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fernteren Plätzen ihrer eigenen Umgebung durch­geführt werden, sondern auch die Großstädte und ihr gesamtes Anschlußnetz einander näher bringen. Als erste Großstadt Deutschlands wird Hamburg im kommenden Herbst über den Schnellverkehr mit Berlin verfügen. Berlin wird dadurch praktisch zum Telephonvorort der kleineren Millionenstadt Ham­burg. da es vorläufig noch auf die Anmeldung beim Fernsprechmeldeamt angewiesen ist. Berlin verfügt aber heute noch über 30 Fernsprechämter, deren Bereinigung zu einem einzigen Organismus Rie- sensummen kosten würde. Hamburg dagegen ver- fügt nur über ein einziges Fernsprechamt. Das tm Bau begriffene Hauptfernsprechamt in Berlin wird nach seiner Vollendung im Jahre 1928 zweifellos das leistungsfähigste, technisch vollkommenste und größte Fernsprechamt der ganzen Erde sein und eine Sehenswürdigkeit allerersten Ranges für die Techniker der ganzen Welt werden. Erst wenn in allen deutschen Großstädten die Automatisierung der Fernsprechämter durchgeführt ist, dann wird Deutschland einen einzigen Fernsprechort bilden in dem Ferngespräche ohne Voranmeldung und der Schnellverkehr ohne Wartezeit im ganzen Reiche abgewickelt werden können.

Frankfurt und sein Wirtschaftsgebiet wird aber recht bald seine Aemter soweit automatisiert Haven, daß es mit seiner Nachbarschaft schon im nächsten Jahre ohne Warten und Anmeldung sprechen kann. Die Anfänge dazu sind bereits gemacht.

die erste Bekanntschaft auf derReliance'. So kommen die Menschen zusammen. .

Es blieb auch auf derReliance" nicht bei dieser einen Bekanntschaft. Wie gemütlich war es bald schon bei unserer Tischgesellschaft, wie munter ging es zu beim Bordschuffeln und Ringwerfen, beim Tauziehen und sogar beim kindlichen Seilspringen.

Auch gediegenere Unterhaltung wurde gepflegt; wenn z B. eine ernstere Natur plötzlich ihre englische Mutter- spräche ganz vergaß und notgedrungen deutsche Sprach- ftubicn mit ihr gepflogen werden mußten mit Sprach- Vergleichung, Französisch, Lateinisch, Italienisch. Sogar Weltanschauungsfragen kamen aufs Tapet: Wesen, Zweck und Ziel des Daseins, Seelenwanderung, Nirwana. Alles in einem Ton, der mit ungemischter Freude heute noch daran zurückdenken läßt kein gutes Wort geht in einem Nirwana verloren.

Im übrigen mar die Rückfahrt auf derReriance- atten diesen Unterhaltungen über die Maßen förderlich Arn Tage nach der Abfahrt hörten die Reisenden, daß das Schiff auf feiner letzten Fahrt eine Schraube verloren habe, die in Amerika nicht repariert werden konnte, da die dortigen Docks zu flach waren. Das Schiff fuhr also nur mit zwei Schrauben, statt mit drei, und sollte des- halb zwei Tage länger für die Ueberfafjrt brauchen. In Wirklichkeit wurden es sogar drei Tage, und bei den Reisenden bildete sich das geflügelte Wort, daß auf der Reliance" noch mehr als eine Schraube los fei.

Mit allgemeiner Befriedigung wurde die Nachricht vernommen, daß das Schiff, welches früher der Ham- burg-Amerika-Linie gehörte und durch den Krieg an die United America Line (fiariman) gekommen war, fetzt ~ I an feinen früheren Eigentibner

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sehr günstig war, wurde die Verlängerung der F ck-rt nicht allzu tragisch genommen. Nachdem wir an der Elbemündung am Samstag den 24. Juli Anker geworfen haste, überstanden wir noch ein gewaltiges Gewitter mit tüchtigem Sturm und wurden am Sonntag den 25. Juli , von zwei kleinen Schleppern nach Hamburg geschleppt. 1 Morgens um halb 10 Uhr hielt der mitfahrende Bischof 1 von Temesvar in Ungarn auf dem Schiff noch eine hei- ]

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Freitag, de« 3. September d». 3»., norm. 10 Uhr, werde ich im .Frankfurter Hoi" dahier

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VieSparkasse", HalbmonatSzeitschrist für das Spar kästen- und kommunale Bankwesen, das Organ de? Deutschen Sparkassen, und Giroverbande». ist anläßlich des am 5. und 6. September in Augsburg stattstn- denden Allgemeinen Deutschen Sparkasten, und Rom. munalbankentage» in einer Festnurniner herauSye. bracht worden, die sich ebenso durch wertvollen Inhalt wie durch hervorragende Ausstattung auszeichneh Ge. leitsprüche des ReichSstnanzministerS und deS NeiLS- innenministerS betonen den Wert des Spargedankens für den Wiederausbau und eine Reihe von ausgezeich­neten 'ufsähen gibt einen Querschnitt durch die äugen, blickt Laae deS Spar, und öffentlichen Bankwesens. Aus i reichen Inhalt feien nur herauSgegristen c,n Artikel über das Sparkaffenwesen in Bayern, über Mittelstands» und Wohnungsbaukredite der Sparkassen, eine volkswirtschaftliche Studie über das Sparen und ein Beitrag über die volkswirtschaftliche Tragweite der Schuldenaufwertung. Die stet? gebrachte Umschau orientiert über die Wirtschaftslage und den augenbuct» ltdien Stand der Rechtssprechung. Das sich immer mehr entwickelnde öffentliche Bankwesen stnd die Kraft des Spargedankens haben in der vorliegenden yeu. nummer einen beredten Ausdruck gefunden und sich einen wertvollen Auftakt für die große Augsburger Tagung geschaffen.

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Reifebrief von Dr. P. Weilbacher.

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Daß bei diesem Stand der Dinge tüchtig zugegriffen werden muß, selbst wenn die Benutzung der Maschinen noch so west vorgeschritten ist, das versteht sich von selbst. Trotzdem ist das Leben auf dem Lande nicht ganz so einsam und verlassen, wie mancher annehmen möchte. Kaum glaublich, wie schnell die schweren, bis an die Knie reichenden Arbeitsstiefel von den Füßen eines Farmer- girts abgestreift sind und die Füße in modernen Flor- strümpsen und eleganten Spangenschuhen stecken. Die weite Arbeitsschürze ist ebenfalls im Nu verschwunden, und der Bubikopf braucht auch nicht langer Wartung. Dann sitzt sie schon in ihrer Car und fährt allein ober in Gesellschaft in die Stadt und besorgt ihre Einkäufe oder macht einen fröhlichen Besuch bei der Nachbar- und Freundschaft.

So geht es zu in dem Lande, das vor ungefähr 80 Jahren noch in den Händen der Indianer war. Ge- rode auf den Grundstücken, die ich gesehen habe, ist damals noch eine Jndianerfchlacht geschlagen worden, und heute werden davon noch Pfeilspitzen und ähnliche Waffenüberreste gesunden. Als erste Ansiedler kamen bann Mitte bes vorigen Jahrhunderts Irländer ins Land, die in ihrer Heimat nicht der von den Engländern ver- i ursachten Hungersnot erliegen wollten. Zwanzig Jahre später, in den 60er und 70er Jahren, kamen bann I Deutsche, besonders aus Luxemburg und Baden. Heute geht das irische Element auf dem Lande zurück. Der Nachwuchs zieht das bequemere, abwechselungsreiche Le- ben in der Stadt bet den jetzigen hohen Löhnen dem harten Leben auf dem Lande vor. Die Grundstücke gehen beim Verkauf vielfach in deutsche Hände über, die sich in der ganzen Welt als die besten und zähesten Sanbbebauer erwiesen haben Allerdings wird die Re­gierung auch noch manches für das Land tun muffen, besonders auf dem Gebiete des Wegebaues und auf dem der Aufforstung. Infolge der verkehrten VerWsteu- berung des Bodens in den ersten Jahren sind die Höhen entblößt, allen Unbilden der Witterung ausgesetzt, und bei den häufigen heftigen Regengüssen reißen die Bäche jedesmal mächtige Furchen in das weiche bebaute Land und überschwemmen und versanden auch das tiefer lie- genbe Gebiet.

Auch muh bei der Zulassung von Einwanderern mehr Rücksicht auf die Lieferung von Arbeitskräften und damit Einführung einer intensiveren Bewirtschaftung genom­men werden. Alles Dinge, welche Amerika nicht allein von sich aus angehen kann, sondern wo es Rücksicht auch auf andere Völker nehmen muß. Dor allem die Deutschen haben ihm bis jetzt den besten Stamm feiner Ansiedler geliefert. Einem fruchtbareren Zusammen­wirken kann man da nur das Wort reden.

Nun sind die Tage der Reife vorbei. Wie schnell schwinden die Stunden, die uns ein großes Erlebnis bringen. Nur die Erinnerung bleibt, aber auch sie ist geistiger Gewinn.

Gegen Mitternacht vom 12. zum 13. Just stand ich als Einziger oben auf dem obersten Deck derReliance und schaute in das Gewimmel unter mir. In der ersten Minute bes neuen Tages, eine Minute nach Mitternacht, sollte das Schiff die Anker lichten. Hunderte Hände winkten hüben uuf dem Schiff, hunderte Hände drüben auf dem Pier. Nochmals flogen Grüße, Blumen und Worte hin und her alles zum Abschied, oftmals viel, leicht zum letzten. Mir galt kein Grüßen und kein Win- tm, meinen Abschied hatte ich vorher, viele Meilen wctt weg, schon genommen. Hier keine Seele, mit der ich mich irgendwie verbunden fühlte. Wer war es bei der Hinfahrt nicht auch so gewesen? Da wurde Erinnerung

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Diese Gedanken schossen mir durch den Sinn, als Ich allein oben auf dem Deck stand. Da kam ein unbetann. ter Herr die Schiffstrepve herauf und begrüßte mich, der ich ihn erstaunt anschaute. Vor zwei Monaten am zweien Tage nach meiner Ankunft in Newyork, abends gegen Mitternacht hatte ich ihn angesprochen und um den Weg gefragt, da die Straßenschilder und Hauser- nummern bei der schlechten Beleuchtung nicht erkennbar

waren. Jetzt, wo ich tm greuen U'

so allein da stand, erkannte und ___

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Technik und Verkehr.

- Flugplätze mitten im Attanliichen Ozean. Einige amerikanische Millionäre haben beschlossen, einen Plan zu fördern, der höchst phantastisch klingt. Es soll spa- testens tm Jahre 1927 eine direkte Luftroute zwischen Atlantic City, dem bekannten Seebad bei Philadelphia, und der englischen Küste in her Gegend von Cornwall errichtet werden. Im Atlantischen Ozean wurden drei ober vier riesige Flotten verankert werden, bie ben Charakter van Flugfeldern tragen sollen, also mit Hangars, Werkstätten, Hotels, Restaurants usw. aiisge- stattet sein würden. Di« Projektanten sind der Mei­nung, daß man auf diese Weise in dreißig Stunden nach Europa wird fliegen können, wobei die Unkosten durch Zeitersparnis reichlich wettgemacht würden. 3m ter soll der Verkehr auf dieser ßufiroute eingestellt und bie als Flugplätze dienenden Riefenflotten sollen wegge­schleppt werden, um bis gegen Mai in irgendeinem Ha- fen zu überwintern.

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tige Messe mit deutscher Ansprache, und dann fangen mir mit vollem Herzen bas .Großer Gott wir loben d-ch", mit welchen Klängen am Morgen früh uns auch die Schiffskapelle aus bem Schlaf erweckt hatte.

Um 5 Uhr nachmittags erfolgte die Ausschiffung im Hamburger Hafen. Warum bie übliche Umlabung der Passagiere in ben Schnellzug in Cuichmen unterblieb, ift uns unbekannt geblieben. Die Frage trat auch zurück hinter die Freude, endlich den heimatlichen Boden wie- der unter den Füßen zu haben, und hinter dm Vorsitz, bie neuen Beziehungen und Bekanntschaften weiter auf. recht zu hatten unb zu pflegen zum Gegen beider Teile. Deutschland unb Amerika haben sich beide gegenseitig i noch sehr viel zu geben. Das möge keiner vergessen.

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Die Ueberfchrift ift kein Scherz. Denn vom kommenden Herbst an wird es keine Zukunftsmusik mehr sein, daß die deutsche Fernsprechverwaltung auf dem besten Wege ift, ganz Deutschland zu einer einzigen Fernsprechstadt zu machen. Der Tag rückt unaufhaltsam näher, an dem es keiner Voranmel­dung eines Gespräches mehr oder eines mitunter langen Wartens mehr bedarf. Der sogenannte Schnellverkehr, wie er fetzt schon zwischen einigen Nachbarstädten üblich ist, wird gegenwärtig hergestellt zwischen den großen Plätzen Berlin, Hamburg.'n, Frankfurt a. M., Stuttgart, Breslau, Leipzig, Dresden, Magdeburg und ent­fernteren »Orten dieser Großstädte, die nicht mehr zum eigentlichen Ortsnetz gehören und nach denen bisher eine Anmeldung beim Fernsprechmeldeamt dieser Städte nötig war. So wird, um nur ein Beispiel zu geben, zwffchen Frankfurt a. M. der Schnellverkehr mit Wiesbaden, Höchst, Mainz, Darmstadt, Hanau, Offenbach und zahlreichen ande­ren kleineren Städten des Frankfurter Wirtfckasts- aebietes eingerichtet. Die rasche Einrichtung dieses Schnellverkehrs hängt ab-r davon ab, wie wert eine Stadt über den automatischen Svreckverkehr ver­fügt. In Frankfurt steht die Eröffnung des ersten Selbstanschlußamtes unmittelbar bevor, das zweite wird im Frühling 1927 dem Verkehr Wergeben , Diese großzügige Neuerung, mit der die Reichspost viel Geld zu verdienen hofft, soll aber nicht nur i zwischen den einzelnen Großstädten und den ent» wach, es traten bie Gestatten auf, die mir feitbem be- gegnet

Zuerst, bie mit mir bie erste Reife in bie neue Welt antraten, barunter fo viele, um ein hartes Brot zu suchen, bas ihnen bas armgeworbene Vaterland nicht mehr bieten konnte. Dann bie tieben Menschen in der neuen Welt, mit denen ich durch jahrhundertalte B.uts- banbe verknüpft war und bie ben unbekannten Detter unb bie Grüße aus der alten Heimat fo freundlich auf­genommen hatten-, bann die Kollegen am Webstuhl Der Seit, bie mit Wort unb Tat bem Fremden fo oft zur Sette standen, ihm feine Aufgabe erleichternd und weise Winke erteilendDer Wahrheit eine Gasse! So lau. tet das Fetdgeschrei der Presse, und so muß es immer lauten, will sie ihre große Ausgabe gegen Volk und Menschheit erfüllen. Hochachtung und Dank allen, denen ich drüben in diesem Sinne begegnete!

Und bann die vielen freundlichen und fröhlichen Ge- sichter, denen ich im Schiff und im Pullmann unb m ber Car, am großen Lake, am Mississippi und Allom- ftone ober sonstwo, auf der Straße ober tm gefellschaft- sichen Verkehr begegnete. Wie hat ihre Unterhaltung dw Erfahrung mir bereichert, ben Wick gewettet! Wie oft hat sie lanaroeilige Stunden verkürzt und frohes, herzstärkendes Lachen ausgelöst: wie oft haben wir un- gar in frohem Kreise herumgedreht!--

für den Nebengottesdienst an den hohen Feiertagen findet Sonntag, den 5. September, vormittags von 911 Uhr im israelit. Gemeindehaus statt.

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