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FlMlvIMIM 10 W. (m|f Mstfsr. WWP15 BIS.)

Anzeiger für die Siadf und den kreis Fulda. Amtliches kreisblall.

Zahrg. 53.

Dienstag, l5. Juni 1926.

Nr. 135

Die Kleine Entente

igen

SiNne

bchcht in der talSsummen in

dcs bayerischen Land»

nicht aus

um

Rückkehr des Reichspräsidenken nach Rettin. Der Reichspräsident ist Samstag abend von Neu- Str elitz wieder in Berlin eingetroffen.

fassen, das von beiden Nationen vollkommen auf­rechterhalten werde. Es handele sich nur darum, zu einer Verständfaung über einige Punkte ge­fangen, die mit der politischen und mil'tanschen Aktion in Marokko zusammenhängen. Keine an- bere Mächte außer Frankreich und Spanien interef- fieren diese Punkte.Nacion" führt aus: Die m Paris zu treffenden Uebereinkommen sollen der De- feftigung des Friedens und dem Aufbau des Der. waltungsapparates dienen, damit nicht nur die Er­füllung der Aufgaben durch die beiden Armeen >n jeder Hinsicht Früchte trägt, sondern auch die Be­friedung dergestalt durchgeführt wird, daß jeder neue Äufstandsverfuch unmöglich gemacht wird. Diese Konferenz ist das natürliche Ergebnis der französisch-spanischen Zusammenarbeit bis zur Un- terroerfuna der Stämme . Die Zeitungen unterstrei­chen und billigen die m London abgegebenen offi­ziösen Erklärungen, wonach keine inter­nationale Marokkokonferenz emberu- fen wird.

Marokko.

Stufige vergellungsakle.

Hcwas" berichtet aus Madrid: Nach Zet- tungsnachrichten aus T e tu a n hat der Stamm der Achmed als Regressalle für die bei dem Rückzug der spanischen Truppen aus Scheschauen von, den Rif-Leuten begangenen Massakers sämtliche vonAbdelKrimernanntenKaidsent- h a u p t e t und die Köpfe auf den Märkten herum- tragen lassen. Die Führer dieses Stammes hätten Befehl gegeben, mitleidlos alle nicht den Djebalo und den Achmed angehörenden Gomora-Stamme zu töten. Dieser Befehl fei bereits an einem von Abd el Krim ernannten Vertrauensmann vollzogen worden.

Die spanifche Presse zur Marokko-Konferenz.

Die spanischen Blätter erklärten überein* stimmend, die am Montag in P a r i s zusammentre- tende französisch-spanische Marokkokonferenz werde sich nicht mit dem inemationalen Marokkostatut be-

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Erscheint sechsmal wöchentlich Wockenbellaaen Illustrierte Bei­lage" und .Buchenblätter". Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Sctiendruckerei in Fulda. Fernivrecher Nr. 9.

Monatlicher BernaSUreiS: 150 Mk.

* Haussuchungen io München. Wie die kom­munistischeNeue Zeitung" meldet, nahm die Münchener politische Polizei eine Haussuchung in den Arbeitsräumen des kommunistischen Reichs- tagsabHeordneten Buchmann vor und untersuchte alle versandtbereiteten Pakete mit Propaganda- material zum Volksentscheid. Stile Plakate mit der UeberfdyriftAn mein Volk" seien beschlagnahmt worden. Die Rsichstagsadgeordneten Buchmann und Putz haben gegen die Haussuchung Protest er­hoben.

* Reise Adenauers nach Wien. Der österreichische Bundesminister für Unterricht Dr. Schneider ist abends zur Teilnahme an der österreichischen Woche in Köln eingetroffen. Oberbürgermeister Dr. Adenauer begibt sich in Begleitung des Beigeord. neten Meerfeld und Siadidirektors Schwerieg am Montag nach Abschluß der österreichischen Woche auf Einladung der österreichischen Bundesregierung nach Wien.

* Die Königin von Schweden in der Heidelberger Klinik. Die Königin von Schweden ist nach Heidel­berg gekommen, um den bekannten Mediziner Ge­heimrat Professor Dr. Krehl, den Leiter der medizi« Micken Klinik der Universität iu konsultieren.

Deutschland und Frankreich.

Ein französischer Aufruf znm Friedensbund.

Unter der Ueberschrift: Für den Frieden in Europa veröffentlicht die Ere Nouvelle an der Spitze ihres Blattes einen Ausruf, in dem es heißt:

Der letzte Krieg ist mit einem Sieg Frankreichs be­endet, Deutschland aber ist, was wir anerkennen müssen, nur unterlegen, nachdem es feine unanfecht- bare Tapferkeit bewiesen hat. Beide Länder haben in der Vergangenheit große Kämpfe mit einander ausgekämpft. Sie müssen sich also achten und bewundern lernen, heute stellt sich die Frage, ob wir niemals den Mantel des Bergessens über das decken können, was der Vergangenheit angehört und ob die Geschicke der beiden schönen Länder, der beiden besonders angesehenen Ra­tionen durch die Fatalität ewig dazu verdammt sein sol­len, einander unter Erinnerung an das vergosiene Blut sich gegenüber zu stehen. Die geschichtliche S t u n de ist gekommen, hierüber nachzudenken. Weil die Franzosen zuletzt den bitteren Kelch des Sieges geleert haben, steht Deutschland, nicht in der .Sprache, die ihnen eigen ist, ohne jede Vermittlung erklären, daß sie Frieden und Brüderlichkeit üben wollen. Sie haben Kriegslor­beeren nicht mchr nötig. Sie müssen sich dem Leben zuwenden. Welch herrlicher Tag wäre es, an dem Deutschland und Frankreich aus eigener Entschließung ihren Friedenspakt der Welt verkünden. An diesem Tage wäre der Himmel ewig schön wie die Nacht von Bethlehem. Friede den gutwilligen Menschen durch Menschen guten Willens, Friede für die Eintracht und Arbeit, für das heil aller, heute leidet jeder unter der materiellen und moralischen Misere der Nach­kriegszeit. Morgen werden wir vielleicht alle das Be­dürfnis haben, Europa, die Wiege der Zivilisation, der Wisienschaft und der Kunst gu retten. Cs gibt ein umfassendes Programm, das der Deutschen und Fran- zosen würdig ist, der Länder, in denen Goethe und Descartes gedacht haben.

Vertreter des Bauernstandes beim Reichskanzler.

In Vertretung der Vereinigung der deutschen Bauernvereine hatten sich Hofbesitzer S t am er- johann, Vizepräsident Dr. Crone-Münze« brock, gefchäftsführendes Vorstandsmitglied und Dr. Kayser, Generalsekretär, zu einer Bespre­chung der Lage der Landwirtschaft beim Reichskanz­ler emgefunden. Sie führten etwa folgendes aus: Infolge der unzulässigen Preise für landwirtschaft­liche Produkte und der hohen Lasten hat sich in der Landwirtschaft eine schwere Krise herausgebildet. Es muß durch eine gesunde Handelspolitik für eine Rentabilität der Landwirtschaft gesorgt werden und em entsprechender Abbau der steuerlichen und son- jftigen Lasten erfolgen. Im Schwedischen Handels­vertrag sind die Agrarzölle nicht entsprechend hoch festgesetzt worden wie die Jndustriezölle in anderen Verträgen. Herr Stamerjohann wies darauf hin, daß gerade für bäuerliche Wirtschaft der Schutz der Viehhaltung von ausschlaggebender Be­deutung sei. Herr Dr. Crone-M. machte auf Gefah­ren, die sich aus den jüngsten Handelsvertrags Ver­handlungen für die Landwirffchaft ergeben, aufmerk­sam. Herr Dr. Kayser wies aus die mangechafte Berücksichtigung des Bauernstandes bei der Bildung des Wirtschasts-Enquete-Ausschusfes ufro. hin. Der Herr Reichskanzler betonte in seinen Ausführun­gen, daß er den handelspolitischen Verhandlungen eine große Bedeutung für die Landwirffchaft bet» mesie, und daß auch er der Ansicht sei, daß bei der ausreichender Schutz vorhanden sein müsie. _

Das Entfernen des Interesses Jugoflaviens an der Kleinen Entente ist insbesondere durch seine Be­strebungen und Differenzen mit Griechenland gegeben, welche Beziehungen seit nunmehr IV- Jah­ren (Kündigung des jugoflavischen-griechischen Bünd­nisvertrages) geradezu als gesparmt anzusehen sind. Es ist gewiß, daß es sich bei den Forderungen

wird es weder von England noch von Frankreich noch von Italien bestritten, sondern van allen drei Mächten gerradezu als berechtigt empfunden, daß Südflavien an das Aegätsche Meer strebt, da ihm die Frriedensverträge die Tore an der Adria ge­schlossen haben.

Unter diesen Umständen ist es klar, daß Jugo- siavien an der Kleinen Eentente nur ein gerinfügiges, passiv wirkendes In­teresse hat. Das kleine Entente-Verhältnis ist daher für die Tschochoflovakei wohl ein Sicherheits­und Prestigebedürfnis, und zwar praktischer Natur, selbst wenn dieses Bündnis bloß auf dem Papier steht. Für Jugoflavien bedeutet die Prolongation die Fortsetzung eines Zustandes, der erhalten wird, obwohl er wenig Nutzen einbringt, um wenigstens durch seinen Bestand Neugruppierungen zu ver­hindern, die dermalen zu Jugoslavien noch inoppor­tun wären. Für Rumänien ist der Bestand der Klemen Entente gänzlich gleichgültig, ja sogar be­hindernd, da es zweifellos ist, daß Rumänien au5 Neugruppierungen nur Nutzen ziehen könnte.

Von den Großmächten hat Italien das In­teresse, daß die Kleine Entente nicht besteht, für England fft der Bestand gleichgültig und für Frankreich bringt er ob der verschieden- artigen Ziele keinen Vorteil mehr, weil eine gemeinsame Schlagkraft nicht mehr vorhanden ist. Im polstischen Getriebe Europas wird daher die Kleine Entente mchr und mehr ein belangloser Faktor.

nisvertrages) geradezu als gesparmt anzusehen sind. Es ist gewiß, daß es sich bei den Fordemngen Jugosfavies um eine Art Penetration pacifique Griechisch-Mazedoniens handelt und daß daher die griechische Vorsicht verständlich ist; immerhin aber

_____i_r_i_____v , am 18. Juni zusammen- tritt.' Auf der Tagesordnung sichen u. a. Handels- toertragSfragen, Bewegung und Finanzierung der kommenden Ernte, landwirtschaftliche Kreditfragen und die Lage der Milchwirtschaft.

Festlegung englischer großer Kapi- ____........... Erschließung des albanischen Petro­leumgebietes, das England trotz vielseitiger Kooperation mit Italien keineswegs der unbe­schränkten Souveränität Italiens ausliefern möchte.

Gegensätze. Beide Staaten wollen mit dem Thema Bessarabien nichts zu tun haben Desfarabien ist aber der Angelpunkt rumänischer Politik, die so­nach von seinen beiden Bundesgenossen in ferner Haupffrage nichts, aber auch rein garnichts zu er­warten hat.

Hierrfür revanchiert sich Rumänien durch einen ausgesprochenen Annäherungskurs an Ungarn, der in Jugoflavien zwar nicht verurteilt, aber <mch nicht gebilligt wird, während er in der Tschecho­slowakei wie ein Bruch des Bündnisses, wie em rotes Tuch empfunden wird.

Durch die Annäherung an Ungarn tritt Ru­mänien aber auch dem englisch-italienischen jn« teressenkreis näher, was auch im größeren Rah­men durch den Rollentausch Avarescu-Bratranu versinnbildlicht wird.

In Summa entwickelte sich daher die Ko­häsion des Jahres 1920 langsam zu einer Adhäsion im Jahre 1926, für deren formelle Aufrechterhaltung man muß fast sagen em Bequ emlichkeitsmoment ausschlaggebend fft: Man will das Aufsehen vermeiden, das eme Auflösung der Kleinen Entente verursachen würde, well damit eine ganze Reihe unabsehbarer Neu- gruppierungen in Donauländisch-Mlt« teleuropa vor sich gehen würde.

Nebst dem französischen und italienischen Gegen­satz steht aber noch em zweiter Koeffizient, dem un gewissen Sinn die entscheidendste Rolle zukommt: England. Es fft kein Geheimnis, daß Jugo­flavien und England besonders auf wirtschaftlichem Gebiete viele Beziehungen pflegen. Die Annähe-, rung Jugoflaviens an den angelsächsischen Welt­kapitalsmarkt hat sich durch die Schuldenregelung mit Amerika in weitgehendster Weise vollzogen, wobei besonders zu bemerken ist, daß Amerika em außerordentliches finanzielles Entgegenkommen so- wcchl bezüglich berr Höhe als auch der Abzahlung und Verzinsung der jugoflavischen Amerika-Schul­den übte.

Politisch muß der jugoflavffch-englischen Fühlung­nahme besonderer Wert bezüglich Albaniens beigelegt werden, da Jugoflavien sich eine rege

Von einem außenpolitischen Mitarbeiter wird uns geschrieben:

Um Mitte des Monats werden die Staaten der Kleinen Entente ihre Halbjahrskonferenz abhalten, der die Prolongation der in Ablauf begriffenen Verträge vorliegen wird. Es besteht kein Zweifel, daß diese Verträge wieder erneuert werden, sodaß der BegriffKleine Entente" dem politischen Wör- terbuch erhalten bleibt. Daß dies jedoch eigentlich nur auf dem Papier statthaben wird und daß die Wettgeltung der Klemen Entente von Jahr zu Jahr Rückschritte erlitt, kann nicht gut übersehen werden. Betrachtet man, welchen Einfluß dieses Allianzvechältms für sich unmittelbar nach seiner Gründung in Anspruch nahm und in Donaulän- dffch-Mitteleuropa auch ausübte, so kommt bei dem heutigen Stand der Dinge zu dem Ergebnis, daß Zett und Ereignis gegen die Wirkungskraft der Kleinen Entente stehen.

Mehrere Anlässe sind hierfür maßgeblich. Bei Begründung des Allianzvechältnffses waren zweifellos alle drei Staaten französisch orien­tiert und untereinander durch die gemeinsame Sicherung" gegen Ungarn verbunden. Seither er­hob sich Jugoslavien aus der eng begrenzten französischen Orientierung eines Kleinstaates zur zielbewußten Balkanmacht, die aus ur­eigenstem Interesse mit allen Mächten gut stehen muß, sonach eine besondere Verkittung mit einer Großmacht nicht gut aufrecht erhalten kann. Jugo­flavien war gezwungen, durch die Berücksichtigung seines spezifischen Bcllkanstandpunttes mit Italien sich zu vereinbaren; hob schon der Adriapatt Jugo­flavien aus einer allerdings nicht übergroßen Abhängigkeit gegen Frankreich heraus, so tritt nun- mehr durch die Verschärfung des französisch-italie- nffchen Gegensatzes immer mehr der Wunsch Jugo­flaviens zutage, aus diesem Gegensatz ausgeschal- tet zu sein. Wenn daher dermalen die jugosfavisch- französffchen und jugoslavisch-italienischen Verhand­lungen so schwierig sich gestalten, wo es sich doch um das allereinfachste der Welt handelt, einen Garantiepakt für die jugoflavischen Grenzen mit jeder der beiden Mächte abzuschließen, so sind diese Schwierigkeiten der beiden Abschlüsse barin zu suchen, daß Jugoflavien sich keiner der beiden Mächte verschreiben, aber auch keine der beiden Mächte vor den Kopf stoßen will. Immerhin wttd Jugoslavien aus eigenen Interessen sich veran­laßt sehen, den italienischen Anforderungen weit entgegen zu kommen, da Italiens Polittk sonst Keiles alle Nachbarn Jugoflaviens unterstützt, geradezu eine Einkreisung Jugoflaviens erheben könnte, aus der sich die jugoflavische Polittk durch die Hilfe Frantteichs nicht erretten könnte. Damit aber ist Jugoflavien aus dem französischen System- tteis so gut wie ausgeschieden, ohne allerdings dem italienischen anzugehören.

Gerade entgegengesetzt fft die Tschechoslo- wakei eingestellt, deren ziemlich einziger Freund in Europa Frankreich ist, während die Be- zichungen zu Italien beinahe gespant zu be­zeichnen wären. Die Richtung der jugoflavischen Polittk einerseits und der ffchechischen andererseits bedeutet keinesfalls einGettenntmarschieren-Ver- emffchlagen", sondern vielmehr ein zwangläufiges Sichenffernen, da eben die Betätigungsgebiete räumlffch und polttisch soweit voneinander entfernt find, daß es zu keiner gemeinsamen Tättgkeit kom­men kann.

Wohl wirtt Ungarn dermalen wiederum durch die verflossene Franksfälscherafsäre und die eben aktuelle Aufhebung der Völkerbundskonttolle als Kitt; aber auch bezüglich Ungarns ist der Stcmd- puntt der beiden Staaten wesentlich verschieden; Jugoflavien untefftützt den ffchechoflovafischen Standpuntt, die Völkerbundskonttolle über Ungarn

tatsächlich ist Ungarn für Jugoflavien em Staat geworden, vor dem man sich aus eigener Kraft zu schützen weiß und vor dem man in keiner Weise bangt, solange man mit Italien gutsteht, und so­lange dieses absieht, Ungarn, Bulgarien, Griechen­land und Albanien unter italienischem Fitttsch gegen Jugoflavien zusammenzuschließen.

Demgegenüber haßt und fürchtet der ffchecho- sivvakische Nattonalltätenstaat die irredenttftische Stoßkraft des nationachomogänen Ungarns,eine Furcht, die für die Tschechoslowakei berechtgt ist, aber in Jugoflavien den Wett und das Ansehen des gegenfeitigen Bündnisses nicht gerade erhöht.

Mit Rumänien klaffen sowohl seitens Jugo­flaviens, als seitens der Tschechoflovakei große

Der Hochschulkorrflikl in Hannover.

Pros. Lessing lieft weiter.

Der Magistrat der Stadt H a n n o v e r hat auf Grund einstimmigen Beschlusses, den Blättern zu­folge, Prof. Lessing in persönlichen Verhandlungen ersucht, von seinem Lehramt an der Technischen Hochschule freiwillig zurückzutreten. Prof. Lessing hat Oberbürgermeister Dr. Menge gegenüber dieses Ersuchen abgelehnt. Wie die Voss. Ztg." berichtet, hat Pros. Lessing der Ober­staatsanwaltschaft mitgeteitt, datz er seine Bitte um Straffreiheit für die Studenten nicht aufrecht er­halten könne. Seine Angelegenheit sei eine An- gelegenbett der Staatsgewalt, der er nicht in die Arme fallen könne. Lessing erklärte weiter, er be­absichtige nicht, feine Vorlesungen abzusagen.

Bonn gegen den Sympathiestreik.

Die Studentenschaft der Universität Bonn lehnt es ab, den von der Deutschen Studentenschaft an­läßlich der Angelegenheit Lessing den für die han­noversche Studentenschaft am 15. Juni 1926 ge­wünschten Sympathiestreik zu unterstützen. Sie hat keine Veranlassung, ihre Haltung irgendwie bestim­men zu lassen und kann erst dann zu der gesamten Frage Stellung nehmen, wenn ein objektiver Be­richt über die Vorgänge in Hannover vorliegt.

Der Hochschulbekrieb ruht.

wtb Hannover, 14. Juni. (Gig. Funkm.) Ge­mäß dem Beschluß der Studentenschaft an der Tech­nischen Hochschule Hannover hat heute der größte Teil der Studierenden die Hochschule nicht besucht. Aus diesem Grunde sind auch heute keine Vor­lesungen abgehalten worden. Das gleiche ist für morgen, Dienstag, zu ermatten, während am Mittwoch der Hochschulbetrieb wieder voll auf­genommen werden soll.

Die tschechische Sollvorlage angenommen.

Die kurz nach 6 Uhr am Samstag vormittag ge­schlossene Sitzung des P r a g e r Abgeordnetenhau­ses wurde gleich nach 2 Uhr nachmittags wieder er­öffnet, um eine Erklärung des Ministerpräsidenten Cerny über die kommunistischen Demonstrationen entgegen zu nehmen. Etti kommunistisch-sozialer demokratischer Antrag auf sofortige Eröffnung der Debatte über die Erklärung des Ministerpräsidenten wurde abgelehnt und sogleich zur Abstimmung überdieZollvorlage geschritten. Bei der ersten Lesung stellte sich das Stimmverhältnis auf rund 150 Stimmen für und rund 111 Stimmen gegen die Vorlage. Hierauf wurde im Abstim­mungsverfahren der Entwurf auch in der zweiten Lesung angenomm en.

Proteststreik gegen die Agrarzölle.

Die Prager Metallarbeiterschaft hat beschlossen, am Dienstag 2 Uhr nachmittags einen Protest­streik gegen die gestern im Abgeordnetenhaus be­schlossenen Agrarzölle zu unternehmen. An dem Streik wollen sich die Angehöttgen der beiden sozialistischen Patteien und die Kommunisten betei­ligen.

* Für einen europäischen Zollverein. Um den Gedanken eines europäischen Zollvereins zu för­dern, hat sich, derBasischen Zeitung" zufolge, em vorbereitendes Komitee gebildet, dem un­ter anderem Nattonalökonomen wie Prof. Jrwing Fisher von der Yale-Universität, Prof. Charles Gide vom College de France, Dr. Moritz Elsaß-Frant- furt a. M. und der ehemalige holländische Finanz­minister Dr. Anton von Gijn angehören. In einen Aufruf des KomiteesAn alle Europäer!" wnd die Notwendigkeit eines europäischen Zollvereins auseinanvergefetzt und zur Mitarbeit am Werk der Aufllärung aufgefordert. . Der europäische Zollver­ein bezwecke die Befriedigung der zwi­schenstaatlichen Wirtschastsbeztehun- qen in Europa.

Zum Volksentscheid.

Beschlagnahme des hindenburg.Pkakakes.

Dascheuffchnattonale Plakat mit dem Hinden- burgbrief zum Volksentscheid ist am Sonntag, der Montagpost" zufolge, durch Polizeibeamte von den Berliner Anschlagsäulen entfernt worden. Die Be­schlagnahme des Plakats ist, wie das genannte Blatt mitteilt, darauf zurückzuführen, daß auf ihm entgegen einer Polizeivorschrift die Druckfirma nicht angegeben war.

Kundgebungen und Demonstrationen.

Sonntag mittag wurden in Berlin von den An­hängern und den Gegnern des Volksentscheids große Kundgebungen veranstaltet, die im allgemei­nen dank der umfangreichen Vorkehrungen der Po­lizei ruhig verliefen. Nur in einzelnen von den Demonstrationszügen berührten Straßen kam es zu Reibereien. Die Polizei griff sofort ein und stellte die Namen von einer Anzahl von Angreifern ßst. Don den Rechtsparteien hatten sich über 15 000 nhänger im Lustgarten versammelt, wo bekannte rechtsstehende Führer Ansprachen hielten. Die Kommunfften veranstalteten im Friedrichshain und auf anderen Plätzen Kundgebungen. Mit der ParoleMasten heraus!" ruft derVorwärts" die Anhänger des Volksenffcheids in Berlin für M o n- tag abend zu Kundgebungen unter freiem Him­mel auf.

partei-klustntt Dr. Schachts.

Reichsbankpräfident Dr. Schacht hat in einem Schreiben an den HauptvorstandderDeut» schen Demokratischen Partei feinen Aus­tritt erklärt, mit der Begründung, er habe in Sachen Volksentscheid zwecks enffchädiMNgs. loser Enteignung der Fürsten eine positiv ab­lehnende Stellungnahme der Partei erwartet. Dr. Schacht teilt gleichzeitig mit, daß seine grund­sätzliche politische Anschauung unverändert blribe. _________

Konferenz der deutschen Landwirtschaftsminister. Die zur Zeit schwebenden Landwirtschaftsfragen wer- den den Gegenstano der ^Beratungen einer Konferenz der Minister für Landwirtschaft und Ernährungs­angelegenheiten bilden, die lautMünchener Neuesten Nachrichten" auf Vorschlag ' 7

Wirtschaftsminister Fehr a>