Hr. 211
Sonntag, 12. September 1926
Zahrg. 53.
Die Stabilisierung Europas!
Iie VersWiO-Politik im besetzten Gebiet
Bombenattentat auf Mussolini?
Wtb (Senf, 11. Sept. (Eig. Funkln.) In den ersten Ullttagsstunden geht in den Wandelhallen des Völkerbundes das bestimmte Gerücht, daß heute vormittag gegen S Uhr in R o m auf Mussolini, der sich auf dem Wege von Palazzo Lhigl befand, ein Bombenattentat verübt sein soll. Mustolini selbst sei unverletzt, während zwei oder mehrere Herren seiner Begleitung schwer verletzt worden seien. Das sehr bestimmt aufkauchende Gerücht wurde von Mailand aus in Basel und bald darauf in Genf bekannt.
Die Nachricht wird hier für glaubhaft gehalten, doch liegt eine amtliche Bestätigung noch nicht vor.
Um einen ungestörten Ablauf der Aufnahme- feierlichkeiten in Genf nicht in Frage zu stellen, hat die spanische Regierung mit ihrem schon seit langem angekündigten Schritt, die Mitgliedschaft im Völkerbund zu kündigen, bisher zurückge» halte n. Trotz der zahlreichen Mahnungen an Spanien, dem Völkerbund treu zu bleiben, hat der Diktator Primo de Rivera nunmehr doch die Kündigung überreichen lassen. Auf Grund der Völkerbundssatzungen kann die Kündigung aber erst in zwei Jahren wirksam werden, sodaß Spanien bis dahin noch Mitglied des Völkerbundes bleibt, auch wenn es an den Arbeiten keinen Anteil nimmt. Im Laufe der zwei Jahre kann sich noch mancherlei, namentlich in dem fetzigen un-
tet, wird von den Besatzungsmächten eine große und allgemeine Begnadigunasaktion zu- gestanden. Eine Dradtmeldung besagt:
* Zu der Erklärung Dr. SilverbergS. Die „Kreuz- Zeitung" schreibt, daß Dr. Silverberg in seiner Rede auf der Tagung des ReichsverbandeS der Deutschen Industrie „weit über seinen Auftrag hinauSgegangen ist, als er den Husarenritt ins Politische unternahm und die Sozialdemokraten zur großen Koalition zu animieren versuchte". Das ,58. T." schreibt dazu: Wir sind ermächtigt mitzuteilen, daß Silverberg nach vorheriger Verständigung mit dem Präsi» dium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie gesprochen Hot, als er die Gewerkschaften und ihre politische Vertretung zur Neber- nähme der unmittelbaren RegierungSverantwortuna eingeladen batte.
* Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Han- delsverlragsverhandlungen. Wie die polnisch« Presse meldet, werden die deutsch-volnischen Handelsvertragsverhandlungen in Berlin am 28. d. M. wieder ausgenommen werden.
Der Ztrahenkampf in Mhen.
Die Aburteilung der Athener Verschwörer.
Das „B. T." meldet aus Athen, daß der Prozeß gegen die Urheber des Athener Putsche? auf sofort angesetzt worden ist.
Ueber die Ereignifle in Athen teilt Havas fol- gende Einzelheiten mit: Zwei Bataillone der dem General Pangolas besonders ergebenen Republikanischen Garde hätten einen Aufstandsversuch gemacht, doch waren in Voraussicht dieser Bewegung Regimenter aus der Provinz herangezogen worden. Nach einem sehr lebhaften Kampf, bei dem die Meuterer Maschinengewehre verwendeten, und in deffen Ver» lauf sie in die Stadt eingedrungen waren, wurden die Truppen des Generals Kondhlis gegen Mittag der Empörung Herr. Während dieser Aktion batten sich oppositionelle Elemente, Royalisten und Kom- mu nist en, der Bewegung angeschlossen.
Am Freitag Nachmittag trat der Bund wieder in die sachliche Arbeit ein. In der Vollversammlung wurde die Generaldebatte fortgesetzt. Im Sekretariat arbeiteten die verschiedenen Som- Missionen, in denen nun zum ersten Male deutsche Vertreter saßen. Die erste Kommis-' ion, in der Stresemonn persönlich erschien, befaßte ich mit der vom Rate vorgeschlagenen Wahlreform. Es wurde eine Unterkommission van 14 Mitgliedern zum eingehenden Studium der Wahl- refarm eingesetzt. Es soll die Absicht bestehen, diese Unterkommission möglichst schnell arbeiten zu lassen.
Der Erste, Zweite und Sechste Ausschuß zur Beratung von Verfassungsfragen, technischen bezw. politischen Fragen haben ihre Arbeiten ausgenommen. Dabei haben zum ersten Male die deutschen Delegierten mitgewirkt und zwar im Aus-
meinsam an der Aufrichtung des Weltstledens zu arbeiten.
Aus Genf wird bekannt, daß B r f a n d entschi«. den dementiert, eine Aeußerung über den in• (emotionalen Rhein gemacht zu haben, wie sie in der deutschen Presse verbreitet wird. Er habe vielmehr gesagt, er hoffe als Folge von Locarno, daß niemals das Blut der beiden BSlker den Rhein färben werde, und daß auf beiden Seiten des Rheins Völker mit friedlicher Gesinnung wohnen werden.
danke des Friedens und der Annäherung der Völker und der freundschaftlichen Lösung der internationalen Konflikte.
a) daß sie innerhalb von zwei Wochen nach In- krafttreten der Abmachungen den deutschen Reichs-' behörden die deutschen Reichsangehörigen übergeben, die in Gefängnissen des besetzten Gebietes in Haft sind und von Militärgerichten wegen Taten verfolgt werden oder verurteilt wurden, die sie im Ruhrgebiet, in den Brückenköpfen Duisburg, Ruhrort, Düsseldorf ober in der sog. Kölner Zone begangen haben. Ausgenommen sind nur solche Personen, die Verbrechen gegen das menschliche Leben mit Todesfolgen begangen haben.
d) daß sie völlige Straffreiheit für alle Straftaten gewähreiz, die in den besetzten (gebieten feit Beginn der Besatzungszeit bis zum 1. Februar 1926 begangen worden sind.
Mit Ausnahme der Straftaten des allgemeinen Rechtes und der Spionage besteht Einverständnis daß Geldstrafen und Gerichtskosten, die beglichen sind, nicht erstattet werden.
Der Rede Briands folgte ungeheurer Applaus, der ebensowohl den Gedanken der Rede wie der Form galt, die dem französischen Außenminister eigen ist.
Nach der Rede Briands, die ins Englische über- letzt wurde, brachte der kanadische Delegierte Foster drei Hochs auf Briand aus, der fi* nrn affen Seiten beglückwünscht, nach seinem Platz zu- rucfbegob.
Nunmehr stellte Chamberlain den An- trag, beide Reden, die Stresemanns und Briands, zur Erinnerung an diese außerordentlich historische Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich im vollen Wortlaut im „Journal Osficiel" des Völkerbundes zu veröffentlichen.
Die Uebertragung des feierlichen Aktes in Genf auf den Rundfunk hat auch in Deutschland nie- len Tausenden ermöglicht, Ohrenzeugen des weltgeschichtlichen Vorgangs zu sein.
wtb Köln, 11. Sept. (Privat-Telegramm.) Die auf Anregung der Botschafter-Konferenz von den Bevollmächtigten der beteiligten Regierungen in Koblenz aufgenommenen Verhandlungen zur B frieduna der besetzten Gebiete sind, wie die „Köln. Ztg." meldet, nach mancherlei Schwierigkeiten und Stockungen, die auch int Reichstag erörtert wurden, nunmehr abgeschlosien worden. Die Abmachungen besagen u. a.:
In der Absicht, mit der Vergangenheit noch über das Londoner Protokoll hinaus reinen Tisch zu machen, wird folgendes erklärt:
1. Man verlange von feiten der deutschen Re- gierung, daß sie alle Mittel, über die sie verfügt, mit Einschluß derjenigen der Justizverwaltung anwenden wird, um zu verhindern, daß unmittelbar oder mittelbar Vergeltungsmaßnahmen gegen irgend jemand wegen seines Gehorsyms gegenüber den Anweisungen der Besatzungsbehörden und wegen Diensten, die er geleistet ober wegen Beziehungen, bie er mit biefen Behörden unterhalten hat, ergriffen werden.
2. Von feiten der von der Rheinlandkom- mission vertretenen Regierung verlange man:
Belgien zu Genf.
Der belgische Außenminister Bandervelde äußerte dem Genfer Berichterstatter der „Agene Belge" gegenüber seine Befriedigung über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und erklärte: Die Zurufe, die in der Völkerbundsversammlung erschollen, begrüßten Deutschland, das sich zu dem Pakte bekennt, und seinen Platz einnimmt, einen großen Platz, der ihm in der Gemeinschaft der Völker zukommt, Deutschland, das auch die Verpflichtung übernimmt, künftig die Methoden der Gewalt durch Verfahren der Erörterung, des Ausgleichs und des Schiedsspruchs zu ersetzen. Die Kritiken und Proteste der Ratio- n a I i ft e n Deutschlands einerseits und in F r a nk- reich und Belgien andererseits heben sich durch ihren eigenen Widerspruch auf. Schließlich triumphiert nur eine Sache, und das ist der G e -
sicheren politischen Zustand in Spanien, ändern, was dem Königreich Spanien den Verzicht auf den ständigen Ratssitz und die Entschädigung in langer erleichtert. Es liegt folgende Drahtmeldung aus Genf vor:
Spanten tritt aus.
wtb. Genf, 11. Sept. (Lig. Funkm.) Der spanische Konsul in Genf erschien in den Mittagsstunden auf dem Generalsekrelariat des Völkerbundes, um eine in der Rächt eingetroffene Rote feiner R e g i e r u n g zu überreichen, in der Spanien feine Kündigung ausdrückt. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Jahre.
schuß für Verfassungsfragen Reichsaußenminister Dr. Stresemann und Ministerialdirektor Dr. Gaus, im Zweiten Ausschuß Staatssekretär z. D. Frhr. v. Rhembaben und im Sechsten Ausschuß Staats- lekretar v. Schubert. Im Dritten Ausschuß wird Deutschland durch Prälat Kaas und im Fünften Ausschuß durch Dr. Breitscheid und Frau Dr. Ger- tmd Bäumer vertreten.
Was Amerika sagt.
„Sun" meldet aus Washington, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in Ame- nfa mit einem gewissen Gefühle der E r l e i ch t e- r u n g ausgenommen worden fei, da man der Ansicht ist, daß Deutschland von nun an in der Lage Ri, feine Bemühungen für die Revision des Versailler Vertrages vor dem Völkerbunde zu verfechten. Es wird in Zukunft keine s: r<7s”ur roeni9e Gelegenheiten geben, bei denen die Dienste der amerikanischen Regierung in den 5"°«,»°p^etzungen zwischen Deutschland und den Alliierten benötigt werden würden.
Ungarns Hoffnung.
. 2lus B u d a p e st wird gemeldet: Die Budapester Blätter beschäftigen sich eingehend mit der Auftwhme Deutschlands in den Völkerbund. „Pe- sti Hirlap" schreibt: An dem wahnsinnigen Unterfangen, Deutschland vollständig m Fesseln zu schla- gen, ist nicht Deutschland zugrunde gegangen» son-
Erscheint lechSmal wöchentlich. Wochenbeilagen! Illustrierte Sei- («ne und Buchenblötter" Rotationsdruck und «erlag der »uldaer Aetiendruckerei in ftulba. Nernsvrecher Nr 9.
______________Monatlicher «eruaSdreir- I SO W.
Spanien tritt aus dem Völkerbund aus.
Die Ueberreichung -er Kündigung in Genf.
FuldaerZertung
___feiger für die Stabt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Japan und China.
Die Lage in China wird weiterhin mit Besorgnis verfolgt. Reuter meldet aus Tokio, daß die Lage in China auf einem dort abgehaltenen Kabinetsrat erörtert wurde. Mach Ansicht der japanischen Preffe sei die Lage in (Hflha lehr ernst. Sie warne jedoch die Regierung, Japan dazu gebrauchen zu lassen, für Großbritannien bie Kastanien aus dem Feuer zu holen, und empfehle, vorläufig eine ab- wartende Politik zu treiben .Selbst wenn sich schließ- sich eine Intervention als notwendig erweise, müsse eS Japan vermeiden, die Nord- oder Süd- truppen zu begünstigen. Es müsse unparteiisch und unvoreingenommen fein, China als unteilbare Einheit behandeln.
Von einem besonderen diplomatischen Mitarbei- ter wird uns in Wertung der Genfer Ereignisse folgendes geschrieben:
Mehr als sieben Jahre hat es gedauert, bis die Weltmächte sich wieder zusammenfanden. Mehr als sieben Jahren waren aber auch nötig, um Deutschland diejenige Stellung innerhalb der Mächte und der weltpolitischen Gruppierungen zu verschaffen, die ihm als Nation u. die den geistigen und wirtschaftlichen Fähigkeiten seines Volkes gebührt.
Mit dem Schritt von Genf ist ganz zweifellos die Stabilisierung Europas erreicht. Man kann wieder von so etwas wie einem Gleichgewicht der Mächte sprechen. Vorläufig freilich trifft das mehr nach der formellen als nach der tatsächlichen Seite zu. Denn solange ein Land fremde Besatzungstruppen auf seiner Mutter- erde dulden muß, solange ein solches Volt unter einer militärischen Kontrolle steht und solange seine Wirtschaft unter dem Druck von Reparationsleistungen erhalten ist, solange freilich ist eine vLlle Gleichberechtigung und eine volle Ebenbür- tnMit-ntcht reicht, «berauch das istzpmz klar, daß eine dauernde Zugehörigkeit Deutschlands zu dem Völkerbund mit der Aufrechterhaltung dieser eben genannten Beschränkungen gar nicht vereinbar ist. Wenn es auch für den Augenblick nicht zu Mreichen war, daß gleichzeitig mit der Aufnahme Deutschlands in diese Völkerbundsgemeinschaft flurf, die nach außenhin in die Erscheinung treten- Ben Hemmungen beseitigt werden, so wird doch gerade die Mitgliedschaft Deutschlands im Völker- bünde mit in erster Linie dazu benutzt werden müssen, um unser Land und Volk von diesen Fesseln zu befreien. Die Erkenntnis, daß das gefche- hen muß, herrscht auch auf der Gegenseite und sie i stin die Erscheinung getreten durch sehr markante Aeußeningen Chamberlains und namentlich Briands. Man wird es rubig aussprechen können, daß die Bedingungen des Versailler Friedens- Ertrages mit dem Schritt von Genf in ihren Grundfesten erschüttert sind und daß jetzt gar keine Rede mehr davon sein kann, daß insbesondere die Besatzungsfristen dem Buchstaben gemäß eingehalten werden können.
Am Rhein ist ohnehin durch den Pakt von Locarno eine ganz neue Lage eingetreten, die auch international von Bedeutung ist, nachdem der Völ- kerbund als Garant für die Unantastbarkeit de» Rheinstromes eingetreten ist. Aber das Wort Briands, daß der Rhein nunmehr ein „internationaler" Strom fei, muß nun doch entschieden zurück- gewiesen werden. Es muß sich da um eine sehr auffallend mißverständliche' Aeußerung Briands ha ndeln. Der Rhein ist deutsch und wird und Muß deutsch bleiben. Es trifft lediglich zu, daß er ntft internationalen Garantien umgeben ist, die für beide Teile gelten. Wenn Briand in diesem Zusammenhänge auch von einem „ e n t m i I i t a- r i fierten" Rheinstrom gesprochen hat, so wk- wrfpridjt diese Ausdrucksform ebenfalls den tat- 'achlichen Verhältnisien, denn am Rhein stehen Mder noch heute fremde militärische Kräfte, und W nach ihrer vollen Beseitigung kann man den Fttondschen Ausdruck akzeptieren. Wir nehmen M aber heute schon entgegen in dem Sinne, daß Eiand alle seine Kräfte daran setzen wird, um in ^MTat den Rheinstrom zu entmilitarisieren.
i- ."rst wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt ,?7' und erst wenn es gelingt, im Völkerbund
*1» Bedingungen zu erfüllen, werden wir von tz» Stabilisierung Europas sprechen «W, für deren Garantie Deutschland traft fei» 1)», geistigen und materiellen Fähigkeiten das beste “'«tpfanb gibt.
Briands Zriedensrede.
j Nach der englischen Uebersetzung von Stre- m-j;?nns Rede bestieg in der Freitagsitzung de, te®uni>cs Briand die Tribüne, ebenfalls mit
Beifall begrüßt, in den auch die utsche Delegation einstimmt. #
»Nach dein distinguierten Vertreter des Deutschen Eicher her Vertreter Frankreichs Wert Icr0U, die Anwesenheit einer deutschen De- Q ’ 0 n in dieser Versammlung des Völkerbundes ,u e,9 r ö 6 e n und dem aufrichtigen Gefühl Ausdruck tamm dem wir alle hier an die friedliche Zu-
°"orbeit mit der deutschen Delegation heranzu-
, Entschlossen sind. Nach den vornehmen Worten sten 6‘t,1115 in dieser Hinsicht die besten und schön- nicht nungen erlaubt. Angesichts der noch immer beute iMEderhergestellten Schlachtfelder treffen sich o>e Völker in friedlicher Versammlung, um ge-
3a, meine Herren, ruft Briand in den Saal, es ist nun zu Ende zwischen Deutschland und Frank- reich mit dem blutigen und schmerzlichen Ziisammen- schießen, es ist zu Ende mit dem Krieg zwi- scheu uns! Kein Krieg mehr, ruft Briand mit er. . c . ------------- ----------
habeuer Faust in den Saal, keine blutige Schlacht mehr I dem finb bie allKerten Mächte erlahrnt. Das zur Regelung von Konflikten, die unter uns entstehen I Erscheinen Deutschlands m Genf wird den Geist konnten. Wenn einzelne Menschen vor den Richter I und bie Richtung des Völkerbundes umaeftalten kommen, um ihre Streitfragen zu regeln, so stellen wir m»i+ r, • i ™ r i
beide uns jetzt vor das Schiedsgericht, ohne Ka. Antritt Deutschlands beginnt die Aufgabe
nonen und ohne Maschinengewehre in Frieden und ^tefbunbes,nuty bloß Allianz ber Sieger zu Freundschaft, um das miteinander auszuwagen, was I * sonDern endlich bett Grund zu einem uns an Interessen trennen könnte. (Wiederholter Bei- I wurdigen Frieden zu legen. Jrn „Ujsag", fall unterbricht den Redner.) Die Vernunft hat es I das Deutschlands Eintritt m den Rat der Völker "*d,‘ '7!er leicht, sich geltend zu machen. Zu begrüßt, heißt es: Wir haben bas Gefühl, daß den deutschen Delegierten gewandt, ruft er ihnen zu: Deutschland auch in unsrer Bertreti, na »Was Kraft .mgeht, haben wir es wirklich nicht mehr am Ätif<fefifet (£ tnnn
notig, uns nach allem, was vorgefallen ist, gegenseitig J? -L .. kann keine Frage geben,
noch Demonstrationen zu machen. Jetzt wollen wir I Deutschland nicht mit den Augen der Besiegten uns einmal auf friedlichem Gebiete treffen" I ""sehen müssen. Auch wenn es niemals von uns (Stürmischer, wiederholter Beifall, auch bei der deutschen I Erwähnung tut, wird es sich doch immer auch um Delegation.) uns handeln. Das große deutsche Schiff segelt stolz
Briand kommt bann auf Locarno zu sprechen und I auf den Wellen und unser Kahn ist an dieses Schiff mefitaraetremu b unb nf$‘ gebunden. „Nepszav-a" gibt der Hoffnung Ausdruck
dieser ^Tribüne trie M Deutschlands Eintritt m den Völkerbund zur
begrüßen. Ilm zu diesem Ende zu kommen, mußten Behebung der bisherigen Fehler und Mängel bei- wir viele heikle V^i-tc-me lösen, viele mühevolle Der- I "ayrn werde Und sagt weiter: Jrn Völkerbund ist Handlungen führ» h uns gegenseitig viele Konzes- die deutsche Republik erschienen. Cs steht zu Hof-
sioncn machen. ' es ist mw einmal fa^jm Leben, I fett, daß nunmehr auch der Geist der Demokratie
E.f;wird imm - > sein, wenn wir unser^Aufgaben besser zur (Bettung kommen wird.
? r*cn?~ ^füllen wollen. Briand erinnert daran, daß I „
Oie Marzverhandlungen immerhin das Ergeb- I
ms gehabt haben, daß die deutsche Delegation von Genf I Also Überall hoffnungsfrohe Ausblicke im Zei- weggegangen sei mit dem bestimmten Gefühl, daß sie eben des Erscheinen Deutschlands im Völkerbund, tn Tat und Wahrheit bereits m den Völkerbund auf. I Rur in Köln sitzt der d e u t f d) n a t i o n a (e Var. ras mW» w L°d"
dem deutschen Delegierten für die Art, wie er die Zu. '*'n mnner gesagt habe und auch weiterhin er- sammenarbeit auffäßt, und ruft mit lauter Stinnne I roorfe: aIIe5 wird schief gehen.
aus: „Ich schwöre Ihnen, daß Sie in mir stets einen I loyalen Mitarbeiter finden werden."
Briand ging zur Ironie über und sprach non den d^wtertgleiten, denen die friedliche Zusammen- arbeit Deutschlands und Frankreichs in beiden Ländern begegne. „Herr Stresemann und ich, wir stehen ja , beide auf Posten, wo wir Gelegenheit haben, uns besten I ®ie aus nachstehender Meldung hervorgeht,
I sich für das besetzte Gebiet eine wichtige E i ni- geisterte Hum®a,r.bannk cin« be- I a u n g zwischen dem D eu t sch en R e i ch und den Methoden der Zusammenarbeit, die der Bund entwickelt I Deutschland ^uf^Ve^a-lt vollzogen. Indem hat. Briand sprach von dem europäischen Geist I Deutschland auf Vergeltungsmaßnahmen verzich. ber aus diesem Saale emporsteigen werb? wenn sich ' M m,rh nnn ---
P”’’. alle bemühen, ebenso wie Stresemann und er leibst es heute gelobt haben, wirklich alle Ereignisse in friedlichem Geiste aufzufasten, anstatt immer an Krieg nn^ K^e^deschrei zu denken und sich von den nationa- listischen Erregungen, die so leicht beronrmufen seien, Zum Kampf gegeneinander treiben zu lasten.
Briand schloß mit einem Appell an Spanien und ^raJUien bod, tiie so glücklich eingeleitete friedliche Arbeit des Völkerbundes nicht durch ihr Fernbleiben zu stören
«meinen- «reife: »teinielle (Colonel) okal 0.15 Reich-mar
auswärts 0.20 Reichsmark. Reklame,eile- lokal O.go Reichsmark answärtr 0.80 Reichsmark-
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