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Beilage zur Zuldaer Zeitung

Für untere Frauenweit. Nr. 202 vom 2. Sept. 1926.

der

zu

F-

Dr.

lichen Anordnung des Arztes.

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Gleich nach zwei Uhr gingen die ersten Gäste fort sein, um die Musik zu hören oder die Paare tanzen zu ’ , . L . 11 r t. f V. L. nnrhnnnkn .tflrnTPT

wäh-

dicht, daß letzteres nicht zu

andere Kutsche vorgesahren.

G. M.U.H

die Treppe hinunter, stieg in die nächsten Moment rollte dieselbe

weich, schwenkt sie, nachdem sie gut abgetropft ganz frischer Butter, welcher man 10—15 Maggi's Würze zugesetzt hat, gut durch und sie mit in Butter gebratenen Semmelcroutons.

einer Entfettungskur zu unterwerfen, damit geführte Kur Aussicht fahr in sich schließt.

war, ihres was

eine daß

sind, in Tropfen garniert

einer gründlichen Untersuchung man weiß, ob eine länger aus. auf Erfolg bietet und keine Oe»

die Schleimhäute des Halses. Da tut Abhärtung vor allen Dingen not. Es ist falsch, ein Kind durch Ein- packen des empfindlichen Halses noch mehr zu verweich­lichen. Es muß frei, höchstens mit einem kleinen wol­lenen Band umgeben gehalten werden. Auch tägliches Gurgeln mit mildem Salzwasser oder Salbeitee härtet die Schleimhäute ab.

Die Komtesse Gabriele sah durch das Wagenfenster und bemerkte den Mann, in dem sie einen Polizeispion mutmaßte. Er hatte sich gegen das eiserne Geländer, welches da« Palais nach der Straße zu umgab, gelehnt und sprach mit einem Bedienten. Er schien nur so durch Zufall hier vorbeigekommen und stehen geblieben zu

tun hast, Jeannette," sprach dafür, daß meine Abwesen- Auf Wiedersehen!"

so verderblich ist es, mit Wichtigtuerei die kindliche Un- befangenheit zu vernichten.

Bor allem bedingt das Lebensalter gewisse Ein­schränkungen. Bei Kindern und jungen Leuten, etwa bis zum zwanzigsten Lebensjahr, sollte man sich damit begnügen, der weiteren Entwicklung der Fettleibigkeit Einhalt zu tun und nur von Zeit zu Zeit dem Körper einen kleinen Teil des überschüssigen Fettes obzuge- »innen. Unbedingt schädlich ist eine Entfettungskur bei betagteren Personen, sobald sie das sechzigste Lebens­jahr überschritten haben.

5m übrigen hat man sich vor extremen und einsei­tigen Diätvorschriften zu hüten und — unter regelmäßi- per Kontrolle des Körpergewichts durch eine zuverlässige Wage — darauf zu achten, daß man nicht zu rasch ab­nimmt. Wie eine Entfettungskur im Einzelfall zu hand­haben Ist, überläßt man zweckmäßig der sackverstönd-

rief der Diener den Die Komtesse schritt Equipage und im davon.

Sofort kam eine

ging, nachdem sie die Tür verschlossen, in die große Halle.

Glücklicherweise war dieselbe leer.

Sie glitt ins Ankleidezimmer, ohne von jemand be-

Jlnnahme

strahlen läßt. Das Materl lautet:

Hier ruht der Mutter schönste Krone Der Himmel ward ihr wohl zum Lohne Für ihre Liebe, ihren Fleiß, Gab Gott ihr wohl den schönsten Preis, rieftraurig stehen an der Bahr Der Gatte und die Kinderschar.

Materln über die Frau.

Don Dr. Leopold M a r g u l i e s »Leipzig. Unsere deutschen Alpenländer sind die Heimat

Idd ~<%&Js/rdSSe‘%8 temruffiZ.

Optik-» f * Qlkreic-Gold- u. SilbQrMFQK,.

Vie Zrau als Hausarzt.

f. Halskrankheiten. Manche Kinder neigen sehr leicht Halsentzündungen. Jede Erkältung wirst sich aus

Theatermantel über und verschleierte ihr Gesicht so erkennen war.

„Du weißt, was du zu sie zum Abschied. „Sorge

Die Zrau in der Nüche.

f. Geschmorte Gurken. 6 Personen. 1% Stunde. 8 bis 10 frische Gurken werden geschält, halbiert, von den Ker­nen befreit und in Stücke geschnitten. 50 Gramm Butter läßt man in der Kasserolle zergehen, gibt die Gurkenstücke hinein, fügt Salz, Pfeffer und 1 Eßlöffel Zucker, dazu, sowie eine Tasse Fleischbrühe und 2 Eßlöffel guten Essig, und läßt langsam weich dünsten. Zuletzt verkocht man das Gemüse mit einer Hellen Einbrenne, schmeckt, wenn nötig, noch mit Zucker und Essig ab und verbesiert dessen Geschmack mit V» Teelöffel Maggi's Würze.

f. Saroltengemüse. 6 Personen. 2% Stunden. Die nötigen Karotten werden geputzt, gewaschen, in Scheiben geschnitten und ganz knapp mit leichtern Salzwasser be­deckt weich gekocht. Inzwischen werden 1—114 Eßlöffel voll feingehackte Schalotten in etwas Butter gar gedün- stet. Sobald die Karotten weich sind, werden sie abge- gossen (Wasser zur Suppe verwenden!) und in heißge- rnachter Butter braun gebraten. Dann gibt man die Schalotten hinein, vermischt sie gehörig mit den Karotten und würzt das Gemüse mit 10—12 Tropfen Maggi's Würze und etwas Zitronensaft.

Grüne Erbsen. Die ausgepellten Erbsen kocht man, knapp mit schwach gesalzenem, kochendem Wasser bedeckt,

Vie Lektüre unserer Rinder.

Don Dr. Karl Meister- Dresden.

Es gibt leider heute noch viel zu viel Eltern, die sich um die Lektüre ihrer Kinder wenig oder garnicht küm- mem. Jahraus, jahrein darf sich das Kind die Bücher, die es lieft, selbst auswählen, höchstens, daß man ihm bann und wann einmal ein Märchenbuch kauft, was vielen Eltern Anlaß ist, sich mit innerer Befriedigung in dem Bewußtsein zu wiegen, für das geistige Wohl des Kindes genug getan zu haben. Dazu kommt als wei­teres, erschwerendes Moment, daß der allgemeine Geld- mangel die Anschaffung von guten Büchern verbietet, daß das Kind also erst recht wahllos zu irgendwelchen literarischen Erzeugnissen greifen muß, die eine günstige Gelegenheit bietet. Schlimmer liegen die Dinge noch in der Großstadt, wo in gewissen Läden Sensotionsblätter. Detektiogeschichten und Liebesromane feilgeboten wer­den, die nur als Schmutz und Schund zu werten sind. Ein buntes Bild, eine geschickt dargestellte Szene reizt das jugendliche Gemüt und sehr bald werden oft ohne Wissen der Eltern ersparte Groschen in dieser Pseudo­literatur angelegt, das schlimmste Gift für die Seelen unserer Heranwachsenden Kleinen. Denn der erwach- fene Mensch hat doch oft, nicht immer, ein gesundes Unterscheidungsvermögen für Wert und Unwert eines Buches, das Kind liest aus Neugier ohne irgendein kri- tifches Urteil.

Wie manche Mutter wunderte sich schon über plötz- liche ^barafferoeränberungen ihrer Kinder, die ihr an sich unerklärlich waren. Wäre sie rechtzeitig der Lek­türe ihrer Kinder nachgegangen, vielleicht hätte sie den Schlüssel zur Deutung gesunden. Es ist überhaupt eigen­artig, daß man in einer Zeit, die das gute Buch in den Vordergrund gestellt hat, überhaupt noch über Schund­literatur reden muß. Wer heute ein gutes Buch kaufen will, der findet in vielen sorgfältig geführten Buchhand- kungen eine reiche Auswahl, sodaß Mißgriffe beinahe ausgeschlosfen sind. Unsere Dolksbiichereien liefern Lese­stoff. forgfältig ausgewählt und überprüft für jedes Kindesalter und auch die in den meisten Pfarreien be­stehenden BorronViusbüchereien sollten katholischen El- tem nicht unbekannt sein. Schließlich sei noch auf die Bücherbestände des Dolksvereins für das Katholische Deutschland hingewiesen, dessen Verlagswerke manches gute Kinderbuch enthalten.

Wenn sich nämlich alle an der Erziehung des Kin­des Beteiligten sinnvoll bei der Bekämpfung der Schund- literahir einsetzen, so wird in wenigen Jahren das un« heure Kapital, das heute für schlechte und seichte Lektüre buchstäblich zum Fenster hinausgeworsen wird, dem guten Buche Wegbereiter und Heiser fein. Deshalb El­tern, wacht sorgsam über die Lektüre eurer Kinder, sie werden es euch in späteren Jahren zu danken wissen.

die Korpulenz wirkt nun einmal, wenn sie einen ge­wissen Grad erreicht hat, auffallend und unschön.

Ader auch sonst ist hochgradige Fettsucht eine rechte Last, an der manch einer in des Wortes wahrster Be- beutung schwer zu tragen hat. Fettleibige Leute stnb stets mehr ober weniger unbeholfen in ihren Bele­gungen: sie schwitzen leicht, ermüben schnell, bekommen Herzklopfen unb werben kurzatmig, weil ber übermäßige Fettgehalt des Körpers Kreislaufstörungen begünstigt unb baburch Anforderungen an das Herz stellt, denen es bei dem erhöhten Widerstand im Blutgefäßfystem nur bis zu einem gewissen Grade gewachsen ist. Die­ser Faktor aber muß bei einer Entfettungskur unter allen Umständen berücksichtigt werden. Das Herz der Fettsüchtigen, das eine gewisse Schonung beansprucht, darf durch die Entfettungskur auf keinen Fall so sehr angestrengt werden, daß es streikt.

Es ist leider eine Tatsache, daß gerade korpulente Personen, vielfach aus purer Eitelkeit, ohne ärztlichen Rat sich kasteien, bis sie nach einigen Wochen so elend, und heruntergekommen sind, daß sie reumütig zu den angstvoll gemiedenen Fleischtöpfen Aegyptens zurück- kehren. Schwere Störungen am Herzen machen solche Entsagungsapostel schließlich vollkommen arbeitsunfähig. Es ist vielleicht gelungen, das Körpergewicht binnen kurzer Zeit um zehn oder mehr Pfund zu vermindern: indessen der gleichzeitig hervorgerufene Schwächezustand zwingt zu einem Verhalten, das schnellen Wiederansatz des Fettes erwarten läßt.

Derartige Gewaltkuren sind also nicht nur schädlich, sondern auch völlig fruchtlos. Das gleiche gilt von der besonders beim schöneren Geschlecht verbreiteten Un- sitte, dem Magen die vielgenannte Marlenbader Pastil- ten — eine Mischung von abführend wirkenden Salzen und Drogen — ober die neuerdings in Aufschwung ge- tommenen Schildtrüsentabletten zuzuführen.

Es ist eben nicht jeder geeignet, mager zu werden. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, sich vor Beginn

Rus dem Frauenleben.

f. In den vereinigten Staaten hat nach den Fest- stellungen vorn 1. Juli 1923 die Zahl ber Ehescheibun­gen leit 1918 um 20 Prozent zugenommen.

f. Die Ehefrau als Tormunb des Mannes — dürfte gewiß noch nicht dagewesen fein. Ein solcher Fall wird jetzt aus Ungarn gemeldet Graf Franz Esterhazy stellte an den Budapester Gerichtshof selbst das An- suchen, ihn wegen Verschwendung unter Kuratel zu {tei­len Der Gerichtshof hat diesem Ansuchen entsprochen und zum Kurator die Frau des Antragstellers, geb. Gräfin Marie Szichy, ernannt. Esterhazy, ber einer ber reichsten, ungarischen Magnaten ist, steht im 30. Lebensjahre.

Die $rau als Erzieherin.

f. Beruhigungsmittel. Sehr oft sieht man, wie Mutter ein älteres weinendes Kind damit tröstet,

einen viel gemütlicheren Charakter angenommen; einig» Bücher, sowie eine schöne Chaiselongue und ein beque mer Lehnstuhl mit scharlachrotem Kissen waren herbei geschasst worden.

Madame Roger sah dem Mädchen fragend ins ®e sicht, als sie eintrat.

„Ich mochte einen Spaziergang in den Park machen.' sagte Giralda fröhlich. „Würden Sie vielleicht fo freund, lich fein, mich zu begleiten, Madame Roger?"

Die Haushälterin erklärte sich sofort bereit, doch fragten ihre Augen nach einer bewußten Angelegen, heit beredter, als Worte es auszudrücken vermochten Giralda bemerkte es und sagte:

„Ich hab« noch keine Gelegenheit gehabt, mit benr Herrn Marquis über seinen Nesfen reden zu können Ich, die gänzlich Fremde, konnte auch nicht mit benr alten Herrn über eine Angelegenheit sprechen, von bet er nicht einmal weiß, daß mir dieselbe überhaupt bekannt ist. Wenn sich aber irgendwie Gelegenheit bietet, mit ihm über ihren einstigen jungen Herrn zu sprechen uni ihm Milde unb Vergebung zu empfehlen, so soll es je- benfalls geschehen. Aber wird ber Herr Marquis mt' mir, feiner bezahlten Sekretärin, überhaupt über solch« Dinge reden?"

„O. gewiß!" erklärte Madame Roger eifrig. „Meir Herr ist ein merkwürdiger aller Mann Trotz feine« Stolzes fprirfit er mit feinem Diener Bertram und mii von seinem Neffen in einer Weise, daß mir oft das Bin in den Adern zu erstarren droht. Er wird niemah müde, den unglücklichen Armand zu verurteilen. Eh» noch vierundzwanzig Stunden vergehen werden,, wirk er Ihnen selbst die ganze Geschichte erzählt haben. E« ist feine Manier, mit jedem darüber zu reden."

„Nun, sobald ich Gelegenheit dazu habe, will ich ge wiß zugunsten des Grafen Armand sprechen, verlasset Sie sich darauf!" versetzte Giralda mit fester Entschlaf fenbeit.

Während bas junge Mädchen diese Worte sprach blickte sie wehmütig zu dem Bilde des Neffen des aftet Marquis empor. Erinnerten die schönen, blauen Auge» sie doch an diejenigen ihres Vaters.

Madame Roger dankte ihr schlicht; bann schickte auch fie sich an, sich für den Spaziergang zu rüsten. (

(Fortsetzung folgt.)

einer halben Stunde fortgegangen.

Die Komtesse vertauschte ihr Dallkostüm schnell mit einem perlgrauen Kleide und zwar auf Wunsch ihrer treuen Jeannette.

„Das kremefarbene Kleid konnte Sie verraten, gnä­dige Komtesse", sagte sie. «Graf Eugen ober Ihr Herr Vater würde es sofort erkennen. Margerite hat einen langen Mantel und einen Schleier für Sie mit nach der Bahn genommen, welche Garderobestücke Sie unterwegs benutzen können. Ach, gnädigste Komtesse, ich will hos- fn, daß Sie fortkommen, ohne von dem Polizeispion

Sprich, liebes Herz!

Don Friedrich Rückert.

Sprich, liebes Herz, in deines Tempels Mitten Für sieben Wochentage sieben Bitten.

Zum ersten Tag: Laß deine Sonne tagen Und Licht verleihn der Erd' und meinen Schritten. Zum zweiten Tag: O laß nach dir mich wandeln, Wie Mond der Sonne nach mit leisen Tritten.

Zum dritten Tag: Lehr' deinen Dienst mich kennen, Und wie ich dienen soll mit rechten Sitten.

Zum vierten Tag: Du wolll'st mich nicht verlassen In meiner Wach', in meines Tagwerks Mitten. Zum fünften Tag: O donnr' ins Herz mir deine Gebote, wann sie meinem Sinn entglitten. Zum sechsten Tag: O laß mich freudig fühlen, Wodurch du mir die Freiheit hast erftritten. Zum siebenten: Die Sonne sinkt am Abend; O dürst' ich mir so Hellen Tod erbitten!

merkt zu werden. Gerade, als sie unter das Portal trat, Wagen für Madama Dumont auf.

sie sagt: „Sei doch stille, hier hast Du ein Stückchen Scho- kolade." Das Kind schluckt seine Tränen hinab unb vergißt seine Schmerzen, einerlei, ob sie groß, klein oder eingebildet waren unb nach dem eigentlichen Grund wird aus Bequemlichkeit weiter nicht geforscht. Das ist selbstverständlich eine sehr törichte Art, mit Kindern umzugehen. Wenn ein Kind weint, klagt oder unzu­frieden ist, so sollen vernünftige Erzieher nach dem Grund forschen und ihn beseitigen. Ungerechtfertigte Tränen müssen gerügt werden, nicht mit harten, son­dern mit verständigen kurzen Worten. Lange Reden sind dem Kinde ebenso unbekömmlich wie Süßigkeiten. Zuweilen ist es sehr gut, Kinder, die bei jeder Steinig« teil in Tränen ausbrechen, sich selbst zu überlasten. So ernsthaft wie jedes Kinderleid genommen werden sollte.

bemerkt zu werden!"

Die Tochter des Grafen von Chatrois warf einen fetzte einen Hut auf unb

beit nicht vermutet wirb.

Sie brückte ihrer treuen Dienerin bie Hanb unb

Schließlich fei noch ein ergreifend schlichter unb inniger Grabvers aus Südtirol mitgeteitt, der uns Mut­terliebe und Hausfrauenfleiß in schönstem Glanze

Unter falscher Flagge

Roman von 3. Hohenfeld.

um fie her vorging.

Sie ließ sich in die Wagenkissen zurücksinken, renb bas Gefährt in bie nach bem Zentralbahnhof süh.

Materis, jener kleinen buntscheckigen Dotivtafeln, bie in schlichter Einfalt von primitiven Bauernkünstlern her- gestellt, an irgenbeinen Unglücksfall erinnern sollen, wenn sie nirfjt gar ben Grabstein ersetzte. Ueberall sin- bet man bas Materl. An Wegen, Brücken, Häusern, tief im Tal und auf den höchsten Bergesspitzen. Länd­liche Dichter probieren an ihm ihre Kunst und bei aller Ehrfurcht vor der Macht des Todes, bie uns ja meist aus ben Marterln offenbar wirb, kann man sich nur mit Mühe eines stillen Lächelns erwehren, wenn man lieft mit welchem gefunden Humor bie Ereignisse bargestellt werben, wobei dahingestellt bleiben mag, ob dieser Hu­mor freiwillig ober unfreiwillig feine Bocksprünge reitet.

Es ist natürlich klar, baß sich bas Materl, bas sich mit dem Frauenleben beschäftigt, verhältnismäßig seltener findet; schon aus dem Grunde, weil bie frauliche Arbeit mehr auf bas Haus beschränkt ist. sie also auch seltener in Gefahr kommt, durch einen Unfall ihr Leben zu verlieren.

"Aber immerhin, einige Materln lasten sich auch hier feststellen, so bei Garmisch, wo es in einem Bauernhaus heißt:

Hier starb die Köchin Eisengrein, Sie hatte ein zerbrochenes Bein, Sechs Wochen litt sie große Pein, Und zog bann in ben Himmel ein.

Amen.

Auf einem kleinen Dorffriebhof in ber Nähe von Traunstein lesen wir:

Hier ruht in Gott mein braves Weib, Sie hat bas beste Herz im Leid, Doch biefes warb ihr zum Derberben, Denn baran mußt sie kläglich sterben.

Bei Berchtesgaben heißt es an einem Baumstamm: Wanberer bleib stehen, bie Stell hier ist Wo Barbara Zweigle gestorben als Christ Ein Baumstamm enbigt ihr irbifch Leben Mag Gott ber Jungfrau ein ewiges geben.

Ein Vaterunser für ihr arme Seel

Kann selbst Dich wohl retten vor Fegfeuer unb Höll!

Jedoch ist bie Aufschrift bes Materis burchaus nicht immer fo gottergeben unb fromm, wie es nach biefen Proben ben Anschein hoben mag. Recht schlecht scheint es z. B. bem Ehemann ergangen zu fein, ber in ber ber Nähe von Bozen feiner Gattin folgenbes Epitaph setzen lieh:

Geh Wandrer, mache Aich von hinnen, Denn hier liegt jetzt mein Ehweib drinnen, Sie macht mir Tag und Nacht stets bang Und hat gezankt ein Leben lang, Drum Wandrer mach Dich fort von hier. Sie steht sonst aus und zankt mit Dir.

sehen durch bie hohen, nicht verhängten Fenster.

Doch bie Komtesse ließ sich baburch nicht beirren; sie wußte, bah seine Gegenwart auf ber Strohe unb gernbe vor ihrem Fenster, sein aufmerksames Hinblicken nach ber Tür unb sein genaues Obachtgeben auf jeher« mann, ber im Palais ein- unb ausging, nicht von un­gefähr geschah, fonbern baß es baraus abgesehen ihr zu schaben. Die Notwenbigkeit, bas Geheimnis Doppellebens machte sie fcharsdlickenb für alles,

unb eine Equipage folgte ber anbern, bis gegen brei Uhr sämtliche Gäste außer bem Grafen Eugen bas Palais verlassen hatten. Bevor bie letzten gingen, entschlüpfte Gabriele ben wachsamen Augen Lamartin's unbemerkt durch ben Wintergarten nach ber Terrasse unb von hier durch bie besondere Einganqstür nach ihrem Zimmer Jeannie erwartete sie. Margerite war schon vor

renbe Seitenstraße einbog.

XV,

Nachbem Gras Eugen von Lamariin ben Marquis be Bigny verlassen hotte, lehnte letzterer ben Kops zurück unb machte es sich in seinem Lehnstuhl bequem, währenb Gtralba, seinem Wunsch entsprechend, ihm die neuesten Nachrichten aus ben Zeitungen vorlas.

Er beobachtete sie scharf. Wenn ihre Hellen, blitzen- ben Augen zuweilen ben (einigen begegneten, muhte er unwillkürlich bie Lider senken. Diese Augen hatten es ihm angetan unb er zürnte sich selbst barum, denn bas tat ihm bar, baß er zwei anbere Augen nicht vergessen hatte.

Nach bem Lesen beauftragte er bas junge Mäbchen mit einigen Briefen geschäftlichen Inhalts; als sie ihm diese später zur Unterschrift vorlegte, äußerte er feine Zufriedenheit über den eleganten Stil sowohl, als auch über bie schone Hanbschrist.

„So, jetzt Haden Sie für heute genug gearbeitet!" sagte ber Marquis, nachbem bie ®riefe adressiert wa­ren. „Sie sehen bleich aus, mein Kind! Ich habe Ihnen eigentlich heute einen Feiertag zu gedacht, aber da sehen Sie, wie selbstsüchtig ich bin. Doch setzt setzen Sie Ihren Hut auf und machen einen Spaziergang in ben Park; bie frische Luft wird Ihnen sicher gut tun!"

Er begleitete diese Worte mit einem freundlichen Blick. Giralda aber war sehr darüber erfreut.

Seinem Wunsche gemäß ging sie sogleich auf ihr Zim- mer. um sich mit Hut unb Mantel zu versehen.

Sie fanb Madame Roger bamit beschäftigt, bas Feuer frisch anzufachen. Dos große Zimmer hatte inzwischen

Praktische winke.

f. kreme-Schuhe aufzufrischen. Bei längerem Ge- brauch werden braune Schuhe leicht unansehnlich unb un­gleichmäßig in ber Farbe. Man reinige deshalb bi« Schuhe mit einer weichen Bürste von allen Schmutzteil­chen unb wasche sie mit einem weichen Schwamme in roher Milch ab. Die ungleichmäßige Färbung verschwin­det dann und die Schuhe können nach dem Trocknen mit einer weichen, milden braunen Wachspasta neu angelegt werden. Sind bie Schuhe durch längeren Gebrauch stark verkrustet, so muh man bas Abwaschen mit Milch mehr­fach vornehmen.

f. Linoleum-Teppiche reinigt man am besten mit lauwarmem Sodawasser. Noch dem Trocknen reibt man sie mit Bohnerwachs ein, doch darf dies nur ganz dünn geschehen. Dagegen sollte man die Reinigung je nach Gebrauch des Teppichs alle 4—8 Wochen vornehmen

‘färberet u. chom fämqunqsdfötdlk impfehle meine mit den neuesten Oitasckinen u (^paraten ausgerüstete

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22] ----------

„Wollen Sie nicht mein Bukett nehmen? Ich sehe, Sie hoben bas Ihrige verloren."

i Die Komtesse wagte es nicht, sein Bukett zurückzu- veisen.

l „Gnäbige Komtesse erlauben mir ben ersten Walzer?" itogte Graf Eugen, als sie in ben Ballsaal traten.

M „Ich werbe heute abenb nicht mehr tanzen," erroiberte tie Komtesse. „Als Dame bes Hauses werbe ich mich fall meinen Gästen rotbmen."

IRerabe in biefem Augenblick sah ber alte Gros von Httrois seine Tochter am Arme bes Grafen von La» ^rfin daherfchreiten.

Seine Miene klärte sich auf. Er hatte schon baran wacht, sie in ihrem Zimmer auszusuchen. Glücklicher- I Nie hatte er banon abgesehen. I

MNit vor Freude strahlendem Gesicht näherte er sich !?w ber Witwe eines Fürsten, dem höchsten Gaste seines /Nes an diesem Abend, um sie nach dem Speisesaal

Metten.

- ^e meisten Gäste hatten die lange Abwesenheit ber .On,e bes Hauses, ber Komtesse Gabriele von Chatrois, T^Mt. gje [nf)en> daß sie am Arme des Grafen Eugen 2$>tnartin in den Saal zurückkehrte und mochten so-

ihre Bemerkungen unb Berechnungen. Alle Welt N, i«, boß ber Gros sie geliebt hotte von bem ersten fleirbijjf an a[9 |je in bie Pariser Gesellschaft ein- Mr«ett war.

$ ^briete tat burchaus nichts, bas in Umlauf gefetzte u .rül$i zu fördern. Sie war aufmerksam bei Tische ihr h"1ie für jeden ein freundliches Wort, obgleich es war, als sollte ihr bas Herz brechen.

T- Nachdem Essen vorbei war, begann wieder der r“n*- doch weder Gabriele, noch Graf Eugen beteiligten daran. Erstere kam ihren Pflichten als Dame bes oufes nach, so daß auch nicht der geringste zuriickgesetzttz bezauberte"^ 9efd,Q$ mit einer Anmut, bie alle

2)16 Aeit verging. Stunde auf Stunde verrann.

Entfettungskuren.

Es ist bekanntlich gerade heute, wo die „schlanke Linie" Mode ist, ber sehnlichste Wunsch aller berer, bie an überschüssigem Fettansatz leiben, banon auf irgenb eine Weife befreit zu werben unb schlank wie anbere normal gebaute Menschenkinber ouszusehen. Gerade

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