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^n^eiger für öle Sfaöf und den kreis Hulda. Amtliches fireisbfaft

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Donnerstag, 23. Sept 1926

3ahrq. 53

Auflösung der Reichsgetreidestelle

* Des Reichspräsidenten Dank an den Deutsche» Naturforscher- und Aerztetag. Auf ein Huldigungs- teleqramm der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte, die zurzeit in Düsseldorf tagt, hat der Reichspräsident mit einem Telegramm geant­wortet, in dem er der Gesellschaft den Wunsch aus­spricht, daß ihre Arbeit bet. Wissenschaft und der Volksgesundheit neue Erkenntnisse und Fortschritte bringen und so zum Wiederaufstieg des Vaterlandes beitragen m5ae.

Die Itot der Junglehrer.

29702 Bewerber ohne Anstellung.

Dem Preußischen Landtaoe ist eine Ueberstcht über die Zahl der stellenlosen Schulamtsbewerber und -bewerberinnen nach dem Stande vom 15. Mai 1926 zugeaanaen. Danach betraut die Zahl der Lehrer- und Lehrerinnenstellen in Preußen 109'763. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen über­haupt beläuft sich auf 40662. Mit Vertretung„ im Schuldienst sind 10960 beschäftigt, ohne Beschäfti­gung im Schuldienst sind 29702 Bewerber und Be­werberinnen.

Intrigen- Tretet »Ietn«tlr <Go!onel) oka> 0,l5 ReickSmar auswSrtr 0,20 Reichrmark. Reklame,eile- lokal 0.6' ReichSmar! anIwSktr 0.80 Reichsmark-

Wet W'ederlmlnnaen Rabat» VnVA.dttonto Olrankkur' a. m>. 4051

Belgischer Ministerrat.

Im Ministerrat berichtete Vandervelde über die auswärtige Politik, insbesondere über die Arbeiten des Völkerbundes und die Inkraftsetzung der Abkommen von Locarno. Francqui und Houtard unterrichteten den Ministerrat von den Fortschritten des Planes zur Gesundung der Währung. Das Gleichgewicht im Staats­haushalt ist wieder hergestellt und die schwebende innere Schuld konsolidiert worden. Die der Til­gungskasse während der ersten beiden Monate ihres Bestehens zur Verfügung gestellten Einnahmequel­len ermöglichten die Rückzahlung eines bedeuten­den Teiles der im Auslande aufgenommenen kurz» fristigen Schuld. Auf viele Monate hinaus ist die Deckung für die Fälligkeiten der äußeren Schuld vorhanden. Die Nationalbank verfügt über dis nötigen Devisen, um Schwankungen der Währung entgegentreten zu können. Die Bahn für die Stabilisierung des Franken, die die letzte Etappe des Finanzplanes darstellt, ist daher frei. Zur Stabilisierung des Frvnken wird geschritten werden, sobald alle Vorbedingungen für den Erfolg gegeben sind. Die Regierung steht zu diesem Zweck schon setzt in Fühlung mit ausländischen Privatbanken sowie mit Emissionsbanken des Aus • landes. Iaspar teilte den Ministern mit, daß der König ihm die Verlobuna des Kronprinzen Leo­pold 'mit der Prinzessin Astrid von Schweden mit­geteilt habe. Der Ministerrat beauftragte Iaspar, dem Königspaar und dem Kronprinzen Leopold dis ehrerbietigsten Glückwünsche zu übermitteln.

wtb. Paris, 22. Sept. (Eig. Funkm.) B r i a n d erklärte gestern nach Beendigung des Ministerrates emem Vertreter des .Matin" auf die Frage: „Die Unterredungen mit Strefemcnp werden also bald ein« Folge haben?" Zweifelsohne werden die Kanzleien und die Techniker sich bald an die Arbeit bgeben. Wir werden ailsdann sehen, in welchem Augenblick eine neue Begegnung opportun fein wird. Auf alle Fälle will ich mich inzwischen einige Tage ausruhen, denn rcb befürchte, daß'm der Folgezeit bis zum Monat Dezember diese ern­sten Verhandlungen mir nicht viel Maße lassen wer­den." Briand hat tatsächlich bereits gestern nach­mittag Paris verlassen und wird erst in un­gefähr 8 Tagen zu dem für den 1. Oktober festge­setzten Ministerrat zurückkehren.

wtb Paris, 22. Sept. (Eig. Funkm.) Die Ha- vas-Agentur beschäftigt sich in einer offiziösen Aus­lassung mit den Verhandlungen, die gestern im Ministerrat geführt wurden. Entgegen den pessi­mistischen Voraussagen habe sich keinerlei Meinungsverschiedenheit gezeigt. Der französische Minister des Aeußern habe sich wohl gehütet, in der Unterredung mit Stresemann trgenb eine Verpflichtung zu übernehmen oder auch nur den geringsten Vorentwurf eines Abkom- mens auszuarbeiten. Briand selbst habe erklärt: „Alles, was ich getan habe, läßt der Regierung ihrs vollkommene Handlungsfreiheit und das Kabinett hat davon heute in günstiger Weise Gebrauch ge- macht. Nachdem also die Minister dem Grundsatz, die gepflogenen Verhandlungen weiter zu führen, zugestimmt hätten, habe eine Diskussion eingesetzt über die Entwicklung, die durch die Initiative der beiden Außenminister eingeleitet werden könne. Artikel 431 des Friedensvertrages von Versailles gestatte die Räumung des Rheinlandes vor den vorgesehenen Zeitfristen, aber unter der Bedin- 9ung, daß Deutschland alle feine Verpflichtungen erfüllt habe. Was die Reparationen anbetreffe, so erfülle das Reich getreu bis jetzt die Verpflichtun­gen nach dem Dawesplan, aber es scheine nicht, daß nach dem jüngsten Bericht das gleiche Ergebnis mnfichtlich der Entwaffnung erzielt worden fei. Die Regierung werde also im Einvernehmen mit ihren sachverständigen die Bedeutung dieser Verpflich­tungen abzuschätzen und festzustellen haben, in welchem Maße die Fortsetzung der Besatzung recht­fertige. Die Zurückerstattung des S a a r g e b i e- i k s "" Deutschland vor der vorgesehenen Frist non k km” un& die damit im Zusammenhang ste­hende Volksabstimmung ist durch den Versailler -vertrag vorgesehen. Die Bedingungen dieser Ope- rationen und ihrer Folgen müßten sehr eingehend gepristt werden. Was die teilweise Mobilisierung t^-k- , ®.e V c n b a b n o b 11 g a t i ° n e n be-

re‘‘e' 1° lei iie sehr wünschenswert, aber ihre Rea»

Dor einigen Tagen hat in Berlin die letzte Ausfichtsratssitzung und die letzte Gefellfchafter- versammlung der Reichsgetreide stelle stattgefunden, in der die Liquidations- und Schluß­bilanz genehmigt und dem Liquidator eine Ent­lastung erteilt worden ist. Damit ist die Auflö­sung der Reichsgetreidestelle endgültig vollzogen, nachdem ihr Betrieb bereits seit 1921 entsprechend der Begrenzung ihrer Aufgabe fortlaufend immer mehr eingeschränkt worden war. Man wird heute rückblickend auf die Kriegs- und Nachkriegszeit sa­gen können, daß die Reichsgetreidestelle ihrer Hauptaufgabe, Aufrechterhaltung und Si­cherstellung der Brotversorgung des deutschen Vol­kes, unter den verschiedenartigsten Schwierigkeiten und Umständen stets gerecht geworden ist. Die Mängel, die sich im einzelnen ergaben, waren durch die zwangsläufige Umstellung der deutschen Ge­treidewirtschaft auf die Selbstversorgung bedingt. Die deutsche Brotversorgung hat auch unter den schwierigsten Verhältnissen nie gestockt, weder im Kriege, als z. B. in dem Mißerntejahr 1917 nicht viel mehr als die Hälfte der gewohnten Vorkriegs- Brotgetreidemengen und nur ein Drittel des durch- 'mittlichen Futtergetreides der Vorkriegszeit in Deutschland zur Verfügung stand, noch auch zurzeit der Staatsumwälzung und des Zurückflutens der deutschen Heeresmassen und zuletzt auch bann nicht, als in den schlimmsten Zeiten des Währungsver­falles, zumal während der Ruhrbesetzung, im We­sten die vollkommen verwirrten Geldverhältnisse ein geordnetes Wirtschaftsleben unmöglich mach­ten. Hatte die Reichsgetreidestelle in den Kriegs­und ersten Nachkriegsjahren vornehmlich das M en. genprob.Iem zu löten, so wandelte sich ihre Aufgabe in der letzten Inflationszeit und nach der Wiederherstellung der Währung zu dem Problem der Preisregulierung. Als in der zwei- ton Hälfte des Jahres 1923 die Inflation zur Wäl>- rungskatastrophe führte, hielt die Reichsgetreide- ftelle durch ihre Preis- und Verteilunasmaßnah- men den Preis des Markenbrotes bei voller Zutei­lung der Rationen auf 1 bis 5 Goldpfennige für das Pfund und ermöglichte es damit, auch die Aermsten mit Brot zu versorgen. Nach Aufhebung der Markenbrotwirtschaft hat dann die Reichs­getreidestelle wiederholt zugunsten der Konsumen­ten und auch der Produzenten ausgleichend in den Markt eingegriffen. Welche Bedeutung die Reichs­getreidestelle im Wirtschaftsleben spielte, geht aus den Zablen ihres Umsatzes hervor: 4 bis 5 Mil­lionen Tonnen Getreide, also Werte von % bis 1 Milliarde Goldmark, hat sie zur Zeit der Marken­brotwirtschaft durchschnittlich jährlich im Inlande oder nach dem Kriege auch mit Hilfe einer Ein- fuhrgesellschast aus dem Auslande gekauft, gela­gert, auf den Mühlen verarbeiten lassen und dann den Verteilungsstcllen im aanaen Deutschen Reiche

zugeführt. Das Drei- bis Vierfache dieser Menge wurde außerdem noch durch Verteilungs- und Ueberwachungsorganisationen der Reichsgetreide­stelle erfaßt. Wenn auch infolge der überaus gro­ßen Ausdehnung und Verzweigung der Geschäfts­beziehungen der' Personalbestand der Reichsgetrei­destelle in der Zeit der vollen Zwangswirtschaft nicht gering war, so waren doch die Generalunko­sten des gesamten Betriebes niedrig. Sie erreich­ten im Durchschnitt für die Tonne des urngesetzten Getreides noch nicht 1 v. H. des Vorkriegspreises.

In der Schlußsitzung gab der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Staatssekretär z. D. Dr. Hage­dorn, eine ausführliche Uebersicht über die Tätig­keit der Reichsgetreidestelle. Hierbei wies er auch auf die Verdienste aller der Persönlichkeiten hin, die an leitender Stelle der Reichsgetreidestelle von ihrer Gründung an ihre Kräfte gewidmet haben, besonders wurde dem letzten Präsidenten der Reichs­getreidestelle, Paul Merz, gedacht, der am 20. Februar 1926 durch den Tod ereilt wurde. Auch der Reichsminister für Ernährung und Landwirt- fchaft, Dr. Haslinde, der an der Aufsichtsrats- sitzung teilnahmen, würdigte in ferner Rede die Be­deutung der Reichsgetreidestelle für die Kriegs- und Nachkriegszeit. Er führte etwa ans, nunmehr fei der Schlußpunkt zu einem besonders bedeut­samen Kapitel der deutschen Kriegs- und Nachkriegszeit gesetzt worden, denn mit der Liquidierung der Reichsgetreidestelle werde eine Organisation aufgelöst, der durch lange schwere Jahre der Kriegsnvt, des wirtschaftlichen Zusam- menbnichs und des langsamen Wiederaufbaus die Bewirtschaftung eines der wichttgsten Lebensmittel, des Brotgetreides, anvertraut gewesen sei. Die Aufgabe der Reichsgetreidestelle sei schwer und ver­antwortungsreich gewesen, und so ost sie auch, wie die ganze Kriegswirtschaft, die naturgemäß eine Not- und Mangelwirtschaft habe sein müssen, in der Oeffentlichkeit angegriffen worden sei, so stehe doch sest, daß dank der Reichsgetreidestelle die Brot­versorgung unseres Volkes niemals gestockt habe. Zweifellos sei auch im Unterbewußtsein der Be­völkerung stets das Vertrauen gewesen, daß die Tätigkeit der Reichsgetreidestelle Gewähr für eine geregelte Brvtversorgung biete. Hierbei gedachte Dr. Haslinde auch seinerseits mit Dankbarkeit der Persönlichkeiten, die an leitender Stelle der Reichs­getreidestelle gewirkt haben. Der Minister schloß damit, daß nach allem die Bilanz der Reichs­getreidestelle mit einem erheblichen Ge- winnsaldo abschlösse. Dieser Ueberschuß ge­stattete, in reichsgesetzlich festgelegter Weise die schwerringende Landwirtschaft, die nicht zu­letzt durch die Zwangswirtschaft gelitten habe, in einer Weise mit prvduktionsfördernden Maßnah­men zu unterstützen, wie dieses sonst nicht mög­lich gewesen wäre.

lisierung ergebe Schwierigkeiten finanzieller und politischer Art, die eine tiefgründige Prüfung er- forberten, da der Beistand Deutschlands nicht allein für den Erfolg dieser Operation genüge. Man muffe auch mit den Dispositionen des Weltmarktes rechnen. Unter diesen Umständen sei es vollkom» ^^-^"Eürlich, daß die Regierung mit allen uner­läßlichen Garantien sich umgeben wolle. Erst nach- dem sie im Besitz aller technischen Elemente der Disposition fei, könne der Ministerrat in feiner demnächstigen Sitzung die Prüfung der offiziellen Bedingungen einer deutsch-französischen Abmachung als deren Anhänger, der sich jedoch schon jetzt einstimmig erkläre, fortsetzen.

wtb. Paris, 22. Sept. (Eig. Funkm.) Die „Köl­nische Zeitung" berichtet aus Genf, Dr. Stresemann habe auf dem parlamentarischen Abend Mitteilung gemacht, daß Briand ihn amtlich davon habe v e r ft ä n b ig e n lassen, daß der französische Mink st e r r a t seine Haltung in Genf gebilligt habe, so daß nunmehr mit den tech­nischen Verhandlungen begonnen werden könne.

pomcarö spricht.

wtb Parjz 22. Sept. (Eig. Funkmeldung.) „Motin' kündigt an, daß Poincare am kommen­den Montag in B a r l e D u c der Sitzung des Ge­neralrates, dessen Präsident er ist, beiwohnen und bei dieser Gelegenheit eine große politische Rede halten werde, in der die Probleme der französi­schen I n n e n- und A u ß e n p o l i t ik zur Sprache kommen würden.

Einberufung des französischen Parlamente.

wtb Paris, 22 Sept. (Eig. Funkmeldung.) Wie die Blätter berichten, wird das französische Parlament höchstwahrscheinlich am 18. ober 19. Ok­tober einberufen werden, nach dem „Matin" zwi­schen dem 20. und 25. Oktober.

Stresemann Donnerstag in Berlin.

Berichkerstakkung im Rsichskabinekk am Freitag.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann reift am Mlttwoch aus Genf ab und wird am Don­nerstag in Berlin eintreffen. Für Freitag vor- mittag ist bereits das Reichsministerium zu einer Sitzung einberufen worden, in der Dr. Stresemann ausführlichen Bericht-über feine Unterhaltung mit Briand und in Thoiry getroffenen Vereinba­rungen erstatten soll. Das Reichskabinett wird darüber Beschluß zu fassen haben, ob es diese Ver­einbarungen billigt und einer Fortsekung der ma- seriellen Besprechungen auf der in Thoiry geschaf­fenen Grundlage zustimmt.

Das Arbeitsgebiet der Deutschen.

Den deutschen Vertretern im Völkerbundsrat finb als besonderes Gebiet zur dauernden Bericht­erstattung im Völkerbundsrat alle Wirt­schaft s f r a ge n überwiesen worden, also u. a. zunächst auch die Berichterstattung über das wich­tige Thema der Vorbereitung der Welt- Wirtschaftskonferenz.

Parlamentarischer Wend.

Dr. Dreitscheid lobt die gute Zusammenarbeit.

Bei einem von den parlamentarischen Mitgliedern der deutschen Delegation veran­stalteten geselligen Beisanfmensein mit den übrigen Delegationsmitgliedern und einem kleineren Kreis von Gästen hielt der Abg. Dr. B r e i t s ch e i d eine Rede über die Zusammenarbeit zwischen den par­lamentarischen Mitgliedern und der Delegations- führung. „Wir hoffen," so sagte Dr. Brxitscheid u. a., „dem Ziele nähergekommen zu sein und da­mit auch dem Willen des deutschen Volkes entspro­chen zu haben." Dieses Ziel in feiner letzten For­mulierung sei die Sicherstellung des europäischen Friedens. Mit diesem Ergebnis seien alle einver­standen und er fühle sich veranlaßt, dem Reichs- aiißenminister den Dank der parlamentarischen Delegationsmitglieder für die vertrauensvolle Zu- fammenarbeit auszusprechen. Hierauf sprach Dr. Stresemann feinen Dank für die Ausführungen Dr. Breitscheids und seine Freude über den schönen Ausklang gemeinsamer Arbeit aus. Diese Mit­wirkung der Volksverrteter habe in vollem Um­fange alles das gehalten, was er sich.bei ihrer In- anspruchnahme davon versprochen habe.

was die Schweizer Presse sagt.

Die schweizerische Presse, die.für die Beurteilung her in sieben Jahren entstandenen Traditionen und technischen Gewohnheiten des Völkerbundes besonders kompetent ist, erörtert teil­weise sehr ausführlich den Eindruck, den die Dar­legungen Strefemanns zu der Memel- frage und der Finanzfrage Danzigs in der Ratssitzung gemacht haben. So schreibt der „Berner Bund", Stresemann habe bisher in Genf, was selbst von einigen seiner Gegner anerkannt werde, gut abgeschnitten. Man unter- streiche seine Konzilianz, feinen staatsmännischen Blick und seine diplomatische Geschicklichkeit. Von den Befürchtungen, die da und dort gegen das Auf­treten der Deutschen in Genf laut geworden fei, sei bis jetzt jedenfalls nichts eingetreten. Man könne sogar eher feststellen, daß das deutsche Register den Verhandlungen gut tue.

Aehnlich äußert sich die „Neue Züricher Zei­tung", die u. a. schreibt, die neuen Männer und insbesondere Stresemann schienen sich mit Leichtig­keit und gutem Willen in die Traditionen und Ar»

* to±n «-»-Nbeil-geni Illustriert-. Bei-

. lQ9e du«'nb!Stter' Rotationsdruck und «erlag der suidaer Actiendruckerei in Iulda. Iernkvrecher Nr. 8.

onoti-ckier BeriiaSnreiS- 1.50 «*t.

Der französische Ministerrat, in dem Briand über die Beratungen in Genf und insbesondere über feine Besprechungen mit Dr. Stresemann be­richtete, dauerte von 10 Uhr vormittags bis VA Uhr nachmittags. Am Schluß der Beratungen wurde folgendes

Kommunique ausgsgeben:

«Der Außenminister Briand hat über die Hal­tung und die Arbeiten der französischen Delegation in Genf Bericht erstattet. Die Regierung hat ihn zu den erreichten Resultaten be­glückwünscht. Ferner hat Briand das Kabi­nett über seine Unterhaltung mit Stresemann un­terrichtet. 3m Mnistrrat herrscht G i n ff i m m i g- feif über die Dichtigkeit dieser Be­sprechungen und über die Rotwendig- k e i t. s i e f o r t z u s e h e n. 3n den nächsten Si­tzungen des Ministerrats soll die Prüfung der f e ch nifdjen Probleme vorgenommen werden, die sich bei diesen Verhandlungen ergeben können.

Außerdem ist Briand beauftragt worden, der amerikanischen Regierung das Beileid der französischen Regierung für die Sturmtata- strophe in Florida auszusprechen."

Der nächste Ministerrat wird am 1. Oktober stattfinden.

Briand erklärte beim Verlassen des Minister­rates den Journalisten: „Das, was ich getan habe, ließ der Regierung volle Freiheit und die Regierung hat ihre Handlunosfeiheit in einem günstigen Sinne benutzt. Man glaubte, daß ich ermordet aus dem Kabinettsrat robbet- kehren wurde. Sie sehen, daß nichts an diesen Ge­rüchten ist." Poincar« und Marin erklärten den Journalisten, daß volle Einigkeit im Kabinett herrsche. Man darf indessen annehmen, daß die Frage noch keineswegs vollkom- P1 geklärt worden ist, da das Kommunique leibst darauf hinweist, daß die t e ch n i s ch e n F r a- gen, die die einzigen Anlässe zu Schwierigkeiten bketen könnten, auf den späteren Sitzungen bespro- chn werden sollen. So darf man annehmen, daß man sich in dem heutigen Ministerrat nur mit all­gemeinen Fragen beschäftigt hat. und daß- die ei. gen 11^6 Debatte erst später beginnen ttnrö. Es war von vornherein vorauszusehen, daß bu allgemeine Politik Brianbs, soweit sie sich auf die Besprechungen mit Deutschland über die Rege­lung der schwebenden Fragen bezieht, br- Billigung bes Kabinetts finden würde. Man wird a b w a r- ten müssen, ob das Kabinett auch mit den Ein­zelheiten der Abmachungen, über die nod) keine volle Klarheit besteht, einftimmig zufrie­den sein wird.

UM taidiltl iw IramWtn SatelM Er findet einmütige Zustimmung.

beitsmethoden hineinzufinden, die seit sechs Jah­ren ausgebildet würden. Zum ersten Male habe gestern Stresemann im Völkerbundsrat das Wort ergriffen. Seine Interventionen feien in einfacher llemäßigter Form erfolgt, was sehr anerkannt wor­den fei. Der deutsche Vertreter habe seine Stimme schon jetzt in Fragen geltend machen können, die fein Land mitberührten, was eine unzweifelhafte Rechtfertigung für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bedeute.

Keine Befürchtungen in England

Der „Manchester Guardian" schreibt im Leit-' artifef, Thoiry dürfte in der Geschichte genannt werden als der Ort, wo Stresemann und Briand nicht nur erklärten, daß Deutschland und Frankreich Freunde seien, sondern das auch w l r k l i ch meinten. Es bestehe ja auch kein Grund, weshalb nicht eine Wunde am Körper Europqs, bie Jahrhunderte lang geschwärt habe, für immer gebeitt werden solle. Was nun England an» lange, so werde es durch wirtschaftliche als auch durch politische Vereinbarungen zwischen Deutsch­land und Frankreich unmittelbar berührt werden. Ader weder diese noch jene würden die englischen Interessen beeinträchtigen, denn die wirtschaftliche Befriedung des Kontinents fei nicht weniger oon Vorteil für England als die politische. Wenn dennoch die britischen Interessen irgendwie berührt werden sollten, so bestehe kein Grund zu der Befürchtung, daß Frankreich oder Deutschland es ablehnen würden, dies in Betracht zu ziehen. Viel­mehr sei die Annahme berechtigt, daß beide Eng­land als Teilhaber begrüßen würden.

Neichsvarteiausschutz des Zentrums.

Die Tagung des Reichsparteiausschusses der Deutschen ^cnf umspartei ist nunmehr für Sonn­tag, den 31. D Hoher 1926 nach Erfurt ein- berufen. Das Tagitngsilokal ist die „Ressource", Ktlostergang 2 a. Die Verhandlungen beginnen vormittags 10 Uhr Den Bericht über die poli­tische Lage erstattet der Reichskanzler Dr. M a r x, den Bericht über die Organisation der Partei der Generalsekretär Dr. 93 o cf e L Der Tagrmg des Reichsparteiausschusses gebt eine Sitzung des Reichsvarteivorstandes voraus, die am Samstag, den 30. Oktober, ebenfalls in Erfurt statt- findet. _____________

* Aufhebung französischer Militiimesanqn'sse. Zwischen dem französischen Kriegs- und Jusiizmini. sterium ist vereinbart worden, daß die Militärge­fängnisse, abgesehen »von dem in Pans und wahr- scheinlich auch dem in Marieille, sämtlich aufgehoben und die Militärgefangenen in die Zivilgefängnisfe übergeführt werden sollen. Ein entsprechendes Dekret soll ansgegeben werden.