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I Zahrg. 53.

Mittwoch, 2. Juni 1926.

lperralistische Gedanke fallen ge- ißte damit die gegenseitige An- i ch b e r e ck> t i ci u na der Mächte

Um das Kabinett vriand.

wtb Paris, 1. Juni. Eig. Funkm.) Die Mor- qenvresfe erwartet, daß heute in der Kammer eine wichtige Debatte über die allgemeine Polt- I tik der Regierung stattfinden werde. Nach dem -Oeuvre" nimmt man an, daß Briand nach einem Exposee über die politische und finanzielle Lage ein klares Vertrauensvotum for­dern wird. Im Laufe des für heute vormittag angesetzten Ministerrates wird der Inhalt der Er- klärung des Ministerpräsidenten festgelegt werden, zu dem die Parteien alsbald Stellung nehmen »ob le« Besondere Bedeutung wird dem Beschluß der R a d i k a l e n beigelegt, die letzten Donnerstag W fast gleichen Teilen für und geg:en das Kabi­nett stimmten, besonders auch weil BriaNd gestern nachmittag eine längere Unterredung mit Malvy hatte, der den Auftrag haben soll, dre radikale Kammer-Fraktion von den Absichten des Minister­präsidenten in Kenntnis zu setzen.

Verstimmung gegen Vriand.

Wtb Paris, 1. Juni. (Eig. Funkm.) Der Vor­stand der radikalen Vereinigung des Seine-Depar- > tements hat gestern abend in einer Tagesordnung I gegen die am Samstag von der Regierung ver­öffentlichte Erklärung über die Währungsreform, die er als antiparlamentarisch bezeichnet, prote­stiert. Die Vertreter der Partei in der Kammer werden aufgefordert, die Regierung an die Inne­haltung der Derfasiung zu erinnern.

An dm Grenzen des Miches waren inzE-n Nationalstaaten entstanden, dre unabhängig vom Kaiser waren. Das Kcnsert m selbst sah sich durch die Entwicklung gezwungen, sich ein« rmle Macht in Form der sogenannten Haus- macht zu schaffen. Diese Entwicklung vom Unwer- salismus zum Einzelstaat gelang dm Habsburgern in der Schaffung ihrer österreichischen Monarchis. Wenn aber der fnnpn ae*

Der polnische Staatspräsident, pilsudski nimmt nicht an. Reue Abstimmung. rNoscicki gewählt.

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Der griechische Diktator.

General pangalos über feine Vollmachten.

General Pangalos hat dem Vertreter des Temps" in Athen erklärt, als das grischsiche Volk ihm das höchste Amt übertragen habe, habe es ihm sämtliche Vollmachten gegeven Es habe ihn zu einem Regulator gemacht, der mir den Mitteln, die er für angemessen hatte, das Land zu einer normalen parlamentarischen Lage Zmuck- führen soll. Er hat nicht das Recht, diese Doll­machten jedem Anderen zu übertragen, sondern sie dem Volke zurückzugeben durch Aufforderungen zu allgemeinen Wahlen, wenn der Augenbuck gekommen sein werde. Sobald «.Jemanden zmn Ministerpräsidenten ernenne, so sei er der Ansimt, daß der Betreffende bis zu den Wahlen mcht etwa Regierungschef sein soll, das sei er selbst sondern ein Mitarbeiter, der ihn bei seinen Ausgaben zu unterstützen haba

Das Frauenstimmrecht.

Aus Paris wird gemeldet:. Der Internatio­nale Kongreß für das Frauenstimmrecht hat, nach­dem in den letzten Tagen bereits die tn den Aus- schaffen auf der Tagesordnung stehenden tragen behandelt worden warfen, feine eigentlichen Arbet- ten begonnen. An erster Stelle wurde die Frage der Einheit der Moral erörtert. Hierbei kam zum Ausdruck, daß kein Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern gemacht werden dürfe, weder durch die Gesetze selbst, nochtn ihrer An­wendung und daß eine einheitliche Regelung u Fragen, die die öffentliche Moral betreffen, erfol­gen müsie. In Verbindung damit wurden haupt- fätblid) Fragen betreffend den Mädchenyandel und hie Reglementierung der Prostitution besprochen.

zafziften-Schwung.

Der itallenische Innenminister Federzoni ist in B o z e n eingetroffen und hielt vom Balkon des Rathauses eine Ansprache, in der er den Bur­gern Bozens den herzlichen Gruß des Duce über- brachte. Er versicherte, daß Italien, welches nach dem furchtbaren Krieg seine geheiligten Grenzen I erreichte, diese entschlossen behaupten werde. Wo die dreifarbige Flagge unter dem Glanz des Sie­ges erstrahle, werde sie niemals wieder nieder- qeholt werden können. Das fei keine Drohung, das fei der unerschütterliche Wille des Bottes, das seinem Schicksal entgegenstrebt mit der alten und der neuen Kraft, durch die es an die Sp l tze d er Geschichte gestellt wurde. Diese unbedingte Kraft werde zu triumphieren wissen immer und über jedes Hindernis innerhalb und außerhalb der Grenzen des unsterblichen Vaterlandes.

Italienischer Anspruch.

Zu einer Aeußerung der Agentur HavaS, daß die französische Regierung nicht dre Absicht habe, irgendeine Aenderung mit internationalem Charakter in der Zone von Tanger eintreten zu lasten, erklärt dieTribuna", daß soweit Tanger tn Frage komme, Italien nicht von der Verwaltung der mter- internationalen Zone ausgeschlossen werden könne. Italien könne von diesem Teil des MittelmeereS nicht länger ausgeschlossen bleiben.

lasten war, so mußte damit die gegenMige Av- erkennungderGleichberechtigung der Mäüste erfolgen. Wohl waren machtpolitische Unternehmun. gen nicht ausgeschlossen, aber sie Mten nicht mehr auf die Begründung eines unweffalistischenStaa- tes sondern aus Erweiterung der nationalistischen Macht. Der erste große europäische Krieg in diesem Sinne war der spanische Erbfolgekrieg. Es war nur natürlich, daß in dem darauf folgenden Friedens- fchluh Mn erstenmal der Gedanke des europäi­schen Gleichgewichts austauchte. Dieses Gleichgewicht aber bedeutet: Anerkennung der vol­len Souveränitiät der anderen und Beschränkung der eigenen Souveränität auf den gegenwärtigen territorialen Besitzstand (Status quo) DerUm- versalstaatsgedanke wird dadurch abgelost vom Ter- rltorlatftaatsgebanten, die realpoM- schen Verhältnisse werden theoretisch anerkannt. Es gibt seit dieser Zett nur noch Machte ine "^Ein­ander in einem labilen Gleichgewicht leben du mit- einander konkurrieren oder irgendwelche Interessen gemeinschaften entgehen. Kieme Machw vermögen dieses Gleichgewicht allein mcht ernstlich zu stören, es sei denn/daß größere in den Konslikt hmemgezo- gen würden. ... .. .

I Stellt man daher heute die Frageist dieser oder jener Staat eine Großmacht? so muh geprüft werden, ob der betreffende.Staat wesentlichen un- mittelbaren Einfluß auf das Gleich. aewicht der Völkergemeinschaft habe, oder negativ ausgedrückt, ob er °°usich aus das Gleichgewicht durch irgendwelche politischen Matz nahE iMnittelbar stören könne. Grohma^e stehen zum Gleichgewichtsbegriff m doppelter Be- ziehung Sie sind einerseits die G a r anten, an*

Marschall Pilsudski hat die auf ihn gefallene Wahl zum Staatspräsidenten abgelehnt und zwar mit der Begründung, in den Ziffern des Wahl- ergebnistes käme für feine Auffassung nicht hin­reichend der Wille zur Säuberung zum Ausdruck, den er vom Sejm als Voraussetzung für | die Annahme einer Wahl gefordert habe. Die von ihm vorgeschlagenen beiden Kandidaten sind beide Hochschullehrer von Beruf. Professor Moszicki ist Chemiker und wirkte als solcher 'n Lew- 1 berg. Er gehört zur Zeit dem Vorstand des jungst I im Haager Prozeß Polen abgesprochenen Stickstoff- wertes Chorzow an. Der zweite Kandidat Zdte- I chowski ist Professor der Philosophie m Krakau. Er ist ein naher Verwandter des früheren Flnanzmim- 1 sters gleichen Namens und genießt als Rechtsphi- I losoph insbesondere wegen seiner Bücher über me I Rechtsauffassung des Westens und bteiemge Ruß­lands in Polen großen Ruf,

Die Parteien rechts wie links waren über die I Ablehnung Pilsudskis völlig konsterniert. Ganz | besonders die Parteien, die der Linken ber der I Wahl Pilsudskis halfen, also die nationalen Mm- I derheiten und die Mittelparteien, die politisch sonst I mit der Rechten zusammengingen. Es fanden m I Warschau trotz des scharfen Polizeiverbots aller I Ansammlungen riesige Straßendemvn- st r a t i o n e n statt. Die gesamte Fabrikarbeiter- I schäft hatte die Arbeitsstätten verlassen und zog I mit Hunderten von roten Fahnen der sozialistischen I Organisationen zu ungezählten Tausenden durch

I die Straßen, trugen bekränzte Bilder Pilsudskis I und forderten, daß er den Präsidentenplatz cm- nehme. Neben der Arbeiterschaft demonstrierten auch die Pilsudski-Schützenverbände und große

I Gruppen von Offizieren.

Die Lage am Dienslag.

Wtb Warschau, 1. Juni. (Eig. Funkm.) Die politische Lage hat sich gestern in den späten Nacht- 1 stunden zu klären begonnen. Der Block der drei 1 rechtsstehenden Parteien wird für den gestrigen I Präsidentschaftskandidaten der National-Demokra- I ten, den Posener Wojwoden Dninski geschloffen stimmen. Die Mittelpartei, die polnische Linke, I mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die .einen I und wahrscheinlich auch ein Teil der deutschen und I slavischen Minderheit, werden den von Marschall

Pilsudski empfohlenen Kandidaten Profestor Ignaz «Moszicki unterstützen. Hingegen haben die So- zialdemokraten beschlossen, einen eigenen demon- strativen Kandidaten in der Person des Wz. Ma- I rek aufzustellen. Auch die Kommunisten und die I ihnen nahestehenden Zwergparteien radikalen Cha- I rafters sind entschlossen, tn dem Abg. Fiderkicwicz | einen aussichtslosen Kandidaten aufzustellen. Im ] ersten Wahlgang wird voraussichtlich keiner der I Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit der I abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, sodaß ein I sofortiger zweiter Wahlgang notwendig sein wird, bei dem die Sozialdemokraten der Ankündigung

I der heutigenRobodnik" gemäß den Kandidaten I der Linken und des Zentrums unterstützen würden. I In den Kreisen der Linken rechnet man infolge­dessen mit einem sicheren Siege Professors Ignaz

Moszicki.

wtb Danzig, 1. Juni. (Eig. Funkm.) Seit ge- stern ist für Ferngespräche in Warschau die Militärzensur wieder eingeführt. Bericht­erstatter deutscher Zeitungen wurden wiederholt in ihren Telephongesprächen unterbrochen und zum Gebrauch der polnischen Sprache aufgefordert. Vet- schiedenartige Gespräche sind einfach getrennt wor­den, obwohl der ganze Verlauf des geftrigen Ta­ges in Warschau keinerlei Rechtfertigung für der­artige Maßnahmen bietet.

Der erste wahlgang.

Warschau, 1. Juni. (Eig. Funkm.) Bei der Präsidentenwahl im Sejm erhielten im ersten Wahlgang: M o s c i ck i 215 Stimmen, Bninski 211, Marek 56. Außerdem wurden 63 weiße Zettel abgegeben. Infolgedessen wird ein zweiter Wahlgang notwendig weichen.

Der neue Staatspräsident.

wtb Warschau, 1. 3uni. (Eig. Funkm.) 3m zweiten Wahlgang der Wahlen zum polnischen Staatspräsidenten erhielten woscicki 281

1 Stimmen, Bninski 200, Marek 1 Stimme. Außer­dem wurden 63 weiße Zettel abgegeben. Mos­el ck i ist somit zum Staatspräsidenten gewählt.

wer ist Großmacht?

Von E. ®. SB ree.

Ratserwerterungsstreiit und Zusammentritt der Studienkommission haben zur Erörterungen über die obenangeftellte Frage in der Presse Anllaß ge- gegben. Es sei dazu einiges Grundsätzliches be- me2>er Begriff der Großmacht ist wohl der Antike wie dem Mittelalter fremd. Im Mertum besahen immer in mehr oder weniger schneller Wechselfolge einzelne tüchtige Völker die unbedingte Vormacht, stets mit dem Bestreben ihre Macht anderen Volkern aufzuzwingen. Ein Nebeneinander von großen Mächten, die diese Grohmachtstellung sich gegenseitig anerkannten, gab es nicht. Wir bezeichnen em der­artiges polrtsches Streben, das in der Ausbreitung der eigenen volklichen Macht auf möglichst weite Gebiete besteht, als Im peria l i sm u s. Das Ziel des Imperialismus ift die Universalität, die freilich fast nie erreicht wurde. Alexander der Große starb auf einer der letzten Etappen zu diesem Ziele. Der stabilste Versuch eines solchen impenalfftffch geschaffenen Univerfalstaates war das antike Rom. ^Dieser imperialffffch-universalistische Gedanke I mußte eine neue Stoßkraft erhalten, als das Chri­stentum mit seiner Lehre von dem. emen Hirten und der einen Herde auch das rdtgtofe Leben der Völker in diesem Sinne umformte. Rom, die po- litische Hauptstadt, wurde Haupt und Zentrale eines religiösen Universalismus, dessen Symbol d« Tiara des Papstes war. Es war daher nur ch.- gerichtig, daß nach dem Zerfall des alten Reiches I bas Streben der jungen christianisierten germani­schen Völker nach Rom ging. Folgerichtig war es, wenn der Frankenherrscher Karl sich vom Papst die Cäsarenkrone aufs Haupt drucken ließ, folge­richtig, wenn nun das neue Reich den Romen ,,Hei- römisches Reich germanischer Nation Wte.

Das ganze Mittelalter hindurch hat diese Nee von der Universalität des römisch-deutschen Kaffes tmns fvrtbestanden. Immer .wieder Wurde ihre Realisierung versucht, immer wieder reichte die Kraft I nicht aus. So wurde der Universalismus die Tragck des mittelalterlichen Deutschtums. Das stolze I Hohenstaufengeschlecht endete mit Conradm auf dcm

Portugal.

HavaS wird aus Lissabon gemeldet, daß General CadreadaS da- Ätinisterpröfidium und das Inn n- minisierium übernommen habe. General (Sofia, der mit seiner Division in Lissabon erwartet werde, werde wahrscheinlich die Leitung deS Kriegsmini- steiiums und General Ganara das Marineministerium übernehmen.

Der Streit zwischen Lord Oxford und Lloyd George. Ueber den Zwist zwischen Lord Oxford und Lloyd George, der weiterhin im Vordergrund des innenpolitischen Interesses steht, verlautet, daß bald dis Sitzung der liberalen Fraktion des Unter­hauses, deren Vorsitzender Lloyd George ist, staft- finden wird, in der der Streit zur Entscheidung gebracht werden soll.

Treten sie als Garanten auf, so ist Friede in der Well. Wird eine große Macht zur Gefahr, so er- schien, wenigstens bisher, der Krieg unvermeidlich. Diese Bestimmung des Großmachtsbegriffs rft rem fn-nal. Man hat versucht, den BegriffGroßmacht ,r materiell zu bestimmen, um einen emwano- i i Schlüssel zu finden.

Bis zum Jahre 1914 war wohl das wesentlich« materielle Merkmal des Großstaates einemili. tärische Macht. Wollte man diesenSchlussel heute noch anwenden, so würden wir wohioder übel Deuffchland aus der Reihe der Großmächte strei­chen müssen und uns mit einer Ordnungsnummer hinter 20 in der Reihe der Staaten begnügen mus- scn Kein Mensch, auch im Ausland nicht, wird aber Deutschland eventuell hinter Jugoslawien ran­gieren lassen.

Auch die B ev ö l k e r u n g s zi s f er und der territoriale Besitz geben keinen Maßstab für unsere Begriffsbestimmung. China müßte dann mit fernen Hunderten von Millionen von Einwohnern und fer­nem riesigen Gebiete eher eine Großmacht sein als bje meisten anderen.

Der Historiker Leopold von Ramke nenntMp- ferische geistige, lebenhervorbringende Kräfte als den Inhalt des Großmachtbegrisfes. Er meint damit die großen kulturellen Kräfte und Stromun-

Das Ende des Marokko-Krieges.

Nach einem offiziellen Kommunique au8 Sabat | haben die französischen Truppen am Frontabschnitt I Fes die letzten der noch nicht unterworfenen StSm- I nie der Beni Serital vollständig e ingeschloss en Die umzingelten Stämme hätten Delegierte entsandt. I Die Beni Umgel in Werga hätten stch unterworfen. I Nach einer weiteren Meldung auS Fes teilt der I spanische Nachrichtendienst mit, daß die spanischen I Truppen den Stamm der Bokloja in Richtung Aid I Samara angegriffen hätten. Der Gegner leiste an I verschiedenen Stellen hartnäckigen Widerstand.

Wie Havas aus Madrid mitteilt, erllärte die I spanische ZeitungLe Noliciero bei Lünes" daß samt- I liebe auf der Madrider Konferenz zwischen Frank- reich und Spanien abgeschlossenen Abkommen I bisher durchgeführt worden seien. Die fr an- zösisch-spanische Zusammenarbeit ist und darf aber noch nicht als beendet angeiehen werden, da insbesondere noch Probleme verwaltungS- j technischer Art zu lösen sind.

Spanien und Abd el Krim.

Reuter meldet aus Tanger: Die Spanier be­gründen ihr Verlangen nach Auslieferung Abd el Krims mit dem Fehlen von *8 ge­fangenen spanischen Offizieren.«nb mit ber lat- adie, daß Abb el Krim Spanten bekämpft habe, bevor er gegen Frankreich Krieg geführt habe Die spanischen Gefangenen klagen über ihre Behänd- lunq durch die Rifleute. Sie behaupten, daß die Franzosen besser behandelt worden seien.

Wtb Paris, 1. Juni. (Eig. Funkmft Der Son- berberidjterftatter des »Motin" in Fez oerichtet, Abd el Krim wird in Taza streng bewachy Nie­mand wird zu ihm gelassen. In spanischen Krei­sen ist von einer Konferenz d,e Rede m der über das Schicksal Abd el Krtms entschieden wer­den soll.

Die Unruhen in Schanghai.

Reuter berichtet -münzend über bie Unmhen in in Schanghai, daß zahlreiche AuS.ander belästigt, mit Steinen beworfen und geschlagen wurden. ^ie Menge belagerte ein Hau?, tn dem «^hrere Aus­länder Zuflucht genommen hatten. Eine Anzahl von Kraftwaaen wurde beschädigt. Tie Polizei ver- haftetedreiStubenten, di-ausr-lzenbe Flua- ' blätter verteilten.

ferenz für die Abrüstung zur See vor und führte sie erfolgreich durch. Mir sind immer von dem I Wunsche beseelt gewesen, dem A b r ü st u n g s - I Prinzip zur weiteren Ausdehnung zu verhelfen I und haben deshalb einen Vertreter auf bie Ab­rüstungskonferenz nach Genf entsandt. Wir sind des Glaubens, daß auch die anderen Völker sich uns anschließen und chr Mißtrauen und ihren Haß soweit beiseite legen sollten, daß es, ihnen möglich wird, sich über die Methoden zu einigen, die ihnen untereinander die Befreiung vcm dem Zwang zur Aufrechterhaltung großer Land- und | Seestreitkräste schaffen könnten. Wir haben uns an ber Konferenz beteiligt, erfüllt von den besten Gesinnungen, soweit es auf uns ankommt, und km aufrichtigen Glauben, daß mich, soweit es auf die europäische Länder ankommt, bte besten Gesinnungen auf ber Konferenz zugegen fein wer­den. Wir wünschen, daß die Probleme die dort zur Sprache kommen, aller technischen Umständlich­keiten entkleidet werden und daß man sich nut diesen Problemen in der Weise ausemandersetzt imb sie in bet Weise löst, die praktische Er- qebnisse gewährleistet. Wir sind bereit, jeoer Anstrengung unsere Unterstützung zu gewahren, bie in dieser Richtung unternommen wird.

Wir stützen uns nicht auf unsere drohende Macht tn unseren internationalen Beziehungen oder bei d«n Bestreben, unsere Welfftellung zu behaupten, Werhältmffe können sich einstellen, wo der Appell tot Me Waffen unvermeidlich scheint. Aber solch «n Konflikt entscheidet sehr wenig und schließlich ist es notwendig cm die Vernunft zu appellwren. Solange nicht Uebereinstimmung durch Vertrage welche mit dem überwiegenden Gerechtigkeitssinn harmonieren, erreicht sind, wird eine endgültige Äsung nicht gefunden. Wir wollen die Schwierig- leiten der europäischen Nationen nicht unterschätzen, noch sollten wir ihnen größte Geduld Mid tmt- empfindendes Verständnis versagen. Aber wir können andererseits mit derUeberzeugungnicht »irückhalten, daß die europäischen Nationen sich vn der Notwendigkeit befinden, Einschränk­ungen der Rüstungen herbeizufuhren. Wir find entschlossen, ihnen bei der Lösung ihrer Pro­bleme jede Unterstützung zu gewähren.

x» rmrmmmnu mc. (Mil >nt.ww 15 ttij

FuldaerZeitung

Anzeiger für die Stadt und den kreis ,?ulda. Amtliches kreisblall.

Looli-ge für Zriede. i

(Eine Rede des amerikanischen Präsidenien.

Bei einer Gedenkfeier für die im Sezessionskrieg Gefallenen auf dem Nationalfriedhof von Arlmg- tmr hielt der amerikanische Präsident C o o l i d g e eine Ansprache, worin er u. a. aussührte: Dre amerikanische Armee fft eine ausgesprochene A r me e des Friedens. Wir bemühen uns, unseren Teil zum Weltsri eben beizutragen unb zwar nicht in ber Weise, bie sensationell und in die Augen fallend wirkt, sondern durch Anwendung praktischer, durchführbarer und durchdachter Mechoden und durch Apell an den gesund en Menschenver - stand. Der Friede hat wirtschaftliche Grundlagen, eine Tatsache, die bis jetzt zu wenig Beachtung ge­funden hat. Niemand, bei die Tatsachen untersucht, kann daran zweifeln, daß es der wirtschaft­lich« Zustand Europas war, der die europäischen Länder kopfüber in bett Weltkrieg stürzte. Sie waren an die Auftechterhaltung des Systems der Weltrüstung gebunden. Wenn ein Land ein neues Kriegsschiff auf Stapel legte, erachtete irgend em anderes Land es für nötig, zwei Kriegsschiffe auf Stapel zu legen. Wenn ein Land ein Regiment aufstellte, stellte irgend ein anderes Land drei Regimenter auf. Die Völker wurden zum Scha­den ihres industriellen Lebens bewaffnet, ge­drillt.

Sie wurden mit Steuern und Abgaben belastet, bis die Bürde nicht mehr länger zu tragen war. Die Völker drohten unter ber Last zusammen­zubrechen unb suchten bte Befreiung von bem un­erträglichen Druck, in dem. sie sich gegenseitig a u s- plünderten. In dem Wunsche, die Wlederho- hmg einer solchen Katastrophe zu verhindern, schlug die amerikanische Regierung die Washingtoner Kon-