Nr. 200. I
Dienstag, 3L Kugust 1926
Zahrg. 53
Die deutschen Vertreter für die Studienkommif- sion Botschafter v. Hösch und Ministerialdirektor G a u s, die in G e n f eingetroffen sind, hatten eine fast zweistündige Unterredung mit Sir Cecil Hurst, Lord Robert Cecil und Forma- geot^ Die Besprechung brachte im wesentlichen eine Bestätigung der Vorschläge der ersten Tagung des Prüfungsausschusses der Völkerbundsversammlung auf jederzeitige Abberufung und Neuwahl der nicht st ändigen Ratsmitglieder, dürfte jedoch in der ursprünglich vorgesehenen fform nicht aufrecht erhalten bleiben. Nach Auffassung der Rechts- sachverstandigen ist dieses Recht der Vollversammlung bereits im Völkerbundspakt selbst grundsätzlich enthalten.
Spanien hat eine diplomatische Offensive eröffnet, deren Ziel vorläufig zweifach ist. Denn es rollt die Ansprüche des März auf einen ständigen Ratfitz wieder auf, droht wie damals mit dem Austritt aus dem Völkerbund und
widersetzen dürfen. Er erklärt weiter, daß poli- tische Urkunden durchaus nickt mit Notwendigkeit geeignet sind, ein endgültiges moralisches Urteil zu fällen, und daß ein jedes erzwungene Bekenntnis moralisch wertlos und religiös taktlos ist. Der Fortsetzungsausschuß erklärt es als geboten, daß durch jedes nur mögliche Mittel der Forschung die gesamten Fragen der Verant- wvrtlichkest für den Kriegsausbruch und für die Kriegsführung aufgeklärt werden.
Schließlich betont der Fortsetzungsausschuß, daß seine von jedem politischen Hintergedanken freien Erklärungen einen rein moralischen und völlig religiösen Charakter haben.
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Der am Montag unter dem Vorsitz von Bundesrat Motta zu ihrer 2. Tagung zusammentretende Studienkommission für die Reorganisation des Völkerbundes gehören statt 15 Vertretern nur dre Delegierten von 14 Staaten an, da Brasilien infolge seines Austrittes aus dem Völkerbund nicht mehr teilni mm f. Wie verlautet, wird Boncour nicht persönlich erscheinen, sondern durch den juristischen Sachverständigen am Ouay d Orsay, Fromageot, vertreten sein. Man rechnet damit, daß die Beratungen der Kommission wenistens drei Tage dauern werden.
Die Aufnahme Deutschlands.
wtb Paris, 30. Aug. (Eig. Funkm.). Der Gen- fer Vertreter der Agence Havas will wissen, daß im Laufe der letzten Woche zwischen dem Sekretariat des Völkerbundes und den Mitgliedstaaten des Völkerbundes und Deutschland Verhandlungen stattgefunden hätten, um das Vorgehen bei der AufnahmeDeutschlands in den Völkerbund in allen Einzelheiten zu regeln. Es fei ohne weiteres anerkannt worden, daß Deutschland nicht nochmals dem im März angewandten Aufnahmeverfahren entsprechend der Völkerbunds- satzung unterworfen werden könne. Die A b st i m- mung der Versammlung zugunsten der Aufnahme Deutschlands müsse gleich bei Beginn der Tagung erfolgen. Da die Tagung am 6. September anfangen werde, so werde die deutsche Delega- tion wahrscheinlich aufgefordert werden, zwischen dem 5. und 10. September unter den übrigen Dele- /«tionen ihren Platz einzunehmen.
Die Sozialisten und Genf.
wtb Zürich, 30. Aug. (Eig. Funkm.). Die Tagung der Executive der sozialischen Arbeiter - Interationale wurde am Sonntag beendet. Nach eingehender Debatte wurde eine Entschließung über Völkerbundsfragen einstimmig angenommen. In dieser heißt es u. a.: Es sei Aufgabe des nächsten Kongresses, die Stellung der ( nternationale zum Völkerbund und ihre Auffassung über dessen Demokratisierung eingehend
Die Mrchenverfolgung in Mexiko.
Verschärske Maßnahmen gegen die Kirche.
Wie Associadet Preß aus Guadalajare meldet, hat dis Regierung des mexikanischen Bundesstaates Jalisco einen Erlaß veröffentlicht, durch den die Zahl der katholischen Priester für das gesamte Staatsgebiet auf 167 begrenzt wird. Für die Stadt Guadalajara, die besonders kirchlich ge- , sinnt ist, werden nur 65 Priester zugelassen.
Die Blicke richten sich auf Genf.
Die Studienkommission. -r- Deutschland und der Völkerbund. — Der Weltgerichtshof und Amerika. — Der vawesplan.
* Selbstmord eines Fahnenjunkers. Der feil dem 15. Augult verschwundene Fahnenjunker vor Mackui vom Reichswehrregiment 6 ist in der Nähl von Lübeck erschossen aufgefunden worden. Offenbar hat er Selbstmord verübt. .
Die Nriegrschuldfrage.
Eine Entschließung des Fortsetznnqsausschusses der Stockholmer Kirchenkonferenz zur Kriegsschuldfrage.
Der Fortsetzungsausschuß der Stockholmer Welt- nrchenkonferenz hat als Antwort auf den Brief der deutschen Delegation vom 29. Aug. 1925, in dem die Notwendigkeit einer rückhaltlosen Klärung der Frage nach der Schuld am Ausbruch des Weltkrieges hervorgehoben wird, eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt:
Der Fortsetzungsausschuß erklärt, daß Christen, die in der Gemeinschaft mit Jesus Christus unter sich eins sind, ihr gegenseitiges Verhalten zueinander niemals abhängig machen von irgendwelchen offiziellen in einem diplomatischen Dokument niedergeleaten Erklärungen. In Heber - einstimmung mit seinen Prinzipien gibt der Fortsetzungsausschuß rückhaltlos die Erklärung ab, daß es zu allererst auf die Wahrheit ankommt und daß keinerlei Interessen sich der Wahrheit
Spaniens Ansprüche auf Tanger
Von Dr. Alphons Nobel (Berlin.)
* Die Aufwertungsorganisaftonen Deutschlands haben am Sonntag in Erfurt getagt, um zu dem Zurückweisungsbeschluß des Reichsinnenministers vom 18. August 1926 Stellung zu nehmen. Infolge der ablehnenden Stellungnahme von Regierung und Reichstag, besonders in der Aufwertungsfrage, haben sich die Organisationen zu einer einheitlichen politischen Kampffront zusammengeschlossen.
Drohender väckerftreik in Lyon.
wtb Paris, 30. Aug. (Eig. Funkm.). Im Hinblick auf die für den 1. September angedrohte Streikbewegung der Bäcker von Lyon hat Bürgermeister Herriot Vorkehrungen zur Sicherung der Brotversorgung getroffen. Der tägliche etwa 250 000 Kilogramm betragende Bedarf wird in Höhe von etwa 100000 Kilogramm von der Militär-Jnten- d a n t u r geliefert. Zur Herstellung dies Restes soll eine gemisst Anzahl von Bäckereien re- aviriert werden.
Der diplomatische Berichterstatter des „Observer" schreibt zu der spanischen Tangerforderung, die Locarnomächte, die dazu verpflichtet feien, dahin zu wirken, daß Deutschland jetzt endlich seinen Sitz im Vökkerbuudsrat erhält, feien entschlossen, sich keiner Erpressung zu unterwerfen. Glücklicherweise sei die Lage jetzt durch eine Darlegung der italienischen Negierung geklärt worden, wonach Italien die Frage der Ratssitze und die Tangerfrage als vollkommen getrennte Fragen betrachtet und die Aufwerfung der letzteren in Genf als unzeitgemäß ansehe. Dies fei auch der Standpunkt, den Großbritannien und Frankreich einuchme.
men abgeschlossen wurde, ohne daß es auch nur gefragt war. Gerade aber diese italienische Haltung gibt heute den spanischen Ansprüchen auf alleinigen Besitz Tangers einen Rückhalt. Den Inhalt des fstanisch-italienischen Abkommens, soweit er über die veröffentlichten und im Völkerbundsarchiv hinterlegten Paragraphen hinausgeht, kennt niemand. Aber man darf wohl onnehmen, daß die spanische Diplomatie ihre Wünsche sowohl betreffs des Völkerbundes als betreffs Tangers nicht mit der Energie verfolgen würde, wäre es nicht der italienischen Unterstützung sicher. Ueberdies steht dis italienische Presse, die in ihrer Gesamtheit von der Regierung kontrolliert wird, den spanischen Wünschen ausdrücklich sympatisch gegenüber. Für Italien ist es schon ein Erfolg, wenn sowohl England wie Frankreich aus Tanger herausgedrängt werden. Mit Spanien, der schwächsten dieser drei Mächten, wird Italien leichter verhandeln können, als mit den beiden anderen.
Adererseits erhofft Italien sicherlich von einer neuen Regelung der Tangerfrage sonstigen Gewrnn. Jahrelang hat Mussolini die These betont, am Mit- tclmerr dürfe kein machtpalitische Veränderung vor
Bacmeifters slbfuhr.
Zu der Hetze gegen Severing schreibt die rechts- U-stehende „Kölnische Zeitung":
Wir schenken den Erklärungen Seoerings mehr Ser« 5. bauen als den Angebereien des ehemaligen Partei- und Familienfreundes des Ministers, der offenbar aus Rache ■S und Gehässigkeit dem Minister die Beteiligung an -^ unsauberen Machenschaften anzuhängen sucht, bei denen tt selbst eine nicht ganz einwandfreie Rolle spielte. Wir >chen in Severino einen politischen Gegner, den wir auf politischen Gebiet aufs Schärfste bekämpfen, dessen j Bestrebungen, die preußische Verwaltung mit sozialde- ■Ptratifdjem Geist zu durchsetzen, wir für unheilvoll Aber soweit mir die Persönlichkeit Seoerings "inen, ist an seiner Ehrenhaftigkeit und Un- e st e ch l i ch k e i t nicht zu zweifeln. Im Interesse der igguberfeit in der politischen Auseinandersetzung und der Mündigkeit im politischen Kampfe bedauern wir den m utzfeldzug gegen den preußischen Minister ^MJnnern und hoffen, daß sich die taktvolle und verant- UMtungsbewußte Presse an ihm nicht beteiligt ist.
festzulegen. Zu diesem Zweck werde eine Kommission eingesetzt werden, die dem nächsten Kongreß Bericht erstatten soll. Zur Frage der Ratifikation des Washingtoner Abkommens über die Arbeitszeit wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die es als dringend nötig bezeichnet, in D e u t f ch l a n d, Frankreich und En gland die endgültige Ratifikation der Washingtoner Konferenz z u erkämpfen. Es fei Aufgabe der sozialistischen Parteien jener Länder, welche Kolonien und Mandatsgebiete verwalten, für die Einführung des Achtstundentages sowie des Arbeiterfchutzes überhaupt in diesen Gebieten zu wirken. Einer Sitzung der Vertreterinnen der proletarischen Frauenbewegung im September in Brüssel soll der Entwurf für die Organisation des internationalen Frauenkomitees vorgelegt werden.
Der Wettgerichtshof.
Associadet Preß meldet aus Washington, daß der demokratische Senator Trammell (Florida)
Das Neichsehrenmal.
WDie „vaterländischen Verbände" haben neuerdings S,611 Standpunkt in der Frage des Reichsehrenmals «ändert und erklären jetzt, die Zeit für ein Ehren- fei noch nicht gekommen. Außerdem hätten ja jS^täbte und religiösen Gemeinschaften allerorten ^endenkmäler errichtet.
*
bitterer Scherz findet sich in der jüngsten Seihn,er der .Jugend". Es heißt da:
K ,"Zn jener Zeit batten die Deutschen einen großen verloren. Sie befchloffen, für die Gefallenen Sieges ein gemeinsames Ehrenmal zu errichten.
Östlichen Stamme wollten es am Rhein auf« Ost- und Norddeutsche in der Haupt- S» die Südländer in den Alben und die anderen
sich gehen, ohne daß Italien in der einen oder anderen Weilse entschädigt werde. Wie es sich diese Entschädigung nun denkt, ist unklar. Ob es bestimmte betreffs Tunis find? Daß Tunis von Frankreich an Italien abgetreten werden könne, daran denkt wohl auch Mussolini nicht im Ernst, immerhin käme eine Autonomie der sehr starken ita« limifchen Volksfeste tn Tunis sowohl wie in Algerien in Betracht.
Spanien hat sicherlich em großes Interesse daran, gerade diese italienischen Tendenzen zu unterstützen. Denn man vergißt oft, daß eine ähnliche Stellung wie die ftalinischr auch die fpanische Bevölkerung der nordafrikanischen Städte eimrimmt. Z. B. wohnen in der Hafenstadt Dran (Algerien) mehr Spanier afe Franzdsen. Ueberhaupt ist nur di« Hälfte der europäischen Bevölkerung Algeriens französisch. Noch ungünstiger liegen die Verhältn sse für Frankreich in Tunis. Die Kolonie Tunis beherbergt sicherlich doppelt soviel Italiener wie Franzosen. Dazu kommt die geographische Lage, liegt es doch in unmittelbarer Nachbarschaft Italiens; bu Luftlinie von Stadt Tunis nach der Stadt Marsala auf S'zilien beträgt nur 230 Kilometer.
Mit diesen Dingen mag es sich nun verhalten, wie es wolle. Jedenfalls würde ein spanisches Tanger einen sehr großen Machtzuwachs für das aufstrebende Spanien bedeuten. Tanger ist ein Hafen von etwa 50 000 Einwohnern, mit der umliegenden Zone zählt es 75 000 Menschen. Davon sind immerhin 12 000 Europäer, übrigens m-ostens Spanier. Weitere 12 000 sind marokkanische Juden. Nach der Unterwerfung der Rüszvne würde Tanger ter große Eingangshafen Nordmarokkos werden. Hier könnte der" Verfrachtungsort für die Erzschätze der Rifküst- sein. Noch größere Aussichten aber eröffnen sich, sind erst die Bahnbauten längs der atlantischen Küste vollendet. Dann kann Tanger nicht nur für Nord-Marokko Bedeutung erlangen, sondern es wird wirtschaftlich Schlüssel zu dem gesamten nordwestlichen Afrika werden.
Deutschland hat sicherlich an einer spanischen Lösung der Tangerfrage das größte Interesse. Nicht nur, west so die Opposition Spaniens betreffs der Ratssitze am leichtesten zu beseitigen ist, auch aus einer grundsätzlichen Erwägung heraus. Der deutsche Handel und die deutsche wirtschaftliche Betätigung in Marokko wird fick vorerst an keinem Orte durchsetzen können, in dem französische Beamte zu sagen haben. Das traditionelle freundschaftliche Verhältnis zwifchen Spanien und Deutschland aber verbürgt auch ein freundliches wirtschaftliches Neben- einanderarbeifen.
England und die Tanger-Uonferenz.
Reuter erfährt, in informierten Londoner Kreisen werde erklärt, daß die spanische Regierung ik ihrer Note den Vorschlag gemacht habe, für nächsten Mittwoch in Genf eine Konferenz einzuberufen, die sich am Vorabend der für Donnerstag angesetzten Zusammenkunft des Völkerbundsrats mit den Ansprüchen Spaniens auf Tanger beschäftigen soll. Es herrscht allgemein der Eindruck, daß die britisch«. Regierung auf diese Note hin erneut erklären wird, die überstürzte Abhaltung einer derartigen Konferenz könne zu keinerlei brauchbaren Ergebnissen führen. Die briftsche Regierung werde infolgedessen wohl Vorschlägen, daß die Beratung der spanischen Ansprüche bis nach der Sitzung des Völkerbundrats vertagt wird. Der wichtigste Beratungsgegenstand dieser Sitzung sei bekanntlich die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und nach Ansicht der britischen Regierung solle, da dieser Angelegenheit der Vortritt vor allen anbem zukomme, keine außerhalb des Rahmens liegende Frage zugelassen werden. Es wird angenommen, daß die französische Regierung sich dem von England vertretenen Standpunkt anschließen wird.
erklärte, er werde in der nächsten Kongreßsession die Rückgängigmachung der Staatsratifizierung des Beitritts der Vereinigten Staaten zum Welt- । <xtv, ... . „ , , - - --- gerichtshof Vorschlägen, obwohl er seinerzeit für die ^tonen, daß es nn Oktober ebenso
Ratifizerung gestimmt habe. Der republikanische ™ Marz nachgeben werde. Daneben
Senator" (Böbing (Idaho) hat kürzlich eine ähnliche abeLr,aet” ud)'
Erklärung abgegeben, die er mit der Haltung I „.JE5 aufteilten,
Frankreichs 5um Sd) ul De na b t o mm en EF* beS„ntlA$ eschen drei Gebieten unter-
begründete. Auch in anderen amerikanischen Lagern crtyeIt
wird der Weltgerichtshof bekämpft. Wenffreifen Spanien.
I Der wichtigste morokkanische Hafen aber, Tanger, ■ Revision des Daroesplanes? um(,^Sa6l”onu,?ibrait(ir' £“?* £ebViner ' I umliegenden Zone internationalisiert. Die Kon«
New Port Tribüne meldet aus Washington, I nention über Tangers Internationalisierung ward in politischen Kreisen werde die Möglichkeit einer I 1923 zwischen England, Frankreich und Spanien ab« von den Vereinigten Staaten geforderten Revision I geschlossen. Jedoch ist, das sei gleich bemerkt, das des Dawesplanes erörtert. Es werde erwartet, I internationale Statut praktisch nie in Kraft o»*- ■ daß Schatzsekretär Mellon nach feiner Rückkehr über I ien. Weder sind die vorgesehenen internationalen die Tunlichkeit eines solchen Verlangens Aufklärung I Gerichte gebildet, noch ist die autonome Verfassung geben werde. ~ I durchgeführt. Die Folge davon ist allgemeine
Spanien will den ständigen Natsfltz.
wtb. Genf, 30. Aug. (Eig. Funkm.) In der (Er' I
öffnungssihung der 2. Tagung des Prüfungsausschusses | r ®un[^ €pa™ns J?a5f
für die Zusammensetzung des Rates verlangte der I J^owt Tangers einfach zu. emem Bestandteil spanische Delegierte Palacios nach längeren Dar. I topal?.S ^“F0”0.5 £u machen, in welchem es geo- legungen im Namen des spanischen Königs und der fraphifch und wirtschaftlich liegt, nicht ungerecht- spanischen Regierung, daß die Forderung Spaniens I 2™gt. Denn Spanien ist sicherlich das Land, wel- auf einen ständigen Ratssitz in der gegenwärtigen I Aos, nach den Marokkanern Tangers selbst, am mei- Tagung des Prüfungsausschusses entschieden und I f‘cn unter den unmöglichsten Zuständen leidet.
nicht verschoben wird. I „ Der HauptwDerstand gegen diese Regelung
I scheint von England auszugehen. Der dafür meist
* angegebene Grund, Großbritannien wolle die Ent-
kiir G-u? stehung einer Konkurrenzfestung seines Gibraltar
finh aufz>er anderen Seite ber Meerenge verhindern, ist
J I Wrlirf) stichhaltig, denn das bereits spanische Ceuta, f« b J und nicht Tanger, liegt gegenüber von Gibraltar! unb Ceuta ist nicht nur spanisch, sondern auch be- LEKombinaLm fdCn Eentests reit5 befestigt, während Primo de Rivera sich aus-
leere Kombinatwnen.______________________________ drücklich zu verpflichten versprach, daß Tanger nicht
I befestigt wird. Begreiflicher ist der Widerstand in Thüringen. Da sich die Deutschen aber niemals I Frankreichs. Es ist, wie gesagt, im Besitze des einigen konnten, wo das Ehrenmal zu errichten sei, I größten Teiles von Marokko: und es mag ihm begannen sie untereinander einen großen Krieg zu I deshalb ein unbehaglicher Gedanke fein, daß ber führen, der doppelt so lange dauerte, als jener erste I größte Hafen dieses Landes nicht in ferne, fon« Krieg und der Ehrenmalskrieg genannt wurde. Als I bem in spanische Hände kommt, während bei den er endlich zu Ende war, beschloß man für die Ge- I jetzigen Zuständen die ausschlaggebende Macht in sallenen des Ehrenmalkrieges ein Ehrenmal zu er« I Tanger immer noch Frankreich ist. Denn augen- richten. Freilich war inzwischen der Rhein von den I blicklich beherrscht Frankreich in der Tat diese Hasm- Franzosen, die Hauptstadt von den Russen, Thüringen stabt trotz der Internationalisierung. Frankreich von den Tschechen und das Alpenland von den stellt die Pässe aus, und wenn über den Hasen über« Italienern besetzt worden, aber zwischen Schilda, I Haupt eine Kontrolle ausgeübt wird so von Frank- Mölla, Krähwinkel unb Posemuckel war noch die I xxich
Wahl des Ehrenmals für die Ehrenmalskrieger frei. Nicht gering scheint auch der amerikanische Da sich die lleberlebenben aber nicht einigen konnten, Widerstand gegen die spanischen Wünsche zu fein, wo es zu errichten Ware, begannen sie untereinander Zunächst ist Amerika überhaupt Gegner jener eure etnen heftigen .Qneg um das Ehrenmal, welcher der päischm Kolonialpolitik. Amerika hat ausdrücklich Ehrennochmalskrieg genannt winde und drennal so I gegen dir erwähnte Konvention protestiert mit dem lange dauerte aI3 jener große Krieg. Am Schlüsse Argument, es könne nicht zulassen, daß sein Handel w-1f^AtP^efanen^an^ffb«^^«!^ französischen, englischen ober spanischen Gerichten welche beschlossen, für bie Gefallenen aller Ehrenmals- I unterworfen fei
Ä Noch ein anderer Staat hat gegen die Rege-
a r ttnk« idre^Rwck^ I ^ung heftigen Protest eingelegt, unb bas ist Ita-
Hütte aufgestellt werden solle, schlugen sie sich unter- Rom' b-ansoruM°^ di^erste^Mit^m^^^"?' einander so lange tot, bis keiner mehr da war. Daher e±
kommt es, daß heutzutage diese einst so große Nation ! empftn«
ausgestoiben «st und nur noch als Sage existiert. I 6cn' ro-enn. ber wichtigsten Mittelmeerabkom- Ein Modell oder ein Plan irgend eines Ehrenmals wurde trotz aller Ausgrabungen nicht gefunden."
FuldaerZettung
Anzeiger für die Sfaöf und den Kreis Fulda. Amlliches Kreisblall.