Zur Schulpolitik Preußens.
Zur dritten Beratung des Haushalts des Mini- stermms für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung iw. preußischen Landtag hatte das Zent-um drei bedeutsame Anträge eingebracht, deren Ablehnung aufs neue bewttst, wie wenig Verständnis katholischen Belange bei anderen Parteien finden.
Der erste Antrag (Nr. 3892) betraf die in vieren katholischen Gegenden bestehenden Re k t o r a ts- schulen. Es wurde beantragt, dieselben „ihrem Charakter und ihren Bedürfnissen entsprechend aus dem Aufsichtsbereich der Bezirksregierungen herauszunehmen und sie unter Wahrung ihrer Eigenart in das Gesamtsystem der höheren Schulen ein- zugliedern und demgemäß der Aufsicht der Pro- vinzialschulkollegien zu unterstellen." Der Antrag wurde von keiner Partei, außer dem Zentrum unterstützt.
Der zweite Antrag (Nr. 3893) versucht unpari. tätische Verhältnisse an höheren Schulen zu befeiti*
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Nr. 158.
Anzeiger für die Stadt und den Kreis Fulda.
Erscheint sechsmal wöchentlich. SBocbenbeitageit: Illustrierte Bei- loae“ und .Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendru/erei In Fulda. Fernkvrecher Rr. 9.
Monatlicher Be,uaSNreir: 1.50 Mk.
Dienstag, 13. 3uli 1926.
Amtliches Kreisblakk.
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Zahrg. 53.
Nach der Uammerentfcheidung.
Irgendwelche Gedanken der Schadenfreude liegen uns fern. Aber wir stellen doch mit einer gewissen Genugtuung fest, daß auch die f r a n z ö - fische Regierung gegenwärtig in schärfstem Konvikte mit den Elsässern liegt. Verrauscht sind die Blütenträume des Jahres 1918, wo das Elsaß die Franzosen als Befreier begrüßte, während ganz Deutschland in der furchtbarsten Not lebte. Verrauscht sind damit die übertriebenen Hoffnungen der Elsässer, und sie sehen sich einer Regierung gegenüber, die sie auf das schärfste bekämpfen. Es ist nicht Berlin, wohl aber Paris.
Bekanntlich war die Behandlung der Elsässer durch die deutsche Regierung nicht eben glücklich und die tiefste Ursache des Weltkrieges ist diese Tatsache geworden. Wäre eine Aussöhnung des Landes mit Deutschland innerlich möglich geworden, so würde die französische Agitation lächerlich gewesen sein, so war sie es leider nicht, im Gegenteil, je länger, desto mehr konnte sie auf unerfreuliche Vorgänge an den Vogesen Hinweisen und den Ruf nach dem Elsaß immer stärker erheben, trotz allem.
Heute liegen die Dinge natürlich vollkommen anders. Die elsässische Bewegung von heute ist sich im wesentlichen gleichgeblieben; sie ist ein pronon- cierter Regionalismus, oder, wie man sonst zu sagen pflegt, Partikula rismus. Nicht Paris, sondern Straßburg lautet die Losung! Träger der Bewegung ist der H e i m a t b u n d, in dem wieder die Geistlichkeit eine gewichtige Rolle spielt,
nommen. Den ersten Nachrichten zufolge hat sich die Aktion ohne große Schwierigkeiten durchführen lassen. Es sind mehrere Unterwerfungen zu verzeichnen, insbesondere diejenige der Beni Ab- dallah, der Beni Suimet und der Beni Makebel sowie die Unterwerfung des Dissrdentenführers Bel- gaor Azoroluab. Zwei Söhne desselben setzten den Widerstand fort. Aus der s p a n i s ch e n Zone wild bei mehreren Abteilen der Senhadja von Srair eine g e w i s s e G ä h r u n g gemeldet. Die Offen- sive im Abschnitt von Taza ist fortgesetzt worden.
Vie Kämpfe in Lhina.
Die unter dem General Tschuyupu vereinigten Truppen haben den allgemeinen Angriff auf die Volksarmee bei Tschangping begonnen. Morgens war starker Kanonendonner fjärbur. Man spricht von schweren Kämpfen, deren Ergebnisse bisher noch nicht bekannt sind.
Reichskanzler Zr. Marx feiert die deutsche Jugend.
Kede zum Mschluh der Kampfspiele in Köln. — Gegen Pessimismus und Mißmut. — Ueberwundener Kastengeist.
Brasilien und Genf.
„New-Aork Herold" meldet aus Genf, daß die brasilianische Delegation beim Völkerbund die Weisung erhielt. Genf ru verlassen.
Die Lage in Marokko.
. „havas" meldet aus Rabat: Die franzöfi. lchen Truppen find im Frontabschnitt von Taza, ein Druck auf die Dissidenten ausgeübt w.rv, ^citer vorgerückt. Man habe verschiedene llrategisch wichtige Punkte besetzt.
. Wie „Hovas" aus Rabat meldet, haben Truppen J ^5"öösifchen Mission im Frontabschnitt von Taza ^stnsive ergriffen und eine Höhenlinie, die vom ^bel Tanut zum Djebbel Bulbib zieht, einge-
Unsere deutsche Jugend sie soll leben hoch, hoch, hoch!
Nach dem Reichskanzler führte Staatssekretär z. D. Dr. L e w a l d aus: Die Zweiten Deutschen Kampfspiele haben ihr Ende erreicht. Eine Woche großer, heißumstrittener Kämpfe und erhebender Tage liegt hinter uns. Doller Bewegung danken wir unserem ehrwürdigen Reichspräsidenten, der uns zum Beginn und soeben durch Reichskanzler Dr. Marx ausgesprochen hat, daß er ein Bannerträger unserer Bewegung ist. Wir danken dem Reichskanzler, daß er hierher geeilt ist, um uns zu versichern, daß die deutsche Reichsregierung die große Kulturbewegung, der wir dienen, mit aller Kraft unterstützt. Wir danken der Stadt Köln, ihrem Oberhaupt und seinen Mitarbeitern für di- herrlichen Stätten des Kampfes, die sie dem deutschen Sport bereitgestellt haben. Aus allen Gebie- ten der Leibesübungen waren die Besten nach Köln geeilt, um in einem Wettstreit die Sieger zu küren. Alle Kämpfe zeugten von Kraft, Gesundheit und dem leidenschaftlichen Willen der deutschen Jugend, sich zu behaupten. Ein Volk, das eine solche Ju- gend besitzt, kann nicht untergehen. Vor mir steht die Schar der Sieger und Siegerinnen, deren Anblick jedes deutsche Herz neu schlagen läßt. Ge- kämpft haben sie um die Ehre ihres Vereins, ihres Bundes und der Stadt, der sie angehören. Als Lohn reichen wir ihnen den Eichenkranz und die Erinnerungsplatte aus Erz. Sie trägt als Snmbol das Bild des kühnen Ringers und den Umriß des Domes, in dessen geheiligten Hallen diese Spiele mit Gotteswort eingeweiht wurden und dessen gewaltige Türme auf uns niederschauen. Die Ehrung, die die deutsche Turn- und Sportwelt ihnen als Kampfessieger zuteil werden läßt, gilt auch für ihre Genossen, die mit ihnen kämpften. Sie sind die Hüter eines hohen Kulturwertes.
Vererben Sie Ihre siegreiche, bewährte Kraft kommenden Geschlechtern! Ihnen allen, die Sie hier in der weiten Runde der Hauptkampfbahn versammelt sind, rufe ich ein Auf Wiedersehen bei den Dritten Deutschen Kampfspielen 1930 zu! Meine Glückwünsche für die Siegerinnen und Sieger und für die Aufgabe der Deutschen Kampfspiele faste ich zusammen in dem Ruf: Den Deutschen Kampf- splelen-Siegerinnen und Siegern ein dreifach donnerndes Hoch!
Politischer Mord.
Havas berichtet aus Beirut, daß der Präfekt von Homs ermordet worden ist. Man nehme an, daß die Tat auf Veranlassung des revolutionären Komitees erfolgte.
..... Jranf mehr wert ist, als er an der Börse notiert wird, aber es hängt von dem Willen der Franzosen selbst ab, ob sein Wert zunehmen wird. Frankreich mutz sich selbst helfen, dann wird ihm das Glück wieder günstig werden."
einträchtig zum Widerstande gegen Paris zusammengefunden. Hinzu kommen noch bestimmte Abneigungen gegen die französische Schulpolitik, die der Mehrheit der Bevölkerung atheistisch erscheint und es auch im wesentlichen ist; kurzum es ist ein starker Konfliktstoff vorbanden, der kulturell und staatspolitisch unterbaut ist.
Der elsässische Förderalismus hat sich verstärkt und ist sich gerade im Zusammenstöße mit dem vielleicht zentralistischsten Lande Europas erst seiner eigentlichen Kräfte bewußt geworden. Er ist eine Macht, mit dem die Pariser Regierung wird rechnen müssen. Sie tut es auch, aber vorläufig glaubt sie mit scharfem Zugreifen zum Ziele zu kommen, wobei sie übersieht, daß die elsässischen Kräfte ganz anders unterbaut sind, als etwa der Regionalismus der Bretagne, der in jahrhundertaltem Ringen müde geworden ist. Sie übersieht weiter die einzigartige Lage des Elsaß unter den Gebieten Frankreichs und die moralische Position, die es mm einmal als „w i e d e rg e w o n n e n e s" Land besitzt. Es ist ganz fraglos, daß die Aufbäumung des elsässischen Regionalismus für Frankreich ein ernstes und bisher unbekanntes Problem darstellt. Das Elsaß von 1926 ist nicht mehr mit dem von 1870 zu vergleichen. Unterdessen ist so viel geschehen, was gerade die, sagen wir einmal, förderalistischen und begen- tralistischen Kräfte im Elsaß gestärkt hat. daß der Kamvf für das Elsaß auf die Dauer nicht ungünstig steht und dies wird dann besonders der Fall sein, wenn die Pariser Regierung genau wie die deutsche Märtyrer schafft, was sie scheinbar vor hat.
Wir verfolgen als Deutsche den Kampf nicht ohne stärkeres inneres Interesse. Das Elsaß har seinen Willen 1918 bekommen, aber unausrottbar ist natürlich das Gefühl, daß die Elsässer im Grunde unserer Sprache und unserer Art sind. Politische Ideen liegen uns fern — sie spielen auch keine Rolle — aber kulturpolitisch sind wir engagiert und
Furchtbare WHM-Atastrophe in Amerika.
Ein Zehntel des gesamten Munitionsvorrates der amerikanischen Marine in die Luft geflogen. — Zahlreiche Tote und Vermißte. — Sachschaden von 85 Mill. Dollars.
Elsaß.
Wir Deutsche verfolgen naturgemäß die besonderen Verhältnisse des Elsaß gern, trotz allem, was geschehen ist. Eine Zeitlang war es bei uns Mode, dies Thema überhaupt nicht mehr zu berühren. Das war auch richtig so und bewies einen beachtenswerten politischen Takt. Aber heute haben sich die Dinge doch wesentlich gewandelt und die deutsche Presse tut wieder gut, vom Elsaß und seinen Bewohnern, ihren Kämpfen und ihren Hoffnungen die Leser zu unterrichten.
Nach Abschluß der Zweiten Kampfspiele hielt Reichskanzler Dr. Marx in Köln eine Rede, in der er zunächst namentlich den Siegern der Kamvfspiele die herzlichsten GrüßedesReichspräsiden- ten übermittelte, der besonders lebhaft mit ihm das Programm dieser Woche besprochen habe und es lebhaft bebaure, dringender Pflichten wegen in Berlin zurückgehalten zu sein.
Der Reichskanzler führte etwa aus: Ich gehe von hier nach Berlin zurück. Es soll mir keiner mehr weder in Berlin noch sonst in deutschen San- Öen von Pessimismus und Mißmut fpre- chen. Frohen Herzens gehe ich von hier weg. Wir haben schwere Jahre hinter uns. Schwere Sorgen der Gegenwart liegen auf uns. Aber die Zukunft erstrahlt in s ch ö n st e m L i ch t. Wir haben eine Jugend, auf die wir uns verlassen können. (Lang anhaltender Beifall.) Der deutsche Name gewinnt von Tag zu Tag mehr an Ansehen und Achtung in der ganzen Welt. Die Nebel, die über dem Ruhm des deutschen Landes lagen, haben sich zerstreut. Abgesehen von vielen anderen sind namentlich in den letzten Wochen und Monaten unsere Sportsfreunde dabesi den RuhmDeutschlands auch durch die Pflege des Sports im schönsten und edelsten Sinne des Wortes im Auslande zu heben und zu vertiefen. Allen sei Dank, die draußen im Auslande diesen Ruhm zu vermehren geholfen haben. Es lebe das alte, treue, gute, kräftige, gesunde und ideale deutsche Volk! (Anhaltender Beifall.) Es ist nicht nieder zu kriegen. Gott sei Dank, die Welt hat es nötig! Das deutsche Volk hat eine Mission in der Weltgeschichte zu erfüllen. Wir, die wir die schonen früheren Zeiten erlebten, wir stehen jetzt hoffnungsvoll und hoffnungsfreudig vor unserer Jugend, die n i ch t m e h r irgendwie durch soziale, wirtschaftliche und Standesunterschiede auseinan d e r g e z e r r t ist. Im Sport, da wollen wir uns vereinigen und wieder stählen und unsere Gesundheit pflegen. Alles andere tritt zurück. Dem deutschen Nationalbewußtsein wollen wir dienen, und so, meine Damen und Herren, wollen wir den Siegern, die jetzt vor uns stehen, herzlichst danken. Danken wollen wir der Jugend, die uns wieder Mut einflößt und die uns ein Beispiel darbietet, das hoffentlich gute Früchte bringt, und, ich glaube, ich darf Sie alle, die Sie so zahlreich versammelt Knd, bitten, mit mir einzustimmen in den Ruf:
(Eine Rede Laillaux'.
Auf einem ihm zu Ehren in seinem Wahlkreis dttanstalleten Bankett hielt Finanzminister Cail- saux eine Rede, in der er u. a. erklärte: „Es gibt 'M Sehen der Völker Augenblicke, in denen es notwendig ist, den Männern ,welche die Verantwor- d«sg der Regierungsgeschäfte tragen, die nötigen Mittel zu gewähren, damit sie für das Wohl des Landes wirksam arbeiten können. Die Parteien gSufen ihre Anschauungen zurückst eilen, ^enn Frankreich sich nicht aufrafft, so wird es
Kriegsteilnehmer und RmeriKa- ächulden.
3n Paris hat die Vereinigung der ehemaligen Kriegsteilnehmer ihre von der Regierung zugelassene Kundgebung veranstaltet, um eine Milder ung des Washingtoner Abkommens über die französischen Schulden zu er« reichem. Der endlose Zug, der vom Triumphbogen ausging, zählte etwa 20000 Teilnehmer aus allen Teilen Frankreichs. Am Denkmal für die amerikanischen Kriegsteilnehmer wurden Blumen niedergelegt. Am Washington Denkmal ereignete sich ein kleiner Zwischenfall. Trotz des Verbots versuchten die Teilnehmer an der Kundgebung eine Mar- mortilatte an diesem Denkmal ckb zulegen. Dies wurde von den anwesenden Polizeikräften verhindert. Es gelang den Teilnehmern des Zuges jedoch, die Platte niederzulegen. Sie enthält eine Inschrift, in der sich die französischen Frontkämpfer direkt an das amerikanische Volk wenden und erklären, sie wünschten nicht, daß ein Abkommen abgeschlossen werde, das den Ruin Frankreichs und den Verlust seiner Unabhängigkeit zur Folge haben würde. Die französischen Frontkämpfer verlangen vielmehr, daß das amerikanische Volk die Frage der Schuldenregelung nochmals einer Prüfung unterziehe. Dieser Text war auf der Tafel auch in englischer Sprache angebracht. An der Kundgebung haben auch eine Anzahl Abgeordneter der rechtsstehenden Parteien teilgenommen. Außerdem nahmen Vertreter der Aktion Francaise und Vertreter der Frontkämpferorganisatton der Faschisten in ihren blauen Hemden daran teil. Der Zug wurde nachmittags ohne Zwischenfall aufgelöst. In Nizza und Troyes haben nach den bisher vorlie« genden Nachrichten Kundgebungen stattgefunden.
und forderten die Bewohner auf, die Häuser zu ver- lassen, da die Gefahr des Einsturzes drohe. Selbst in dem durch eine Hügelkette geschützten Dover herrschte Panik. Die enorme Hitze und der Regen explodierender Granaten erschwert die Annäherung an die riesige Brandstätte. Das Marinedepot allein bedeckt über 50 Acres und enthält etwa 200 Magazin- und Verwaltungsgebäude. Der erste Eindruck, den die,Wirkung der Explosion in ganz New-Jersey hervorrief, war der, das ein Erdbeben 'stattgefunden habe. Als der Blitz in das Marinedepot einschlug, passierten zwei Automobilisten mit ihrem Wagen gerade den Eingang. Sie wurden mit Verletzungen in das Hospstal von Dover eingeliefert und erzählten, daß sofort nach dem Blitzschiag drei Riesenexplosionen emtraten, durch die ihr Wagen in den Graben geschleudert wurde. Durch den herrschenden stürmischen Wind wurde das Feuer rasch weiter verbreitet. Die auffliegenden Granaten der Vorräte schlugen in Kisten mit Schießbaumwolle ein, die auf dem Grundstück des Munitionsdepots der Armee im Freien lagerten.
totb. Dover (New Jersey), 12. Juli. Eigene Funkm.) Nach den im Laufe der Nacht gemachten Feststellungen sind von der Besatzung des Arsenals von Lake Denmark drei Leute getötet und zwischen 50 und 100 verwundet worden, während 20 noch vermißt werden. Eine zuver- läsfige Feststellung der Zahl der Opfer wird erst nach völliger Durchführung der Austäumungsar- beiten möglich sein. Dort, wo sich das Hauptgebäude des Munitions-Magazins befand, ist jetzt ein Trichter von 100 Fuß Breite und 30 Fuß Tiefe, 200 von den Gebäuden innerhalb des Arsenals sind zerstört. Die Zerstörungszone bedeckt einen Kreis von 15 Meilen Radius. Die ersten Schätzungen über den Sach schaden rech- nen mit ungefähr 85 MillionenDollar.
totb. Dover (New Jersey), 12. Juki. (Eigene Funkm.) Die Bergung der bei der Munitions- Explosion Verunglückten ist infolge des Andauerns der Geschoß-Explvsion unmöglich. Festgestellt wurde, daß 9 weitere Personen tödlich verunglückten. Die Zahl der verletzten Zivil- Personen wird auf ungefähr 200 ge« schätzt. Alle Landstraßen sind von Flüchtenden zu Fuß und int Automobil bedeckt.
Eine Explosionskatastrophe schwerster Art ereignete sich am Samstag in dem Munitionsund Spreng st offdepot der amerikanischen Kriegsmarine am Denmarksee (New Jersey). Während eines Gewitters schlug ein Blitz in eines der 40 aus stärkstem Eisenbeton konstruierten Lagerschuppen, der mit Munition gefüllt war. Der Schuppen flog in die Lust. Gleichzeitig entstmtd an mehreren Stellen Feuer, das seinerseits wiederum weitere Explosionen veranlaßte. Das Feuer nahm rasch große Ausdehnung an und vast zur Zeit noch ungehindert Wetter, da die Rettungsmannschaften infolge der andauernd platzenden Granaten und Schrapnells sowie der ungeheuren Rauchentwicklung nicht imstande sind, sich dem Brandherde jit nähern.
Die Explosionskatastrophe am Denmarksee in New Jersey übertrifft die Explosion von Black-Tom int Jahre 1826, bei der über 100 Bahnwagen Dynamit aufgeflogen sind. Das explodierte Munitivnsdepot enthielt ein Zehntel der gesamten Munitionsvorräte der amerikanischen Marine. Nach- dem um 5 Uhr nachmistags die erste Explosion erfolgt war, flog im Laufe der Nacht auch der Rest der Vorräte in die Lust. Auch ein in der Nähe gelegenes Munitivnsdepot der amerikanischen Armee ist ht die Luft geflogen. In diesem _ dauern z. Z. die Explosionen noch an. Doch ist bishek der Hauptteil der Vorräte in dem Armeedepot von der Katastrophe noch nicht erfaßt worden. Die in der Nähe gelegenen Ortschaften Mount Hope und Denmark sowie zahlreiche von Touristen errichtete Zeltlager sind zerstört worden. Im Umkreis von über 35 Meilen wurden die Fenster zerstört. Die Explosion überschüttete die Gegend meilenweit mit Sprengstücken, wodurch zahlreiche Autofahrer verletzt wurden.
Nach weiteren Nachrichten über das Explosions- unglück am Denmarksee wttd ermattet, daß auch das Munitionslager der amerikanischen Armee im Werte von 40 Millionen Dollar, das bereite von der Explosion bettoffen wurde, seiner völligen Zerstörung entgegengeht und daß die Explosionen von noch lagernden Vorräten sich während der ganzen Woche fottsetzen werden. Polizeiautos durchfuhren die Ortschaften der Umgebung
französischen Kammer , schwere Stunden durchzumachen Baben Ick Binder schreibt das „Journal des Debats": „Die Regierung Ansicht daß der Frank meBr mert'ift nie? „r ja± das Problem in Wendungen, die für sie vorteil- meI)r wert ist, ms er
hast erschienen, sichergestellt, indem sie erklärt, daß man zwischen dem revolutionäremPlan und Sachverständigenplan wählen müsse. So hat die Regierung in Wirklichkeit eine sehr schwere Verlegenheit überwunden, und ein großer Teil der Kammer glaubt, daß sie nicht darüber hinweg- kommen wird. Es bleibt noch eine zweite Schlacht zu liefern anläßlich der Finanzpläne und der besonderen Befugnisse, und diese Schlacht ver- spttcht nicht weniger hart zu werden als die erste." Der radikale „Paris Soir" erfiärt, die vier Oppo- fitionsredner der Kammersitzung seien Optimisten, wenn sie annehmen, daß eine Ministerkrise ihnen den Aufftieg zur Regierungsmacht ermögliche. Ihre Politik laute: Erhebe Dich von Deinem Platze, bannt ich mich dort niederlasse! Die Kammer habe aber ihnen nicht folgen wollen. Nachdem die Tagesordnung der Sozialisten beseitigt worden war, habe man der Regierung das Vertrauen ausgesprochen. Jetzt liege es an Caillaux, von seinen Absichten zu Handlungen überzugchen. Von den Leistungeu, die er versprochen habe, hänge das Schicksal des Kabinetts ab, in gewisser Weise auch das Frankreichs. Der „Temps" schreibt, das der Regierung ausgesprochene Vertrauen bedeute keinen Triumph. Es sei das engbegrenzte Vettrauen einer Mehrheit, die auf den ersten Blick betrogen erschien. In dem Sturm der Reden sei der Bericht der Sachverständigen wie em Feld im Meere un- verschtt geblieben.
wir erhoffen aus den schweren Kämpfen des El- vycinuuneu ein« Htunajiige muue ypien, , saß eine gerechtere Beurteilung der deutschen Poli- unb zwar haben sich Katholiken und Protestanten I tik und ihrer Besttebungen zwischen 1871 und 1919.