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FuldaerZettung

Anzeiger für die Sfahf und den Kreis ^ulöa. Amtliches kreisblatl.

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fir. 179.

Sreifag, 6. Kugust 1926

Zahrg. 53.

ntcfnen« Treffer lkte°n?elle 'Tolonel) ofal 0,15 TefiSmor auIWSrtr 0.20 Retlb»mark. Reklame,eile- lokal RelchSmar au»wSrtS 0,80 Rei»»mark.

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Erllkiefnt le»?ma' wZckrentli». ?8ock>enbeflaaen- ?llu«rierte Bei- laae" lind Bnchenblütter" 9totot,on3bru<t und Serio« der Fuldaer Actiendruckerei in ikulda. Premfbreier Nr 9- fOonntlWr Beriio-vreir- 1.50 m?k.

Deutschland und

Aus Genf wird uns von besonderer Seite ge­schrieben:

Nur noch wenige Wochen sind es, bis die dies- sähttge große ordentliche Tagung deS Völkerbundes m Genf stattfinden wird, deren'erster Akt die Auf- nalme Deutschlands in den Völkerbund sein müßte, und man hört und sieht nichts von Verhandlungen und Vereinbarungen, die der Erreichung dieses Zieles dienen können. Jedenfalls ist äußerlich bis jetzt noch nicht der geringste Anhaltspunkt dafür erkennbar, daß die diesjährige Tagung besser als die außerordentliche und resultatlos' verlaufens Märztagung vorbereitet würde. Richtig ist ja aller- dings, daß die Genfer September-Beratungen in­zwischen auf diplomatischem Wege sehr misgiebig erörtert wurden, aber man weiß bis jetzt noch nichts Näheres über das Resultat dieser Sondierungen. Verfolgt man die Presse der verschiedenen Länder, so sollte man glauben, daß man beispielsweise in der Natsfrage gegenüber dem Stande der Dinge vom März auch heute noch nicht vorwärts gekommen sei, daß vielmchr die Situation voll­ständig unverändert wäre. Denn weder über die Haltung Spaniens, noch über die Brasiliens ist bis jetzt eine positive Klarheit erzielt. Da­neben sind neuerdings auch wieder die p oln is ch en Ansprüche angemeldet worden, und die Stellung­nahme Italiens ist ebenfalls vollständig nnge- Härt, ja, man will wissen, daß Italien für die Sep­tembertagung eine Aktion vorhabe, die ganz be­stimmt nicht einer raschen Förderung des Zieles, das nun einmal mit der Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund gegeben ist, dienen würde.

In dieser Stunde hat nun Mac Donald, der ehemalige Premierminister von Großbritannien, in der Schweizer Presse das Wort ergriffen, um sich über die Zukunst des Völkerbundes auszu­sprechen. Er sagt darüber folgendes:

Die Zukunst des Völkerbundes hängt nicht davon ab, ob Amerika chm beitrist oder nicht. Der Beitritt Deutschlands ist wesentlich."

Das ist in der Tat der Kern der Völkerbunds­politik, wenn überhaupt der Völkerbund, der von innen heraus eine schwere Krisis durchmachen mußte, seine Existenzberechtigung dartun will. In dem ver­zeichneten Astikel bezeichnet Mac Donald als den einzigsten Zweck der Völkerbundstagung,die Ur­sachen des Krieges zu beseitigen und die Sicherheit der Staaten mehr auf Recht und Gerechtigkeit, als auf militärischer Macht ju begründen. Wenn et dies nicht erreicht, so ist sein Fehlschlag voll- kommen."

Dis jetzt ist dieses Ziel sicherlich nicht erreicht. Ganz im Gegenteil beobachten wir, daß, je weiter die Zeit fortschreitet, die Völker sich umso mehr ent- fremden, und das vollkommen unzulängliche Er­gebnis der letzten Abrüstungsverhandlungen zeigt uns, daß wir, wenn nicht eine entschiedene grund­sätzliche Wendung in der Völlerbundsvolistk, aber auch in der Politik der einzelnen Mächte im Ver­hältnis zu anderen Völkern eintritt, einer verhäng­nisvollen Entwicklung zusteuern. Dem Sinne des

Vorschläge zur Vereinigung aller Kaufleute.

Zur Stabilifierullg der französischen Währung

Autos, darunter eine

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gen sich jetzt damit, das Verschwinden der Gold­krone der berühmten Statue der Ma­donna von Guadalupe zu untersuchen. Die Krone soll 800 000 Pesos wert sein.

Auch sonst wird von dem Raub von Wertgegen­ständen in den Kirchen berichtet. Nach weiteren Meldungen soll ein Friedensrichter, der gegen die Katholiken mit Gewalt vorging, erschossen wor­den fein. Solche Zwischenfälle sind ja möglich, wenn auch von der Volksmenge Tendenzmeldun­gen nicht ausgeschlossen sind. Jedenfalls hat in einer Unterredung mit der Vertreter derAssocieted Preß" Bischof Diaz erklärt, die Kirche werde niemals einen b e w a f f n e t en A u f st a nd ge- gen die Regierung billigen.

, * Beilegung des australisch-italienischen Arbeiter- streikes. Der australische Arbeiterbund hak sich be­reit erklärt, seinen Boykott gegen die italienischen Zuckerrobrbauer einzu st eilen.

Nirchenraub in Mexiko.

Wie immer bei Kulturkämpfen, fehlt es Lager der Kirchenfeinde nicht an solchen, die

Neun Tote bei einem Autounglück.

wtb. Burgbernheim, 5. August. (Eig. Funkm.) Heute nacht 12 Uhr ereignete sich zwischen Station Burgbernheim und der Ortschaft Burg- bernheim ein schwerer Autounfall. Ein mij 12 Personen aus Uffenheim auf dem Heimwege von einem Tanzkränzchen befindliches Personenauto kam auf der ziemlich steil abfallenden Straße ins Schleu­dern und stürzte den Abhang hinab, wo­bei es sich mehrmals überschlug. Der Kraftwagen blieb dann am Bahndamm liegen. 9 Personen sanden den Tod; drei wurden schwer verletzt.

Der angekündigte Gesetzentwurf, durch den die Bank von Frankreich ermächtigt werden soll, Gold und Devisen an der Börse zu kaufen, was ihr durch ein Gesetz vom 12. Februar 1916 unter­sagt war, ist in der Kammer eingebracht worden. Er enthält v i e r A r t i k e l. Die Bank von Frank­reich darf nach dem Gesetzentwurf für die entspre­chende Menge Gold oder Devisen, die sie erwirbt, Banknoten ausgeben, die nicht zum Notenumlauf, dessen Höhe festgelegt ist, hinzuberechnet werden sollen. Außerdem erhält der Finanzminister die Ermächstgung, innerhalb dreier Monate mit der Bank von Frankreich Abmachungen zu treffen, die zur Vorbereitung der Währungsstallilisierung durch Hebung des Francskurses geeignet sind. In der Begründung wird der Standpunkt vertreten, daß es klar fei, daß die gegen Metall- oder Devisen­bestände ausgegebenen Banknoten n i ch t als e i n e neue Inflation angesehen werden könnten, da sie ja zu 100 Prozent gedeckt sind. Jedenfalls werde dieses Gold und diese Devisen den zur Dek- kung des Notenumlaufes vorhandenen Bestand verstärken.

(Eine Notmaßnahme.

Die der Demokratisch-Republikani­schen Vereinigung angehörenden Abgeord­neten Serot, de Monicauelt und Bonnefous brach­ten eine der Kammer vorzulegende Entschließung über die Einschränkung der Zahl der Abgeordneten und Senatoren ein, die besonders durch die beschlossene Erhöhung der par­lamentarischen Aufwandsentschädigung nötig ge­worden sei. Sie wollen vorschlagen, die Regierung zur Vorlegung eines Gesetzentwurfes aufzufordern, durch den die Zahl der Senatoren um 175 und die der Abgeordneten auf 350 herabgesetzt werden soll.

(Elsah-Lothringen.

Havas berichtet aus Colmar: Die Diszipli- kammer des hiesigen Gerichts hat den wegen Un­terzeichnung des Heimatbund-Manifestes in An-

Kampf benutzen, um sich nach Möglichkeit zu reichern. Die mexikanischen Behörden beschäfti-

Nriegsgeruchte vom Volkan.

Wie der Korrespondent desTemps" aus Sofia meldet, verursachen die im Ausland über die Vor­bereitung eines eventuellen Krieges zwischen Bul­garien und Südslawien verbreiteten Gerüchte eine große Ueberraschung in der öffentlichen Mei­nung Bulgariens. Die politischen Kreise Sofias seien der Ansicht, daß kein Grund vorhanden sek, der derartige Gerüchte rechtfertige. Im Innern des Landes herrsche völlig Ruhe. Irgend eine Be­wegung bulgarischer Truppen habe nicht stattge­funden. ________________

ist kein Fortschritt auf dem Wege zur Erneuerung unseres gesamten öffenstichen Lebens denkbar oder möglich.

Der Verfasser gibt dies in seinen folgenden Aus- führungen auch selbst zu, macht aber zwei Einwände: einmal die größte republikanische Partei stelle sich wohl in der Theotte auf die republikanische Balls, praktisch dagegen nicht, und zum anderen sei die Republik außerhalb der republikanischen Parteien ungefährdet. Der erste Einwurs scheint berechtigt, wenigstens in der Beurtellung der Ereignisse des letzten Jahres; aber gerade diese Ereignisse zeigen mit klarster Deutlichkeit, wie recht Wttth hat mit seinem Hinweis, die Republik sei zwar Prinzip politischen Handelns, aber vorerst noch im wesent­lichen politisch-pädagogisches Postulat, d. h. sie müsse als politisch bestimmende Idee noch den deutschen

* Bersasiungstag und Länder. Nach einer Mit» teilung des Demokratischen Zeitungsdienstes hat der Neichsminister des Innern an die Länder em Rundschreiben gerichtet, in welchem die Abhal- tung amtlicher Berfassungs feiern empfohlen wi'd. In den Reichsministerien und bei den Reichs- behärben, bei denen es möglich ist, soll am Ver­fassungstage der Dienst um 1 Uhr beendet werden.

* 3n einem Zusammenstoß zwischen Kommu­nisten und der Polizei kam es an der Ecke Blumen- und Alexanderstrahe in Berlin. Die Polizei mußte beim Zerstreuen der Demonstranten von dem Gummiknüppel Gebrauch machen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

* Zum Besuch Dr. Reinholds in Bayern. Reichs­finanzminister Dr. Reinhold und der bayerische Fi­nanzminister Kraußneck trafen zur Besichtigung der aus Reichsmitteln finanzierten Bahnstrecke Zwiesel- Bodenmais ein. In einer Ansprache betonte der Reichsfinanzminister, daß durch die Schaffung pro­duktiver Arbeit für die Arbeitslosen das Problem am besten gelöst werden könne. Kraußneck sprach Dr. Reinhold den Dank des bayerischen Staates aus für die Finanzierung des Bahnbaues. Die Herren trafen später in Passau ein, wo das Kacheltwerk besichtigt wurde.

und alles unserer Tages, und Lebenssorgen fei, das Thema der Gegenwart und der Zukunft abgäbe, »voll und ganz verneint", so geht er in logischer wie m historischer Beziehung mit dieser Behaup- tung, die für ihn Ausgangspunkt und Voraussetzung feiner gegen Wirths Vorgehen gerichteten kritischen

seiner gegei

Bemerkungen ist, in die Irre. Denn diese Ver­fassung ist tatsächlich die logische und historisch- politische Voraussetzung, dieconditio, fine qua non" für eine auf demokratischer Grundlage ruhende Ausgestaltung unserer Gesetzgebung, Verwalrung und Rechtsprechung im Sinne des sozialen Aus- gleichs, in wirtschaftspolitischer, wie m gesellschafts- politischer und k-, l.uipolitischer Hinsicht. Ohne das Prinzip der Volkssouoeränität, der Republik also,

klagezustand versetzten Professor Roße zum Ver­lust des Amtes verurteilt. Roße soll aber fünf Jahre lang neun Zehntel seiner gesetzlichen Pension erhalten. Er hat die Kosten des Prozes­ses zu tragen.

Wie Havas aus Kalmar meldet, wird in der Begründung des Disziplinarurteils gegen Prof. Rosse ausgeführt, ein Beamter dürfe jede be­liebige Meinung haben, er müsse sich aber als Diener des Staates bei deren Bekundung eine gewisse Zurückhaltung auferlegen. Das Mani­fest will einen Ausfall gegen das französische Re­gime und wenn seine Unterzeichner auch behaupten, daß es keinen antinationalen Charakter trage, so könne doch nicht bestritten werden, daß seine Ver­öffentlichung den Zweck vorfolgt, die Bevölkerung zur Unzufriedenheit aufzureizen, die zu einer Lok- ferung der Bande zwischen Frankreich und Elsaß führen könne. Diese Bewegung werde um so leichter in rein separatistischem Sinne gedeutet werden können, als sie von der Oefsentlichkeit in­stinktiv mit den autonomistischen Bestrebungen, die sich in der Vorkriegszeit gegen das Reich und den deutschen Einfluß richteten, in Zusammenhang ge­bracht werde.

DieZremdenausschreitungen in Paris

Aus Washington wird gemeldet: Das Mitglied des Fivanzkomitees des amerikanischen Senats, Reed (Pemylvanien), der am Donnerstag nach Europa fährt, um die wirtschaftlichen Bedingungen im Auslande zu studieren, erklärte, daß alle An- ftrengungen, die gemacht toüroen, um Amerika zur Streichung der ihm geschuldeten Beträge zu veranlassen, vergeblich seien. Die Ausschrei­tungen gegen Amerikaner in Paris hätten unter den amerikanischen Freunden Frankreichs großes Miß­vergnügen erregt. Die Ausschreitungen seien der Tatsache zuzuschreiben, daß die französischen Blätter und die französischen Politiker dem Volke nicht mit­teilen, wie großmütig die Vereinigten Staaten in Wirklichkeit gewesen seien.

tungen durch die Regierung ihre ablehnende Hal­tung zum Ausdruck bringen.

(Englands Schuldenpolitik.

In feiner Unterhauserklärung über die ameri­kanische Schuldenregelung bemerkte Chamber- l a i n u. a., daß die Regierung gern bereit gewesen wäre, alle Verpflichtungen unter den alliierten und assoziierten Machten zu streichen. Keine briti­sche Regierung würde es als mit der Ehre und Würde Goßbritanniens vereinbar ansehen, w i tu­rn e r n b und mit vorgestrecktem Hut bc- denen, denen gegenüber man Verpflichtungen über­nommen habe, um Entbindung von diesen Ver­pflichtungen zu bitten. England mehre sich nicht. Es werde feine Verpflichtungen erfüllen, verlange jedoch mindestens, daß man genau wisse, in w e l- ch e r Weise dieses Geld geborgt und zu welchem Zweck es verwandt würde. Es fei eine Tradition Englands, daß es die freundschaftlichen Beziehun- gen mit den Vereinigten Staaten wahre. In freundschaftlichem Verein und Zusammenwirken könnten beide Länder viel erreichen, nicht mtr für sich selbst, sondern für den Frieden und den Vor­teil der Welt. Macdonald gab der Hoffnung Aus­druck, daß, wenn die Regierung b-oinnen mürbe, mit Rußland über die Frage seiner Schulden zu verhandeln, und wenn sie dabei ebenso große Zugeständnisse mache, mie beisvielsmeise bei den Verhandlungen mit I t a l i e n, sie in der Lage sein würde, den Vorurteilen der englandfeindlichsten unter den russischen Staatsmännern zu begegnen. Die Reaierung könne für die Komrnmtore der Presie ihres Landes verantwortlich gemacht wer­den. Das Unterhaus vertagte sich auf den 9. Nov.

der Völkerbund.

Völkerbundes völlig zuwiderlaufen dieienigen Ten­denzen, die sich in so verhängnisvoller Weise gerade bei der Märztagung geltend machten, und die sich auf die Bildung neuer Mächte und Koalitionen und damit neuer Kräftegruppierungen, die gegeneinan­der ausgespielt werden, bezogen. Ein Eintritt Deutschlands in den Völkerbund müßte ausgeschlos­sen sein, wenn nicht absolute Sicherheit gegen die Verfolgung solcher Pläne, die dem Geiste des Völkerbundsgedankens schnursttacks zuwiderlaufen, gegeben wäre.

Und nun erhebt sich die Frage: Ist auch Deutschland für die Genfer Septembertagung vorbereitet? Gewiß wird viel, namentlich von englischer Seite, Beruhigendes darüber gesagt, daß die Septembettagung nicht den Zufälligkeiten und Regiewidrigkeiten vom März unterworfen würde. Man sucht auch Deutschland durch den Hinweis darauf zu beschwichtigen, daß gerade von englischer Seite alles getan worden sei, um einen reibungs­losen Verlauf dieser Genfer Tagung zu sichern. Aber wir kommen trotz alledem von einem berech­tigten Mißtrauen nicht los und werden in unseren Bedenken bestärkt durch die schon oben erwähnten Unklarheiten über die Stellungnahme Spaniens, Brasiliens, Polens und Italiens. Deutschland kann und darf dieses Mal nicht nach Genf gehen, ohne zuvor die absolut sichere Gewähr dafür zu haben, daß es nicht wieder in eine solche schiefe Sage gebracht wird, wie im März. Im März haben wir es ja erlebt, daß Brasilien sich darauf berief, daß eine von ihm offiziell gegebene Zusage später Aus­deutungen unterworfen wurde, die man bis dahin im normalen diplomatischen Verkehr nicht hätte für möglich halten sollen. Wir müßten dieses Mal schon etwas bestimmtere Sicherheiten haben, ehe wir nach Genf gehen.

Mit dem Eintritt Deutschlands m den Völker­bund allein ist es aber nicht getan. Ein wichtiges Kapitel betrifft vor allem auch die Frage, ob die Gegenseite bereit ist, die aus einem solchen Beitritt Deutschlands in die Völkerbundsorganisation sich ergebenden Folgerungen in Bezug auf die völlig gleiche und absolut gerechte Behandlung Deutschlands zu ziehen. Unvereinbar mit dem Geiste einer wirklichen Völkergemeinschaft und der Ge­rne inschaftsarbett aller in ihr zusammengefaßten Glieder wäre die Fottdauer der Unterstellung Deutschlands untermilitärischeKontrolle, wäre die Truppenmacht, wäre das weitere Quälen und Schikanieren einer wehrlosen Bevöllerung. Ge­wiß sind in vielen dieser Dinge seit März Erleich­terungen eingetreten, die aber bei weitem noch nicht in solchem Ausmaß erfolgt sind, um das Ver- trauen zu rechtfettigen, daß bei einem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund mit all diesen überflüssigen Ueberbleibseln aus einer Epoche bru­taler Machtpolitik aufgeräumt würde. Gerade die letzten Vorgänge nicht nur auf politischem, sondern auf wirtschaftlichem Gebiet, sollten die Welt über­zeugt haben, daß es eine Schicksalsverbunden­heit der Völker gibt, die nur im Geiste der Gemeinschaft sich auswirken kann.

3um neuenFall Wirth"

bittet uns Herr K, Eschelbach um Ausnahme fol­gender Bemerkungen:

Der unter obiger Bezeichnung in der Donners­tags-Nummer derFuld. Ztg." enthaltene Artikel von I. A. erscheint geeignet, falsche Anschauungen insbesondere auch über Zweck und Stellung des Reichsbanners zu verbreiten und darum sei es einem Reichsbannermanne, der der Zentrumspartei, wenn auch nicht angehört, so doch nahesteht, gestattet, zu diesen Anschauungen im folgenden Stellung zu nehmen.

Wenn Herr I. A. die Frage, ob die republi­kanische Verfassung das Alpha und Omega, das ein

wtb. Burgbernheim, 5. August. (Eig. Funkm.) Ueber das.Autounglück wird noch gemeldet: Der Kraftwagen, ein Sechssitzer, in dem sich 12 Per­sonen befanden, stürzte offenbar infolge lieber- laftung und Vertagens der Bremse an einer schar­fen Kurve die 30 Meter hohe Böschung hinunter auf den Bahndamm, alles unter sich begrabend. Sn demselben Augenblicke passierte eine Lokomotive die Unglücks st ekle und schleifte den Wagen und die Verunglückten noch ktwa 150 Meter weit. Die Verunglückten blieben

furchtbaren Zustande auf dem Gleise liegen.

wtb. Burgbernheim, 5. August. (Eig. Funkm.) Zu dem schweren Autounglück, das sich heute nacht ereignete, wird noch gemeldet: Die Insassen des Autos, darunter eine Anzahl Mädchen aus Uffen­heim, hatten an einem Kränzchen teilgenommen. Auf der Rückfahtt mir einem Lohnauw bemerkte der Chauffeur auf dem steilen Abhang in der Nähe des Bahnhofs Burgbernheim, daß die Bremse des Autos nicht in Ordnung war und forderte die In­sassen auf, auszusteigen. Der Wagen geriet jedoch ms Nollen und stürzte die Böschung hinab. Bei dem Unglück fanden 7 Mädchen, der Chauf­feur und ein Reichswehrsoldat den Tod.

DasJournal of (Tomerce" in Newyork meldet aus Washington, daß das Amerikanische Komitee der Internationalen Handelskammer in einer Erklärung den Vorschlag unterbreitet, die Kaufleute der ganzen Welt sollten sich durch Ver­mittlung der Internationalen Handels­kammer vereinigen. Die Erklärung enthält Hauptrichtlinien für die Behandlung des auswärti­gen Handels und des ausländischen Kapitals. Diese Erklärung soll ein Teil des Planes fein, der die Hindernisse, die den internationalen Handel er­schweren, beseitigen will. Das Komitee bezeichnet folgende sechs Punkte als Haupthindernis für den internationalen Güteraus­tausch:

1. Das Nachlasien der Kaufkraft, 2. die Entwer- tung der Währungen und die schwankenden Wech­selkurse, 3. die politische Unsicherheit und die schlech­ten Sicherheiten, 4. die unterschiedliche Behand­lung und die Abneigung gegen fremdes Kapital, 5. das Anwachsen der Schranken für den Verbrauch durch Schaffung neuer politischer Gebilde und 6. die Einmischung der Regierungen in die Gebiete der Industrie und des Handels, die eigentlich der privaten Unternehmungslust zu überlassen sind. Das Komitee ist der Ansicht, daß die unberufene Einmischung der Regierungen durch Festsetzung von Preisen und durch Einschränkungen bei der Roh- ftofferzengung gegenüber den davon abhängenden Verbrauchern nicht zu billigen ist. Das Komitee schlägt vor, die Internationale Handelskammer möge den der Preisfestsetzung der wichtigsten Roh­materialien mnd gegenüber Erzeugungseinschrän-

Reöe ües Prinzen von Wales.

Der Prinz von Wales, der englische Kronprinz, erklärte in einer Ansprache als Präsident der British Affociarion auf der in Oxford eröffneten Jahressitzung der Bereinigung, an der Gelehrte aus der ganzen Welt, darunter auch aus Deutsch­land teilnehmen, u. a., wenn die Zivilisation fort­schreiten solle, so könne sie nur auf der Straße fort­schreiten, deren Grundlage durch wissenschaft­liches Denken und die Forschung gelegt worden fei. Die künftige Lösung aller inneren und äußeren Schwierigkelten, denen man heute gegenüberstehe, sei nur durch wissenschaftliche Methoden zu finden. Der Weltkrieg habe eine Erweiterung des wissenschaftlichen Horizonts gebracht. (!!)