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M 181.

Sonntag, IS. Angn« 192«.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Druck der Fuldaer Acklendruckerel, Fulda.

den

Abstimmung in

tiefe Zeit gelegt hat. —

Vater, wir 6e

behren, der Mutter, die uns liebt, die uns allzeit

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hob er finster an. du dein Leben in

der Stille ihres Boudoirs cmgelangt, ihrem Schmerze hingegeben hatie, heftig auf und der frühere Ausdruck

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Und Gabriele? geworden?

Nachdem sie in sich minutenlang sprang sie plötzlich

stutz auch auf unsere Witterung ausdehnen werden. Die Temperaturen werden keine wesentliche Aenderung er­fahren.

Aussichten für Sonntag: Leichte Verschlechterung oer Witterung.

Eisenwaren : Werkzeuge Haus- und Küchengeräte Oeten :: Herde

helfen kann! Beten wir darum: „Du bist sa die Mutter, Dein Kind will ich sein, Im Leden und Sterben Dir einzig allein."

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MWg m den RMervdes Slnndesmks w.öa-

Sterbefälle vom 31. Juli bis 13. August 1926.

30. Barmh. Schwester Theresia Petter 63 I., 11 M., 29 T. 2. Hotelier Georg Arend, Bronnzell, 49 J„ 3 M„ 5 T. Pflasterer Sebastian Oestreich, Malkes, 67 J„ 6 M., 24 T. 3. Edmund Anton Burkard, Gers- seid, 4 I., 12 T. 5. Invalidin Anna Wiegand 50 I., 2 M., 20 T. 8. Privativ Maria Luise Bellinger 77 I., 8 M., 2 T. Arbeiter Blasius Rübsam 62 I., 6 M., 5 T. 9. Maurer Martin Wehner, Horas, 64 I., 11 M., 7 T. Eisenbahn-Zugführer a. D. Anton Oswald 72 I., 10 M., 22 T. Ehefrau Rosamunde Sahner, geb. Gens- ler, 70 I., 5 M., 8 T. 10. Otto Breitenbach, Röns­hausen, 2 g„ 10 M. 12. Landwirt Bernard Schöppner, Storck, 61 I.. 6 M., 17 T. 13. Franz Joseph Schwab, Traisbach, 10 M., 10 T.

IV.

Was war inzwischen aus Ihr

„Du bist wieder da, Jacques?"' 1 „Unsere Abmachung war doch, daß Australien beschließen solltest l"

„Es ist nicht meine Schuld, Herr ders tarn," erwiderte sein Besucher,

Jnstrunietftonbaumeister rtmsKtmg 905 FULDA NONNENOASSfib

Nun steht das erste Sträußlein blühenden Heide- krauts auf meinen Tisch. „Arme, braune Kindlein finb wir", so sagen sie, „und wir kommen aus den einsamsten und traurigsten Gegenden der Welt. Aber einmal im Jahre zeigt doch der gute Vater da oben, daß er keines seiner Kinder vergißt. Dann hebt er den Wanderstab, und es blüht die Heide". So lieb und traut sind diese Blüten wie keine anderen in Gottes Welt. Aus dem Glück der Armut sind sie geboren und voll von süßem Honig. Willst du wieder einfach und froh werden, Kind einer gequälten Zeit, dann geh jetzt hinaus, wo die Heide blüht. Kein Seebad und keine Sommerfrische kann dir ersetzen, was solch ein Stilleben dir schenkt.

Nun hat auch das Fest der Imker begonnen. Schon haben sie ihre kostbaren Kolonien sorgsam verladen, und bald beginnt das summende Leben im Honigland. Der Bienenzüchter denkt dabei an sein gutes Geschäft und ist gern bereit, von all seinen praktischen Einrichtungen zu erzählen, die aus dem einfachen Bienenkorb der Väter ein Haus voll wirt­schaftlicher Zweckmäßigkeit geschaffen haben, indem sie die Natur eher vollendeten als zerstörten. Mit großer Achtung spricht er von Johann Dzierzen, dem ersten aller deutschen Bienenvater, den man als das von Gott besonders begnadete Bienengenie ge­feiert hat. Auch August von Berlepsch, Georg Kleine, Karl Theodor Ernst von Siebold und Rudolf Leuckart werden von ihm mit Achtung ge­nannt. In der Tat muß man allen diesen be­sonders dankbar sein in der Zeit der Not, indem eine wohlgepflegte Bienenzucht doch ein hübsches Stück Geld einbringen kann und seine Leute also ernährt.

Wir freilich können uns dem treuen Bienenvolk nicht als bloße Geschäftsinhaber vorstellen und ver­sinken immer, sobald wir in der duftgeschwängerten Luft sein emsiges Tun betrachten, in poetische Träume. Hat nicht schon deralteDergil sein hohes Lied auf die Biene gesungen in jenen wun­derbaren Idyllen, die er dem Landbau gewidmet hat? Mit herrlicher Kunst hat er „Sitten, Geschäft und Stamm' und Schlachten des sämtllchen Volkes" in seine sanfthinströmenden Verse gefügt.

„Sie nur haben die Kinder gemeinsam und gemeinsame Wohnung

In dem Bezirke der Stadt; sie leben in mächtigem Rechtsschutz;

Sie nur kennen das Glück felbsteigenen Herds und der Heimat

Und, auf den kommenden Winter bedacht, arbeiten den Sommer

Emsiig sie durch und verwahren daheim das erworbene Gemeingut.

Ein Teil wacht für die Kost und schweift, nach des Bundes Gesetzen,

Weit im Gefild umher. Ein anderer im innern Gehege Legt des Narclssus Trän' und den klebrigen Leim aus den Rinden

Werdenden Waben zum Grund und hänget verbinden­des Wachs dran.

Andere wied'rum bilden die reifende Jugend des Volkes Hoffnung, heran; noch andere häufen den lautersten Honig,

Daß von des Nektars Saft sich wett ausdehnen die Zellen."

Du mußt schon selber weiterlesen, denn dieser Gesang gehört zu den schönsten, die Vergil geschrie- ben. llebrigens hat er große Nachfolger gehabt. In Deutschland hat der neulateinische Poet Jakob Balde jene Legende besungen, in der die Bienen irgendwo draußen eine verlorene heilige Hostie fin­den, sie schön betten auf einem Gestell von Wald­blumen und Ligusterblumen, um sie bann in schöner Prozession an einen geweihten Ort zu bringen. Hatte Vergil in den Bienen noch den „Anteil gött» liehen Geistes" gesehen und Balde sie sogar mit dem Allerheiligsten verbunden, so begegnen mir auch bei den Modernen, etwa bei Mäterlinck, dem großen Bienenfreunde, einer stimmungsvollen Ehr­furcht, und Waldemar Bonsels „Biene Maja" kennt bei uns jedermann. Wäre der Dichter nur dabei geblieben und erzählte uns lieber auch y^i- hin von der Natur anstatt von feinen mystischen Träumereien und feinem opiumhaltigen indischen Wesen. Ob unter Roseliebs Tiergeschichten auch schon eine von den Bienen ist, weiß ich nicht. Jedenfalls sollte er noch eine solche schreiben.

Wie ich so über die Literatur nachsinne, ist von ungefähr ein Bienlein ganz in meine Nähe geflo­gen. Ich bleibe ruhig sitzen, damit es nicht sticht, und so fängt das vernünftige Tier wahrhaftig an zu plaudern. Nachdem sie mir einiges von ihrem fdjroeren Leben erzählt, fühle ich als Mensch eines sozialen Zeitalters großes Mitleid mit ihr und sinne sogleich darüber nach, wie ich Gottes Welt wohl verbessern könne. „Siehst du", sage ich, „du mußt etwas mehr an deine Ausbildung denken. Du weißt doch, jede Arbeitsbiene hat es in sich und könnte sogar eine Königin werden." „9a", summte sie zurück, „man will für uns drüben in dem alten Spechtloch auch demnächst eine Volkshochschule ein­richten. Aber ich denke immer, wer denn den Honig herbeischaffen soll, wenn wir alle Königinnen sind, und wer die Zellen baut und wer die Jungen füt­tert . . . llebrigens sind wir eigentlich gescheit ge­nug, und jede von uns ist ein geborener Ingenieur. Weißt du, unsere Arbeit ist so süß, finden wir doch in jeder Blume den Honig, und wenn ich einmal ganz müde bin, dann setze ich mich in eine sonnige Ecke und träume meinen Königinnentraum, der viel schöner ist als das Königinnensein selber, denn den ganzen Tag Eier legen, das wäre doch nicht mein Fall. Summ, summ, summ — und weg war sie... .

Vorsichtig an den Stock herangehend, erwische ich nun auch eine Drohne und dachte erst, ihr ganz gehörig die Meinung zu sagen, denn sie faulenze doch den ganzen Tag, fresie den Arbeitern den Honig weg und verdiene es wirklich, daß sie bald in der großen Bienenschlacht umgebracht werde. Sie aber gab mir behäbig zurück: „Du kleiner Mensch, weißt du nicht, daß wir geschaffen sind für bas große Geheimnis des Lebens? Es gibt ja in un­serer Gesellschaft nicht soviel Drohnen wie in eurem Menschenstaat. Die aber sind da, das sind sozu­sagen fromme Leute, die ihrer Königin garnicht

nachlaufen, wie eure Lebemänner der verdorbenen Halbwelt. Nein, wir schauen in Ehrfurcht zu un­fern Königin und warten der großen Stunde, in der das Leben Hochzeit feiert. Gewiß, der Erlesene muß zuerst sterben, aber das ist ein heiliger Tod, weil dem ganzen Geschlechte daraus die Unsterblich­keit erwächst....

Arbeit ist notwendig im Leben, aber das Leben ist doch mehr als Arbeit, und unsere Arbeitsbienen roiffen das auch, daß es in jedem Staate einige Philosophen geben muß, die über die Zukunft Nach­denken und das Reich der platonischen Ideen. Glaub mir nur, unser ganzes Dasein ist ein Opfer und das bißchen Honig, das man uns geistigen Ar­beitern reicht, ist doch nur eine Art Henkermahl, denn wenn wir nicht freiwillig sterben, das wissen wir doch alte und das singt wie ein dunkler Gesang in unserer ganzen Lebensphilosophie, dann werden wir umgebracht." Auf einmal wurde er still, denn es kam soeben die alte Königin zum Vorschein, wo- bei du dich erinnern mußt, daß sie niemals das Haus verläßt, es sei denn zu einer Neugründung irgendwo, und so ging sie denn hinter dem Glafe, durch das dieses ganze Gespräch geführt wurde. Ich dachte dabei: „Die Landesväter in Ehren, aber es geht doch nichts über eine gute Landesmutter." Wie in einer Vision sah ich plötzlich olle Landes­mütter der Welt, von der guten holländischen Wil­helmine bis zu Maria Theresia, bis zu Si. Elisa­beth, bis zu Mathilde und Adelheid, bis zu der ersten Königin im Paradiese, der unglücklichen Eva. die uns letzten Endes alle zu Arbeitsbienen gemocht hat, obwohl wir doch Könige hätten werden kön­nen .......Ja", flüsterte sie dann, „in meinem

Staat ist leicht regieren, denn alle meine Unter­tanen tragen mich auf den Händen. Ich bin zwar eine Königin und liebe doch die Demokratie. Aber es muß eine Demokratie sein, die auf den Gesetzen der Natur aufgebaut ist, wo jedes seinen bestimmten Platz erhalten hat, und in der jedes Mitglied der Gesellschaft der Stimme des Innern folgt, die für ihn Gottes Stimme ist". . . .

Da aber geschah etwas Gräßliches. Ein dunkler, riesiger Schatten tauchte neben dem Bienenstaat auf. Eine fürchterliche Hand nahm dem armen Volke feinen Honig und fetzte ihn in eine teuflifdie Schleuder. Ach, dachte ich, das ist wieder diese fluchwürdige Menschenhand, die in Gottes große Schöpfung eingreift und das Beste darin raubt, zerstört und verschleudert. . . . Nun ja, lieber Bienenvater, es war ia nur fo «'ne Zerstreuung, denn wahrlich, ein bißchen Honig zum Frühstück liebe ich auch. Der Mann im Monde.

alterliche Innerlichkeit gaben, das uns erhalten ge­blieben ist. Im Dolksmund wird der Tag „Würz­weih" genannt, denn uralt ist der Gebrauch, Heil­kräuter: Wermut, Schafgarbe, Haririeoel, Tausend- gülbenfraut u. a. m. zur Weihe in die Kirche zu bringen. Vielenorts trägt der „Weihbüschel" auch Aehren, da oft zu dieser Zeit die Ernte schon beendet ist, und tiefgläubiger Christensinn Gottes Segen auch auf der reifen Frucht ruhen wissen möchte. Wie stolz, wie selig waren wir, wenn wir als Kinder den „Weihbüschel" zur Kirche tragen dursten. —

heroischer Entschlossenheit leuchtete aus ihren Zügen.

Wie suchend blickte sich sich um. Sie verließ da» Boudoir und betrat das Ankleidezimmer.

Ein sanftes gedämpftes Licht erhellte sämtliche Räume und die Lust in den Gemächern glich derjenigen eines schönen, wannen Sommerabends. Die Vorhänge waren herabgelassen und ein bequemer Lehnstuhl stauv in der Nähe des Kamins.

Die Komtesse drückte auf den nahe der Tür befind­lichen Glockenzug. In sichtlicher Erwartung schritt sie dann in dem Zimmer auf und ab. Bei der Erinnerung an ihr letztes Gespräch mit Graf Eugen stieg ihr aufs neue die Röte des Unwillens ins Gesicht. Sie war ärgerlich mit sich selbst darüber, daß sie ihm schließlich doch ihre Zusage, seine Werbung erneuern zu dürfen, gegeben hatte. Gleich einer gefangenen Löwin in ihrem Käfig durchmaß sie das Gemach mit großen Schritten-

• ’ v - v (Fortsetzung joiyt)

QoldeneAsilbernß tfxsckcmihroit iftausuhrett' Wanduhren Weckakren yingrosser Auswahl.

aufgefordert Platz nahm. ,Hch habe keine Lust, Hun­gers zu sterben, wo ich ein Geheimnis weiß, für wei­ches andere eine hübsche Summe zahlen würden, wenn sie es auch wüßten. Wenn sie indesien nichts mit mir zu tun haben wollen, so brauchen sie es mir nur zu jagen, dann gehe ich sofort!"

Mit diesen Worten erhob er sich halbwegs von fei­nem Sitz.

„Du hast es ja eilig," bemerkte Graf Eugen ruhig. „Angenommen, ich würde deinen Vorschlag nicht an­nehmen, was würdest du dann tun?"

„Dann würde ich mit dem ersten Zuge nach Schloß de Vigny fahren," antwortete Jaques Ricard. „Oder auch," fuhr er höhnisch fort, „ich würde der Komtesse Gabriele einen Besuch abstatten. Sie würde ihr Ver­mögen hingeben, wenn sie über eine gewisse Angele- genheit, welche sich vor achtzehn Jahren abspielte„ Auf. schluß erhalten könntel"

Im Innern des Grafen stürmte es, aber dennoch bewahrte er sein äußere Ruhe. Und seine Stimme zur Festigung erzwingend, sagte er:

„Sacgues Ricard, was willst du von mir?"

,Zch wünsche eine Heimat und Geld!" rief der Die­ner voll Bitterkeit. „Es gab Nächte, in denen ich nicht schlafen konnte, wenn Ich eines Mannes gedachte, dem wir beide unrecht getan haben, — Sie durch die Tat, ich durch mein Schweigen. Er würde jetzt noch leben, reich, glücklich und angesehen, wenn wir beide nicht ge- wesen wären I"

Jacques Ricard beobachtete den Grafen scharf. Der. selbe machte eine unwillige Gebärde und der ehemalige Diener lachte höhnisch auf.

„Ach, ich sehe, Sie lieben es nicht, an die Vergan­genheit erinnert zu werden!" sagte er. „Sie sollen tot sein, well Sie es wollen. Nun, das hängt ganz nur von Ihnen selber ab, wie auch, ob ich fernerhin Ihr Freund ober Ihr Feind sein werde!"

Graf Lamartin fuhr heftig auf.

„Genug der Warte!" rief er ungeduldig aus. „Kom­men wir zur Sache! Willst du wieder in meinen Dienst treten? Ich bin bereit, dich anzunehmen. Meinen bts- herigen Diener habe ich dieser Tage entlassen. Ich gebe dir jährlich tausend Franks und beim Tode meines On­kels soviel du willst."

„Gut! Ich nehme das Anerbieten an, Herr Graf!" war die rasche Antwort Ricard's. „Wann soll ich meine neue Stellung antreten?"

„Augenblicklich!" erwiderte Eugen, indem er eine Hundertfranksnote aus seinem Taschenbuch nahm und sie dem Manne reichte. „Gehe hin und versieh dich mit anständiger Kleidung. Morgen gedenke ich meinem On- Onkel einen kurzen Besuch abzustatten. Du wirst mich begleiten. Es wird dich niemand im Schlosse wieder­erkennen, denn du hast dich sehr verändert. Es dürfte aber trotzdem geraten [ein, wenn du einen andern Ka­men annimmst,"„ " - “

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Der Graf erzählte nun dem aufmerksam oufhorchen- den Detektiv die Ereignisse des Abends, die Unterhal­tung, welche er angehört, den Besuch in Komtesse Ga- briele's Zimmer und die überraschende Entdeckung, welche der alte Graf und er dabei gemacht hatten.

„Ich habe jahrelang um die Komtesse geworben," fügte er hinzu, „und habe heute aufs neue um ihrs Hand angehalten. Sie hat schließlich geruht, meinen An- trag anzunehmen. Ich habe daher jetzt das Recht, ftc ganz und gar kennen zu lernen und ihre Geheimnisie zu erforschen, gleichviel, auf welchem Wege das geschieht. Wollen Sie die Angelegenheit in die Hand nehmen?'

Frossard hatte Eugen aufmerksam zugehört, ohne ihn nur mit einer Silbe zu unterbrechen. Daß die Ang»- legenheit ihn mehr interessiert hatte, als er sich den Anschein gab, bewies seine Antwort.

„Ich rott die Arbeit übernehmen," sagte er, „Sie können auf mich zählen, Herr Graf. Ich werde so schweigsam sein wie das Grab. Es wäre also —"

„Zu entbeen, wohin sie geht, wenn sie sich aus dem Hause ihres Vaters entfernt, und was sie tut. Ersor- schen Sie ihr Geheimnis bis auf ben Grunb. Den Preis bestimmen Sie selbst. Nehmen Sie bies auf Ab­schlag!"

Mit biesen Worten überreichte er bem Geheimpolizi­sten eine Banknote. Frossard nahm dieselbe in Emp­fang, ohne sie anzusehen, und steckte sie in sein Taschen- buch.

„Ich werde morgen nach bem Schlosse des alten Marquis de Vigny zu Besuch gehen," sprach Graf (Eu­gen, „doch bin ich in einem oder zwei Tagen zurück Meine Adresse wird bis auf weiteres hier im Hotel fein. Ich gedenke, diese Zimmer für die Saison zu behalten, indem ich meinen Aufenthalt bald in Pari„, bald im Schlosse de Vigny nehmen werde."

„Ich werde Ihnen täglich Mitteilung machen, Herr Graf," versetzte Frossard. „Und wenn ich etwas lehr Wichtiges zu berichten habe, werde ich mich persönlich einstellen. Haben Sie noch etwas zu bemerken?"

„Ich wüßte nichts!"

„Ist die Komtesse noch jetzt vom Palais abwesend?" Gras Eugen antwortete bejahend.

„Ich werde meine Nachforschungen sogleich begin­nen," sprach Frossard, indem er [ich erhob. Guten Abend, S)«p Gras!"

Unter falscher Flagge

Roman von I. Hohenfeld.

Graf, daß es an- während er un-

DaS Hochdruckgebiet übet dem Festlande flach, auch ist damit zu rechnen, daß flache Ausläufer des nordwestlichen Tiefdruckgebietes zeitweise ihren Ein-

Wenn die Königskerze zum Himmel leuchtet, wenn die Rose glüht und die heiße Augustsonns strahlt, dann feiern wir Maria Himmelfahrt. Ich möchte sagen, ein Fest der Liebe ist es, das die Kirche in feiner Anpassung und “

Wir haben einen himmlischen

Men auch eine himmlische Mutter. Wie glücklich find wir doch, daß wir nicht der Mutter ent-

Maria Himmelfahrt ist das einzige von vielen Marienfesten, die uns altchristliche und mittel

„So nennen Sie mich Bernard, Herr Graf," versetzte der neuangagierte Diener. „Unter diesem Namen habe ich jahrelang in Australien gelebt."

„Wohlan," stimmte der Gras zu, „diene mir treu, Jaques Ricard, und du sollst es nie bereuen, wieder in meine Dienste getreten zu sein!"

Zufriedenheit und Genugtuung spiegelten sich auf des Mannes rauhem Gesicht.

„Ich werde jetzt gehen, um mir neue Kleider zu kau­fen," sprach er, sich erhebend. „Nach einer Stunde bin ich zurück. Sie sollen auf mich bauen können. Selbst . wenn Armand de Vigny nicht tot sein und nach Paris zurückkehren sollte, werde ich dennoch treu zu Ihnen stehen und es mit Ihnen halten, Herr Graf. Ich habe mich jetzt Ihnen zugeschworen mit Leid und Seele!"

Er verließ das Zimmer und Eugen sah ihm mit be­deutungsvollen Blick nach.

„3a, er ist jetzt mein mit Leid und Seele, er ist mein Sklave!" murmelte er. „Sollte Armand de Vig­ny zurückkehren, dann möge Gott ihm beistehen! Die schöne Gabriele, ich werde sie gewinnen und endlich als mein Weib heimführenl Sie sott erkennen lernen, daß sie es mit einem Manne zu tun hat, der sie an Kühn­heit übertrifft! So gewiß wir beide leben, so gewiß wird Jean Frossard ihr Geheimnis entdecken und ich werde alles erfahren und sie demütigen, noch bevor die Sonne siebenmal zur Neige geht!"

Der Geheimpolizist verbeugte sich und ging hinaus.

,Zch könnte die Sache keinen besseren Händen über­geben!" murmelte Eugen, sobald er allein war, vor sich hin. „Binnen wenigen Tagen werde ich roiffen, wo Komtesse Gabriele ihre Abende zubringt. Sie hat sicher etwas geheimzuhalten. Frossard wird es entdecken und mir wird es gelingen, ihren Stolz zu beugen und sie zu zähmen! Welch ein Triumph, wenn sie zu mir kommen, vor mir nicberfatten und mich um Schonung anflehen muß! Mich, den sie haßt, und dem sie trotzdem ihr Wort gegeben hat!"

Er gab sich ganz seinen Träumereien von einer glänzenden Zukunft hin.

„Es wird wahrlich Zeit," fuhr er nach einer Pause fort, „daß meine langjährige Bewerbung schließlich mit einer Heirat endet. Ich habe Schulden und gebrauche Geld. Mein Onkel, der Marquis de Vigny, scheint ewig (eben zu wollen! Ah!

Er fuhr jäh zusammen.

Er hatte nämlich ein leises Klopsen an der Tür ver­nommen. Gleich darauf trat ein zweiter Besuch in» Zimmer.

Es war ein Mann etwas über die mittleren Jahre hinaus; er war groß, breitschultrig und stark, mit grau« gemischtem Haupt- und Barthaar und unstetem Blick. Er machte den Eindruck eines Mannes, der in der Welt schon viel erlebt hatte und vom Schicksal hin- und her­geschleudert worden war. Sein Anzug war ganz unO gar abgetragen; seine Manieren waren eher heraussor- dernd cris respektvoll.

Dieser Mann, bei dessen Anblick Graf Lamartin hef­tig zusammenfuhr, war Jacques Ricard.

Vor achtzehn Jahren war derselbe der vertraute Die- ner Eugen's gewesen; er ging darauf nach Australien, von wo er jetzt zurückgekehrt war.

Nachdem der Gras sich von der ersten Bestürzung erholt hatte, grüßte er seinen früheren Diener mit einem leichten Kopfnicken und einem gezwungenen Lächeln.

Mariä Himmelfahrt.

„Die Mutter des Herrn Jesu Christi, Meluja! Gen Himmel ausgenommen ist, Alleluja!"

So singt es am 15. August in unfern Kirchen. Jst's nicht wie Osterjudel? Klingt's nicht wie Auf- erstchungsfreud? In tiefer Sinnigkeit hat der kirchliche Sanger dem alten Liede Form eines Ostersanges und Weise eines Weihnachtshymnus gegeben. Weihnacht — Ostern! Gipfelpunkte des Lebens Mariä und ihres göttlichen Kindes. Was liegt nicht alles in und zwischen diesen beiden Tagen! In magdlicher Demut hatte sie sich ge­neigt und war Gottes Mutter geworden. Sie hatte sein Leben betreut. Ihre Seele ward in Leid ge­tränkt. Aber als reine Gabe legte sie siebenfaches! Leid neben siebenfache Freude auf den Opferaltar. Wie ließ dann des Ostertages Sonne ihr glaubens­starkes Herz aufjauchzen. —

Sein Erlösungswerk war getan. Da schied er von dieser Welt, die er mit seinem Geiste erfüllt hatte. —

Und die Mutter?

Der göttliche Sohn stillte ihre Sehnsucht, führte sie ein in seines Reiches Herrlichkeit und gab ihr die Krone der Königin des Himmels.

„Die Mutter muß beim Sohne sein;

r Fliegt hin, fliegt hin, ihr Engelein."

Rund um die Woche.

Die Heide blüht. — Der Bienenzüchter. — Arbeiterfragen. — Demokratie. — Landesmütter. — Honig znm Frühstück.

............................... II« imriimi

aller Ortitt entbloislger Ousführunt^,

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