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in der

Xnnh»Sfin<itiirtmt

tiep akt mit Sowjet-Rußland abzubrechen.

Opfer der Hitze in Amerika.

wtb. Cbikaga, 20. Juli. (Eig. Funkm.) In der Stadt und deren Umgebung wurden 12 Personen von der Hitze getötet.

, knister des Auswär­

tigen von Lettland, Estland und Finnland in Reval in Anwesenheit eines Vertreters Polens beschlos. sen wurde, die Verhandlungen über den Earan-

Am Donnerstag und Freitaa werden, wie der Vorwärts" berichtet, zur Durchführung des Ar- beitSbeschasstmgsprogramms der Reichsregierung in Berlin Besprechungen zwischen Reich und Ländern stattstnden, an denen auch die Spitzen des Städtetaaes sowie der Verwal­tungsrat für Arbeitsvermittlung teilnehmen werden.

Regierung und Reichsbahn.

Der Reichskanzler empfing die Herren v. Sie­mens, Dr. Luther und Dr. Bergmann, die die Stellungnahme des Derwaltungsrates der Deuischen Reichsbahn zur Frage der Bestätigung der Wohl deS neuen Generaldirektors darlegten. Im Anschluß hieran berichtete der Reichskanzler dem Reichs - ka bi nett über den Stand der Angelegenheit. Da zur Durchführung der Wünsche der Reichsregierung auch nach An^cht des Verwaltungsrates jetzt noch weitere Verhandlungen mit den anderen in Betracht kommenden Stellen geführt werden müssen, konnte dos Reichskabinett zur Frage der Bestätigimg der Wahl »och nicht Stelluna nehmen.

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Aus Riga meldet die Lettländische Telegraphen- Agentur: Der Minister des Auswärtigen erklärt die von der Telegraphenagentur der Sowjet-Union '**"tunbegründet, wo-

Verständigung der Republikaner.

(Ein Vorschlag Dr. Wirths.

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht der frü­here Reichskanzler Wirth im ,.B. T." einen Ar- tikel, worin er von der Feststellung ausgeht, daß es eine deutsche Linke von einer einheitlichen Willensführung nicht gibt und die Mitteilung macht, daß im Hinblick auf die Schaffung einer Artrepublikanischer Union" Reichstaqspräsident Löbe, der demokratische Abgeordnete Ludwig Haas und er selbst im kommenden Spätjahr eine beson­dere Aktivität entfalten wollen, um eine gemein­same Basis für die Revublikaner zur Dertiesimg deS Problems der deutschen Republik und für die politische Auswirkung der republikanischen Bewe­gung in Deutschland zu machen.

Das Arbeitsmarktprogramm.

Die. Arbeitslosenziffer ist auch in der letzten Woche in den Großstädten wieder gestiegen. Namentlich ist Berlin von dieser Steigerung neuer­dings empfindlich betroffen. Diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist geradezu beängstigend. Rich­tig ist ja, daß die Höhe der Arbeitslosenziffev nicht allein durch die wirtschastlichen Verhältnisse bedingt ist. Wir müssen bedenken, daß wir früher «in stehendes Heer mit mindestens 800000 Leuten hatten, die ohne weiteres für die Beschäftigung in der Wirtschaft in Wegfall kamen. Heute sind es nur 100 000. sodaß allein das schon einen Ueberschuß von 700 000 ergibt. Dazu kommen die vielen hunderttausende von ehemaligen Rentnern und Privatexistenzen, die von den Erträgnissen ihres Vermögens leben konnten, dazu aber nach der Inflation nicht mehr imstande sind. Aus diesen Kreisen kommt mit das stärkste Arbeitsangebot. Dazu kommen dann ferner noch dieienigen, eben­falls nach hunderttausenden zu beziffernden Men- scheu, die heute genötigt sind, in das Erwerbsleben überzugehen, was früher nicht für sie in Frage kam. So stehen wir vor einer enormen Schwierig­keit in der Beschäftigung all dieser Arbeitssuchenden, und das von der Reichsregierung ausaearbeitets Notprogramm wird auch nur einen Teil dieser Nöte lindern können. Im übrigen sieht die Reichs­regierung die Ausgabe einer besonderen Ar- b e ktsm arktanle ih e in Höhe von 200 bis 300 000 Mark für den Herbst vor

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilanen: Illustrierte Bei­lage" und .Buchenbliitter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer «ctiendruckerei in Fulda. Fernsvrecher Rr. 9.

Monatlicher BeruaWreiS: 1.50 Mk.

I Das neue Kabinett Herriot setzt sich nunmehr vie folgt zusammen:

f Ministerpräsident und Auswärtiges: Herriot stad. Abg.l: Justiz: Cobrat (Unabh. Linke); Finan­zen: de Monzie (rot). Senator); Inneres: Chau- temps (rat). Abg.); Krieg: Painleve (Soz. Republ.); Marine: Rene Renault'(rad. Senator); Handel: Loucheur (rad. Senator); Oeffentliche Arbeiten: Hesse (rad. Abg.); Oeffentlicher Unterricht: Daladier (rad. Abg.); Landwirtschaft: Queuille (rad. Abg.); Kolonien: Dariac (Linksrepubl.); Arbeitsminister: Pasquet (rad. Senator): Pensionen: George Bon­net (rad. Abg.); Unterstaatssekretär beim Mintt sterpräsidium und Auswärtigen: Albert Milhaud (rad. Abg.); Luftschiffahrt: Robaglia (Soz. Repbl.); Unterstaatssekretär beim Finanzministerium für das Schatzamt: Jacquier (rad. Abg.); Unterstaats­sekretär beim Finanzministerium für das Budget: Paul Morel (rad. Abg.); Unterftaatssekretär für technischen Unterricht: Bazile (rad. Abg.); Unter- staatssekretär für die Handelsmarine Mallarmee (Soz. Rep.); Unterstaatssekretär für den Wieder­aufbau: Maitre; Unterstaatssekretär für den Krieg: vumesnil (rab. Abg.); Oberkommissar für das Wohnungswesen: Levasseur.

Außerdem soll ein neues Oberkommis- sa r i a t für Naturalisierung und Einwande­rung geschaffen werden, das dem rad. Abg. Lam­bert anvertraut werden soll. Herriot hat sich um 11 Uhr abends ins Elysee begeben, um sein Mini- Zerium dem Präsidenten der Republik vorzustellen.

herriots Finanzplane.

Die Finanzpläne Herriots, der nach seinen eige­nen Worten eine Anstrengung im Innern für die Finanz, und Währungssanierung durchführen will, hat nach demTemps" Herriot selbst folgen­dermaßen charakterisiert: Man muß von dem er­worbenen Vermögen die notwendigen Hilfsmittel für die Amortisation der schwebenden Schulden fordern. Cs würde sich darum handeln, z. B. eine Uebersteuerung aufErbschaften sofort nach dem Tode des Erblassers zu erheben, ebenso eine Sonder st euer beim Eigentums­übergang von bebautem und nicht bebautem Besitz zwischen Lebenden. Diese Ausnahmesteuern und andere ähnlicher Art würden der Amortisa- ttonskasse zufließen.

Die Stimmung in Amerika.

wtb Washington, 20. Juli. (Eig. Funkm.). Hie- sige Regierungskreise befürchten, daß das Ende des

tzung in Germersheim und in Koblenz hat gezeigt, daß immer noch nicht bei den Militärs derjenige Geist der Duldsamkeit und der Verständigung herrscht, den die Politiker anstreben. Das hat auch der Reichskanzler M a r x bei seiner Reise am Niederrhein insbesondere in seiner Rede in Cleve ausgesvrochen, und es ist außerordentlich bezeich- nend, daß just der sonst von Patriotismus, frei­lich wie er ihn versteht! überfließendeBerliner Lokalanzeiger", diese Aeußerung des Kanzlers zum Anlaß nimmt, ihm darüber heftigsten Vorwürfe zu machen, weil man sich in Frankreich darüber auf- rege. Diesespatriotische" Blatt findet es sogar für geschmackvoll, Frankreich förmlich dazu aufzu- putschen, von der Reichsregierung durch eine Rote Aufklärung darüber zu verlangen. Und das alles geschieht von einer Seite, die nicht oft und heftig genug über sogenannte Würdelosigkeit schreien konnte und die nun das Würdeloseste, was es gibt, fertig bringt, nämlich den eigenen führenden Staatsmann und das eigene Volk dem Auslands zu denunzieren.

Ferner wird der Reichsminister für die besetzten Gebiete es als seine Aufgabe betrachten, demnächst eine amtliche Reise nach dem Rheinland und der Pfalz zu unternehmen, um mit der Bevölkerung unmittelbar in Fühlung zu treten. Der Minister betrachtet es als seine besondere Pflicht, sich der Nöte und Sorgen der Bevölkerung der besetzten Gebiete mit allem Nachdruck anzunehmen und auch in unmittelbarer Fühlungnahme sich über die Wünsche und Bedürfnisse zu orientieren.

Ministerpräsident Barthel hielt in Warschau im Sejm eine Rede, worin er sein Regierungspro- gramm darlegte. Nach dem Hinweis darauf, daß es schwer sei, die Aufgaben der polnischen Regie­rung mit den Aufgaben der Regierungen anderer Länder zu vergleichen, führte der Ministerpräsident u. a. aus:

1 Das Programm der polnischen Regierung ist diktiert durch die eiserne Logik der Tatsachen. Es ift frei von jeder Parteipolitik. Wir haben uns vor allem der wirtschaftlichen und der finan­ziellen Sanierung zuzuwenden. Es ist uns zunächst auch gelungen, die Stabilisierung des Zloty zum Kurs von etwa 10 Zloty für einen Dollar durchzaführen. Die Golddeckung der Wäh. rung beträgt 144 Millionen ParitätsKoty. Das Gold der Bank von Polen, das sich im Ausland befindet, kann insofern bereits als freigegeben be­trachtet werden, als unsere Schulden gegenüber der Federal Rslerve Bank durch die Reservebestände an Valuten der Dank von Polen abgedeckt werden können. Im gleichen Verhältnis,, wie die Devi- senvorrate angewachsen sind, wurde auch der Um­lauf des Zloty vergrößert. Die Regierung hat den Kamps mit der Teuerung ausgenommen. Es ist ihr gelungen, auf manchen Gebieten die Preise her. unterzu''rücken, ohne dabei auf die Lohnverhältnisse Einfluß zu nehmen. In Bezug auf die Auslands. Politik sieht die Regierung ihre Hauptausgabe in der Festigung des Vertrauens des Auslandes zu Polen. Sie legt besonderen Wert auf die wirt­schaftliche Zusammenarbeit mit ganz Europa. Die gegenwättige Regierung hat die Arbeiten für den Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland energisch in die Hand genommen. Die Vorschläge betreffend die Versassungsreform, sind von realen Grundlagen ausgegangen und verfolgen rein reale Ziele. Die Regierung ist kein« Partei- regierung. Dies ist auch der Grund dafür, daß die Regierung ständig Angriffen ausgesetzt ist. Par- teimäßig ist das Programm der Regierung nicht zu erfassen. Regieren heißt für uns selbst die Verant­wortung übernehmen.

Die Regierung hat volles Verständnis für die außerordentlich bedeutsame Rolle, bie der polnische Staat in dem

Programm des europäischen Friedens, der europäischen Sicherheit und der internationalen Zusammenarbeit zu spielen hat. Die Regierung hat auch Verständnis für die aus dieser Rolle sich

französischen Kabinettswechsels noch nicht abzusehen sei. Die Stabilisierung des Franken könne kaum stattfinden, bevor nicht Frankreich auf das Pro­gramm des Sachverständigen-Ausschus. s e s zurückkomme. Der stellvertretende Schatzsekre- tär Winston erklärte bezüglich der Gerüchte, daß Herriot den französisch-amerikanischen Schuldentil- gungsverttag vor ein Schiedsgericht brin- gen wolle, für die amerikanische Regierung liege kein Anlaß für eine Schiedsgerichtverhandlung vor, da der Vertrag vom Vertreter Fcmkreichs unter­zeichnet fei.

Erklärungen Herrkots und de Monzie

wtb Paris, 20. Juli. (Eig. Funkm.). Gestern abend ersuchte Ministerpräsident Herriot die Presse, folgenden Aufruf an das Land zu verbreiten:

Die Regierung der republikanischen Einigung hat mir ein Ziel: Die Verleid i- gung des Franken ohne jeden Parteigeist. Sie verspricht dem Lande, entschlossen zu handeln und fordert es zur Ruhe auf, die ebenso wie di« nationale Arbeit eines der unerläßlichsten Elemente für seinen Wiederaufbau ist."

Auch der neue Finanzminister de Monzie sagte nach demJournal" über sein Fi- nanzprogramm: Die Regierung werde keine In- f l a t i o n f o r de r n. Sie werde ein Vertrauens­votum und hinsichtlich der Fimmzfrage die not- wendigen Aktionsmittel fordern. Das neue Stahl, nett tritt am Do nnerstag vor das Par-

Zwischenfall bei der Kontroll­kommission.

In Berlin wurden, tote dieVossische Zeitung" berichtet, durch das Hauptzollamt Charlottenburg 3000 Flaschen unverzollter Weine und Liköre im Keller des Hauses, worin sich die Interalliierte Kontroll-Kommission und ihre Kantine befindet, beschlagnahmt. Der Leiter der Kontrollkommission, General Walch, tthob gegen die Beschlagnahme Einspruch.

Zu dieser Beschlagnahme der Wein- und Likör- Vorräte in der Kantine der Interalliierten Kon- ttollkommission berichten die Blätter: Als im Ja­nuar dieses Jahres die Kantine der Kommission aufgelöst wurde, wurde der Restbestand an Wein vnd Likör dem Kantinenverwalter, einem Deutschen, übergeben. Das Hauptzollamt verlangte Verzol­lung, die der deutsche Besitzer ablehitte. Daraufhin wurden die Weine beschlagnahmt. Die Konttoll- kommtssion ist nachttäglich beim Landesfinanzamt vorstellig geworden, das aber auf der Beicklao-

bcharfe Notmaßnahmen in Belgien. Fremdensteuer.

wtb Brüssel, 20. Juli. (Eig. Funkm.). Gestern wurden in einem Kabinettsrat die dem König zu unterbreitenden Dekrete geprüft. Vorgesehen sind Regelung der Herstellung und des Verkaufs von Mehl, Brot und anderen Nahrungsmitteln so­wie der Aus- und Einfuhr von Brotwaren und Mehl und Maßnahmen für Unterdrückung aller für den Kredit des Staates schädlichen Nach- richten. Ferner wurden erwogen die Verschär­fung der Kontrolle des Devisenmarktes. Eine P o l i z e i st u n d e für die öffentlichen Gaststätten, eine Regelung des HandelsmitKonditor- Waren, eine Besteuerung der in Bel- 0 * e n_w e ilenden Fremden und eine

Steuer für den Aufenthalt in Hotels.

ergebenden Pflichten und Rechte. Unter Anerken- nung des bestehenden Rechtszustandes und der Polen verpflichtenden Bündnisse können die frem­den Staaten, besonders diejenigen, deren geogra- phisch« Nachbarschaft zahlreiche gemeinsame Inte­ressen mit Polen schafft, auf den guten Willen Polens rechnen und zwar sowohl in Bezug auf die Regelung der noch schwebenden Fragen wie über- Haupt in Bezug auf die aufrichtige und redliche Mitarbeit. Die polnische Regierung ihrerseits wird sich berechtigt fühlen, von diesen Staaten eine ent* sprechende Haltung zu fordern. Mit aller Energie weise ich die uns zugeschriebenen aggressiven Absichten gegenüber irgend einem unserer Nach­barstaaten zurück. Ebenso muß ich diejenigen als unehrlich bezeichnen, die Gerüchte von einem an­geblich von der Regierung beabsichtigten Verzicht auf irgendwelche Teile des Staatsgebietes ver­breiten. In der inneren Polittk wird die Regierung bestrebt sein, die Reibungen auf nationalem und konfessionellem Gebiet zu mildern. Die Regierung wird eine Amnestie für politische Vergehen erlassen/ die vor dem 1. April 1923 begangen wurden und die aus der Vorkriegszeit stammenden Rechtsbe- schränkungen der Nationalitäten aufheben.

Bartel wandte sich weiter gegen den Sinti- femitiS mus und erklärte, daß die Negierung alle Rechtsbefchränkungen der Jpden aufheben werde. Der Ministerpräsident schloß: Die Regierung will eine Regierung der Arbeit sein. Die Voll­machten, die sie verlangt, wird sie in der Ueber- zeugung auSüben, daß die von ihr entwickelten Grundsätze und Methoden eine Verwirklichung ihrer Absichten möglich machen. Die Regierung wird es nicht zulassen, daß Die wichtigsten Rechte der Staatsbürger nicht polnischer Nationalität gefährdet werden, denn sie ist der Ansicht, daß die Bekämp­fung irgendwelcher Kategorien von Staatsbürgern in ihrer Sprache ober ihrem Glauben dem Geiste Polens zuwider ist.

Derhandlungen der Randstaaten mit Rußland.

Das neue französische Kabinett parlamentsentscheldung am Donnerstag.

Aufgedeckter putsch inGrtechenland

Wie Havas aus Athen meldet, sind die Führer der demokratischen Parteien, Kafandaris, Papana- ftaflu und Michalapulos sowie einige Politiker und Journalisten wegen angeblicher Ber­sch w ö r u n g gegen das Regime verhaftet worden und sollen auf die Insel Naxos übergeführt werden. Der frühere Minister Eutaxias ist mit der Bildung des Kabinetts beauftragt worden. Hieraus ist zu folgern, daß der Präsident des Kassationshofes, der für den Ministerpräsidentenposten in Aussicht ge­nommen war, die Bildung des Kabinetts abge­lehnt hat.

Pangalos an das Volk.

Wie Havas aus Athen berichtet, hat General Pangalos zur Rechtfertigung seiner Maßnahmen gegen eine Reihe führender Politiker eine Botschaft an das Volk gerichtet, worin er erklärt, die Politik der Reaktion hätte seine Bemühungen um eine Versöhnung der Parteien vereitelt und sich auf den Weg des A u f st a n d s und der Verschwö­rung begeben. Die Regierung und die zuständi­gen Behörden seien im Besitz unbestreibarer An­zeichen und triftiger Beweise dafür, daß seit dem Juni dieses Jahres gewisse politische Kreise unter dem Vorwand die Freiheit des Volkes zu verteidi­gen sich damit befaßten, Komplotte und umstürzleri- sehe Bewegungen anzuzetteln, die planmäßig die finanziellen und politischen Interessen des Landes untergraben sollen. Es beständen ernste Hinweise dafür, daß die Ermordung des Staats­oberhauptes aeplant gewesen sei. Man be­sitze u. a. ein von Plastiras unterzeichnetes Schrei­ben, vom 7. Juni datiert, worin dieser seinen Mit­arbeitern in Athen Anweisung über die Notwendig­keit einer Ermordung des Präsidenten der Republik sofort bei Ausbruch der gevlanten Beweguna ge­geben hat. Pangalos erklärt in feiner Botschaft zum Schluß: Getragen von der ungeheuren Mehr- heft des Volkes werden wir unser Werk des Wieder­aufbaues des Staates fortsetzen und dieses Werk demnächst dem freien Urteil des Volkes vermittelst von Wahlen unterbreiten.

birett erhob und sie nicht über das Auswärtige Amt leitete, schließen die Blätter, daß die Kom­mission i^rem Schreiben keinen offiziellen Charak- ter geben wollte.

Das Reichskabinett nahm den Bericht des Reichswehrministers über daS Schreiben, welches die Interalliierte Militärkonttollkommifsion kürzlich an den Reichskommissar und Dertteter der deutschen Regierung gegenüber der Interalliierten Militär- konttollkommission gerichtet hat, entgegen. Das Reichskabinett pflichtete den Ausführungen des Reichswehrministers bei und war mit der von ihm vorgeschlagenen weiteren Behandlung der Ange- legenhett einverstanden.

* Telegramm des Reichskanzlers an Seipel. Der Reichskanzler richtete an den B undeSkanzler a. D. Prälat Dr. Seipel folgendes Telegramm: Empfangen Sie, sehr verehrter Herr Prälat, zu Ihrem fünfzigsten Geburtstage meine auf­richtigsten herzlichsten Glückwünsche. Möge es Ihnen vergönnt fein, Ihre unermüdliche Arbeitskraft noch lange im Dienste für Ihr Land und Ihr Volk er- folarrich etnuifefcen. Reichskanzler Dr. Marx."

Minister Dr. Bell, der jetzt das Reichsjustizmini- terium zugleich mit dem Ministerium für die be» etzten Gebiete verwaltet, steht vor großen Aufga- >en. Im Reichsjustizministerium selber wird es ich in der Hauptsache um die Aenderung bezw vollständige Neuordnung des Strafvoll, z u g s handeln. Die diesbezüglichen Vorarbeiten sind schon seit langem im Gang. Der Entwurf wird, da die Ausführung des Strafvollzugs den Ländern obliegt, die Form eines Rahmengesetzes haben, welches bindende Richtlinien aufstellt, die von den Ländern bei ihren Maßnahmen dann be­rücksichtigt werden müssen.

Als Minister für die besetzten Gebiete betrachtet Dr. Bell es als feine Hauptaufgabe, dahin zu wir­ken, daß das Ehrendenkmal für die G e f a l l e n e n des Weltkrieges an den Rhein kommt. Der Rhein ist der Schickfalsstrom nicht nur Deutsch­lands, sondern Europas. Am Rhein ist die deut­sche Heimat wieder im Laufe der Jahrhunderte verteidigt worden und der Rhein spielte auch im letzten Weltkrieg eine entscheidende Rolle. Aus diesen Erwägungen heraus wird man die Bemü­hungen des Reichsministers für die besetzten Ge­biete durchaus verstehen und billigen müßen, die dahin gehen, daß das Denkmal für die Toten am Rhein seine Aufstellung findet.

Der Reichsminister für die besetzten Gebiete wird weiterhin wegen der letzten Vorkommnisse in der Pfalz und in Koblenz die nötigen Schritte unternehmen. Das Verhalten der Besa-

uldaerZertung

__Anzeiger für die Skadl und den Kreis Fulda. Amfliches Kreisblakk.