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Nr. 193.

Sonntag, 22. fluguft 1926.

3afjrg. 53.

12 chinesische vankierrhinzerichtet.! 3um Katholikentag in Breslau

und

nur

Auf und ab zwischen Krieg und Frieden

* Fokker will amerikanischer Bürger werden. Ter holländische Flugzeugfabrikant Fokker hat das amerikanische Bürgerrecht nachgesucht. Er will Amerika zum führenden Land des Flugver­kehrs machen.

"Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft auch m. Bayern. In Durchführung eines Landtags­beschlusses sowie im Einklang mit dem Vorgehen einzelner Länder ist durch eine Regierungs- Verordnung über Maßnahmen gegen denWoh- nungsmangel, über Mieterschutz und Mietzinsbil­dung auch in Bayern eine Reform der Woh­nungszwangswirtschaft angeordnet worden.

Staatsfdnöe.

Von Karl Grobbel-Berlin.

„Sieben Jahre erst alt und schon greis

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Der deutsche Außenhandel im Iuli 1926.

wtb. Berlin, 21. Aug. (Eig. Funkm.) Der deutsche Außenhandel ist auch im Juli und zwar in verstärktem Maße passiv gewesen. Der Einfuhrüberschuß im Juli beträgt inSaesamt 125 Millionen Goldmark, und zwar im reinen Warenverkehr 121 Millionen gegen 33 Mill. Reichsmark im Juni. Gegenüber dem Juni zkgt die reine Wareneinfuhr im Juli eine Zunahme von 150 Millionen Reichsmark, an der hauptsächlich Lebensrnittel mit 124 Millionen Reichsmark und Rohstoffe und halb, fertige Waren mit 25 Millionen Reichsmark beteiligt sind. Die stark erhöhte Lebensmitteleinfuhr ist sum erheblichen Teil als Folge der Eindeckung infolge der Zollerhöhung vom 1. August anzusprechen. Auch die reine Warenzufuhr zeigt eine beträchtliche Zunahme um 63 Mill. Reichsmark, woran Rohstoffe und halb, fertige Waren mit 36 Mill. Reichsmark und Fertig' toaren mit 31 Mill. Reichsmark beteiligt sind, während die Lebensmittelausfuhr eine leichte Abschwächung um 4 Mill. Reichsmark zeigt.

-. "®eF ,®e9 3« Deutschlands Freiheit geht über die Reiche der Weimarer Bei sung . . . ~

welk? Schon sterbenskrank — in diesem jugend­lichen —, nein kindlichen Alter? — Wie lange schon währte das Siechtum, der Todeskampf? — Sieben Jahre! Seit dem Tage der Geburt. Das alte Los von Mißgeschöpfen. Wenn sie das Licht der Welt erblicken, beginnt der Todeskampf. Ja, ja, die Weimarer Verfassung, blasphemisch auch die „Deutsche Verfassung" genannt! Sie kann uns dau- ern."

So beginnt der Verfassungsartikel des Organs des Bundes der Frontsoldaten, des Stahl- Helms, der schon oft dem deutschen Volke klar- zumachen versuchte, daß er gegen die deutsche Re­publik als solche überhaupt nichts habe, daß ihm die Staatsform an und für sich vollkommen gleich fei, daß er nur den Staat von heute mit neuem (Seifte, und zwar mit dem Frontgeistr erfüllen Elle. Der Stahlhelm machte sich besonders die Stellungnahme Hindenburgs vor der Reichs- Präsidentenwahl zu eigen, der erklärte, daß es nicht auf die Staatsform ankomme, sondern nur auf den @eift, der die Staatsform beseele. Und heute kommt der „verfassungstreue" Stahlhelm des Wegs und glaubt nach altem Kasernenhofmuster mit schweren Schaftstiefeln die Weimarer Verfassung über den Haufen rennen zu können.

. Das allein ist die wahre unverhüllte Absicht einer Organisation in der sich tausende deutscher Beamter befinden, die vor Gott ihren Eid auf Die Weimarer Verfassung geschworen haben. Mit per rechten Hand auf die Republikanische Derfas- urtg schwören und mit der linken Hand sie zer­trümmern zu sollen, das ist folgerichtig der Sim. bet Mitgliedschaft im Stahlhelm eine Folge, über öte sich Zausende bis heute nochnichtklarg-. roorben sind. 'Sann denn überhaupt ein im La­ger des Stahlhelms stehender Landrat oder Regie- rungebeamter, Offizier ober Geistlicher, ruhig zu- föauen, ohne gegen die gegen die Weimarer Ve'- fajfung gebraud;ten Schmähworte lauten Protest gLSM 5f°5 hb'bt. man doch nid- die republi- tamfd;e S aatsform mit neuem Geist zu erfüllen fonbern nut dem Geist, den die deutschen Front-' Mmpfcr im Kriege in Gestalt von Gelb- und Blaukreuz-Gas erlebt, haben- und das seglickes Sehen zum Ersticken brachte. Richt Aufbau, de- mWam aus den Trümmern Geborgenen ist bcr

$°rUm « ml. fetten

। Achtstundentages und strenge Durchführung der be- stehenden Gesetze für den Schutz der Frauen und der Kinder sowie die Besserung des Loses der jun­gen Arbeiter. In Bierville fand außerdem eine Kundgebung der auf dem Kongreß vertretenen ehe­maligen Frontkämpfer sämtlicher Nationen statt, bie fit !n eine. Entschließung gcgenbenSrieg und für den allgemeinen Frieden aus- sprachen.

Ein vernünftiger Beschluß in Südafrika.

Wie die „Voss. Ztg." aus dem Haag meldet, teilen südafrikanische Blätter aus Windhuk mit, daß die gesetzgebende Versammlung des südwest­afrikanischen Territoriums (ehemals Deutsch-Süd- westafrika) einen Antrag des Abgeordneten Staufi) angenommen hat, wonach das Blaubuch über Mißhandlungen von deutschen Eilige- borenen, das 1918 erschien, in allen Archiven und öffentlichen Büchereien zu vernichten sei, da das Buch zur Kriegspropaganda gehörte. Die Annahme des Antrages erfolgte einstimmig.

Lupen«Malmedy.

Agence Belge meldet aus Brüssel: Ministerpräsi- dent Jaspar erklärte der Zeitung „Soir", daß offizielle Verhandlungen über Eupen und Mal- medy niemals stattgefunden haben und nicht statt- finden werden.

Die amerikanische Luftrüstung.

wtb. Washington,21.Aug. (Eig.Funkm.) Wieder Leiter des Marinelustwesens mitteilte, werden im lausenden Rechnungsjahr rund 12 Millionen Dollar für den Ankauf neuer Marineflugzeuge aus- geworfen werden. Die Lustrüstung der Vereinigten Staaten zur See soll um 282 Flugzeuge vermehrt werden und zwar um 100 Kampfflugzeuge, 47 Be- obacktungSflugzeuge und 61 Torpedoabwurf- und AufklärungS-Fugzeuge und um 74 Schulflugzeuge. Die neuen Flugieugihpen werden auf Grund eines Ausschreibungs - Wettbewerbs festgesetzt werden, an dem 24 Fabrikanten teilnehmen werden.

Gegen den Gaskrieg.

wtt Williamstown, 21. Aug. (Eig. Funkm.) Auf I der Tagung des Institutes für Politik erklärte Sir I Farnes Irvine von der St. Andrews-Universität I Schottland, eine Herabsetzung der Flottenrüstungen I nütze wenig, solange der Gaskrieg erlaubt sei. I

wtb London, 21. Aug. ((Eig. Funkm.). „Daily Mail" berichtet aus Tokio, Marschall Tschangtsolin habe am Donnerstag 12 chinesische Bankiers, da­runter 7 Millionäre, hinrichten lassen, weil sie fei­nen Befehl, daß Banken in der sehr entwerteten manschurischen Währung nicht spekulieren dürfen, nicht befolgt hatten.

Bekämpfung der Religionsstreitigkeiken in Indien.

Aus Simla wird gemeldet: Die gesetzgebende Versammlung schuf ein wichtiges Gesetz, das be­stimmt ist, die durch die Reibung zwischen den ein­zelnen Religionsgemeinschaften entstandene Sage 3U erleichtern. Das Gesetz gibt den Beztrksbebör- ben das Recht auf Haussuchungen, Beschlag­nahme von Zeitungsartikeln und Schmähschriften, bte Fragen behandeln, welche geeignet sind, den öffentlichen Haß und die Feindschaft zu steigern. Sie Regierung besitzt bereits ähnliche Vollmachten gegenüber der aufrührerischen Literatur.

Hitlerei in Frankreich.

Man teilt uns aus Paris mit:

Einige Tage vor der Uebernahme der Regierung durch Poincars erließen die französischen Ver­bände nachstehenden „Aufruf an die Ration!"

»Der Fascio der Kombattanten und der Pro­duzenten ist bereit, alle politischen, finanziellen, öko- nornischen und sozialen Verpflichtungen zu überneh­men gegen die finanzielle Katastrophe und alle Maß. regeln für das französische allgemeine Volkswohl SU ergreifen. Die finanzielle Katastrophe ist über uns! Das Ministerium Br i a n d - Ta i lla ux uns erledigt! Keiner macht sich mehr Illusionen über die Zukunft des Kabinetts Herriot-Monzie. Die letzte Karte des parlamentarischen Staates ist ausgespielt.

Noch ist es möglich, die Katastrophe zu beschwö­ren. Der Fascio erklärt sich bereit, jede Verantwor- tung zu übernehmen, welche die Lage verlangt und die Katastrophe in weniger als einigen Wochen zu umgrenzen. Er ist bereit, es ganz allein zu tun und mit Männer, die aus allen Parteien flammen, aber sich dem nationalen und sozialen Heil geweiht haben. Der Fascio soll ein Haupt der Ration sein, das in feiner Verantwortlichkeit übet den Parteien und Klassen ist: der Versammlung der Produzenten, des technischen Personals und der Arbeiter, und der Versammlung der Familienhäupter, das will sagen der moderne syndikalistische-korperative Staat.

Der Fascio hat ein Programm, eine Theorie. Noch ist es Zeit, die Katastrophe zu vermeiden, auch wenn man das Parlament in den Grenzen der Konstitution sich betätigen läßt. Zögert man, so wird der Fascio die Franzosen aufrufen, tatsäch­lich in die nationale Revolution eintreten um Frankreich einen Führer, eine neue Verfassung neue Einrichtungen zu geben.

Franzosen, tretet dem Fascio bei, um die Be­wegung zu beschleunigen, um wieder zu errichten die „Republik der Combattanten", aus der die Re. publik der Kombattanten und Produzenten hervor- gehen soll. Die Männer, welche Frankreich wäh- renb des Krieges gerettet, werden ihm den Frieden die Größe und das Gedeihen geben. Hoch Frank-' reich. — George Valoisi, Philippe Barres, AndrS d' Hameres."

Und weiterhin heißt es: „Ist die Weimarer Seen?enUm® bU beuttye Verfassung? . . . ffin ® r b?r<,n- wer sie zusammengetragen hat mmit dem feinsten Ohr für des deutschen SCoIfes Pulsschlag? Der Professor Dr. Preuß war fie h m^Llf,rVie Nationalversammlung! War «Ä F°"? - - Waren darin seine M'm Gott, wir können über jene Kör­perschaften kein Wort verlieren, ohne massiv au roerben. Lassen wir's brunt Es ist genug fie au cempfpn?IC, C n gewählte, in Unehren tätig

£ auseinandergegangene Wei­

marer Nationalversammlung, um zu sagen was «nVJ'Ä.”1" «-b-ri-,ag-.

ist ein Pharisäertum in höchster Auswir- beXe?^0 Klagen ihren eigenen bie nn* Bol-genossen ins Gesicht, selbst denen, nhmnhA- 'A" «igenen Reihen stehen,

DbroOf’f f'e selbst in Weimar „in Unehren tätig"

Sie wollen die Retter des deutschen 5« ««?"' Derad,fc" und verhöhnen jedoch das, was Millionen von Deutschen lieb und wert ge- Weil sie die deutsche Volksseele nicht verstehen und sich aber als die Herren der Macht K fd,Leiben sie in grenzenloser fieber- heblichkeit: „Der Tag, an dem die deutsche Volks- fee(e wieder erwacht, ist der Todestag des Mach- roerfe5 pon Weimar, find über den Trümmern strahlt bte sieghafte Tat des neuen Rationalismus'" ^?wohl, der „neue Rationalismus" Ss-r finterdrückung jeglicher politischer Freiheit und k'nes volksnationalen Lebens, zur Aberkennung staatsbürgerlicher Rechte, die das deutsche Volk sich erworben hat, zur Schaffung eines neuen Stan­des- und Kastenftaates, zur Vernichtung der in i wetten Volksschichten cwflodernden Vaterlandsliebe, das ist „das deutsche Rettungswerk" des Stahl­helm.

Welcher „Geist" in diesen Kreisen des Stahl- Mm herrscht, ergibt sich aus einem Artikel, den |ie „Standarte", eine vom Stahlhelm heraus- Jegebene und geförderte Zeitschrift, soeben ver- Mntlichte und der nichts geringeres als eine So- «baritätserflärung mit den Mördern Erzbergers M Rathenaus bedeutet. Es wird nämlich wärt- *•4 ausgeführt: „Wir haben heute ein Bekenntnis Mulegen, das jahrelang verschwiegen ober nur Ueinzelt gesagt wurde. Wir haben die Gemein- ^toft der nationalistischen Märtyrer zu bekennen. I Mageter, einsam am Pfahl zerschossen, Dreyer in ' Awtil de Re zu Tode geguält, die Reihe der vor- I

Der diesjährige große Katholikentag nimmt am Samstag in Breslau seinen Anfang. Freitag abend um 9.30 Uhr traf bereits mit dem fahrplan- mäßigen Berliner D-Zug Reichskanzler Dr. Marx Attr Teilnahme am Deutschen Katholikentag ein. In feiner Begleitung befanden sich der badische Staatspräsident Trunk und der Zentrumsabg. Herold. a

Nuntius Pacelli.

Wie wir hören, wird sich der Apostolische Nuntius Pocelli am Samstagmittag um 2 Uhr auf dem Lustwege nach Breslau begeben, um an der dortigen Generalversammlung der deutschen Katho. lifen teilzunehmen. In feinet Begleitung befinden sich der Nunziaturrat Prälat Temo; und Pater Gehrmann. Nuntius Pacelli wird in Breslau von einer Abordnung des Lokalkomitees und Sr. Eminenz dem Kardinal Bertram, dem Domkapitel usw. empfangen werden.

- _ , - —w>rfafi . Em Volk braucht gar keine fBarn, maphenrerfassung zu haben, es hat doch seine Ve!.

frischblütiger, al? je em Ge- «ktzeswerk sein kann.

bie Stahlhelmherren etwa die Diktatur Swat^n"^' be> beffer 3U aU2m arideren als zum Staatsmann taugt, wenn sie eine in Paragravhen fi r9r Bern ?erfaffun3 als überflüssig abtuen? Der bewahre uns vor Zeiten, wie wir fie früher kennen gelernt haben, wo die Bismarck'sche Reich-- ftens fi"8 ^Iid) nur °uf dem Papier stand weniö- ftens für bestimmte Volksschichten und Konfessio-

3n einer anderen gratis verteilten Nummer des „Nouveaux Sitzcle" erschien das Programm auf Grund der Beschlüsse von Reims: „Die National- Versammlung der Combattanten beschließt, sich an die Combattanten zu wenden, welche das Vaterland während des Krieges gerettet haben und welche Da. mals der wahre Ausdruck des Willens und der Souveränität der Nation gewesen sind. Sie fordert sie auf, im Verein mit dem Fascio die National- Miliz zu bilden, über den Parteien und Klassen stehend. Sie allein wird fähig fein, der Nation den nationalen Führer zu geben und die neuen Cm- nchtungen, welche sie erwartet: sie allein wird im- stände sein, dem Lande endgültig die Herzen b es Elsaß unb Lothringens wieder zu er­obern, die heute durch die Fehler des Parlaments | gepeinigt werden. Die Nationalversammlung von Reims beauftragt ben Fascio, welcher sie berufen hat, in ihrem Namen die französischen Combattan- ten gerade in dem Orte zu versammeln, an dem Frankreich an ben Ufern ber Marne ben ersten Sieg bavvn trug, welcher bas Lanb gerettet hat; fte auch aufzuforbern, gerade in diesem Ort wieder bte Geschicke des Landes in ihre Hand zu nehmen, wie in jenen glorreichen Tagen des September 1914 und an diesem selben Orte erstehen zu lassen den Führer, die Manner, die Einrichtungen des neuen Regimes.

Und, in Anbetracht, daß gegenüber dem unheil- baren Bankerott der parlamentarischen Einrichtun. gen der größte stärkste Ausdruck der Volkssouverä. nität derjenige der Combattanten ist, der Gesamt- schöpser der neuen französischen Größe, verkündet bte Versammlung bte Grünbung ber Repu- b l ik ber (To m b a 11 a n t en unb Probuzenten welche im Frieben bie Gerechtigkeit unb bie Arbeit verwirklichen wirb, ben Willen ber Combattanten bes großen Krieges."

Wir haben uns wiederholt an dieser Stelle mit der Fascistenbewegung beschäftigt, bie von Jia. lien ausgehenb, auch in Frankreich Fuß gefaßt hat. Aber in Betrachtung all ber Zusammenhänge rotrb man biefer Auffassung dahin Ausdruck geben können, baß an einen Erfolg dieser Bewegung flicht geglaubt werden kann. Der Muffolinisrnus ist etwas, was in Italien — und nur hier unmittel, bar nach dem Kriege möglich war. Derartiges läßt sich nicht verpflanzen ober zeitlich ins Kühl- Haus legen. Daher scheint bie französische Fascisten- beroegung weniger an Mussolinismus als an bie „Hitlerei" zu erinnern.

...3u den hier vor kurzem wiedergegebenen Aus­führungen des amerikanischen Staatssekretärs Kel- log über bte Rüstungsfrage schreibt bie „Tägl. I Rundschau, der bekanntlich Stressmann nahe steht, u. a.: Fast im gleichen Augenblick, in dem der berufene Sprecher der Vereinigten Staaten vor der Hmemziehung der nicht sichtbaren angeblichen I Rustungsmöglichkeiten in die Erörterung warnt, wird von dem Unterausschuß für Lustabrüstung in ®enf die These akzepiert, daß zwischen militä­rischen und Zivilflugzeugen kein Unterschied au machen sei. Seit Jahr und Tag hat man auf dem Wege über die Bvtschafterkonserenz Deutsch­land gegenüber genau die umgekehrte These vertreten unb man hat noch bei der Lustfahrtver- । ständigung im Mai d. I. bestimmte „technische Merkmale" für Kriegsflugzeuge festgesetzt. Jetzt haben bte gleichen militärischen Sachverständigen festgestellt, daß es keine solche technischen Merk­male gibt! Aus diesem Beispiel ergibt sich, wie angebracht die Ausführungen Kellogs waren. 2" der Praxis begegnen sich bie Bestrebungen, bte in Amerika von ber Objektivität gegenüber den Rüstungen unb von dem allgemeinen Friedens- willen diktiert werben, durchaus mit den deutschen, bie von bem Tatbestand der vollzogenen Abrüstung zugleich mit dem Wunsch nach ber Schaffung von Friebensgarantien m Europa inspiriert werden.

Gin Zriedensherd.

Aus Paris wird gemeldet: Die drei großen Ausschüsse des Internationalen bemotra» tischen Friebenskongresses in Bierville haben ihre Arbeiten beenbet und eine Reihe von Entschließungen angenommen, die der Schluß­sitzung des Kongresses unterbreitet werden sollen. In der Vollsitzung tarnen verschiedene Redner zum Wort, darunter Frau Adele Schreiber-Krieger, die unter Applaus für einen fortgesetzten Kampf für ben Frieden eintrat.

Marc Sagnier legte einen von ihm verfaßten Entwurf vor, der vorfchlägt, in Bierville einen ftän» bigcn Internationalen Friedensherd zu errichten. Er fand restlose Billigung. Schließlich äußerten sich bie vier Berichterstatter des Wirtschaftsausschusses, darunter Lautenbach-Deutschland, über bie De- bürfniffe unb Bestrebungen der intellektuellen Ju­gend aller Länder besonders hinsichtlich der Bezie­hungen zwischen der intellektuellen und der Arbei­terklasse.. Sie fordert u. a. von den Behörden Reise- unb Paßerleichterungen, Förderung der Studenten­heime unb Stäbte, außerdem bie Anwendung des

I bersten Nationalsozialisten an ber Felbherrnhalle I ermorbet, Kern unb Fischer im Turm von Saaleck gestellt unb erlegt wie eblez Wilb, Tillessen unb Schulz in bie Welt vertrieben, bie vielen Verfolg­ten der Republik, die ihre jungen Jahre hinter „ uf™^erIicrcn "ft Hunger unb Unruhe, sie alle, bte Mutigsten, bie Dämonischen unserer Front, bte Vortruppe unserer Revolutionen, wären um- sonst gefallen, umsonst verfolgt, ins Nichts gewan­dert, wenn wir nicht zu ihren Taten ftünben . . ." I Jeber weitere Kommentar ist hier in ber Zat überflüssig!

Hochverratsprozetz Llatz.

Wie eine Korrefponbenz erfährt, ist bie Vor- Untersuchung gegen den alldeutschen Führer Iustizrat Claß wegen Hochverrats abgefchlof- s?"..unb bie Akten sind der Reichsanwaltschaft zur Prüfung und Beschlußfassung zugeleitet worden. Ür- 'td) l'es das Verfahren unter dem Rubrum "Elaß und Genossen" unb zwar erstreckten sich Die Ermittlungen auch auf Major a. D. v. Soden- stern, Oberst a. D. o. Luck unb Oberft a. D. Knauer. Im Verlaufe bes Verfahrens wurde bte Ermittlung aber gegen alle Beteiligten mit Aus­nahme von Justizrat Claß eingestellt.

Wie bas „Berliner Tagebl." aus München me(bet, teilt ber „Völkische Beobachter" mit, baß Die ?°l'^/hörde von Bad Türkheim, wo bie national- sozialistische Partei am 4. unb 5. September einen Parteitag abhält, bie Versammlung unb Den Umjug burch die Stabt aus Sicherheitsgründen ver­boten hat, obwohl die Bestimmungsbehörde die Genehmigung erteilt hat.

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deutschnationale Fraktion des preußischen Landtags hat folgende große Anfrage eingebracht: Angesichts ber fast täglich Vorkommen, den tätlichen Ausschreitungen kommunistischer Anhänger fragen wir dieStaatsregierung, was sie zu tun gedenkt, um ben ßanbfrieben wieberherzustellen.

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Der „Voss. Ztg. zufolge wirb am 14. Septem» ber oer Femeausschuß bes Preußischen Landtages ferne Arbeiten roieber aufnehmen. Es ist noch un­bestimmt, ob sofort mit ber Vernehmung der Ab­geordneten Wulle unb Kube begonnen werben roirb ba vom Justizministerium noch Antworten ausstehen. Den Vorsitz im Ausschuß soll anstelle Des Zentrumsabgeorbneten Göbel ber Abg. Schmibt (Sentrum) führen. Die Deutsche Volkspartei hat anftelle ihres seitherigen Vertreters, Abg. Eichhoff, den Abg. Dr. Kreege entfanbt.

Mieder ein Schwindel.

... Aus Mexiko wirb gemelbet: Sämtliche Katho- Itten die unter bem Verdacht von Anstiftungen 3um Aufruhr am Sonntag verhaftet worden roa» ren, wurden wie „Associated Preß" meldet, mit Ausnahme von drei Frauen und acht Männern aus ihrer Haft entlassen.

Der neue Attentatsplan gegen Calles war also ebenfo aus den Fingern gelogen wir ber erste.