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Arneiaer für die Sfcrhf und den Kreis Hulda. Amflicbes Kreisblafk.

Nr. 175.

Erscheint sechsmal h>6*fntlicf>- Wochenbe'saaen- Illustrierte Bei­lage" und BuchenbiSttee" Rotationsdruck und Verlag der Iuldaer Actiendruckerei in Iulda. Iernsvrecher Rr 9 9Nanatlicher BernaSUee!«^ 1.S0 s|r'f.

Sonntag, 1. fluguft 1926.

n« eiaen - Br«'>e^ Slelnreile HotoneO oka! O.Id Reichrmar luetoirts 0.20 9tei48morf. Retlameielle- lokal o.ff Reichrmar auSwSrtS 0.80 Reichsmark.

Bel llltledeedotiin^en Vadatt. oroCU^>-^kn„»n ’Vrnnffnr* n. 'm. 4(151.

lahrg. 53.

Dar völkerbundsprodlem.

Polen.

«etk Paris, 31. Juli. lEig. Funkm.) lieber die gestrige Besprechung des belgischen Außenministers Dondervelde mit dem französischen Außenminister Briand, glaubt die „Parisien" mitteilen zu können, daß von der Aufnabme Deutschland« in den Völkerbund und der Umbildung des Völkerbund?, rotes die Rede gewesen fei. Es scheine, daß man in Belgien und in Frankreich den Plan verfolge, die Mitglieder des Völkerbundsrates sollten stch der- ständigen, um gleichzeitig der Vollversammluna die Aufnabme Deutschlands vorzuschlaaen und einen Plan für die Erweiterung des Völkerbundsrates xu unterbreiten, der vielleicht im Völkerbünde die- jenigen Mitglieder, die auszutreten beabsichtigen, zum Weiterverbleiben veranlassen könnte. Nach dem „Oeuvre" seien Briand und Vandervelde zu der Ueberzeugung gekommen, daß Deutschland nun- mehr unbedingt zugelassen werden müsse,wenn man nicht die Absichten von Locarno vernichten wolle. Im Zusammenbang damit weist das Blatt darauf hin, daß daS Polen Piliudskis weniger Entgegenkommen zeige, als das Polen des Grafen Ekrzhnski. Paris und London werden sich bemühen, besten schlechte Laune zu beschwichtigen. Es genüge für Polen nicht, Mitglied des Völkerbunds zu sein. Es müste auch den Geist des Völkerbundes haben.

* Die Beisetzung der Mutter Ratbenaus wird, wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, in der Familiengruft in Oberschönweide erfolgen, wo ihr Gatte Emil Rathenau und die beiden Söhne Erich und Walter bereits ruhen. — Reichskanzler Dr. Marx hat aus Anlaß des Ablebens der Frau Ge­heimrat Rathenau an deren Schwiegersohn. Ban­kier Anderae, das folgende Telegramm gerichtet: „Soeben erhalte ich die Nachricht von dem 9fbfe6en von Frau Geheimrat. Namens der Reichsregie­rung und in meinem eigenen Namen spreche ich Ihnen das innigste Beileid aus, das ich den Kinter- bliebenen zu übermitteln bitte. Der unerbittliche Tod hat dem segensreichen Wirken dieser wahrhaft edlen Frau ein Ziel gesetzt. Der Verlust des ge­liebten Sohnes durch ruchlose Hand hat ihr eine tiefe Wunde geschlagen, aber ihr unerschütterlicher Glaube an die Menschheit hat ihr die Kraft ge­geben, im Sinne ihres großen Toten ihr Werk der Nächstenliebe fortzusetzen. Ihr Andenken aber wird in Ehren fortleben. Reichskanzler Marx."

Frankreich und Llsatz.

wtb. Paris, 31. Juli. lEig. Funkm.) In der gestrigen Kammersitzung hat der Iustizminister einen Gesetzentwurf unterbreitet, der nach dem „Echo de Paris" bezweckt, die Propaganda zu unterdrücken, die darauf ausgeht, einen Teil des französischen Gebietes der Autorität der französischen Regierung zu entziehen. Dieser Gesetzentwurf soll die antifranzösischen Umtriebe in Elsaß unterdrücken. — Das „befreite" Elsaß ist schnell ein Sorgenkind für die französische Regierung geworden.

* Kandidatur Coolidge's für 1928. Wie die „Associated Preß" meldet, hat der frühere Botschaf­ter Child nach einem Besuch beim Präsidenten C-wlidge erklärt, Coolidqe beabsichtige bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen erneut zu kandidieren.

(Eine Niederlage Tsch^ngtsolins?

wtb London, 31. Juli. (Eig. Funkm.) .Daily Mail" berichtet ans Peking, daß die Generäle Tsckan-itsolin und Wup-ifu einen znsammenaefaßten Angriff auf Rankau, 30 Kilometer nördlich von Peking, gemacht und dabei große Luftstreitkräfte zur Anwendung gebracht haben. Dieser Angriff wurde durch die Meutereien von zwei Briggven aufoe« halten, die schließlich durch lovale Truppen ersetzt werden mußten. Die Blätter bestätigen, daß An- Zeichen für eine Svaltunq zwischen Tfchanatsolin und Wupeifu vorhanden seien. Das Krieasaebiet werde von Hungersnot heimgesuckit. Blätter­meldungen aus Tokio zufolge melden Telegramme aus Mukden, daß Tschanatsolin in Nonkau schwer geschlagen worden sei. 2500 Mann seiner Truppen seien getötet worden.

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Nach einer Meldung her Aaentur Indi-Vaci- fic aus Peking haben die Truppen Heilung-Kiangs die Stadt Golanor in der Mongolei, die von den Kuo Mintschungstruvpen besetzt war. eingenom­men. Die Letzteren haben 2000 Gewehre, drei Ge­schütze und 10 Maschinengewehre verloren.

Wie die Aaentur Indo-Vacif'c aus Hongkong meldet, wird über die Provinz Kuang Tung vom 1. August ab der Belagerungszustand verhängt werden, um Unruhen zu vermeiden, da nach dem Ausmarsch der Kuo-Mintschungstruppen diese zu einer Expedition nach Norden ausbrechen könnten.

Der „nächste Krieg".

Die Londoner Zeitung „Wecalp Disveatch" kündigt an, daß sie in ihrer am nächsten Sonntag erscheinenden Nummer eine Unterredung mit Marschall Fach über den „nächsten Krieg" veröffentlichen werde, in der drr französische Marschall erklärt, jedermann würde aerne glauben, daß ein neuer Krieg eine entfernte Möglichkeit sei. aber die Tatsache könne nicht übersehen werden, daß ein Krieg jederzeit und unerwartet ausbrechen könne. Ein solcher Krieg könne sogar vielleicht die ganze Welt umfassen. Wenn ein neuer Krieg komme, werde er furchtbarer sein, als der letzte. Man wisse, daß die Nationen sich mit dem Versuch beschäftigen, ein Giftgas her­zustellen, das die Vernichtung des Feindes sichern würde.

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Es ist eine sittliche Forderung, daß jeder ver­nünftige Mensch, vor allem jed-r Christ, diese etwa geplante Entfesselung der Bestie im Men­schen bekämpfen muß. W»r im Kamvf gegen die nationalistischen Instinkte sich sch l a v p zeigt und Zugeständnisse macht belastet als Christ sein Gewissen aufs schwerste.

Schulden und Alkohol.

Nach einer Meldung der „Newyork Times" aus Washington hat der T e m p e r e n z a u s s ch u ß der amerikanischen Methodisten den Be­schluß anaenommen, in dem er sich gegen den Nachlaß von Schulden euroväischer Staaten und gegen die Gewährung von Krediten an Eu­ropa erklärt, solange Europa, insbesondere Eng­land und Frankreich, dem Alkoholismus freie Hand taffe.

Das schwankende Vertrauen in Paris.

Das neue Anschwellen der Inflations- kurve des Frankenkurfes hat die französischen Gc. müter erneut in starke Erregung versetzt und dar ist verständlich. Die Bevölkerung hatte der lieber» nähme der Ministerpräsidentschäft durch Poin - eure mit größtem Vertrauen entgegengesehen und die Tatsache, daß es ihm gelungen war, durch die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung in weniger als drei Tagen den Kurs der fremden Devisen um nahezu 25 v. H. herabzudrücken und das Pfund auf 188 von 250 Franken zu senken, lieh auch den günstigsten Erwartungen Raum zur Hoff­nung offen.

Diese Hoffnung scheint indes nur von kurzer Dauer gewesen zu sein, denn plötzlich beginnt der Frankenkurs in gefährlichem Maße sich wieder dem alten Stand zu nähern und er hat inzwischen schon die Höhe erklommen, die er bei dem Sturz des Ka­binetts Driand-Caillaux hatte. Das sind natürlich gefährliche Fieberkurven des Frankenkurses, Oie auch auf die französische Bevölkerung ihren Eindruck nicht vermissen lassen werden. Wenn es Poincare Nicht bald und schnell gelingt, wenigstens auf einet gewissen Höhe den Frankenkurs zu stabilisieren, so wird er des Vertrauens der Bevölkerung völlig verlustig gehen und wohl oder übel den Platz räu­men müssen, auf dem er geträumt hatte, als Reiter des Vaterlandes tätig fein zu können.

Die Gründe für das neue Sinken des Franken liegen in der Hauptsache in der Unzulänglichkei» auch des Poincarä'schen Finanzprogramms, das ja in Wirklichkeit nichts anderes ist als die Zusammen­setzung und Aufwärmung der verschiedenen Finanz­sanierungsmaßnahmen der letzten Zeit, die aber bisher immer, das Unglück hatten, von der Kammer abgelehnt zu werden. Wenn diesmal die Kam­mer anderen Sinnes zu fein scheint, und wenn der Finanzausschuß die Regierungsvorlage auch an­genommen hat so spricht das noch lange nicht für die Güte der Poiucarä'schen Vorlage, sondern viel mehr für eine gewisse Ermüdung der Kammer, end- sich aus diesem Inslationsrummel herauszukommen. Poincare baut feinen Finanzsanierungsplan vor allem auf fiskalische Mittel auf und will aus steuer- liefen Gebieten die Mittel schöpfen, um den Fran­

ken zu sanieren und zu stabilisieren. So konstru­iert er naturgemäß eine Schraube ohne Ende und erreicht keinen festen Untergrund. Um eine wirk­liche Stabilisierung des Franken zu erreichen, wird Frankreich auf die Dauer nichts anderes übrig blei­ben, als den Weg zu beschreiten, den auch Deutsch­land seinerzeit beschritten hat, nämlich auf Grund einer größeren äußeren Anleihe einen neuen festen Goldfonds zu schaffen, aus den dann die Ausgabe der Banknoten sich stützt. Was Poln- care im Augenblick erreicht durch seine übermäßige Anziehung der Steuerschraube, ist weiter nichts, als eine sofort einsetzende rapide Steigerung des all­gemeinen Preisniveaus, die ihrerseits naturgemäß wieder eine Erhöhung des Notenumlaufs und da- mit einen neuen Verfall des Franken zur Folge ha- ben wird, also alles andere als ein Mittel zur He- bung der Inflation.

poincarö vor der Kammer.

Wie „Paris Soir" meldet, wird Poincars bei der am Samstag beginnenden Beratung der Finanz- geietzeniwürse eine große Rede über seine Finanz- Politik halten. Nach her Verabschiedung der Ent­würfe beobsichtiot die Regierung, noch vor den Par« lamentSserien Zusahanträge vom Parlament annehmen zu lasten, die zur Finanzianierung bei­tragen sollen. Wie der „Intransigent" dazu bemerkt, soll sich in diesen Entwürfen eine Bestimmung über die Organisierung der Amortisierungskasse für die Bonds der nationalen Verteidigung befinden.

Italien und die Goldwährung.

Der .Information' wird aus Rom gemeldet, in amtlichen Kreisen erkläre man, daß Italien nicht die Absicht habe, die Goldwährung wieder einzu- führen, da dies eine gefährliche Krise für seinen Handel und seine Industrie, die stch seit wenigen Jahren entwickelt hätten, heraufbeschwören könnte. Andererseits könnte Italien infolge der zwischen der französischen, belgischen und italienischen Währung bestehenden Verbindung gezwungen wer­den, zur Goldwährung zurückzukehren, wenn Frank­reich und. Velaren sich dazu entschließen.

Sturm gegen die Kirche in Mexiko.

Alle Kirchen in Mexiko waren bei der Ab­haltung der letzten Messe vor der vom Erzbischof verfügten Einstellung sämtlicher Gottesdienste von Gläubigen überfüllt.

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Wie „Havas" aus Mexiko berichtet, hat die me- mexikanische Regierung beschlossen, binnen 24 Stun­den den Geschäftsträger der avostolischen Gesandt­schaft in Mexiko, Monsignore Cresci, auszu- weisen.

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Wie „Havas" aus Mexiko berichtet, hat der Generalstaatsanwalt angeordnet, alle Katholi­ken auf mexikanischem Gebiet zu e n t ro a f f neu, (!) um gewisse nächtliche Versamlungen zu unter­drücken, bei denen neue Gruppen gebildet werden, die gegen die kürzlich erlassenen Religionsgesetze Opposition machen.

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Wie „Associated Preß" aus Washington meldet, erklärt die mexikanische Botschaft, die Presse- Meldungen für völlig unzutreffend, nach denen der Bürgermeister der mexikanischen Stadl Rochistlan, auf einen Priester geschossen haben fall, von der Bevölkerung erschlagen worden sei. Das Staatsdepartement hat seinerseits die in Mexiko in Umlauf befindlichen Gerüchte für unbegrün« d e t erklärt, nach denen die amerikanische Regie­rung beabsichtige, das Verbot der Verschiffung von Waffen und Munition nach Mexiko aufzuheben.

Im Gegensatz dazu meldete die „New Park Ti­mes", im Staatsdepartement werde troh aller De­menti die Frage der Aufhebung der Waffenaus- fuhrfperre erörtert und eine diesbezügliche Denk­schrift ausgearbeitet. Die in der Stadt Mexiko er- scheinenden Blätter unterlassen alle redaktionellen Aeußerungen zu den bereits gemeldeten Berichten, daß man in den Kreisen der ausländischen Dwlo- m-aten erwäge, die Vermittlung des diplomatischen Korps in den Streit zwischen der merikawscben Re- gierung und der Priesterschaft anzubieten. Es ver­lautet. daß dem amerikanischen Botschafter in Me­xiko, Sheffield, bis jetzt offiziell fein berartioer Vor­schlag unterbreitet worden fei, und daß er keinerlei Schritte in dieser Richtung unternommen habe Für Sonntag werden von mexikanischen Arbeitern und den ihnen nahestehenden Parteigruppen (So­

zialisten) Demonstrationen z u g u n st e n der von der Regierung befolgten Politik vorbereitet.

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Dr. Josef Froberger wies vor einiger Zeit aus eine wichtige Aufgabe der nächsten großen Käthe- likenversammlungen hin. Er schrieb:

„Bei (Belegenheit der mertfnnifdien Kirchenverfol- gung stellt sich eine eigentümliche SWgeedcMnung her­aus, die von allen Katholiken angespannte Animerksam- keit erfordert. Cs handelt sich unr einen förmlichen Kampf zwischen der internationalen öffentlichen katholi­schen Meinung und der Starrköpfigkeit der mexikani­schen Kirchenverfolger. Calles und feine Man­nen glauben der Stellungnahme der Katholiken der gan­zen Welt (rotzen zu können, weil sie auf die offene oder stille Sympathie der freisinnigen und liberalen Welt- dreife vertrauen ... ff« liegt auf der stand daß nach der Lage der Dmae die Katholiken der naiven Welt jetzt nicht mehr ruhen dürfen, bis den Katholiken Me­xiko- ihre Rechte gewährt worden sind."

In den Vereinigten Staaten suchen die Katholiken auf jede Weise, durch die Presse und öffentliche Protestversammlunaen. die Aushebung der menschenunwürdigen und freiheitswidrigen Kul- turkamvfgesetze zu erreichen. Die chilenischen kotho- lischen Organisationen hoben neuerdings eine Bro- testfchrift gegen hie mexikanische K'rch-naefetzaebuno veröffentlicht. Bald werden alle südgmeri- kanischen Republiken gemeinsam gegen den Kulturkampf protestieren. Auch in Europa nimmt die öffentliche katholische Meinung der ver­schiedenen Lander sehr entschieden Stellung gegen die mexikanische Gewaltregierung. Speziell unsere deutsche Presse geißelt immer schärfer die re­ligiöse Intoleranz der kleinen revolutionären Füh­rerschicht. „Es liegt auf der Hand" meint Fro­berger mit Recht, „daß in ähnlicher Weise auch die großen demnächst erfolgenden Versammlungen der Katholiken und katholischen Organisationen sich zu betätigen haben, wenn das Ziel der internationa­len Zusammenarbeit erreicht werden soll."

Wegen der guten wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Mexiko hat gerade die Stimme der deutschen Katholiken ein besonderes Gewicht. Wil" wollen sie deshalb um so entschiedener erheben Im Verein mit den Stimmen der Katholiken her ganzen Welt. Wir folgen so dem Beispiel des Va­ters der Christenheit, der erst betete und im kleinen Kreise protestierte, jetzt aber sich in schar­fen Verurteilungen an das Tribunal der Oeffent- lichkeit und des Weltaewiffens gewandt hat.

Wenn Deutsche feiern . . .

Zwischenfall auf der Begrüßungsfeier des

8. deutschen Studenkentaaes.

Auf der Begrüßungsfeier des in B o n n tagen­den 9. deutschen Studententgges kam eg zu einem Zwischenfall. Wie es heißt, hatte die deutsche Studentenschaft dos Flaggen mit Schw ar z- ro e iß - roten Fahnen, die Bonner Studenten­schaft jedoch mit Schwarz-rot-goldenen Fahnen gewünscht, worauf die Stadt Bonn ange­ordnet haben soll, daß das Podium nur mit Pflanzen zu schmücken sei. Var Beginn hes Begrüßun-gsabends hingen jedoch über dem Va­dium die asten und die neuen Reichsfarben. Als her erste Marsch erklang, wurde das Seif, an dem die Flaaaen befestigt rogmt. abgefchnitten und die Flaggen fielen zu Boden. Da die Schwarz- weiß-rote Flagge nicht wieder gufaezoaen wurde, verließen die Studenten mit Ausnahme der dem republikanischen Studentenkartell anaehörenh»n oder ihm nahestehenden Studenten den Saal. Die Begrüßungsfeier wurde von den wenigen m-h im Saal anwesenden Studenten fortgesetzt. Es ge­lang dann, die im Vorraum befindlichen Stu­denten vorübergehend wieder in den Saal zurück zu holen, damit sie die Rede des Vorsitzenden mit anhörten. Nach der Rede verließen iehnrfo alle Studenten mit Ausnahme der republikanisch Ein­gestellten wieder den Saal.

* Annahme der Mehlzollsätze. Der Handelspo- litische Ausschuß des Reichstages nahm gestern die Regierungsvorlage über die Mehlzolllätze in der Fassung des Reichsraie» an, so daß die neuen Zoll­sätze von 10 und 14 Mark statt 8 und 10 Mark nunmehr endgültig am 1. August in Kraft treten.

* Das Bei bot der Freiheitspartei in Braunschweig aufgehoben. DaS von der früheren braunschweigischen Regierung erlassene Verbot der deutsch«völkischen Areiheitspartei ist, den Blättern zufolge, von der jetzigen Regierung deS Freistgats aufgehoben worden.

* Verurteilung wegen Beschimpfung der Repu­blik. Das Schöffengericht Berlin Mitte verurteilte den 19 Jahre alten Klempner Löwe und den 21- jährigen kaufmännischen Angestellten Wunderlich wegen Beschimpfung der Republik zu je einem Mo­nat Gefängnis, außerdem Wunderlich wegen Ver­stoßes gegen die Polizeiverordnung im Februar 1926 zu weiteren 10 Mark Geldstrafe. Die beiden Angeklagten hatten im März d. I. in einem Zuge der Nationalistischen Arbeiterpartei durch die Stadt ein Lied gesungen, das mit dem Kehrreim schloß: „Wir pfeifen auf die Judenrepublik!" Ferner hatte Wunderlich einen Totschläger mit sich geführt. Das Gericht bewilligte ihnen für die Freiheitsstrafe eine dreijährige Bewährungsfrist.

* Anhall und der Mittellandkanal. Der Haus- haltsausschuß des gnhaltischen Landtags beschäftigte sich mit der beabsichtigten Durchführung des Mittel- fanbtanals, insbesondere mit der Durchführung ei­nes Strichkanals nach Staßfurt und L e o p o l d s h a l l. Nach einstündiger Debatte stimmte der Ausschuß dem Entwurf eines Staats« Vertrages mit dem Reiche wegen der Fertigstellung des Kanals zu und ermächtigte das Staatsmini- Üerium rum Abschluß hes SBetkaasa. . .

Immer noch Vergarbeiterstreik.

Der Deraarbeiter^übrer C o ok widersvricht aufs Nackidrücklichste der Meldung, daß er auf der Dele­giertenkonferenz des Bergarbeiterverbandes eine Rede gehalten habe, in der er sofortige Ver­ba ndlunaen zur Herbeiführung bestmöalichster Bedingungen gefordert und erklärt habe, daß die Zeit gekommen sei, wo die Bergarbeiter der wirk­lichen Sage geoenübertreten müßten. Er stellte auch in Ilbrede. daß die Konferenz stürmisch verlaufen sei, und daß er gesagt habe, er sei bereit, eher niedrigere Löhne, als längere Arbeitsstunden an­zunehmen. Er erklärte, die Delegiertenkonferenz habe den Geist der Kohlenbergwerksarbeiter und die Entschlossenheit widergespiegelt, den Kamps zur Herbeiführung der Gerechtigkeit fort zu- setzen.

Die Konferenz der Bergarbeiterdelegierten be­schloß, die von den kirchlichen Kreisen ge­machten Vorschläge zur Herbeiführung des Frie­dens im Kohlenbergbau den Bezirken zur Ab­stimmung zu überweisen und ihre Annahme zu empfehlen.

Der Notzustand in England verlängert.

Der Staatssekretär des Innern beantragte im engkischen Unterhaus die Verlängerung des bei Ausbruch des Generalstreiks verhängten Notzu- standes um einen Monat. Er bemerkte da­zu: Die Polizei und ich halten eine solche Ver­längerung für notwendig und wünschenswert, ob­wohl es, wie ich mit Genugtuung feststelle, seit dem Ende des Generalstreiks zu keiner ernstlichen Störung der Ordnung gekommen ist und es nicht im geringsten nötig war, Truppen einzusetzen. Ram- say Macdonald erklärte, die Verlängerung des Not- zustandes sei eine Beleidigung für das ganze Land. Der Antrag wurde mit 230 gegen 84 Stimmen angenommen.

Uns öem MM Ott Heutigen Bummer:

Auf dem Kreuzberg, Gedicht von Kardinal Faulhaber.

Eine Rhönwanderung vor hundert Jahren, von Studienrat Ernst Bargon.

Die Rhön im Schrifttum, von Hilgenberg, Her- xenbreitungen (Werra).

Auf den Bergen der Rhön, von Rudolf Happ, Fulda.

Zur Entstehung und Morphologie der.Rhön von Studienrat Schönberg.

Fulda als Badeort.

Die nicht geschlagene Schlacht bei Fulda, vc R. Wagner, Kassel.

Rhön 1926, von Hauptmann a. D. Schreiber.

Vom Handwerksburschen, von Wilh. Hauck, Fulda.

Weihe an die Rhön, von Otto Burghardt.

Die Wirtschaft der Woche, von Dr. Noll, Frankfurt.

Wo deutsche Helden gingen, Reifebrief aus Belgrad.