Nr. 196
Donnerslay, 26. August 1926
3ahrg. 53.
PmImMwI« bei her Delegation im »kkbmd
im Bildungsausschuß.
Die
Acht
Beamtenfragen
Dolks-
ver- noch
keine Auseinandersetzung vorgekommen ist. Täter konnten festgenommen werden.
* Line Polizeistreife überfallen und nieder- gestochen. In Wanne-Eickel (Industriegebiet) überfielen in der Nacht mehrere Leute eine Polizeistreife. Ehe die Beamten sich gegen die lieber« macht zur Wehr setzen konnten, wurden sie niedergestochen. Einem Beamten wurde die Schädeldecke vollständig zertrümmert. Er erhielt auch mehrere Lungenstiche. Der andere Beamte wurde ebenfalls schwer verletzt. Anscheinend handelt es sich um einen systematischen Uebersall, da vorher
Der „Vorwärts" meldet: Der deutschen Delegation zum Völkerbund werden auch Parlamentarier angehören. Als Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wird Abg. Dr. Breit- fcheid nach Genf gehen. Von der Zentrumsfraktion ist der Abg. K a a s, von der Deutschen Volkspartei Abg. Frhr. v. Rheinbaben in Aussicht genommen.
Am Donnerstag wird in Genf die interparlamentarische Woche eröffnet, die bis zum 1. Sep- tember dauern wird. Ihre Hauptaufgabe wird die Vorbereitung des Programms der interparlamentarischen Konferenz sein, die im nächsten Jahre in Paris stottfindet. In ständigen Kommissionen sollen folgende Fragen behandelt werden: Europäischer Zusammenschluß, Verminderung der Rüstun- gen, Kampf gegen die Betäubungsmittel: auch das Problem der nationalen Minderheiten und das der Kolonialmandate sollen zur Sprache kommen.
* Die neue belgische Staatsbahngesellschaft. Bei der Eröffnungssitzung des Verwaltungsrates der Belgischen Staatsbahngesellschaft betonte der Eisenbahnminister die Bedeutung der Aufgaben, die die Mitglieder des neuen Rates zu bewältigen baden werden, sowie ihre Verantwortlichkeit. Er drückte sein Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens aus und gab zu, daß ein weiterer Abbau deS Personals nicht ausgeschlossen sei, jedoch warnte er den Rat vor Uebertreibungen in dieser Hinsicht. Zu der Lage des Bahnnetzes übergehend sagte der Minister, er rechne für 1928 auf einen Ueberschuß von 80 Millionen.
* Tie französischen Bäcker gegen eine Brotpreis. Herabsetzung. Wie HavaS aus Hhdres meldet, haben die Bäcker der dortigen Gegend einstimmig beschlossen, sich gegen jede neue Herabsetzung des Brotpreises zu wenden, solange die Stadtbehörden ihnen nicht auch Mehl zu den amtlichen festgesetzten Preisen verschafft. Wenn dies binnen einer Woche nicht ge- schehen sei, werden die Bäcker den Behörden ihre Betriebe und Einrichtungen zur Verfügung halten und sich bereit erklären, selbst gegen Lohn auf Rechnung der Stadtbehörden zu arbeiten.
* Ränberunwesen in China. Nach einer Meldung aus Tschangscha ist dort der Filialleiter der Asiatischen Petroleumgesellschaft, Moore, der chinesischen Räubern in die Hände gefallen war, wieder freigelassen worden.
* Ein neues Polizeibesoldunqsgesetz in Vorbereitung. Auf der Tagung des Gaues Groß-Berlin im Verbände preußischer Polizeibeamter teilte der Vorsitzende Gens u. a. mit, daß das preußische Ministerium des Innern eine neue Besoldungs regelung für die Polizei plane. Der Entwurf sei bereits fertiggestellt.
Wie die „Tribuna" mitteilt, wird Italien bei der vorbereitenden Sitzung des Völkerbundes am
* Autounfall des belgischen Königspaares. Wie „Havas" aus Calais berichtet, ist bei Marck das Auto, in dem sich das belgische Königspaar befand, gegen einen Brückenpfeiler gefahren, als es einem entgegenkommenden Auto ausweichen wollte. Das Königspaar blieb unverletzt.
Wahlrecht und dessen AusübunK Mittel zur Regelung von Konflikten zwischen Regierungen und nationalen Minderheiten.
wie viele Deutsche leben in der Welt?
Die Zahl der Deutschen auf der ganzen Welt schätzt man auf 90 bi« 95 Millionen. Die Volks- zählung am 16. Juni 1925 ergab mit dem Saar- gebiet 63 225 000 Seelen. In dem stammverwandten Oesterreich wohnen 6,6 Millionen Menschen, darunter aber andere Raffen. In der Tschechoslowakei leben 3,3, in der Schweiz 2,6, in Polen rund 2, in Rußland ungefähr 1,5, in Rumänien 1, in Südslawien 0,5, in Ungarn und Frankreich je 1,55, in Italien 0,28 Millionen Deutsche. Geringere Mengen leben in Belgien, Holland, Dänemark und andern Staaten: Die Schätzungen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika schwanken zwischen 3 und 10 Millionen, weil sich nicht feststellen läßt, wieviele sich noch deutsch fühlen. In Kanada ist die Zahl der Deutschen durch Einwanderung auf 400000 angeschwollen, in Chile 35000 und in Mexiko 30 000 Deutsche, in Südafrika zählte man früher 40000 und in Australien 100000. Die heutigen Ziffern stehen nicht fest, ebenso in Sibirien, wo es früher 120000 Deutsche gab- Zur Zeit der Römerherrschaft in Deutschland wurden 5 Millionen Deutsche gezählt, zur Zeit der Reformation 15 Millionen, im Jahre 1800 waren e« 24, 1871 41,1, 1880 45,2, 1890 49,4, 1900 56,4, 1910 64,9 und am 1. Juli 1914 67,8 Mill. Deutsche.
• Der Reichspräsident bei den Herbstmanövern. Reichspräsident v. Hindenburg wird, mit Reichswehrminister Geßler und Generaloberst von Seeckt während der bevorstehenden Herbstmanöver in Bad Mergentheim Quartier nehmen. — Auch das Fuldaer Artillerieregiment nimmt, wie wir hören, an den Herbstmanövern bei Bad Mergentheim teil.
* Ankunft des neuen japanischen Botschafters in Berlin. (Eig. Funkm.) Der neue japanische Botschafter Nagaoka traf Mittwoch vormittag von Warschau kommend in Berlin ein. Zu feinem Empfang hatten sich die gesamte Berliner Botschaft sowie zahlreiche Mitglieder der japanischen Kolonie auf dem Bahnhof etngefunben.
Kanonendonner bei Saloniki?
Aus Sofia wird dem Ungarischen telegraphischen Korrefpondenzbüro telegraphiert: Von der Südgrenze Bulgariens wird gemeldet, daß dort nachmittags um 3 Uhr ein lebhafter Kanonendonner nordöstlich von dem Gebiete Ayvotovo gegen Saloniki zu gehört wurde.
5lus dem Reiche Mussolinis.
.Popolo d'Jtalia" teilt mit, daß nunmehr die Legionäre der Miliz jährlich tu Uebungszwecken einbentfen werden sollen. Die Einberufungen an die Milizfreiwilligen haben einen persönlichen Charakter. Nach Ansicht des Blattes sollen nach der Besserung der Finanzlage Mittel für die dringendsten Bedürfnisse der Miliz bereit gestellt werden und außerdem weitere 60000 Karabiner verteilt werden.
Der „Impero" teilt mit, daß der Minister des Innern Federzoni ein Gesetz vorlegen werde, wonach auch Gemeinden von über 5000 Seelen von einem Bürgermeister geleitet werden sollen, der von der Regierung ernannt werde. — Der Faszismus läuft auf Zentralismus und Staatsomnipotrnz hinaus.
Am Mittwoch wird in Genf der zweite Kongreß der nationalen Minderheiten durch den Präsidenten des Ständigen Komitees, Dr. Wilfan, slovenischer Abgeordneter im italienischen Parlament, eröffnet. Auf dem Kongreß werden 38 nationale Minderheitsgruppen aus 19 Staaten vertreten fein. Das Programm des Kongresses umfaßt folgende Punkte: Garantie der freien Entwicklung der nationalen Kultur, Erhaltung der Muttersprache, Zusicherung der wirtschaftlichen Gleich st ellung innerhalb des bürgerlichen Rechts, Gleichheit in Bezug auf das
Das Eisenkartell.
Beschluß des belgischen Ministerraies.
wtb. Paris, 25. Aug. (Eig. Funkm.) Wie „Echo de Paris aus Brüssel meldet, hat der gestrige Mi- nisterrat in der Frage des europäischen Eisenkar- tells beschlossen, auf die belgischen Industriellen offiziös im Sinne einer Einigung über die Austeilung des Belgien zugewiesenen Produktions- Konstngentes einzitwirken. Wie die Blätter im übrigen aus Brüssel berichten, rechnet man damit, daß eine neue internationale Zusammenkunft noch vor dem 15. September stattfinden werde.
Die Reparationskommission hat in Paris eine Sitzung abgehalten, in der sie von der Ernennung des Senators Chapfal zum französischen Delegierten anstelle des zum Iustizminister ernannten bisherigen Delegierten Barthos Kenntnis genommen hat. Der italienische Delegierte Marquis Salvaao Raggi richtete dabei an Bartou Worte des Abschieds und bewillkommnete den neuen französischen Delegierten Chapsal, woraus Barthou und Cbavfal ihrerseits antworteten. Auf Vorschlag des englischen Delegierten Lord Bkanes- burgh wurde der französische Delegierte Chavsal einstimmig dazu bestimmt, den Vorsitz bei den Arbeiten der Reparationskommission zu führen. Die Reparationskommission hat außerdem einen Vortrag des Generalagenten für die Reparationszahlungen Parker Gilbert anqebört und verschiedene auf der Tagesordnung stehende Fragen geprüft.
SolöateivSpielerei in Frankreich.
wtb. Paris, 25. Aug. (Eig. Funkm.) Der neue Leiter der Abteilung für körperliche Ertüchtigung im Kriegsministerium, General Echard, hat einem Vertreter des „Petit Journal" über feine Pläne betreffend tute militärische Ausbildung der Jugend einige Angaben gemacht. Darnach soll die körperliche Ertüchtigung und militärische Ausbildung der Jugend obligatorisch sein.
’iiteefflen- SSteife- »leittieilr (GoloneD 'okal 0.15 ReichSmnr aurwürt» 0.M Reichsmark. Reklame,eil«! lokal 0,«0 ReickSmar auswärts 0.80 Reichsmark.
Bei W'ederkoltinaen Rabatt. Boltlchekkkonto Nkranktur' a. M. 4051.
30. August durch Scialoja und Gran di treten fein. Die anderen Delegierten stehen nicht fest.
, Die Ermittelungen des Seif erber Eisen- vahnunglücks hatten bis zur Stunde noch kein greifbares Ergebnis. Auch der Arbeiter Waller Beyer aus Grussendorf, den man für den Tater hielt, mußte wieder aus der Haft ent- raffen werden.
Deutschland zahlt.
Zahlung der zweiten Halbjahresrate aus der Znduftriebelaftung.
Erscheint sechsmal wächentlich. Wochenbeilaaem Illustrierte Bei- laae" und Buchenblätter" Rotationsdruck und «erlas der Nuldaer Actiendruckerei in Nulda. Nernwrecher Rr. 9.
’O’nnntWfipr BeuiaSNrei». 1.50 Mt.
Vie Politik Japans.
Zu den gemeldeten Steuerungen eines Mitgliedes des japanischen Ministeriums des Aeußern anläßlich der in Aussicht stehenden Pacific-Konserenz über die japanische Handels- und Auswanderungspolitik erklärt die japanische Botschaft in London, es lägen ihr keine amtlichen Nachrichten über den Wechsel in der japanischen Auswanderungspolitik vor. Die Politik Japans habe sich *chon seit einiger Zeit auf den in der angeführten Aeußerung geschilderten Linie bewegt. Japans Ziel sei, die Re i b u n g s m 8 g l i ch k e i t e n gegen- über Australien, Kanada und anderen Ländern auf das gering ft e Maß zu beschränken.
Die angeführte Erklärung bedeute also fernen Umschwung in der bisherigen japanischen Politik. Japan arbeite zurzeit daraufhin, seine Handels- beziehungen mit dem Ausland zu vermehren, feine Ausfuhr auszugeftalten und für gesunde Grundlagen im Innern und auf dem Gebiet der auswärtigen Beziehungen zu sorgen. Wenn .auswärtige Regierungen japanischeStaatsangehörige für unerwünscht hielten, so habe Japan einerseits nicht den Wunsch, eine Auswanderungspolitik, die bei ihnen Gereiztheit auslösen könnte, durchzuführen. Wie bereits ausgefiihrt worden fei, bildeten die dünn bevölkerten Inseln Hokkaido und F o r m os a und andere japanische Besitzungen -ein natürliches Auslaßventil für den Bevölkerungsüberschuß.
pangalos auf Kegina.
Der griechische Ex-Dittawr General Pangalos ist nach Aegina gebracht worden. Er mußte Athen verlassen, da das Volk Ihn lynchen wollte. Admiral Konduriotis hat sich nunmehr entschlossen, bis zu den Neuwahlen die Präsidentschaft zu übernehmen. Die Führer aller politischen Parteien sind zusammengetreten und sind zu dem Be- schlizß gekommen, daß die Bildung eines Koalitionskabinetts die einzige Lösung darftelle. Die Frage der Verteilung der Ministersitze und des Vorsitzes in der neuen Regierung soll noch entschieden werden. Auch die Frage der Befugnisse des Präsidenten der Republik soll bereits grundsätzlich gelöst worden sein.
* Ausbreitung der Cholera in China. Nach einer Meldung der Agentur Judo Pacific hat sich die Charbin wütende Choleraepidemie auf Der» I schiedene Punkte des chinesischen Ostens ausgedehnt. Die chinesischen Behörden haben umfangreiche Bor- | beuaungsmaßnahmen getroffen.
Marokko.
Bombenabwürfe französischer Flugzeuge.
wtt Paris, 25. Aug. (Eig. Funkm.) Wie,Petit fßarifien' aus Rabat meldet, haben französische Flug» zeuge nördlich von Wessan den Stamm der Ghesaua, bet sich dicht vor den französischen Linien verschanzt hat, mit Bomben beworfen.
Die Pressestelle der Reichsbahn-Direktion Hannover veröffentlicht ein Schreiben des bei dem Eisen- babnungliick bet Leiferde nur leicht verletzten Fabrikbesitzers Beyer aus Liegnitz, der darin die f ch roe- reii Vorwürfe des Abgeordneten Ziegler in der „Hagener Zeitung" über die mangelhafte Organisation der Hilfsmaßnahmen zurückweist. In dem Schreiben heißt es, das alles, was, unter den vorliegenden Umständen habe getan werden können, geschehen fei. Das Hilfspersonal und das Hilfsmaterial hätten nicht eher zur Verfügung stehen können. Wenn der Abgeordnete Ziegler fordere, daß in den Zügen und auf der Strecke selbst Werkzeug vorhanden fein müsse, so sei ihm zu erwidern, daß das Werkzeug in den Zügen nichts nütze, wenn es unter den Trümmern begraben liege. Werkzeug auf freier Strecke habe keinen Zweck, wenn man nicht wisse, wo es aufbewahrt werde. Die von dem Abgeordneten Ziegler geübte Kritik fei unberechtigt undfchädlich, weil sie das Vertrauen zur Reichs- bcchn-Direktion untergrabe und Unruhe schaffe.
Letztere Schlußfolgerung ist sehr abwegig. Die Reichsbahndirektion muß sich schon gefallen lassen, daß iljre Verhältnisse scharf unter d i e Lupe genommen werden, gerade jetzt, wo die schweren Unfälle sich in beängstigendem Maße häufen.
Verhaftung eines Eisenbahnfrevlers
wtb. Berlin, 25. Aug. (Eig. Funkm.) Der Bubenstreich, der gegen einen elektrischen Vor- vttszug der Strecke Berlin-Bernau verübt wurde ist, wie eine hiesige Korrespondenz meldet, aufgeklärt. Beim Abstichen des Bahngeländes, wurde gestern abend der Klempnerlehrling Bumm, der aus der Lehre und von Hause fortgelaufen war, auf g e gr i f f en. Unter dem Druck des Beweismaterials gab er zu, die Schotter- und Feldsteine auf die Schienen gelegt zu haben. Er er- klätte, die Tat allein begangen zu haben.
uJ? voltzschullehrer nur mittelbare Beamte. -----
fo. Wer sind nach einer Entscheidung der Disziplinär- >>»,? für die nichtrichlerlichen Beamten in Berlin in bis« tz,.,"°eer Hinsicht mittelbare Beamte. Die Strafe der anö» unc| *n ein anderes Amt wird deshalb auf sie nicht ru.n>anbt. Das Urteil wird jetzt der gesamten Unter« Sint "^Wallung mitceteilt. Die Beisetzung in ein anderes in, 8of1 gleichem Range als Strafe ist nur für Beamte k llcl&aren Staatsdienst vorgesehen. Diese (Eigen« **iont> en aber die Lehrer nicht, auf keinen srall in dem °eren Sinne de» Di-rivlinargesetzes von 1852.
Siir Arbeitsbeschaffung.
Der deutsche Katholikentag hat zu der Sozialund Wirtschaftspolitik einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: ■
„Die 65. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands begrüßt die stärkere wirtschaftliche Initiative der Reichsregierung und des Reichstages sowie der Volksvertretungen und Regierungen der Länder, die darauf abzielt, die Zachl der Erwerbslosen zu vermindern. Sie erhofft zuversichtlich von der schleunigen Durchführung der in Angriff genommenen Maßnahmen und der intensiven Ausgestaltung der die Produktion fördernden Gesetzgebung die Befestigung des landwirt- fchaftlichenBerufsstandes, eine auskömmliche Beschäftigung der Industrie, die Belebung des Handwerks und des Handels im In- wie im Auslände und damit eine Förderung der Wohlfahrt aller Dolksklassen."
AlleKatholiken im Lande werden aufgeforbert, zur Lösung dieser Aufgaben des deutschen Volkes das Ihrige nach Kräften beizutragen.
Die Sicherheit auf der Reichsbahn. I
Die Eifenbahnkatastrophe bei Leiferde hat die e m o f r a t if cb e Reichstags fr aktion vcr- anlaßt, an die Reichsregierung eine Jnterpel- Ifltion über den Stand der Sicherheits- und Ret- tunasoorrichtungen auf der Reichsbahn zu richten.
Der türkische Hochveratsprozetz.
foto. Angora, 25. Aug. (Eig. Funkm.) (Ana- chllsche Telegraphen-Agentur.) Der Staatsanwalt hielt heute vor dem Unabhängigkeitsgericht sein Plädoyer in dem Hochverratsprozeß gegen die Mitglieder der unionistischen Partei. Nachdem er auf die Verantwortung der unionistischen Partei hinge- wiesen hatte, die das Land in eine Katastrophe gestürzt habe, klagte er den früheren Finanzminister Dschavid, ferner Ardan und den ftüheren Sekretär der unionisttschen Partei, Mayl, an, eine Der- schwörung angezettelt zu haben, um die Macht sch sich zu reißen. Er beantragte gegen sie die Todesstrafe ober lebenslängliche Zwangsarbeit, sodann lebenslängliche Verbannung gegen 7 Angeklagte, darunter gegen den Abg. Rauh und den frieren Gouverneur von Smyrna, Rahmt.
Südafrika und England.
Aus Johannesburg wird gemeldet: Auf eine Anfrage, wie er nach seinem Ministereid die Lostrennung von England befürworten könne, ant wartete Minist er Beyers, daß seit 80 Iah- ren die hervorragendsten britischen Staatsmänner das Recht der Kolonien auf Lostrennung anerkannt hätten. Er fügte jedoch hinzu, daß eine vollständige Lostrennung vom brttifdjen Reich nicht in Frage kommen würde, bevor die beiden weißen Natwnen, die englische und die holländische, sich geeinigt hätten, aus dem Verband des Reichs auszutteten.
eJBie Bank für deutsche Industrie-Obligationen hat ?Eivoch die zweite Halbjahresrate der Jndustrie-Bela- 'n H°he von 62,5 Millionen Goldmark pflicht- ^^ordnungsgemäß dem Generalagenten für ^°parationszahl ungen für Rechnung des Schänders für Deutsche Industrie-Obligationen über-
An der Einfahrt in den Bahnhof Hille, einem Flecken an der Bahn zwischen Minden und Lübbecke im Westfälischen ist, wie das Berl. Tageblatt aus Hannover meldet, ein Bahnfrevel verübt worden. Das Weichenschloß war gewaltsam zertrümmert und die Weiche des Hauptgleises auf ein Nebengleis geschoben worden, sodaß der Frühzug in das Nebengleis und auf die dort angebrachte Weichensperre fuhr. Ein schweres Unglück wurde nur dadurch verbindet, daß der Zug langsame Fahrt hatte. Die Maschine riß die Sperre fort und konnte noch kurz vor dem Ende des Reoengleises zum Stehen gebracht werden. Polizeiliche Nachforschungen wurden sofort ausgenommen. — Es handelt sich um den Betrieb einer privaten Klein bahn.
Mexiko.
„Osseroatore Romano" als offizielles Organ des Vatikans, veröffentlicht ein Kommrmiquee des Staatssekretariates, wonach vor Nachrichten gewarnt wird, die von Verhandlungen zwischen dem mexikanischen Episkopat und dem Präsidenten Calles sprechen. Keinerlei solcher Mitteilungen seien an den Heiligen Stuhl gelangt und andererseits sei vom Vatikan keine neue Verfügung erlassen worden.
* 3um 60. Geburtstag des Abgeordneten Rheinländer. Am 26. August feiert das Reichstagsmitglied der Deutschen Zentrumspartei, Anton Rheinländer, den 60. Geburtstag. Mit der Fraktion sprechen wir heute dem lvarmherzigen Vertreter der Idee einer katholisclen Bekenntnisschule unseren herzlichsten Glückwunsch aus. Sein Wirken im Reichstag galt und gilt dem Schulwesen. Auf diesem Gebiete ist er Meister. Hinge- geben an die Idee: Detteidigung und Förderung der christlichen Schule, Anerkennung des Anrechts der Kirche auf Erteilung und Leitung des Religionsunterrichtes und Mittoirkung an der religiös- sittlichen Erziehung und erfüllt von dem Gedanken der Unterrichtsfteiheit als Gegengewicht gegen den Schulzwang und Ablehnung eines Schulmonopols des Staates ttachtete er aber auf der anderen Seite leidenschaftslos und kühl danach, den Standpunkt dec übrigen Parteien zu verstehen, aber immer tn dem Bestreben, die Gegner von seinen Forde- Adgen zu überzeugen. Im Reichstage ist er für ®te Zentrumspartei der Sprecher für das gesamte Mulwesen und einer der führenden Parlamen- «ticr ----
FuldaerZeitung
M___A"^'0,er für die Stabt und den Kreis Fulda. Amtliches Kreisblakl.