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Fuldaer Leitung

den

Die

ihren Zaubereien im Wohnraum geduldet. Er sollte heute zum ersten Male sehen, wie sich die Beschwörung

etn auf bet

des zukunstverheißenden

Seltas, der wahrlich terte heimlich vor dem, sollte. Er wußte ganz

be­fall fiel

Gottes vollzog.

keine Angstgefühle kannte, zkl- was sich in Kürze offenbaren genau, daß bald Ungeheures

an­tot, sich

Seine Züge erhellten sich und die Augen stierten dauernd auf einen Punkt. Er sah Ingo und Gisla bewegungslos daliegen. Ein Freudenschrei entrang fernem Munde, dann zog er sich zurück.

Es dauerte noch einen Augenblick und alles war endigt. Die unheimliche Frau machte Licht und ihren Gast lächelnd an. Dessen wächsernes Gesicht ihr auf und setzte sie in Erstaunen.

begab sich auf den Rückweg.

Ein triumphierendes Lächeln verfolgte ihn.

Dabei sprach sie unausgesetzt geheimnisvolle, für Oberpriester unverständliche Worte aus.

Dieser war ja schon öfters hier gewesen, jedoch solch unheimlicher Druck wie heute hatte noch nie ihm gelastet. Auch hatte ihn die Seherin noch nie

»Nun, Seltas, habt ihr was erspäht? Es ist eigent­lich verboten, in den Tümpel zu schauen, in dem sich d»e Geister umhertummeln!'

Ich habe alles gesehen und ich freue mich, daß mir die Götter gnädig sind zum Wohle unseres ganzen (Stam­mes. Ihr seid groß, Kalchak, größer wohl wie mancher Gott, zwar bin ich alt, doch was heute meine Augen sahen, war für sie noch niemals dagewesen!'

Seit ihr zufrieden von dem, was ihr gesehen habt, ich bin es nicht. Aber für euch freut es mich, glaubt mir das, Priester!'

Ihr habt noch lange nicht alles geschaut", fuhr dke Seherin fort, doch ihr sollt es auch nicht wissen".

Seltas lachte. Er wußte doch genug, denn das, was er gesehen hatte, war doch wahrlich für ihn die Haupr- fache. Er stand auf, verließ ohne Gruß die fiöfjle unv

Lichtfülle zog sich verneigend über dem großen Gesäße zusammen, hinter dem mit hocherhobenen Händen die Seherin stand, die sich nun über die Flüssigkeit beugte und die Hände und Anne in komischen Bewegungen darüber wand.

Seltas, welcher ganz dem Irdischen entrückt war, stand ganz mechanisch auf und sah in den Behälter.

und Arbeit ist. Sehr zu begrüßen schien es mir, daß Arbeiter zu ihrem Direktor. Er mußte erscheinen bei ihren Festen. An den Wänden hingen Ehren­gaben, die sie im gewidmet hatten. Ein ganz an­derer Geist wehte in dem Werk. Betriebsrat und Syndikus konnten in die Sommerfrische gehen, denn sie hatten beide eigentlich nichts zu tun, weil alles, was getan werden konnte, freiwillig getan wurde. So ruht sich wohl ein Maschinist aus, wenn endlich das Feuerchen, das nicht brennen wollte, nun von alleine lustig flammt. Noch eins fiel mir aus. Die Arbeiter, die in ihrem Direktor einen verständigen und wohlwollenden Mann sahen, waren es durch­aus zufrieden, daß derselbe eine schöne Billa hatte, während sie doch mit einer ärmlichen Wohnung vorlieb nehmen mußten. Tiefster Instinkt sagt eben, daß des Lebens Lose verschieden fallen. Wenn es nur noch menschenwürdig ist, wenn feder nur leben kann und wenn nur die Brücke des Menschlichen von einem zum anderen und von Palast zur Hütte geht, dann ist es schon gut, so gut, wie es auf dieser Welt der Gewitter und Wolkenbrüche nur sein kann. Wie ich mir diese Männer der praktischen sozialen Tat ansah, wurde es mir auf einmal klar, wie viel alle die dort versammelten Herren sich vollkommen darüber klar geworden waren, daß man vonseiten der Industrie alles, was möglich, tun müsse, um zu helfen. Man weiß, oder wenigstens einige wißen es, daß eine Verzweiflung der Massen alles, Be­sitzer und Werk, mit sich sortreißen würde in einem schrecklichen Brande.

So ist aber der Mensch, daß er sich erst regt, wenn er interessiert ist mit seinem Hab und Gut. Sind Mefe sozialen Regungen auch schließlich mehr Eigenliebe als christliche Nächstenliebe, so ebnen sie doch den Weg zum sozialen Verständnis. Denn das ist die erste Vorbedingung, daß man weiß um die Not. Und nun war es interessant, zu bemerken, wie sich doch manche Direktoren bemühen, auch wirk­liches, ehrliches Wohlwollen zu zeigen. Da war einer, der beiläufig erzählte, wie er zu Weihnachten die Kuder von Über 500 Arbeiterfamilien voll­kommen neu ausgestattet habe. Das war eine Freude gewesen. Und waren auch viele Kommu- nrften darunter, auch denen ist schließlich das Hemd näher als der Kommunismus. Der gleiche hatte obendrein jeder Arbeiterfamilie 6 Zentner Briketts geschenkt. Und die Folge? Eine echte Liebe der mehr eine einzige T a t wert ist, als noch so viel Reden über soziale Gesinnung . . .

2. Blatt.

Druck der Fuldaer AcNendruckerei. Fulda.

Em Mer Sommerabend. Doppelt wohltuend nach all den Wolkenbrüchen. Man wandert gemach um Haus und Zaun und freut sich, daß es noch steht. Der Eseu klettert wie immer. Rosen neigen sich schwer im Duft der lauen Kühle. Einen schier unendlichen Blütenreichtum tragen etwas steif die roten Geranien, Sitten aber ragen herrscherlich stolz in ihrem leuchtenden Weiß. Seid mir gegrüßt, fünfte Boten der Mutter Erde und der strahlenden Sonne. Eine kleine Gesellschaft hat sich versammelt. Man ging erst zu zwei ruck) zwei die vielfach ver­schlungenen Wege des Parkes. Nun steht man um den Fischteich herum und wirft Brosamen, nach denen fett» Karpfen begierig schnappen. Aber schon ist es zu dunkel, als daß man von ihren Kör­pern mehr sehen könnte als gtertenbe Schatten. So zieht man sich nach und nach in die nahe Laube. Nur Herren. GervD fehlen die Damen. Wenn Herren ohne die Damen beisammen sind, fehlt halt etwas. Mcm muß den unzufriedensten Männern nur ein» mal für ein paar Tage ihre Frauen nehmen, und schon strecken sie hilfeflehend tbce Hände nach allen Seiten. Komm doch wieder, Liebste. Es war ja nicht so schlimm gemeint. Wer sorgt denn für mein Frühstück?

Aber heute waren es wirklich nur Männer. Und zwar gehörten all diese Männer der Industrie an. Man merkt das gleich an ihren klaren Worten und an ihren scharfen Mundwinkeln. Sie sprechen graziös und doch bestimmt. Auch wenn sie schlank sind, verrät ihr ganzes Wesen eine gewisse Schwere. Tisch, Stühle, Gläser und Zigarren, alles ist solid. Daran erkenne ich die alte Firma. Zuweilen kom­men sie mir vor wie Kapitäne auf der Kommando­brücke. Die See geht hoch. Aber sie denken, daß zrmr Verzweifeln immer noch Zeit und sehen inzwi­schen nach dem Rechten. Natürlich nütze ich die Gele­genheit. Man kann immer etwas lernen. Das Schönste bleibt doch das Zuhören, wenn gescheite Männer etwas sagen. Wir sprechen über die Wirt­schaftslage und die letzten großen Reden. Sie hoffen alle dies und das, aber keiner wagt eine bestimmte Meinung. Es sind Männer der Realität. Eine Symphatie mit Caillaux ist unverkennbar. Es ist das Vertrauen auf den Fachmann. Mcm gönnt ihm Erfolg, denn man ist nachgerade überzeugt von der europäischen Solidarität der Interessen. Je gesun­der ein Land, um so besser geht es den Nach­barn. Genau wie in einer Stadt auch der Kauf­mann geschädigt wird, wenn der Arbefter ohne Geld

Vögeln bedeckt. Sie schien sich ihrer gar nicht erweh­ren zu können.

Was wollt ihr hier, Verächter und Berleurnder der Menschheit," kreischte ihre Stimme den Oberpiester an.

Verachtet ihr nicht auch die Menschheit?" gab Sei- tos zurück,laßt doch einmal eure Schimpfworte, ihr wißt doch, wie gut ich euch zu leiden habe."

Die Vögel zwitscherten, ein Rabe krähte, ein Geier krächzte und die Alte wand sich vor Lachen.

j)ört ihr, die Tiere lachen sogar, sie haben auch vernommen, was ihr eben gesagt habt. Ihr habt mich gut zu leiden?, hi hi hi, könnt ihr überhaupt einem Menschen gut fein? Ihr seid ja der Vertreter des Loki, hi hi hi!"

Nun laßt das ärgerliche Reden, Alte. Ich bin nich» hierher gekommen, um mir von euch Worte mit grobem Sinne sagen zu lassen. Wir haben über wichtige Sa- chen zu sprechen."

Die alte Ä he rin sah mißtrauisch zu Seltas empor. Ihre Augen die klar wie das reinste Wasser waren, hü­bet en einen scharfen Kontrast mit dem übrigen Antlitz, welches von unzähligen Falten und Runzeln durchzo- gen war.

Langsam, Priester", erwiderte sie endlich, ihr roer­bet noch früh genug erfahren, was heute die Geister sprechen."

Darauf humpelte sie vorwärts in die Höhle. Seltas folgte ihr nach. Als er tn die Behausung der Alten eintrat, überlief ihn ein Grauen. Alle Tiere waren ihr gefolgt Die Katzen begannen eine jammervolle Musik zu machen. Mit einem zärtlichen Wort gebot die Kal schak Ruhe. Dann nahm sie aus einer Ecke ein großes, rundes, trogähnliches Gefäß und stellte es auf einen Tisch nieder. In einer Ecke brannte ein Licht, welche, sie nun auslöschte.

Der Oberpriester setzte sich auf einen Stein und mat­tete der Dinge, die du fommen sollten Er hielt viel aus die Weissagungen der Seherin, die sich noch nie als unwahr erwiesen hatten.

Sie hantierte immer geschäftigt weiter. Seltas hörte, «ie fi< eine Aufsigksit das hölzerpe Gefäß schüttete.

M (63.

eonntag, >8. Juli 1926.

Nebenan sprangen die Karpfen von Vergnügen, daß es nur so platschte, und es war in dem Teich wohl allerlei Kampf ums Dasein. Ich muß ge­stehen, daß ich mir Fabrikdirektoren im Grunde auch eher wie schwere Karpfen denn als zierliche Goldfifchlsin vorgestellt hatte, aber diese hier, das waren wirklich sympathische Herren. Wir besprachen denn auch allerlei Pläne, um Anschauungen dieses Kreises weiter zu tragen. Hier beteiligte sich vor ollem auch die geistliche Professor, der offenbar gut gelitten war. Und wieder muß ich gestehen, daß mir die Art der Unterhandlungen außerordentlich gefiel. Wenn man so mit Wissenschaftlern über praktische Dinge reden soll, dann bleibt alles leicht grau und voller Theorie. Hier aber war Klarheit des Ent­schlusses. Sie schwankten auch mW gelehrt im Blauen herum, als redeten sie mehr mit den Ster­nen als mit den Menschen auf dieser kleinen Erde. Hatte man Achtung vor akademischerWürde, so meinte man doch, es genüge nicht zu ihrer Aufrechterhaltung, daß man sie bei wachsendem Bäuchlein spazieren führe. Unser ganzes Universitätsproblem wurde mir auf einmal klar. Die Praxis des Lebens schult halt doch ein anderes und ein größeres Format, als die vom breiten und tiefen Menschentum entfernte Wissenschaft. Ich für meinen Teil aber werte Er- ziehungsinstitutc nicht nach dem mehr oder weni­ger hohen Stoff, den sie verkaufen, sondern einzig nach den Menschen, die daraus hervorgehen. Klugheit ist mehr als Vielwisserei und ruhiges Ur­teil mehr als DAdungsmosaik. An meine eigenen Professoren dachte ich zurück und grüßte im Geist- diejenigen unter ihnen, die uns wie Menschen behandelten und uns zu Menschen erzogen, eben weil sie selber gute und ganze Menschen waren.

Nach unb nach wurde es lanllos stille ringsum. Man hörte fast die Bäume atmen. Fern rollten Züge durch die Nacht, und hier und da tutete ein spätes Auto. So friedlich und glücklich waren wir alle und von dem heißen Wunsche erfüllt, es möchte doch der Geist dieser Sommerlaube ins harte Leben eingreffen und die Menschen mit einander ver­söhnen. Die soziale Frage wird nur auf dem Wege der Tat gelöst werden, jener Tat, die der einzelne tun muß und die niemand ihm abnehmen kann, auch nicht der beste Redner. Nachdem wir ein halbes Jahrhundert darüber geredet, wollen wir nun hoffen, daß endlich der Boden bereitet ist für die soziale Tat. Der Mann im Monde.

Kalschak trat vor ihre Hütte. Sie streichelte zärtlich das Hausgetier und sprach zu diesem begütigende Worte. Ja, Seltas hatte nicht alles gesehen, noch lange nicht olles. Er hatte auch nicht die schmalen Züge seiner toten Tochter Dufane entdeckt, die wie ein tiefverschleiertes Wesen auf der Oberfläche der Flüssigkeit zu sehen gewesen wär. Und die Kalschak wußte auch, daß er selbst einige Stunden vor dem Tode seiner Tochter zu jenen Göttern der Unter- well hlnabfegeln würde, die ihn schon lange ersehnten.

Lyrtietzung tplgt.)

geschehen mußte, das sah er kommen und er war ja auch derjenige, der bereit war, den Auftakt zu Hanv- hingen zu geben, die geeignet waren, das ruhige Getriebe seines Stammes in ein Chaos zu verwandeln Was hatte er sich heute geschworen, als er den Todesritt vorn Lager feiner Tochter, die langsam dahinstechte, unter­nommen hatte? Blut und wieder Blut für alle, t>ta schuld an seiner Tochter Elend waren. Er wollte eine neue Aera schaffen. Die himmlischen Sterne sollten für ihn wieder Heller leuchten. Er wollte die finsteren Wol- ken, die über seinem Haupte hingen, mit Gewalt Hin­wegstreifen und nur mehr Aether, himmelblauen Aether sehen.

Ans diesen Gedanken wurde er herausgerissen. Die Seherin rief laute, unverständliche Worte. Seltas hörte sie mit den Füßen trampeln und verspürte einen Luft­hauch, der durch das Gestikulieren mit ihren Armen In der Luft entstand. Undurchdringliche Finsternis herrschre. An den Seinen des Oberpriesters huschten, ihn leise be- rührend, Tiere geräuschlos hin und her. Seine Schweiß, poren öffneten sich und es entflieg feinem Körper cm stinkiger, salziger und muffiger Geruch. Er hörie fein Herz schlagen, ja, er vernahm sogar dessen Doppclschlag». Die Seherin betete weiter, immer lauter, einmal schrei- end, dann wieder in klagende, wimmernde Weisen fallend.

Da wurde auf einmal, wie von Geisterhand erleuchter, der ganze Raum erhellt. Ein blendendes Lichtmeer kam vom Boden und stieg zur Höhe, ein anderes fenfte sich von der Höhe zur Tiefe. Beide trafen sich in der Mille mit enjem jeltjqmen RaujHen und ihre ganze \

Turnen und Sport.

= 12. Thüringer fircisfurnfeff Sind die Deutschen Turnfeste, deren letztes 1923 in München ftattfanb, die größten Veranstaltungen, die die Deutsche Turnerschast kennt waren doch in München mehrere bunbrttau» send Turner versammelt, so folgen ihnen in der Große die Kreisturnfeste, von denen das zwölfte des Kreises Thüringen in Kürze in Jenas Mauern ftattfinben wird. Bei der Bedeutimg der Veranstaltung und bei der Riesenmenge des zu erwartenden Besuches auswärtiger Turner war es von vornherein gegeben, daß auch die Spitzen der Reicks- und Landesbehörden eingeladen wur­den. Eine ganze Reihe Zusagen sind bereits eingegangen. Der Reichsaußenminister, Herr Dr. S t r e s e m a n n, der zu dieser Zeit im Urlaub weilt, hat sich entschuldigen lasten, hat aber fein Interesse für die Deutsche Turner- schäft dadurch zum Ausdruck gebracht, daß er für den besten Zwöltkämpser eine Plakette gestiftet hat. Außer­dem hat auch der Vertreter des 13. Kreises der Deutschen Turnerschaft eine Plakette gestiftet, die der besten Staffel Überreicht werden soll. Die Stifter haben damit kund- getan, daß in Anbetracht der Bedeutung der Veranstal­tung auch eine besondere Auszeichnung für die höchsten Siege am Platze ist. Für die in Frage kommenden Kam- pen' wird der turnerische Wettkampf dadurch einen be. sonderen Anreiz erhalten.

Der Druide und seine Opfer.

Historischer Roman von Stephan Utsch.

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Rach unsäglichen Mühen gelangte er in eine Schlucht, die von riesigen Eichen majestätisch überragt wurde. In dieser trieb sich allerhand Getier herum, dort kro- chen einige Schlangen, dort bewegten sich verschiedene Schildkröten vorwärts, und da hüpften Eidechsen herum. Aus einem großen Felsen saß ein Eulenpaar: andere Sögel zwitscherten in den Bäumen scharenweise herum: kurz, hier gaben sich unzählige Tiere ein Stelldichein, hier, vor der Wohnung der Seherin Kalschak.

Wohnung konnte man eigentlich ihren Aufenthalts- ort nicht nennen am Ende der Schlucht befand sich nämlich eine zirka 20 Fuß tiefe und wohl' 10 Fuß breite Höhle mit einem türähnlichen Eingang, vor dem ebenfalls ein mächtiger Felsblock lag.

Ms die Tiere des Oberpriesters ansichtig wurden, stießen sie ein klägliches Geheul aus, wonach sofort am Höhleneingang die alte Seherin erschien, von einer gan- 3«n Schar schwarzer Katzen umgeben, die sie surrend und wedelnd umgaben. Sie war auf einen langer. Stab gestützt und begrüßte den Oberpriester kaum. Sie schien garnicht erstaunt über dessen Kommen zu fein; Überhaupt ließ ihr ganzes Gebahren erkennen, daß sie nicht gerne Kinder der Welt in ihrer Abgeschiedenhekt sah. Ihr Alter war nicht annähernd abzuschätzen, sie konnte gut zweihundert Jahre alt sein. Auf jeden Fall gab es steinalte vornehme Leute im Stamme, di« sie chon vor unzähligen Jahren gesehen chatten, genau knmLfT e- öa früher war sie öfters zu den tCnrm Ndlnshain gekommen, doch lange baJot nn r'e-nt$ re[)t b0rt gesehen. Es gab über. 2 " t rn»'0e .beugte Germanen, die ihren nambr«^ r 6ie 8° Chatten und Su-

gambrem als eine Heilige.

fi&Ä DOm Über, und als sie nun

lratf maren bald ihr Kopf, ihre fcgiJUrn, ihr Wk ^uyCner Rückeg und ihr Hals von

Eingesandt.

Da ,. Zt. eine Raffeier Straßenbauaesellschast in Fulda ihre Arbeiten ausführt, so ist ihr zum Ab­kochen von Teermassen der Viehmarktplatz zur Verfügung gestellt worden. Die Stratzenbaugesellschaft befördert vom Viehmarktplatz die erforderlichen Teer- maffen in Motorwagen nach verschiedenen Straßen der Stadt. Seit einigen Tagen beginnt diese Arbeit mor­gens früh um 4 Uhr, am Samstag morgens früh um/tS Uhr. Zu dieser Zeit wird die Arbeit aufgenommen mit Zerschlagen, Hämmern und Feuern, sodaß jede Nachtruhe in weitem Umkreis gestört ist. ES ist saft nicht glaublich, daß dieser geschilderte Zu­stand im Zentrum der Stadt gebilligt wird. Man sollte doch mehr Rücksicht zeigen allein für Kranke, Nervöse und Fremde, die z. Zt. sich in der Nachbarschaft be- finden. ES ist auch zu mancher Zeit nicht möglich, die Fenster offen zu halten, wegen Einströmung von üblem Geruch der Teerwolken. Vielleicht übernimmt die Be- Hörde die nötigen Schritte, daß wenigstens den An­wohnern die nächtliche Ruhe erhalten bleibt.

Mehrere Anwohner des ViehmarkipiatzeS.

Die christlichen Gewerkschaften.

Das Urteil eines Engländers.

A. G. Church, Gewerkschaftssekretär und ehe­mals Labour-Abgeordneter und parlamentarischer Sekretär im Handelsministerium unter der Labour- Regierung, hat im April d. I. eine feiner häufigen Steifen nach Deutschland dem Studium der ch r i st- lichen Gewerkschaften gewidmet. Die Gin­labung dazu ging von den Slbgeordneten Sieger» wald und Brüning aus. Ursprünglich war beab­sichtigt, eine offizielle Abordnung der englischen Gewerkschaften zu einer solchen Studienreise zu veranlassen. Die Entwicklung der englischen Koh­lenkrise durchkreuzte diesen Plan, und Church hat ihn deshalb vorerst auf eigene Faust ausgeführt.

Er hat, wie die K. V. meldet, den englischen Gewerkschaften und der Labour-Party einen knap­pen Bericht über seine Eindrücke vorgelegt. Seine Hauptabsicht ist, Informationen über den in Eng­land sehr wenig bekannten Gegenstand seiner Reise beizubringen, aber ein starker Unterton non Sym­pathie bricht überall durch. Er beklagt, daß die englischen Gewerkschaften mit Rücksicht auf ihre Be­ziehungen zu den s o z i a l i st i s ch e n Gr-vcrkschaf- tett Deutschlands eine so starke Minderheit in der deutschen Arbeiterbewegung ignorieren zu muffen klauben. Der Bericht, der hier nur ganz kurz skizziert werden kann, knüpft an die geläufizst'n englischen Borurteile gegen die christlichen Ge­werkschaften an und zeigt, daß diese nicht ihre Mitgliedschaft auf Katholiken beschränken oder sich vom katholischen Klerus beherrschen lassen, daß sie mit den sozialistischen Gewerkschaften nicht aus dem Kriegsfuß stehen, daß sie nicht reaktionä­ren Tendenzen unterliegen, daß ihre Täftgkeit nicht hie Arbeiterbewegung als Ganzes schwächt, son­dern ht vielen Fällen stärkt und daß ihre Gefolg­schaft, weit entfernt, eine belanglose Minderheit darzustellen, reichlich einem Viertel derjenigen der freien Gewerkschaften gleichkommt.

Ehurch beschränkt sich in seinem Schlußwort auf .Me Feststellung, daß die christlichen Gewerkschaften »eine tatsächliche Macht im deutschen Volksleben darstellen und daß die englischen Gewerkschaften es sich nicht lefften können, über sie hinwegzusehen. Me auch immer die deutschen sozialistischen Ge- werkschaften sich zur christlichen Gewerkschaftsbewe­gung oder diese zu jenen stellen mögen, ihre Hal- tung sollte nicht für die Beziehungen zwischen un­seren eigenen Gewerkschaften und den deuffchen maßgebend sein. Die Anerkennung eines Arbei­terverbandes durch den anderen muß letzten Endes von der Identität ihrer Interessen als Arbeiter ab­hängen, gleichviel, wie sie politisch gerichtet sein oder was sie religiös glauben mögen. Das Ziel der christlichen Gewerkschaften scheint dasselbe zu fein wie das Ziel der englischen Gewerkschaften. Die Methoden mögen leicht voneinander abweichen, aber die bestehende Aehnstchkeit im Ziel, in den Methoden und in der allgemeinen Einstellung sind ausreichend, um die Aufnahme von Verhandlungen zu rechffertigen."

Church, der ein Mann von erheblicher praktffch- volitischer Erfahrung ist, regt diese Verhandlungen nicht dem bloßen Verhandeln zuliebe an. Um ein Beispiel zu wählen: Unter den Deutschen hat sicht­lich die starke Persönlichkeit Imbuschs einen nachhaltigen Eindruck auf ihn gemacht. Und eine engere Fühlung mit dem christlich organisierten Tetl der deutschen Bergarbeiterschaft könnte auch die englischen Arbeiter einer Reorganisation des Bergbaues in internationalem Rahmen nur näher »ringen.

tleties aus Frankfurt.

Der Arbeitsmarkt in Frankfurt a. 2IL Der Stand oer Arbitslostgkeit ist auch in der vergangenen Woche ziemlich gleich geblieben. Zu Beginn der Woche standen W.072 Arbeitsuchende zur Verfügung, dazu kamen 1730 Neumeldungen, sodaß die Gesamtzahl der zur Ver- fügung stehenden Arbeitslosen 26.808 betrug. Am Schluß der Berichikwoche standen 25 163 Arbeitsuchende zur Ver- fügung. Die Zahl der angebotenen und besetzten Stellen hat sich nicht nennenswert geändert.

Betrügerischer Bankerott. Die Dorftandsmitglie» der der Schuhfabrik Kowes u. Schütz A.-G. Rödel- Heimer Hoogstraße, Max Kowes und Eduard Schütz rour- den unter dem Verdacht des betrügerischen Bankerottes und Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen. Im vorigen Jahre entstand in dem Anwesen der Firma etn umfangreicher Brand, der erheblichen Schaden anrichtete. Schon damals wurde von sachverständiger Seite die Bei- mutung ausgesprochen, daß hier Brandstiftung oortiege. Inzwischen geriet die Gesellschaft in weitere finanzielle Schwierigkeiten, die zur Verhängung der Geschäftsauf- sicht und schließlich zum Konkurse führten. Die Unter, suchung der ganzen Angelegenheit hat nunmehr zur Ver­haftung der Vorstandsmitglieder geführt.

Rund nm die Woche.

Sommer «nv Wolkenbruch. Karpfen unb Fabrikdirektoreu. Soziale Talon.

Der Kölner Dom in Gefahr!

Das hervorragendste nationale Kunstdenkmal auf deutschem Boden, das Wahrzeichen deutscher Einigkeit, ist bedroht Sein Gestein Mit nicht stand. Die Bauschäden werden täglich größer. Mit kleinen Mitteln kann nicht mehr geholfen werden, wenn nicht aus der bisherigen Absturzgefahr einzelner Teile eine Ein­sturzgefahr für konstruktiv wichtige Bauteile entstehen soll. Es handelt sich jetzt darum, ob wir das Nationaldenkmal am deutschen Strome erhalten oder verfallen lassen wollen.

Der Zentral-Dombau-Verein

ruft alle Kreise und Schichten des deutschen Volkes auf. Denn trotz der Not der Zeit ist die unversehrte Erhaltung des Domes eine Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes, der es sich nicht entziehen kann, ohne sich.selbst aufzugeben.

Tretet dem Dombau-Verein beil

i' Unser Ruf geht zunächst an die Kölner, die den Dom in ihren Mauern bergen und stets seine opfer- :' freudigsten Freunde und Hüter waren.

Alsdann an die übrigen Rheinländer, denen Dom und Strom die untrennbaren ewigen Symbole der Heimat und des Glückes sind.

SchieflUch an das ganze deutsche Volk, das sich dem treuen Wächter am deutschen Rheine gerade #j£tzt, wo er ihpi wieder gesichert ist, in alter Liebe und neuer Begeisterung zuwenden wird.

jy '" '' Für den Vorstand des Zentral-Dombau-Vereins:

> / Karl Josef Kardinal Schutte, Erzbischof von Köln

L Ehrenvorsitzender.

Reichsminister a. D. Dr. Frenken

t, L ... Präsident.

Konsul- Helnr. SKaqs' Kommerzienrat Alfred Neven-DuMont Geb. u. Oberbaurat Hertel

stellv. Präsident ? Schriftführer. Dombaumeister.

Koquuerzlenrat Dr. Ahn, Dompropet Dr. Middendorf, Erzdißzesanbaurat Renard, ' Jacob SchtnltxwVaMkenberg, Bankdirektor Wilhelm Schmitz,

1 ' * \ -X- -r

___jw: In

..4..._ Vorstehendem Aufruf schließen wir uns mit der Bitte an, recht zahlreich Mitglied des Zentral-Donf au- Vereins zu Köln zu werden. Kölner, Rheinländer, Deutsche, werdet alle Mitglied und hellt dadurch, den -Kölner Dom zu retten! > . '

; Dr. h.' c. Adenauer, Oberbürgermeister von Köln« rDr. h, c. Fach«, OberprSsident der Rheinprovinz.

, Dr. h. c. Horion, Landeshauptmann der Rheinprovinz.

Der MindestSeftrag für Vereinsmitglieder beträgt Mk. 3,. Beitrittserklärungen sind zu richten an das Sekretariat des Zentral-Dombau-Vereins e. V., Köln, Dombauhütte. Geldspenden und Mitgliedsbeiträge werden erbeten auf das Postscheckkonto des Vereins: Köln Nr. 53169.