Erschein» sechsmal wöchentlich. Wochenbellaaen-
Illustrierte Bei.
läge" und Buchenb>öt»er-
Rotat«onSdruck und Verlag der
5onntaa, 26. September 1926
3ahrg. 53.
* Die englische Regierung lehnt die Vorschläge >er Bergarbeiter ab. Der Sekretär des englischen Bergarbeiterverbandes Cook teilt mit, daß die Regierung die Vorschläge des Bergarbeiterverban» i)es als unzulänglich ablehne, und daß sie es ableh. nen müsse, die Grubenbesitzer zu Verhandlung«^» zusammenzuberuie».
Der Reichskanzler auf Urlaub.
wtb. Berlin, 25. Sept. (@ig. Funkm.) Reichs« kanzler Marx tritt heute der ,B. Z/ zufolge einen kurzen Urlaub an, der ihn 8—10 Tage von Berlin fernhalten wird.
Vie neue griechische Verfassung.
Die von dem Sonderausschuß der griechischen- Nationalversammlung von 1925 ausgearbeitete republikanische Verfassung Griechenlands, die anstelle der Verfassung von 1911 tritt und bereits veröffentlicht wurde, bestimmt in § 1, daß Griechenland eine Republik ist und setzt die Befugnisse der vollziehenden Gewalten sowie die Gerichtsbarkeit fest. Aufgrund § 35 ist das Wahlrecht allgemein. § 57 sieht die Schaffung eines aus 150 Mitgliedern bestehenden Senates vor. Die Amtsdauer des Präsidenten der Republik, der von der Sammer und dem Senat vereint gewählt wird, beträgt fünf Jahre. Der Ministerpräsident harf nicht über ein Jahr ohne Unterbrechung im Amte bleiben. Zu gleicher Zeit wie die neue Verfassung, wurde der Erlaß veröffentlicht, der für den 2 4. Oktober d i c Wahlen znm Abgeordnetenhaus anberaumt. Die Abgeordneten treten am 11. November zusammen und haben während zweier Wochen das Recht, Abänderungen an der Verfassung vorzunehmen und diese zu ratifizieren. Ein westerer Erlaß hebt den Belagerung-, zu stand über ganz Griechenland aus.
Fuldaer Hrtfenbructerei in Fulda. Fernsprecher Nr 9- WeiunahrH?- i.nn «"f.
n,»iaen- Vre'>«! Meiineile (Lolonel) ofai 0,15 9tei»emar auswärts 0.20 Reichsmark. Reklame,eile- lokal Reichsmari auswärts 0.80 Reichsmark.
Wet lNvederdo'nnaeu Rabatt. voVch-chkonto SlranNur' a.<m. 4nf>i
Lrwerbslosenfürsorge in preutzen.
Die in diesem Jahr vom preußischen Staat für die vroduktive Erwerbslosenfürsorge aufgeirandtcn Mittel betragen laut „Voss. Zig." bisher 91 Mill. Mark. Die Zuwendungen an die Gemeinden für Notstandsarbeiten werden jedoch noch weiter fortgesetzt werden. Das preußische Staatsministerium beabsichtigt, dem Landtag bei feinem Zusammentritt eine Vorlage über Arbeitsbeschaffung über den vom Reich vorgesehenen Nah- men hinaus vorzulegev
(Eröffnung der Polizeiausstellung.
wtb Bersin, 25. Sept. (Gig. Funkm.) Die große Polizeiausstellung Berlin 1926 wurde heute mit» ta gunter großer Beteiligung führender Persönlichkeiten des Reiches, der Länder, der Diplomatie, der Wehrmacht und insbesondere der Polizeiver- waltung mit einem Festakt in der Ehrenhalle am Kaiserdamm feierlich eröffnet. An die Begrü» ßungs- und Eröffnungsreden des Ministers des Innern S e v e r i n g, des Ministerialdirektors Dr. E b e g g, der zugleich Begrüßungstelegramme des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers verlas, des Oberbürgermeisters Dr. Böß und des Ministerpräsidenten Braun schloß sich ein erster Rundgang durch die Ausstellung, die eine Fülle des Sehenswerten und Lehrreichen in glänzender Anordnung vereinigt.
Ein Telegramm des Reichskanzlers.
wtb. Berlin, 25. Sept. (Gig. Funkm.) Reichskanzler Dr. Marx hat an den preußischen Minister des Innern anläßlich der Gröff- Nlmg der Polizeiausstellung in Berlin ein Telegramm gerichte, in dem er ihm bestes Gelingen für das große Werk wünscht.
| Die Auswirkung von Genf.
pus Reichskabinett beschließt einstimmig die Sorifiibrung der Verhandlungen
Regierungskrise in polen.
Der Vudgelvoranschlag angenommen. — Miß. krauensvotum gegen zwei Rkinister. — Rücktrili des Gesamkskabinetts.
Der Sejm hat in feiner heutigen Vollsitzung den polnischen Budgetvoranschlag für das vierte Quartal in„ der Fassung der Regierungsvorlage unverändert angenommen. Nach Annahme des Budgetprooisoriums wurde dem Minister des Innern und dem Unter- rlchtsminister auf christlich-nationalen An- *La9 'N namentlicher Abstimmung mit bedeutender Mehrheit das Mißtrauen ausgesprochen. Mi- nisterprasident Bartel erklärte daraus, daß er infolge des gegen den Innenminister und den Unter- rlchtsminister angenommenen Mißtrauensvotum« "E der ganzen Regierung zurückzutreten beabsichtige.
Wtb Warschau, 25. Sept (Gig. Funkm.) Das kabinett Bartel hat seinen Rücktritt erklärt. Der Sfaafspräfibenf hak die Gesamt- demission des Kabinetts Barkel angenommen und die bisherige Regierung mit der Wetterführung der Geschäfte betraut, lieber die vermutliche Weiterentwicklung der Lage herrscht zur Zeit noch Unsicherheit. Der größte Teil der Bilsudski nahestehenden Presse rechne» damit, daß der Präsident der Republik im Laufe des morgigen Tages Barkel mit der Neubildung der Reglernng betrauen wird, eine Auffassung, die übrigens auch von der Oppositionspresse geteilt wird.
* Tagung des internationalen Verbandes journalistischer Berufsorganisation. Im Gebäude deS Internationalen Arbeitsamtes m Genf ist am Freitag der mitte Juni dieses Jahres gegrün- bete Internationale Verband, der die journau...chen Berufsorganisationen von mehr als 20 Ländern umfaßt und ungefähr 25 000 Journalisten vertritt, M fernem ersten Kongreß zusammengetreten. Der Eröffnungssitzung wohnten als Gäste Vertreter des Völkerbundes, des Internationalen Arbeitsamtes und des Pariser internationalen Instituts für geistige Zusammenarbeit bei. Die internationalen Berufs- verbände der verschiedenen Länder, insbesondere von Deutschland, Frankreich und England haben aus den Hauptstädten chrer Länder besondere Dele» gationen zu dem Kongreß entsandt.
I Ziel ist, durch die Hinwegräumung der zwischen I den beiden Nationen bestehenden Differenzen die I Möglichkeit zu einem engeren Zusammenarbeiten namentlich auf wirtschaftlichem Gebiete zu schaffen.
, Der französische Kabinettsbeschluß zeigt, daß sich
- auch die gegenwärtige stanzösische Regierung auf
diesen Boden stellt. Dann ist der Weg gewiesen, um den Versuch zu machen, die Epoche des Miß-
, trauens zu überwinden und beiderseits mit ehr- । I sichern Willen an die Lösung der großen Probleme ■ I deranzugehen, die der Befriedung Europas bisher ■ I im Wege standen.
Der Ministerausschuh.
' Der in der Sitzung des Reichskabinetts eingesetzte ministerielle Ausschuß besteht, wie I man hört, aus dem Reichsaußenmini st er, dem Reichswirtschaftsmini st er und dem Reichsfinainzminister. Dieser Ausschuß I wird die Fragen vorzuberaten haben, die für die I Fortsetzung der in Thory begonnenen und m Aus- I sicht genommenen Verhandlungen besonders in Be. I 'rächt kommen. Von der einmütigen Zustimmung I des Reichskabinetts zur Fortsetzung dieser Verhand- lungen ist dem französischen Geschäftsträger Mitteilung gemacht worden und die Angelegenheit ist damit in die Bahn politischer I Erledigung geleitet. Die Einberufung des Aus- I trartigen Ausschusses des Reichstags kommt erst in Betracht, wenn die Delegation vollzählig aus Genf I zurückaekehrt ist.
kommunistischer Antrag auf Einberufung des Reichstags.
Die kommunistische Reichstagssrakkion hat in einem Schreiben an das Präsidium des Reichstags I Zwecks Besprechung der Fürstenfrage, der Not der Erwerbslosen, der außenpolitischen Ereignisse in Genf uni) der innerpolitischen Situation den sofortigen Zusammentritt des Reichs.
I kages gefordert. Ebenso hat die kommunistische I Fraktion die sofortige Einberufung des Auswärti- I gen Ausschusses verlangt.
Zu Strefemanns „Gambrinus"-Rede wie der Bericht zustande kam.
I Die Rede, die Strefemann in später Nacht, stunde vor der deutschen Kolonie in der Gam-
I brinusHalle in Genf gehalten hat und in welcher er in allerdings nicht ganz glücklichen Wendungen die Kriegsschuld fr „ge aufwarf, hat, wie
I wir bereits gestern andeuteten, starke Mißstimmung I in Paris und auch in London hervorgerufen. Es I ist nun interessant zu vernehmen, wie und in welcher Form die Meldung über diese Rede in die aus. ländische Presse kam. Danach hat ein deutsch-
I nationaler Journalist um zwei Uhr mor- I gen in einem Genfer Bierlokal deutschen und ausländischen Soumafiften em angebliches Steno.
I gramm der Ausführungen Strefemanns übermittelt. I Daraus hoben dann die fremden Iournosisten eine besondere Meldung gemacht, in einer Form, wo-
I noch es scheinen könnte, daß es sich um eine offi« I zielte Erklärung Strefemanns gehandelt habe. — I Ist schon dieser Vorgang außerordentlich bdenklich, I so berührt geradezu grotesk die Haltung, die der ..Berliner Lokalanzeiger" zu der Sache einnimmt. Er bringt es fertig zu schreiben, es fei „unleidlich",
I wenn der Außenminister sich so fortreißen ließe, I daß ernsthafte Rückschläge für die wahr- ; I hast schwierigen diplomatischen Verhandlungen, die I zu führen sind, unmittelbar hervorgehen. Und das I sagen dieselben Leute, die bisher alles daran gesetzt haben, um Genf überhaupt nicht zustande kommen zu lassen;
Sfrefemann an der Oberpräsidenten der Rheiuproviuz.
Reichsaußenminister Dr. Strefemann hat I I auf das Telegramm des Oberpräsidenten der I I Rheinprovinz mit folgendem Telegramm geant- I I wartet:
Freundlichen Dank für die Worte der Begrüßung, I I die Sie mir namens der Rheinprovinz übermittelt ho- I den. Der zurückgelegte Weg deutscher Außenpolitik der I letzten Jahre war nur möglich bei dem bestehenden I Vertrauensverhältnis zwischen der Reichsregierung und I der Bevölkerung des besetzten Gebiets, während treue I Mitarbeit auch für die kommende Zeit mehr I denn je unerläßlich ist. Reichsminister Dr. Strefemann. I Besprechung zwischen Strefemann und Averescn. I
Wie den Blättern mitgeteilt wird, hat in Genf I cud) eine Besprechung zwischen Strefemann! und dem rumänischen Ministerpräsidenten Ave- ! r e s c u stattgefunden, bei der allgemeine Pro- I bleme behandelt wurden.
OölfoerbunösDerfammlung.
Der deutsche Standpunkt m der Abrüstungsfrage. I 3n der Sitzung der Völkerbundversammlung I sprach Lord Robert Cecil als erster Redner zur I Abrüstungsfrage. Er führte u. a. aus: Hinsichtlich I der Regionalverträge und der potentiellen Rü- stungsmöglichkeiten beständen zwischen ihm und Paul I Doncour keine wesentlichen Meinungsverschieden- I heiten. Auch die Kontrollfrage würde keine beson- I dere Schwierigkeiten bereiten, wenn man sich em- I mal über die Abrüstung selbst verständigt habe. I Die grundlegende Frage fei die Verteilung der Rüstungen. Bisher sei jeder Staat Anhänger der I 1 Abrüstung seines Nachbarn. Die Ansschußmitglie- j i
l Aus Berlin wird uns von unserem beson- teren Vertreter mitgeteilt:
Die Rückkehr des Reichsaußenministers Dr. gtrefemann von Genf nach Berlin war an- sanglich auch erst für den Zeitpunkt vorgesehen, wenn die gesamte Delegation von Genf heim- kehren würde. Nachdem aber durch den inzwischen stattgefundenen Kabinettsrat in Frankreich und durch den bekannten Beschluß der französischen Re- gierung zu diesen Fragen bereits von Seiten Frankreichs eine grundsätzliche Stellung eingenom- men worden ist, konnte der Reichsaußenminister Nicht mehr in Genf bleiben. Unmittelbar nach seiner Rückkehr haben nicht nur Aussprachen mit dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler, sondern nunmehr auch eine wichtige Kabinettssitzung ftattgefunben. Ihr Er- gebnis ist inzwischen in der Oeffentlichkeit bekannt geworden und geht dahin, daß das gesamte Kabinett einmütig seine grundsätzliche Zu- ft i m m u n g zu der Haltung des Reichsaußenministers und insbesondere zu seinen Beratungen mit Briand gegeben hat. Zugleich wurde ein ministerieller Ausschuß gebildet, bestehend aus den Vertretern des Außen-, des Wirtschafts- und des Finanzministeriums, um diejenigen Fragen vorzubereiten, die bei der ebenfalls vom Kabinett einmütig gebilligten Fortführung der Beratungen in Frage kommen. Damit ist die deutsche Reichs- regierung also dem Beispiel gefolgt, das die französische Regierung zuvor gegeben hat. Der fran- Msche Geslhäftsträger ist bereits über den Be- lchluß des Kabinetts unterrichtet worden, sodaß nunmehr die ganze Angelegenheit auf den dip lo- matischen Weg gebracht worden ist.
s Eine Einberufung des Auswärtigen Ausschuf- ses, die von verschiedenen Seiten gefordert wurde, durfte aber solange nicht erfolgen, als nicht, was man unbedingt abwarfen muß, auch di- übrigen Delegationsmitglieder von Genf zurückgekehrt fein werden und man bann einen Ueberblick über bas Gesamtergebnis ber Verhanblungen haben wirb.
v _ Bon zuständiger Stelle erfahren wir über bie l ~*uff!.ung ber Reichsregierung über bte Ereignisse in Genf bas Folgenbe: Man kann ** aussprechen, daß mir in einer, unserem An- - sehen entsprechenden Weise in den Völkerbund ein- ^treten sind. Man kann auch Empfindungen whrnehmen, baß manche Anschauungen, bie man mrschiedentsich über ben Völkerbund hatte, einer Jteoifion unterzogen worben sinb. Namentlich ist man abgekommen von verschiebenen Vefürchtun- gen dahingehend, daß einzelne Möchte ben gan- M Völkerbund beherrschen und daß wir mit un- lerem Einfluß durch solche Tendenzen ebenfalls Ins Hintertreffen körnen. Unsere ganze Politik ist k gekennzeichnet durch das Streben nach einer roeit« gebenben b e u t sch - f r a n z ö si sch e n 23er- Itanbigung, unb bie Mächte, die im Völker- p ounde vereinigt sind, kennen dieses Ziel ganz genau. Es wird im Völkerbund nicht darauf an« kommen, daß wir im Rate oder in den Kommis- Honen theoretische Diskussionen führen, sondern : entscheidend wird sein bie vorherige Verstänbigung »ei ben uns berührenben wichtigen Fragen. Nach dieser Richtung bin sind in Genf sehr gute Ergeb- Jtiffe erzielt worben unb man muß es begrüßen, »aß auch parlamentarische Vertreter bin- Myonen würben. Denn bas wichtigste ist die persönliche Fühlungnahme uyd bie unmittelbare Kenntnis ber Persönlichkeiten, aber auch bie gete- LAtsich einer Völkerbunbstagung sich ergebenbe Möglichkeit einer Aussprache unter ben intereffier-
, ,en Vertretern ber einzelnen Mächte.
. ^an wirb besbalb, soweit die großen Fragen 1er Dn^tik in Betracht kommen, mit bem Eintritt Deutschlands in ben Völkerbunb als einer gegebenen Tatsache zu rechnen unb gemeinsam bärauf HBunirten haben, baß bie Zusammenarbeit Deutschlands mit ben anderen Mächten in di-ser
QZ"!aton fruchtbar für unsere Interessen Waltet.
.Besonders wichtig ist die Feststellung, daß die Delegation bei allen Verhandlungen voll- I wbig einmütig vorging. Es ist immer wieder
2 ben Borbesprechungen roiberftret- Auffassungen auszugleichen, sobaß mir nach ■«Ben hm immer geschlossen auftreten konnten. i Das nun im befonberen die Aussprache Stre- orns a mit Brianb angebt, so sinb ja bie We" Gchchtspunkte .fi ber Oeffentlichkeit sofort min <nä "usgegriffen worben. Das Ziel ist I lebererringung unserer poli- len $ f n r e i b ei t. Nur auf einen Punkt mol- bi» to . ,n. oiefcm Zusammenhang eingeben, auf I ^unrichtigen Mitteilungen, baß bare Summen Man sprach non zwei Milliarden, schließlich so- 6°o acht Milliarben — angeboten worben I be» rJD<roon fQnn 9Qr keine Rebe fein. Es ban- um eine neue finanzielle Belastung fonh» lan°5 in ber Hergabe von neuem Gelb, | feit»„rn um b,e Eröffnung von neuen Möglich.
Uebereinstimmung ber beteiligten riit »u,en bestimmte Leistungen übertragen unb „n7n gewissen Vorrecht, versehen zu können, flöten or»!. Prin^”ieI(e Bebeutung dieser beabsich.
Q .ktion besteht darin, daß der Dawes- bQ& h„f,’.ne ftark- Lockerung erfahren muß und t'abiirrfJ ,mmte Klauseln, bte uns stark hemmten, urct) grunbsätzlich reoibiert werben.
t6inhenn,.e,rven no* Oroße Schwierigkeiten zu über- kabj„b “nö cs wirb Sache bes von bem Reichs- iteren ni'nmef,r eingesetzten Ausschusses sein, bie ben fit- ,r'5aflen Zu klären unb bie noch obroalten-
9t Ichweren Hindernisse zu beseitigen. Das
I der müßten sich von der Ueberzeugung durchdringen I lassen, daß nur eine völlige Abrüstung sie befrie- I digen würde. Um dieses Ziel zu erreichen, solle I man lieber eine Verzögerung des Konserenzbe- I ginnens in Kauf nehmen, als sich der Gefahr eines I Scheiterns der Konferenz auSsetzcn.
Nach der Rede Lord Cecils verlas der deutsche Delegierte Staafss-kretar v. Schubert eine fdjrift- I sich formulierte Erklärung über den deutschen Stand- I vunkt in der Ahrnstunasfrage. Deuttchland habe I schon vor seinem Eintritt in den Völkerbund an den Arbeiten des vorbereitenden Abrüstungsaus- I schufses teilaenommen. in bem Meinunasverfch'e- I denbeiten anfaetreten seien. Es habe stets das all« I Gemeine Interesse dabei hochgehalten und bettachte die Abrüstung als die größte Aufgabe I des Völkerbundes, durch deren Erfüllung die- I fer nicht nur seine ebene Stellung stärken, svn- I bern auch im Interesse der gesamten Menschbe I arbeiten würde, .freute bandele es sich nur um bie
Grundlagen, die Paul Boncour gestern klargeleg habe. Heber das Ziel seien sich gewiß alle einig; aber es sei gesagt worden, daß auch eine inter- I nationale Konvention über die Verminderung der I Rüstungen schon ein großer Fortschritt wäre, auch I wenn sie sich nur auf die Festlegung des gegenwär- I tigen Zustandes beschränken würde. Aust Deutschland haste das stufenweise Vorgehen für unver- I weidlich, sehe aber in der Festlegung des aegen« I wärtigen Zustandes keinen wirklichen Fortfchritt, I sondern fei ber Meinung, daß die vorbereitenden I Arbeiten zur Verminderung der großen I Verschiedenheiten führen müßten, die »wischen I ben Rüstungen der Völkerbundsmitglieder besteben, I um dadurch den Bund zur Erfüllung seiner Aus- I oaoen geeigneter zu machen. Die ernnfindliche I Fkaae verlange zweifellos Rücksicht auf die geaen- I wärtigen Tatsachen, aber nur eine volle Lovalität I und der Wunsch einer gegenseitigen Verständigung. I k>em die gegenwärtige Versammlung so glück- I uw beseelt sei, werden ben Weg ebnen können, I ber zu dem gementfamen verfolgten Ideal führe.
Die Erklärung des Staatssekretärs v. Schuber I wurde mit starkem Beifall atifaenommen. besonders bie Ausführungen, daß die deutschen Der- I treter sich von der Heberzenaung leiten liehen, daß I der Völkerbund bei Durchführung der Mrüstung I als seiner bedeutsamsten Aufgabe nicht nur für I feine ebene Konsolidierung, sondern für bie ge- I famte Menschhest arbeite.
I , Darauf würbe eine Entschließung, bie eine Einberufung ber Mrüstunasbanf-renz auf einen Ter« I min vor ber nächsten Völkerbttndsversammlung I wrbert, einstimmig angenommen.
vreengl'sch-chineflschen Zwischenfalle. I Am Freitag gab zu Beginn ber Sitzung ber I Genfer Völkerbundsversammlung ber chrncsische I Delegierte eine Erklärung ab, burch bie er im I Auftrage seiner Regierung bte Versammlung von I mehreren englisch-chinesischen Zwischenfällen m I Kenntnis fetzte, bte ben Trieben im Fernen Osten ge« I fährben könnten. Nach ferner Darstellung sind im I und August auf bem Pangtsefluß durch bas I schnelle Fahren englischer Kauffahrteischiffe wieder- I holt chinesischer Ein g eb oren en sch i f se I zum Sinken gebracht worden, wobei ein Teil I der Besatzung ertrank unb bie Ladung verloren I ging. Die chinesischen Behörden feien gezwungen I gewesen, englische Kauffahrteischiffe zitrücknihalten I und hätten ben englischen Konsul in Tschengking mit I der Angelegenheit befght. 9lber ein Hel ernfr»rer I Zwischenfall sei entstanden, indem ein englisches
Kanonenboot am 5. September bei Wanbsien auf chinesifche Polizisten geschossen und gegen M00 getötet habe. Sväter sei von englischen
Kreuzern schweres Slrtillertefeuer auf bte Stabt eröffnet worben, wobei mehr als 1000 Häuser zerstört unb mehrere Tattsenb Chinesen getötet worben seien. Die chinesischen Truppen seien genötigt gewesen, das Feuer zu erwidern. Lord Robert Cecil erwiderte sofort, et habe mit der größten Ueberraschung von dieser Erkläntng Kenntnis genommen, die er bedauere und die seiner Regierung unerwartet komme. Zur Sache selbst teilte er mit, baß bie Erklärung bet englischen Regierung über ben Zwischenlall von Wcmhfien vollkommen von bet chinesischen Darstellung abweiche. Im übrigen schwebten zur Zett Verhanblungen zwischen Eng- land unb China, bie zu einer günstigen Regelung führen würden. Die chinesische Erklärung fei aber nicht geeignet, diese Verhandlungen zu fördern.
Beschießung eines Dampfers ber „Standard Oll
Comp".
Bei Hanku wurde ein Dampfet der Standard Oil Comv beschossen, wobei ein Mann der Besatzung getötet wurde. Das Schiff war ersucht wor- den, Truppen zu befördern, hatte dieses Ansinnen aber abaelehnt. Andere Damv'er wurden von Lchasi beschossen.
Ein Protest der Gewerkschaften.
Der Generaltat der Gewerkschaften hat eine Protestkundgebung gegen alle kriegerischen Operationen Großbritanniens in China angenommen.
uldaerZeüung
Arnemer für bie Sfahf unb ben Kreis 5u(ba. Amflicbes kreisblafk.