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Anzeiger für die Skadk und den Kreis Fulda. Amtliches kreisblalk.

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Zahrg« 53

llliftwod), 16. Juni 1926

Nr. 136

’tnieiflen» greift: SleinreUe (Colonel) okal O,lb Reichsmar auswärts 0.20 Reichsmark. Reklamsreilei lokal 0.6^ ReiLSmarl auswärt» 0.80 Reichsmark

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Erscheint sechsmal wöchentlich Wochenbeilagem .Illustrierte Bei­lage" und .Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda- Fernsprecher Nr 9.

Monatlicher BernasvreiS- I GO Mk.

Met zurückgetreten.

wtb. Parks, 15. Sunt. ((Big. Funkm.) Sinnnz- winister Peret ist heute vorAittag zurückgetreten.

v Weiterer Rückgang des Franken.

wtb. Berlin, 15. Sunt. (Gig. Funkm.) Der französische Franken, der gestern nachbörslich in London mit 172,25 notiert wurde, ging heute mor­gen um 10.30 Uhr auf 178,50 zurück. Der belgische Franks gab gleichzeitig stärker nach und notierte 173,75 gegen 168,68. Beide Franks-Valuten er- rekchtm einen bisher noch nicht dage­wesenen Tiefstand. Um 10.45 Uhr wurden die Notierungen mit 178,00 und mit 173,50 festge­setzt. — Die italienische Valuta, welche gestern mittag bereits auf 137,00 und darüber zurückge- ?äugen war, und nachbörslich sich auf 135,50 er- olen konnte, setzte heute morgen wieder mit 137,00 ein und notierte um 10.45 Uhr wenig ver­ändert 136,87.______________________

Das italienische WSHrungsproblem.

Eine Rede des Finanzministers im Senat.

Finanzminister B o l p i hielt im italienischen Senat eine Rede, worin er über die Währung sprach und u. a. ausführte: Italien weiß sehr wohl, daß es das Problem feiner eigenen Währung nur im Zusammenhang mit der Valutabewegung in andern Ländern lösen kann, daß es sich nicht von dem Einfluß des auf einigen großen Geldmärkten des Auslandes verwirklichten relativen Gleich­gewichts befreien kann. Deswegen wird die Re­gierung, wenn sie den Augenblick für günstig hal­ten wird, das Problem des Wiederaufbaus des Lire zwar bei Wahrung des Interesies des Landes, aber vom internationalen Standpunkt aus prüfen, indessen soll jedermann wissen, daß das italienische Währungsproblem nicht nur eine technische Frage ist, die man durch finanzielle Mittel lösen kann, sondern auch eine Frage des wirtschaftlichen Auf­baus im allgemeinen. Beim Anfassen dieses Pro­blems wird die Regierung alle wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnisse des Landes sowie die Notwen­digkeiten der italienischen Produktion genau prüfen müssen, damit die Zahlungsbilanz in der wirtschaft­lichen Bilanz der ganzen Nation eine starke Stütze findet. Sie wird an alle diejenigen denken müssen, die ihren Lebensunterhalt aus Renten oder aus Löhnen bestreiten, was sich mit den schnellen Schwankungen der Preislage schlecht verträgt, mit einem Wort, es wird notwendig fein, alle Faktoren zu berücksichtigen, die den zu fassenden Beschlüssen eine sichere Basis geben können, da jeder Versuch, der nicht auf fester Grundlage aufgebaut wäre, das Grundproblem nur erschweren würde, statt dessen Lösung zu erleichtern.

Verlängerung der Kleinen Entente.

Der rumänische Minister des Aeußeren, der süd- slavische Gesandte und der tschechoslowakische Gesandte unterzeichneten das Abkommen, durch welches das Verteidigungsbündnis zwischen Rumänien, Südslawien und der Tschechoslowakei aus weitere »Wei Jahre verlängert wird.

Zur Lage in Portugal.

wtb Lissabon, 15. Sunt. (Gig. Funkm.) Die im Feldlager bei L i s s a b o n liegenden Truppen und eine Aborchnung der Nord-Division haben die Re­gierung aufgefordert, das revolutionäre Programm „Rache* durchzuführen und zu die­sem Schritt ein dreigliederiges militärisches Ko­mitee zu bilden, das die entsprechenden Maßnah­men ergreifen soll. Das Kabinett hat sich gestern Nachmittag in mehrstündiger Sitzung nut diesen Forderungen beschäftigt. Ueber seine Entscheidung ist noch nichts bekannt geworden.

Der österreichische Bundespräsident in Tirol.

Wtb Renkte, 15. Juni. (Gig. Funkm.) Bundes­präsident Hainifch weilte gestern zum Besuch der Zugspitzbahn in Tirol. Nach der Besichti­gung der Maschinenhalle der neuen Bahn unter­nahm Dr. Hainifch in Begleitung der übrigen Fest- gäste eine Fahrt auf einer Teilstrecke und eine Be­sichtigung des neuen Planseewerk.

Englands Kampf gegen Moskau.

x Beschlagnahme der russischen Hilfsgelder.

Der „Courant" meldet aus London: Der könig­liche Gerichtshof hat die Beschlagnahme der aus Rußland für die streikenden Bergarbeiter eingegangenen Unterst ützungsgelder aus­gesprochen. Außenminister Austen Chamber­lain beantwortete im Unterhaus verschiedene An­fragen über die russischen Hilfsg elder und erklärte, daß er dem russischen Botschafter in Lon­don, Rakowski, mitgeteilt habe, daß die antieug- lksche Propaganda Rußlands in England eines der Hcmpthmdernisse für eine Verbesserung der eng- ltsch-russischeu Beziehungen sei und daß die eng­lische Regierung solange zu keinen neuen Verhand­lungen mit Rußland schreiten könne, solange diese Propaganda andauere.

* Glückwunsch des preußischen Ministerpräsiden­ten an Lambert Leasing. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mittellt, hat der preußische M'm- sterpräsident Braun dem Verleger der „Tremo- nta- Herrn Lambert Leasing in Dortmund anläßlich feines 75. Geburtstages seine besten Glück- Rmntoe ausgesprochen,

Parteien und Fürstenenteignung.

Sn den Kämpfen um die Regelung der An- prüche der Fürstenhäuser lassen sich drei Rich­tungen oder Gruppen feststellen.

Die erste Gruppe besteht aus den Sozial­demokraten und Kommunisten, die im Wege eines Ausnahmegesetzes den früheren Fürsten­häusern jedeswedes Vermögen wegneh­men wollen. Ein rechtlich denkender Mensch, mag er politisch stehen, wie er will, kann hier nicht mitmachen!

Die zweite Gruppe rekrutiert sich aus den Anhängern im Rechtslager. Diese tritt für die Fürstenhäuser ein und will von einer neuen gesetzlichen Regelung nichts wissen. Sie will also :)en ehemaligen Fürstenhäusern große Vermögens­bestände belassen, die zweifellos dem deutschen Volke gehören, kein rechtmäßig erworbenes Privatver­mögen sind. Diese Stellungnahme halten wir ebenso verkehrt wie jene der beiden Linksgruppen.

Die dritte Gruppe besteht aus den Mittel- Parteien und den Regierungen im Reich und den Ländern. Hinter die Haltung dieser dritten Gruppe haben sich auch die deutschen D i s ch öfe gestellt. Diese dritte Gruppe lehnt sowohl den Standpunkt der L i n k s - wie der R e ch t s Politiker ab Sie erstrebt eine Regelung auf dem Boden des natürlichen, sittlichen und verfassungsmäßigen Rechts. Sie bekämpft eine Bereicherung der Fürstenhäuser zum Nachteil des deutschen Volkes tmb tritt aleichzeitig gegen die völlige Enteignung der Fürstenhäuser auf. Wie auf vielen anderen Gebieten, so liegt auch hier die Wahrheit und das Recht in der M i 11 e.

Angesichts dieser Tatsache sollte es für unser Volk nickt schwer sein, auf Grund eigener politischer und sittlicher Erkenntnisse den richtigen Weg zu finden und zu gehen. Deshalb kann es für uns nur die Zentrumsparole geben: Wir treten einfürWahrheit, FreiheitundRecht!

Disziplin.

Das deutsche Volk hat am 20. Juni ein Be- we's seiner politischen Reife abzulegen. Der Volksentscheid bedeutet einen neuen politischen Vor­gang im Leben unteres Volkes. Dabei handelt es sich nicht um die Fürstenenteignung, sondern um die Stellungnahme zum Eigentumsbegriff über­haupt, wie er in der Reichsverfassung und dem christlichen Sitteng e'setz verankert ist.

Die Parteien haben ihre Parolen wohl über­legt. Die Zentrumsfraktion und der Reichspartei- vorstand empfehlen W a h l e n t h a l t u n g. Beide Körperschaften denken nicht daran, damit, den Für­stenhäusern einen Gefallen zu erweisen. , Diese Varole ist vielmehr notwend'o, um die eigene Stellungnahme nach dem Volksentscheid zur gesetzgeberischen Auswirkung zu bringen. Das Zenirum ist gewillt, ebenso das deutsche Volk vor der Ausbeutung zu schützen, wie die Fürstenhäuser vor der Wegnahme selbst unzweifelhaften Privat­eigentums zu bewahren. Die Zentrumspartei er­wartet daher von ihren Anhängern und Freunden Disziplin! Wir im Zentrum haben unsere Parteiehre zu wahren! Unsere Wählerschaft darf der Zentrumsführung vertrauen! Sie weiß, was sie will. Bewahren mir darum die Einigkeit!

Fürstenabfindung in Mecklenburg.

Herzog Sari Michael und Prinzessin Miliha.

Wtb Reu-Skrelih, 15. Sunt. (Gig. Funkm.) Die Landeszeitung für beide Mecklenburg, das amtliche Publikationsorgan der Mecklsnburg-Strelitz'fchen Regierung, veröffentlicht im Zusammenhang mit dem Gesetzentwurf über die Fürstenabfindung und dem Volksentscheid auf Enteignung nachstehende Mitteilung des Staatsministeriums für Mecklen- burg-Strelitz: Wenn in diesen Gerüchten und Pressemitteilungen die Rede davon ist, daß Her­zog Karl Michael zu Mecklenburg sich sein Recht auf die Thronfolge in Mecklenburg-Strelitz habe abkaufen lassen und jetzt doch Erbansprüche stellt, so muß demgegenüber folgendes festestem

werden: Der Staat Mecklenburg-Strelitz hat dem Herzog Karl Michael, der nach Mecklenburgischem Fürstenrecht der nächste Anwärter des Thrones in Mecklenburg war, im April 1921, also zu einer Zeit, wo die Mark nur noch ein Fünfzehnte! ihres Geldwertes hatte, den Betrag von 6 Mill. Papier­mark für den Verkauf eines 300 000 Morgen gro­ßen Landgutes und der Abretung fonfftger privat­rechtlicher Ansprüche bezahlt. Herzog, Kar! Michael hat darnach allen Ansprüchen endgültig entsagt und seitdem auch niemals wieder Forderungen dem Staat gegenüber gestellt. — Prinzessin Militza von Montenegro, Herzogin Sutta zu Mecklenburg, hat bedauerlicherweise Ansprüche aus dem Versail­ler Friedensvertrag erhoben, die das Staatsmini- stsrium als aussichtslos angibt, die aber weder durch ein Gesetz über Fürstenabfindung noch durch eine Fürsten'enteignung dem Wege des Volksentscheids ausgeschlossen werden kann.

Die Montagskundgebungen in Berlin

Die Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der Freien Gewerkschaften für den Volksentscheid, die Montag abend im Ber­liner Lustgarten vor sich ging und an der etwa 50 bis 60 000 Personen teilnahmen, ist ruhig ver- laufen. Auch der Abmarsch der Demonstrations­züge vollzog sich ohne Störung. — Montag abend kam es? wie die „Voss. Ztg." meldet, nach Schluß der Kundgebung der SPD. vor dem Schloß zu Z u- sammenstößen mit der Schupo, bei denen eine Reihe von Personen verletzt wurde und etwa 13 Personen festgenommen , wurden. Ein Schupooffizier hatte eine Puppe, die die Züge des ehemaligen Kaisers trug, beschlagnahmt, worauf sich die Menge aus ihn stürzte und versuchte, ihm die Puppe zu entreißen. Die Polizei mußte Ver­stärkungen herbeiholen und die Treppen vor dem Schloß durch Berittene räumen. Die Menge drängte jedoch wieder vor und sprengte die Kette der Polizisten. Darauf ging die Polizei mit dem Gummiknüppel gegen die Menge vor.

Dr. Schacht und die demokratische Partei.

Wie der demokratische Zeitungsdienst mitteilt, hat Reichsbankpräsident Dr. Schacht am 13. Juni an den Vorsitzenden der deutschen demokratischen Partei ein Schreiben gerichtet, in dem er unter Hin- weis auf sein Schreiben vom 19. Mai erklärt, daß eine Veröffentlichung seiner Aus­tritt s e r f I ä r u n g aus der demokratischen Partei unterschrieben sei, weil er eine parteipoli­tische Ausnützung des Austrittes gegen die ihm nahestehende Partei nicht wünschte. Weiter heißt es, daß Dr. Sckacht durch feinen Austritt aus der Parteiorgani' cm zum Ausdruck bringen wollte, daß er als organisiertes Mitglied, für einen nach seiner Auffassung grundsätzlich irrtümlichen Beschluß, die Verantwortung nicht übernehmen wollte. Daß dieser Schritt von rechts zu Angriffen auf die demokratische Partei benutzt werde, werde hoffentlich aufhören, wenn er nun ausdrücklick fest- stelle, daß von allen Parteien, die auf dem Boden des Privateigentums ständen, die demokratische Partei diejenige gewesen sei, die die Folgen einer nicht rechtzeitig ergangenen gesetzlichen Regelung über die Fürstenabfindung erkannt und ihre Be­mühungen am stärksten für eine solche Regelung eingesetzt habe.

Das Hindenbnrgplakat.

Das Plakat gegen die Enteignung der Fürsten mit einem Auszug aus dem Briefe Hindenburgs, das am Sonnlag durck Polizeibeamie, von den An- lchlaftäulen entfernt worden war, ist heute nut An­gabe des Urhebers wieder an den Anschlagsäulen angeschlagen worden.

Der Fürstenenteignungsfi m freigegeben.

Der am Freitag von der Filmprufunasstelle Kammer I Berlin verbotene Film „Keinen Pfen- niq den Fürsten" ist heute von der Filmober. Prüfungsstelle als Berufungsinstanz freigegeben worden.

Die Schulfrage in Oesterreich.

Die gesamte Wiener Presse befaßt sich ausführ­lich mit der vom Unterrichtsminister Schneider getroffenen Regelung der Schulfrage, die in einem großen Teil der Oeffeiftlichkeit Erregung hervorgerufen hat. Besonders von christlich- sozialer Seite unter Führung der „Reichspost" wird diese neue Regelung heftig bekämpft. Auch auf großdeutscher Seite besteht einige Verstimmung darüber, daß die Großdeutschen zu den Vorberei­tungen nicht herangezogen wurden. Wie die Blät­ter melden, hat Bundeskanzler Ramek unter dem Eindruck dieses Konflikts seines Besichtigungsfahrt nach Steiermark abgesagt. Er ist von Salzburg direkt nach Wien zurückgekehrt. Unterrichtsmini- fter Schneider wird zu einer Beratung der christlich- sozialen Parteileitung am Mittwoch von Köln zu­rückerwartet. Am Donnerstag dürfte sich der Mi­nisterrat mit der Angelegenheit beschäftigen.

Es wird bekannt gegeben, daß Bundeskanzler Ramek sich gleich nach feiner Rückkehr nach Wien über das Ergebnis der im Unterrichtsmini­sterium über die künftige Gestaltung des Schul­wesens geführten Derhanvlungen berichten ließ und im Laufe des Dienstag in einer Reihe von Konferenzen den Snhalt dieser Verhandlungsergeb­nisse prüfte. Die bei diesen Verhandlungen aus» gearbeiteten Pläne gefährdeten.die Einheitlichkeit des Schulwesens. Ferner wird durch mehrere Punkte, die sich auf das Mittelschulwesen beziehen, und durch gewisse Bedingungen, welche die Lehrer­

ausbildung betreffen, oder auf das Bürgerschul­wesen rückwirken, einer gesetzlichen Regelung vor­gegriffen, deren Grundlage noch keinesfalls festliegt. Aus diesem Grunde ist der Bundeskanzler außer­stande, diesem Plan seine Zustimmung zu geben.

Ous polen.

Gesetzentwurf über Aenderung der Verfassung.

Der polnischeLandtag wird das erste Mal nach dem Umsturz am 22. Juni zusammentreten. Die Regierung wird bis dahin einen Staats- Haushaltsvoranschlag für bte nächsten drei Monate und einen Gesetzentwurfüber Aen­derung der Verfassung embrmgen. Wie der „Kurier Warszawski" erfährt, soll nach die­sem Entwurf der Präsident der Republik auf Grund eines einstimmigen Beschlusses des Mmisterrates die gesetzgebenden Körperschaften auflbfm können. Hingegen beabsichtigt das Kabinett Bartel kerne Aenderung der jetzigen Wahlordnung. In der Besprechung des Ministerpräsidenten nut den Vertretern der verschiedenen Parteien erwar­ten die Nationaldemokraten, nach chrer Auffasiungi bestehe zwffchen einer Aenderung der Verfassung und einem Wechsel der Wahlordnung unlös­bare Verbindung. Sie würden daher für eine scnche Verfassungsänderung nur dann stimmen, wenn die Gewähr vorhanden wäre, dH M Lan^ stets eine Regierung mit uationalpolitischer Mehrheft bestehe.

Beginn bet Marokko-rlonserenz.

Die Eröffnungssitzung.

Montag nachmittag um 4 Uhr haben unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Briand in Pa« r i s die Verhandlungen der französischen und sva- Nischen Delegationen für die Regelung der Ma- rokko-Fragen begonnen. Marschall Petain nah» an der Eröffnungssitzung teil. Zunächst wurde am Montag, wie das amlliche Kommunique besagt, das Arbeitsprogramm festgesetzt und in einen ern­ten Meinungsaustausch eingetreten. Es wurde beschlossen, zur Beschleunigung der Arbeiten tag- sich gemeinsame Sitzungen abzuhalten. Wie Havas mitteilt, ist mit einer 10 bis 14tägigen Dauer der Konferenz zu rechnen, da vor einer Entscheidung über das Schicksal AbdelKrims ober über die Grenzen in Marokko die spanische Regierung und der Generalresident in Rabat befragt werden müß­ten. , „

Abd d Krim soll nach Madagaskar?

„Peftt Parisien" will wisien, die Marokkokonse- renz werde beschließen, daß Abd el Krim, feine Verwandten und seine nähere Umgebung, im gan­zen etwa 40 Personen, nach einer französischen Ko­lonie, wahrscheinlich nach Madagaskar, depor» tiert werden soll.

Brasilien und der Völkerbund.

Offizielle Mitteilung des Austritt nach Genf.

Der brasllianische Außenminister Felix Pa­cher o hat an den Generalsekretär des Völkerbun­des folgendes Telegramm, datiert vom 12. Juni, gerichtet: „Brasilien hat in der dem Botschafter Mello Franco übermittelten Darlegung seiner Gründe, die inzwischen wohl bereits öffentlich be- kannt gegeben und durch bas Sekretariat ben Vo!» ferbunbsmitgliebern zugestellt worben ist, auf sei­ne n n i ch ist ä n b i g e n S i tz im Rate verzich­tet. Sn ber Darlegung war am Schluffe gesagt worben, baß Brasilien ben gegebenen Augenblick abwartet, um diesem Schrift den weiteren des Verzicht es auf die Ehre eine sVölker- dundsfitzes folgen zu lasten. Da Brasilien in diesem Augenblick die Einladung zur ordentlichen Versammlung im September erhält, an ber es sich nicht mehr beteiligen kann, so fühlt es sich verpflichtet, zu erklären, daß dieser Umstand es m die Notwendigkeit versetzt, schon jetzt feinen Be­schluß betreffend sein Ausscheiden zu fasten, was durch diese Mitteilung geschieht. Dieses Telegramm soll als vorläufige Ankündigung dieses Schrittes gemäß dem Schlußpastus des Artikels 1 des Völkerbundspaktes betrachtet werden."

Spaniens Haltung in der Ralsfrage.

Nach einer Meldung des ABC. hat ein in Mad­rid abgehaltener Ministerrat beschlosten, auf der Septembertagung in Genf keinen Kandt- baten Spaniens für einen nichtständigen Ratssitz zu stellen und einen Beschluß über bi« Haltung Spaniens für bie Zukunft auszusetzen, bis ber Völkerbunb über ben spanischen Anspruch auf einen staubigen Ratssitz eine Entscheidung gefallt habe. .

Ätzung des Neichskabinetts.

Wtb Berlin, 15. Sunt. (Gig. Funkm.) Das Reichskabinett befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit ber Wahl des ®eneraIbiret- torsderReichsbahn. Es wurde beschlossen, vor endgültiger Stellungnahme zu der Angelegen­heit zwecks Klärung gewister sachlicher Fragen mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Reichs­bahn in Verhandlungen zu treten.

Prozession in Newqork.

New York war am Sonntag der Schauplatz einer Prozession, wie sie in eindrucksvollerer Pracht kaum Überboten werden konnte. Sn der St. ^atrits- kathedrale hatte ber päpstliche Delegat zum Chica- goer eucharistischen Kongreß, Kardinal B o nza no, bas Hochamt zelebriert, assistiert von Er^ischos Hennes von New York und mehreren Bischöfen. Sm Chor ber Kirche hatten 6 KardinAe und ^hl- reiche Erzbischöfe und Siebte aus allen Landern dem Hochamt beigewohnt. Dann bewegte sich aus der Kirche heraus die Prozession, an der sämtliche Kir­chenfürsten, Mönche und Drbensprtefter m ihren verschiedenen Habits und die Mitglieder ber über bie ganzen Bereinigten Staaten verbreiteten Dr« oamsation ber .Kolumbusritter", Militär- und Zi-- vilbehörden teilnahmen. Ein Schuft inberc^>r von 5000 Stimmen schritt voraus. Eine unübersehbare Menschenmenge säumte die Straße. Für den Mun- ckener Erzbischof Karbincft v. Faulhaber und für Ln Wiener Karbinal-Fürstbischof Piff! wtrv von ben deutschen und österreichischen Sathohten eine Versammlung im Stadion der St. Sosefsschme veranstaltet. Außer diesen beiden sinid aus Deutsch, land und Oesterreich von den Kirchenfürsten noch anwesend: Fürstbischof Dr. Hefter-Klagenfurt, BischstDr.Berning-Osnabrück und BischofDr.Se» b a st i a n - Speyer.

* Das elsaß-lothringische Aulononnemanifest. Der französische Sustizminister Laval hat mit dem Direktor ber kulturellen Angelegenheiten Elsaß- Lothringens über die Maßnahmen gegen die elsaß-lothringischen Geistlichen beraten, d°e bas Autonomiemanifest des Heunatbun- . des unterzeichnet haben.