. — Bühnenvolksbund. — ^h'na. — Der schweigende Shamberlai».
Säckcken Rubel kam von Stalin und ein anderes von Trotzki und wieder ein anderes von Sino- I i e w, und es gab ein großes Durcheinander, in dem immer der Radikalste sich für den wahren Kommunisten ausaab und dem weniger rrr'-^'m auf die Schulter stieg. Lenin ist nicht mehr da, und so kracht es in den Komintern an allen Ecken. Ich wollte gerade hineinbrüllen: „Aber, liebe Leute, einen Radikalismus kann man doch nicht stabilisieren!" - Aber zur rechten Sttinde fiel mir ein: Schweig, Papageno, schweige still!...
Ich habe dann schnell einen Abstecher nach Mainz gemacht, wo der Bühnenvolksbund allerlei Vergnügen versprach. Es war mir ja bei den Vergittungs- und Typhusepidemien nicht gerade theatermäßig zu Mute. Auf der anderen- Seite gibt man sich gern dem Spiele hin, um das harte Leben ein wenig zu vergessen. Bei der milden Luft des durch Frankensturz temperierten westlichen Nachbarlandes hatte sich mein Derzweitlungszustand auch schon etwas gebessert. Viel Schönes gab es zu sehen, und wahrlich, auch das Laiensviel hat feinen Sinn. Dem Kulturtheater das Seine und dem Jugendspiel auch das Seine. Mysterien sehe ick> von Zeit zu Zeit ganz gern, meine aber, man sollte es hier halten wie der .^erraott mit dem Sonntag, der eben doch nur alle sieben Tcwe kommt. Als ich dann in stiller Mitternacht an einen verschlossenen Saal gelaunte, hinter dessen schalldichten Türen auf das eifrigste debattiert wurde, nun, es blieb doch eine Riße, und was ich da alles erlauscht: Schweig, Papageno, schweige still!...
Bei all dem habe ich die chinesischen Angelegenheiten nicht aus dem Auge verloren, und seitdem auf meinem Tisch ein Bleistift mit der Spiße in einem Trichtergestell ruht, der oben mit einem bezopften Cbinesenkovfe geschmückt ist, welchen Bleistift ich einfachhm Wu-vei-fu nenne, seit dieser Zeit sehe ich immer zuerst in der Zeitung nach, wie es dem geliebten Marschall acht. So hat er an mir Wohl den einzig zuverlässigen Freund. Zwar kann ich ihm keine hunderttausend Mann schicken wie Tschanosolin, dafür kann ich ihm aber auch nicht in den Rücken fallen. Weil es bis China so weit ist und ich das Blut nicht fließen sehe, stelle ich mir die ganze Sache dort vor wie ein lustiges Hcinneschenstück. wo ich denn Wn lind Feng genau so verehre wie Wilhelm Meister den David und Jonathan. Dabei interessiert es mich immer noch, wohin denn eigentlich die Drähte laufen, die das Ganze regieren, und natürlich laufen sie mitten in das ftiedensseliae Europa, und ich bewundere die Staatsmänner, die ganz gewiß aus ehrlichster Ueberzeugung ihr „Nie wieder Krieg!" verkünden, dabei mit der Rechten ganz gewiß herrliche Gesten machen, während sie doch mit der Linken an jenen Drähten lustig weiter operieren. Schon wollte ich eine Friedensaktion einleiten, die sich auch der Chinesen erbarmte, aber da fing gerade ein Kanonenboot auf dem Panatseflusse an zu schießen und der Kommandant herrschte mich an: „Schweig, Papageno, schweige still!"
Da kommt die neueste Zeitung. Ich lese „Bündnis mit Frankreich" . . . Meine Seele jauchst: „Nach Frankreich zogen zwei Grenadier . . ." Warum hat man das auch nicht ftüher gemacht. Wir sind doch Nachbarn. Mir waren doch em Reich unter Karl dem Großen, und unter Napoleon war es beinahe wieder so weit. Nur eins beunruhigte mich: Was wohl der lange blasse Chamberlain dazu sagt. . . Der ehrliche Makler von Genf scheint zu Marmor erstarrt. „Was meinst du," sagte ich keck, „wollen wir nun nicht cm Frühstück zu dreien arrangieren?" Eine ganz kleine Falte erschien da auf seiner Götterstirn, begleitet von einer ganz feinen Runzel in der wvhlgeschwungenen Nase, unterstüßt durch em ganz feines Senken der linken Mnndecke und beseelt von einem ganz feinen, listigen Augenzwinkern, und er brüllte mich an: „Schweig, Papageno, schweige still!"
Der Mann im Monde.
Schweig, Papageno. schweig still!... Das war ia wohl der Reftam der Weisheit, die Dr. Strese- mann der versammelten Presse übermittelt hat. sonst nicht zu erzählen, war ich doch dabei, als jene „junge, Brünette Dame von biegsamer Gestalt" mit dem etwa gleichalterigen, germanisch blonden Jüngling auf dem Völkerbundsball einen vorbildlichen Tango tanzte. Wer will es leugnen, daß der deutsche Außenminister nebst Familie auf jenem Ball glänzend abgeschnitten hat? War ich doch dabei, als die zwei gewiegten Diplomaten zu Thoiry ihr heimliches Frühstück nahmen. Auf einem Aprikosenbaum in der Nähe saßen zwei Täuberiche und schnäbelten miteinander, ach, so süß, ach, so zärtlich, ach. so entzückend, ach, so taubengirrend friedlich. Ich aber saß in der Hecke und hab alles gehört... Schweig, Papageno, schweige still!
An Mussolini habe ich ein Glückwunsckitele- gramm geschickt mit „Brief folgt". In meinem Handschreiben habe ich dann einige Säße aus seiner sozialistischen Redafteurveriode zusammenae- stellt, die eben der bekannte italienische Historiker S a l v e m i n i veröffentlicht hat. Damals, als er noch nickst Diktator war. rief er nach einem Attentat in Argentinien aus: „Warum soll man br Bombenwerfer als Feiglinge bezeichnen? Sic sind Keldcn, und nicht einmal verrückte .Melden!" Als Stoly pin. der russische Ministervräsident ermordet wurde, schrieb der Journalist Mussolini: „Eine gerechte Nemesis hat ihn erreicht." Große Männer ahnen schon im voraus, was man auf ihren Grabstein seßen muß. Das Volk aber jubelt inzwischen seinem Duce zu und die Polizei sucht ießt schon nach seinem zukünftigen Mörder. Nur nicht zuviel reden von Attentaten, sonst läuft nächstens noch jeder Europäer mit einer Bombe herum. Das Land der Cäsaren erinnert sich daran, daß zu iedem Cäsar auch ein Brutus gehört... Schweig, Papageno, schweige still!...
L'at Herrn Rivera vor einiger Zeit seine Artillerie verlassen, so scheint er nun bereits auch ohne Fußvolk zu sein. Der könwstreue Mann droht seinem Herrl'her mit Republik, der Steuer ''on Mcwok'o steht si-h mp wehenden Fahnen zurück, 916 bei Krim aber trinkt bei frischer Seebrise wie ein kleiner Navoleon. ber ins Eril reist, seinen Mokka. Was sie wohl mitHnanber tuscheln? Schwein, Pcwaoeno, schweige still!
Bekanntlich sind bie Rechte ber Minderheiten im Versailler Vertrag in wundervollster Weise gesichert worden. Liest man so diese starren Para- araphen, dann hat man wirklich ein Gefühl, als finge die lieblichste Sonne des Abendlandes, alle Stvvpclfeldcr vergoldend, zur Ruhe. Frage nur nicht die Deutschen in Oberscklesien, und frage nur nicht unsere Landsleute in Südtirol, und schaue nur nicht in die Tschechoslowakei, und erkundige dich nur nicht in der Bukowina, wie es etwa mit den früher so blühenden deutschen Schulen steht. In der Bukowina sind von 376 Schulklassen aus dem Jahrel924, Czernowiß nicht mit einbegriffen, noch 67 geblieben. Ich lausche dort den Reden etwa im Verein „Deutsche Mittelschule" ober im „Verein der christlichen Deutschen in ber Bukowina", unb ft’in ^öre... Schweig, Papageno, schweige
Auch bei Pilsudski habe ich gesessen, wo sich ein Deutscher, ein Franzose unb ein Russe rum aemeinfamen Kartenspiel eingefunben hatten. Man läßt sich bekanntlich bei solcher Gelegenheit grunb- süßlich in bie Karten schauen. Ich aber, bet ich gesichert in neutraler .Haltung hinter einet bet Säulen im Belvebere stand sind die Gegenseite auch noch in dem Spiegel betrachten konnte, vor dem einst Großfürst Konstantin seine Toilette machte, ich habe alles gesehen, und was ich da erfahren... Schweig, Papageno, schweige still!
Dann gelang es mir auch, zu einer kommunistischen Geheimversammlung zu kommen, wo man eben frische Gelder aus Rußland verteilte. Ein
Forderungen kann uns ungefähr gefühlsmäßig die Zeit- ipanne bis zu seiner allgemeinen Einführung abschäßen lassen.
Gleich die erste Forderung zum Beispiel ist noch recht schlecht verwirklicht! Es gibt heute in Deutschland noch keinen einzigen Leichtmotor von geringem Zysin- derinhalt für Flugzeuge, der an Bettiebssicherheit etwa den guten Fadrradmotoren von BMW. und N.S.ll. oder ähnlichen Werken aleichkäme. Schuld daran ist die Kriegsentwicklung des Flugwesens, die, um Leistungserhöhungen auf jeden Fall zu erzielen, in ganz einseitiger Weise nur den Motor verstärkte, diesen starken Motor dann verbesserte und vervollkommnete, das Flug- zeug selbst aber stiefmütterlich behandelte und bei sei- nen recht mangelhaften Formen von fiebern Pi'ffmiber- stand beließ: daher der Name: „fliegenden Motoren", „fliegende Drahthindernisse"! Als dann nach dem Kriege als Reaktion die Segelflugbewegung ein- leiste, welche ebenfalls höchste Flualeistungen anstrebte, diesmal unter einfeitiaer Betonung des Flugzeuges, unter grundsätzlicher Ablehnung jeglicher Hilfeleistung von Seiten des Motors, da war in dem Augenblick, als der Komvromiß geschloffen werden sollte zwischen hoch- segelflugfähiger Maschine und relativ schwachem Motor, dieser auch nicht in einem einzigen Cremplar zu findenl Aus diesem Grunde müssen wir bereit? seit 1922 immer norfi warten, bis auch in diesem Punkte das Versäumte nachaeholt sein wird.
Die zweite böchstwichtige Forderung ist die der B i l- listkeit in Anschaffung und Betrieb. Wie steht es beute mit der Erfüllung in dieser Frage? Nun, auch hier bleibt noch viel zu wünschen übrig. Zwar haben die Betriebskosten bereits eine beträchtliche Herabsetzung erfahren, dach sind die Anlchaffunaskasten immer noch mit 7500 JC für einen Einsitzer und 9000 Jl für einen Zweisitzer viel zu hoch' hier wird nur Metallbau etwa nach dem Snstem von Rohrbach, das einfache, für Mas- senherstellung geeignete Einzelteile bevorzugt, einen Fortschritt bringen können.
Das Schlimmste aber ist die kurze Lebens- dauer des Flugzeuges von heute gegenüber dem Auto- mobtL Das Leichtflugzeug besteht noch zum größten Teil aus Holz und sogar aus Leinwand, ist daher gegenüber Witterungseinflüssen höchst empfindlich und macht so in seinem gegenwärtigen Zustande seinem Be- llßer recht viel Sorgen und Aerger. Es ist noch keine Allnx-tter-Daueroebraiichsmaschine.
Zuguterletzt soll das Leichtslugzeug da? Motorrad an G-lchwinbiakeit ganz wesentlich übertreffen — was es auch wirklich tut — unb es soll bequem sein! Be- attem in ber hanbhabung während des Fluges, aber anm wlanae es den Erdboden berührt. Wie steht es damit? Bis auf eine einzige Type, das A e r o m o b i l von Ingenieur Mankemper sind unsere Leichtfli'azeuae zmar recht schnell auf- und abmontiert, doch müssen sie alle auf ber Mutter Erde mit fremder Hilfe transportiert werden. Fliegt da ein fortschrittlicher Mann bei ben heute noch recht mangelhaften Flugplatzverhältnis-
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda
Hu$ dem Nachbarqebiet.
=• Schotten. Die Kunstfilm - Gesellschaft Wie?- bade-- stellt z. Z. einen Vogelsbergfilm ber, der bie Bekanntschaft mit Land und Leuten des Voaels- berges vermitteln soll. Auf der Hcrchenhainer Höbe wurde bereits mit den Aufnahmen beaonnen. Die Kreise und Gemeinden haben zu ben Kosten d eseS Kulturfilms Beihilfen bewilligt.
= Brückenau. Vollständig nieberaebrannt ist das aus Wohnhaus, Scheune und Stallung bestehende Anwesen des Landwirts und Fuhrmanns Mager im benachbarten Volkers. Große Gstreide- unb Futtervorräte, sowie Wagen und Geräte sind mitberbrnnnt.
= Aschaffenburg. In Straßbessenbach wurde am letzten Sonntag anläßlich einer Kirchweih bei einer Keilerei vor einer Wirtschaft der Arbeiter Rohe so schwer verprügelt, daß er im Aschaffenburger Krankenhaus eingefiefert werdet mußte, wo er heute verstorben ist. Der Täter, eil gwisser Fuchs, wurde verhaftet.
— Würzburg. Innerhalb einer Woche ist heule früh nun der dritte große Brand in Unter« fronten ausgebrochen. In Großbardorf, 3 Stunden von Kifsinaen entfernt, brach in der Scheune des Landwirts Ferdinand Radius heute früh 9 Uhr Feuer aus, das sich mit so großer Schnelligkeit verbreitete, daß Donnerstag nachmittag bereits acht Scheunen und zwei Wohnhäuser niedcraebranni waren. Die Feuersbrunst wütet noch weiter. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung und die Motorspritze von Bad Kisstnocn sind am Platze.
— Idstein. In Wörsdorf bei Idstein geriet der ZOjährrge Jungverheiratete Landwirt Ullius mit dem rechten Bein m die Trommel feiner D r esch- maschine. Der Fuß sowie die Hälfte des Unterschenkels wurden vollständig zerrissen und zerschmettert. Im Idsteiner Krankenhaus mußte das Bein etwa handbreit unterhalb des Knies amputiert werden.
— Wiesbaden. Das Große Schöffengericht verurteilte den Gemeinderechner Wilhelm Zell aus Rieder-Walluff, der zuungunsten der Gemeindekasse die Summe von 18 000 Mark unterschlagen und für sich verbraucht hatte, zu einer Gefängnisstrafe von 2'A Jahren und fünf Jahren Ehrverlust. Der $erurte*Ite, der voll geständig war, wurde sofort verhaftet.
= Limburg. Das erste große Lahnschiff passierte nach fast 22 Jahren Paule auf der Talfahrt die hiesige Schleuse. Das Schiff — Eifa von Wörth a. M. — ist der Stccdener Firma Karl und Martin zu eiaen und hatte eine Ladung von 160 Zentnern Kalksteinen und Bruchsteinen an Bord, die für Limburg bestimmt war.
Das Kleinflugzeug für Jedermann.
A. S.
Ein Charakteristikum unserer heutigen Wirtschaft ist öie gesteigerte Geschwindigkeit, mit der Handel und Verkehr Güter und Menschen über Land und Meer befördern. Zeit ist Geld, das ist das treibende Motiv auch bei der nebenlächlichsten kaufmännischen Handlung. Eisenbahn und Automobil, die bisherigen Träger des Schnellverkehrs, find hart an der Grenze ihrer Höchstgeschwindigkeit angekvmmen, die sie infolge ihrer Erdgebundenheit und der gehörigen Rücksichtnahme der Um- Welt gegenüber wesentlich nicht mehr überschreiten tonnen. Die grausame Notwendigkeit der Zeitersparnis, der Keschwindigkeitserhöhung, macht sich aber in dem mit beschleunigter Tourenzahl dahinrasenden Produk- tions- und Konsumptionskreislauf immer dringlicher be- Merkbar, ein Stillstand in der Entwicklung des Zwischengliedes, des Handels und Verkehrs, würde den Wirtschaftsrhythmus in ärgste Gefahr bringen.
So ist es nur zu begreiflich, daß gerade das Flug- zeug, welches bereits vor dem Kriege ungeahnte Möglichkeiten bezüglich Keschwindigkeitsentfaltung verheißen, das im Kriege mannigfaltigste bewährte Anwendung zu beschleunigter Lastenbeförderung gefunden hatte, erst recht bei dem Wiederaufbau der durch den Krieg zer- rüsteten Weltwirtschaft den ersten Platz unter den modernen schnellen Verkehrsmitteln erobern mußte. Das Großverkehrsflugzeug, der Ersatz für Eisen- bahn und Lastautomobil, hat bereits seine Weltform angenommen, es wird sich in der Hauptsache nur noch Moccfs Erhöhung seiner Renmhilität in seinen Dirnen- nonen vergrößern. Auf die Parallele zum Motorrad, °as Kleinflugzeug für Jedermann, müssen wir dagegen noch warten. Doch sind, wenn die Anzeichen nicht trügen, bereits alle wesentlichen Vorarbeiten zu tau** naschen Entwicklung als Gebrauchsmaschine ge-
Was fordern wir von diesem Instrument, wenn es wirklich einmal dem Motorrad Konkurrenz machen soll? „s nwß in allererster Linie unbedingt zuverlässig no sicher, es muß billig in der Anschaffung und im betrieb fein, es muß eine lange Lebensdauer haben, , nsssv-schnell und bequem sein. Voraussetzung frxniV u™nfl d'ffer Bedinaungen werden ein guter, ein in Aufbau und Herstellung höchst ’m „Ma o"lh formvollendetes und doch leichtes
re*t eicM*1 Metall fein, dass, leicht zerlegbar, einen ffirt „ "nn Raum zu feiner Unterbringung benötigt, sickern mirhbe^,n?*unq' . ^Ee ihm weiteste Verbreitung stände mt? üÄ im zusammengeklappten Zu-
forthemenen^f" Landstraße möglichst aus eigener Kraft dung^ttkllck unnhsi-^E es ^ecks Abflug und Lan- 'st, dom 7 Don den Bodenverhältnissen
diese Weife vObe,r sonstige Schwierigkeiten auf ben können Der Zeitverlust umgangen wer- rönnen. Der Grad der bisherigen Erfüllung dieser
I tor und Bäumers „R o t e r V o g el" mit englischem I 350 eem-Motyr.
I Der erste ist eine sehr niedrige, schnittige Maschine I von der Form eines rassigen Segelflugzeuges. Dank fei» I ner aerodynamisch höchstwertigen Konstruktion hat das I Flugzeug unter Führung des bestbewährten Segelflug. I Piloten Botsch bei dem Zugspitzenflug 1925 in fivnkur- I renz gegen 55- und 200 PS.-Maschinen den ersten Preis I errungen. Die Strecke Darmstadt-Berlin (450 film.) I legte derselbe mit diesem Luftmotorrad in dreieinhalb I Stunden zurück und verbrauchte dabei trotz der 143 I Stundenkilometer nicht mehr als für 5,50 J*. Betriebs- I stoff!! 3 bie 4mal so schnell und so billig als die I Eisenbahn! Doch läßt die sehr hohe Leistungsbelastung I von etwa 18 Kg./PS. sowie die Holzbauweise wenig I Hoffnung auf eine lange Nutznießung dieses höchstwer- I tigen Werkzeuges zu. Das niedrige Fahrgestell erlaubt I zudem nur einem geübten Piloten gefahrloses Landen!
Der U b e t • „Ä o l i b r i" hält infolge feiner geringeren ßeiftungsbelaftung von 14 Kg./PS. den Dauerweltrekord für Leichtflugzeuge mit 4V* Stunden Dauer. Die Holzbauweise bereitet auch ihm ein früh- zeitiges Alter. Der D a i m l e r-Tiefdecker hat sich bei dem deutschen Rundflug 1925 einen berühmten Namen gemacht durch Bewältigung von etwa 3000 film. 3m letzten Frühjahr beförderte er bei Sturm und Hagel zwei Personen über die Alpen. 3n feinen Abmessungen ist er für ein Leichtflugzeug, das eigentlich auch ein „Kleinflugzeug" fein müßte, etwas, reichlich groß. Der Mefferfchmidt M 17-Zweifitzer mit 25 PS, fällt wie der Bag-Einsitzer durch feine elegante Segelflugform auf, hat eine mittlere Seiftungsbelaftung von ca. 15 fig.« PS. und eine hohe Flächenbelastung und hohe Ge- schwindigkeit, andrerseits aber geringere Steigfähigkeit und längeren Auslauf bedingt. Der Caspar-Zweisitzer C 17 hat ein sehr gutes Verhältnis von Leergewicht zu Nutzlast, ist zwecks Verbilligung der Herstellung in äußerst einfachen unb möglichst einheitlichen Teilstücken aufgebaut und erzielte durchaus zufriedenstellende Leistungen. Den kleinsten Motor von nur 8 PS. und das geringste Gewicht von 135 Klg. besitzt der „Rote Vogel"! Und trotzdem fliegt er 115 Klm.-St.! Sein großer Erfolg war ein Dauerflug von über 2 Stunden.
So besitzen wir heute tatsächlich bereits das Kleinflugzeug für Jedermann, das, wenn auch noch mit manchen Mängeln behaftet, für nicht zu ausgedehnte Flüge bei normalem Wetter recht befriedigende Leistungen her- gibt. In diesem Zustande hat es sich auch bereits einen Kreis flugbegeisterter Sportsleute erobert. Wenn es aber dem Geschäftsmann ein nahezu unverwüstliches, bei jedem Wetter verwendbares, unentbehrliches Dauergebrauchsinstrument werden soll, bann muß es trotz kleinster Dimensionen und billigsten Preises noch sehr viel mehr schaffen und dulden können. Erst mit der Erscheinung der Aeromobils ganz aus Metall von geringstem Eigengewicht, geringer ßeiftungs- unb Flächenbelastung, versehen mit Dr. Lachmann-Spaltslügel, wird die Lust für bie große Allgemeinheit erobert fein!
fen von einer Provinzstadt zur andern, so muß er, am Ziel seiner Reise mit 1—2 Stunden Zeitersparnis angekommen, nach einem mitleidigen ober geschäftstüchtigen Menschen Ausschau halten, ber ihm seinen geliebten Vogel vielleicht mehrere Kilometer weit nach bem Stadt- inneren transportieren hilft, ober er muß feine Ma- schine von fremden Leuten bewachen lassen, nach Erle- bigung seiner Geschäfte tvieber hinaus vor bie Stabt zurückkehren, um von ba unter Verlust feiner Zeitersparnis wieder nach Haus zu fliegen. Ein weiterer großer Nachteil, der auch dem Aeromobil anhastet, ist der lange Anlauf beim Start, bie große Geschwindigkeit bei der Landung. 120 Meter Anlausstrecke hat man nicht überall zur Verfügung, außerdem müssen vielleicht Bahndämme, Gräben, Bäume, Häuser, kurz nach dem Abheben von der Erde überflogen werden. Deshalb gehört es zur Ehrenpflicht des Luftmotorrades, bas sich überall durchsetzen will, mit einem minimalen Anlauf, vielleicht 60—80 Meter auszukommen, bann aber mög- liehst schnell zu steigen. Die Erfüllung biefer Sortierungen, ebenso die eines ganz kurzen Auslaufes von 30—50 Meter, hängt neben einer nicht zu starken Flä- chenbelastung — etwa 20—35 fta/m’ — ganz besonders von der Leistungsreserve des Motors und der Benutzung des Spaltfluges mit der Dr. Lachmann — Düsenwirkung ab. Letztere ermöglicht es, im Geaensatz zu den bisherigen Erfahrungen in steilem Winkel anzusteiaen unb zu landen, ohne Gefahr zu laufen, über ben Schwanz nach hinten abzurutschen oder die Maschine zu „überziehen". weil durch den Scklitz des Spaltes den Stromlinien ein neuer Weg geöffnet wird, der Ihr plötzliches Abreißen verhindert.
Um nun über den heutigen Stand unserer Leichtflugzeuge ein möglichst objektives Urteil zu bekommen, seien noch einmal die Anforderungen an das Ideal-Luft- Motorrad kurz zusommengefaßt:
1. Unbedingte Betriebssicherheit des Motors und lange Lebensdauer desselben, erreicht durch geringe ßeiftungsbelaftung von etwa 10 Kg./PS. 2. Billigkeit in ber Anschaffung bezw. Herstellung, erzielt durch höchste Vereinfachung der Ersatzteile, Serienherstellung. 3. Beste Flugeigenschaften der Maschine, erreicht durch möglichst weitgehende Benutzung und Anwendung ber Segelflug- erfahrungen auf das ßeichtmotorflugzeug. 4. Kurzer An- und Auslaus infolge genügender ßeiftungsreferoe des Motors und Anwendung von Spaltflügeln. 5. Lange Lebensdauer durch Ausführsing „ganz aus Metall" 6. Leichte, schnelle Montage und Demontage, Bewegung auf Land durch eigene Kraft.
Wie weit sind diese Forderungen bei den besten heutigen deutschen Leichtflugzeugen erfüllt? Was haben sie bereits trotz der ihnen noch anhaftenden Unvollkom- menheiten erreicht? Es kommen in Frage: Bay- Eindecker mit englischem 16 PS.-Motor, Udet- "Kolibri" mit englischem 18 PS.-Motor, der S a im- ler-Tiefdecker mit Daimler-880 ccm-Fabrrrad I Motor, Caspar C 17 mit englischem 25 PS.-Motor, Messerschmibt M 17 mit englischem 25 PS.-Mo» J
3ur Mobilisierung der Lisenbahn- obligationen.
In ber Frage des Verkaufs eines Teiles der deutschen Eisenbahnobliaationcn erinnern Berliner Blätter an den Tatbestand des Da- wesabkommens. Von den 26 Milliarden Kapitalwert der Reichsbahn feien 13 Milliarden als Stammaktien im Besitze der Reichsbahn geblieben und zwei Milliarden als Vorzugsaktien ausgegeben worden. Die übrigen 11 Milliarden habe man als ^bligattonsschuld in die Hand eines Treuhänders gegeben. Die Stammaktien feien von der Verwertung ganz ausgeschlossen. Falls bie Vorzugsaktien perkaust würden, würden dreiviertel des Erlöses der Reichsbahn, und das restliche Viertel dem Reiche zufaUcn. Es verstehe sich von selbst, daß ber Anteil der Reichsbahn für Reparationszwecke überhaupt nicht in Frage komme. Auf den 11 Milliarden Obligationen, die von vornherein für die Reparattoncn bestimmt seien, ruhe das Besitzrecht der Entschädigungsgläubiger. Tie Obligationen stellten augenblicklich eine Schuld zwischen dem Reich und den Gläubigerstaaten dar. Falls ein Teil ber Papiere verkauft werbe, trete anstelle des Staatsgläubigers ber Privatgläubiger. Das sei ber einzige Unterschieb. Auch in diesem Falle würben bie Zinszahlungen unter bem Transferschutz bleiben, b. h., ber Generalagent sei jeher- zeit in der Lage, bie Zinszahlung zu verhinbern, wenn baburch bie deutsche Währung gefährdet würbe. Die Blätter weisen mit allem Nachdruck daraufhin, daß unter keinen Umständen von deutscher Seite Verpflichtungen übernommen werden könnten, die über die vom Dawesplan festgesetzte Grenze ber Jahresleistungen hinausgehen.
Chinosol innerlich benutzt. Auch nach den neuesten Gutachten des Hygienischen Instituts der Universität Kiel (August 1926) ist die bakterienwuchshemmende Wirkung außerordent- lieh groß. {hjnoso|
hat gegenüber allen Mitteln von ähnlicher, wenn auch schwächerer Wirkung, den Vorzug, daß es ungiftig ist und innerlich angewandt werden kann. Den Herren Ärzten steht Literatur zur Verfügung. Chinosol ist in allen Drogerien und Apotheken vorrätig.
Chinosolfabrik Aktiengesellschaft, Hamburg
M 225.
Sonntag, 26. September 1926.
Ankauf der Hnleiheablösungsschuld.
Der Reichsstnanzminister rohrt) entsprechend dem Wunsche des Haushaltsausschusscs des Reichstages in den nächsten Tagen eine Bekanntmachung über den Ankauf von Anleiheablösungsschuld und Auslosungsrechten betagter Leute erlaffen. Im Inland wohnende deutsche Staatsangehörige, die älter als 65 Jahre sind, ein Vermögen von weniger als 20 000 Reichsmark haben unb im Kalenderjahr 1925 ein Einkommen von weniger als 3000 Reichsmark hatten, können Ablösungsschulb unb Auslosungsrechte, die sie als Altbesitzer von Markanleihen des Reiches zu- geteilt bekommen haben, bei den Finanzämtern verkaufen. Der Kaufpreis beträgt 40 Reichsmark für je 12.50 Reichsmark Nennbetrag der Anleiheablö- funcrfchulb einschließlich Auslosungsrechte und liegt damit über ben Preisen, d'e zur Zeit im freien Verkehr der Börse für die Auslosungsrechte genannt werden. Er entspricht einem Satze von 8 Prozent des Nennbettoges ber alten Markanleihen, für die Auslosungsrechte ausgegeben werden. Der Höchst- rennbetrag der Auslosungsrechte, den ein einzelner Gläub'aer zu diesem Kurse an bas Reich verkaufen kann, ist 500 Reichsmark. Dies entspricht 20 000 Reichsmark Nennbetrag der alten Anleihen. Der Ankalff wirb vom 4. Oktober dieses Jahres an durch bie Finanzämter vorgenommen. Die Attleihegläu- v ger, die ihre Anleiheablösungsschuld unb ihre Auvlofungsrcchtr verkaufen wollen, müssen sich zunächst bei ber Polizeibehörbe eine Bescheinigung über ihr Alter, ihre Reichsangehörigkeit und ihren inländischen Wohnsitz beschaffen. Aus Grund einer solchen Bescheinigung können sie den Verkoufsantrag bei dem Finanzamt, das für ihre Einkommcns- befteucung zuständig ist, stellen. Der Verkauf der empfiehlt sich vor allem für Personen, die ein Einkommen von mehr als 800 Reichsmark haben. Für die übrigen durfte cs zweckmäßiger fein, Ablösungsschulb unb Auslosungsrechtc zu behalten, weil sic im Falle ber Bedürftigkeit im Sinne des Ankcihcablösungsgesetzcs Anspruch auf eine lausende Vorzugsrente bab-m, deren Bezug für sie vorteilhafter ist als der Verkauf.
r WS .»WI.IJIII 11 — 'HWHMWI “